• Mittwoch, 10. August 2022 13:46

Jahresrückblick 2021 - Die außergewöhnliche Entwicklung der Varenwater Isles

TheSarnath
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Das Jahr 2021 ist zu Ende und man, was war das für ein Jahr ...

Geprägt von der unsäglichen Pandemie gab es viele Einschränkungen, aber das muss ich euch nun wirklich nicht erzählen, das habt ihr alle selbst erlebt und gespürt. Ich möchte vielmehr über die eine großartige Sache reden, die mir die Pandemie beschert hat und die es ohne Corona in der Form hier nicht gäbe: Unsere Varenwater Isles Kampagne.

Ursprünglich geplant als kurzfristige offene Kampagne, um einer großen Zahl an Interessierten einen Einblick in Dungeons and Dragons (kurz D&D) zu ermöglichen, hat sie sich verselbstständigt und ist zu einem längerfristigen Anliegen unserer D&D Sparte im Verein geworden. In etwas mehr als vier Monaten haben sage und schreibe 38 Spieler unter der Leitung von insgesamt 12 verschiedenen Spielleitern (oder auch Gamemaster) stolze 45 Sessions absolviert.

Was haben wir nicht alles erlebt

Merke: Wenn ein Totenschädel unter einer Wurzel verklemmt ist, sollte man vorsichtig sein. Man könnte sonst durch einen Stock ums Leben kommen. Angebliche geschuppte Monster sind eigentlich nur verwahrloste und geistig verwirrte Drachengeborene und nicht jeder auf einem Altar platzierte Helm ist eine Falle.

Aristokraten machen gerne verschiedenste Experimente, von Lykantrophie bis zu magiemechanischen Automatons, und verzieren ihre Türen mit den stilisierten Motiven von Käse und Lampen (nebst anderen, nicht nennenswerten Motiven wie Wölfen …). Waldelfen-Waldläufer lieben Blumen und Musik so sehr, dass sie deswegen ihre Gefährten ins Verderben stürzen können.

Expedition 16 - Der Ursprung der Zombies

Wenn du einer Tür bestehend aus Totenschädeln begegnest: Berühre sie NICHT! Du könntest einem Rätselspiel um den Preis deiner Seele ausgeliefert sein. Außerdem sind sich Totenköpfe nicht immer eins.

Inmitten einer Gruft eine eiserne Fackelhalterung fallenzulassen ist äußerst unklug. Erinnert ihr euch an Pippin aus Herr der Ringe, der in den Minen von Moria den Eimer in den Brunnen hinunterstieß? Und was dann passierte? Genau das!

Manchmal braucht es einfach Nervennahrung!

Achja, zum Schluss noch eins: "Tink ist ein Arsch!"

 

Lest weiter ...

... und ihr erfahrt mehr über die Anfänge der Kampagne, eine kurze Auswertung ihrer Entwicklung in Zahlen sowie ein paar Neuigkeiten für die Zukunft.


Wie alles begann

In Zeiten der Lockdowns wurden die D&D Aktivitäten des Vereins ins Internet verlagert. Interessenten, die an den Verein herantraten, mussten auf eine Warteliste vertröstet werden. So sammelte sich über eineinhalb Jahre eine Liste mit über 30 Interessenten an – darunter auch ich selbst, der noch nie D&D gespielt hatte. Als sich im Sommer 2021 endlich Erleichterung in der Pandemie abzeichnete, war das Rätseln im Verein groß, wie man diese Menge an Leuten unter einen Hut bringen sollte. Schließlich umfasst eine typische D&D Gruppe normalerweise vier bis sechs Spieler und benötigt einen Gamemaster, der die Gruppe durch das Abenteuer führt.

Die grandiosen Mitglieder des Stammtisches schüttelten also neben ihrer eigenen Kampagne 'Logothil' eine neue, offene Kampagne aus em Ärmel, die an das West Marches System angelehnt wurde. Schnell wurde ein Setting mit einer Rahmenhandlung entworfen, Material und ein Regelrahmen erstellt sowie eine Kommunikationsstruktur im Discord aufgebaut. Damit sollte den vielen Interessenten ermöglicht werden, sich selbstständig in Gruppen zu Terminen zusammenzufinden, wo sie Abenteuer in einer gemeinsamen Welt erleben konnten. Und das alles geleitet von den Spielern des Stammtischs – Jungs, ihr seid einfach großartig!

Beim Auftaktevent am Samstagnachmittag, den 28. August 2021, fanden sich dann über 20 Interessenten ein, was das neue Ladenlokal des Vereins angenehm füllte. Gleich zwei Tage später gab es schon die erste Session, welche auch meine erste D&D-Runde überhaupt sein sollte. Unter der Leitung des fantastischen GMs Sebastian aka Rillman wurde meine Vorfreude und Euphorie in leidenschaftliche Begeisterung gewandelt. Seither bin ich Feuer und Flamme. Danke, Sebastian!

Aber es sollte nicht nur mir so gehen. Eine zweite Runde folgte noch im August. Schließlich kam der September und die Kampagne nahm so richtig Fahrt auf.

Die außergewöhnliche Entwicklung in Zahlen

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Nach den ersten beiden Sessions in der letzten Augustwoche mit insgesamt 8 Spielern folgten in den etwas mehr als vier Wochen im September bereits 11 Sessions mit 24 verschiedenen Spielern. Vollkommen neu waren ganze 16 Spieler, was aber auch zeigte, dass die 8 Spieler aus dem August bereits im September mit dabei waren und einige Spieler mehrere Sessions mitgemacht haben. Darunter ich selbst, der lange Zeit Spitzenreiter bei der Anzahl an  Sessions, dem Charakterlevel und sogar der Anzahl an Charakteren sein sollte.

Nachdem die ersten beiden Runden im August noch von einem GM geleitet wurden, verteilten sie sich im September auf 5 Gamemaster zu unterschiedlichen Anteilen. Unter diesen GMs war mit Jule auch die erste „Teilzeit-GM“ – wie wir Spieler nennen, die selbst in der Kampagne spielen, aber auch Sessions anbieten. Die Teilzeit-GMs entwickeln dabei in Rücksprache mit den Haupt-GMs eigene Abenteuer oder ganze Stränge, die aber nicht mit der Hauptstory zusammenhängen, sodass sie sich selbst nicht spoilern müssen.

Den Höhepunkt der Kampagne konnten wir im Oktober verzeichnen. Gar 14 Sessions mit 23 aktiven Spielern – es hatten also sehr viele Spieler mehrmals gespielt. Immerhin 9 Spieler waren neu dazugestoßen. Erstaunliche 9 GMs mit 6 neuen Teilzeit-GMs waren aktiv. Viele davon hatten zuvor noch nie eine Session geleitet, oder sogar erst mit dieser Kampagne ihren D&D Einstieg. Respekt!

Im November schien der Trend zunächst anzuhalten, bis dann das Aufkommen der vierten Corona-Welle sowie die beginnende Vorweihnachtszeit Ende November der Kampagne einen Dämpfer verpassen sollte. Dies ließ sich insbesondere an der Entwicklung der Sessions anhand der Kalenderwochen sehen, wo ab der 47. KW (ab 21. - 27.11.) die Anzahl deutlich einbrach. Dennoch wurden insgesamt 12 Sessions mit 20 verschiedenen Spielern, darunter 3 neuen, gespielt. Geleitet wurden die Sessions von 8 GMs, wobei 2 neue Teilzeit-GMs dazukamen – darunter auch ich selbst, nachdem ich endlich den Mut gefasst und mich erst einmal mit einem anderen Teilzeit-GM zusammengetan hatte.

Im Dezember brach die Aktivität dann völlig ein. Viele reduzierten in der Vorweihnachtszeit unter der Last der vierten Coronawelle ihre Kontakte, um die Feiertage ruhigen Gewissens mit ihren Familien verbringen zu können. Dann die Feiertage selbst, wo man einfach besseres – oder zumindest anderes – zu tun hatten als D&D zu spielen. So kam der Dezember nur noch auf 6 Sessions mit 13 Spielern, darunter insbesondere der harte, daueraktive Kern – aber immerhin auch 2 neue Spieler.

Insgesamt hatten wir 2021 in den etwas mehr als vier Monaten seit Beginn der Kampagne sage und schreibe 45 Sessions, das waren fast 2,5 Sessions pro Woche. Verteilt auf 38 verschiedene Spieler und 13 Gamemaster, wobei es ganz klare Gruppen Unterscheidungen der Aktivität gab. Etwa ein Drittel aller Spieler hatte lediglich eine Session absolviert, ein weiteres Drittel 2-4 Sessions. Das letzte Drittel war der harte, sehr aktive Kern. Hier spreizt sich die Anzahl der Sessions von 5 bis zum Spitzenwert von 18 Sessions. In dieser Gruppe besaßen die meisten Spieler bereits mehr als einen Charakter mit einem Spitzenwert von 4 Charakteren, welche mitunter auch schon Stufe 4 erreicht hatten.

Dashboard 2021 - Spielerstatistiken zum Jahresende[ Anklicken zur zum Vergrößeren ]

Was aus den Zahlen nicht so ersichtlich wird ist die Tatsache, dass es ab Oktober 2021 einen allmählichen Wandel der aktiven Gamemaster gab. Zum Jahresende hin wurden fast alle Sessions von einer Gruppe von Teilzeit-GMs durchgeführt. Die Spieler aus dem Logothil-Stammtisch, welche die Kampagne ursprünglich ins Leben riefen, konnten die schiere Masse an Spielern und Sessions neben ihrer Stammtischkampagne und anderen Runden nicht länger stemmen- oder mussten sich teilweise aus privaten Gründen zurückziehen und traten in den Hintergrund.

Aufbruch ins neue Jahr

Das neue Jahr 2022 startet daher mit einigen Veränderungen:

Ich, Chris H., habe inzwischen zum 01.01.22 den Beiratsposten für Dungeons and Dragons von Chris B. und zudem die Schirmherrschaft über die Varenwater Isles Kampagne von Chris T. übernommen. Ihr erkennt ein Muster? Ich auch.

Die vorigen Haupt-GMs und Begründer der Kampagne sind sozusagen in ihren wohlverdienten Ruhestand gegangen und haben den Stab an die Nachwuchs-GMs weitergereicht. Gemeinsam mit den bisherigen Teilzeit-GMs Jan, Jule und Markus stellte ich daraufhin ein neues Orgateam auf, welches die Kampagne weiterführen und mit der Zeit auch weiterentwickeln wird. Es gibt bereits einen Schwung an frischen Ideen, über die ich gerne berichte, sobald die Zeit dafür reif ist.

Wie es nun weitergeht? Erst einmal wie gehabt. Der Corona-Welle ist der Jahreswechsel völlig egal und so müssen wir ein wenig der Dinge harren, die da kommen. Erwartet daher noch keine großen Paukenschläge im ersten Quartal. Die Kampagne wird, soweit es die pandemische Lage zulässt, ganz normal weiterlaufen, während im Hintergrund die Mühlen zur Implementierung besagter Ideen und Verbesserungen mahlen.

Ihr habt Lust auf Dungeons & Dragons?

Kommt am besten einfach auf unseren Discord Server und meldet euch im Channel #varenwater-isles-allgemein oder schreibt mich unter meinem Discord-Namen ChrisH/Korshakk/Silver/Telcontar direkt an. Jeder ist herzlich willkommen, egal ob jung* oder alt, Pen & Paper-Veteran oder -Jungfrau, als Spieler oder Gamemaster, Nerd oder Normalo. Ein Einstieg ist jederzeit möglich.
*Mindestalter 16 Jahre.