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		<title>TableTopTreff Hannover e. V.: Tagebuch: Ralkarion</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jul 2026 18:27:15 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 126 - Part 1</title>
			<description><![CDATA[Am Ende war es wohl eine gute Idee gewesen die Reise mitzumachen. Es zeigte sich einmal mehr, dass es einfach unmöglich war Garret allein zu lassen. Neben der absurden Erfahrt durch den Nebel mit all ihren Realitätswechseln, schaffte er es doch tatsächlich sich in einer zu verirren. Ich war der Gruppe so gut es ging ausgewichen, da ich keinesfalls einen Zusammenstoß mit Ava haben wollte. Doch wie sehr es mir zuwider war die Windmühlen zu bekämpfen, so konnte ich mir nicht lange vormachen, dass diese Leute mir egal waren. Oder gar, dass die Bedrohung durch Shadar Logoth unerheblich gewesen wäre. In welcher Welt hätte Jashier leben sollen, Wo die Kinder, um die er sich kümmerte … Nein, es gab noch eine Aufgabe zu erledigen. Aber ich hatte das Gefühl mehr dazu beitragen zu können, wenn ich dies aus dem Hintergrund tat. Nicht zuletzt, weil es mir Kopfschmerzen ersparte. Und dennoch … hier war ich mal wieder. Inmitten der Gefahr, um eine Hand zu reichen. Beinahe wäre Garret in den Wirbeln dieser Realitätsfragmente abhanden gekommen. Unsere Reise verlief rudimentär anders, als die der anderen. Aber schließlich kamen wir auch an. In der Ferne sahen wir sie noch die Bergwand hoch gleiten. Dieser Aufstieg war keinesfalls leicht, aber zum Glück blieb mir die Option mich verwandeln zu können, um uns folgen zu lassen. Als wir den Durchgang in der Felswand erreichten wartete dort bereits eine ätherisch wirkende Frau namens Constassina. Scheinbar hatte die Gruppe ihre Reise bereits fortgesetzt und wir mussten nun eilig folgen. Die Aussicht auf einen noch gefährlicheren Weg stimmte mich nicht gerade glücklich, aber was half es. Der Halbling insistierte ihnen nachzugehen. Kaum durchschritten wir die uns gezeigte Tür brachen die Realitäten auf. Ein merkwürdiges Erlebnis in der Existenz einer Person aus Mocny folgte. Loganars Geburtstag wurde gefeiert und Reiter der Apokalypse mit unserem Antlitz sprangen aus dem Nebel hervor und drohten alles zu zerstören und jeden zu töten. Sie übermannten Loganar fast spielend, während wir um unser Leben bangten und die Flucht anstießen. Eine vage Erinnerung ob eines qualvollen Todes blieb als Nachbeben zurück, bevor mich ein Schleier erfasste. Hier stand ich nun. Inmitten meiner Familie. Gemeinsam hatten wir die Welt zum Besseren verändert. Die Mächte, die mein Vater in meiner Schwester und mir erweckt hatte, waren der Zündfunke für eine epische Reise. Wir brachten Glück und Frieden in diese Welt und es gab niemanden mehr, den die Bewohner dieser Lande zu fürchten hatten. Alle warteten auf mich, damit wir aufbrechen konnten. Razora stand vor mir und streckte ihre Hand aus. Sie war schwanger? Ich sortierte meine Gedanken, es brach so viel über mich ein. Woher kamen diese anderen Gedanken und Erinnerungen? Sie fand es gar nicht lustig, als ich nachfragte, ob sie von mir schwanger war und langte mir eine mit den deutlichen Worten „von dem denn sonst, du Idiot“. Doch ihr Blick war schnell wieder liebevoll. Meine Verwirrung nahm zu. Sie sagte, dass wir jetzt los wollten und ich mich beeilen sollte. Ich blickte mich um und sah diesen Nebel wieder. Hinter einem Baum waberte es leicht. Ich blickte zurück zu ihr und den anderen. Hier war ich glücklich, hier war alles gut. Es gab keine Leiden, keine schreckliche Vergangenheit, keine unlösbar scheinenden Probleme. Ich spürte, wie sich Tränen in meinen Augen bildeten. Und dann war da dieser Gedanke … nagend, hinterhältig. Dies war alles zu perfekt, zu einfach wirkte es. Dieses Glück ohne Entbehrungen erhalten zu haben war auf eine absurde Art nicht richtig gewesen. In mir bäumte sich etwas auf. Eine jede Faser meines Körpers schrie, dass dies nicht korrekt sein konnte. Ich schluckte und sagte Razora, dass sie vorgehen sollte, ich würde gleich nachkommen. Sie meinte ich solle nur zusehen, nicht zu lange zu brauchen. Dann ging ich in Richtung des Nebels. Bevor ich hineinging blickte ich mich ein letztes Mal um. Es war das perfekte Leben und ich ließ es zurück. Tränen tropften mir vom Gesicht, als ich schließlich vom Nebel eingehüllt wurde. Mein Schritt endete in einem weiteren Gang. Vor mir standen Ava, Krathus, Taya und Arina. Hinter mir gesellte sich nun Garret dazu. Obgleich ich froh war, dass es alle hierher geschafft hatten, war mein Herz unendlich schwer. Es dauerte einen Moment, bis ich mich sammeln konnte. Dann erschien Loganar. Nachher: [siehe Part 2 - Taya]]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ralkarion/Sitzung-126-part-1.html</link>
			<pubDate>Sun, 05 Nov 2023 23:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 121</title>
			<description><![CDATA[Die Nacht war erholsam. Mochte man an so einem Ort gar nicht glauben. Die Ruhe abseits all der eminenten Probleme war angenehm. Am nächsten Orden wurde es sogar noch besser, als wir zum Frühstück heiße Schokolade und einen ungewöhnlichen Fußwärmer erhielten. Amastacia hatte allerdings ansonsten ein eher gewöhnungsbedürftiges Essensangebot. Fisch. Das war bei einer Katze wohl zu erwarten gewesen. Sie klärte uns auch auf, dass die Idee Garret’s widerspenstiges Anhängsel in ein Skelett zu übertragen mit einem Knackpunkt einherging. Etwas müsste ihn am Leben erhalten, eine magische Quelle. So zum Beispiel Amastacia selbst. Was wiederum seine Möglichkeiten sich frei zu bewegen etwas einschränken würde. Doch in Anbetracht der Umstände schien dies immer noch ein erheblich besserer Deal zu sein, als im Kopf des Halblings zu verweilen. Auch wenn der Platz dort erheblich war. Erstaunlicherweise wusste sie auch etwas über der den Zirkel des Kataklysmus zu erzählen. Lang genug war sie selbst bereits am Leben und hatte das ein oder andere aufgeschnappt. Was genau der Antrieb des Zirkels war, das vermochte sie nicht zu sagen. Aber sie hatte bemerkt, dass nach den eher seltenen Todesfällen der Druiden diese sich vornehmlich elfische Körper als nächste Hülle suchten. Irgendwie klang das wenig zufriedenstellend. Wie transferierten sie sich? Waren es willige Opfer oder bloß leere Hüllen? Ich wischte die analysierenden Gedanken beiseite und trank noch etwas von dem guten Stoff von Garret. In der Schokolade ging der Whiskey erst so richtig gut auf. Da Amastacia so viel Freude mit Experimenten an unterschiedlichen Körpern hatte, überließ ich ihr meine Probe aus den Sümpfen. Ich trug dieses magisch versetzte Insekt schon ewig mit mir rum und bisher erfüllte es keinerlei Zweck. Sie ließ uns auch wissen, dass sie schon viele Inkarnationen hatte. Was sie ursprünglich einmal war und wie alt sie eigentlich sei hatte sie unlängst vergessen. Eigentlich wollte ich noch etwas bleiben und die Ruhe genießen, aber Ava machte Druck von hier abzureisen. Sie gönnte einem auch wirklich gar nichts. Zumindest war das Angebot einen Abend im Lurkers auszugeben ein einigermaßen brauchbarer positiver Aspekt dem auch nachzukommen. So verabschiedeten wir uns und kurz darauf teleportiert ich uns zurück nach Zoica. Wieder begrüßte uns ein Wachposten bei Einkehr. Da ich angeheitert war und etwas Abwechslung heute Abend angenehm sein würde, lud ich die junge Dame zu unserer Runde ein. Da Ava zahlte war das doch keinen zweiten Gedanken wert. Irgendwas war mit dem Mädel los, aber da solche Gedanken ein klares Zeichen dafür waren, dass ich wieder nüchtern wurde, schob ich sie beiseite und nahm noch einen guten Schluck. Derweil brach Krathus auf und rannte direkt los seine Mutter zu besuchen. Also hieß das für mich erst einmal mindestens 24 Stunden Abstand halten. Der Weg zum Compound war ereignislos. Wir wollten mit Posetine sprechen, doch bevor wir auch nur in die Nähe kamen hielt uns Landerson im Hof auf. Ein Brief war für uns angekommen. Er war von Calas. Es freute mich, dass er scheinbar gesund und munter war. Die Tatsache, dass er wohl noch immer keine Spur von seiner Familie hatte war ein kleiner Dämpfer. Hätte ich nicht eh schon einen schwummrigen Kopf gehabt, dann hätte seine Rechtschreibung aber sicher einen solchen ausgelöst. Es gab sogar kleine Geschenke in dem Paket. Für mich gab es ein Buch darüber wie man ein guter Vater würde. Bis auf die erste Seite mit nur einem Tipp war es leer und er ließ es offen, ob ich wohl mehr hinzuzufügen hatte. Es war eine nette Geste, auch wenn ich es innerlich so sah, wie Calas es für sich selbst beschrieb. Ich fühlte mich unqualifiziert. Es gab ein kleines betrunkenes Geplänkel mit Landerson, in welchem er aufgrund meiner Fahne eher unzufrieden war. Ava ließ daraufhin schon wieder ihre Stutenbissigkeit mir gegenüber raushängen und mit einem Mal zog mich ein komischer magischer Vortex von den Beinen. Dann stand ich plötzlich auf dem Dach von Landerson’s Hütte. Diese unfreiwillige Bewegung jedoch tat meinem Magen gar nicht gut und so ließ ich mir den bisher einverleibten Alkohol nochmal durch den Kopf gehen. Oder vielmehr durch den Schornstein, denn das war das Erstbeste was ich zum Entledigen fand. Muss kaum erwähnen, dass Landerson darüber auch nicht erfreut war. War wohl einfach nicht sein Tag. Wir verzogen uns schnell nach drinnen und suchten Posetine. Die war aber scheinbar nicht vor Ort. Die Wache wollte uns zwar aufhalten hineinzugehen, aber wer hörte schon auf die Wachen im Compound. Die Barriere jedoch vor dem Eingangsbereich war dann doch hartnäckiger zu ignorieren. Ava wollte aber unbedingt in den Hort und brauchte eine Ablenkung. Nachdem ich ihr gerade erst ein Gold in die Hand gedrückt hatte als Trinkgeld, erzählte ich ihr nun einmal wie das mit dem Geld einheitlich so funktioniert. Den Leuten war ja einfach nicht klar wie effektiv sie es für den Alkoholgenuss einsetzen konnten. Ava kam ungesehen rein und raus, und dis ohne irgendwelche neuen Erkenntnisse. Die Wache unterdessen erwies sich als neunmalklug und machte einen dummen Spruch. Daraufhin suggerierte ich ihr, dass es wohl das Beste wäre das Goldstück in den Kauf von Eiern für seine Frau zu investieren und lachte in mich hinein. Der Tag zog ohne viele Geschehnisse vorüber. Ausgehend davon wie gemütlich es bei Amastacia gewesen war, hoffte ich auf einen zumindest wiedergutmachenden Abend im Lurkers. Die Bude war bis unters Dach voll, so wie ich hoffentlich auch bald. Lurk führte uns eilig zum Stammplatz und erklärte noch, dass es später eine Art Frettchenrennen geben sollte. Auch wenn er das Wort irgendwie anders aussprach. Es war ein Wettbewerb und Garret wollte unbedingt daran teilnehmen. Mir schwebte sogleich vor ihn in ein Frettchen zu verwandeln und für uns laufen zu lassen. Bis dahin aber galt es erstmal das erhaltene Bierfass zu leeren. Ava schlug eine Spielrunde vor. Wahrheit oder Pflicht, was sich in dem Fall in „Gib ne Antwort auf eine aus Unzufriedenheit gestellte Frage oder mach was dummes - ansonsten sauf“ übersetzen ließ. Schien mir passend. Das junge Mädel vom Wachdienst kam auch dazu. Sie stellte sich als Domitia vor. Eigentlich hatte ich vor Garret zu verkuppeln, aber das erwies sich nach ihrer Offenbarung ihren Vater während der „Revolution“ von Garret verloren zu haben als erheblich komplizierter. Zumal dies im Zuge des Spiels herauskam, als sie ihn fragte wieso er das überhaupt getan hatte. Innerlich brach ich zusammen vor Lachen, als mir durch den Kopf schoß, dass es alles wegen eines Silberstückes angefangen hatte. Naja, und seine Antwort war dann auch wie zu erwarten unzureichend. Ava führte nach Aufforderung einen unglaublich schlechten Poledance auf. Als sie diesen im Umkehrschluss von mir verlangte, ließ ich richtig die Hüften kreisen und zeigte dieser Steinsäule von Frau mal wie sowas ging. Sie war auch an unserer Meinung zu ihr interessiert. Dazu fiel mir aktuell nichts ein, was auch nur annähernd positiv gewesen wäre. Zuletzt schaffte sie es jedes bisschen verbleibender Sympathie in schwelende Ablehnung zu verwandeln. Wieso trank ich wohl so viel in ihrer Gegenwart!? Ok, es war nicht nur wegen ihr, aber schon zu einem überwältigen Anteil. War schließlich die einzige Option es in ihrer Nähe auszuhalten. Also verzichtete ich auf eine Antwort und trank. Ging mir sogleich etwas besser. Zwischendrin genoß ich noch das Treiben in einem Meer aus Bier, da ich mich in einen Shrimp verwandelte und von Garret reingeworfen wurde. Es war eine Wonne, wenngleich für nur einen kurzen Zeitraum. Dann sollte dieser komische Wettbewerb beginnen. Scheinbar war unsere Idee den Wettkampf zu manipulieren dahin, denn es wurden Zweierteams gebildet. Ein Typ namens Fenton wollte unbedingt mit Garret in ein Team. So verblieben Ava und ich. Als drittes Team wurde ein Pärchen gewählt, welches frisch vermählt war. Es war eine krude Idee eines Wettbewerbs. Es gab ein Paar Hosen für jedes Team. Die Öffnungen der Beie waren jeweils zusammengenäht, so das sich die Füße der Personen berührten. So angezogen wurde dann eine Form von Ratte unter den Gürtelrand einer Hose gesetzt. So viel zum Frettchen … Ziel war es das Vieh dazu zu bewegen von dort durch ein Hosenbein zu der anderen Hose zu gelangen, hier über den Bund in das gegenüberliegende Hosenbein geführt zu werden und schließlich beim Einlass wieder herauszukommen. Garret’s Teammitglied hatte offenbar eigene Vorstellungen und manipulierte insofern, als das er dafür sorgte, dass die Ratte stets wieder zurück zu Garret lief. Wir hatten währenddessen Schwierigkeiten das Tier überhaupt irgendwohin zu lotsen und später sabotierte Ava dann auch noch unser Vorankommen. Sie gönnte einem wirklich gar nichts. Dem Hochzeitspaar erging es zunächst gar nicht so übel, sie legten richtig vor, bis die ganze Szenerie sich in einen Horror verwandelte. Sie hatten Probleme die Ratte aus dem Einlass herauszubekommen und das Tier wurde aggressiv. Inzwischen blutete der Mann so stark, dass wir das Schlimmste annehmen mussten. Mir gelang es kaum in dieser verschnürten Position irgendetwas zu tun, so sehr ich mich auch anstrengte. Ava gelang es schließlich das Vieh rauszuholen, doch der Mann hatte so schwere Verletzungen erlitten, dass er nunmehr im Sterben lag. Glück im Unglück war, dass sie ihn stabilisieren und heilen konnte. Aber zur Hölle was war das hier? Die Besucher grölten vor Freude ob des anstehenden Todes eines Unschuldigen, der dem Wahnsinn dieses Hablings Lurk zum Opfer gefallen war. Meine Wut brannte lichterloh und so packte ich mir den kleinen Bastard. Meine in sein Gesicht gebrüllten Worte nahm er gar nicht ernst, vielmehr sollte ich die „Show“ weiter anheizen. Waren wirklich alle Halblinge so begriffsstutzig!? War es die Situation, die Erlebnisse der letzten Wochen, der Alkohol oder die Kombination aus allem? Ich verlor die Kontrolle und schoß dem miesen Stück Scheiße einen Froststrahl in den Wanst. Zu meiner Überraschung stand er tatsächlich noch. Jetzt mischte sich Ava ein und drohte mir handgreiflich zu werden, wenn ich nicht aufhörte. Klar stellte sie sich wieder mal gegen mich. War ja nicht so, dass Lurk hier der Schweinehund war. Typisch Ava halt. Ich ließ ab von ihm, setzte mich zu meinem Getränk und machte sehr deutlich, dass sie mich nun allein lassen sollten. Meine Wut war überschäumend und ich merkte bereits, wie mein Körper fast wie von selbst die Macht des Nexus anzuzapfen begann. Eine Eskalation stand direkt bevor und Ava schien einfach nicht zu wissen, wann es genug war. Um uns herum war es ruhig geworden, doch das wiederum galt nicht einmal unserem Schauspiel. Posetine war indes eingetreten und hatte die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Offenbar hatte sie von unserem Besuch erfahren und vor mit uns zu sprechen. Doch das lag ausserhalb dessen, wozu ich derzeit fähig war. So ergriff ich das Bierfass vom Tisch, verwandelte mich kurzerhand in einen feinen Dunst und zog durch eine Öffnung ins Freie. Wozu soll man diese Leute retten, wenn sie einander bei so einem Mist unter stürmischen Getose umbringen wollten? Es war der letzte Tropfen in einem gewaltigen Fass, der es schließlich zum Überlaufen brachte. Ich hatte endgültig genug von Drachen, Zoica, undurchdachten Entscheidungen und sabotierender Selbstgerechtigkeit. Mein Weg führte mich zurück nach Ailamere, wo ich bei Modron meinem Frust Luft machen konnte und zu der Erkenntnis gelangte, dass mein Bestreben das Richtige tun zu wollen fehlgeleitet war. Die Kompromisse, das Erdulden, dem Geradestehen für die Kurzsichtigkeit anderer und wie mein Leben auf den Kopf gestellt wurde durch den wahnhaften Gedanken sich mit zweifelhaften Märtyrern einzulassen. Meine Ziele waren doch längst erreicht. Jashier war frei. Ich war frei. Meine Schuld war beglichen. Es war Zeit von dieser Freiheit endlich Gebrauch zu machen. Also nahm ich Schluck um Schluck und stieß auf mich selbst an, bis meine Sicht zu schwinden begann … welch wohliges Gefühl dies war.]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ralkarion/Sitzung-121.html</link>
			<pubDate>Sun, 27 Aug 2023 22:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 120</title>
			<description><![CDATA[So richtig wich mein Ärger und die Enttäuschung nicht, was den bevorstehenden Besuch in den Points kaum angenehmer gestaltete. So teleportiert ich ohne moralische Stütze hinfort und landete direkt in der nächsten Überraschung. Der Wächter wurde ausgetauscht gegen giftige Stacheln, in denen jeder landete, der diese Form des Transportes wählte. Das Gift schien nicht sehr potent, meine Schuhsohlen waren aber nun ebenso löchrig wie meine Stimmung. Es wunderte mich, dass ich unbehelligt durch diese Gegend schreiten konnte. In der Siedlung scherte sich niemand um mich und so war der Weg zur Wohnstätte von Maddoc erstaunlich ruhig. Was direkt verflog, als ich ansetzte zu klopfen. Durch die Tür waren sehr eindeutige Geräusche zu hören, was ein Anlass war noch etwas zu warten. Nach einem deutlich geringeren Zeitraum als angenommen kehrte Stille ein. Nun war es Zeit mich bemerkbar zu machen. Einmal tief durchatmend setzte ich erneut zum Klopfen an. Als direkte Konsequenz ertönt eine Stimme über mir. Mutter stand nur in einer Decke gekleidet und mit einer Zigarre im Mund auf einem Austritt. Diesen Anblick brauchte es wahrlich nicht. Nach einer ersten Überraschung über meine Anwesenheit bat sie mich hinauf. Ich schilderte kurz, dass ich mit Maddoc reden müsste. Sie zeigte sich aber enttäuscht darüber, dass ich keine Blumen mitgebracht hatte. Das war dieselbe Frau, die mich bei unserer ersten Begegnung beinahe umbrachte. Meine Laune war an einem Tiefpunkt und sie förderte, wie zu erwarten, keine positive Veränderung. Ausgehend von der Art, wie sie sich gab und mit mir sprach hätte ein jeder der anderen sicher direkt irgendwelche Sprüche gedrückt. So gesehen war es also vielleicht zum Besseren gewesen alleine zu kommen. Auf keinen Fall wollte ich hier länger bleiben, als ich musste. Und es galt ein Ziel zu erreichen. Schließlich lag Arina’s Leben in unserer Hand. Daher nahm ich alles an Selbstbeherrschung zusammen, das mir geblieben war, schluckte jede Form von Stolz herunter und bedeutete meiner „Mutter“, dass ich in ihrem Namen zwar keine Blumen, dafür ein Tattoo gestochen hätte. Dies erfüllte seinen Zweck. Für dieses Mal war sie gebändigt und sorgte für ein Treffen mit Maddoc. Dieser zeigte sich mir etwas zu freizügig, war aber zumindest gesprächsbereit. Es gab ein typisches hin und her, bis wir uns einigen konnten, was getan werden sollte. Kurzerhand schloss ich einen Deal mit ihm, der dafür Sorge trug Arina näher an unser Ziel zu geleiten – inklusive einer vorherigen Unterkunftsphase. Nicht zuletzt holte ich aber noch einen nicht weiter definierten Gefallen für später heraus. Überzeugt hatte ich Maddoc dazu, indem ich ihm anbot seine Beine wiederherzustellen. Auch wenn er zunächst skeptisch war. Er machte auch noch klar, dass er es angenehm fände, wenn wir ihm Honigkekse aus Sylvanar mitbrächten und Mutter schwarze Blumen. Was das Thema der Verteidigung gegen den Roten anging, so war der Pirat kaum interessiert. Aber als er hörte, dass es womöglich Gold als Ausgleich geben könnte schien er eine höhere Bereitschaft zu zeigen. Es musste sich aber erst noch erweisen, was Posetine bereit war zu zahlen. Und inwieweit Piraten mit Schiffen für uns überhaupt hilfreich waren. Aus meiner Sicht vermochten sie zumindest zu kämpfen und brachten gegebenenfalls Schiffswaffen mit. Da ich schon einmal hier war befragte ich Maddoc auch zu meinem zweiten Tattoo. Scheinbar wurden die Nachrichten konstant besser und besser … Dieses war ein Zeichen für die Malstrom Guard, also für Sycora’s persönliche Leibgarde. Sich unrechtmäßig damit zu schmücken war wohl keine gute Idee. Ich wunderte mich was ein alternativer Ralkarion wohl mit denen zu schaffen hatte. In jedem Fall aber hatten die Piraten schon ab und an mit ihr zu tun. Meine Aufgabe hier war erledigt. Zurück bei den anderen konnte ich zumindest die Erfolge kundtun. Mehr mussten sie auch nicht wissen. Kurzerhand verwahrten wir die Forschungsbücher im Bad of Holding, bevor ich Arina dann zu ihrer kurzzeitigen Bleibe in den Points brachte. Nun blieben uns vier Tage, bevor wir Harkis in Zoica treffen würden. Wobei wir den ersten Tag sinnvoll mit Rumsitzen verbrachten. Mal auszuspannen war aber keine schlechte Sache. Wobei wir eigentlich nur unsere Kräfte sammelten, um als nächstes einmal in Scourgefaust vorbeizuschauen. Die Kunde, dass die Feste leer sein sollte beunruhigte uns. Nach einer erholsamen Nacht brachten wir dann dorthin auf. Wir landeten wie gehabt im Sanktum. Niemand war hier anzutreffen. Dann entdecken wir, dass das Tor nach draußen von innen verriegelt worden war. Es dauerte einen Augenblick den scheinbar magischen Aspekt der Verriegelung zu lösen. Wir schauten uns in den Gebäuden um und entdeckten, dass nichts geplündert worden war. Lediglich ein zu erwartendes Gebetbuch fehlte, das aber wohl mitgenommen worden war. Dann fiel uns ein Schreiben in die Hand, welches auf den erlebten Feldzug Bezug nahm. Es war davon auszugehen, dass die Hextor wohl bald wiederkommen würden. Wir versetzten Ales wieder in seinen Urzustand und verließen Scourgefaust in Richtung Zoica. Es kam die Idee auf mit Marco über Mocny zu sprechen. Schließlich war Loganar sehr deutlich darin, dass wir uns vorzubereiten hätten, wenn wir den Weg durch die Anomalien bewältigen wollten. Ava hatte recht schnell dafür gesorgt, dass wir uns mit Marco trafen. Er fand es lustig in meiner Gestalt aufzutauchen, mir entlockte es nicht mehr als ein Gähnen. Nach einem Besuch bei meiner Mutter war Marco zu ertragen wirklich keine Herausforderung mehr. Je mehr wir ihn jedoch zu seiner alten Heimat befragten, desto zorniger und irrationaler wurde er. Es wurde aber deutlich, dass er es scheinbar vermieden hatte sich mit dem was dort geschehen war im Nachgang näher auseinanderzusetzen. Nicht zuletzt, weil er nie über das Ereignis hinweggekommen war. Emotional riss ihn das ganze so mit, dass er nicht nur zu hyperventilierten begann, sondern uns auch anbrüllte und schließlich das Gespräch jäh beendete. Es hatte keinesfalls geholfen, dass Ava wenig Empathie zeigte. Ich mochte zu Marco stehen wie ich eben stand, aber ich sah den Schrecken in seinen Augen und konnte diesen anerkennen. Da wir weiterhin ohne Idee waren Mocny lebend zu durchqueren kam uns zuletzt noch Chrylax in den Sinn. Doch es zeigte sich schnell, dass dieser keinen Schimmer von Mocny hatte. Erwähnte aber, dass es ja helfen könnte mit Arcalis zu reden. Hatte die Holzkohlefackel vergessen, dass dieser tot war? Wobei uns dies doch auf eine Idee brachte. Eventuell könnte Amastacia in diesem Bezug nützlich sein. Und sowieso hatten wir noch das Thema it Garret und seinem Meister zu klären. Zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen hörte sich gut an. Ich teleportiert uns zu Bolg’Mors’s Höhle. Hatte wir uns nie die Zeit genommen den Rau genauer anzuschauen? Es war eigenartig. Wie wir in der geheimen Kammer standen schien es, als wären wir auf der Spitze eines hohen Berges und blickten in die Ferne. Die Wände gaben ein interessantes Bild wider. Aber keiner von uns hatte die blasseste Ahnung wo sich dieser Berg befinden könnte. Eventuell war es aber ein Hinweis darauf, wo diese Magier hin verschwunden waren? Wir reisten einen Tag bis zu Amastacia. Auf dem Weg nach Boulderbane begegneten wir erneut Steve. Er sah wie gehabt erschreckend hässlich aus. Unsere anfänglichen Kommunikationsversuche mit ihm waren etwas schwierig und er wirkte etwas unzufrieden – wenn man dies bei seinem Gesicht denn zu ermitteln fähig war. Garret gelang es die gräulichen Geräusche von Steve zu übersetzen. Scheinbar war er in eine Sinnkrise gestürzt. Den ganzen Tag nur hier stehen und Leute abschrecken war dann sogar für das Gemüt einer Monstrosität irgendwann zu viel und zu einsam. Wir hatten Mitleid und versuchten ihn zu ermutigen und etwas aufzubauen. Dies schien ganz gut zu gelingen. Auch wenn Ava sich erneut negativ eingestellt zeigte. Sich um die Belange der Wesen zu kümmern, denen wir begegneten war aus ihrer Sicht konstant Zeitverschwendung. Doch wenn wir nichtmal das Leben einer Person zu verbessern vermochten, wie glaubten wir es dann durch unser größeres Vorhaben zu können? Zumal man mit ihrer Art sicher keine Alliierten gewinnen würde. Bei der Sicht auf das „große Ganze“, wie sie es stets betonte, hatte sie doch unlängst den Überblick verloren. Ein Einzelner vermochte den Lauf der Geschichte ändern zu können. Wer weiß wer zu welchem Zeitpunkt was dazu beitragen konnte am Ende einen positiven Einfluss auf unsere Sache haben zu können. Amastacia’s Heim war von innen immer noch deutlich angenehmer, als von außen. Ihre „Zofe“ begrüßte uns und verhätschelte uns wie eine überfürsorgliche Mutter. Scheinbar war Amastacia gerade noch ein Nickerchen machen. Garret und ich hatten zuvor kein Sterbenswort gesagt. Krathus und Ava waren völlig ahnungslos was es mit der Guten auf sich hatte. Ein verdienter Spaß. Ava war genervt keine brauchbaren Antworten auf ihre Fragen zu bekommen, während Krathus mit Essen und Trinken versorgt wurde uns sich schließlich auch an die Katze auf seinem Schoß gewöhnte. Obgleich wir ihn zu Anfang abhalten mussten die Katzen zu ärgern oder zu essen. Auch ich ließ es mir gutgehen und trank ohne Zurückhaltung. Seit den Points hatte das stark zugenommen. Musste ja auch mit einigem klarkommen und konnte mich in der Gruppe kaum über Rückhalt freuen. Als das Kätzchen Amastacia schließlich wach wurde übernahm sie ihre kleine Puppe. Sehr zur Überraschung von Krathus und Ava. Und tatsächlich bekamen wir einige Antworten. In Mocny würden verschiedene Realitäten aufeinanderprallen. Zog man durch das Land, so könnte es sein, dass man sich plötzlich in eine solche reingelegt ohne es zu merken. Oder schlimmer sie für angenehmer empfand, als die aus der man stammte. Dies hatte weitreichende Konsequenzen, nicht zuletzt darin, dort quasi verloren zu gehen. Sie beschrieb die Anomalien als real und nicht real zur gleichen Zeit. Und unsere innersten Gefühle und Motivationen konnten ohne einen brauchbaren „Anker“ in dieser Realität schnell zu einem Problem werden. Ava machte während dieser Ausführungen ein eher kritisches Gesicht. Etwas beschäftigte sie diesbezüglich. Zuletzt offenbarte sie uns, dass sie keine Ahnung habe, was sie nach der Erfüllung unserer Aufgabe tun wollen würde. Nichts schien sie anzuziehen, sie wirkte zu dem Zeitpunkt etwas verloren. Bevor wir Mocny durchqueren würden, nahm ich mir vor das einmal anzusprechen. Dann kamen wir auf das Thema mit Arcalis sprechen zu wollen. Amastacia zeigte sich davon sehr angetan. Ihr schienen schon unglaublich viele Dinge durch den kopf zu schießen, was sie mit ihm besprechen wollte. Wir machten aber klar, dass unsere Fragen Priorität hätten und sie ihre im Zweifel noch später stellen könnte. Es galt nur sie und die Überreste des Drachen zueinander zu bringen. Laut Ava’s Freundin war es wahrscheinlich, dass Arcalis Leichnam im Fubamizi lag. Wenn Zofra dorthin unterwegs gewesen war, dann könnten wir eine Verbündete vor Ort haben, die uns helfen würde. Andernfalls müssten wir uns auf eine unangenehme Situation mit einem Drachen namens Tundra einstellen. Ich schlug vor, dass wir vor Ort einen Teleportzirkel einrichten und Amastacia dann abholen wollen würden. Das schien soweit anklang zu finden. Blieb nur noch Garret übrig. Es galt einen Körper für den potentiellen Transfer der Seele seines Meisters aufzutun. In Anbetracht dazu, dass wir Amastacia ermöglichen könnten mit Arcalis zu sprechen, war Bezahlung überflüssig. Es gab nun zwei Optionen an einen Körper zu gelangen. Entweder wir fanden den Gnom namens Pan wieder, der verschollen zu sein schien und welcher uns mit so etwas aushelfen konnte, oder wir fanden etwas anderes brauchbares. Da in der Tat unsere Zeit begrenzt und völlig ungesichert war wie lange wir brauchen würden den Gnom aufzufinden, schlug ich kurzerhand vor schlicht die Knochen aus der Grabstätte des Fubamizi zu nehmen. Am Ende würde ein Drachengeborener wiederbelebt in einem Drachenskelett eine gewisse Art der Poesie darstellen, oder nicht? Im Zuge weiterer Überlegungen kamen wir auch noch einmal auf das Thema mit Ungol in Kontakt treten zu wollen. Und dies war auch etwas, dass Amastacia sichtlich freute, wenn sie die Gelegenheit dazu bekam. Eventuell könnten uns dabei die Kommunikationsbücher helfen. Wenn wir ein Paar vorbereiteten und eines davon an die Spinne entsandten, dann wäre es vermutlich effektiver, als darauf zu hoffen auf telepathischem Wege zu sprechen. Denn zumindest meine Lust war eher gering uns vor Ort vorstellig zu machen. So endete auch dieser Tag. Amastacia bot uns Zimmer an und wir nahmen dankend an. Auch wenn Ava nun selbst Nachtruhe als Zeitverschwendung begann anzusehen. Ich fand es ermüdend und anstrengend, es konnte ja nicht jeder nur mit ein wenig Rumsitzen und Meditieren voll erholt sein. Zumindest hatte ich meinen Spaß, als sie in ihrem Zimmer Begegnung mit den riesigen Fledermäusen machte. Ein kleiner Schreck zum Abend war belebend und labend.]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ralkarion/Sitzung-120.html</link>
			<pubDate>Sun, 02 Jul 2023 22:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 119</title>
			<description><![CDATA[Da standen wir nun versammelt und Ava sprach ohne zu zögern den Namen Loganar’s dreimal in Folge. Ich war kurzzeitig erstarrt. Auch wenn wir dies in Betracht gezogen hatten, so dachte ich nicht, dass Ava ohne weiteres Nachdenken vorprescht. Aus dem kleinen Spiegel blickte uns nun ein großes Auge an. Der Drache war erstaunlich gesprächig und für seine Art freundlich. Das stimmte mich umso vorsichtiger, obgleich meine anfängliche Sorge in Kürze in einem Schwall Feuer zu verenden mich meine Vorsicht vergessen ließ. So gab ich unfreiwillig Informationen Preis. Ob dies problematisch werden könnte blieb abzuwarten. Wir erfuhren aber auch so allerlei Dinge. Unter anderem, dass er viel zu viel über uns wusste. Er begründete es damit, dass vieles Extrapolationen aus dem seien ,was er in anderen Realitäten sah – doch ein gewisser Part musste durch Informationen aus dieser Welt stammen. Und ich wunderte mich welcher Part das war und wie er die Informationen erhielt. Dieser Bugbear namens Gudden, den die anderen bei ihrer Exkursion in eine andere Realität dabei hatten, war wieder zurück. Wie er das geschafft hatte blieb aber zunächst unklar. Loganar gab sich alle Mühe uns begreiflich zu machen, dass er zum Wohle des Landes handelte. Er wollte den Plan seines Vaters verhindern, da dieser das Land in Feuer und Asche hüllen würde. Und dies sei für niemanden nützlich. Würden wir erfolgreich sein, würde die Magie verweilen und die Nexi ebenso. Mich ließ diese Aussage stutzen. Zuvor erwähnte er, dass er als Beschützer eines Nexus seinen Platz nicht verlassen könnte. Würde er dies tun, so würden bei Shadar alle Alarmglocken klingen. Auch versuchte er zu beschwichtigen, dass er kein Interesse an den Plänen zur Großmacht hätte. Unsere Skepsis war groß. Und mich umgarnte der Gedanke, was wohl nach dem Fall Shadar’s geschehen mochte. Zu jenem Zeitpunkt war Loganar quasi ein Gefangener. Machtvoll, aber beschränkt in dem was ihm zu tun erlaubt war. Wäre sein Vater weg, so würde diese Beschränkung entfallen. Mit intakten Nexi und einem dauerhaften magischen Zufluss hinderte ihn eigentlich nichts mehr daran im Umkehrschluss doch einen ähnlichen Weg einzuschlagen. War mein Misstrauen einfach zu groß? Vielleicht, aber etwas an der Art seiner Formulierungen störte mich. Es ließ mich aufhorchen und beunruhigte mich. Die Tatsache, dass es dem Zirkel des Kataklysmus scheinbar gelang seinem Blick in allen Welten zu entgehen verstärkte das Gefühl noch weiter. War dies bloß Theater und steckte er mit ihnen unter einer Decke, oder lag dem Ganzen mehr zugrunde? Und wenn sie sich ihm entziehen konnten, dann vielleicht tauch Shadar? Im Verlauf des Gesprächs kamen wir nicht umhin auch das Heart of Rage zu thematisieren. Der Drache hatte über ein paar interessante Eigenheiten des dortigen Dragonkin Wächters zu berichten. Es handelte sich um einen Schwertkämpfer, der seine Kraft primär durch eine Form des Kampfrausches erhält. Zudem habe er zwei Großwächter in der Hinterhand, die bei Bedarf zur Unterstützung kommen könnten. Es schien, als wäre es gut den Wächter in gewisser Hinsicht zu beruhigen oder in seiner Kanalisierung seiner Kampfeslust zu begrenzen. Krathus nutzte die Gelegenheit die Option zu erfragen ob er sein Banner am Ethereal Nexus aufladen könnte. Der Ätherische verneinte es nicht kategorisch, aber machte klar, dass in so einem Fall der Rote Verrat riechen würde. Es gab klare Zyklen, in denen die Paladine anreisten. Sei es um Kugeln abzuholen, oder besagte Banner zu laden. Wenn Krathus es aber schaffte sich in eine Delegation zu schummeln, dann wäre sein Vorhaben gegebenenfalls von Erfolg gekrönt. Die nächste Gruppe Kobolde wurde in einem Monat erwartet. Dann brach Ava schließlich ihr Schweigen zu dem sie eigentlich antreibenden Thema. Sie schilderte die Situation mit Arina, der Blutmagie und den Folgen. Loganar erklärte uns, dass die Blutmagie einen Teil der eigenen Essenz einer Person ersetzte. Dies könnte bis zum Verlust des Selbst führen. Er erklärte uns, dass er fähig wäre dabei zu helfen. Es wäre eine Kleinigkeit für ihn. Nach allem, was ich durchgemacht hatte, war dies eine krasse Aussage. Das war auch der Moment, wo Krathus stumpf meinen Sachverhalt darlegte. Ich war zwiegespalten, ob ich darüber glücklich sein sollte oder nicht. Es erwies sich für Loganar aber als spannendes Thema. Scheinbar waren die Auswirkungen von Arina’s Ritual und der Verbannung der Blutmagie in meinem Fall ungewöhnlich. Er wollte nunmehr unbedingt die Elfe kennenlernen und sich mit ihr austauschen. Da er ihr zu helfen vermochte, war dies ein Wunsch, der sich automatisch erfüllen würde – sofern wir es schafften sie rechtzeitig zu ihm zu bringen. Gleichzeitig wurde nun auch klar, was mit mir geschah. Mein Körper war quasi am sterben oder schon tot, doch meine Seele blieb intakt. Die Konsequenz aber war, dass es einen „neuen“ Körper brauchte. Das Ritual führte dazu, dass ich meinen Körper mit einem Ralkarion aus einer anderen Realität tauschte. In meine Bestreben mein Leben zu retten tötete ich aber ein anderes ich auf Raten. Das war viel zu verarbeiten … Da wir nunmehr schon bei dem Thema der Blutmagie angekommen waren und Loganar noch einmal klarmachte, dass eine Person unter deren Einfluss durch andere zu manipulieren oder gar zu übernehmen sei, konnten wir unser Sorgenkind Garret nicht außen vor lassen. Wollte er seinen Meister retten, müsste dieser extrahiert werden und so bräuchte es natürlich auch einen separaten Körper. Der Drache sah sich durchaus imstande dies zu tun. Wir hätten verschiedene Optionen, um an einen brauchbaren Körper zu gelangen. Im Sludge Basin gab es scheinbar Golemkörper und dann war da noch Amastacia, mit ihren „Eigenkreationen“. Wobei auch erwähnt worden war, dass es immer eine Frage ist wieviel der eigenen Essenz von der Blutmagie übernommen wurde. In diesem Fall also wieviel Prozent von Garret durch seinen Meister ersetzt worden war. Mir schien, als ob es da noch offene Fragen zu beantworten gäbe, bevor eine Extraktion stattfinden könnte. Loganar gab zudem seine Gedanken zu dem Pakt mit den Yuan-ti preis. Laut dem was er bisher gesehen habe, brachen die Yuan-ti zum überwiegenden Teil ihren Pakt mit uns. Das war nicht ermutigend, aber auch nicht überraschend. Und damit endete dann unsere „Audienz“. Er schloss mit einer Warnung uns gut vorzubereiten, bevor wir uns zu ihm auf den Weg machen würden. Die ganze ehemalige Mocny Region war eine einzige Todesfalle und ohne entsprechende Vorbereitung kämen wir nicht weit. Mir schwirrten die ersten Gedanken im Kopf, wie wir Arina sicher zu ihm bringen konnten. Und keiner gefiel mir. Ohne weitere Zeit zu verschwenden brachen wir aber sofort auf, um Arina einzuholen. Sie war noch nicht weit gekommen und so hatten wir die Gelegenheit uns kurz darauf erneut im Gebiet der ehemaligen Sshistana zusammenzusetzen. Ava’s Verhalten war zuletzt anstrengend gewesen, aber ich verstand, dass sie sich um Arina sorgte. Auch wenn sie es nicht immer zuließ diesen Gefühlen nachzugeben. Etwas, dass ich für kein gutes Zeichen hielt, da es sie innerlich zerriss. Und wenn die Erfahrungen der Vergangenheit eines besonders gezeigt hatten, dann war es wie unangenehm eine „kaputte“ Ava war. Arina war nachvollziehbar ungläubig über die plötzliche Mitteilung einer potentiellen Lösung für ihr Problem. Es war kaum eine Stunde vergangen seit wir uns eigentlich verabschiedet hatten. Sie haderte auch damit die Yuan-ti etwaig im Stich zu lassen, nur um sich selbst zu helfen. Schließlich bräuchte das ganze Volk Hilfe und daher war es so wichtig die Forschung zurückzubringen. Wir versicherten ihr, dass es nur aufgeschoben wäre und die Forschung zwischenzeitlich sicher verwahrt würde. Blieb nur noch die Frage offen, wie sie zu Loganar gelangen sollte. Zeit war ein Problem. Ihre lief kontinuierlich ab und auch der Drache vermochte nicht vorauszusagen wie lange sie ohne Behandlung durchhalten konnte. Eine Reise nach und durch Mocny würde aber sicher länger als vier Tage dauern. Das war unser Zeitlimit bis zum Treffen mit Harkis und dem Weg zum Heart of Rage. Plus was immer wir an Reisezeit dorthin benötigen würden. Eine Bredouille, die sich im stetig irrationaler werdenden Verhalten Ava’s manifestierte. Plötzlich schlug sie vor Arina alleine loszuschicken und das im Zweifel sofort. Dabei ignorierte sie alle Warnungen, die kurz zuvor von Loganar ausgesprochen worden waren. Sinnvoll war es, dass sie auf unsere Rückkehr vorbereitet sein sollte und am Besten an einem Ort, wo wir sie einfach nur noch aufsammelten und der bereits nahgelegen zu unserem Ziel war. Doch sie allein vorzuschicken war ein Todesurteil. Wieso sah Ava das nicht? Vermutlich, da ich es ihr sagte. Denn in letzter Zeit war nichts was ich sagte gut genug in ihren spitzohrigen Gehörgängen. Etwas, dass sich zunehmend als Problem für mich erwies. Bisher war unser einziger Ansatzpunkt sie zur Höhle von Bolg’Mor östlich von Kettlehall Summer zu teleportieren und dort warten zu lassen. Aber mir kam noch ein Ansatz. Doch er gefiel mir nicht. Über die Points hätten wir die Option via Schiff schneller und näher an unseren Zielort zu gelangen – sofern meine „Familie“ überzeugt werden konnte uns zu helfen. Was sicher seinen eigenen Preis hätte. Bevor ich dies aber vorschlug wollte ich es zunächst einmal privat mit Ava durchsprechen. Emotional war es kompliziert für mich und davon abgesehen mochten weitere Unwegsamkeiten bevorstehen, die noch nicht abzusehen waren. Es war notwendig erst einmal zu klären was machbar war und ob dieser Weg überhaupt in Frage käme. Und wenn ja und dieser Plan genommen würde, so war es für mich das Wichtigste, dass ich bei der ganzen Sache jemanden an meiner Seite wüsste auf den ich mich hundertprozentig verlassen konnte. Im Nachgang betrachtet hätte ich wohl besser jeden fragen sollen, nur nicht sie. Kaum nahm ich sie beiseite, da guckte sie mich bereits mit diesem Ausdruck in den Augen an … Es hätte mir eine Warnung sein sollen. Ich kam gar nicht dazu mein eigentliches Anliegen anzusprechen, da posaunte sie schon lauthals in genervter Stimme hervor, dass es ja wohl Arina’s Entscheidung wäre, welchen Weg sie einschlagen wollte. Wobei sie keinen Hehl um das soeben Vorgetragene machte. So ließ sie mich damit zurück, dass ich nunmehr keine Wahl mehr in dieser Sache hatte. Sie zwang mir auf, dass dies nun final eine Option war. Und wenn Arina dies wollte, so hätte ich mitzuspielen – völlig egal was ich davon hielt, oder was es kosten würde. Zumal sich mir die Frage stellte, wie Arina eine Entscheidung treffen sollte. Sie kannte die Regionen nicht einmal. Wir mussten Optionen durchsprechen und schauen, welcher Weg der potentiell Sicherste war. Aber in ihrer grenzenlosen Weisheit ließ Ava lediglich ihren Anti-Ralkarion-Hammer schwingen. Denn laut ihr hatte jeder selbst die Wahl was er tat … außer dem nervigen Tiefling. Ich kochte vor Wut. Und ich fluchte ob meiner Dummheit ihr mein Vertrauen in dieser Sache schenken zu wollen. Nachdem dieser Weg nun im Raum stand und Arina schließlich mein Leben gerettet hatte, war ein Rückzug unmöglich geworden. Bei allem was mir im Magen quer lag, so hatte ich aber ein Gefühl, als ob dieser Weg zeitlich der kürzeste sein mochte. Und Zeit war das große Problem in dieser Gleichung. Also argumentierte ich auch noch dafür. Je mehr sich dies nun als Wahl manifestierte, desto übler wurde mir. Da der Teleportzirkel der Points bewacht wurde, würde ich zudem alleine vorgehen müssen. Wenn mich aber jemand begleiten sollte, dann war eines nun ganz klar: Nicht Ava!]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ralkarion/Sitzung-119.html</link>
			<pubDate>Mon, 19 Jun 2023 22:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 118</title>
			<description><![CDATA[Mit der Zeit wurde es ruhig nebenan, nicht jedoch bei uns. Jene Nacht sollte einen speziellen Eindruck bei Razora hinterlassen. Und so vergaß ich für eine Weile alle Sorgen … bis der nächste Morgen hereinbrach. Schon früh fanden wir uns wieder in der alt bekannten Gruppierung zusammen. Keiner hatte am gestrigen Tage noch irgendein Ziel verfolgt. Im Speziellen wäre dies Lia sein gewesen. Ich war zunächst nicht ganz freiwillig anderweitig abgelenkt. Es war aber durchaus auffällig, wie sie sonst niemand für unsere primäre Aufgabe interessierte. Mit ihrem heutigen Vorsprung war es natürlich keineswegs leichter geworden sie erneut aufzufinden. Obgleich ich nicht glaubte sie im Compound noch aufzufinden, gingen wir den möglichen Spuren nach. Razora und ich hatten zwar Lia’s Zimmer über Nacht zweckentfremdet, aber es bestand die geringe Chance, dass sie es in der Früh wieder aufsuchen würde. Man, hatten wir eine Unordnung hinterlassen. Der Anblick war schon sehr speziell. Bei der Suche nach Hinweisen wollte niemand so recht etwas anfassen. Das war verständlich und amüsant zu beobachten. Eine ache jedoch fiel auf. Eine Goldmünze lag unter dem Kopfkissen. Doch es war nicht irgendeine Goldmünze, es handelte sich um eine aus Ailamere. Das ergab nicht viel Sinn, da ich das letzte Gold von dort schon vor Ewigkeiten ausgegeben hatte. Nachdem wir hier aber wenig überraschend keine weiteren Hinweise fanden, gelangten wir zu dem Schluss Al’Chara aufzusuchen. Kurzerhand stecke ich das Gold ein und wir bemühten uns eine Wache ob ihres Aufenthaltsortes zu befragen. Scheinbar hatte sie eine Audienz bei Posetine. Unser Weg führte demnach in die untere Ebene. Beide Damen waren diesmal in ihrer Drachenform. Posetine war zu unserem Erstaunen zu dem erwarteten Rot ein wilder Mix aus blau und schwarz, welcher sich fast ätherisch über ihre Schuppen legte. Nicht die Farbe, die ich angenommen hatte. Al’Chara war wie gehabt ein Sonnenschein. Nach ihrem überaus durchdachten Auftritts vom Vortag hätte ich eigentlich einen Rüffel seitens der „Herrscherin“ erwartet. Ob es diesen gab, blieb aber unklar. Vielmehr stellten wir verblüfft fest, dass sich der Sohn des Roten bei Posetine gemeldet hatte. Er offerierte eine Allianz gegen ihren gemeinsamen Vater. Zurecht war sie skeptisch, ich war es ebenso. Leider wussten wir rein gar nichts über ihn und konnten lediglich zur Vorsicht raten. Die Aussicht mit einem weiteren Drachen interagieren zu müssen hatte keinen positiven Effekt auf meinen Gemütszustand. Gleichzeitig ließ er durch einen Abgesandten aber auch etwas für uns zurück. Ein Buch, welches erstaunliche Ähnlichkeit mit dem von Lia hatte. In der Situation konnte ich nicht sagen, ob es sich um ihr Buch handelte. So steckten wir es zunächst ein. Für Krathus war die Audienz noch nicht beendet. Er erläuterte seine Idee die Rachwoodler mit Waffen aus Notherhall auszustatten und erbat einen finanziellen Zuschuss. Welcher überraschend einfach und in äußerst großzügiger weise erfolgte. Mehrere tausend Gold schwappten einfach mal so in seine gierigen Hände. Und wäre dies nicht schon genug gewesen, so machte er auch darauf aufmerksam, dass ihm ja noch ein „Hort“ in der Stadt versprochen war. Auch dies wurde schnell bejaht. Ob er je verstehen würde, dass diese Anhäufung von Gütern ihm keinen Ersatz für die wichtigen Dinge geben könnte? Als das Gespräch nunmehr beendet wurde, konnten wir uns mit der unfreundlicheren Drachenlady auseinandersetzen. Sie war so mürrisch wie immer und ließ sich nur zähneknirschend dazu herab zu versuchen ihre Tochter aufzuspüren. Ohne Erfolg. Als wir dann einmal das Buch genauer untersuchten und aufschlugen, sprang Lia unverrichteter Dinge bereits hinaus. Offenbar war es doch ihr Buch. Sie zeigte sich auch etwas genervt. Scheinbar hatte der Unterhändler Loganar’s sie hier eingesperrt. Es war beunruhigend zu erkennen, wieviel dieser Loganar über die Vorgänge hier wusste. Am Ende vermochte er ein nicht weniger großes Risiko sein, wie es sein Vater darstellte. Al’Chara zog davon und so forderten wir Lia zur Kooperation auf. Keinesfalls wollte ich sie Mundi einfach ausliefern. Das grenzte an Sklaventum. Ava hingegen zeigte sich jedoch stets unbeeindruckt von meinem Einwand. Zwar galt es das große Ganze nicht aus den Augen zu verlieren, aber wenn wir genauso rücksichtslos agierten, wie es Shadar tat, was unterschied uns dann von ihm? Wir überlegten uns vier mögliche Optionen. Erstens: Einen Teleportzirkel in ihrem Buch einrichten. So könnte sie nach der Übergabe an Mundi hindurch fliehen. Zweitens: Mit ihrer eigenen Magie konnte sie einen Notfaölzauber präparieren, der sie aus dem Dreadspire hinaus in die Luft teleportieren würde, von wo aus sie zu fliegen vermochte. Drittens: Es sollte eine Teleportrolle von Chrylax beschafft werden. Zwar war dies sehr offensichtlich, aber scheinbar hielt sie es für möglich, dass Mundi so gedankenlos sein könnte dies zu übersehen. Viertens: Dies war der makaberste Ansatz. Sie schnitt sich einen Finger ab, den sie uns überreichte. Sollten alle Pläne fehlschlagen, würde sie sich umbringen und wir sollten sie dann mithilfe des besagten Fingers wiederbeleben lassen. Da der letzte Plan recht früh in der Diskussion kam, versuchte ich schnellstmöglich diesen zu negieren. Ava war heute allerdings besonders aggressiv. Allein mein Widerspruch löste direkt eine patzige Tirade aus, die im Kern besagte ich solle die Klappe halten, wenn ich keinen besseren Vorschlag hätte. Keine Ahnung was da wieder in ihr los war, aber laut meinem Verständnis waren wir genau zu jenem Zeitpunkt dabei über dies zu grübeln. Ich hatte einen starkes Gefühl, dass sie um jeden Preis Dinge in Bewegung zu setzen wollte, ohne einen zweiten Gedanken zu verschwenden. Ich sah dies als eine kritische Entwicklung und machte mir Sorgen, was dies für die Zukunft bedeuten würde. Nachdem aber schließlich doch noch einige Gedanken in Alternativen flossen, hoffte ich auf einen der ersten drei Pläne zu funktionieren. Und sowieso … Lia erwähnte, dass wir Mundi ablenken sollten, was ihr gegebenenfalls sogar eine weitere Option bot sich abzusetzen. So brachen Lia und ich in ihr Refugium auf, während die anderen versuchten eine Spruchrolle aufzutreiben. Diese Regenbogenwelt hatte auch beim zweiten Besuch nichts an ihrer verstörenden Wirkung verloren. Was dies doch für ein krasser Gegensatz zur Realität war. Sie entschied, dass der Zirkel im Haus des großen bösen Wolfes am besten aufgehoben wäre. Die Figuren agierten in einer Schleife. Einer Schleife, die festhing. Als hätte man immer und immer wieder die erste Seite eines Buches gelesen. Ich began den Zirkel zu präparieren. Dabei versuchte ich nebenher ins Gespräch mit der jungen Therion zu kommen. Sie machte den Eindruck eines Einzelkämpfers und verstrickte sich dabei stets aufs Neue in Probleme. Das kam mir äußerst vertraut vor. Leider war sie aber mitunter auch so eisig und abweisend, wie ihre Mutter. Ihr die Vorteile unserer Kooperation aufzuzeigen schien daher auch weiterhin nicht von Erfolg gekrönt zu sein. Da sie aber selber so gerne scharf schoss, gab ich auch ein paar Schüsse vor den Bug ab. Ob es je zu ihr durchdringen mochte blieb jedoch unklar. Im Augenwinkel bemerkte ich, dass der eigentlich illusionäre Wolf aber ein Eigenleben zu entwicklen schien. Lia hatte das merkwürdige Verhalten zuvor nicht bemerkt. Da ich konzentriert weiterarbeiten musste, überließ ich eine Reaktion aber ihr. Doch kaum wurde der Sachverhalt angesprochen, da tat der Wolf überrascht und verschwand kurzerhand durch ein Portal. Er hinterließ lediglich eine Goldmünze … aus Ailamere. Es sah danach aus, als verfolgte mich jemand und spionierte mir nach. Inwieweit dies unsere Pläne mit der jungen Drachin beeinträchtigen würde war ungewiss. Auf lange Sicht musste ich dem ganzen aber nachgehen. Seit dieser ganzen Geschichte bei den Yuan-ti war mein Leben erneut anstrengender geworden. Nachdem wir im Buch fertig waren, kehrten wir zu den anderen zurück. Diese hatten leider keinen Erfolg mit der Spruchrolle. Es gefiel mir gar nicht, dass einer von den drei brauchbaren Plänen somit ins Wasser fiel. Ohne weitere Zeit zu verlieren brachen wir nunmehr zum Dreadspire auf. Über Scourgefaust konnten wir bisher stets problemlos hinüber teleportieren. Lia verbarg sich unter einem Unsichtbarkeitszauber, da ihr letzter Aufenthalt dort eher problematisch gewesen war und wir kein Risiko eingehen wollten. Als wir in Scourgefaust ankamen fühlte es sich aber wie ausgestorben an. Es waren keine Wachen weit breit zu sehen. Fast schon gespenstisch. Auf dem Teleporter zum Dreadspire wollte ich vor dem Teleport noch einmal erneut überprüfen, ob auch wirklich alle da waren. Lia reagierte nicht. Ava nutzte ihre Fähigkeiten unsichtbares zu entdecken und bestätigte unsere Befürchtungen. Obgleich wir davon ausgingen, dass sie sich abgesetzt hatte, fanden wir sie aber wenig später an Mundo’s ehemaliger Ruhestätte. Reminiszierend stand sie einfach dort. Sie wirkte fast verletzlich für einen Moment. Dann fing sie sich und wir setzten unseren Plan fort. In Scourgefaust angekommen schien es aber nicht weiterzugehen. Ein Skelettdiener informierte uns, dass Mundi nicht verfügbar sei und wir die Bereich nicht verlassen konnten, da er magisch versiegelt war. Bevor der aktuell bevorstehende Feldzug nicht vollzogen war würde der Herr des Hauses keine Zeit für uns aufbringen können. Und das obwohl wir Lia bei uns hatten. So wichtig konnte sie für ihn dann wohl doch nicht sein. Auf Nachfrage verriet das Skelett uns, dass Faranar angewiesen wurde eine Gruppe von Yuan-ti zu vernichten. Ich war außer mir. Genau das wollten wir verhindern. Meine Worte hatten aber nur wenig Gewicht. Angeblich handelte es sich dabei um „Rebellen“. Doch sah ich weiter die Gefahr eines bröckelnden Abkommens. Ich versuchte jedes kleine Wortspiel, um einen Weg zu finden diese ganze Aktion zu umgehen. Doch blieb ich erfolglos. Auch schien sonst niemand ein Problem damit zu haben gegen diese Yuan-ti vorzugehen. Widerwillig ließ ich mich mit den anderen zum Schlachtfeld teleportieren. Je früher der Kampf beendet wäre, desto früher hätte Mundi Zeit für uns. Auch wenn es schwer war in dem Getümmel Rücksicht zu üben, wollte ich dafür sorgen, dass es so wenig Opfer wie möglich gab. Also lautete die Anweisung Gefangene zu machen. Dies gelang am Ende einigermaßen, obgleich es kein Vergleich zu der Zahl der Opfer gewesen war. Schließlich konnten wir endlich mit Mundi sprechen. Doch war der Weg zurück nicht über einen Teleport zu machen. Stundenlanger Fußmarsch war keine Option. Daher verwandelte ich Ava und Garret wieder einmal in Shrimps und warf sie in meine Wasserflasche. Krathus und ich flogen auf seinem etwas abstrusen Reittier, während Lia sich selbst gut in die Luft zu schwingen wusste. Ein riesiges Zelt war unter dem Dreadspire aufgebaut. Drum herum standen die Armeen der Untoten. Mundi und Bashere erwarteten uns. Ersterer war zufrieden Lia zu sehen. Die Abneigung ihrerseits erfüllte drei den ganzen Raum und man bekam den Eindruck, dass ausschließlich Mundi unfähig war dies wahrzunehmen … oder es interessierte ihn schlichtweg nicht. Wir hatten unseren Teil der Vereinbarung eingehalten. Er sicherte zu Zoica in frieden zu lassen und willigte ein mit seinem Bruder in Verhandlung zu treten. Gleichzeitig wurden die Angriffe auf die Yuan-ti eingestellt. Interessant war aber, dass diese „Rebellen“ offenbar antimagische Felder kreieren konnten, die sogar seine Macht in die Schranken weisen konnten. Da die Gefangenen aber nun Richtung unserer „Alliierten“ gesandt wurden, war eine Befragung dahingehend nicht mehr so einfach zu realisieren. Solange die Yuan-ti nicht gegen die Ungol-Spinnen vorgingen, war der Frieden gesichert. Während unseres Gesprächs mit ihm schien er abgelenkt. Ein paar unglückliche Umstände, wie ein versehentlicher Schnitt an einem Dolch, brachten ihn offenbar so durcheinander, dass Lia plötzlich unbemerkt herausgeschlichen war. Es war fast perfekt – aber eben nur fast. Krathus’ Versuch die Situation zu überspielen, beinhaltete eine Aussage, die uns aktiv zu Mitwissenden machen konnte. Ich glaubte er rettete sich dann noch mit einer weiteren Ausführung, aber in jedem Fall war unsere Audienz beendet. Mundi und Bashere verschwanden. Ava hatte das dringende Bedürfnis zu verschwinden, doch ich war entspannt. Fluchtverhalten würde nur unsere Schuld eingestehen. Sich etwas Zeit zu lassen konnte daher nicht schaden. Währenddessen zogen Mundi’s Armeen in alle Himmelsrichtungen aus um seine „Braut“ zu suchen. Wir zogen ab und reisten knapp zwei Stunden gen Norden. Für Ava und Garret war die Reise wieder einmal mit turbulenten Stürmen auf hoher See in meiner Wasserflasche verbunden. An einem nicht einsehbaren Ort kreierte ich einen Teleportzirkel, mit welchem wir nach Sshistana zurückkehrten. Unser Ziel war es die Yuan-ti schnellstmöglich von unserem Erfolg in Kenntnis zu setzen. Arina war noch da, beschäftigte sich aber mit der Inventur, damit sie bald aufbrechen konnte. Der Abend war davon gekennzeichnet zu entspannen. Es war eine gemütliche Runde. Ava überraschte mit der Frage was wir alle nach alledem wohl tun wollten. Ich hatte nie erwogen, dass wir lebend aus der Nummer rauskämen. Daher musste ich erstmal meine Gedanken sammeln. Garret erzählte davon wieder nach Hause zurückzukehren und das Familiengeschäft zu übernehmen. Scheinbar plagte ihn ein wenig das Heimweh. Wer konnte ihm das verdenken. Krathus sprach über seinen Hort, wie er in Zoica einen gigantischen Haufen Gold zusammentragen wollte. Alle seine Phantasien drehten sich um Besitz. Ich kam nicht umhin ihn auf seine Familie und gewonnen Freunde anzusprechen. Irgendwie waren die wohl inkludiert, nur nicht verbalisiert worden. In mir gab es die Hoffnung, dass er vielleicht doch noch die wirklich wichtigen Dinge eines Tages mehr zu schätzen lernte. Ich war noch halb am Überlegen. Sentimental dachte ich an meinen Ziehvater Jashier. Zu ihm nach Kettlehall zurückzukehren und vielleicht die alte Taverne auf Vordermann zu bringen war naheliegend. Ob Razora wohl willens wäre da mitzuziehen? Meine Gedanken lagen definitiv bei ihr, obgleich ich nicht einzuschätzen wusste, ob eine gemeinsame Zukunft realistisch war. Aber es klang nett. Ava guckte bekümmert. Scheinbar hatte sie kein Ziel, dem sie danach folgen konnte oder wollte. Sich niederzulassen war keine Option, doch Alternativen fielen ihr auch nicht ein. Sie würde wohl weiter umherziehen und schauen was sich ergibt. Es betrübte mich zu sehen, dass sie nicht wirkte, als habe sie etwas für das sie leben konnte. Wir erinnerten sie daran, dass sie bei uns allen willkommen wäre. Es machte aber nicht den Anschein, als ob das half. Die Nacht kam und wir gaben ihr nach. Am nächsten Morgen erreichte uns Harkis. Die Neuigkeiten über unseren Erfolg vernahm er so positiv, wie es Harkis eben fähig war. Wir machten darauf aufmerksam, dass es eine Vereinbarung gab. Nach dieser sollten die Yuan-ti uns bei unserem Vorhaben mit dem Nexus helfen. Es hätte eigentlich klar sein sollen, dass jedes Geschäft mit diesen Schlangen einen giftigen Fangzahn hat. Er ließ uns wissen, dass er unsere Unterstützung sein würde. Yay, welch Freude in mir aufstieg. Ich machte auf die zeitkritische Natur unseres Unterfangens aufmerksam. Doch musste er zuvor dennoch die Nachrichten an den Herrscher Ssai Sardak überbringen und bedeutete mindestens vier Tage Reisezeit für ihn. Wir vereinbarten uns hier also in vier Tagen erneut zu treffen und dann gemeinsam aufzubrechen. So brach er direkt wieder auf. Währenddessen packte Arina ihre Sachen. Wir halfen. Als alles verpackt war galt es ihr Lebewohl zu sagen. Dabei machte sie eine Andeutung, die wir zuvor so gar nicht vernommen hatten. Sie war im Begriff zu sterben. Ohne die Forschungseinrichtung war es unklar wie lange sie noch leben würde. Die Blicke richteten sich für einen kurzen Zeitraum auf Krathus. Wenn sie schnell genug einen neuen Ort wie Sshistana errichten konnten, gab es vielleicht Hoffnung. Ava versuchte sich zu kontrollieren, aber der Schock stand ihr ins Gesicht geschrieben. Umso herzlicher verlief die Verabschiedung. Nicht zuletzt verdankte ich ihr auch mein Leben. Nachdem sie aufgebrochen war stand für mich fest sie zu retten und es mit Priorität zu tun. Ava sprach sich dagegen aus. Wir könnten nicht wegen einer Person riskieren, dass die Situation weiter in Shadar’s Hände spiele. Ich argumentierte, dass wir keinen Deut besser als der Rote wären, wenn wir sie so einfach aufgäben. Doch das war nicht genug. Also versuchte ich es auf anderem Wege. Sie zu retten bedeute einen weiteren Stein im Brett bei den Yuan-ti zu haben. Sie war wichtig für ihre Forschung. Zudem war unklar, was die Blutmagie mit Garret anstellen würde und Arina’s Wissen war notwendig ihm zu helfen in einem Notfall. Ganz davon abgesehen, dass der Rote selbst Blutmagie verwendete und dies jede Quelle über diese Form der Magie hilfreich für unser Ziel gesetztes Ziel war. Das wirkte. Doch was konnten wir tun? Wir hatten das Wissen Nexuskugeln zu erschaffen, aber es brauchte noch einen vollen Nexus um eine solche Kugel aufzuladen. Bis der Arkade Nexus voll wäre würde es dauern. Und ob wir beim Heart of Rage eine Kugel vorfinden würden war unklar. Auch war es naheliegend, dass der Wächter die Macht des Nexus anzapfen würde, wenn wir gegen ihn vorgingen. Eine Kugel dort zu befüllen war also fragwürdig. Dann fiel Ava Loganar wieder ein. Nunmehr schien sie schon fast verzweifelt Arina helfen zu wollen. Ihr emotionales Wechselspiel verwunderte mich. Wir wussten inzwischen, dass man ihn wohl genauso wie Shadar anzurufen vermochte. Ich konnte kaum noch eine Warnung aussprechen, da griff sie bereits den nächstbesten Spiegel aus unserem Gepäck und sprach seinen Namen dreimal …]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ralkarion/Sitzung-118.html</link>
			<pubDate>Sun, 28 May 2023 22:00:00 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title>Sitzung 117</title>
			<description><![CDATA[Es waren inzwischen Tage vergangen, seit die Gruppe aufgebrochen war. Ich wunderte mich, ob sie wohl finden würden, was sie suchten. Mein Zustand hatte sich deutlich gebessert. Aber Arina wusste noch immer nicht was geschehen war. Es mochte sein, dass es gar nichts mit diesem Horror von einem Ritual zu tun gehabt hatte. Ob das gut oder schlecht war … nun ja, wer konnte das schon sagen. Um auf Nummer sicher zu gehen führte sie aber ihre Studien fort. Kann nicht sagen, dass ich es als besonders angenehm empfunden hatte ein Testobjekt zu sein. Und nach allem, was bisher geschehen war, ermüdete ich langsam. War es die ganze Sache wert? Vielleicht wäre es besser gewesen Logothil zu verlassen. Primär ließ uns das Glück am Leben. Irgendwann würde es uns wohl verlassen. Wobei ich all das Erlebte kaum als „Glück“ bezeichnete. Ein existenzieller Horror war es seit den Tagen an der Ausgrabungsstelle. Schlimmer, als all die Jahre zuvor gewesen waren. Das Schicksal verhöhnte mich bei jedem Schritt. Und mein Willen weiterzumachen brach mit jedem Weiteren … An einem weiteren Abend in der Obhut Arina’s fand die Gruppe wieder zurück zur Sshistana. Mehr als ein großes Zelt fanden sie aber nicht mehr vor. Alle Anwohner waren bereits weggezogen. Dank Krathus gab es ja nunmehr hier nichts mehr für sie. Zumindest brachten sie die Kopien der verlorenen Bücher mit. Es war ein kleiner Erfolg, der eventuell dazu führte, dass wir unser Bündnis doch noch bekamen. Auch wenn ich diesen Schlangen nicht weiter traute, als der Kobold seine Gier kontrollieren konnte. Wobei diese im Verlauf des Abends tatsächlich auf die Probe gestellt werden sollte. Der kleine Tunichtgut hatte scheinbar aus dem Grab eines vorangegangenen Imperators einiges mitgehen lassen. Gold, eine Rüstung und gar ein magisches Schwert. Arina machte deutlich davon nichts wissen zu wollen. Erinnerte uns aber beiläufig daran, dass selbst wenn die Yuan-ti heute nichts dagegen sagen würden, dies seinen Preis später haben konnte – wenn es ihnen zum Vorteil gereichte. In dieser Sache waren Ava und ich uns einig. Im Angesicht der vorangegangenen fatalen Situation war dies keine Option. Krathus sah dies natürlich wie gehabt anders und gab auch nicht zuletzt der zurückgelassenen Suna wieder einmal die Schuld, da sie ja nichts gegen das Einstecken gesagt habe. Innerlich schüttelte ich nur den Kopf. Würde er wohl jemals dazulernen? Ich hatte wahrlich genug hinter mich gebracht mit diesen Schlangen und war mehr als energisch es auf keine weitere Konfrontation anzulegen. Es dauerte, doch irgendwann gab er widerwillig nach. Im späteren Verlauf des Abends kam ich nicht umhin Ava’s viel zu gute Laune ertragen zu müssen. Irgendwie fand sie es urkomisch kontinuierlich dumme Seemannssprüche zu machen. Konnte nicht sagen, dass ich ihre Launen diesbezüglich teilte. Der Tag war lang gewesen und ich hatte kein weiteres Bedürfnis darauf einzugehen. Nach und nach legten wir uns hin und ließen die Nacht passieren. Am nächsten Morgen zeigte sich, was meine Begleiterin so amüsant gefunden hatte. Mir war es bisher nie aufgefallen und Arina hatte bei ihren „Begutachtungen“ nie ein Wort dazu verloren … aus irgendeinem Grund hatte ich nun zwei Tattoos. Eines am Allerwertesten und eines zwischen den Schulterblättern. Wobei das weiter unten Ziel ihres Spotts war. Ein Anker mit dem Wort „Mom“. Das Andere war einer Art Wirbel nachempfunden. Hätte ich mir je so etwas machen lassen, dann hätte ich das gewusst. Bei genauerer Inspektion zeigte sich aber auch, dass ich Narben zu Verletzungen hatte, die ich mir nie zuzog. Ein tiefer geistiger Seufzer durchfuhr mich. Würde das alles denn nie ein Ende haben? Wir beschlossen den Plan Mundi aufzuhalten weiter zu verfolgen. Es wäre notwendig uns der Nexi zu bemächtigen und es blieb unklar, ob wir den angepeilten ohne Hilfe zu erobern schafften. Da der Teleportationszirkel durch das Eingreifen des mächtigen Krathus Logoth außerhalb unseres Griffes war, überlegten wir anderweitig schnell nach Zoica zu kommen. Wenigstens hatte der Geschuppte ein schnelles Reittier, das auch noch zu fliegen vermochte. Doch waren wir zu viele. Ich erwiderte, dass ich zwei von uns verwandeln könnte, um das Gewicht zu reduzieren. Alle stimmten zu. Ich grinste in mich hinein, als ich Ava und Garret wieder einmal zu Shrimps verwandelte und in meine Wasserflasche stopfte. Nach gestern Abend hatte sie diese kalte Dusche verdient. Dann signalisierte ich Krathus, dass er sich nicht bemühen sollte aufzusatteln. Es dauerte etwas und war zeitlich haarscharf, da die Verwandlung zum rechen begann, aber ich schaffte es gerade so einen Einweg-Teleportzirkel nach Zoica zu erschaffen. Als wir ankamen, brachen die beiden nach einer guten Stunde in Shrimpform aus ihrem Behältnis hervor. Die dortige Wache war etwas verwirrt. Und wir waren auch ein wenig zweideutig zu ihr, was etwaige Strafen anbelangte. So zog sie es vor sich aus dem Staub zu machen, bevor sie mit Konsequenzen zu rechnen hatte. Nicht jedoch, bevor ich ihr eine Flasche Alkohol stibitzte. Es war bitter nötig meine Sinne zu betäuben. Und dieses Zeug war so widerlich, da gelang es wunderbar. Ich musste gespürt haben es zu brauchen, denn als nächstes fiel Ava ein mir noch was geben zu wollen. Sshik Sardak’s Zauberbuch, welches sie im Grab eingesteckt hatte. Krathus, der die Nacht zuvor noch von uns belehrt wurde bezüglich des Diebstahls von Yuan-ti Eigentum, flippe aus. Kann nicht sagen, dass ich es ihm übel nahm. Ava schien die ganze Situation zu gefallen. Das eine Mal, wo es erfolgreich schien mit Krathus auf einen Nenner zu kommen und eventuell endlich einen Fortschritt in unserer Beziehung haben zu können, da grätscht sie so von hinten herein. Ich war wütend. Bei weitem aber nicht so sehr wie der Kleine. War es so schwer gewesen es mir heimlich zu geben – wenn sie sowas schon abzieht? Krathus zog beleidigt ab. Und ich bemerkte weitere Veränderungen meines Körpers. Ein merkwürdig unbeweglicher Arm, welcher eine neue Narbe zeigte. Was immer hier vorging, das war keinesfalls eine positive Entwicklung. Obgleich ich meine neuen Kräfte durchaus interessant fand. Während derKobold also abdüste, zogen wir zum Compound weiter. Ava wollte unbedingt mit Lia bezüglich Mundi sprechen. Sie schlug meinen Vorschlag direkt zu ihm zu gehen in den Wind. Lia habe mehr Informationen über ihn, welche uns helfen würden besser mit ihm klarzukommen. Dagegen gab es eigentlich nichts einzuwenden. Aber ich erinnerte mich gut genug daran, wie unglaublich erfreulich hilfsbereit diese Drachin in der Vergangenheit gewesen war … Als wir bei ihr angekommen waren, zeigte sich unser Sonnenschein mal wieder von seiner besten Seite: In brillierende Arroganz getaucht. Nach allem was geschehen war blieb sich Lia eben einfach treu. Weder hilfreich, noch kompromissbereit. Wir eskalierten daraufhin die Situation in Richtung ihrer Mutter. Ehrlicherweise hätte sie das selbst kommen sehen sollen und auf uns eingehen. Denn die liebenswerte Drachenmutter schlug direkt vor, dass sich eine Therion an ihr Wort zu halten habe und sich daher Lia an Mundi ausliefern musste – wie es der Pakt vorsah, den Cenereth und Mundi schlossen. Erquickendes Unbehagen erfüllte Lia’s Gesicht. Doch bei allem Für und Wider, sich versklaven zu lassen war in meinen Augen keine Option. Stattdessen wollte ich eine andere Lösung und erinnerte an die Anstrengungen Cenereth’s Shadar aufzuhalten und wie wir das gleiche Ziel verfolgten, jedoch Hilfe benötigten. In diesem Fall ging es darum den Meilenstein Mundi aus dem Weg zu räumen. Al’Chara gefiel das Gesagte wohl weniger. Ihre Reaktion war unbeherrscht und heftig. Eine Verwandlung und ein Eisatem folgten. Ich stolperte direkt von Fuß zu Schwanz, in meine Yuan-ti Gestalt. Ich hasste dasss. Die Reaktion darauf, dass plötzlich ein Drache mitten im Compound stand sorgte für entsprechende Reaktionen. Chrylax erschien mit Krathus an seiner Seite, eine Reihe Magiestudenten schlugen im Compound auf und zu allem Überfluss brach eine Horde Rachwoodler durch das Tor. Mit dem heutigen Tag würde ganz Zoica wissen, dass es einen silbernen Drachen in ihrer Mitte gab. Wenn es ein Geheimnis gewesen war wo sich Al’Chara aufgehalten hatte nach ihrer Befreiung … nun war es keines mehr. Vor meinem geistigen Auge schlug ich schlicht die flache Hand gegen die Stirn. Lia war indes getürmt. Nach der Offenbarung ihrer Mutter konnte ich das nur allzu gut nachvollziehen. Krathus begann etwas mit den Rachwoodlern loszutreten, aber davon bekam ich nicht so viel mehr mit. Nachdem Razora mich in meiner neuen Form sah, spielten ihre Hormone verrückter als sonst. Ausgehend von der Tatsache wie vollends am Arsch wir waren, schien es mir nur gerecht noch einmal Spaß zu haben. So zog es sie und mich ins Nachbarzimmer.]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ralkarion/Sitzung-117.html</link>
			<pubDate>Sun, 16 Apr 2023 22:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 114 - Part 1</title>
			<description><![CDATA[Es dauerte einen Augenblick, bis der ganze ehemalige Bau sich final gesetzt hatte. Hier und dort war noch ein Rumpeln zu vernehmen. Das war dann wohl Harkis’ kleiner Forschungsposten. Unter anderen Umständen wäre ich weniger unzufrieden gewesen. Doch wir waren hier um einen potentiellen Alliierten zu gewinnen und nicht einen potentiellen Feind präventiv zu verkrüppeln. Die Talente dieser Gruppenmitglieder lagen aber wohl eher darin alles umgelehrt zu tun. Ausgehend von den Erlebnissen und dem, was uns erwarten könnte stieg mir die Wut hoch. Scheinbar aber nicht so hoch, wie jene Ava’s. Ihr Blut kochte bereits. Kaum war Krathus in Reichweite entlud es sich auch schon. Ich musste mir eingestehen es ein wenig amüsant zu finden, da sonst ich derjenige war solche Ansprachen zu geben. Es war schön hierbei nicht wieder allein stehen zu müssen. Krathus hatte indes nichts begriffen. Er versuchte die Schuld an der Situation abzugeben und verwies auf den etwas minder bemittelt wirkenden Kenku. Wenn man sie in eine Form gegossen hätte, dann wäre wohl eine halbwegs intelligente Person dabei rausgekommen. Ihr gemeinsames agieren als Individuen hingegen war eine Vollkatastrophe. Je mehr der kleine Schuppenträger Widerworte hatte, desto höher stieß Ava’s verbale Flamme. Manchmal fragte ich mich auf welcher Seite Krathus eigentlich stand. Die Waage schlug bei ihm stets so heftig aus und die Konsequenzen waren wie hier so eklatant. Der Rote wurde direkt zu uns geführt. Er wusste somit nun zu einhundert Prozent, dass wir aus seinem kleinen Folterwerkzeug geflohen waren. Er wusste auch, dass wir aktiv Dinge taten, von denen er uns abgeraten hatte zu tun, sollten wir an unserem Leben hängen. Und im gleichen Atemzug entzog es uns eine potentielle Verbesserung unserer Situation. Alles was es gebraucht hatte war einen Kobold, der sich als Freund ausgab. Man musste sich wundern. War es im Grunde nicht sehr leicht sich diese Lande untertan zu machen und sich aufstrebender Gegenparteien zu entledigen … Nachdem das größte Feuerwerk seitens Ava gezündet war setzte ich noch ein wenig nach. Es fiel mir aber schwer noch ungesagtes zu finden oder gar die Rösttemperatur zu erhöhen. Es fühlte sich wirklich merkwürdig an. Irgendwie festigte sich ein Gefühl von Ausgewogenheit in mir. Harkis nahm es erstaunlich gefasst auf. Ich an seiner Stelle hätte uns wohl eingekerkert. Vielleicht verstand er aber auch Karma. Seiner sichtbare Freude an meinem Leid folgte nunmehr das seinige. Arina hingegen war am Boden zerstört über den Verlust der Forschung. Es machte den Anschein, als hätte dies alles einen viel größeren Einfluss auf die Yuan-ti denn uns bewusst war. Es bedeutete auch, dass sie nicht länger magiebegabte Schlangen zu produzieren vermochten. Und zu allem Überfluss bemerkte ich nun, dass mein Körper sich merkwürdig zu verhalten begann. Mein Arm schien zu wabern und ich konnte in meinen Körper Eindrücken, als wäre es eines dieser gummiartigen Schleimmonster. Ein Unglück folgte auf das nächste. Wie hätte es auch anders sein können. Arina hatte so etwas noch nie gesehen. Wenn es eine Nebenwirkung von dem Ritual war, dann etwas Neuartiges. Derweil machte Harkis Anstalten loszuziehen seinem Lord über die Geschehnisse zu informieren. Doch diese. Suna hielt ihn auf. Ihre Satzfetzen und gestikulierten Beschreibungen waren eher anstrengend. Doch es schien, als habe sie auf Anordnung von Ssai Sardak Kopien aller Forschungsmaterialien erstellt und anderweitig verwahrt. Anscheinend hatten weder Harkis noch Arina davon wissen sollen. Ich konnte in diesem Moment in Harkis’ Gesicht lesen wie in einem Buch. Und was ich las gab mir eine friedvolle Genugtuung. Schnell kamen wir darüber zu einem Konsens. Wir sollten die Aufzeichnungen bergen und zurückbringen. Dafür war unsere Allianz nicht vom Tisch. Darüber hinaus war Mundi auch noch ein Thema, welches uns eine Vereinbarung einbringen mochte. Harkis zog los Bericht zu erstatten, Suna leitete die Gruppe zu den Kopien und ich blieb zurück und legte Leben erneut in Arina’s Hände. Es konnte wahrlich überhaupt nichts schiefgehen … Nachher: [siehe Part 2 - Suna]]]></description>
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			<pubDate>Sun, 19 Feb 2023 23:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 113</title>
			<description><![CDATA[Der Gedanke Arina auf meine Vorgeschichte mit den Experimenten meines Vaters anzusprechen wurde unerwartet vorverlegt, als mir plötzlich unglaublich übel wurde. Eilig gingen wir hinab in das Labor, wo ich mich kurzerhand vor einem Behandlungstisch wiederfand. Arina verlor keine Zeit und war fast panisch. Damit war sie nicht alleine. Und zu allem Überfluss schien es, als gäbe es nur eine Möglichkeit und die sei mich sofort zu behandeln. Ich war starr vor Angst. Ihr Blick war eindringlich und ihre Stimme besorgt. Ava traute ihr. Doch ich konnte nur schwerlich abschütteln wo wir uns hier befanden und unter wessen Befehl sie stand. Doch stand, wieder einmal, der Sensenmann nur wenige Schritte von mir entfernt. So willigte ich ein. Und bereute schon wenige Sekunden später auf was ich mich eingelassen hatte. Wie hätte ich eine solche Reaktion durch dieses dumme Ei auch erwarten können. Kaum lag ich, da warnte mich die weibliche Schlange auch schon, dass es schmerzhaft würde. Dafür wollte sie mich fixieren. Sie wollte mich aufschneiden … bei den neun Höllen, das konnte sie vergessen. Ich wand mich, obgleich des Versuches der anderen mich zu halten. Dann zauberte Krathus etwas mit einer typischen Anbetungsphrase an Shadar Logoth und mein Körper erstarrte unter dem skeptischen Blick Arina’s. Eine Sekunde später schnitt sie an mir rum, bis ich wie eine sezierte Roulade aussah. Die Schmerzen waren unsagbar, aber aus irgendeinem Grund fiel ich nicht in Ohnmacht. Gewünscht hatte ich es mir. Ich hörte noch, wie sie Krathus anwies ein weiteres der Eier zu holen und ich betete, dass er stattdessen nicht wieder irgendeinen Unfug treiben würde. Dann trat er wenig später mit zwei Eiern zurück ins Labor. Scheinbar war er sich unsicher welches das richtige Ei gewesen war. Wenig überzeugt wählte sie eines davon aus, während Arina noch anmerkte wie gefährlich das falsche Ei sein würde. Ich verdammte die zum Meter gestapelte schuppige Dummheit, war aber machtlos etwas dagegen zu unternehmen. Um ein Organ erleichtert und mit einem Gift gefüllten Ei an dessen Stelle später wurde es nun noch absurder. Arina reichte mir ein merkwürdiges Instrument. Es war spitz zulaufend und mit einer Art Gewinde versehen. Dabei deutete sie auf mein Herz und meinte beklommen, dass ich die Blutmagie dort entfernen müsse. Das konnte nur ein schlechter Witz gewesen sein, dachte ich. Jedoch meinte sie dies völlig ernst. Krathus hatte den Zauber fallen gelassen. Hadernd folgte ich der Anweisung und perforierte mein eigenes Herz, annehmend nun zu sterben. Doch dort, wo das Loch klaffte, strömte kein Blut heraus. Eine Art Barriere versiegelte es scheinbar von innen. Mein Blick traf sie fragend. Doch nun blieb sie still. Meine Panik wuchs. Dann erhaschte ich aber eine wohl nicht beabsichtigte Bewegung von ihr. Sie schien unterbewusst eine Art Quetschbewegung auszuführen. Das konnte sie nicht ernst meinen … So packte ich denn mein eigenes Herz und drückte es mit all der verbliebenden Kraft zusammen. Plötzlich schoss eine Art schwarzer Nebel heraus. Anschließend musste ich den Inhalt des vorbereiteten Eies hinein füllen. Es war obskur und dieses giftgrüne Yuan-ti Zeug in mein Herz fließen zu lassen war das Letzte was ich wollte. Danach hatten die Qualen ein Ende. Arina sorgte dafür, dass ich wieder zusammengeflickt wurde und auch das zuvor entfernte Organ wieder an seinen Platz fand. Die vorherige Entnahme sollte laut ihrer Aussage im Bestfall den Verwandlungsprozess verhindern, den sie durchgemacht hatte. Meine Hoffnung war groß, denn als Schlange wollte ich sicher nicht leben müssen. Noch nie in meinem Leben hatte ich so unvorstellbare Schmerzen wie in diesem Augenblick. Mein ganzer Körper schrie auf. Doch zeitgleich hatte ich auch den Eindruck, dass eine Art Last genommen wurde. Etwas das wie ein Anker gewirkt hatte, der mich unter Wasser gehalten hatte. Es war ein eigenartiges Empfinden. Statt mir direkt eine Verschnaufpause zu gönnen, kam nun aber noch das Thema mit Garret auf. Die Blutmagie sei nicht ungefährlich, denn ein mächtiger Blutmagier könnte jemanden, der mit einem Blutfluch infiziert sei sogar übernehmen, erzählte Arina. Ausgehend davon, dass der große Rote sich diese Magie aktiv zunutze machte, war dies eine echte Gefahr. Garret ging davon aus, dass sein Meister ihn damals mit solcher Magie gerettet habe. Um es aber mit Genauigkeit sagen zu können musste ein Test gemacht werden. Dass ich dabei wieder zum Opfer wurde gefiel mir gar nicht. Aber was mir noch weniger gefiel war, wenn wir Gefahr laufen sollten eine Bedrohung in den eigenen Reihen haben zu können. Garret aber druckste herum und wandte sich wie eine Schlange. Was war sein verdammtes Problem, hatte er nicht begriffen wie gefährlich es sein konnte, wenn er im Zweifel von dem Drachen – oder wer weiß wem sonst noch – kontrolliert werden konnte!? Ihn zu überzeugen einen simplen Test zu machen schien irrational lange zu dauern. Arina schritt schon vorab direkt zur Tat und wollte erneut an mein Herz heran. Als es um mein Blut ging, dachte ich an all das, was hier sowieso schon weit verbreitet ausgelaufen war. Die hatten doch alle eine Klatsche. Nichtsdestotrotz nahm sie ihre Probe und bot sie nun Garret an. Und dieser weigerte sich. Wollte der Kerl mich verarschen!? Mir stachen sie ins Herz und holten da diesen rotgrünen Mist raus und er weigerte sich damit den Test machen zu wollen. Ich war wenig freundlich in meinem Verlangen, dass er zusehen sollte es verdammt nochmal zu akzeptieren. Schließlich stimmte er zu und Arina konnte bestätigen, dass er in der Tat unter Blutmagie litt. Sicherlich keine guten Nachrichten, aber es war notwendig gewesen es zu wissen. Mehr noch mussten wir direkt handeln. Dieser Halbling war eine wandelnde Gefahr in diesem Zustand. Arina bot an das Prozedere morgen mit ihm durchführen zu können. Seine Abneigung war aber von Weitem zu spüren. Ich hatte aber für den Moment auf jeden Fall die Schnauze voll von alledem. Die anderen halfen mir hinauf ins Schlafgemach und so erholten wir uns, oder vielmehr ich mich, erst einmal. Zumindest war das der Plan, doch als ich zu Bewusstsein kam war ich plötzlich umzingelt von Feinden. Sofort stürmte ich hervor und verteidigte mich. Ich schlug auf ein Ziel ein. Ich umwickelte es mit meinem Schwanz, damit es nicht fliehen konnte. Ich biss es, gerade als wollte ich es verschlingen. Dann fing es an mir zu dämmern das irgendetwas nicht stimmte. Die Feinde waren in der Überzahl und so hatte ich keine Chance. Als ich erheblich verwundert worden war löste sich der Schleier. Es waren Ava, Krathus und Garret gewesen. Offenbar hatte ich mich beim Eindösen in einen Yuan-ti verwandelt gehabt. Glücklicherweise stoppte die Wirkung und mein altes Ich kam wieder zum Vorschein. Aber es war für uns alle eine wenig erfreuliche Überraschung gewesen. Der Rest unserer Ruhezeit verlief ohne weitere Zwischenfälle. Und schon am nächsten Morgen lies uns Harkis mit einer Spur widerlichen Schlangenhochmuts und einem Anflug von Amusement wissen, dass er sowas schon erwartet hatte. Scheinbar konnte man es aber zu kontrollieren lernen, was mir etwas Hoffnung gab. Nachdem wir eine Kleinigkeit zu uns genommen hatten, gab uns Arina einige Neuigkeiten. Sie hatte die Nacht über geforscht und einen weniger radikalen Weg gefunden die Blutmagie aus Garret zu bannen. Dieser verweigerte jedoch weiterhin seine Kooperation. Er schwafelte etwas von seinem Meister und wie er Kontakt zu ihm aufbauen wollte – zumindest den Resten in ihm, die durch die Blutmagie gebannt worden waren. Doch keiner von uns fand diese Wiedervereinigung wertvoller, als unsere Leben oder gar die Aufgabe, der wir uns verschrieben hatten. Es ging darum den großen Roten aufzuhalten und diese Region vor ihrem Untergang zu bewahren. Doch Garret war wieder einmal typisch Garret. Vernunft war ihm ein Fremdwort. Selbst nach allem, was wir bisher durchgemacht hatten. Meine Wut stieg ins Unermessliche. Einen Shadar-Schläfer in der Gruppe zu haben war jenseits meiner Akzeptanz. Krathus war schon ein Fall für sich, doch zumindest schenkte ihm der Drache aufgrund seines Rituals keine Aufmerksamkeit. Keiner drang zu ihm durch. Arina machte schließlich den Vorschlag, dass sie versuchen könnte den Kontakt der beiden herzustellen und Garret so in die Lage versetzt würde die Situation mit seinem Meister zu besprechen. Selbst jetzt zögerte er die Dinge noch heraus, willigte aber schlussendlich ein. Vielleicht würde der weise alte Mentor ihm ein wenig gesunden Menschenverstand einbläuen können, sofern der wirklich noch in ihm rumgeisterte. Nachdem Garret fixiert war operierte Arina mit Ava’s Hilfe an seinem Hirn herum. Auch wenn ich glaubte zu sehen, wie Ava etwas zu tief bohrte und ein Stück herausriss. Innerlich zuckte ich mit den Schultern, da ich nicht davon ausging das dort noch mehr kaputt gemacht werden könnte. Es dauerte nicht lange da meinte Garret er habe Kontakt. Ich war überrascht. Dann hörten wir lange Zeit nichts von ihm. Er lag einfach nur da. Einige Zeit später erklärte er, dass alles gut sei. Sein Meister sei noch da und wolle ihn unterstützen. Folglich sollte die Blutmagie bestehen bleiben. Wir waren fassungslos. So fassungslos, dass wir Suna’s „Im Namen Shadar Logoth’s“ und das Verschwinden von ihr und Krathus nicht wirklich realisierten. Er hatte tatsächlich nicht begriffen welche Gefahr dies mit sich führte. Die Seele des alten Knackers war niemals einem zum Gott aufsteigendem Drachen gewachsen, der mit Blutmagie spielte wie ein Kind mit Ameisen. Ich war drauf und dran eine gewalttätige Lösung herbeizuführen, als wir uns plötzlich beobachtet fühlten. Aus dem an der Decke über dem Operationstisch hängendem Spiegel blickte uns ein Teil der Fratze eines Drachen an. Schon im nächsten Moment füllte sich der Raum mit Feuer. Ich verlor kurz das Bewusstsein. Als ich wieder zu mir kam brannten die magischen Feuer des Drachenatems um uns herum. Wir hatten alle Hände voll zu tun den Feuern an den Körpern unserer Gefährten Herr zu werden. Krathus war dabei besonders hilfreich, als er die Flammen nacheinander bannte. Dann begann das Gebäude nachzugeben. Scheinbar hatte das Feuer die tragende Struktur beschädigt. Arina rannte los Forschungsunterlagen retten zu wollen, Krathus setzte ihr nach. Wir restlichen suchten einen anderen Weg hinaus. Ava war aufgrund dessen, dass sie allen anderen half im Verzug. Ich selbst war heftig angeschlagen und würde den Kollaps kaum lebend überstehen. Weswegen ich mit einer Verwandlungsmagie in einen Riesenaffen transformierte, Ava ergriff und meinen Weg hinauf begann. So kamen wir zu einem großen Fenster. Es ging tief hinab und uns lief die Zeit davon, bevor der gigantische steinerne Schlangenkopf kollabieren würde. Verzweifelt überlegte ich was wir tun konnten und setzte schließlich alles auf eine Karte. Ich befahl allen zu springen. Kaum in der Luft suchte ich Zugang zu der Nexusmagie. Und tatsächlich funktionierte es, so das wir sanft zu Boden glitten. Scheinbar hatten es alle geschafft. Zuletzt auch Harkis, der sich während all der Zeit woanders im Gebäude aufgehalten hatte. So standen wir vor den Ruinen dessen, was kurz zuvor noch der Herrschaftssitz von Sshistana gewesen war. Nun richteten sich alle Augen auf Krathus …]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ralkarion/Sitzung-113.html</link>
			<pubDate>Sun, 05 Feb 2023 23:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 112</title>
			<description><![CDATA[Als ich wieder zurück zum Compound kam fand ich dort auch Ava vor. Mein Ausflug sie zu finden war also irgendwie als erfolgreich zu betrachten, auch wenn ich es mir genau genommen hätte sparen können. Doch konnte ich zumindest noch ein wenig Zeit mit dem Rätsel zubringen. Den ganzen Rückweg über hatte es mich weiterhin in den Bann gezogen. Aber es half alles nichts, es fiel mir einfach keine Lösung ein. Sowieso der Abend war angebrochen und Erschöpfung machte sich zunehmend breit. Dann fing Krathus an zu jammern er müsse zur Toilette. Um weitere Probleme zu vermeiden ließ ich ihn erneut unsichtbar werden. Meine Skepsis war aber immens, als er alleine hinaustrat. Und sie sollte natürlich zurecht gewesen sein. Es dauerte viel zu lange. Zu allem Überfluss brach dann auch der Zauber verfrüht ab. Wo trieb sich der Kerl rum? Doch nicht wieder bei Razora? Ava bot an nach ihm zu suchen. Ihr Weg führte natürlich als erstes zu Krathus’ Ziehmutter. Als sie zurück kam, erzählte sie aber, dass von ihm keine Spur zu entdecken gewesen war. Er war scheinbar woanders hin gegangen. Dieser kleine schuppige Vollidiot … welches Chaos verbreitete er nun schon wieder? Plötzlich klopfte es an der Tür. Garret und ich versteckten uns, während Ava sich mit dem unbekannten Störenfried abgab. Hoffentlich war es Krathus, dachte ich. Leider stellte sich heraus, dass es der andere Vollidiot war. Steffge, Gefolgsmann des dritten Vollidioten. Unter Berücksichtigung der bisher angetroffenen absoluten Hirnrissigkeit wunderte ich mich, wie wir eigentlich noch am Leben sein konnten. Ebenso wunderte ich mich, wie Steffge in den Compound gelassen wurde und den Weg zu uns fand. Lediglich Ava war aktiv von anderen gesehen worden. Er berichtete, dass er Krathus gesehen habe und dieser nun tot sei. Ich erstarrte kurz. Schon wollte er sich umdrehen und abhauen, da ergriffen wir ihn kurzerhand am Kragen. Auf die Nachfrage was genau geschehen war erklärte er kurzum, dass Krathus mit dem Rätsel der Yuan-ti rumgespielt hatte. Was ihm an Intelligenz fehlte, machte er durch seine chaotische Natur wett. Offenbar dudelte er ein eher weniger harmonisches Musikstück vor sich hin und trommelte wild auf den Kerzen umher. Plötzlich öffnete sich eine Art Portal und der Hornochse ging direkt hindurch. Steffge war von uns mit dem Gedanken zurückgelassen worden, dass das Rätsel potentiell tödlich sein könnte. Also ging er folglich von Krathus’ Tod aus. Seine Neuigkeiten ließen mich aber zudem in einem anderen Sinne fragend zurück … wie kam Steffge überhaupt an der Wache vorbei? Ich war unsichtbar hindurchgeschlüpft. Zumal wir ihm deutlich gemacht hatten sich von dem Ort fern zu halten. Jetzt hieß es herausfinden, wohin es den Schuppigen verschlagen hatte, da wir davon ausgingen, dass es sich um ein hoffentlich weniger tödliches Portal handelte. Ich malte mir aus, wie ich dieses kleine Ungeheurer bestrafen sollte. Ein Gedanke gefiel mir dabei besonders: Ihn an Steffge binden, Garret oben drauf schnallen und sie gemeinsam bei Sycora versenken. Meine Erschöpfung war gigantisch und es kostete mich einige Kraft Garret und mich erneut unsichtbar zu machen. Wir gingen direkt zum Rätsel zurück. Die Wache ließ Ava und Steffge passieren, Garret und ich schlichen vorbei. Steffge war kaum eine Hilfe das Geheimnis um die Reihenfolge zu lösen, wie wir die Kerzen alle zum Leuchten bringen konnten. Nach zahlreichen Versuchen gelang es dann aber doch. Im Anschluss schnappte ich mir Steffge am Kragen, schubste ihn durch die Tür und brüllte der Wache entgegen, dass dieser Kerl hier nichts mehr drin zu suchen hatte. Unter der Maßgabe, dass ich ihn hier und jetzt hätte zerfleischen wollen, war das höflich gewesen. Zumal er inzwischen schon zwei Goldstücke von mir bekam – eines um seine Zunge zum Reden zu bringen und eines als „Dank“. Lieber hätte ich sie ihm in den Rachen gestopft. Das Portal waberte in einem etwas ekeligen Gelbton vor uns. Hoffend nicht in unser Verderben zu gehen schritten wir hindurch. Hier erwartete uns ein kleiner Raum, in welchem ein albino-artiger Yuan-ti stand. Instinktiv wollte ich schon Magie bündeln, aber ausgehend von unserer Umgebung wäre ein Angriff wohl das dümmste Vorgehen. Dann sprach die Schlange und begrüßte uns in Sshistana. Irgendetwas an der Stimme kam mir vertraut vor. Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Das musste Harkis gewesen sein! Unsere Tage wurden wirklich schlimmer und schlimmer. Aus dem Augenwinkel beobachtete ich Garret. In Gedanken zählten die Sekunden. Schließlich wurde es auch ihm klar und in typischer Garret Manier setzte er zum Schlag an. Es war ein netter rechter Haken, aber kaum eine brauchbare Verhandlungsbasis. Harkis machte keine Anstalten sich dagegen zu wehren. Garret’s Ausbruch war erschreckend lahm gewesen. Nach all dem Gejammer über Harkis’ „Verrat“ und wie er es ihm heimzahlen wollte, war dies alles gewesen? Irgendwie musste ich ob dieser Situation trotzdem in mich reinlachen. Armer Cuu, hätte er das gewusst, wäre er seinem Schicksal wohl entgangen, indem er Garret einfach persönlich beleidigt und eine Backpfeife kassiert hätte. Die Schlange ließ uns aber nun wissen, dass sie ein Angebot für uns hätte. Sie schien aber ob Garret’s Verhalten nicht sicher, ob das Angebot noch unterbreitet werden sollte. Wir waren nunmehr hier und das Portal war geschlossen. Es blieb uns scheinbar nichts anderes übrig, als seiner gespaltenen Zunge wieder einmal zu lauschen. Daher versicherten wir, dass wir bereit wären zuzuhören. Ich blickte noch kurz aus dem Fenster und erspähte eine umfassende Siedlung inmitten der Wüste. Es grünte überraschend viel und Unmengen an Personen waren auf den Straßen unterwegs. Wie es von dem Ausblick schien, waren wir derzeit weit oberhalb der Stadt gelagert. War es ein großer Palast oder ein Gebäude auf einer Anhöhe? Die Anderen waren schon ein Stück voraus und folgten Harkis einen Gang entlang. Ich huschte hinterher und stolperte direkt in eine Fallgrube, auf die keiner hingewiesen hatte. Wenigstens Ava erkundigte sich nach meinem Wohlbefinden nach dem harten Aufschlag. Die Kammer war erstaunlich hochkarätig eingerichtet vermisste aber jedweden Ausgang. Das schummrige Licht war aber hilfreich. Ich verschmolz kurzerhand mit den Schatten und tauchte neben meinen Gefährten wieder auf. Unsere Gefolgschaft gegenüber Harkis war kurz, denn schon wenige Augenblicke später waren wir in einer Art Speiseraum angekommen. Dort saß Krathus und stopfte sich den Wanst voll. Hinter ihm eine weitere Yuan-ti, die gerade dabei auszuhelfen schien sein Essen klein zu schneiden. Garret huschte plötzlich an uns vorbei und schlug die weibliche Schlange harsch. Und wie ich die drei später im Loch Meriander versenken würde, dachte ich so bei mir. Der Irrtum ließ sich zum Glück schnell aufklären und dank noch mehr Glück sollte es keine direkten Folgen haben. Harkis stellte uns nunmehr „Frau Caulde“ vor. Innerlich zuckte ich mit den Schultern. Ava hingegen reagierte gar erschrocken. Sie schien dieses geschuppte Etwas zu kennen. Scheinbar handelte es sich um ihre verschollene Freundin Arina, wenngleich ich sie mir irgendwie anders vorgestellt hatte – eher … elfisch!? Arina erläuterte kurzum wie sie hier gelandet war. Die Yuan-ti fanden sie fast tot und mit einem Blutfluch belegt. So wie sie es beschrieb retteten die Schlangen sie davor ihren letzten Atemzug machen zu müssen. Das klang ja ganz nett, aber aus Erfahrung wusste ich, dass hier keiner etwas aus Nächstenliebe tat. Aus Dank blieb sie dann hier und half Harkis. Im Detail berichtete sie von einer Exkursion in Ravengrove in die Nähe des Anwesens der Baronesse. Warum dies so ein Akt sein sollte entzog sich mir. Dabei wurde sie verflucht, gefangen genommen und alterte im rasanten Tempo. Sie entkam wohl, aber aufgrund des Fluchs wandten sich alle von ihr ab. Niemand wollte ihr helfen. Sie erinnerte sich an eine gefiederte Besucherin, welche vor einiger Zeit in Ravengrove Unterschlupf fand und hielt es wohl für sinnig dieser Spur zur Folgen. Es musste sich allen Anschein nach um diese Sina handeln, von der Garret erzählte. Auf dem Weg stieß sie dann auf besagte Yuan-ti. Spannend dabei war die Tatsache, dass diese Schlangen die Blutmagie bannen konnten. Ich bekam leider aber auch nicht alles mit, da Krathus wieder und wieder versuchte mich abzulenken. Dies endete darin, dass er mich mit zum Raum nahm, wo wir mit dem Portal erschienen waren. Erneut blickten wir durch das Fenster. Er Bestand darauf, dass ich einmal nach Magie Ausschau halten sollte von hier. Ich gab nach, obgleich er unlängst wusste, dass diese Sicht begrenzt war. Mein Erstaunen war groß, dass trotz allem ein wilder Mix an magischen Feldern, interkonnektiven Fäden und etliche Vergebungen magischer Energie in der ganzen Siedlung sichtbar wurden. Der ganze verschlänget Ort war wie eine gigantische magische Quelle – der Boden, die Gebäude, die Personen. Bedenkt man, dass diese Oase eigentlich ein Ödland hätte sein müssen, dann war magischer Einfluss keine schlechte Erklärung. Manchmal erstaunte Krathus mit seiner Bauernschläue – trotzdem überlegte ich zeitgleich bereits welche Seefahrerknoten ich nutzen wollte die drei Chaoten zu fesseln. Offenbar hatte uns niemand wirklich vermisst, als wir zurück im Speiseraum angekommen waren. Arina war gerade dabei uns etwas zeigen zu wollen. Eine Treppe tiefer in einem ähnlichen Raum, mit jedoch gänzlich anderer Einrichtung, fanden wir so etwas wie eine Brutstätte vor. Überall waren merkwürdige Eier aufgestellt. Ausgehend von ihrer Beschreibung waren diese Eier „nicht lebendig“, also nicht befruchtet. Und mehr noch handelte es sich um Eier von Kenku. Diese wurden in einem Labor aufbereitet, oder verändert. Eine merkwürdige grüne Flüssigkeit wurde den Eiern injiziert. Irgendwie erinnerte mich diese Farbe ungemein an das Zeug, dass Semiazas injiziert worden war. Ein kalter Schauer lief mir den Rücken herunter. Arina verdeutlichte aber, dass dies der Grund für ihr Überleben war. Zwar verwandelte es sie als Nebenwirkung in eine Yuan-ti, doch bannte es auch den Blutfluch. Auch sei der ganze Prozess der Aufwertung der Eier nur durch das Zutun des Imperators Ssai Sardak möglich. So genau wollte ich mir aber nicht ausmalen was er genau dabei tat … Zunächst gingen wir wieder nach oben. Harkis erklärte, dass er uns eine Allianz anbieten wolle, da Garret ja so nützlich bei der Wiederauferstehung der Sardak gewesen war. Bedenkt man die schwarze Wolke über Garret’s Kopf, seinen stoischen Blick und die stille Leichenbittermiene, dann konnte man sich kaum vorstellen, dass sie ihm im übertragenen Sinne eine Statue zu seinen Ehren bauen wollten. Ava wollte gern eine Nacht darüber schlafen. Harkis stimmte zu und ich war so glücklich endlich ein Bett sehen zu dürfen. Mein Kopf dröhnte und die Erschöpfung lief durch meinen ganzen Körper. Ausserdem konnten wir so noch etwas über die Situation beraten. Wir wurden in ein wahrlich herrschaftliches Zimmer geführt. Der Prunk war immens und ich glaube kaum je etwas Gemütlicheres gesehen zu haben. Nachdem wir alleine waren stellten wir Krathus zur Rede. Der Geschuppte wand sich wie eine dieser Schlangen. Sein Ausflug hierher war aber nicht ganz seine Absicht. Offenbar hatte ihn Harkis durch das Portal hineingezogen. Ob ich das so glauben sollte wusste ich nicht. Zumindest kam heraus, dass die Yuan-ti Informationen wollten. Man hatte bereits ein bisschen mit ihm gesprochen. Primär ging es um Zoica. Hier hielt er sich bedeckt, doch plauderte er über Mundi’s Vorhaben die Sardak zu „besuchen“. Vielleicht sollte ich noch eine Stahlkette mit Schloss besorgen, für den Fall, dass sie die Seile wider Erwarten überwinden konnten bei ihre Abstieg in ihr nasses Grab … Was Shadar anging waren die Yuan-ti aber wenig besorgt. Das wiederum irritierte wohl auch ihn. Hatten sie einen Deal mit ihm laufen, nahmen ihn nicht ernst oder gar eine effektive Verteidigung? Krathus ließ uns dann noch wissen, was es seiner Meinung nach mit dem Blutfluch auf sich hatte. Gespannt spitzten wir die Ohren. Laut seiner Ansicht sei auch seine Mutter betroffen, mindestens einmal im Monat. Es klickte sofort, bei allen … Wie ernst die Situation auch war, hierzu gab es von mir dumme Kommentare und selbst Ava ließ sich dazu herab ein wenig einzusteigen. Zur Abwechslung gab es etwas Amüsantes an diesem Ort. Ich ließ es mir auch nicht nehmen dem stummen Garret auf’s Brot zu schmieren, wie lächerlich ich sein ganzes Gehabe fand. All das Gezeter wegen Harkis und mehr als einen Klaps und Schmollen kam dann nicht. Natürlich wäre mir ein Kampf unter diesen Umständen kaum gelegen gewesen, aber diese „Reaktion“ war erbärmlich. Und genau genommen konnte er eigentlich niemand anderem einen Vorwurf machen, als sich selbst. Sturheit gepaart mit Blind- und Taubheit machten ihn zu einem perfekten Werkzeug. Wünschte ich wäre so perfide wie Harkis gewesen, dann wären meine Ziele sicher leichter erreichbar gewesen. Krathus erwähnte auch noch, dass die Yuan-ti mit dem Rätsel höchst magiebegabte Personen zu sich locken wollten. Offenbar hofften sie auf Chrylax. Mir schien, dass ihr Angebot uns gegenüber ihnen durch Umwege ermöglichen sollten, was ihnen zunächst verwehrt geblieben war durch unser Eintreffen. Auf mein dringendes Anraten nun über unser weiteres Vorgehen zu sprechen, wurde ich jäh abgebügelt. Da ich es leid war konstant auf das Offensichtliche aufmerksam zu machen beließ ich es dabei. Würden wir morgen halt wieder in einen Fettnapf treten. So startete ich meine Reise in die Traumwelt, obgleich noch so ein lästiges hartes Objekt unter den Kissen störte. Eine Art Kette hervorziehend wunderte ich mich ob des Wertes, entschied aber zugunsten des dringend nötigen Schlafes, dass ich keine Lust hatte wegen Diebstahls noch mehr in Gefahr sein zu müssen und schleuderte sie in eine Ecke. In der Nacht weckte uns Ava unsanft, als sie versuchte durch die Tür zu gehen. Das Dummerchen hatte nur vergessen sie zuvor zu öffnen. Was sowieso hinfällig war, da sie lautstark hinter uns verschlossen wurde. Zwischen genervt und amüsiert drehte ich mich wieder um und schlief. Kaum waren wir alle wach, da stand auch schon Harkis in der Tür, um uns zum Frühstück zu geleiten. Ich war so froh, dass wir die Zeit gestern Abend sinnvoll genutzt hatten, dass ich voller Übermut beim Hindurchtreten durch die Tür nur die Augen rollen konnte. Zumindest würde es etwas zu Essen geben. In solchen Situationen musste man halt die kleinen Dinge zu schätzen wissen. Die Ernüchterung trat aber schnell ein, als auf dem Tisch lediglich vier Eier standen. Es wirkte etwas mager. Und handelte es sich dabei nicht um die Eier, die wir gestern sahen? Weil wir bisher offiziell im Unklaren waren, was den Deal anging, forcierte Ava das Gespräch in diese Richtung. Krathus blickte voller Gier auf die Eier und ich konnte es ihm angesichts des knurrenden Magens kaum verdenken, trotzdem hatte er sich zusammenzureißen. Im Kern sollten wir die Untaten aufhalten und dafür böten sie uns Unterstützung. Die Eier seien eine Belohnung für vergangene nützliche Taten und würden unsere „Macht“ erhöhen. Letztere Information war keine Hilfe dabei Krathus zurückzuhalten. Nun war seine maximale Gier entfesselt. Da wir nichts über die Konsequenzen wussten, war es aber zu diesem Zeitpunkt nicht klug sich an den Eier zu vergehen. Ava lenkte den Deal in eine Richtung, wo Zoica den Yuan-ti erlaubt an der Akademie zu studieren und im Gegenzug die Yuan-ti Zoica’s Kämpfer ausbilden. Nun bekamen sie ja doch Zugang zu Chrylax. Ava ließ es so erscheinen, als seien die Krieger besonders in Schutz zu nehmen bei dem Deal, da sie gegebenenfalls Kämpfe für die Yuan-ti bestreiten würden. Wir wussten nur zu genau, dass sie lieber andere Bluten lassen wollten. Aber ich musste innerlich grinsen, bei dem Gedanken wie Chrylax einige von ihnen zu gerösteter Schlange verarbeiten würde bei seinen „Lehrmethoden“. Wen galt es hier am Ende vor wem zu schützen? Insgesamt ließ mich aber seit dem Eintreffen dieses kalte Gefühl von Sorge und Angst nicht los. Trotz all der sarkastischen Kommentare war es dies, was mein Handeln derzeit primär steuerte. Wir waren so verdammt machtlos und jeder nutzte uns zu seinem Zweck aus. Es machte selten den Eindruck, dass wir wirklich einen Sieg zu verbuchen hatten. Irgendwie ließ man uns stetig aus Glück oder Gutmütigkeit gewähren. Und mein Gefühl sagte dazu nichts Gutes. Wir entlockten Harkis dann aber tatsächlich noch eine Information, die er scheinbar nur widerwillig gab. Im Norden hatten die Yuan-ti mit der Insektennation von Krakatar zu kämpfen. Sie empfanden, dass diese eine echte Bedrohung waren. Nicht wie die Untaten, die nur „lästig“ seien und unnötig Aufwand bedeuteten. Sie waren der festen Überzeugung keinerlei Schwierigkeiten mit denen zu haben, aber wollten sich einfach nicht drum kümmern, da es im Zweifel natürlich auch ein paar Opfer und Ressourcen fordern würde. Das war nunmehr auch der Moment wo Krathus nicht mehr stillhalten konnte. Er griff sich inmitten der Unterredung eines der Eier und vertilgte es in einem Happs. Dieser gottverfluchte Narr … Was Shadar anging, so dachten sie, dass sie sicher seien. Solange der Drache abgelenkt ist und keine Aufmerksamkeit auf die Yuan-ti fiele, betrachteten sie ihn ohne Sorge. Auf die Einwürfe seines Machtausbaus und was das bedeuten könne verhielt sich Harkis eher zurückhaltend neutral. Ich kaufte ihm das nicht ab, auch er musste erkennen, welche Gefahren dies barg. Und nicht zuletzt hatten wir eine sehr prophetische Vorhersage erhalten, in derer die Yuan-ti über Zoica herrschen … im Namen ihres Gittes Shadar Logoth. Skepsis umschrieb nicht im Mindesten, was ich empfand. Krathus schien es direkt nach dem Verzehr des Eies nicht schlecht zu gehen. Ava machte bereits Anstalten das Ei zu essen. In meinem Kopf waberten so viele widersprüchliche Gefühle und Informationen umher. Arina hatte für den positiven Effekt eine Garantie ausgesprochen. Ava schien ihr zu vertrauen. Und ich fühlte mich sowieso schwach. Also griff ich zu. Erst beim Herunterschlucken kam mir wieder in den Sinn, dass meine ganze Historie auf Blutmagie basierte … ein dumpfes Gefühl machte sich breit. Was würde nun passieren, wenn es bei Arina die Blutmagie entfernt hatte – und sie zudem noch verwandelte. Na ja, mit einem Schwanz kannte ich mich bereits aus, aber auf meine Beine verzichten wollte ich nicht. Garret weigerte sich beharrlich das Ei anzunehmen. Er war wie gestern bereits lediglich am Schmollen und bitter Dreinblicken. Keine Stimme am Tisch half dabei ihn zu überzeugen, dass wir definitiv mehr Potential brauchten, um in Zukunft erfolgreich sein zu können. Am Ende kamen wir überein, dass wir die Untaten aufhalten würden. Im Gegenzug aber hatte ich ein Zugeständnis erhalten, dass die Yuan-ti uns bei der Beseitigung eines Problems helfen würden. Ich hielt es kryptisch – und entgegen unseres Plans hatten wir auch keinerlei Machtdemonstration mit dem Nexus gezeigt. Doch es bedeutete, dass wir mit ihrer Hilfe hoffentlich erfolgreich sein könnten den Wächter am Heart of Rage zu beseitigen. Zwei Nexi für uns klang doch gar nicht verkehrt. Doch als Nächstes musste ich erst einmal dringend Arina aufsuchen. Es war notwendig, dass sie mich untersuchte, ob und wie das Ei eventuell negativ auf meinen Hintergrund mit Blutmagie reagieren würde. Oder auf dieses manchmal ziehende Gefühl, dass ich seit meinem ersten Besuch im Dreadspire mit mir rumführte.]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ralkarion/Sitzung-112.html</link>
			<pubDate>Sun, 22 Jan 2023 23:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 110</title>
			<description><![CDATA[Krathus kehrte irgendwann zurück und erzählte er wäre bei Razora gewesen. Natürlich war er dort und mir schwante bereits übles. Jedesmal nach einem seiner Besuche war der nächste von mir gespickt mit Katastrophen gewesen. Ich wunderte mich, ob ich es wohl schaffen würde ihm ungesehen den Hals umzudrehen … Doch diesen Gedanken zu folgen, musste ich für später aufheben. Zunächst ging es weiter um unsere Planung, besonders wie wir mit den Yuan-ti umgehen würden. Ihnen eine Demonstration unserer Macht zu geben, schien zunächst in weite Ferne gerückt, da wir die Armschienen nicht aufladen konnten. Doch stellte sich dann heraus, dass meine Bindung an den Nexus offenbar auch auf eine hohe Entfernung wirksam war. Es sponnen sich einige wirre Ideen, wie wir mit einer speziellen Verwandlungsmagie aus einem von uns zur besagten Verdeutlichung unserer Stärke einen Drachen machen konnten. Viel zu verlieren hatten wir mit dieser Idee auch nicht mehr. Aber spätestens dann und dort würden wir sicher wieder Shadar’s Aufmerksamkeit erringen. Ava vernahm plötzlich nebenan Geräusche. Jemand schien dort zu räumen. So ging sie hinüber, während wir anderen lauschten. Es war ein wenig eigenartig was wir hörten. Scheinbar viele Leute, die sinnlos aneinander gereihte Sätze von sich gaben. Nach einiger Zeit gab unsere Elfe ein klares verbales Zeichen, in dem sie nach uns verlangte. Natürlich musste Krathus direkt und ohne nachzudenken den Kopf rausstrecken. Das Beste was Ava einfiel war nun ihn mit „Cuu“ anzusprechen. Sogleich zog ich die Tür komplett auf und schob den überraschten Krathus heraus. Das war mehr eine Impulshandlung denn gut überlegt, da wir ja ungesehen bleiben sollten und so verdammte ich innerlich diese Tat auch gleich wieder. Wieso konnte sich keiner von ihnen in Zurückhaltung üben, wenn wir unentdeckt bleiben sollten … ? Das wirre „Gespräch“ ging weiter. Zwischenzeitlich lief mir dann ein kalter Schauer über den Rücken. Eine der Stimmen klang verflucht nach Harkis. Garret hatte dies erstaunlicherweise überhaupt nicht realisiert. Aber er hatte ja auch nichts von dem durch Harkis Gesagten realisiert, als dieser noch mit uns reiste. Das merkwürdige Zusammentreffen endete schließlich. Ava berichtete von einer Kreatur, die sie als Imperial Nightingale beschrieb. Nur dunkel kam meine Erinnerung an die Erzählung von einem ähnlichen Wesen namens Suna hervor, von der Garret berichtet hatte und welche später mit Harkis mitgezogen war. Dieser nebenan kramende Vogel war wohl dabei gewesen im Compound alles mitgehen zu lassen, was nicht angenagelt war. Die Yuan-ti waren ja noch dreister, als ich es während meiner Jugendtage war. Wir schoben dieses Ereignis aber erst einmal beiseite. Da Ava zuvor Krathus Rüstung zum Schmied gebracht hatte und dieser bis morgen an jener zu arbeiten hatte, mussten wir noch einiges an Zeit rumbringen. Ava selbst war davon scheinbar etwas besessen sich den diebischen Jungmagiern anzunehmen. Auf kurz oder lang müsste man isch derer annehmen, aber dafür unsere Tarnung zu riskieren hielt ich im Moment für fragwürdig. Sie war aber der Ansicht, dass wir verkleidet sicherlich ohne Probleme durch die Stadt kämen. Ich war skeptisch. Wir warteten etwas, nachdem sie kurzerhand losgezogen war, im Theater nach etwas Brauchbarem zu suchen. Bei ihrer Rückkehr stand sie mit eher fragwürdigen Kostümen vor uns. Garret steckte sich in eine ärmliches Bauerngewand und nutzte eine recht stumpfe Illusion eines Bouquets, das er vor sein Gesicht hielt. Wenn das nicht wieder der wandelnde Busch war … Krathus erhielt eine Königsgewandung. Berücksichtigte man seine irrigen Vorstellungen über den Bau eines Hortes und einhergehende Machtphantasien, dann war dies keinesfalls förderlich ihn auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Mir wurde eine rudimentäre Uniform einer Stadtwache ausgehändigt. Wobei der Helm weder aus Metall war noch über meine Hörner zu ziehen ging. Etwas rohe Gewalt führte dann dazu, dass besagte Hörner einfach durch den Papphelm stießen. Es war lächerlich. Da es an Theaterschminke fehlte, um unser Äußeres final anzupassen, war die ganze Aktion mit der Kostümierung irgendwie komplett nutzlos gewesen. So griffen wir doch wieder zu meinem Unsichtbarkeitszauber. Schon kurz nachdem wir ausgezogen waren, um in der Akademie mit unseren Nachforschungen zu beginnen, trafen wir auf Marco. Dieser Gab einen Hinweis auf den Freedom Fighter Squad – dem Gruppierungsnamen, unter welchem Garret seine „Revolution“ durchgezogen hatte. Scheinbar war diese Vereinigung wieder, oder erneut am Werke. Und dazu auch noch an exakt dem Ort, wo wir Derrin angetroffen hatten. Also machten wir uns auf den Weg dorthin, um zu ermitteln, was diese Leute nun wieder vorhatten. Als wir angekommen waren lösten wir einen neu installierten Spinnenalarm aus und fanden uns vor der mit Runen bedeckten Geheimtür wieder. Ava löste die Magie auf und ich wunderte mich darüber, wo sie das gelernt hatte. Sie schritt direkt hinein. Nachdem eine andere Stimme zu hören war und sich Ava etwas merkwürdig verhielt und die vor uns stehende Person, welche sich ihr gegenüber als Steffge vorstellte, wie einen Freund behandelte, schritt ich ein. Es machte den Eindruck, als sei sie verzaubert worden. Die Unsichtbarkeit auflösend durchbrach ich diesen, woraufhin sie wenig erfreut recht rabiat mit dem Sonderling umging. Diese Leute hatten sich irgendwie in den Kopf gesetzt den Squad am Leben zu erhalten und sich zugleich mit magischen Mitteln zu bereichern. Da sie aufgrund eines fehlgeleiteten Kodex nur dem Initiator der Revolution zusprachen diese Gruppe aufzulösen trat nun Garret hervor und tat genau dies. Ava sorgte dann mit deutlichen Worten dafür, dass ihnen klar war sich nicht erneut danebenzubenehmen. Gleichermaßen erfuhren wir, dass sie hier eine Art Logikrätsel zu lösen, dass sie von einem Yuan-ti Abgesandten erhalten hatten. Uns schwante nichts Gutes. So sandten wir diese Möchtegernhelfer hinfort und wandten uns der Yuan-ti-Teufelei zu. Wobei ich zugeben musste, dass es ein ziemlich fesselndes Rätsel war, dass ich nur schwerlich unbeachtet lassen konnte. Sehr zum Missfallen der anderen, die laufend versuchten meine Konzentration zu stören. Es war lästig. Zumindest Krathus half mir. Schlussendlich wusste ich gar nicht wieso ich so fasziniert davon war, doch es kostete Ava einige Mühen uns dazu zu bewegen aufzuhören. Wir kamen überein, dass wir was immer das hier war unter Verschluss halten sollten. Es mochte etwas herbeirufen können, zumindest ergab das meine magische Analyse. Vielleicht ein Portal, oder ein Monstrum? Die Spielchen dieser Schlangen waren perfide genug mit allem rechnen zu müssen. Den Ort abdichten und bewachen zu lassen war daher nun das Ziel. Ava blieb zurück, während wir zu Posetine aufbrachen. Vor dem Zugang zur Kanalisation saß erneut Marco. Er bemerkte uns, was mich wenig überraschte. Dann begann er uns zu belehren, dass dies bloß wegen dem erneuten Aufbau der Akademie passieren konnte. Doch da irrte er, denn eigentlich war es nur wegen der Absetzung Cuu’s möglich. Ich hatte wirklich genug von warf ihm vor, dass sein ganzes Gehabe sich für die Bewohner einzusetzen Unsinn war, da er sich nie selber einer Sache annahm. Seine Reaktion war, dass er uns ja darauf hingewiesen habe und er sich nicht in Gefahr bringen konnte. Wenn ihm etwas zustieße, würde sich ja niemand mehr um die Leute kümmern können. Es klang nach Ausreden. Jedenfalls merkte er noch an, dass wenn sich uns der Sinn des Rätsels entzog, ja der ursprüngliche Überbringer mehr wissen könnte. Nicht unbedingt die wertvollste Information die er je teilte. Er zog ab und wir weiter zu Posetine. Sie gewährte uns eine ununterbrochene Bewachung des Ortes durch vertrauensvolle Wachposten. Da nunmehr der erneuerte Unsichtbarkeitszauber aber zeitlich an seine Grenzen stieß, gingen wir in unser Zimmer. Ob meiner Erschöpfung konnte ich nicht uns alle drei erneut verhüllen, weswegen Garret und Krathus im Compound verbleiben, während ich loszog Ava abzuholen. Als ich ankam war die Wache erstaunlicherweise schon vor Ort. Ava hingegen war verschwunden. Ich bemerkte jedoch, dass die Konfiguration des Rätsels sich verändert hatte. Nach all dem Gemaule, was ich mir anhören durfte bezüglich meiner Versuche das Rätsel zu lösen, hatte sie es ganz offensichtlich jetzt selbst probiert. Ich grinste in mich hinein. Und war kurz darauf wieder davon angezogen. Es dauerte einige Zeit, bis ich mich final davon löste und mich zurück auf den Weg zum Compound machte. Meine Gedanken kreisten den ganzen Weg zurück eine Lösung zu finden.]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ralkarion/Sitzung-110.html</link>
			<pubDate>Sun, 29 May 2022 22:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 109</title>
			<description><![CDATA[Im weiteren Verlauf besprochen wir mit Posetine was als nächstes zu tun wäre. Die Ernennung zu „Rittern“ Zoica’s war skurril und hörte sich zunächst so an, als würden wir gegebenenfalls an die Seitenlinie verbannt werden. Doch scheinbar war dies nicht der Fall. Wir fügten stattdessen die bisher zusammengetragenen Ideen zu einem erweiterten Plan zusammen. Endlich kam etwas Organisation in das Chaos – eine angenehme Abwechslung. Dabei zeigte die Herrscherin aber noch mehr von ihrem veränderten Verhalten. Sie argumentierte mit mehr Weitblick und taktischer. Die Erklärung woher diese Wandlung gekommen war nährte sogleich meine zuvor verspürte Paranoia. Marco wurde in den letzten Wochen zu einem engen Berater. Er war mir noch immer suspekt und die Tatsache, dass es ihm möglich war sich in die Gedankenprozesse der Führung von Zoica einzuklinken war zumindest fragwürdig. Was die Yuan-ti anging, so propagierte Posetine einen neuen Ansatz. Obgleich diese im Bunde mit Shadar standen, taten sie dies nur aus eigennützigen Gründen. Wenn wir es durch eine Machtdemonstration unsererseits schaffen würden ihre „Loyalität“ abzuwerben, dann würden sie zu nützlichen Verbündeten werden – und sei es nur temporär. Dieser Plan war gefährlich. Genauso gut könnten sie ein dreifaches Spiel spielen und uns in einem kritischen Moment hintergehen. Eine bessere Option hatten wir in diesem Moment jedoch auch nicht anzubieten. Sie ergänzte, dass wenn wir schon dabei wären die Yuan-ti aufzusuchen, dann wäre ein kurzer Abstecher nach Llachlun auch sinnvoll. Im Falle eines Aufmarsches Shadar’s käme dieser dort vorbei. Sollte es zu einem Bündnis dieser beiden Parteien kommen, wäre dies höchst negativ. An unserer Seite jedoch hätten wir zugleich Zugriff auf deren Ressourcen und handwerkliches Geschick. Die Kampfkraft Zoica’s zu verstärken war ein dringlicher Umstand. Das also sollte der Plan sein. Den Nexus in Azoicstrum in unsere Kontrolle bringen, mit Llachlun verhandeln und die Yuan-ti auf unsere Seite ziehen. Beim letzten Punkt zog sich mir der Magen zusammen. Meine Erfahrungen mir Harkis zeichneten kein positives Bild für die Zukunft. Ihr Verrat war vorbestimmt, das spürte ich. So wie die Dinge aber standen mussten wir es dennoch versuchen. Eine kleine Anmerkung wurde zudem zu einem größeren Thema. Da wir eher spartanisch in den ehemaligen Zimmern der Dienerschaft des Compounds lebten, war es die Meinung der Herrscherin, dass wir standesgemäßer residieren sollten. Nicht unbedingt heimlich und auch irgendwie unnötig. Krathus war sofort von dieser Idee angetan. Seit Tagen ließ er schon durchblicken, dass er sich gerne einen eigenen „Hort“ erschaffen wolle. Die Eigenheiten seiner Abstammung musste ich wohl lernen zu akzeptieren, denn es ihm auszureden war keine Option. So durften wir uns bei Gelegenheit einen frei wählbaren Ort in Zoica aussuchen, wo wir in Zukunft leben sollten. Im Anschluss an dieses Thema brachen wir auf. Posetine hatte direkt wieder vergessen, dass unsere Gruppe inkognito reiste. So forderte sie uns auf beim Gehen die nächsten Gäste hereinzuschicken. Da Ava die Einzige von uns war, die nicht aktuell im Kubus sein sollte konnte zumindest sie offen herumlaufen. Den Rest von uns machte ich wieder unsichtbar. Wobei Ava mit einer neuen und sehr nützlichen Fähigkeit aufwartete uns scheinbar trotz der Unsichtbarkeit sehen zu können. Unser erstes Ziel war es Angstrum zu finden, da er die Kontrolle über den Nexus aufgeben musste. Gleichermaßen bedurfte es vieler Worte Krathus davon zu überzeugen nicht einkaufen zu gehen oder Razora zu besuchen. Es war ermüdend die Tatsache in seinen Kopf hämmern zu müssen, dass wir uns so ungesehen wie möglich zu bewegen hatten. Im Gang fanden wir dann die nächsten Besucher vor. Marco und Lafayette standen beziehungsweise saßen in gewohnt voneinander angewiderter Haltung gegenüber zueinander. Ob all der Dinge, die passiert waren, war wohl das Schlimmste für sie zusammenarbeiten zu müssen. Im Grunde war es belustigend und doch schwang auch das ungute Gefühl mit, was jeder von beiden wohl versuchen würde aus ihrer Position rauszuholen. Lafayette hatte diesbezüglich wohl schon exakte Vorstellungen. Zumindest wenn man dem Blumenstrauß in seiner Hand nur einen weiteren Gedanken hinzufügte. Hatte er seine Lektion nicht beim ersten Mal gelernt? Wobei er es sich aber dennoch nicht nehmen ließ Ava anzugraben. So wirklich clever erschien er mir in diesem Moment nicht mehr. Ich hoffte inständig, dass wir unbemerkt an den beiden vorbeikommen würden. Krathus hatte sich völlig unnötig eine Verkleidung übergeworfen, die zu allem Überfluss auch noch Stelzen beinhaltete. Das Klacken bei jedem Schritt überspannte meine Nerven. Aber es machte dein Eindruck, als wenn die beiden Kontrahenten zu sehr aufeinander fokussiert gewesen waren, als das ihnen Irgendetwas anderes auffiel. Nicht einmal, als der Strauß plötzlich eher gerupft aussah. Weil es unklar war, wie lange wir für das Aufspüren von Angstrum brauchten ging Ava zunächst allein los. Wir anderen warteten solange im Compound. Garret und ich hatten dort die wenig dankbare Aufgabe Krathus davon abzuhalten einfach loszumarschieren, um seine Mutter zu besuchen. Mir ging es da vom Verlangen her nicht anders, aber derzeit war es einfach keine gute Idee. Ava erzählte bei ihrer Rückkehr dann, dass Angstrum und Melody sich wohl irgendwo anders niedergelassen hatten. Wenn sie nicht mehr in Zoica waren, dann vielleicht in Azoicstrum? Er würde den Nexus kaum freiwillig den Rücken kehren. Wir fassten also den Plan dort nachzugucken. Dann klopfte es plötzlich an der Tür. Als wir vorsichtig öffneten stand dort plötzlich diese merkwürdige Taube Meta aus dem Kubus vor uns. Wie sie uns gefunden hatte, war beunruhigend und es stellte sich die Frage, ob somit Shadar bereist Bescheid wusste. Ihr Ansinnen war es aber lediglich uns die Gewinne aus dem Rätselspiel zukommen zu lassen. Garret entschied sich den Flügel in das Theater des Compounds zu wünschen. Was mit Calas’ Statue passieren sollte, das müsste er selbst entscheiden. Dann schlugen wir den Weg zu Chrylax’ Haus ein. Da er in der Akademie tätig war würden wir den Teleportzirkel zur Abwechslung einmal ohne feurige Gefahr nutzen können. Erneut unsichtbar schritten wir durch die Stadt. Das einzig Auffällige waren zwei Jugendliche, die gerade mit den Händen voller Edelsteine aus einem Juweliergeschäft spazierten, nachdem es dort einen Knall gegeben hatte. Der Besitzer schien davon keine Notiz zu nehmen. Doch das war nichts worum wir uns derzeit kümmern konnten. Der Teleport nach Azoicstrum verlief ohne Schwierigkeiten. Vor Ort angekommen landeten wir aber nicht wie erwartet in Angstrum’s Turm. Vielmehr sah hier alles nach einem gigantischen Vogelnest aus. Alles war aus Zweigen jedweder Dicke gebaut. Und als wir schlussendlich den Bugbear und Melody in intimer Position vorfanden, konnte man diesen Ort ohne Bedenken ein „Liebesnest“ nennen. Wir vermittelten den beiden kurzerhand was unsere Absicht war. Dabei ging ich spezifisch auf die Gefahren für Leib und Leben der beiden ein, wenn Angstrum auf Dauer mit dem Nexus verbunden bliebe. Seinen gedanklichen Fokus zu erhalten war schon schwer, ihm aber den Nexus madig zu machen noch deutlich komplizierter. Seit er dessen Macht besaß war sein Leben deutlich besser verlaufen. Konnte es ihm daher kaum übel nehmen sich gegen die Aufgabe zu wehren. Er fühlte sich abhängig von ihm, um Melody weiterhin all die bisherigen Annehmlichkeiten bieten zu können. Dass sie ihn tatsächlich für die nervige Person liebte, die er war, kam für ihn überraschend. So stimmte er zu. Um möglichst ungesehen fortzufahren, ließ Angstrum den in dieses Nest umgewandelte Turm zunächst in Richtung von Toeffel’s Haupthaus gleiten. Natürlich hatte er für diese „Umbauten“ den Nexus verwendet. Doch weit weniger auslaugend, als ich erwartet hatte. Gleichwohl zu viel, um im späteren Verlauf meine Armschiene zu laden. So fiel die Idee flach die Yuan-ti mit unserer eigenen Nexusmacht zu beschwichtigen. Der Bugbear brachte uns dann unsichtbar ins Innere und hinab zum Nexus selbst. Wobei er auf dem Weg scheinbar diverse neue Sicherheitseinrichtungen zu deaktivieren schien. Jetzt, da wir vor dem Nexus standen, war es Zeit, dass Angstrum die Kontrolle abgab. Doch wusste er zunächst nicht wie. Die Bindung zu lösen erforderte, dass er Willens war diese aufzugeben. Und hier kam der Knackpunkt: Er war keineswegs überzeugt davon. Obgleich ich mit dem Gedanken gespielt hatte seine Gedanken zu beeinflussen nahm ich davon Abstand, nur um durch Melody überrascht zu werden, welche es stattdessen tat. So überredete sie ihn mit magischer Unterstützung uns die Kontrolle zu übergeben. Am Ende war es in tatsächlich das Beste für die zwei. Auch wenn keiner vorausahnen konnte, ob das die Bewohner Azoicstrum’s vor Repressalien bewahren würde. Während wir warteten, dass Angstrum die Bindung aufgab und Krathus sein Banner auflud, nagelte ich Ava darauf fest endlich zu erzählen, was ihr Wiederfahren war. Seit ihrer Rückkehr wich sie schon mehrere Male dieser Frage aus, da wir ja unter Zeitdruck standen. Nun galt es aber mindestens eine Stunde totzuschlagen. Trotz der verfügbaren Zeit war sie aber eher schmallippig. Offenbar hatte der Zinnsoldat sie an einen Ort mitgenommen, wo es ihr gelang sich – bildlich gesprochen – wieder zusammenzusetzen. In der Tat hatte sie durch den Realitätswechsel etwas verloren. Nun, das war keine große Überraschung für mich. Den anteiligen Mangel ihrer Selbst hatte ich am eigenen Leib spüren dürfen. Hingegen war es wohl aber auch so, dass dies ein Part ihrer Persönlichkeit war, den sie Zeit ihres Lebens unterdrückt hatte. Sie bekam allerdings die Möglichkeit sich wieder zu einen und war nun im Gleichgewicht. Es war nicht zu bestreiten, dass sie erneut verändert wiedergekommen war. Die inzwischen dritte Inkarnation Ava’s kennenzulernen war irritierend. Sie hatte bisher einen wilden Mix der beiden vorherigen Varianten gezeigt. Trotz allem war mir aber am Ende nicht klar, ob ich tatsächlich alles richtig verstanden hatte, was in ihrer Abwesenheit passiert war. Noch im Begriff ihre Geschichte zu verarbeiten brach sie aber meinen Verstand vollends, als sie sich für die zuletzt gemeinsam erlebten Wochen entschuldigte. Die Welt stand Kopf. Umgekehrt erfragte sie was aus meinem Familientreffen geworden war. Sie bekam daraufhin die möglichst kurze, wenngleich nicht weniger prägnante Erzählung dieser weniger erfreulichen Ereignisse und ihrer Konsequenzen. In ihrem Gesicht spiegelte sich echtes Mitgefühl wider. Erst jetzt war mir bewusst geworden, wie mir das gefehlt hatte. Verwundert blieb ich mit diesem Gedanken zurück, da sich nun Angstrum zu Wort meldete. Scheinbar war die Bindung nunmehr ausgelöst worden. Jetzt galt es den Nexus an uns zu binden. Die Macht des Nexus war unbestritten, die einhergehenden Gefahren aber auch. Wer immer sich verband würde auch eine Zielschreibe auf dem Rücken tragen. Natürlich wandte Angstrum ein, dass er kein Problem damit hätte sich erneut zu verbinden. Irgendwie fiel die Wahl dann aber zurück auf mich. Ich hätte wohl glücklicher über diese Entwicklung sein sollen, war es doch das was ich wollte, seit wir von dem Nexus wussten. Zu jener Zeit, ohne einen einzigen Gedanken an die Konsequenzen zu verschwenden. Vieles aber hatte sich seither verändert. Mein Grund dies zu tun war unlängst nichtig geworden, dass darüber hinausragende Verlangen nach mehr Macht hatte mir meine leibliche Familie ausgetrieben und nicht zuletzt fürchtete ich meine gewählte Familie damit in Gefahr zu bringen. Doch welcher Idiot hatte sonst stumpf in sein Verderben rennen wollen, um diese Krise aufzuhalten? Nicht, dass ich allzu fest an einen Erfolg glaubte … so haderte ich. Meine Hand war leicht ausgestreckt und ein Blick fiel über die Schulter hin zu der Wand, wo ich schon einmal einen bleibenden Eindruck hinterlassen hatte. Ava fing plötzlich an zu zaubern. Eine Reihe von großen fluffigen Kissen erschienen an besagter Wand. Ein leichtes Grinsen umfing mich, bevor das Stirnrunzeln anfing, da ich die Kissen als Illusion erkannte. Und das war der Moment in dem mich Krathus plötzlich schubste. So stolperte ich völlig überrascht gegen den Nexus, was die befürchtete Reaktion auslöste und mich mit einer Entladung magischer Energie quer durch den Raum schoss. Diesmal drehte ich mich um die eigene Achse. Während des kurzen Flugs sah ich noch Garret, der versuchte mich zu fangen, über dessen Kopf ich aber einfach hinweg rotierte. Direkt durch die illusionären Kissen und gegen die auch in diesem Fall kaum weniger harte Wand. Jeder Knochen im Leib tat mir weh, doch die Bindung war vollzogen. Die Folge des Bindens schien aber auch zu sein, dass nun Blut aus meinen Augen lief. Nicht allzu viel und es stoppte auch immer bei einer gewissen Menge, doch es levitierte unterhalb des Augenlids. Wegwischen war ineffektiv. Wann immer ich aber einen Zauber wirkte, wurde aber in den Körper eingesogen, nur um im Anschluss wieder aufzutauchen. Die zugesprochene neue und eher martialische Optik war keinesfalls beruhigend. Angstrum hatte keine Wirkung wie diese verspürt. War es nicht schön etwa besonderes zu sein … !? Unsere Aufgabe hier war nun erfüllt. In dem folgenden Gespräch mit dem Bugbear warnten wir noch vor potentiellem Ärger und das sie auf der Hut sein sollten. Dabei kam auch heraus, dass Angstrum die damals hierher pilgernden Kobolde gar nicht umgebracht hatte. Vielmehr hatte er sie gewarnt nicht näher zu kommen und dann weggeschickt. Leider aber auch ohne deren Erinnerung mittels des Nexus zu manipulieren. Wusste Shadar deswegen von diesem Nexus? Oder hatte er diese Information viel früher durch andere Quellen schon bezogen? Traf das Erstere zu, dann wäre dies ein wichtiger Hinweis auf seine tatsächliche Macht gewesen. Beim Gehen fiel uns nun auf, dass wir nicht unbemerkt geblieben waren. Keiner hatte die Öffnung der Geheimtür wahrgenommen, doch im Eingang weit über uns stand nun Narach mit gezogener Waffe und äußerst ungehalten. Garret hatte ein Seil für uns hinuntergelassen. Melody flog mit Angstrum hinauf. Und als ich mich in Bewegung setzen wollte verschwamm kurz die Umwelt und wurde in tiefe Schatten getaucht, bevor ich mich nur eine Sekunde später sehr viel weiter oben am Seil hängend wiederfand. Irritiert nach unten blickend sah ich dann Krathus und Ava verschwinden. Das hatte ich schon einmal erleben dürfen, nur als unfreiwilliger Teilnehmer einer Racheaktion des kleinen schuppigen Teufels. Narach zu erläutern, warum wir ohne Einladung hier waren, war ein Ding der Unmöglichkeit. Das Misstrauen gegenüber Magienutzern schwand damit auch nicht gerade. Doch seine feindliche Art war nicht amüsant. Nun pikste er mit seiner Waffe in meinen Rücken, damit ich mich beeilte. Sehr zu unser beider Überraschung hatte dies aber keinerlei physische Auswirkung. Gespürt hatte ich nichts und auch blutete der Einstichort nicht. Verwundert wiederholte er seine Tat, mit dem gleichen Ergebnis. Statt das es alle Beteiligten dabei beließen und wir einfach gingen, hatte sich nun Garret in den Kopf gesetzt seinerseits diesen Umstand zu „testen“. Der kleine Dreckskerl schoß mit einem Satz hinauf und verpasste mir doch allen Ernstes eine ordentliche Backpfeife. Von der in den Hieb gelegten Kraft kam aber nur wenig an, doch es tat nicht weniger weh. Für einen Moment schoss die Wut hoch und ich formte schon den ersten Gedanken mich auf „affige“ Weise zu revanchieren, doch angesichts der Umgebung und der zu vermeidenden Aufmerksamkeit, nutzte ich den gleichen Zauber abgewandelt und machte aus der halben Portion einen Shrimp. Das Pärchen folgte und brachte uns wieder hinauf zu ihrem Nest. Krathus schien amüsiert über Garret’s neue Existenz. Ava beendete den Spaß dann aber, als sie ihn mit Wucht auf den Boden donnerte und die Verwandlung brach. Auf die Erzählung meiner „Unverwundbarkeit“ hin wollte sogleich Krathus auch mal zustechen. Genug war genug. Wieso wollte mich eigentlich jeder in Logothil stechen und bluten lassen!? Nach meinem Ausbruch über diesen nicht haltbaren Umstand kehrten wir schließlich nach Zoica zurück. Nach dem Teleport sorgte ich wieder für ein unsichtbares Auftreten. Eine kurzerhand alarmierte Wache sah somit nur Ava, hatte aber zuvor mindestens zwei Stimmen gehört. Auf die Frage wer nun also noch hier wäre platzte es aus Garret heraus, dass er sein eigener Geist sei. Meine Hand war schon in der Bewegung zu meiner Stirn, konnte sie aber noch rechtzeitig stoppen, bevor auch ich Lärm erzeugt hätte. Im Versuch die Wache davon zu überzeugen, dass er jetzt aber doch nicht Garret sei, behauptete er Angstrum zu heißen. Es wurde von Cent zu Moment absurder. Die Wache trug, soweit wir sehen konnten, einfach beide Namen ein und ließ uns ziehen. Der Weg führte uns zurück zum Compound. Auf diesem vernahmen wir aber Stimmen, die sich darüber freuten in Zukunft wohl für gar nichts mehr zahlen zu müssen. Ava fuhr herum und fand vor sich erneut zwei Jugendliche, scheinbar Studenten der Akademie. Aufgebracht über die Situation, dass sie Magie missbraucht hatten, um jemanden zu bestehlen wurden ihre Augen tiefschwarz, ihre goldenen Strähnen ebenso und sie schiss die beiden in deutlicher Art zusammen. Verängstigt zogen sie davon, versprechend dies nicht zu wiederholen. Ich war derweil völlig erstarrt, ob Ava’s Auftritt. Für einen Moment geisterten mir die Bilder von vor einigen Wochen im Kopf. Es wäre eine Lüge, wenn ich nicht zugab, verunsichert gewesen zu sein. Doch mit ihrer „Rückverwandlung“ fiel zunächst auch dieses Gefühl. Kritischer war, dass keiner von uns bemerkt hatte, dass Marco an der Ecke saß und dies mitbekommen hatte. Sein nüchterner Kommentar ließ keinen Zweifel, dass er glaubte diesen Missbrauch vorhergesehen zu haben. Und man mochte erahnen, dass er damit ebenso eine indirekte Warnung in die Zukunft aussprach. Nach meinem Verständnis war es aber egal, ob jemand Magie nutzte oder ein Schwert, um seinen Willen durchzusetzen. Einen Verhaltenskodex brauchte beides. Wir zogen weiter, auch wenn mir ein weiterer von Marco’s Kommentaren Bauchschmerzen bereitete, der durchblicken ließ, dass er uns andere wahrgenommen hatte. In unseren Räumen im Compound eingetroffen löste ich dann die Unsichtbarkeit, doch Krathus war verschwunden …]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ralkarion/Sitzung-109.html</link>
			<pubDate>Sun, 22 May 2022 22:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 108</title>
			<description><![CDATA[Lia dazu zu veranlassen nicht unbedingt hier und jetzt über alles zu reden erwies sich als ein Ding der Unmöglichkeit. Diese … Frau hatte in der Vergangenheit schon ein Desaster nach dem anderen ausgelöst und verstand es perfekt unüberlegt vorzupreschen. Es war lästig. Zumindest gelang es Qwe endlich aus dem Hörbereich heraus zu komplementieren. Danach erläuterte Lia dann kurz, dass es sich bei dem Inhalt des Buches – wie wir schon angenommen hatten – um eine von ihr zuvor erwähnte gesamte Bibliothek handelte. Der Schlüssel Shadar aufzuhalten wäre folglich irgendwo darin verborgen. Das waren gute Nachrichten. Mein Wunsch ihr mit dem besagten Buch eine überzuziehen war dagegen wohl weniger hilfreich, weswegen ich ihn versuchte zu unterdrücken. Sie wollte, ohne nachzudenken, direkt aufbrechen, doch wir hatten unsere vermeintliche Tarnung zu verlieren. Das größte Plus war, dass wir als „aus dem Spiel genommen“ galten, ein Vorteil, den es so lange wie möglich zu bewahren galt. Leider war sie der Inbegriff eines Hausdrachen … Mehr schlecht denn Recht kamen wir überein unsichtbar in den Compound zu schleichen. Der Zinnsoldat hatte Ava angekündigt. Und ich wollte mir erneut verbale Einläufe durch sie ersparen, nur weil ein Treffen nicht eingehalten wurde. Zuletzt war unser Verhältnis eh schon nicht das Beste gewesen – milde ausgedrückt. Zugleich verließ uns nunmehr Calas, was unsere Gruppenstärke immens schwächte. Ehrlicherweise blickte ich nicht sehr positiv in die Zukunft was diesen Austausch anging. Krathus hingegen schien aber bereits Feuer und Flamme. Lia ließ es sich nehmen den eh schon mitgenommenen Calas für sein Gehen einen Spruch zu drücken. Als sie auch noch erfuhr, dass ihre Mutter hier sei, war sie schon beinahe zur Tür raus. Wir würden Al’Chara brauchen, da sie irgendeinen Schutzzauber auf den Zugang zur Bibliothek gelegt habe. Bis zu diesem Zeitpunkt war nicht ein anerkennendes Wort zur zweimaligen Rettung „ihrer Hoheit“ ausgesprochen worden, oder zumindest eine entgegenkommendere Stimmlage. Nun stellte ich mir vor in Kürze zwei Therions in einem Raum zu haben. Ich überlegte, wie lange ich diesem Umstand wohl aushalten würde, bevor ich verzweifelt dem großen Roten die Treue schwören würde, nur damit dies endlich ein Ende hätte … Nachdem wir uns von Calas verabschiedet hatten, setzten wir uns in Bewegung. Durch die Stadt zu gelangen war einfach, da um diese Zeit auch nicht mehr viel auf den Straßen los war. Der Compound hingegen war wider Erwarten belebt. Das Äußere war hell erleuchtet und es sah danach aus, als wäre eine Veranstaltung im Gange. Wir schlichen an den Wachen vorbei in den Innenhof. Die Kutschen begutachtend fanden sich bekannte Embleme auf diesen. Pashar, Lafayete und viele weitere bekannte Personen waren scheinbar einberufen worden. Krathus ließ uns derweil beinahe auffliegen, da er mit Lafayete’s Panther zu spielen begann. Wir gelangten schlussendlich ins Hauptgebäude und schafften es bis zu unseren Räumen zu gelangen. Für den Moment würde uns hier niemand erwarten. Die Gelegenheit nutzend überprüfte ich zunächst erfolglos, ob Ava in ihrem Raum war. Jetzt galt es Al’Chara ausfindig zu machen. Lia wollte schon wieder einfach losmarschieren, doch konnten wir schließlich vereinbaren Garret unsichtbar loszuschicken, um ihre Mutter und Ava zu finden. Es dauerte einige Zeit bis der Halbling wieder zurückkehrte. Im Schlepptau hatte er dann auch die beiden Gesuchten. Ein leichter Schauer zog mir über den Rücken. Welche der beiden nun eintretenden „Damen“ dies verursachte war aber nicht zu differenzieren. Anders als erwartet schien Ava anders. Es fehlte die martialische Kriegsbemalung und sie hatte definitiv neues Equipment. Besonders die Rüstung fiel ins Auge. Die goldenen Strähnen waren noch da. Auf die Nachfrage wie es ihr ergangen sei antwortete sie ruhig und der Gesichtsausdruck war beängstigend gelassen. Fast surreal wirkte ihre Frage nach dem Auffinden meiner Familie. War sie wieder sie selbst oder erneut jemand anders? Ich war verwirrt. In einem Kurzabriss erfuhren wir, dass die Yuan-ti für das Ereignis im Compound verantwortliche zeigten. Scheinbar versuchten sie durch Diplomaten und Künstler, welche Garret als höchst suspekt einschätzte, hier Fuß zu fassen. Indes hatte Al’Chara durch ihre bloße Präsenz den Raum erfüllt. Lia wollte übereifrig wie zuvor lospoltern, wurde aber von ihrer Mutter in die Schranken gewiesen. Ihre ganze Aufmerksamkeit galt uns. So erläuterten wir so kurz es eben möglich war die Sachverhalte. Die Tatsache, dass Lia ein gutes Dutzend an Versuchen unternahm sich in dieses Gespräch einzuklinken und jedesmal die kalte Schulter Al’Chara’s zu spüren bekam war eine Genugtuung. Das Grinsen zu unterdrücken fiel mir daher schwer. Lady Therion war wenig begeistert über die Entscheidungen Cenereth’s. Mit all dem was wir nun wussten, war es aber gut möglich, dass sie andernfalls kaum mehr am Leben gewesen wäre und somit unsere Chance in die Bibliothek zu gelangen zunichte gemacht worden wären. Nunmehr war dies ein Stichwort, bei dem Lia endlich dazu eingeladen wurde auch etwas beizutragen. Das schützende Siegel zum Eintritt in den Tessarakt hatte ihre Mutter wohl gesetzt, aber selbst nicht gewusst was sich dahinter verbarg. Mit allen relevanten Personen vereint an diesem Ort konnten wir aber nun hinein. Obgleich die Erklärungen gegenüber ihrer Mutter wo sich dieser Zugang befinden sollte bei uns eher Unverständnis auslöste. Aber kaum waren wir in das Buch eingesogen worden verdeutlichte sich das Gesagte. Vor uns tat sich eine völlig absurde Phantasiewelt auf. Als hätte man alle Zuckerschockalbträume und Jahrmärkte zu einem Bildnis vereint. Für so einen abgefahrenen Trip hätte es normalerweise unfassbare Mengen Paddo gebraucht. Etwas entfernt befand sich ein von Wasser umgebener Turm, es regnete Süßigkeiten, Gnome sangen und tanzten nebenan, ein schillernder Regenbogen stand am Himmel und warum war der Boden so fluffig!? Alles hier drin schrie „Spielplatz der Prinzessin“. Lia’s Gesicht war mit einem mal leuchtend rot. Uns in ihre Kindheitsphantasien mitzunehmen war ihr sichtlich unangenehm. Gerade als ich dachte es könnte nach der Demütigung durch ihre Mutter nicht besser werden … es war glorreich und meine Mundwinkel taten bereits weh. Im Wasser schwamm zudem eine überdimensionierte Haiflosse. Lia erläuterte kurz, dass es ungefährlich sei aber jemand den „Hai“ kraulen müsste, damit wir weitergehen konnten. Diese Ehre überließ ich nur zu gerne ihr selbst. Viel peinlicher konnte es kaum noch werden, was sich gut in ihrer nun devoten Art widerspiegelte. Wir machten uns auf zum Turm, wo sich angeblich der Zugang zur Bibliothek befinden würde. Es gab nichts, dass uns hier im Wege stand. Oben angekommen folgten wir in Lia’s persönliches Zimmer. Scheinbar ihr Rückzugsort innerhalb dieses Rückzugsortes. Kitschiger und klischeehafter ging es kaum. Wahrlich das Spielzimmer einer verwöhnten Prinzessin. Hier befand sich nunmehr auch der besagte Zugang. Eine winzige Tür, deren Siegel nun durch Al’Chara entfernt wurde und durch welche wir hindurchschritten, nachdem wir einen Verkleinerungstrank nahmen. Auch wenn Krathus nur wenig Interesse hatte eine Bibliothek zu besuchen. Der Anblick war immens. Soweit das Auge reichte und in jedwede Richtung wurde diese Zwischenebene von vollen Bücherregalen durchzogen. Es mussten tausende Bücher sein, wenn nicht viel mehr. Wo sollten wir nur anfangen? Zufällig etwas herauszuziehen brachte nur wenig Nutzen. Jedes Buch hatte Querverweise auf andere Bücher. Cenereth hielt wohl nichts von einem linearen Schreibstil. Nach einiger Zeit fiel Ava wieder ein, dass sich im Buch der Blutmagie aber ein ähnlicher Verweis befunden hatte. Dies als Ausgangspunk nehmend begannen wir unsere Recherchen. Stunden um Stunden vergingen. Irgendwie wurden wir aber nicht müde und auch nicht hungrig. Die Konzentration blieb gleichsam intakt. Es war ein eigenartiges Gefühl. Krathus schien hier drinnen aber seine Probleme zu haben. Wir wälzten Buch um Buch. Mit der Zeit erfuhren wir all die Details, die zum Bau der Nexi führten. Mehr noch aber erlangten wir Einsichten über deren Funktionsweisen. Final aber kam der wichtigste Aspekt: Hinweise auf den geplanten Aufstieg Shadar’s zu einer Gottheit. Scheinbar brauchte es dafür je fünf Kugeln eines jeden Nexus, um das Ritual zu starten. Wobei aber die Nexi selbst während dieser Zeit konstant mit Energie versorgte werden mussten. Das bedeutete, dass es möglich war den Aufstieg in der Tat zu verhindern oder zumindest so weit zu verzögern, bis eine endgültige Lösung gefunden war. Wenn mein Zeitgefühl mich nicht trog und die Anzahl der gelesenen Bücher stimmte, dann waren wir inzwischen Monate hier drin, vielleicht sogar schon ein Jahr. Auch waren wir an einem toten Punkt angekommen. Cenereth hatte noch so viel hier zu stehen, dass sich aber unseres Verständnisses völlig entzog. Mit den gefundenen Antworten entschieden wir nun es gut sein zu lassen. Beim Heraustreten rempelten einer den anderen an. Krathus stand obgleich seines frühzeitigen Verschwindens aus der Bibliothek direkt im Eingang. Ich stieß dafür mit Ava zusammen. Al’Chara blickte etwas ungläubig und hatte diesen unangenehmen Unterton, als sie danach fragte, wieso wir kaum eine Sekunde weg gewesen wären. Es war ein geniales Studierzimmer jenseits vom herkömmlichen zeitlichen Ablauf. Es war allerdings auch irritierend, dass wir trotz all der Zeit so fokussiert waren, dass wir keinerlei persönliche Gespräche geführt hatten. Und erst jetzt fiel mir auf wie unkompliziert unsere Zusammenarbeit da drin war. Besonders als Ava und ich allein da drin gewesen waren, nachdem Lia, Krathus und Garret über verschiedenste Zeiträume offenbar die Bibliothek verlassen hatten. Wir vermittelnde kurz unsere Eindrücke bevor wir entschieden Richtung Ausgang zu gehen. Doch bevor wir diesen Ort verließen teilten wir noch unsere Gedanken. Was würden wir nun tun? Viele Informationen und Überlegungen flossen in die Diskussion ein. Mit all den neuen Details war es möglich die Gesamtsituation völlig neu zu bewerten, aber auch lose Enden zu verknüpfen. Trotzdem war es keine leichte Aufgabe einem angehenden Gott diesen Status abzuringen. Erst einmal brauchten wir einen Ausgangspunkt. Die Nexi ihrer Aufladungen zu berauben erkaufte uns Zeit und den einzig einfach kontrollierbaren hatten wir in Azoicstrum. Also kamen wir überein diesen in unsere Kontrolle zu bringen. Außerdem mussten wir noch eine Vereinbarung mit Mundi erfüllen. In der Zukunft könnte er sich als brauchbarere Alliierter erweisen, doch dazu müsste Lia wieder zu ihm zurückkehren. Egal wie ich zu ihr stand, aber es war nachvollziehbar, dass sie dies nicht als verlockend empfand. Die Therion’s waren schon aus dem Buch geschlüpft als wir noch sprachen. Jetzt aber folgten auch wir. Lia’s hochroter Kopf war noch existent. Und die Bitte, die sie nun aussprach, musste ihr wahrlich schwergefallen sein auszusprechen. Denn sie erbat, dass wir kein Sterbenswort über ihre Kindheitsphantasien mit anderen teilten. Die Demut stand ihr. Krathus, Garret und ich stimmten zu. Ava nutzte die Gelegenheit unbelastet in die Beziehung zu Lia hineingekommen zu sein im Gegenzug unser überlegtes Vorhaben Lia und Mundi wieder zueinander zu bringen aktiv zu verkaufen. Niemand verlangte von ihr dort zu verweilen, aber der potenzielle Nutzen Mundi’s zu helfen Shadar aufzuhalten war gegeben. Widerwillig schien sie dies zumindest nicht vollkommen abzulehnen. Al’Chara wies darauf hin, dass es besser wäre Posetine einzuweihen. Schließlich sei sie die Herrscherin und vorenthaltene Informationen mochten einen negativen Ausgang auf die Ereignisse haben. Ich erläuterte ihr die Bedenken, die Cenereth hatte. Doch sie gab wiederum zu Bedenken, dass sie selbst diesen Fehler gemacht hatte, als sie uns nicht über alles informiert hatte. Vielleicht wären die Dinge dann anders ausgegangen. Wenn sich aber Posetine dazu entscheiden sollte sich ihrem Vater anzuschließen, oder gar von Macht besessen durchdrehen würde? Mir schwante übles, als ich darüber nachdachte welche Zerstörung sie über die Region bringen könnte beim Versuch Shadar aufzuhalten. Die beste Option die Nexi trocken laufen zu lassen war all ihre Quellen zum Versiegen zu bringen, was ein verbranntes Ödland zurücklassen würde. Doch wurde uns ein Teil der Entscheidung abgenommen. Gerade als Lia im Begriff war sich die Beine zu vertreten, was wir vehement versuchten zu verhindern, da auch sie als tot galt, stand jetzt Posetine im Gang. Ihre Attitüde hatte sich in den von uns übersprungenen Wochen wieder stark verändert. Wenige Worte, dafür gezielt und fordernd. Sie wuchs mir etwas zu schnell in die Rolle einer Herrscherin, die sich nicht in die Karten blicken ließ. Es war kaum Überraschung in ihrem Gesicht, als sie uns sah. Aber sie verlangte zu erfahren was es mit diesem heimlichen Treffen auf sich hatte. Im Versuch nicht anzuecken, begann ich sorgsam meine Worte zu wählen, nur um vom gelangweilten Krathus direkt unterbrochen zu werden. So ließ er dem Wasserfall an Informationen ungehindert freien Lauf, während ich innerlich überlegte ihn zur Strafe ein paar Sekunden in die Bibliothek zu sperren. Posetine nahm es völlig neutral auf. Ihre verbale Reaktion zum Abschluss suggerierten ihr Interesse an dem Gesagten, ihr Gesicht aber wirkte steinern. Sie ging mit den Worten, dass sie darüber nachdenken und uns morgen ihre Entscheidung mitteilen würde. Hatten wir soeben einen Kardinalfehler begannen? Wir ließen den Abend ausklingen und hofften das Beste. Sehr zum Missfallen von Lia hieß es auch weiterhin erst einmal ungesehen zu bleiben. Am nächsten Tag ließ uns Posetine wissen, dass sie ihre Entscheidung getroffen hätte und wir sie aufzusuchen hatten. Im Zuge der Ereignisse und der Tatsache, dass wir uns zuvor als vertrauensvoll herausgestellt hatten ernannte sie uns nunmehr zu Champions in ihrem Namen. Wir erhielten goldene Drachenschuppen von ihr, die scheinbar über gewisse magische Eigenschaften verfügten. Ich denke wir waren zunächst alle erleichtert, doch in mir trug ich einen Samen des Zweifels. Cenereth’s Worte hallten nach. Zwar hatte sie bisher keinen eklatanten Anlass gegeben an ihr zu zweifeln, aber ihr sich so schnell veränderndes Verhalten ließ mich mit einem mulmigen Gefühl zurück. War sie bereits dem Machthunger verfallen, spann sie gar eine Intrige sich selbst der Nexi zu bemächtigen? Nach all den erlebten Ränkespielen verblieb eine gewisse Paranoia ...]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ralkarion/Sitzung-108.html</link>
			<pubDate>Sun, 15 May 2022 22:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 107</title>
			<description><![CDATA[Nur mühevoll gelang es uns in den Runenkreisen Platz zu finden. Die Orks kehrten konstant wieder und versuchten alles unser Vorhaben zu unterbinden. Zwischendrin verlor ich das Bewusstsein, doch trotz allem gelang es die Aktivierung zu vollziehen. Zu unserer Überraschung öffneten sich die Portale, so dass wir hindurch schlüpfen konnten. Ich hoffte nur, dass Calas nicht wieder stecken bleiben würde. Diesmal wäre dies noch fataler gewesen. Doch meine Sorgen blieben unbegründet. Ziemlich angeschlagen atmeten wir erst einmal tief durch, als im nachfolgenden Raum uns nicht sofort etwas ansprang. Es gab vier höher gelegene Bereiche, einen in jeder Ecke des Raumes. In der Mitte stand eine hohe Säule. Auf ihr waren Schriftzeichen oder Runen, die wir aber nicht sofort zu lesen vermochten. Calas und ich starteten jeweils einen Zauber, der ein wenig Vorbereitung benötigte, bis er aktiv wurde. Dass wir beide in der Lage waren den gleichen Zauber zu wirken war wahrlich Zufall. Jedoch stolperte der Drachengeborene konstant über seine eigene Zunge, was es schwer machte mich auf meinen Spruch zu konzentrieren. Ganz zu schweigen von dem Radau, den Krathus und Garret stets veranstalteten … Nachdem wir fertig waren, verifizierten wir die Inschrift. Sie stimmte mich nicht wirklich glücklich. „Welcome to the room of death and suffering. Only the dead or dying may leave.“ Nebenher wurden wir von den anderen auf die merkwürdig aussehen Wände aufmerksam gemacht. Dies war kein Stein. Eher wirkte es schuppenartig und aus gewissen Ritzen trat scheinbar Blut aus, wenn jemand in den Ecken stand. Wobei die Person selbst auf unbekannte Art Schaden erlitt. Krathus hatte dies in seiner typisch unbedachten Weise getestet. Ausgehend von der Inschrift und der Wirkung in den Ecken diskutierten wir was getan werden müsste, um den Raum verlassen zu können. Ob es an meiner körperlichen oder aktuell geistigen Verfassung lag, vermochte ich nicht zu sagen, aber es erschien mir, als gäbe es nur einen Weg: Jemand müsste sich opfern. Und so bot ich mich an. Calas musste seine Familie finden und mein Verantwortungsgefühl ließ es nicht zu es Krathus machen zu lassen. Blieben noch Garret und ich. Mein Gesundheitszustand war sowieso schon niedrig. Doch Calas intervenierte. Laut seiner Annahme mochte es wie mit dem Kristall sein. Wenn wir uns ausruhten und dann Gesundheit opferten, kämen wir gegebenenfalls nach einiger Zeit frei. Ich war unsicher, aber zumindest wäre es besser als zu sterben. So rasteten wir zunächst. Als wir uns besser fühlten begannen wir einen Plan zu ersinnen mit dem gestellten Rätsel umzugehen. Wir stellten uns alle auf je eine der Erhebungen. Je länger wir den Schmerz erduldeten, desto schwächer wurden wir und mehr und mehr Blut floss aus den Wänden hinab. Von Tropfen, über Rinnsale, hin zu einem Schwall. Irgendwann wurde mir schwarz vor den Augen. Die letzte Wahrnehmung war der näherkommende Boden. Irgendwann schlug ich die Augen erneut auf. Jedoch war ich unfähig mich zu bewegen. Aus dem Augenwinkel vernahm ich lediglich einen von uns in einem Käfig, wie dem meinen und scheinbar ebenso regungslos. Die Szenerie war kaum weniger positiv. Eine große Treppe führte mittig hinauf zu einer gigantischen Statue einer Kreatur, deren Maul weit aufgerissen war. Um uns herum waberte eine Art Nebel. So etwas wie Kultisten waren im Ram verteilt. Es handelte sich um Yuan-ti in Kapuzenroben. Einige waren mittig auf einer Art Tribüne versammelt, wohingegen ein paar andere Personen aus den überall an den Wänden befindlichen Käfigen herausholten, die Treppe hinaufführten und schließlich in das Maul der Statue warfen. Woraufhin kurz darauf neue Opfer in den Käfigen erschienen. Sie „fielen“ von oben herab und landeten in einem Käfig. Langsam machte sich Panik breit. Diese Paralyse setzte dem Schrecken wirklich die Krone auf. Was war dies nur für ein perverses Spiel!? Dann sah ich, wie sie Krathus die Treppe hochführen. Ich versuchte mit aller Macht mich zu bewegen, zu reagieren. Doch jedweder Versuch schlug fehl. Es folgten Calas und dann Garret. Waren sie etwa alle tot? Als die Kultisten nunmehr bei mir angekommen waren, fiel mir das auffällige Amulett ins Auge, welches sie trugen. Verzweifelt versuchte ich mich eines mit meiner Magie zu bemächtigen. Es gelang mir beinahe es in meinen Besitz zu bringen, mich eventuell wieder bewegen zu können und diese geschuppten Bastarde mit in die neun Höllen zu nehmen. Doch wurden meine Bemühungen jäh zunichte gemacht. Obendrein wollten sie wohl kein Risiko eingehen, woraufhin mich etwas am Kopf traf und ich bewusstlos wurde. Ich erwachte auf einer steinernen Wendeltreppe umgeben von den anderen. Dieses Schwarz werden vor den Augen wurde allmählich so etwas wie ein Sport … ein höchst unzufriedener noch dazu. Positiv verblieb die Tatsache, dass wir scheinbar an unserem Ausgangspunkt angekommen waren. War dies alles eine merkwürdige Form der Halluzination gewesen? Meine schmerzenden Glieder waren da anderer Ansicht. Und wo waren Shadar und Lia? Hatte Cenereth entfliehen können? Calas und Garret wollten kurzerhand an die Oberfläche, um dort nachzugucken. Krathus und mich trieb es nach. Ob ein Aufteilen jetzt wirklich sinnvoll gewesen sein mochte war unklar, doch hätte man uns umbringen wollen, dann wären wir es nun auch. Cenereth’s Arbeitszimmer war völlig verwüstet worden. Es erschien, als habe jemand versucht voller Wut und sehr gewissenhaft alles zu vernichten, insbesondere die hier einst vorhandenen Bücher. Klitzeklein waren sie zerfetzt worden. In einer Ecke saß Lia. Sie wirkte kaum bei Sinnen. Die einstige arrogante Erhabenheit war den in die Leere starrenden Augen und einem Sabberstreifen aus dem Mundwinkel gewichen. Einen Dämpfer hatte sie sicher verdient, aber das sah schlimm aus und fühlte sich falsch an. Krathus hatte derweil einen Brief entdeckt. Nachdem Calas und Garret zu uns stießen, erzählten sie zunächst was sie oben vorgefunden hatten. Cenereth war tot. Und sein Leichnam in Drachenfirm war als Statement weit aufgespannt und aufgeschlitzt zurückgelassen worden. So viel zu diesem „Alliierten“. Wenn diese Drachen nicht so ein unfassbares Ego gehabt hätten, wären Dinge gegebenenfalls anders gelaufen. Es war Zeit für den Brief geworden. Shadar machte sich in diesem einen Spaß daraus uns zu verballhornen. Darüber zu schwadronieren was er plante und welches Ergebnis wir vorfinden würden … mehr als 50 Jahre später. Doch in diesem Punkt irrte er. Dank Tanaos Ayumu hatten wir den Kubus in viel kürzerer Zeit bestritten. Ausgehend vom schlechten körperlichen Zustand Lia’s und dem Verwesungsgrad Cenreth’s mussten es zwischen zwei und drei Wochen gewesen sein, die wir verpasst hatten. Gleichermaßen offerierte er einen Blick in die Zukunft, in der wir uns laut seiner Einschätzung hätten befinden sollen. In dieser würden die Sardak und gegebenenfalls sogar der Nachkomme Harkis’ über das einstige Zoica herrschen. Shadar selber wäre nun ein Gott und hätte diese Gefilde hinter sich gelassen. Es schien zumindest, als ob er sich in der Tat nicht um irgendwas weltliches scheren würde. Mit Ausnahme der Nexi, um seinen Plan zu verwirklichen. Auch wurde klar, dass er unlängst wusste, wo der letzte Nexus war. Doch dieser musste auch aufgeladen werden und mit dem Wiederaufbau der Akademie würde er in den kommenden Jahren oder Jahrzehnten entsprechend an den Magienutzern der Region vollsaugen können. Diese Erkenntnis traf heftig. So gesehen hatte Marco mit seiner Einstellung zur Akademie auf Umwegen einen legitimen Grund angeführt, ohne den größeren Zusammenhang zu kennen. Es war trotz allem nicht weniger frustrierend. Zu guter Letzt kam etwas überraschend eine Einladung an Krathus sich nunmehr seinen Anhängern wieder anschließen zu dürfen. Wobei er dann auch in seinen Gebeten an den neuen Gott Shadar Logoth einbetten sollte, woher diese grüne Energiekugel an seinem Banner stammte. Alles in allem hätte es deutlich schlimmer kommen können. Wir waren dem Zeitplan dieses Drachen weit voraus. Und wir hatten einen Vorteil: Zu diesem Zeitpunkt wusste er nicht, dass wir wieder hier waren. So nahmen wir zumindest an. Um genauer zu verstehen wieviel Zeit vergangen war, stellte ich eine anonyme Anfrage im Kommunikationsbuch. Während Calas und Garret auch nochmal nachdrücklich versicherten, dass der Teleportturm wohl noch stehen würde. Was immer wir vor hatten, wir kämen zumindest schnell von hier weg. Während Krathus fast schon überschwänglich freudig seiner Einladung entgegen blickte – was mich wieder einmal an seinem Verständnis für die Situation zweifeln ließ –, zeigte sich Calas indes verzweifelt. Die verstrichenen Wochen schienen sich schwer auf sein Gemüt zu legen, denn es war Zeit, die ihm fehlte, seine Familie zu finden. Vieles mochte inzwischen passiert sein. Notdürftig versuchte ich ihn aufzubauen und Hoffnung zu geben. Aber es waren doch nur Worte. Aufgrund Von Lia’s schlechtem Zustand und da wir sie keinesfalls hinterlassen konnten, versuchte ich ihr etwas zu trinken zukommen zu lassen und sie dann erst einmal hinzulegen. Dabei fiel ein Buch hinab, das sich zwischen ihr und der Wand befunden hatte. Es erschien höchst seltsam, dass dieses Buchband so einfach die kontrollierte Zerstörung des Innenraumes überstanden haben sollte. Der Titel war eingängig. „The Adventures of Princess Therion“ prangte auf dem Einband in drakonischer Schrift. Ebenso eingängig war der Inhalt … welcher aus leeren Seiten bestand. Das Buch selber war scheinbar magischer Natur und irgendwie überkam mich bei der Analyse die Begrifflichkeit des „Weltenbuches“. Doch mit dieser Terminologie konnte ich wiederum nichts anfangen. Die Seiten waren nicht beschreibbar, Tinte perlte einfach ab und tropfte hinab. Gleichermaßen wurde klar, dass ein Zauber auf Lia lag. In einem Anflug von, für seine Verhältnisse, überragender Intelligenz überraschte Krathus mit dem Vorschlag sie einfach mal Qwe vorzustellen. Das vermochte in der Tat eine Möglichkeit zu sein ihr zu helfen. Hoffend, dass der Zauber keine bleibenden Schäden hinterlassen würde. Da wir unseren Vorteil in den Augen Shadar’s „aus dem Spiel genommen zu sein“ beibehalten wollten, entschieden wir erst einmal verdeckt zu operieren. Da wir bei der Nutzung des Teleportzirkels aber Aufmerksamkeit erzeugen würden, hieß dies bis zum Abend zu warten. Es gab uns Gelegenheit zu verschnaufen, Lia ein klein wenig aufzupäppeln und uns auszutauschen. Calas nutzte dies uns darüber zu informieren, dass unsere gemeinsame Zeit in Kürze zu Ende sei. Er machte sich immense Sorgen um seine Familie. Obgleich er die Aufgabe, der wir uns verschrieben hatten, völlig verstand, so war dies für ihn dennoch von höherer Priorität in diesem Augenblick. Wer hätte das besser verstanden als ich … Ich musste aber zugeben, dass er ein zuverlässiger Verbündeter war und ich, obgleich des ruppigen Starts, eine freundschaftliche Verbindung empfand. So sagte ich ihm jedwede Unterstützung zu, die er noch benötigte, um sich ab Zoica auf den Weg machen zu können. Und ich hoffte aus ganzem Herzen, dass seine Suche Erfolg haben würde. Irgendwann am Abend kam dann auch eine Antwort vom Zinnsoldaten im Buch. Es war in der Tat so viel Zeit vergangen, wie wir geschätzt hatten. Mehr noch starrte ich ob der folgenden Textzeilen schlicht ungläubig drein. Es erklärte Ava’s baldige Rückkehr nach Zoica und ob wer auch immer so naiv nach der Zeit gefragt hatte wüsste, wo sich die Gruppe um Garret befände. Um weiter unsere Rückkehr zu verschleiern schrieb ich mit links und verwies darauf, dass es dieser Personen halber etwas gegen Mitternacht im Compound zu klären galt. Als uns die Nacht umfing brachen wir schließlich auf. Calas trug Lia. Zoica erwartete uns. Einen Teleport später standen wir an unserem Bestimmungsort. Dies war ungewöhnlich, denn eigentlich erwarteten wir zu fallen. Scheinbar hatte es aber Baumaßnahmen gegeben, die dazu führten, dass die Teleportausgangspunkte nunmehr begehbar waren. Kurzerhand machte ich uns unsichtbar und wir schlichen aus dem Gebäude an der einzigen Wache vorbei. Chrylax Anwesen war das Ziel, denn hier vermuteten wir weiterhin Qwe. Dort angekommen zeigte sich, dass Melody ihre Unterkunft im Garten wohl geräumt hatte. Ein Grinsen lag mir auf den Lippen. Das Date war wohl gut verlaufen. Qwe war nirgends zu sehen, doch aus dem Keller vernahmen wir dann Geräusche. Da wir uns nicht vollends zu erkennen geben wollten ging Calas alleine vor. Wie gehabt war Chrylax überaus freundlich in seiner Begrüßung. Zumindest hatte er wohl ein weiteres Kommunikationsbuch für Calas. Als dieser wieder zu uns stieß folgte kurz darauf auch Qwe, der unten mit Chrylax gearbeitet hatte. Das war genau, was wir nicht gebraucht hatten. Die Unsichtbarkeit brach und plötzlich schüttelte Lia ihren vegetativen Zustand ab. Dem Beholder vermittelten wir eindringlich sich umzudrehen, wessen er auch nachkam. Lia war jedoch außer sich. Sie begann fast brüllend nach dem Buch zu fordern. Alle Versuche sie zu beruhigen waren ergebnislos. Für eine dahinvegetierende hatte sie zudem noch eine Menge Kraft übrig behalten, als sie mich schlicht packe und vom Boden anhob. Sie zu bitten ruhig zu sein zeigte etwa so viel Wirkung, wie dem Regen zu sagen nicht nass zu sein. Sie entriss mir das Buch so wie meine Hand es aus dem Rucksack zog. Dann öffnete sie es und … wurde von ihm eingesaugt. Gleich darauf spuckte es sie wieder aus. Nun schien sie etwas ruhiger und erleichtert. Sie plapperte etwas davon, dass der Tesserakt ihres Vaters noch da sei und es somit Hoffnung gäbe.]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ralkarion/Sitzung-107-455.html</link>
			<pubDate>Sun, 01 May 2022 22:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 106</title>
			<description><![CDATA[Der folgende Raum stand in einer dicken Schicht von Säure. In der Mitte stand ein gigantisches Holzfass, optisch ähnlich denen in Brauereien. Zunächst versuchten wir schnellstmöglich auf die Oberseite zu gelangen, um uns vor den Auswirkungen des toxischen Bodens zu schützen. Doch der Aufstieg war nicht ohne Hürden. Oben angekommen stellte sich schnell heraus, dass das Fass eine Art Eigenleben hatte. Unverhofft sprang eine Klappe auf und versuchte besonders Garret aus dem Tritt zu bringen. Wie durch ein Wunder klebte er beinahe an der Oberfläche und vermochte das heruntergelassene Seil und damit uns zu halten. Weiter dabei uns nach oben zu ziehen hatte der Halbling aber noch mehr zu erdulden. Ein in der Mitte des Deckels sitzender großer Korken ploppte in die Höhe. Aus dem nun offenen Loch schoss eine Flüssigkeit heraus. Nur mühsam war ein Halt möglich. Weiter unten bemerkte ich auch, dass es sich dabei um Bier handelte. Wie es den säurehaltigen Boden berührte, verpuffte es in einem kurzen Zischen. Mussten wir für diesen dämlichen Test nunmehr das Fass zerbersten und das Bier ablaufen lassen? Ich zweifelte am Verstand Shadar’s – und seinem Humor. Oben angekommen versuchten wir uns zu orientieren. Ich setzte mich stumpf auf den Korken, um ein erneutes Hochschießen zu erschweren oder gar zu verhindern. Diese Idee jedoch schlug fehl. Schon im nächsten Augenblick flog ich mitsamt des Korkens in die Tiefe. Irgendwas jedoch bremste meinen Fall, verhinderte aber nicht, dass ich ein erneutes Säurebad nahm. Mit letzter Kraft gelang es mich erneut nach oben zu hieven. Kurz darauf hatten sich Krathus, Garret und Calas sich allmählich dem Loch zugewandt. Krathus schien etwas im Inneren zu sehen. In typischer Koboldmanier sprang er ohne nachzudenken hinein. Ich fürchtete das Schlimmste. Sollte ich Razora erklären müssen wie er in einem Bierfass ertrunken sei … nun, sie würde es wohl verstehen. Es war aber nichts, was ich gutheißen konnte. Auf Krathus folgte Calas, der mit seiner Plattenrüstung ebenso auf Tauchgang ging. Waren die alle verrückt geworden? Was immer da drin war konnte doch ebenso von außen dazu gezwungen werden herauszukommen. Einen brauchbaren Zauber hätte ich sogar gehabt, es wäre aber einige Vorbereitungen nötig gewesen. So entschied ich instinktiv die beiden verwandeln zu wollen, erinnerte mich aber noch daran, dass Calas diese Dinge stets komplizierter machte. Daher fokussierte ich mich zunächst auf Krathus und verwandelte ihn in einen riesigen Oktopus, bevor ich mir etwas für den eigentlich weiseren Schuppenträger überlegte. Der Kleine fand scheinbar Gefallen an seiner neuen Form. Nun fing er an wild im Kreis zu schwimmen, erzeugte so einen starken Sog. Calas konnte ich nur schwer ausmachen, doch glaube ihn jetzt panisch um sich schwingend zu sehen. Obgleich weniger koordiniert als sonst hatte dies aber Erfolg. Das Fass sprang ein einer Stelle auf, das Bier begann dort herauszufließen. Eine Warnung telepathisch vorausschickend griff ich in die Zaubertrickkiste und sorgte dafür, dass Calas an die Oberfläche kommen würde. Vermutlich wäre er wohl mit dem Kopf gegen den Deckel geschlagen, doch das abfließende Bier hatte genug Raum zwischen der Obergrenze der Flüssigkeit und dem Deckel gebildet. Beide waren somit erst einmal nicht mehr in Gefahr zu ertrinken. So atmete ich innerlich tief auf. Nachdem Garret sich die Tinte aus dem Gewicht hatte, welche Krathus in seiner offenbar übertriebenen Freude in dessen Gesicht gespritzt hatte, erweiterte er nun das Loch von aussen. Von unten zischte es heftig ob des konstanten Bierflusses in die Säure. Nun sahen wir sehr viel besser was sich im Inneren abspielte. Es musste so etwas wie ein Elementar gewesen sein … ein Bierelementar? Von solchem Unfug hatte ich ja noch nie gehört. Garret nahm es als Gottesgeschenk und hatte nichts Besseres zu tun, als während all seiner Aktionen konstant Proben vom Bier zu sammeln. Es war ein Irrenhaus. Nachdem wir einiges an Schaden am Elementar gemacht hatten, versuchte es noch in einem letzten verzweifelten Akt das Loch abzudichten. Dabei scheiterte es schlussendlich. Zusammen mit den Resten des Bieres floss es hinab und fand ein jähes Ende. Damit war dann auch die Säure neutralisiert worden. Die Tore öffneten sich. Angeschlagen zogen wir weiter. In diesem Raum war es ziemlich dunkel. Vier Säulen waren zu erkennen und an diesen hingen jeweils ein Amulett etwa mittig in der Höhe zum Raum. Im Zentrum des Raumes fand sich ein Podest mit vier rundlichen Öffnungen. Scheinbar war es möglich die Amulette dort einzusetzen. Zunächst aber brauchten wir eine Pause, oder zumindest Heilung. Krathus setzte sofort an Garret und mich entsprechend aufzupäppeln. Irgendetwas aber wirkte auf seinen Zauber ein. Obgleich er nicht negiert wurde, kam es jedoch zu abnormalen Nebeneffekten. Erst fielen ihm die Hörner ab, dann schrie er jedes Wort, ein Nebel legte sich um uns, eine merkwürdige Kreatur huschte durch den Raum, Krathus wuchs zu unserer Verblüffung gute 30 Zentimeter in die Höhe und zuletzt erschienen ein Haufen Schmetterlinge um ihn herum. Und eigentlich reagierte er nur auf die letzten beiden Effekte. Größer zu sein fand er großartig und wegen der Schmetterlinge wunderte er sich lediglich sein Banner doch gar nicht eingesetzt zu haben. Mir war damit auch eines ganz klar geworden: Die Aufgabe ausgerechnet diesen Kobold als Ziehsohn zu haben bedeutete noch viele Migräneanfälle in der Zukunft. Gleichzeitig war es aber auch bemerkenswert wie unbeschwert er alles nahm. Nachdem wir nunmehr einigermaßen frisch waren, widmeten wir uns den Amuletten, welche verschiedenste Symbole beherbergten. Eines war mit Runen beschrieben, eines hatte einen Ledersack darauf, ein anderes ein Schwert und das Letzte ein Kreuz. Auf dem Podest stand etwas in fünf Zeilen geschrieben. „A Gem, Sprite, if the, Freight, Doors Open“ Ad hoc hatte niemand eine Idee und so packte sich Garret im Versuchsverfahren Amulette und setzte sie ein. Das Amulett mit den Runen war nun ganz oben angeordnet und schien keinen Effekt zu haben. Als er aber das Schwert in die zweite Öffnung steckte kippte der Halbling einfach um. Als wir ihn wieder stabil hatten dachte ich eine Eingebung zu haben und setzte den Sack an dritte Stelle. Nichts geschah. Als Omen nehmend auf dem richtigen Weg zu sein blieben für das Schwert und Kreuz nur noch jeweils eine Option. Das Kreuz ging an die zweite und das Schwert an die erste Stelle. So öffneten sich erneut die Portale. Zwar hätten wir deutlich mehr Erholung benötigt, doch wussten wir, dass die Portale nicht lange offenbleiben würden. Recht ausgebrannt und mit mindestens noch zwei Räumen rechnend schritte wir hindurch. Dieser Raum hatte vier Runenkreise am Boden und zwei davon waren umgeben von größeren leuchtenden Bereichen. In der Mitte standen uns drei Orks gegenüber. Wenngleich diese ziemlich verunstaltet aussahen, mit Ausnahme der eher martialischen Anführerin zwischen ihnen. In der Hoffnung vielleicht diesmal auf willige Gesprächspartner zu treffen, zeigte ich mich ungefährlich und lud ein zunächst zu reden. Die Frau machte den Eindruck diese Geste erwidern zu wollen. Für einen Moment freute ich mich über diese Abwechslung und die Hoffnung eventuell ohne Blutvergießen auskommen zu können. Doch ihre gereichte Hand war eine Finte und ich fiel wie ein blutiger Anfänger darauf herein. Kurz darauf wurde es auch schon schwarz. Als ich die Augen wieder aufschlug sah mir Krathus mit einem sehr energischen Blick direkt ins Gesicht. Dann huschte er herum schlug auf die „Orkdame“ ein. Er traf. Ein gleißendes Licht folgte dem Hieb. Die Energie dieses Angriffs zerfetzte sie regelrecht, so dass sich ihr Körper in mehr oder weniger schon fast flüssiger Form über alle Umstehenden ergoss. Ich war sprachlos … und auf eine verdrehte Art unglaublich stolz. Leider hielt die Freude über das reduzierte Problem nicht lange an. Das Tückische in diesem Raum war das stetige Wiederkehren unserer Feinde. War einer umgefallen, so erschien er kurz darauf erneut in der Mitte des Raumes. Wir hatten inzwischen ermittelt, dass die zwei größeren Bereiche jegliche Magie negierten. Eine Hilfe war es bisher aber nicht gewesen. Wir positionierten uns neu, versuchten weitere Taktiken. Es musste etwas mit den Runenkreisen auf sich haben. Einen der Orks darin seinem Ende zuzuführen hatte aber einen Effekt. Es stellte sich die Frage was passierte, wenn wir darin Platz fänden. Wie immer wir dies auflösen wollten, es musste schnell geschehen. Unsere Ausdauer Kämpfe zu führen schwand zusehends.]]></description>
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			<pubDate>Tue, 26 Apr 2022 22:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 105</title>
			<description><![CDATA[Der nächste Raum stand vor Hitze. Es erinnerte stark an Cindercrest, besonders die mit Lava gefüllten Becken. In der Mitte stand eine Kreatur, die sowohl humanoide Bestandteile wie auch die eines Skorpions hatte. Vornehmlich war der Oberkörper ähnlich dem eines Menschen. Auf dessen Brust prangte ein goldenes Symbol. Es hatte Ähnlichkeit mit einem auf dem Kubus. Als wir so plötzlich vor dem Wesen standen schien es geradezu erfreut. Offenbar war jedes Leben hier drin schon über längere Zeiträume hier gefangen. Ausgehend von der Masse des Ungetüms und dem Fakt, dass es zur Abwechslung mal mit uns sprach, wollte ich es davon überzeugen mit uns zusammenzuarbeiten. Obgleich es in freudiger Erwartung neue Spielobjekte zu haben auch gleich einmal zuschlug. Doch das übereifrige harte Durchgreifen von Krathus und Calas erwies sich als Auslöser dafür, dass es nun ernst machte. Wahrlich war dies keine Überraschung. Obgleich ich versuchte direkt einen sicheren Bereich in diesem arg begrenzten Raum aufzusuchen, ließ mich die Reaktion wortwörtlich fast aus den Latschen kippen. Zunächst kam ein direkter Angriff auf mich, den Krathus unerwartet zu blocken versuchte. Danach bebte der Untergrund und sorgte für den ein oder anderen Fallschaden. In was für einem grotesken Spiel waren wir hier nur gefangen? Beobachtete der rote Dreckssack uns die ganze Zeit bei diesem Spießrutenlauf? Garret preschte als nächstes nach vorne und erwischte das Biest direkt auf dem goldenen Emblem, was es mit einem Mal erstarren ließ. Es war ungewöhnlich und absurd. Zumindest erwies sich das Gespür des Halblings diesmal als nützlich. Erneut öffneten sich die rot leuchtenden Tore. Wieder gab die Münze keine Reaktion. So durchschritten wir das nächstbeste Portal. Was uns nun erwartete war etwas Zeit zum Durchatmen. Ein Podest stand mittig und zwei Rednerbereiche, ähnlich in einem Gerichtssaal, jeweils rechts und links davor. Auf dem Podest saß eine Taube? Es war Zeit eine Pause einzulegen. Die Taube jedoch hatte eine andere Idee. Sie sprach und erklärte, dass wir nun in „Meta’s Gaming Show“ wären. Was immer das nun wieder sein mochte. Offenbar ging es darum eine Reihe von Fragen zu beantworten, dabei traten wir aber in Zweierteams gegeneinander an. Kurzerhand schlossen Krathus und ich uns zusammen. Da wir aber befürchteten, dass dem Verlierer irgendetwas obskures passieren könnte, trafen wir die Abmachung auf ein Unentschieden hinzuarbeiten. Nach einer Reihe von sehr irritierenden Fragen und selbiger Antworten zeigte sich schnell, dass wir etwas manipulieren mussten, um unser Ziel zu erreichen. Schlussendlich erwies sich die Befürchtung aber als grundlos. Tatsächlich bekamen die Gewinner Garret und Calas so etwas wie einen Gewinn. Calas erhielt eine protzige Statue von sich selbst und Garret ein Piano unfassbarer Qualität. Es musste ein kleines Vermögen wert gewesen sein. Als er anfing etwas darauf zu spielen fühlten wir uns unerwartet erholt. Die Prellungen von der Bekanntschaft mit dem Boden im letzten Raum waren in kurzer Zeit verschwunden. Dann bemerkten wir aber wie sich die Tore begannen zu schließen. Eigentlich waren sie sogar schon zur Hälfte geschlossen. Eilig hasteten wir hindurch. Lediglich Calas ließ sich extrem viel Zeit. Als er dann hindurch wollte blieb er plötzlich stecken. Dieses verdammte Portal war dabei ihn in zwei Teile zu spalten. Intuitiv setzte ich zu einem Zauber an ihn in eine flüchtigere Form zu verwandeln. Aber er schien sich dem Zauber zu verweigern? Was zur Hölle ging nur in der Echse vor sich? Er war im Begriff zu sterben und widersetzte sich der Hilfe. Garret und Krathus versuchten ihn zu ziehen, hatten aber wenig Erfolg. Zwar fürchtete ich darum ihn damit einem gewaltsamen Ende zuzuführen, doch einzig verblieb ein telekinetischer Zauber. So ließ ich die Magie wirken. Das Ergebnis war zeitgleich hilfreich wie unangenehm. Calas Rüstung war der Ankerpunkt beim Steckenbleiben gewesen. Daher war die volle Intensität des Zaubers notwendig. Als schließlich die Rüstung den dicksten Punkt überwunden hatte zog die Kraft ungebremst an Calas’ Körper. Er schoss schneller als jeder Pfeil aus einem Bogen heraus und heftig in das hinter uns befindliche Ungetüm donnerte, welches wir bisher ignoriert hatten. Ich seufzte. Damit war auch hier eine friedvolle Lösung undenkbar geworden. Ein schneller Blick zeigte, dass wir auf Bergen von Gold standen. Und das Ding vor uns war eine gigantische ochsenhafte Kreatur. Sie war einem Drachen nicht unähnlich, wenngleich etwas kleiner, gedrungener und ohne Flügel. Krathus hatte scheinbar schon vor uns etwas „Freundschaft“ mit ihr geschlossen. Ich versuchte wieder eine günstigere Position zu finden. Aber nachdem Krathus völlig verblendet nach dem Gold um sich herum griff wurde er zugleich das Primärziel der Echse. Sie holte tief Luft, dann umfing ihn ein goldener Atem … und ebenso mich, da sich der Kobold direkt vor mir aufhielt. Das Vieh spuckte flüssiges Gold. Zum Glück war ich Hintze gegenüber stets resistenter als andere Personen, aber das nun erkaltende Metall musste ich schleunigst wieder loswerden. Kurz darauf zeigte sich, dass auch dieses Wesen ein Symbol auf seiner Brust hatte. Doch war diese so nahe am Boden, dass wir Schwierigkeiten hatten es zu erreichen. In Gedanken spielte ich mit einer Idee, kam aber zu dem Schluss, dass es uns vermutlich alle töten würde. Doch bevor wir dazu kamen das Symbol zu treffen rammte Calas dem Getier schon das Schwert durch den Schädel und erlegte es. Erneut öffneten sich Portale. Es machte den Anschein, als kämen wir gut voran. Wenngleich nicht ohne Blessuren. Im neuen Raum befand sich ein großer glühender Kristall. Schnell erwies sich, dass dieser irgendwie lebendig war. Er sprach zu uns und offerierte uns einen Ausweg, sofern wir ein Rätsel lösen könnten. Nachdem wir ein paar Fragen unsererseits gestellt hatten, wurde auch klar, dass ein Versagen bedeutete selbst zu einem Kristall zu mutieren. Viele kleinere Haufen von Kristallen um den großen herum waren ein Zeichen für all diejenigen, die zuvor versagt hatten. Sein Rätsel lautete: „Welche Waffe bringt alle Kämpfe(r) zur Ruhe?“ Um uns herum erschienen alle denkbaren Waffen, die jemals existiert hatten aufgereiht an den Wänden und stetig wechselnd je nach Gedanken den wir hatten. Klar war, dass es sich nie und nimmer um eine richtige Waffe gehandelt hatte. Im Ergebnis kamen wir überein, dass die Antwort „Zeit“ lautete. Was uns nunmehr daran erinnerte wieso uns Tanaos hatte in der grünen Energie, die uns verjüngt hatte, baden lassen. Ich war skeptisch wieviel unserer Lebenszeit der Kristall absorbieren würde und haderte daher. Calas hingegen ging ohne zu zögern vor. Zwar entzog der Kristall ihm Lebenszeit, aber es gab wohl ein Maximum pro Person. Musste nunmehr jeder von uns etwas geben? Gerade als ich im Begriff war den Kristall zu berühren schob sich Garret ungeduldig dazwischen. Närrischer O'Reilley. So wirklich groß schien die Wirkung bei ihm nicht gewesen zu sein. Da erinnerte ich mich, dass dieses Volk eine längere Zeitspanne hatte als Menschen oder Tieflinge. In jedem Fall reichte die zweite Ladung an entzogener Energie um dieses Rätsel als abgeschlossen anzusehen. Wieder öffneten sich die Portale. Der nachfolgende Raum hielt eine weitere Überraschung parat. Ein Stuhl stand in der Mitte. Er war auf einer Stange befestigt und machte den Eindruck drehbar zu sein. Fest an der Aufhängung montiert befand sich ein Arm, an dem ein Spiegel befestigt war. Dieser war dadurch so ausgerichtet, dass eine auf dem Stuhl sitzende Person stets hineinzublicken vermochte. Daneben stand eine Halblingsfrau in einem aufwändig verzierten Gewand. Weiterhin gab es noch ein paar eisige Flächen im Raum verteilt. Sie war äußerst gesprächig und bot uns einen Haarschnitt an. Auf unser Nachfragen erfuhren wir, dass sie hier gelandet sei, weil angeblich irgendwelche Neider sie verflucht hatten. Neidisch seien sie auf ihre beruflichen Fähigkeiten gewesen. Das klang absonderlich. Garret machte jedoch den Anfang und setzte sich unbekümmert wie eh und je auf den Stuhl, wobei sie ihm aber zuvor eine Augenbinde verpasste. Mit eindeutigen Worten vermittelte sie, dass ein Absetzen unerwünscht war. Ausgehend von dem scharfen Objekt an Garrets Kehle und dem eigentümlichen Verhalten musste hier mehr vor sich gehen. Um die Chance zu haben mit meinem Spiegel einen Blick zu erhaschen musste sie jedoch abgelenkt werden. Calas hielt sich an seinem Schwertgriff fest, falls etwas geschah. Blieb noch Krathus. Nachdem er die ganze Zeit mit einem Berg an Gold in den Händen rumlief und wir uns geweigert hatten es in unsere Taschen zu übernehmen, war er etwas genervt. Doch er brauchte eine Lektion seiner Gier nicht immer so unkontrolliert nachzugeben. Dies war etwas, wo Calas und ich uns einig waren. Doch im Zuge meinen Plan umzusetzen, bot ich ihm an die Hälfte seines Goldes zu übernehmen. Sogleich ließ er alles fallen und zauberte will Nahrungsmittel hinter die Frau in die Luft. Das war nicht was ich im Sinn hatte. Nicht zuletzt hatte sie soeben noch eine Klinge in der Nähe zu Garret’s Hals. Doch da war es schon geschehen. Es polterte hinter ihr und ich glaubte einen Kürbis auf ihrem Kopf landen zu sehen. Dann rutschte sie ab. Garret schrie auf, riss die Augenbinde ab und kam röchelnd zu uns herüber. Glücklicherweise konnte Krathus ihn auch sogleich heilen. In dem kurzen Moment ohne verbundene Augen sah unser Halbling aber ihr Spiegelbild. Was er beschrieb war leicht verstörend, aber inzwischen auch nicht mehr allzu ungewöhnlich für diesen Ort. Obgleich des Ereignisses blieb die Frau ruhig. Und obgleich alle eigentlich ein ungutes Gefühl hätten haben müssen beschloss Calas sich stumpf einen Schuppenschnitt geben zu lassen. Währenddessen pflückte Krathus seien Münzen vom Boden auf. Rein zufällig bemerkte ich ein Spiegelbild darin. Was Garret gesehen hatte sah nun auch ich. Aber in jeder Münze, egal welche Position sie hatte – auch wenn sie abgewandt von der Frau war. Die Fratze, die ich darin erblickte, war in der Tat als unangenehm einzustufen. So zog ich es vor weiterhin wachsam zu bleiben. Entgegen meinen Erwartungen schloss sie aber ihre Arbeit ohne weitere Vorkommnisse ab, woraufhin sich erneut Portale öffneten. Ich hoffte, dass es bald ein Ende haben würde durch dieses Labyrinth des Irrsinns zu streifen …]]></description>
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			<pubDate>Tue, 05 Apr 2022 22:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 104</title>
			<description><![CDATA[Hier standen wir nun im Gewölbe unter Ark’Therion. Vor uns befand sich scheinbar der graue Mann und mit Lia seine Tochter … noch eine dysfunktionale Familie, welch Überraschung. Cenereth hielt auch nicht hinter dem Berg mit seiner Beteiligung an den Geschehnissen. Lia war fassungslos. Das konnte ich ihr kaum verdenken. Sie hatte ihre ganze Stadt dem Erdboden gleich machen lassen um, wie jetzt klar wurde, zu versuchen ihren Vater aufzuhalten. Ein Vorgehen, welches ich verurteilte und sie auch hatte spüren lassen. Ihr alter Herr wollte Informationen, so wie wir. Statt uns auf einen Dialog zu einigen wollte er jedoch Spielchen spielen. Dabei konnten wir aber nur verlieren. Eine Frage für eine Frage, und nur wahrheitsgemäße Antworten waren erlaubt. Die anderen schienen das daraus resultierende Ungleichgewicht und potentiell gefährliche Situationen nicht zu erkennen. Schon die erste Frage könnte fatal enden. Doch wie schon damals im Dreadspire überwog die Mehrheit. So stellten die Parteien ihre Fragen … Um zu ermitteln inwieweit Al’Chara in die Vorgänge rund um Cenereth und Shadar involviert war, sowie zu klären wieso ersterer ihr nicht half fragten wir nach seiner Beteiligung an ihrer Einkerkerung. Er machte diese aktiv möglich, um sie zu schützen. Wie befürchtet war seine erste Frage auch direkt auf den fehlenden Nexus ausgerichtet, dessen Standort wir unter meinem heftigen Zähneknirschen dann auch bekannt gaben. Das würde uns ganz sicher noch in den Hintern beißen. Auf die Frage was unser Bestreben sei antworteten wir, dass wir Shadar’s Aufstieg zu einer Gottheit aufhalten wollten. Im Gegenzug erfragten wir Cenereth’s Rolle in der Geschichte. Er war das teuflische Genie, dass die Nexi kreiert hatte. Er hatte deutlich gemacht, dass Posetine – durch die Mischung aus Shadar’s und Arcalis’ Blutlinie – das ultimativ Böse sei. Seine Frage richtete sich dabei daran, was wir mit dem potentiellen Mörder von ihr tun würden. Angesichts der Tatsache, dass sie unschuldig und nur ein Opfer der Umstände war, würden wir, mit Ausnahme von Krathus, demjenigen Gerechtigkeit zukommen lassen. Wir fragten nach seinen Absichten beziehungsweise Plänen. Ihm ging es primär darum das Dacra-Blut loszuwerden. Angeblich war die einzige Option dieses Ziel greifbar zu halten nur dadurch möglich das Spiel von Shadar mitzuspielen. Doch ich misstraute der Gesamtsituation. Wir erfuhren darüber hinaus, dass erst Mundi’s Forschung Posetine’s Existenz möglich gemacht hatte. Gleichermaßen könnte angeblich nicht mal die Macht der Nexi sie von ihrem Schicksal befreien. Cenereth hatte seinerseits die Blutmagie Mundi’s studiert. Zu diesem Zweck hatte er seine eigene Tochter zum Tausch angeboten. Was dabei verstörender war wusste ich nicht direkt zu ermitteln. Wie ein Vater seine Tochter verkaufen konnte, oder dass der beim Anblick von Blut erstarrende Untote die Grundlagen für all dies mit Blutmagie geschaffen hatte. Arcalis jedenfalls stahl diese Forschungen und über Umwege verschaffte sich später Shadar dadurch Zugang. Im Bestreben das Blut der Dacra Familie aus der Welt zu tilgen sorgte Cenereth auch für Yonci’s Tode, nachdem diese den geschützten Bereich ihres Kerkers verlassen hatte. Leider war dies nun auch der Zeitpunkt, an dem sich die Weitergabe von Informationen erschöpfte. Der alte Drache hatte darauf verwiesen, dass er von Shadar gerufen würde. Ausgehend davon, dass er bisher keine Antwort übermittelte, war jener nun auf dem Weg. Schwerlich eine gute Nachricht. Und der Teleportzirkel war ein Stück entfernt. Calas versuchte noch einen Hinweis auf den Verbleib seiner Familie zu erhalten. Wir wussten ja, dass Cenereth in der Lage war weitreichende Ortungen vorzunehmen. Doch er lehnte ab. Es wäre eine Kleinigkeit gewesen uns zu helfen. Drachen … Mein Versprechend an den Drachengeborenen ehrend versuchte ich es mit ein wenig Überzeugungsarbeit, scheiterte aber schlussendlich. Krathus legte derweil etwas zu viel Wert auf sein Seil, dass ihm Cenereth zuvor abgenommen hatte. Bedachte man wie er sich selber gerne mal Dinge unrechtmäßig aneignete, war seine Reaktion gegenüber Diebstahl an seiner Person von fragwürdiger Doppelmoral. Doch das wäre ein Thema für später. Eilig brachen wir auf. Lia war regelrecht erstarrt und blickte an die Decke des Gewölbes. Glücklicherweise war Calas kräftig genug sie einfach über die Schulter zu werfen. Obwohl wir nun mehr wussten als zuvor stellten sich so viele weitere Fragen, besonders Posetine betreffend. Und was war eigentlich Shadar’s Motivation? Auch wenn er gleich hier eintreffen mochte, wollte ich ihm diese Frage nicht persönlich stellen können. Der Weg nach oben gestaltete sich fast federleicht. Nahezu schwebend glitten wir die Treppen hinauf. Irgendetwas hatte scheinbar immensen Einfluss auf diese Gegend und dieses Etwas würde uns vermutlich mit einem Happs vertilgen. Damit wir nicht unvorbereitet aus der Ruine traten schlich Krathus todesmutig voran, um einen Blick nach draußen zu erhaschen. Zwar wurde er nicht entdeckt, doch war unsere Zeit abgelaufen. Jemand kam uns entgegen und Krathus vernahm zwei Stimmen. Die einzige Option war wieder nach unten zu gehen, hoffentlich einen Zugang zu den anderen versteckten Räumen zu entdecken. Es war völlig unklar was passieren würde, wenn Shadar erneut auf Lia traf. In einer Kurzschlusshandlung verwandelte ich die immer noch beinahe starre junge Frau in eine Maus und steckte sie in den magischen Beutel. Abseits dieser Ebene der Existenz wäre sie vorläufig wohl sicherer, auch wenn irgendwann die Luft ausginge. Aber darum könnte ich mich hoffentlich später kümmern. Das Schicksal war jedoch nicht auf unserer Seite. Plötzlich schwebte eine Gestalt von oben direkt durch das Gemäuer in geisterhafter Form hinab vor unsere Füße. Shadar Logoth in humanoider Form. Er hatte schwarze lange Haare und war gänzlich in rotem Samt sowie goldenen Verzierungen gehüllt. Instinktiv warf sich Krathus auf die Knie und sprach seine Anrufung an ihn. Zumindest das erste taten wir ihm gleich. Wenn es eine Chance geben sollte diesen Kontakt zu überleben, dann definitiv nicht mit dem Schwert. Shadar machte keinen Hehl darum, dass er die Taten der Gruppe verfolgt hatte. So sprach er auch Garret direkt auf seine Revolution an und etwas Hohn klang in dem Kommentar wieder, als er ihn „Töter von Cuu“ nannte. Fast schon verspottend rief er dann nach Cenereth, welcher keine Anstalten machte sich zu zeigen. Bei genauerer Betrachtung von Krathus und der um das Banner schwebenden grünen Kugel konnte man aber echte Überraschung im Gesicht des Drachen ausmachen. Wenngleich er nicht weiter darauf einging. Dann erschien ein Mensch hinter uns. Er war groß, blond und hatte ein Auge verloren. In völliger Überlegenheit badend ließ uns der große Rote wissen, dass er uns bisher in Ruhe gelassen habe. Es sei amüsant die sterblichen zu beobachten und sie würden ihn stets mit ihrer kreativen Art unterhalten. In unserem Fall jedoch seien wir inzwischen dabei eine Grenze zu überschreiten. Wir konnten also entweder den Freitod wählen oder uns zu seinem Amüsement freiwillig einer Herausforderung stellen, die nur eventuell mit unserem Tod endete. So stellte er einen schwarzen Kubus vor sich hin. Seine Erwartung war, dass wir diesen „betraten“. Viel nachzudenken gab es eigentlich nicht. So sah das auch Krathus, der direkt den Kubus berührte und in diesen eingesogen wurde. Wir folgten einer nach dem anderen. Wo immer wir nun waren, der Platz war begrenzt und es war dunkel. Kaum ein Problem für mich, aber Garret sorgte sofort für Licht. Es gab zwei Stellen im Raum mit einer wabernden grünlichen Energie. In der Mitte des Raumes lag ein unglaublich alter Mann. Irgendwas an ihm kam mir bekannt vor, doch ich konnte es nicht genau einordnen. Derweil spielte Krathus mit der Energiesäule rum, wohl aber ohne Konsequenzen. Bei genauerer Untersuchung fand sich eine Schriftrolle im Besitz des Mannes. Jetzt ging uns ein anderes Licht auf. Sie beschrieb, dass es sich bei der Person um Tanaos Ayumu handelte. Er hatte sich absichtlich hierherbringen lassen, um uns benachrichtigen zu können, gleichzeitig verdammte er uns. Konnte nicht sagen, dass ich glücklich darüber gewesen war erneut in einer seiner Prophezeiungen gelandet zu sein. War die Aussicht hier lebend rauszukommen noch so positiv, gleichermaßen schienen unsere Leben einem fixen Pfad zu folgen. Das gefiel mir gar nicht. Bewundernswert hingegen war, dass sich der alte Mann wohl über viele Jahrzehnte durch dieses „Labyrinth“ bewegt hatte, um den kürzesten Weg ausfindig zu machen. In der grünen Energie sollten wir uns „aufladen“, wie er es nannte, bevor wir uns auf den Weg machten. Was Krathus sogleich erneut ausprobierte, sich reinstellte und vor unseren Augen jünger zu werden schien. Doch es stand noch mehr in der Rolle. Wir kämen erst dann weiter, wenn wir den Wächter dieses Raumes getötet hätten. Ausgehend davon hier niemanden sonst gesehen zu haben vermutete ich, dass er damit wohl sich selbst meinen könnte. Calas fand diese Perspektive nicht wünschenswert und versuchte hingegen Tanaos zu verjüngen. Hoffend, dass wir in ihm einen Verbündeten an unserer Seite hatten. Ich hielt es für fahrlässig einem potentiell mächtigen Magienutzer auf die Beine zu helfen, wenn dieser sich hier anschließend als unser Feind erweisen könnte. Viel konnte ich aber gegen den Muskelberg nicht ausrichten. Gleichermaßen richtete aber auch die Energie nicht viel aus. Wie oft Tanaos davon wohl selbst schon Gebrauch gemacht hatte … Es war aber kein aktives Leben in ihn zurückzubekommen. Es blieb uns wohl nichts anderes übrig als ihn von seinem vegetativen Zustand zu erlösen und unseren Weg fortzusetzen, so wie er es wollte. Ehrlicherweise hielt ich es aber für genauso falsch, wie Calas es tat. Doch andernfalls würden wir hier drin nichts erreichen können. Krathus machte deutlich, dass ihm der Alte nichts bedeutete und kein Problem damit hätte sich seiner zu entledigen. Im Begriff diesen Worten Taten folgen zu lassen stellte ich mich aber in seinen Weg. Ich machte mir keine falschen Vorstellungen davon was Krathus in der Vergangenheit getan oder was er in Rachwood erlebt hatte, aber ich bezweifelte, dass Razora ihm erlaubte unschuldige wehrlose Personen umzubringen. Und ich würde ihm diese Schuld auch nicht aufbürden wollen. Verunsichert griff ich zu meinem Dolch, bevor Garret auf weniger blutige Optionen hinwies. Das stimmte … was war nur mit mir los, ohne nachzudenken ausgerechnet zum Dolch zu greifen. Mit großem Widerwillen meinerseits und gleichermaßen ohne Gegenwehr seinerseits entschwand das Leben des Magiers mangels Sauerstoffs. Vor einigen Wochen wollte ich ihm noch den Hals umdrehen. Jetzt bekam ich wonach ich verlangt hatte. Es stellte mich keineswegs zufrieden. Nachdem sein Herz aufhörte zu schlagen erschienen an allen vier Seiten dieses Raumes rot glühende Öffnungen. Scheinbar war dies unser Ausweg, zumindest in einen der nächsten von mindestens elf weiteren Räume. So lautete jedenfalls Tanaos’ Aussage. Während ich noch über die absurde Situation nachdachte, schoss mir in den Kopf, dass Lia bald auch Luft bräuchte. Ich griff in den Beutel doch fand sie nicht. Wie konnte das sein? Ich spürte noch immer eine Verbindung, da der Verwandlungszauber meine Konzentration erforderte. Wenn sie bei Shadar verblieben war, könnte dies ihr Ende bedeutet haben. Ich hoffte mich zu irren. Calas wollte den alten Mann noch ad hoc beerdigen und strebte danach ein Feuer zu entzünden. Ich durchforstete noch schnell seine Taschen und fand dabei eine Kupfermünze, welche in der Schriftrolle angemerkt wurde für Krathus zu sein. Danach verbrannte Tanaos in kürzester Zeit. Die Tore jedoch begannen sich langsam wieder zu schließen. Da wir uns nicht einigen konnten welcher Durchgang der richtige sei stapfte Krathus stumpf auf einen zu. Kurz bevor er das rote Licht berührte, sprang die Münze aus seiner Tasche und ließ uns so wissen, dass dies der falsche Zugang sei. Wir probierten jeden Zugang, bis die Münze keine Reaktion zeigte. So gelangten wir in den zweiten Raum. Vor uns erhob sich ein Riese, der auch sogleich mit Gewalt klarmachte, wie er zu uns stand. Die hier lila wabernde Energie umgingen wir weiträumig. Ein rundlicher Kristall lag in einer Ecke des Raumes, eine Art Altar mit entsprechend rundlichem Einlass in einer anderen. Schnellstmöglich sorgte Garret dafür, dass die Kugel an ihren vermeintlichen Platz kam. Glücklicherweise konnten wir so den Kontakt mit dem Riesen auf ein Minimum reduzieren. Jener verschwand vor unseren Augen als die Kugel einen Moment in dem Altar geruht hatte. Erneut gingen Zugänge auf. Doch diesmal reagierte die Münze bei keinem Durchgang. So entschieden wir uns spontan für einen, hoffend nicht von Tanaos’ ersonnenem Weg abzuweichen …]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ralkarion/Sitzung-104-441.html</link>
			<pubDate>Tue, 15 Mar 2022 23:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 103</title>
			<description><![CDATA[Es gelang das Feuer zu ersticken und noch während dies geschah erwachte die arg geschundene Frau. Schwer von den Flammen gezeichnet tat es ihr aber ganz offensichtlich trotzdem keinen Abbruch auf einem recht hohen Ross zu sitzen. Für jemanden, der dem Tode geweiht gewesen war kam nur wenig Dankbarkeit entgegen. Wie die Mutter so die Tochter, dachte ich mir. Und trotz ihrer unleidlichen Art nahm das folgende Gespräch etwas Fahrt auf. Nicht wissend inwieweit man ihr wirklich trauen konnte wollte ich einige Dinge nicht direkt preisgeben, insbesondere nicht mit der Tür ins Haus fallen bezüglich des Auftrags von Mundi. Das hingegen sah Calas gänzlich anders. Wenig bedacht polterte er dies gleich zu Anfang raus, was unser Ansehen bei ihr kaum steigerte. So entfuhren ihr zusätzlich noch Beleidigungen heraus. Ich wunderte mich wie schlimm es wohl wäre sie in eines der noch brennenden Drachenfeuer zu schubsen und Mundi zu sagen, dass Shadar sie erwischt hatte. Fortan machte ich auch keinen Hehl darum was ich von ihr hielt. Noch mehr Drachen … das Letzte was diese Region brauchte –  oder vielmehr ich für mein Seelenheil. Zumindest wurden einige Dinge klarer. Scheinbar hatte diese Type, die wir schlicht als den grauen Mann kannten, Ark’Therion übernommen. Lia behauptete, dass jeder in der Stadt für ihn unwissentlich gearbeitet hätte. Doch es klang wohl so absurd für die Leute vor Ort, dass nicht einmal ihre Eltern dem Glauben schenken wollten. Aus ihrer Perspektive war die einzige Option die vermutete Forschung, die er betrieben hatte, durch einen Genozid zu beenden. Die logische Antwort eines Drachen auf alles, wenn man keine Ahnung hatte. Was waren die Leben „niederer“ Spezies schon wert!? Ich fühlte mich ach ein wenig an die großartige Idee erinnert Zoica mit einer Revolution zu segnen. Zuletzt hatte sie versucht in den Ruinen nach Hinweisen zu suchen, die auf den grauen Mann hindeuteten. Jedoch wurde sie bei ihrer Ankunft von Shadar überrascht. Nicht weniger brillant erwies sich die Idee unter den übrig gebliebenen Flüchtlingen Ark’Therion’s hier in Westerfell Unterschlupf zu suchen. Dieser Frau folgten Tod und Verderben auf dem Fuße. Man hätte gar meinen können es wäre Absicht gewesen. Und ehrlicherweise vertraute ich ihr kein Stück. Dennoch gaben wir ihr einen kurzen Abriss des Erlebten, bei dem wir zwar die Nexi erwähnten, aber keine genauen Angaben zu ihren Standorten machten. Es stand zu vermuten, dass sie bei ihrer Vorgehensweise Shadar aufzuhalten nicht weniger als die ganze Region in eine leblose Wüste verwandeln würde. Womit sie mit den Nexi durchaus fähig wäre. Wir gaben an, dass Mundi uns beauftragt hatte sie zu finden und welche Absprachen damit einhergegangen waren. Kriegsvermeidung, Leben retten, Allianzen schließen waren dabei alles Bestandteile. Und nichts davon schien sie zu interessieren. Allianzen und Verbündete schien sie sowieso als überflüssig zu betrachten, verlautbarte gar, dass diese sich ja sowieso nicht bewährt hätten. Die Geschichte um Arcalis und Shadar diente ihr als ausreichende Begründung. Wie gut das aber für sie gelaufen war konnte man schnell erkennen, wenn man daran dachte wie wir sie verbunden hatten. Das war wenig überraschend allerdings ein Realitätscheck, der ihr weniger gefiel. Laut ihrer Aussage war Mundi aber in jedem Fall ein Würstchen und völlig unbrauchbar für die Dinge, die getan werden mussten. Er könne keiner Fliege was zuleide tun. Nicht zuletzt weil er den Anblick von Blut nicht ertragen könne. Ich war sprachlos … Innerlich überdachte ich die Begegnungen mit ihm. Auch war meine vorherige Skepsis zu dem Verhalten, dass er scheinbar in der Vergangenheit gezeigt hatte und dem heutigen sowieso schon groß gewesen. Nun ergab dies Sinn, war aber nahezu unglaublich. Das war doch ein schlechter Witz, dass uns jemand, der nicht einmal einen Nadelstich in den Finger abkonnte uns so um den selbigen gewickelt hatte mit seinem Auftreten – insbesondere mich. Doch bei diesem Gedanken rollten die Erinnerungen der letzten Wochen über mich hernieder. Vieles war falsch eingeschätzt worden und blieb bis heute auch weiterhin ein Quell ewiger Irritation. Auf den Kommentar mit dem anderen silbern scheinenden Drachen hin vermutete Lia, dass wir uns irren mussten. Es gäbe ja keine weiteren außer ihr. Das war ein guter Zeitpunkt von ihrer Mutter zu berichten. Sie konnte fast nicht glauben, dass diese noch leben sollte Meinte nun aber, dass wohl sie uns angegriffen haben musste. Ausgehend von Al’Chara’s Gemüt wäre das wohl sicherlich denkbar gewesen, doch bisher gaben wir ihr dafür keinen Grund. Entsprechend verneinten wir diese Theorie. Ich sah die Skepsis in ihren Augen wachsen, war mir aber auch sicher, dass sie meine vollausgebildete Skepsis ihr gegenüber ebenso vernahm. Auf die Beschreibung des Angriffs durch den Drachen hin fragte sie ob er uns berührt hatte und etwas vermisst würde. Krathus, welcher eine unfreiwillige Flugeinlage hinter sich gebracht hatte, durchforstete seinen Rucksack. Wenig amüsiert stellte er ein fehlendes Seil fest. Lia merkte an, dass solche Objekte möglicherweise eine magische Verfolgung von deren Besitzer ermöglichen könnten. Wohingegen unser Kobold recht gewitzt feststellte, dass er nunmehr den Drachen aufspüren könnte, da er in der läge war auf diese besagte magische Art den Standort seines eigenen Besitzes zu ermitteln. Musste mir selbst eingestehen, dass ich dies für ebenso amüsant wie genial hielt. Es war nur die Frage wer zuerst ein Signal bekam, um nicht überrascht zu werden. Scheinbar war ich auch nicht der einzige, der von Lia’s arroganter Art genervt war. Der kleine hatte ziemlich deutliche Worte gefunden, dass wenn sie sich nicht einmal bedanken könne doch wenigstens eine Belohnung geben solle. Um Gold ging es mir aber wirklich nicht und die Situation mit ihr würde es kaum entschärfen. Ein durch die Lippen gepresster Dank war dann aber eben nicht genug empfand Krathus. Zu allem Überfluss freute sich auch Calas über etwas Klimpergeld. Im Nachgang betrachtet war es wohl dieser Moment in dem ich aufgab meine Meinung mit Schleifen zu verpacken. Nachdem sie uns stumpfe Geldgier unterstellte stapfte Lia kurz davon. Sie kehrte dann mit einer Truhe wieder zurück und warf uns diese mit entsprechender Abscheu vor die Füße. Krathus und Calas wirkten glücklich, mich tangierte es kaum. Ein Haufen Gold, einige Diamanten, eine Handvoll Tränke und zwei Schriftrollen waren die Ausbeute. Ausgehend davon wie gut sich der Kleine die letzten Tage geschlagen hatte und wie viel Freude ihm das Gold zu bereiten schien, überließ ich ihm meinen Anteil. Einst waren Reichtümer mir wichtig gewesen für das Erreichen meiner Ziele, inzwischen hatten sich die Dinge und meine Einstellung zu jenen aber verändert. Einen glücklichen Kobold zu sehen war eine Freude, die ich mir zuvor auch nicht vorstellen konnte. Im weiteren Verlauf des Gesprächs kamen wir überein ihr bei der Suche nach Hinweisen in Ark’Therion zu helfen. Auch wenn dies einen erneuten Zusammenstoß mit dem anderen Drachen bedeuten würde. Vielleicht hätten wir ja eine Chance zu überleben, wenn sie uns nicht hintergehen würde. Mir behagte es nicht, dass der Plan involvierte auf Lia’s Drachenform da hin zu fliegen. Schneller war es, unsicherer aber auch. Garret freute sich hingegen jetzt schon in typischer Naivität wie ein kleines Kind. Calas merkte an wie hilfreich es sich für ihn erweisen würde, wenn wir uns die Ortungsfähigkeiten des anderen Drachen zunutze machen könnten. So wie es den Anschein machte suchte er seine Familie. Diese war bei einem Angriff von Tieflingen aus den Shales verschwunden. Dies erklärte auch gleich wieso er bei unserer ersten Begegnung so überaus freundlich mir gegenüber auftrat. Konnte es ihm nicht übel nehmen. Irgendwie bekam ich den Eindruck, dass mehr von meiner Art fragwürdigen Tätigkeiten nachgingen. Schlussendlich lastete auf uns Tieflingen ja auch ein Fluch – so hieß es. War dies dann somit auch mein Schicksal? Calas sagte Familie suche man sich aus. Konnte nicht behaupten, dass er damit falsch lag. Inzwischen war dies das dritte Mal diese Lektion erhalten zu haben und im Hinblick auf alle gemachten Lebenserfahrungen waren die ausgesuchten Personen in meinem Leben stets die verlässlichsten gewesen. Ich wischte den Gedanken beiseite und versicherte ihn bei seinem Vorhaben unterstützen zu wollen, so gut es eben möglich war. Zwei Nächte würden wir hierbleiben. Lia hatte sich zu erholen und wollte einige Zauber vorbereiten, bevor es zurück nach Ark’Therion ging. So begaben wir uns zur ersten Nachtruhe. Tags drauf bereitete sich unser Drache auf den morgigen Tag vor. Einer der gewirkten Zauber konnte ich grob zuordnen. Offenbar musste es sich um einen Schutzzauber handeln, der eine physische Blockade errichtete. Vielmehr war mir aber nicht möglich gewesen aus ihren Worten und Runen abzulesen. Krathus schien guter Dinge zu sein. Zuvor hatten wir ihn draußen gehört, wunderten uns aber was da vorging. Nun kam er freudig auf mich zu und bot mir an einzuschlagen. Um ihm die Freude zu machen schlug ich ein … und landete prompt gute 100 Meter oder mehr in der Luft. Unter mir das juckende Fell von seinem Yak und vor mir ein diabolisch grinsender Krathus. Wieso hatte das Yak Flügel!? Schon schnellten wir mit irrwitzigem Tempo durch die Luft. Dieser verrückte schuppige Sohn eines roten Drachen bescherte mir fast einen Herzinfarkt mit dieser wenig willkommenen Überraschung. Als der Schreck nachließ und wir zurück am Boden angekommen waren entgegnete er mir nur süffisant, dass dies die Rache für den Dunkelheitszauber neulich war. Er hatte mich eiskalt erwischt. Konnte nicht sagen, dass ich es ihm übel nahm – eher im Gegenteil. Aber er sollte auch nicht zu sehr animiert werden so etwas in Zukunft zu wiederholen. Der Tag schritt weiter. Lia ließ sich noch zu Gesprächen bewegen. So wurde auch klar, dass ihr Vater sie mit Mundi zwangsverheiratet hatte. Scheinbar hatte dieser dafür gezahlt. Doch was so wertvoll gewesen sein mochte, dass ihr Vater sich dazu hinreißen ließ blieb unklar. Auch erwähnte sie die Lektionen, die sie von Tanaos Ayumu zu lernen hatte. Der durch die Zeit blickende Windbeutel war offensichtlich nicht nur uns auf den Keks gegangen. Ihr hatte er unter anderem eine Lektion vermitteln wollen, die sich um das Komprimieren ganzer Bibliotheken in einem einzelnen Buch drehte. Das klang durchaus interessant, auch wenn ich seinem ganzen Schicksalspalaver nichts abgewinnen konnte. Wie zu erwarten war Lia aber ziemlich lernresistent gewesen und erinnerte sich an nichts Genaues. Meine Versuche tiefer zu graben und gar mit einem kleinen Gedankentrick dem Ganzen auf die Sprünge zu helfen wurden aber von ihr unterbunden. Es blieb zu befürchten, dass uns etwas Wichtiges entgangen war. Ansonsten war der Tag nicht sehr ereignisreich. Am Abend begaben wir uns zur letzten Nachtruhe vor unserem erneuten Zusammentreffen mit dem anderen Drachen. Es sollte nicht die ruhigste Nacht werden. Am nächsten Morgen setzen wir uns früh in Bewegung. Krathus und Calas retteten auf diesem echt schrägen geflügelten Yak. Garret und mich trieb es daher notgedrungen auf Lia’s Rücken. Ob der jeweiligen verbalen Spitzen, die wir die letzten beiden Tage ausgetauscht hatten, sorgte sie sogleich für ein unangenehmes Sitzerlebnis für mich. Meine darauf folgende Reaktion „Ho, Pferdchen“ strafte das schuppige Miststück direkt damit mir den Halt zu rauben und mich fast von ihrem Rücken zu schleudern. Für den Moment ließ ich es auf sich beruhen. Sie brauchte sich aber nicht einbilden, dass Frieden herrschte. Wir reisten die Strecke von fußläufig vier Tagen in knapp einem Tag. In der Ferne unter uns war Ark’Therion zu sehen. Krathus spürte derweil schon, dass sein Seil sich in der Nähe unterhalb der Stadt befinden musste. Auf Lia’s Hinweis hin gegen vorhandene Magie gerüstet zu sein bereiteten Calas und ich unsere magische Sicht vor. Aus dem Nichts schoss jedoch der andere Drache hervor. Er war wirklich silbern und versprühte eine merkwürdige Gaswolke. Mein Körper verkrampfte und ich verlor die Kontrolle. Aus dem Augenwinkel vernahm ich ähnliches bei den anderen. Sowohl Calas wie auch ich selbst rutschten von unseren geflügelten Begleitern herunter uns stürzten in die Tiefe. Der Boden rauschte unaufhörlich näher und fast schon glaubte ich am Boden zerschellen zu müssen, doch dann fiel mir ein einen Ausweg parat zu haben. Bevor dieser aber genutzt werden musste löste sich die Paralyse und mehr noch sauste Lia i oder Tat an uns vorbei um uns aufzufangen. Calas hingegen rief noch irgendwas, bevor er sich todesmutig windschnittig in die Luft lag und dem anderen Drachen gen Boden nachschnellte. Was ging nur in dem Irren vor sich!? Der Drache verschwand in einem unglaublichen schnellen Bremsmanöver kurz vor dem Boden. Zu meiner Erleichterung stellte ich fest, dass der alte Mann sich zuletzt doch noch seiner Vernunft besann und sich scheinbar magisch selbst abzufangen schien, bevor er schlussendlich am Boden zermatscht wäre. Die Situation war für den Augenblick geklärt, der Drache verschwunden und wir alle heile am Boden angekommen. Ausgehend von dem Ort wo Krathus sein Seil vernahm hatte Lia nun eine Ahnung wo wir mit der Suche beginnen konnten. Unter dem ehemaligen Herrscherpalast befanden sich Katakomben in denen ihr Vater geforscht hatte. Irgendwie hörte sich das bereits jetzt fragwürdig an. Sie selber war nie dort unten gewesen und vermochte so nichts Spezifisches über den unterirdischen Bereich zu sagen. Doch wusste sie zumindest wie wir hineingelangen konnten. Auf direktem Wege machten wir uns auf zum Geheimgang. Calas und mir fiel sofort ein schwaches Leuchten auf, dass auf einen Zauber hindeutete. Möglicherweise ähnlich dem, was Calas selbst in den Nächten zuvor verwandt hatte. Mir war nicht ganz klar wie er den Zauber mit einem Hieb seines Schwertes auszuschalten vermochte, doch es gelang. Einer nach dem anderen waren wir hinunter getreten. Nach einem Dutzend Stufen fiel mir auf, dass jemand fehlte. Der Blick ging zurück zur Tür. Lia stand regungslos dort oben und starrte blank hinunter. Auf meine Nachfrage was los sei reagierte sie wie gewohnt schnippisch, wenngleich mit einem verängstigten Unterton. Wenn sich selsbt ein Drache hier untern fürchten sollte wäre dies kein gutes Zeichen. Unten angekommen konnten wir in ein einzelnes Arbeitszimmer blicken. Viel kleiner, als es zu erwarten gewesen wäre. Und Krathus spürte sein Eigentum in der Nähe, allerdings nicht innerhalb des Raumes. Es musste also noch weitere versteckte Zugänge geben. Als wir aber den Raum betraten spürte ich einen leichten Zug, ähnlich einem Kopfschmerz, der nur eine Sekunde angehalten hatte. Es unterbrach meine Konzentration auf einen Zauber, den ich aktiv hielt. So auch bei den anderen. Bevor Lia eintrat stoppte ich ihre Bewegung um sicherzustellen, dass die von ihr vorbereiteten Zauber nicht davon betroffen sein würden. Dann untersuchten wir den Raum. Fanden aber nichts was uns weiterhalf. Lia warf sich resignierend in einen von zwei Sesseln und gab ihrer Enttäuschung verbalen Ausdruck. Woraufhin aus dem Nichts im zweiten Sessel plötzlich eine Gestalt auftauchte. Ein grauer alter Mann, der ihre Enttäuschung bestätige und den Satz mit dem direkten Bezug zu seiner neben ihm sitzenden „Tochter“ beendete …]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ralkarion/Sitzung-103.html</link>
			<pubDate>Tue, 08 Mar 2022 23:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 102</title>
			<description><![CDATA[Mitten auf dem Weg standen wir wie auf dem Präsentierteller, dies war definitiv zu gefährlich und der Drachen ehrte kontinuierlich wieder. Etwas eilig zimmerte ich einen kleinen Plan zusammen, wie wir unserem sicheren Tod eventuell doch noch entgehen könnten. Zuvor hatten wir schon einen Teilerfolg gehabt, als wir uns ins Dickicht begaben. Das könnte wieder funktionieren, jedoch abgewandelt. So führte ich kurzerhand aus, was mir im Kopf schwirrte. Krathus und Calas wirkten zunächst nicht sonderlich zugetan, Garret’s Zustand war wie gewohnt teilnahmslos. Sie gaben zu bedenken, dass wir nur ein wenig länger ohne Konflikt ausharren müssten, um genug Kraft getankt zu haben weiterzuziehen. Ich hielt dies für Irrsinn. Was wäre gewesen, wenn der Drache erneut seine Taktik änderte? Doch stimmte es schon … würden wir beim Umsetzen meines Plans Fehler machen, dann gäbe es definitiv keine Rettung mehr. Es stand zwei zu eins, somit war die Entscheidung getroffen. Und wie durch ein Wunder verschwand der Drache nach seiner Sichtung erneut kurzzeitig. Es war verwunderlich, dass diese fünfzehn Minuten mehr so einen immensen Einfluss auf unseren Zustand hatten. Aber wir fühlten uns wahrlich allesamt gestärkt. Nunmehr brachen wir auf und setzten den Plan in die Tat um. Wir suchten schnellstens einen potentiell guten Unterschlupf im nahgelegenen Dickicht. Dort stellten wir kurzerhand ein Nachtlager zusammen und entzündeten eine fahle Glut. Calas nutzte seine magischen Kräfte erneut seinen alarmierenden Zauber zu wirken. Danach schulterte er den weiterhin bewusstlosen Garret und folgte in den Spuren von Krathus' Yak, auf welchem der Kobold und ich nun saßen. Der Weg führte uns zunächst nach Osten. Nach einer halben Stunde etwa machte ich uns unsichtbar. Während wir das Yak weiter nach Osten schickten gingen wir nun getarnt und leise durch das Unterholz Richtung Süden. So hofften wir den Drachen auf falsche Fährten zu lenken. Es dauerte auch nicht lange bis unser gefälschtes Nachtlager unter seinem Atem zerrissen wurde. Und später ließ uns Krathus wissen, dass sein treues Reittier von dem Drachen heimgesucht wurde. Das war schon eine erstaunliche Fähigkeit von ihm eine gedankliche Verbindung auf diese Entfernung zu seinem Tier zu haben. Mir gefiel es nicht das Tier in seinen Untergang zu schicken, aber welche Wahl hatten wir schon gehabt? Bisher schien der Plan vollständig aufzugehen. Wir hofften nunmehr dem Drachen wahrlich entkommen zu können. So schritten wir erschöpft weiter in den Morgengrauen hinein. Mir drehte sich von Zeit zu Zeit alles vor den Augen. Es war ein klares Zeichen dafür gewesen, dass wir Schlaf brauchten. Nach einer guten Stunde erneuerte ich den Unsichtbarkeitszauber auf uns. Als dieser Auslief war es erst einmal vorbei mit der Tarnung. Bisher gab es kein Anzeichen des schuppigen Tods von oben. Erleichtert atmete ich auf. Calas trieb uns an weiterzugehen. Bedachte man, dass er Garret und dessen Zeug zu tragen hatte, dann war seine Ausdauer mehr als bewundernswert. Ohne Nachtruhe setzten wir eilig den Weg am neuen Tag fort. Erst am Abend erlaubten wir uns zu ruhen. Es war wirklich ein anstrengender Marsch gewesen. Endlich hielt Schlaf Einzug. Die Nacht verlief wie erhofft ruhig. Offenbar hatten wir das Ungetüm wirklich abgehängt. Doch das hieß nicht, dass wir aus dem Schneider währen. Mit Garret wieder bei Bewusstsein starteten wir unsere Weiterreise recht früh. Am Abend stießen wir auf eine Horde Wildschweine in direkter Nähe zu unserem Pfad. Wir beschlossen kein Risiko einzugehen und sie zu umgehen. Glücklicherweise hielten sie uns auch nicht für eine Bedrohung. Die Aufmerksamkeit hätten wir auch nicht gebrauchen können. Bei der Suche nach einem geeigneten Nachtlager fanden die anderen dann eine Höhle. Es war mir nicht wohl dabei in eine unbekannte Höhle rein zu marschieren, geschweige denn sie mitten in der Nacht zu erkunden. Doch die Neugier siegte über die Vernunft bei meinen Begleitern. Es stellte sich schnell heraus, dass etwas Riesiges in dieser Höhle gewandelt war. Scheinbar trug es Stiefel. Bald schon erkannten wir was es mit der ominösen Kreatur auf sich hatte. Zunächst vernahmen wir ein wenig melodisches Singen, bevor schließlich ein Riese vor uns stand. Garret war hinter einen Stalagmit gesprungen. Wir anderen standen frei im Gang, wobei ich mich hinter Calas stellte. War ja seine Idee gewesen, dass niemand mit bösen Absichten sich so auffällig durch die Gegend bewegen würde wie es der Riese getan hatte. Da die Kommunikation durch die Unfähigkeit des Giganten die Gemeinsprache zu sprechen erschwert wurde nutzte ich meine schon länger nicht mehr eingesetzt Magie mit ihm zu reden. Scheinbar hatte Calas auch einen ähnlichen, aber weniger effektiven, Zauber für solche Situationen parat. Einen, den ich ebenso kannte. Bevor wir aber Worte wechseln konnten hatte der Große aber noch vor sich zu erleichtern und erwischte dabei genau den Ort, an dem Garret sich versteckt hatte. Wieso war nie ein Barde in der Nähe, wenn sich solche Dinge ereigneten? Dann nahm das Gespräch fahrt auf, wenngleich nicht so gravierend wie erhofft. Der Riese war nicht unbedingt der hellste schien es. Doch ein paar Informationen konnten wir ihm gegen einige Münzen entlocken. Scheinbar hatte er mehr Interesse daran viele Münzen zu bekommen, denn wertvolle. Einzig zu dem Zweck sich eine Art Rassel zu bauen. Aber uns war es einerlei. Wir konnten die Nacht über hier bleiben. Auch wenn ich die Stalagmiten nun mit anderen Augen sah. Zusätzlich erwarb Garret noch einen ziemlich großen Pilz von ihm. Ich zweifelte sehr an der Genießbarkeit, da der Pilz schon Pilze hatte. Weiterhin erfuhren wir von Westerfell. Auch wen der Riese den Namen des Ortes nicht kannte, so reimten wir uns das zusammen. Die Stadt war laut seinen Aussagen zerstört worden. Zwei Drachen hatten dort gekämpft. Einer war silbern und den anderen beschrieb er als dunkel. Auf Nachfragen hin könnte es aber auch ein Rotton gewesen sein. Dies waren gar keine guten Nachrichten. Konnte es sein, dass Shadar selbst hergekommen war? War der silberne Drache von vor zwei Tagen doch Lia? Als ich Garret magisch nun von seiner Duftnote befreien wollte zeigte sich der Riese schon fast ängstlich. Offenbar resultierte dies aus der Furcht vor den besagten Drachen und deren Magie. Vielleicht wäre es hilfreich sich das für die Zukunft zu merken. Viel mehr konnten wir nicht in Erfahrung bringen. So verließ er uns. Garret machte sich daran den widerwärtigen Pilz zu einer Art Ragout zu verarbeiten. Ich lehnte dankend ab und beobachtete die teilweise merkwürdigen Auswirkungen dieses „Festschmauses“ auf die Gesundheit der anderen. Gelobt war das Trockenfleisch. Und eine erneute Nacht in relativer Sicherheit. Am nächsten Tag setzten wir die Reise fort. Es passierte nichts Weltbewegendes. Jedoch änderte sich der Ausblick, als wir einen dichten Wald zu betreten begannen. Tiefer im Inneren erkannten wir, dass es Pfade gab und scheinbar bewusst Bäume nachgepflanzt worden waren in der Vergangenheit. Außer uns war aber scheinbar niemand in der Nähe. Eine weitere ruhige Nacht brach herein, welche wir dankend annahmen. Der darauffolgende Tag brachte uns nunmehr an unser Ziel. Der Wald löste sich mit einem Mal auf und ging über in ein trostloses Ödland. Nicht unerhebliche Teile waren völlig verbrannt worden und aus der Ferne konnten wir an der Felswand zu den Bergen im Westen Überreste von Gebäuden erkennen. Dies musste Westerfell gewesen sein. Auf die von Ruß überzogenen Trümmer einer einstigen Siedlung zugehend sahen wir bald das ganze Ausmaß der Zerstörung. Nichts war übrig geblieben. Auch gab es kein Anzeichen von Leben. Sogar Steine waren unter der Hitze des Angriffs der Drachen geschmolzen, ganz wie es in Zoica der Fall gewesen war. Der Angriff konnte auch noch nicht allzu lange her sein. Anhand der Rußschicht, der Wetterverhältnisse der letzten Tage und nicht zuletzt des später vorgefundenen noch aktiven Drachenfeuers vermuteten wir, dass der Angriff maximal bis zu zwei Wochen her sein müsste. Das auch keine Plünderung stattgefunden hatte untermauerte den kurzen Zeitraum. Krathus hatte nichts besseres im Sinn, als sich des Goldes zu bemächtigen, das noch in den Überresten zu finden war. Sicher hatte er einen Punkt, dass diese Leute wohl eher keine Verwendung mehr dafür hatten. Doch waren die verkohlten Überreste jener Bewohner, die sich in Angst und Panik aneinander geklammert hatten, gefühlt kaum erkaltet. Ich bildete mir ein das verbrannte Fleisch noch riechen zu können. Das würde auf kurz oder lang wohl auch unser Schicksal sein. Da machte ich mir nichts vor. In einem Anflug von irrationaler Scherzhaftigkeit nahm ich etwas von dem Ruß eines nahgelegenen Steins auf die Finger und verpasste mir eine „Kriegsbemalung“, die jener Ava ähnelte. Keine Ahnung was mich dazu motiviert hatte. Zuletzt passierten solche Dinge aber häufiger. Es dauerte einige Zeit, doch dann fanden wir eine hervorstechende Gebäuderuine. Sie hatte Ähnlichkeit in der Bauweise mit dem Compound. Es ergab sich ein Weg in die untere Ebene. Eventuell hatte etwas oder jemand den Angriff dort unten überstehen können. Als wir den Kellerbereich betreten hatten war das Erstaunen groß. Eine Frau stand in einer Art Blase vor uns. Völlig starr, aber in abwehrender Haltung zu dem was sich in ihrem direkten Umfeld abgespielt hatte und es noch tat. Denn mit ihr eingeschlossen war ein Flammenmeer. Sie hatte ganz offenbar auch schon erheblich Schaden genommen. Es wurde klar, dass sie in dem begrenzten Bereich die Zeit irgendwie eingefroren hatte. Doch wie sollte man ihr helfen? Es war davon auszugehen, dass es sich dabei um Drachenfeuer handelte. Und davon ausgehend, was wir über seine Halbwertzeit wussten und die Schwierigkeiten es zu löschen war guter Rat teuer. Calas war der Ansicht er könne die schützende Barriere aufheben und sie befreien. Ich überlegte und spielte mit den Optionen, die uns zur Verfügung standen. Doch während all der Überlegungen schien er wiederum immer unruhiger zu werden. Er drängelte intensiv nicht noch mehr Zeit verstreichen zu lassen. Diese Hast war nicht nachvollziehbar. Sie musste hier schon Tage stehen, ein paar Minuten änderten nichts. Sie ohne sinnvollen Plan befreien zu wollen, nur um sie dem Tot auszuliefern wäre fatal gewesen. Zumal der allseits beliebte Mundi kaum erfreut wäre, wenn sie sich als Lia herausstellen sollte. Es half aber nichts. Calas war entschlossen zu handeln. Ich fluchte in mich hinein. Kaum brach die Barriere schoss das Feuer auf uns zu. Kurz bevor es mich erreichte dachte ich noch wie dankbar ich Calas für diese übereilte Aktion war … dann wurde es schwarz. Als ich die Augen erneut aufschlug stand wieder einmal Krathus an meiner Seite. Das wurde langsam Alltag, dass er mich vom Boden aufkratzte. Ich wunderte mich wer hier eigentlich auf wen aufpasste. Dann aber kam die Realität hinzu. Ein Feuer brannte noch auf mir und Calas hatte ebenso arge Mühen die nun schwer verletzte Frau von den ihren zu befreien. Um mehr gegen den Schmerz gewappnet zu sein entschied ich mich zu verwandeln und hoffte das Feuer gegebenenfalls von den anderen abstreifen zu können. Das erwies sich leider nur zur Hälfte als brauchbar. Zwar war meine Gestaltwandlung als riesiger Affe hilfreich dem Feuer eher zu widerstehen, aber es war nicht von den beiden zu entfernen. Dann trat Krathus erneut hervor und nutzte seine Kräfte dem Feuer seine magische Komponente zu entziehen. Dies zeigte Wirkung. Was übrig blieb ließ sich nunmehr löschen. Zunächst schlug ich die Flammen auf Calas aus und wendete mich dann der Frau zu, als Krathus ihre Flammen entzaubert hatte. Sie schlug schon kurz darauf ihre Augen auf, gerade als ich dabei war ihre Flammen mit meinen aktuell riesigen Pranken zu erlöschen.]]></description>
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			<pubDate>Tue, 01 Mar 2022 23:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 101 - Part 2</title>
			<description><![CDATA[Vorher: [siehe Part 1 - Arem] Tatsächlich wartete ich nicht allzu lange. In der Dunkelheit erhoben sich kurz nach meiner Ankunft Silhouetten. Aber es waren nur drei? Noch bevor ich genau erkannt hatte wer fehlte stand auch schon eine ziemlich übel gelaunte und durchaus gefährlich wirkende humanoide Echse vor mir und wedelte mit ihrer Waffe vor meinem Gesicht. Hätte schlimmer sein können, wenn es Ava gewesen wäre. So blieb lediglich die Verwunderung, dass ich ihre Stimme nicht vernahm. Auf den zweiten Blick fehlte sie. Und wo war der Zinnsoldat abgeblieben? Ein in mich gekehrtes Grinsen überkam mich ob der Tatsache warum gerade die beiden fehlten – so kühl wie beide wirkten ergaben sie doch das perfekte Paar. Dann brachten mich aber die Worte von meinem Gegenüber, welchen ich nun als Drachengeborenen erkannte, zurück in den Moment. Aus ihm platschte so ein Gewäsch heraus von Tieflingen aus den Shales, welche bösartig seien. Überraschung … meine Familie kam von da. Garret gab sich alle Mühe dem Fleischberg zu vermitteln, dass ich zur Gruppe gehörte, während ich versicherte nichts mit denen zu tun zu haben, von denen er da sprach. Schien angekommen zu sein. So wurde es Zeit für ein bisschen Aufklärung. Typisch für Garret fand er so wenig Worte wie irgend möglich mir mitzuteilen was sich im Dreadspire ereignet hatte. Und da beklagte die Elfe meine Kommunikationsfähigkeit … Interessant war, dass nun sie diejenige war, welche einen Abstecher machte. Eigentlich war es ein idealer Moment echauffiert zu sein. Jedoch ließen mich meine vorangegangenen Erlebnisse eher hoffen, dass ihre Reise weniger durchwachsen sein würde. Wer sie wohl diesmal sein würde, wenn sie zurückkehrte? Der Fleischberg stellte sich als Calas Meiur vor, Söldner im Auftrag Mundi’s. Ja, das hatte noch gefehlt. Drachenähnlich, rote Farbe und dann von dem irren Untoten gesandt. Das war ja mal gar kein schlechtes Omen. Für einen Moment wollte ich Garret erwürgen. Den Gedanken hinterfragend wurde mir klar, dass ich in Zukunft eher die Momente benennen sollte, wo ich es nicht vorhatte. Das wäre mit weniger Schreibaufwand versehen. Nach dem etwas ruppigen Start setzte Calas aber einiges daran ein paar Bedenken zu zerschlagen. Er war bereits ein alter Mann mit seinen 54, dafür aber top in Form und sogar magisch begabt. Stellte sich heraus, dass er einst für zwei Jahre an der alten Akademie von Zoica war. Reichlich überraschend. Er flog jedoch aus der selbigen hinaus, da er wohl zu viel Unfug in seiner Jugend veranstaltete. Das wiederum war amüsant und es blieb offen was man wohl alles tun musste, um final aus der Akademie geworfen zu werden. Machte mich neugierig. Mehr noch lebten seine Eltern wohl sogar noch hier. Sicher es war eine große Stadt, aber andere Drachengeborene wären sicher aufgefallen. Die Frage ob er Kryla kannte verneinte er. Aber Frau und Kind hatte er. So richtig ins Detail wollte er Fremden gegenüber aber nicht gehen. Konnte ich nachvollziehen, doch blieb meine Neugier was die ausgesparten Punkte anging. Nun war es an mir zu berichten was die letzten Tage so passiert war. So erzählte ich von dem Signal, den Ungol, dass die Taverne in Kettlehall nun endlich in Verwendung war und zuletzt auch anteilig von meinen Erlebnissen in den Points. Dass ich meine Mutter dort traf und wie sie und Foamwave „verifizierten“, dass ich der bin für den mich ausgab. Dass aufgrund der vorangegangen Geschichte meiner Eltern meine Mutter damals in Kontakt mit Mad Dog Maddoc kam und ihre Beziehung in der tat dazu führte, dass Narchessa meine Tante war … ein Punkt über den ich nie hinwegkommen würde. Und einer den mir Ava sicher lang und breit unter die Nase reiben würde, wenn sie davon erführe. Doch wie ich das vortrug brach es aus Calas hervor wie kaputt meine Familie sei. Und erst jetzt wurde mir das Ausmaß selber bewusst, wie ich meiner eigenen Stimme lauschte. Es war ein stetiges Auf und Ab seit wir in Cindercrest die ersten Hinweise erhielten. Von Hoffnung über Enttäuschung, Überraschung bis zu Irrsinn. Meine eigene Mutter hätte mich umgebracht, wenn nicht eine Eingebung der Götter es verhindert hätte. Ausgerechnet die Person, die immer als verloren galt, bis neue Zuversicht durch meine wiederentdeckte Schwester geweckt worden war. Alles in allem konnte ich in diesem Moment nicht mehr sagen, ob es gut gewesen war von ihnen zu erfahren, sie gar zu treffen. Hatte ich mich noch geborgen gefühlt als ich sie endlich in die Arme schließen konnte, so wusste ich nun nicht mal mehr ob diese Gefühl nicht schlicht Einbildung gewesen war. Ich hatte es so sehr gewollt, seit ich von meiner Familie erfahren hatte … vielleicht zu sehr, um die Realität akzeptieren zu können. Wie ein einzelner Satz eines Fremden alles infrage stellen konnte … Der Abend war fortgeschritten und draußen herrschte bereits Nacht. Krathus war zu Razora unterwegs ihr einen Besuch abzustatten. Unterdessen war Calas scheinbar auch zu seinen Eltern unterwegs. Ich verweilte noch ein bisschen und versuchte mich zu ordnen, bevor ich ebenso zu Razora ging. Hatte es ihr ja versprochen und die Zeit zusammen brachte mich zumindest auf andere Gedanken. Zu meinem Leidwesen hatte Krathus mal wieder Mist gebaut. Kaum bei ihr angekommen trat ich in eine Bärenfalle, die eigentlich für den kleinen schuppigen Vollpfosten gedacht war. Nach ein paar Erklärungen und Verbänden waren zwei Dinge sicher: Zum Einen, dass meine Sorgen für den Abend trotzdem noch wie weggeblasen sein würden und zum Zweiten, dass der Katastrophenkobold niemals mehr unbeaufsichtigt zu seiner Mutter durfte. Am nächsten Morgen planten wir im Compound unser Vorgehen. Mundi ließ uns, sehr zu meinem Missfallen, nur wenig Wahl was die Prioritätenliste anging. Der ursprüngliche Plan die Rachwood’ler nach Azoicstrum zu bringen war damit vorläufig auf Eis gelegt. Eisig war auch meine Stimmung gegenüber dem planlosen Gesichtsausdruck von Krathus. Calas heiterte die Situation aber auf, als er ihn mit Dolchen einen Pudding essen ließ. Das war zum schießen komisch. Nach dem Frühstück brachte uns unser Weg somit zu Chrylax. Gleichzeitig war es eine gern gesehene Bestätigung von Calas’ Geschichte, da sich das alte Bandagengesicht an ihn erinnerte – nicht unbedingt positiv, wobei das wohl auf niemanden zutraf, aber immerhin. Wie üblich hatte Chrylax kein Verlangen uns zu helfen, doch die reine Erwähnung Mundi’s reichte aus, um ihn davon zu überzeugen das richtige zu tun. Es dauerte einige Zeit, aber er brachte mir zwei Teleportrunen bei. Währenddessen wollte sich Krathus um die bevorstehende Abwesenheit des Professors in der Akademie kümmern. Wer immer den guten Einfall hatte das durchzuwinken würde sicher bald dafür die Rechnung tragen. Garret und Calas beschäftigten sich derweil mit Kartenspielen. Zwei bis drei Stunden später waren wir endlich bereit aufzubrechen. Der Kobold berichtete Chrylax noch von seinem Auftritt in der Akademie und man hätte schwören können ihm sei das Gesicht ein klein wenig entglitten, wenn es nicht eh schon so tief gehangen hätte. Es war ein guter Moment aufzubrechen. Chrylax wollte schon zum Teleport ansetzen, da kam ich ihm zuvor. Er hatte die Tendenz unliebsame Ergebnisse zu produzieren und zudem wollte ich meine neuen Fähigkeiten auch zum Einsatz bringen. Während ich den Spruch sagte gelangte die Mumie zu der Erkenntnis wohin wir auf dem Weg waren aufzubrechen und fing noch einen Satz an, den keiner von uns aber mehr zu Ende hören konnte. Im nächsten Moment standen wir auf der Spitze von Ark’Therion’s Teleportturms … wo sich eine magische Entladung ereignete, die uns fast aus den Latschen kippen ließ. Irgendjemand hatte den Turm magisch vermint. Wir schauten uns die Gegend genauer an. Zuletzt musste jemand hier gewesen sein, doch alle Spuren betrafen bloß die obere Ebene des Turms. Derjenige musste also entweder per Teleport oder fliegend hierher gekommen sein. Krathus hatte derweil festgestellt, dass hier eine Form von Nexusmagie in der Luft lag. Doch entgegen des normalen „Flusses“ dieser Energie in eine bestimmte Richtung rieselte sie eher und verblasste dann zusehends. Ein unguter Gedanke machte sich breit. Ark’Therion selbst war nur noch die Hülle einer einstigen Stadt. Die Hextor hatten ganze Arbeit geleistet. Alles brennbare war zu Asche geworden, so standen nur noch die Grundmauern der Stadt. Dieser Ort hatte eine gewisse Ähnlichkeit zu Ailamere, insofern als das es klarere Klassenunterschiede gegeben haben musste. Zumindest wiesen die verschiedenen Bezirke darauf hin. Gleichermaßen war es sehr viel übersichtlicher was die Größe anging als Zoica. Sehr breite Straßen waren ein markantes Merkmal. Schutzmauern oder Einrichtungen dieser Art gab es wohl damals nur bedingt. Es wurde klar, dass die einfallende Armee nicht viel zu überwinden hatte – mit Ausnahme eines Drachen vielleicht. Zugleich plünderten sie alles wirklich gewissenhaft. Nicht eine Tür, Luke oder versteckter Zugang blieb unberührt. Auffällig war, dass es keine Skelette gab, doch scheinbar eine Art von Grabstätte inmitten der einstigen Stadt. Viel mehr gab es hier nicht in Erfahrung zu bringen. Nach Westerfell würde es ein paar Tage benötigen und so brachen wir in Richtung Süden auf. Einige Zeit später sahen wir ein recht großes Skelett am Wegesrand liegen. Es war vierarmig und lag quasi auf seinem Gesicht. Es ähnelte dem im Dreadspire. Vielmehr war es eigentlich verdammt ähnlich zu dem, welches Lia damals in Scourgefaust bei sich hatte. Ein Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg waren. Auch wenn dieser Weg für unseren Kobold wenig amüsant war. Das Sonnenlicht war nicht gerade sein Freund. Es blendete wohl zu sehr und schien ihm Unbehagen zu bereiten, so dass er die meiste Zeit auf seinem Yak lag und sich treiben ließ. Als er gerade eingedöst war ergab sich meine Chance. Eilig wirkte ich einen kleinen Zauber und das Yak und Krathus verschwanden in tiefer Dunkelheit. Ich griff hinein und rüttelte ihn wach. Calas und Garret sprangen direkt drauf an und riefen ihn um Hilfe. Völlig desorientiert ob der Erschöpfung und der Dunkelheit um ihn herum sprang er panisch herab und lief einige Meter, bis er die Grenze des Zaubers erreichte und mit einem Mal im hellen Sonnenlicht stand. Man musste dabei gewesen sein, der Gesichtsausdruck war Gold wert. Etwas angepisst tapste er wieder zurück und genoß die zehn Minuten Dunkelheit, bevor der Zauber abklang. Am Abend schlugen wir unser Lager auf. Calas und Krathus legten eine Trainingsrunde ein. Sie verlief aber erstaunlich schlecht für den kleinen. Hatte ihn bisher in einer Kampfsituation nie so unbeholfen gesehen. Dann begaben wir uns zur Ruhe … so dachten wir. In der Nacht huschte plötzlich ein eisiger Schauer über mich hinweg. Das nächste an das mich erinnere ist wie die anderen mich wieder zusammengeflickt hatten. Etwas Großes hatte uns mit einem eisigen Hauch angegriffen und flog dann davon. Wir hatten wohl etwas aufgeschreckt, oder hatte es uns aufgelauert? Ein Drache? Gegebenenfalls war es gar Lia? In der Annahme, dass es floh und weit ausserhalb unserer Rehweite war versuchten wir ein wenig Ruhe zu bekommen, um uns von dem Angriff zu erholen. Zu unserem Leidwesen war die Kreatur aber keinesfalls geflohen. Sie kam zurück und erwischte uns ein weiteres Mal. Wieder wurde mir schwarz vor den Augen. Mein letzter Gedanke war die Frage, ob es das gewesen sein sollte. All das Erlebte und so endet es, bei einem Hinterhalt in der Nacht? Ich erwachte sehr viel später. Krathus hatte glücklicherweise den zweiten Angriff überstanden. Der Rest von uns war völlig am Ende. Irgendwie hatte er es auch bewerkstelligt uns alle aus der Gefahrenzone zu bekommen. Ich war dankbar, auch wenn ich es nicht so richtig zu zeigen vermochte in dem Moment. Garret hatte derweil ein Versteck nahe des Weges ausgemacht. Wir brauchten Ruhe, vielleicht fanden wir sie dort. Calas nutzte seine Magie für einen Zauber, der uns im Falle eines Feindes in der Nähe alarmieren sollte. Wir schliefen leider nicht allzu lange bevor es in unseren Köpfen wie in einem Glockenturm zuging. Der Zauber hatte getan was er sollte, war aber scheinbar zu seicht eingestellt. Da stand dieses Huhn plötzlich vor uns und für einen Moment atmeten wir auf. Krathus wollte es sich aber schnappen, was aber nicht so gut gelang. Es entwich ihm und rannte in die Nacht. Etwas war eigenartig, aber ich konnte es nicht genau benennen. Dann sprintete der Kobold dem Federvieh hinterher in die Nacht. Was war das für ein irrsinniger Gedanke? Es dauerte nicht lange bis uns allen klar war, das dies eine ganz schlechte Idee gewesen war. Etwas erhob sich in die Luft und hatte Krathus in Schlepp. Es musste wirklich ein Drache sein und er flog schnurgerade in die Höhe. Mit einem flauen Gefühl im Bauch was als nächstes passieren würde rannte ich in ihre Richtung los und wartete einen Zauber haltend darauf, dass etwas von oben herunterfallen würde. Und so geschah es. Im letzten Augenblick stoppte ich Krathus’ Fall. Dieses Mistvieh legte es wirklich drauf an uns Schaden zuzufügen. Wir versuchten zumindest eine kurze Verschnaufpause hinzubekommen, doch der Drache kehrte gefühlt jede Viertelstunde wieder. Sobald er entdeckt wurde zog er sich kurz zurück. In der Annahme, dass es sich dabei eventuell um Lia handeln könnte riefen wir zu, das wir nur reden wollten. Es blieb jedoch ohne Reaktion. Nach einem weiteren Vorbeiflug fing plötzlich Garret an um sich zu schlagen. Ein kurzer Stoß mit dem Dolchgriff auf den Schädel brachte ihn aber bereits zu Fall. Wir alle waren am Ende unserer Kräfte und es war es nur eine Frage der Zeit bis es uns endgültig zerlegen würde. Was sollten wir nur tun?]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ralkarion/Sitzung-101-part-2.html</link>
			<pubDate>Tue, 01 Feb 2022 23:01:00 +0000</pubDate>
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			<title>Pre-Sitzung 101</title>
			<description><![CDATA[Eine Weile blieb ich noch und tauschte mich mit Mutter aus. Es gab viel zu erzählen – gerade über die Umstände meiner Jugend –, mehr als mir Zeit zur Verfügung stand. Ava war eh schon am Kochen, ich wollte es nicht noch durch ein gebrochenes Versprechen verschlimmern. Auch hinterließ ich ein paar Informationen bezüglich Shadar Logoth. Nicht verfängliches, nur genug um die Bedrohung klarzumachen. Die Details hätten nur zu Problemen geführt, Begehrlichkeiten an seiner Macht geweckt. Aber potentiell betraf es eben alle Bewohner Logothil’s. So überließ es ihnen selbst darüber nachzudenken. Foamwave brachte mir noch die Runen für die Zirkel in Ailamere und den Points bei bevor ich dann nach Zoica zurückkehrte. Chrylax war so erfreut wie immer mich zu sehen … mehr noch, als er erfuhr, dass ich ihm Arbeit bereiten würde. Ich stellte die Dringlichkeit dar und argumentierte ein wenig herum. Dann ließ er sich widerwillig dazu herab eine Portalrune für Kettlehall vorzubereiten. Als ich in den Compound einkehrte erfuhr ich, dass die Gruppe schon losgezogen war. Das war zu erwarten gewesen. Angeschlagen wie ich war hätte ich sowieso jetzt keine Reise unternehmen können. So blieb ich daheim für den restlichen Tag, brachte Jashier auf den neuesten Stand und offenbarte ihm meine Idee für seine dauerhafte Unterkunft. Er schien ziemlich angetan davon. Besonders aus Ailamere heraus zu sein. Dass ich jedoch in familiärer Verbindung zu Narchessa stand schockte ihn genauso wie es mich geschockt hatte. Darüber tranken wir noch den ein oder anderen Humpen leer. Und damit mir nicht alle Gliedmaßen gebrochen würden, wenn sie glaubte vergessen worden zu sein, kehrte ich noch bei Razora ein. Ein paar Dinge hielt ich vage, doch grundsätzlich erzählte ich ihr vom familiären Zusammentreffen. Die Dinge wurden dadurch nicht weniger interessant. Und ich versprach, dass sie auch bald Jashier kennenlernen könnte, sobald er in seiner neuen Heimat angekommen war. Ich wunderte mich aber darüber wie ich das mit meiner Mutter mal arrangieren sollte. Doch das war ein Problem für einen anderen Tag. Heute ging eh schon die Sonne unter. Am nächsten Morgen schnappte ich mir zunächst Angstrum, holte dann Jashier und die Kids und setzte zum Weg nach Azoicstrum an. Wenn die anderen gerade sich um ein Problem kümmerten, dann konnte ich ein anderes auf dem Weg gleich mit erledigen. Angstrum hatte seine typischen Ausflüchte auf Lager, doch ich ließ nicht locker. In Azoicstrum angekommen ließen wir Jashier und die Kinder zunächst in Angstrums Turm. Er und ich zogen dann los zum Nexus. Auf dem Weg kam mir die Idee, dass es vielleicht möglich sein könnte das Nexus Signal von Azoicstrum zum Loch Meriander zu verlagern, statt ein falsches Signal zu erzeugen. Doch das schlug leider fehl. Am Ende blieb es bei dem falschen Signal. Eine Bestätigung über die Wirksamkeit, oder gar den Erfolg des Wunsches gab es nicht. Aber zumindest hatte Angstrum keinen Fehlschlag als solchen registriert. Hoffen war das Einzige, was nun blieb. Wieder zurück am Turm schob ich den Bugbear zurück in den Zirkel und sandte ihn nach Zoica. Jashier, die Kinder und ich würden jetzt nach Kettlehall weiterziehen. Es dauerte drei Tage, ohne besondere Vorkommnisse, bis wir Kettlehall erreichten. Mit Ausnahme der Tatsache, dass die erwartete Kommunikation mit Ungol nicht zustande kam – etwas, was ich bei meiner Rückkehr nach Zoica klären musste. Es war bereits Abend, also versuchte ich mich zu beeilen. In der Old Cat Tavern sollten sie sich vorerst ein neues Heim einreichten. Ich überließ Jashier etwas Gold mit der klaren Ansage, dass es für ihn und die sieben kleinen wäre – er sollte keine Wohltätigkeitsaktionen starten. Dieser Ort war anders und sie würden sich auch erstmal einleben müssen. Ich warnte sie dem Riesen nicht bei der Verteidigungsarbeit zu helfen und machte auf einen potentiellen Drachen aufmerksam, der hier lebte. Auch wenn ich Miriyala-Zofra beim Betreten der Stadt nirgends gesehen hatte. Direkt im Anschluss suchte ich einen sicheren Ort in der Stadt und kreierte den Teleportzirkel mit der Rune, die Chrylax über das Kommunikationsbuch gesandt hatte. Es war eine ziemliche Fleißaufgabe den Zirkel zu erstellen, aber es glückte wider Erwarten. Ich sorgte dafür den Eintrag der Rune aus dem Buch zu tilgen, bevor ich schließlich den Zirkel selbst nutzte wieder nach Zoica zurückzukehren. Mein Weg führte mich zunächst in die Kanalisation zu Veklani. Offenbar schlug die Kommunikation fehl und die Geduld der Spinnen war was das anging erschöpft. Danach ging es zum Compound. Hoffentlich würde ich nicht zu lange auf Garret, Ava und Krathus warten müssen.]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ralkarion/Pre-sitzung-101.html</link>
			<pubDate>Mon, 31 Jan 2022 23:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Intermezzo</title>
			<description><![CDATA[Vorher: [siehe Part 2 - Arem] Kurz darauf gingen auch wir in den Zirkel. Dann aktivierte sie den den Teleport. Ich tauchte über einer Wasseroberfläche auf und fiel hinein. Scheinbar hatte ich das Ziel verfehlt. Unangenehm kalt war das Meerwasser, aber zum Glück ließ mich meine Magie auf demselbigen laufen. Nur ungern hätte ich zur Insel vor mir schwimmen müssen. Sie war soweit ich sehen konnte recht groß und hatte ein hohes Gebäude an der Landspitze zu stehen. Es ähnelte sehr den bekannten Orten der Zirkel. Ostracitoren war wohl das eingängigste Beispiel. Es schienen auch zwei Personen vor Ort zu sein, die scheinbar sich in der Gegend umsahen. Ausgehend davon, dass die eine Foamwave war nutzte ich ein magisches Licht, um auf mich aufmerksam zu machen. Es dauerte einen Moment bis sie es bemerkten und nochmal mehr, bis ich vor Ort angekommen war. Neben meiner Schwester stand eine Art Konstrukt. Auf meine Frage hin was es mit dieser Maschine auf sich hatte warf sie mir ein unhöfliches Verhalten vor, er hätte schließlich auch Gefühle. Ich war irritiert. Dieser metallene Koloss war am Leben? Er stellte sich als ein Geschöpf namens Bretar heraus. Und offenbar fand es gefallen daran andere aufzuziehen, oder zumindest mich in diesem Moment. Es dauerte einen kleinen Moment bevor ich die Frage nach einer Losung als blöden Witz erkannte. Auf die Nachfrage nach einem Geschenk prokelte ich einen alten Buttermilchkeks aus Ostracitoren heraus. Den hatte ich total vergessen … und so richtig gesund sah er auch nicht mehr aus. Aber einer Maschine würde es kaum schaden können. Foamwave informierte mich, dass das Haus unserer Mutter in der Nähe sei. So begannen wir zu gehen. Die Zeit nutzend fragte ich sie einige Dinge. So erfuhr ich, dass die Teleportzirkel in Ailamere und den Points schon seit geraumer Zeit in Benutzung waren. Als sie damals entdeckt wurden bestach man wohl einige Zauberer das Geheimnis um deren Benutzung preiszugeben. Es ist auch der Grund wieso Foamwave häufiger bei Modron arbeitet. Auf diese Weise hat sie stets Zugang. Dass Mutter soweit abseits wohnte lag an Maddoc. Er galt als tot und versteckte sich hier. Als seine Frau war es also logisch, dass sie bei ihm war. Doch sie war in der Tat nicht an diesen Ort gebunden. Da sie uneingeweihte Personen nicht mit ihm in Verbindung bringen konnte besuchte sie Ailamere ab und an. Als nächstes wurde es aber noch abstrus. Es erschien mir suspekt, dass meine Schwester zu Narchessa „Tante“ sagte. Doch war dies keinesfalls auf eine abstrakte Weise gemeint. Die irre Halbelfe war Maddoc’s Schwester und damit in der Tat UNSERE Tante … Ich spürte wieder so ein Pochen in der Schläfe. Nachdem wir ein Stück gegangen waren wunderte ich mich über die Größe der Insel und deren Bewohner. Scheinbar hatte Maddoc alle Getreuen hierher geholt. Es gab ein Dorf samt eines kleines Hafens wo meine Mutter lebte. Hier siedelten gut 50 Besatzungsmitglieder – darunter einige Farmer. Von hier aus operierten sie aus den Schatten heraus, überfielen ab und an die Wohlhabenden und stiegen nachhaltig im Wohlstand. Es prasselte alles wie ein Sperrfeuer von Langbögen auf mich hinab. Eine verrückte Information jagte die nächste. Wir erreichten nach kurzer Zeit dann auch das besagte Dorf. Es herrschte geschäftiges Treiben und auf einem größeren Hügel stand ein durchaus ansehnliches Anwesen. Übermäßig junge Leute und dazu Männer waren hier zu finden. Obgleich es an den Konterparts auch nicht mangelte. Und erst recht nicht an verschiedenen Rassen. Darunter auch etwas, was ich nie zuvor sah. Eine Spezies, die Foamwave als Thri-Kreen identifizierte. Dieser spezielle Geselle hieß Thrakkid. Ich vergaß dabei nie, dass es sich hier um durchweg Piraten handelte. Das Anwesen erreichend gingen wir auch sogleich hinein. Im Inneren wartete bereits eine Tieflingsfrau im gehobenen Alter. Mit eher zittriger Stimme fragte ich ob sie Stonearch sei. Was sie kühl bejahte. Sie machte keinen Hehl darum, dass sie mir nicht vertraute. Es galt zunächst Sicherheit zu haben, dass ich der bin, für den ich mich ausgab. Doch ich wurde gewarnt, dass mir die Mittel dafür nicht gefallen würden. Es gab keinen Grund nicht zuzustimmen. Die Informationen stimmten. Spätestens durch Ocanar war dies bestätigt worden. Sie bat mich in einem der Zimmer Platz zu nehmen. Dann wurde ich mit einem Seil festgebunden. Nun war mir wirklich unbehaglich. Ich fragte mich was für ein Test das sein würde, besonders nachdem die Nachfrage kam wie gut ich mit Feuer umgehen könnte. Auf meinen Wissensstand hin geprüft antwortete ich wahrheitsgemäß damit, dass ich nichts von früher wusste. Was konnte man schon von einem damals etwa fünfjährigen erwarten … Zuvor hatte sie schon mein Familienwappen erhalten. Doch das hätte ich auch irgendwann anders über unbekannte Wege erhalten können. Alle weiteren Details, die ich in Erfahrung bringen konnte reichten auch nicht aus. Der Test wurde vollzogen. Und in der Tat gefiel er mir keineswegs. Verschnürt wie ich war sollte ich nun dieses angeblich magische Seil aktivieren, um damit meine Zugehörigkeit zur Familie zu beweisen. Irritation machte sich breit. Scheinbar war dies eines von den vielen Kleinigkeiten, die mein Vater selbst erschaffen hatte. Mit einigem spielten wir damals. Er hatte dafür ein Faible. Aber ja nicht nur dafür, wie wir wussten. Aber wie zur Hölle sollte ich dieses mir unbekannte Objekt aktivieren? Dann spürte ich einen stechenden Schmerz. Foamwave war unlängst hinter mich getreten und stach nun mit einem Dolch in meinen Rücken. Das ging zu weit. Sie machten daraus eine zeitgebundene Aufgabe. Was für ein blödsinniger Test war das!? Ich hatte doch schon gesagt, dass ich nicht von früher wusste. Wieder ein Stich. Ich versuchte mich zu konzentrieren und schlau aus alledem zu werden. Ich spürte die Magie in dem Seil. Wieder ein Stich. Ich versuchte mich an früher zu erinnern. Wieder ein Stich. Ich fragte verzweifelt nach dem Sinn. Wieder ein Stich. Mehr und mehr spürte ich die Wunden auf meinem Rücken. Es schien hoffnungslos. Irgendwann kam tatsächlich eine Erinnerung hoch. Unsere „Spielzeuge“ wurden durch Namen aktiviert. Stonearch wurde hellhöriger, als ich dies von mir gab. Aber wenn das stimmte war es mir nicht möglich es zu aktivieren. Ich kannte meinem echten Namen nicht. Wieder ein Stich. Sollte es so zu Ende gehen!? Hier vor meiner wiederentdeckten Familie und gleichermaßen von ihr dem Tod übergeben? Wieder ein Stich. Ein Gedanke kam auf. Bisher trugen sowohl mein Vater, wie auch meine Schwester einen Namen, der sich aus unseren Familiennamen zusammensetzte. Das war kein Zufall, oder doch? Wieder ein Stich. Ich probierte allerlei Kombinationen aus. Keine Schien zufriedenstellend. Obgleich meine Mutter sichtbare Anzeichen dafür im Gesicht hatte, dass ich auf der richtigen Fährte war. Wieder ein Stich. Langsam fühlte ich mich schwächer und schwächer werden. Das Leben verließ mich mit jedem weiteren Stich ein Stück mehr. Das Blut rann an mir herunter. Wieder ein Stich. „Umgekommen bei einem dämlichen Ratespiel …“ ging es mir durch den Kopf. Als ich schon begann das Bewusstsein zu verlieren gab ich eine letzte Kombination von mir: Waterfroth. Plötzlich entzündete sich das Seil. Um mich herum loderten Flammen auf. Zu Anfang schienen sie mich noch nicht direkt zu tangieren. Dann aber spürte ich die Hitze und verlor schlussendlich das Bewusstsein über die einsetzenden Schmerzen … Die nächste Erinnerung war, dass ich die Augen aufschlug und drei Personen um mich herum vernahm. Zu meiner Schwester und Mutter war nun auch ein Zwerg in einem sehr martialisch anmutenden Rollstuhl dazugekommen. Foamwave hatte mir Heilung zukommen lassen. Ich fühlte mich elend, aber die Wunden am Rücken waren zumindest wieder verschlossen. Nun brabbelte mich dieser Zwerg an. Als ich mich sachte aufrichtete und meinen Blick scharf stellte traute ich meinen Augen nicht. Es war wirklich Mad Dog Maddoc. Etwas kürzer als man ihn immer dargestellt hatte, da inzwischen seine Beine fehlten. Mutter schaute deutlich sanfter drein. Meine Schwester war so kalt wie zuvor. Eine Form von Ava als meine Schwester. Das hätte auch besser laufen können. Derweil machte Maddoc klar, dass ich ja ganz offenbar Familienmitglied sei. Kaum des Stehens mächtig kam auch direkt die Frage, ob ich ein Schiff kommandieren konnte. Ich verneinte. Woraufhin er enttäuscht wirkte und meinte, dass Foamwave dann die nächste Runde wieder übernehmen müsste. Ich erfuhr aber noch ein paar Dinge. So zum Beispiel, dass Maddoc dieses kriegerische Zusammentreffen als Bluff und Chance genutzt hatte. Er entledigte sich dabei Galfridius’ Herrschaft über Ailamere und verschwand selbst in den sagenumwobenen „Tod“. Von hier aus arbeitete er mit seiner Schwester zusammen. Sie hatte dabei die Position inne die Stadt Stück für Stück zu unterwandern und Galfridius’ Sohn Xanthiope, welcher den Thron danach bestieg, zu manipulieren. Das Ganze wurde aus seiner Sicht nötig, da Galfridius’ Hass auf die Piraten zu groß geworden war. Selbst ein von Maddoc unterbreiteter Waffenstillstand wurde abgelehnt. Ich verstand durchaus wieso den Gesetzlosen kein Freifahrtschein erteilt wurde. Maddoc trug den Kommentar mit Fassung. Auch wurde mir mitgeteilt, dass mein Vater Topwater unlängst das zeitliche gesegnet habe. Darüber war ich jetzt weniger unglücklich. Selbst Modoc hielt ihn für ein Monster. Obgleich ich mir nicht sicher war, dass es nicht auf beide zutraf. Nachfragend zu den Ereignissen, die mich überhaupt als Kind in den Hafen von Ailamere führten hieß es, dass ich verloren ging bei der Schlacht. Offenbar versenkte Galfridius das Schiff auf dem ich war. Wie ich jedoch bis nach Ailamere kam ist unklar. Maddoc glaubte gar, dass seine Schwester damit zu tun gehabt habe. Warum sonst hätte ich für sie arbeiten müssen. Nur Leute, die ihr etwas schulden würden, wären an sie gebunden bis zur Abzahlung der Schuld. Doch das ergab nicht viel Sinn. Wenn sie darin beteiligt war, dann hätte sie ja wissen müssen wer ich bin. Damit hätte sie bewusst eine Information vor meiner Mutter verborgen. Als besonders gnädig hatte ich sie auch nicht kennengelernt. Sie war skrupellos. Maddoc verteidigte diese Eigenschaft, da es nunmal dazugehöre die Kontrolle zu behalten. Auf meine Nachfrage was es eigentlich mit diesem bescheidenen „Test“ auf sich hatte kam heraus, dass es wohl schon drei Personen vor mir gab, die probiert hatten sich als ihr Sohn auszugeben. Trotz allem wollte mir nicht so recht in den Kopf, dass sie auf diese Weise riskiert hatten ihren echten Sohn umzubringen. Mein Verständnis dafür hielt sich wahrlich in Grenzen. Nunmehr hatte ich viel zu verdauen. Aber mir lag nicht viel daran mich weiter mit dem Piratenkönig zu unterhalten. Und Foamwave hatte mir gerade nicht genug Empathie. So bat ich meine Mutter zu einem privaten Gespräch. Sie hatte sich zuvor glücklich gezeigt tatsächlich ihren totgeglaubten Sohn wieder zu haben, so dass dem nichts im Wege stand. So wirklich überzeugt von Narchessa zeigte sie sich aber dann im privaten Gespräch nicht. Sie sei ganz in Ordnung. Für mich hörte sich das ganz nach Zweifeln an. Meine gemachten Erfahrungen in Ailamere würden bei ihr vielleicht tauf offenere Ohren stoßen. Aber das wollte ich später noch einmal angehen. Auf die Frage hin wie sie an Maddoc geriet wurde es noch einmal interessant. Nach der Flucht aus Cindercrest hörte Topwater von Ailamere und wie dort alles möglich sei. Nach seinem Fehlschlag wollte er hier erneut beginnen. Doch Mutter wollte nicht länger dabei zusehen, wie ihre Kinder gefährdet würden. So ersonnen sie einen Plan. Sie buchte einen Kurztrip und ließ an den richtigen Stellen der Stadt das Gerücht verlauten, dass sie viel Geld bei sich hätten. Tatsächlich sorgte dies dafür, dass sie während ihrer Schiffsreise von Piraten abgefangen wurden. Unter ihnen befand sich Maddoc. Sie sorgte dann final dafür, dass Topwater über Bord ging. Maddoc selbst erledigte dies. Vermutlich war dies die einzig ehrenhafte Tat seines ganzen Lebens. Dieses Zusammentreffen war es auch, dass sie in Maddoc’s Arme trieb. Scheinbar war sie glücklich. Besser als zuvor war es allemal meinte sie. Was Foamwave anging so war diese schon immer etwas Emotionskalt. Mutter vermutete, dass es etwas mit den „Behandlungen“ durch meinen Vater zu tun hatte. Sie zeigte sich aber froh darüber, dass ich wohl anders wäre. Scheinbar hatte ich diesbezüglich noch Glück gehabt. Wer weiß wie ich sonst auf den Straßen Ailamere’s agiert hätte. Und der Einfluss meines Ziehvaters war vermutlich auch nicht ohne Belang. Es freute sie auch zu hören, dass unsere Reisen in Logothil einem höheren Zweck dienten. Ich hielt es aber besser zunächst eher vage mit meinen Ausführungen zu sein, da nicht klar war was hier mit derlei Informationen über unsere Erlebnisse geschehen würde. Nachdem nun so viele Dinge klargestellt werden konnten hätte ich mich wohl besser fühlen müssen. Aber es nagte schwer an mir in direkter Verbindung zu der Despotin im Untergrund zu stehen. Ich erkannte jedoch auch eine Sache dort direkt vor mir, die es lohnenswert gemacht hatte. Meine Mutter lebte. Mir dieses Faktes jetzt erst wirklich bewusst werdend konnte ich nunmehr auch meine Tränen nicht länger zurückhalten. Einen Schritt nach vorne machend folgte darauf eine Umarmung. Sie war wirklich real. Und offenbar war dies kein Verhalten, dass sie von ihrer Tochter gewohnt war, was sie im Gegenzug noch glücklicher stimmte. Ich umklammerte sie so fest, dass man hätte meinen können ich wollte nie mehr loslassen. In diesen Moment fühlte ich mich obgleich jeglicher fragwürdiger Umstände anders als je zuvor … das erste Mal in meinem Leben wirklich geborgen!]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ralkarion/Intermezzo-2.html</link>
			<pubDate>Fri, 21 Jan 2022 23:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 99 - Part 1</title>
			<description><![CDATA[Ich ließ die Eindrücke eine Weile auf mich wirken, bis ich wieder eine gewisse innere Ruhe fand. Es half alles nichts. Noch heute Abend würde ich Foamwave gegenübertreten und offenbaren, was viel zu lange durch die Umstände verschleiert worden war. Allerdings empfand ich auch den Drang Krathus ein wenig mehr zu bieten als nur einen Reisebegleiter. Sein Ausspruch von zuvor, dass wir aufgrund meiner Verbindung zu Razora quasi Familie wären hatte mich eiskalt erwischt. Jashier brachte mir bei, dass Familie nicht zwangsläufig eine Frage des Blutes ist. Razora erweckte diese Ansicht erneut. Obgleich meine Fixierung jene meines eigenen Blutes endlich kennenzulernen dadurch nicht weniger gemindert wurde. So bat ich den Kobold mir zu folgen. In unserem Zimmer lotete ich dann seine Bemerkung aus. Eine väterliche Figur in seinem Leben schien nicht abseits dessen, was er sich vorstellen konnte. Die Frage war eher ob ich es konnte. Unsicherheit überkam mich. Jashier war stets ein gutes Vorbild gewesen, hielt mich aus allem raus, was zu gefährlich war. Doch ich zweifelte an meiner Kompetenz es ihm gleichzutun. Auf einen Versuch kam es jedenfalls an. Einer Eingebung folgend versuchte ich es zunächst mit ein paar generellen Ratschlägen. Dinge aus meiner eigenen Erfahrung und Dinge, die seine Mutter wohl unterstützen würde. Vier Lektionen. Am Ende war ich mir jedoch nicht sicher ob er diese wirklich verstanden hatte. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass Krathus mehr als einmal einen zu heftigen Schlag auf den Kopf bekommen hatte als Kind. Mitunter konnte er kaum einem klaren Gedanken folgen, manchmal verdrehte er gar das Gesagte in seinem Kopf so absurd, dass man nie sicher sein konnte was dabei rauskommen würde. Mir blieb nur hoffen. Ich sagte ihm er solle sich nie erwischen lassen, immer davon ausgehen, dass die anderen klüger sind und er daher immer einen Plan B in der Hinterhand haben sollte. Das war etwas, dass ich früh erlernen musste – es aber zugegeben bis heute nicht immer einhielt. Vermutlich daher wohl die schwerste Lektion. Besonders, da er sich selten viele Gedanken zu machen schien. Ausgehend davon, dass Razora ihm wohl bessere Manieren beigebracht hatte sollte er sich auch verdammt nochmal an diese erinnern. Seine Schulden bezahlen und sich den kulturellen Gegebenheiten anpassen konnte ja kaum so schwierig sein. Wie ich älter wurde musste ich erkennen, dass man sich nicht immer aus unliebsamen Situationen raushalten konnte. Und war man ihnen zum Opfer gefallen, dann hieß es dafür einzustehen. So erklärte ich ihm, dass wir uns alle irgendwann für unsere Taten verantworten mussten. Dabei dachte ich nicht zuletzt an den aufschwellenden Konflikt mit Ava. Schätze aus der jeweiligen Perspektive hatten wir beide Recht. Hätte ich zuletzt nicht so viel auf mich einprasseln gehabt, dann wäre ich wohl anders damit umgegangen. Aber das war eine Frage für einen anderen Zeitpunkt. Zuletzt sollte er aber auf jeden Fall verstehen, dass der Zweck nicht die Mittel heiligte. Zu häufig hatte ich dies erlebt. Es selbst getan. Die Konsequenzen holten einen aber stets ein, wenn man seine Moral über Bord warf. Vielleicht nicht heute, oder morgen. Doch irgendwann bekam man es zu spüren. Eine Situation wie die mit den Ungolspinnen war so etwas. Wer einen Genozid starten wollte musste unweigerlich eines Tages dafür büßen. Die Kluft unserer Ansichten war hier aber weiter, als bei den anderen Punkten. Zuletzt schenkte ich ihm noch die Kriegsaxt, welche wir damals in Bolgmor’s Höhle gefunden hatten. Er wollte Shadar unschädlich machen – was passte also besser, als eine Waffe, die speziell die Schwächen von Drachen ausnutzte. Was immer zuvor gesagt worden war wich damit augenscheinlich in den Hintergrund. Sofort war Krathus Feuer und Flamme für das Geschenk. Jetzt überkamen mich Zweifel, ob es eine gute Idee gewesen war ihm dies zu überlassen. Aber gleichermaßen sah ich mich erstaunt glücklich über seine Freude. Das sollte es für den Moment auch erst einmal sein. Nun galt es sich etwas Größerem zu stellen. Mein Weg führte mich hinunter in den Hort von Belaxarim. Die anderen hatten es beschrieben, aber es wäre sowieso nicht schwer gewesen es zu finden. Jedoch sah ich keinen Grund Ravel noch mehr von unserem Geld in den Rachen zu werfen. Ich lachte in mich hinein. So viel zu Lektion zwei. Aber solange Lektion eins Gültigkeit hatte … nun ja. Zu meiner Überraschung stand dort wirklich plötzlich ein riesiger Drache vor mir. Ein echter. Belaxarim war real!? Ich war extrem skeptisch nachdem die anderen von ihr berichtet hatten. In einem Anflug von Panik setzte ich einen Zauber ab, um mit ihr kurz telepathisch Kontakt aufzunehmen. Für das Eindringen entschuldigend und meinen Anlass erläuternd. Unerwartet freundlich kam sie mir entgegen. Ein Welpling war auch neben ihr am Spielen. Noch mehr Drachen … Und dann war da Foamwave. Belaxarim ermöglichte ein Gespräch mit ihr. Wenngleich es nicht so abgeschieden war, wie ich es erhofft hatte. Nebenan gab es eine offene Kammer. Ich versuchte zunächst es geheimnisvoller zu halten, wollte schauen wie sie zu Narchessa stand. Mit der Angabe ihr Informationen zu ihrer Familie geben zu können, die sie vermutlich nicht kennen würde. Doch sie war skeptisch. Wer konnte es ihr verübeln. Da stand ein Fremder vor ihr und wirkte noch seltsamer als die beiden von vorhin. Deutlich machend, dass Ava und Garret zu mir gehörten versuchte ich auf die bekannten Informationen einzugehen. Sie blieb aber zurückhaltend. Was machte ich hier eigentlich? Innerlich seufzte ich. Ein Taktikwechsel war angebracht. Ich reichte ihr unser Familienwappen, erwähnte Details aus der Vergangenheit der Familie. Wo wir herkamen und was geschehen war. Zumindest anteilig. Kein Wort glaubte sie davon. Fest überzeugt hier geboren zu sein, einer anderen Familie anzugehören und auch unseren Vater Topwater nicht zu kennen, stieß ich auf eine Mauer. Nicht eine Information war ihr geläufig und mir blieb so keinerlei Ankerpunkt. Es war zum verrückt werden. Oder waren meine Informationen gar falsch gewesen? Mein Nachdruck aber ließ sie zumindest Spaß mit der Sache haben. Grinsend meinte sie, sie würde ihre Mutter kontaktieren. Sie setzte augenscheinlich zu einem Zauber an. Scheinbar konnte sie auf längere Distanzen mit anderen Personen sprechen. Damit einhergehend wich ihr Grinsen kurz darauf aus ihrem Gesicht. Sie bekam eine Rückmeldung, mit der sie nicht gerechnet hatte. Unvermittelt zog sie an meinem ehemals gebrochenen Horn. Da musste ich ihr erst einmal erläutern, dass es regeneriert wurde und zog mein altes künstliches Horn, beziehungsweise meinen magischen Fokus, aus der Tasche. Einem zweiten Zauber folgte dann ein ungläubiger Gesichtsausdruck. Offenbar hatte Mutter ihr alles bestätigt, was ich behauptet hatte. So wurde sie nun etwas offener. Ich erfuhr, dass sie in der Tat unseren Vater nie kennengelernt hatte. Sie hielt Maddoc für den ihren, dachte lediglich, dass sie aus der Verbindung Tiefling und Zwerg eher nach ihrer Mutter geraten war. Etwas abstrus fand ich das schon. Doch den Boden unter den Füßen entriss sie mir, als sie von „Tante“ Narchessa sprach. Meine Familie war in direkter Verbindung zu ihr. Maddoc arbeitete im Geheimen mit Narchessa zusammen, da ihn eigentlich jeder für tot hielt. Foamwave selbst machte scheinbar Streifzüge wohlhabende Schiffe von Zeit zu Zeit zu überfallen. Und wäre dies nicht schon genug, verteidigte sie das halbelfische Miststück auch noch nachdrücklich. Behauptete Narchessa würde nur das Beste im Sinn haben für Ailamere und seine Bewohner … Wäre ich bei weniger guter Gesundheit gewesen, dann hätte mich wohl nun ein Hirnschlag ereilt. Meine Berichte über das Leben auf Ailamere’s Straßen waren für sie nicht glaubhaft. Und die Leute würden ja nur Leid erdulden, wenn sie der eigentlichen aber inkompetenten Stadtführung folgen würden. Das war sicher nicht, was ich dort erlebt hatte. Auf mein Ansinnen meinen Ziehvater aus den Klauen der Halbelfe zu befreien meinte sie lediglich, dass dieses Missverständnis nun aufgeklärt werden könne. Sie würde eine Nachricht an ihre „Tante“ absetzen. Waren das wirklich meine Ohren, die diese Worte vernahmen? Es war völlig surreal. Nebenan hatte Belaxarim wohl gelauscht. Mitunter floßen Einzeiler ein und man konnte etwas trauriges in der dröhnenden Stimme der Drachin bemerken. Sie war ob dieser Familienzusammenführung deutlich emotionaler als es meine Schwester war. Sie hatte eher etwas von Ava … was mich ein wenig erschrocken zurückließ. Ursprünglich nahm ich an, dass sie gegebenenfalls nach der Offenbarung Zeit für sich bräuchte. Manchmal aber entwickelten sich die Dinge jedoch nicht wie erwartet. So war nun ich derjenige, der diese Zeit für sich beanspruchen musste. Wir verabredeten uns für den kommenden Morgen, um noch einmal intensiver miteinander zu sprechen. Da es nun scheinbar möglich sein würde die Geschichte mit Jashier anders zu klären und ihre Sicherheit wohl nicht zur Debatte stand, würde sich unser Aufenthalt hier nun sehr viel kürzer gestalten, als zunächst angenommen. Ava wäre vermutlich froh darüber. Meine Gefühlslage war indifferent. Ich verabschiedete mich. Eine Umarmung war ihr nicht unbedingt angenehm, aber sie hatte auch nicht das gleiche Bedürfnis wie ich. Nach all den Jahren zu erfahren, dass es lebende Familienangehörige gibt und sie schließlich zu treffen … noch nie hatte ich mich so verletzlich gefühlt. Im Gehen versuchte ich zu beginnen das Neue zu verarbeiten. Dabei gab Belaxarim noch etwas positiven Zuspruch. Surrealer konnte es kaum werden. Vor der Tür hielt ich inne. Nahm tief Luft und wusste, dass es Zeit für einen Drink war. Nicht zuletzt, da ich mir vorgenommen hatte auch noch mit Ava zu sprechen. Snek zu finden war einfach. Beim letzten alkoholischen Getränk war sie eher schnell aus der Bahn geworfen, daher suchte ich etwas eher mildes aus. Und dann flammte ganz kurz mein normales Ich auf. Snek hatte ganz sicher Krathus’ Aktion mitbekommen, daher bezahlte ich ihn. Aber nicht ohne unserem Kobold eine Lektion zu vermitteln. Snek sollte sich Krathus später schnappen und zur Strafe in der Küche arbeiten lassen. Ihm war es einerlei und so stimmte er zu. Kurz grinsend nahm ich nun den schweren Weg zu Ava auf mich. Die drei saßen zusammen als ich kam. Wie es aussah war Garret mal wieder beim Meditieren eingeschlafen, Krathus schlug derweil Löcher in den Boden mit seiner neuen Kriegsaxt. Alles unter dem amüsierten Gesichtsausdruck von Ava. Nachdem Krathus zunächst Einhalt geboten wurde, da die Reparaturen sonst ihm angelastet würden, sorgte ich dafür mit Ava allein zu sein für den Moment. Zwei Gläser und eine Flasche Whiskey in der Hand habend bot ich ihr eines an, welches ich mit bewusst weniger Inhalt gefüllt hatte. Sie griff unerwarteter weise zum volleren Glas. Es war unsere ruhigste Unterhaltung seit Tagen. Ich versuchte nachzuvollziehen wie sie tickte. Die Erscheinung von heute Mittag hatte mir zumindest die Sorge genommen, dass sie vielleicht nur so eine Art Doppelgänger war. Für sich selbst vermochte sie wohl eine vollumfassende Gefühlswelt zu haben. Sie war aber überschattet von kalter Logik. So wirklich vermochte ich nicht durchzudringen hatte ich den Eindruck, aber das galt wohl für beide Seiten. Ihre Ansichten vertretend blieb die Frage zurück, ob wir uns je einig würden. Es ist ja nicht so, dass wir gänzlich unterschiedlich in der Ansicht zur Gesamtlage wären. Jedoch gab es einen inhärenten Kontrapunkt. Nämlich wie wir mit dem was uns wichtig ist umgingen im Zuge der drohenden Gefahr. Sie war seit ihrer Rückkehr in der Lage alles beiseite zu schieben. Betrachtete ihr altes Selbst gar als eine Form von Gefängnis für das, was nun an die Oberfläche gekommen war. Innerlich trauerte ich genau dem Verlorenen hinterher. Freunde waren wir derzeit keine. Aber es gab ein gemeinsames Ziel. Vielleicht reichte dies zunächst. Vielleicht würden die Dinge sich wieder bessern in Zukunft … Auf meinen Kommentar hin, dass ich alles daran setzen würde, dass wir ihre Freundin – was immer dieser Ausdruck aktuell für sie bedeutete – Arina zu finden, reagierte sie erwartet negativ. Es lagen Welten zwischen uns beim Thema der persönlich wichtigen Dinge in unseren jeweiligen Leben. Nichts stand über dem Drang den großen Roten aufzuhalten bei ihr. Keine Verzögerungen waren vorgesehen. Hier zu sein nervte sie bereits immens. Wenn eines klar war, dann das. Doch wie hätte ich anders handeln können, als ich es tat? Nie hätte ich zur Ruhe kommen können. Ihre Augen forderten etwas, so glaubte ich. Es fiel mir zugegebener weise aber auch schwer mich gänzlich auf das Gespräch zu konzentrieren. So vieles ging mir durch den Kopf. Und dazu gehörte auch der Whiskey. Im Nachgang betrachtend hätte wohl mehr gesagt werden müssen … Zumindest nahm mir das Gespräch dennoch dieses negative Gefühl der Unklarheit ihr gegenüber. Nachdem sie zuletzt einfach Regeln aufgestellt hatte, wie die Gruppe untereinander agieren sollte, tat ich dies nun zum Abschluss auch. Es sollten keine unnötigen Opfer mehr geben – keine Toten, außer uns bleibe keine andere Wahl. Es war beruhigend als sie zustimmend meinte, dass dies auch keinem Drang nach Blutvergießen entsprang. Jetzt holten wir Garret und Krathus wieder dazu. Schließlich musste es noch einen Bericht zu meinem Zusammentreffen mit Foamwave geben. Von allen schien besonders Ava am zufriedensten mit dem Ausgang. Die ganze Familiensituation würde sich aufgrund der Umstände mit Narchessa nun deutlich einfacher lösen lassen. Ich blieb skeptisch. Mitten im Bericht suchte uns Snek auf. Mit eindringlicher Stimme verlangte er nach Krathus, welcher mühsam versuchte sich zu verstecken. Breit grinsend bedeutete ich mit einem Finger in seine Richtung. So zogen Snek und Krathus von dannen. Auch endete damit ein langer, nervenaufreibender Tag. Wer wußte wie es morgen weitergehen würde. Nun … ich hätte es erahnen können. Verkatert. Es half aber alles nichts, meine Schwester würde bald da sein, also hieß es sich fertig machen. Noch vor einem anständigen Frühstück traten wir nun also alle zusammen. Foamwave kam wie versprochen. Sie sah meinen Zustand und machte Krathus an, dass er sich darum mal kümmern solle. Ich hatte gänzlich ausgeblendet, dass der Kleine seine magischen Fähigkeiten zum Kurieren dieses Zustandes einsetzen konnte. Er verneinte jedoch. Verwies mich auf die Lektion vom Vorabend mit den Konsequenzen leben zu müssen. So Unrecht hatte er damit nicht. Aber Foamwave war extrem fordernd. In ihrer Art war sie kaum warmherziger als Ava zuletzt. Irgendwann wurde es mir zu viel und ich gab Krathus ein Signal es einfach zu tun. Mein Kopf wurde wieder klar. Von einem Drehen vor den Augen zu einem kompletten Stillstand … das verlangte meinem Magen dann doch nochmal kurz was ab. Womit ich mir direkt eine verbale Schelle von meiner Schwester einfuhr ich müsse mehr auf Schiffen unterwegs sein. Sie wurde der Gruppe vorgestellt und wir fingen an ein paar Pläne zu erörtern. Jashier sollte schleunigst aus der Stadt raus. Ich wollte da nicht unnötig Zeit verstreichen lassen. Sie selbst war ja offenbar absolut sicher hier. Wegen des Weges hinaus drucksten wir ein wenig herum. Sie musste nicht unbedingt von dem Teleportzirkel erfahren. Doch sie sprach mit wenigen Worten ob unserer Pläne abzureisen schlicht davon, dass dies ja kein Problem sei – eben so wie wir gekommen waren. Auf eine direkte Nachfrage schob sie ein vom Zirkel zu wissen. Und es sei auch möglich mit ihm zu den Points zu reisen, wo meine Mutter sich aufhalte. Ich war fassungslos. Die Möglichkeit sie zu treffen, Antworten zu all meinen Fragen zu finden, war nur einen Teleport entfernt? Ich hatte zugesichert keine langwierige Suche nach ihr zu diesem Zeitpunkt zu unternehmen, aber wenn es in wenigen Stunden gesichert machbar wäre wieder in Zoica zu sein … den Kuchen bekommen und ihn auch essen zu können … wie hätte das irgendjemand ausschlagen können!? Nach Verständnis umblickend fand ich dort nur Garret. Krathus verstand es mit ein wenig Erklärung, aber so richtig überzeugt wirkte er dennoch nicht. Ava hingegen war die schäumende Wut, als ich diese Option ins Auge fasste. Scheinbar würde sie es als gebrochenes Versprechen wahrnehmen, wenn ich von dieser Situation Gebrauch machen würde. Argumentativ war da nichts rauszuholen. Was wären ein paar Stunden schon. Gäbe es Anlass zu solcher Eile, dann hätte der Zinnsoldat uns schon eine Nachricht zukommen lassen. Ohne die langwierige Reise war das Problem für mich nicht ersichtlich. Wollte sie es schlicht aus Prinzip, oder mich testen? Das war dann aber ein Test, bei dem ich versagen musste. Es war auch wenig beschwichtigend anzumerken, dass ich auch alleine gehen kann und dann einfach in ein paar Stunden nachkäme. Ava war mit dieser Aussage dann durch. Sie würde ganz sicher nicht mitgehen. Krathus würde bei ihr bleiben. Garret war sich unsicher. Sie meinte, dass es vielleicht besser wäre, wenn Garret mitkäme. Aber ausgehend davon, dass nur er und ich mit Mundi bisher gesprochen hatten, und eben genau dies der nächste Schritt für Zoica’s Sicherheit war, musste er die Gruppe begleiten. Zumal … was konnte schon schiefgehen? Ein kleines Familientreffen, ein paar Antworten und zum Mittag wieder in Zoica. So redete ich es Garret also aus. Was Ava auch zu Missfallen schien. Es gab wohl keine mögliche Handlung meinerseits, die nicht so endete. Innerlich seufzte ich tief in mich hinein. Nachdem nun der Plan mehr oder minder beschlossen war eröffnete uns Foamwave einen schnellen Weg zurück in die Stadt. Scheinbar war Belaxarim, oder „Trixi“ wie meine Schwester sie nannte, bereit uns fliegend zurückzubringen. Krathus war extrem enthusiastisch. Garret fand es auch entsprechend aufregend. Bei mir blieb es verhalten. Wir packten recht eilig alles ein und schon erwartete uns der Drache vor dem Anwesen der Dragon Lair Tours. Es wurde aufgesessen und losgeflogen. Auf halber Strecke kam mir der bloß säurehaltige Mageninhalt hoch, konnte ihn gerade noch in die richtige Richtung entleeren ohne jemanden zu treffen. Der Flug dauerte eine knappe Stunde. Zu allem Überfluss landeten wir mitten im Stadtzentrum von Ailamere. Foamwave machte daraus eine große Propagandashow für die Tour. Einen Flug mit dem Drachen könne man mieten. So auf den Silbertablett fühlte ich mich wahrlich unwohl in dieser Stadt. Wir mussten zunächst auch noch Jashier und die Kinder holen, da sie direkt mit den anderen nach Zoica sollten. Im Compound würden sie erst einmal sicher sein. Ava weigerte sich mitzukommen und wartete direkt bei Modron auf uns. Lange brauchten wir nicht. Jashier war wie besprochen gut vorbereitet. Und Foamwave verschaffte uns einfachen Zutritt zu den Pleasure Domes. Mit Kindern hier hineinzugehen war sicher nicht wünschenswert, aber so früh am Morgen war wiederum auch nichts los. Mit der Losung „Purple is the new Black“ kamen wir ohne weitere Anstalten in den Dome Nummer zwei. Ava verschwendete keine Zeit und teleportierte direkt nach Zoica. Meine Versicherung uns in einigen Stunden wiederzusehen ignorierte sie. Dann verabschiedete ich mich kurzerhand von den anderen. Ich bleute meinem Ziehvater und den Kindern ebenfalls ein in Zoica keinesfalls mit Marco oder anderen Kindern in Kontakt zu treten. Sobald ich zurück sei, würde ich einen dauerhaften Aufenthaltsort für sie suchen. So verschwanden nunmehr alle vor meinen Augen. Zurück blieben Foamwave und ich. Nachher: [siehe Part 2 - Arem]]]></description>
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			<pubDate>Tue, 18 Jan 2022 23:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 96</title>
			<description><![CDATA[Wir holten die beiden Dank Garret’s Spezialgetränk erstaunlich schnell ein. Auch wenn ich mir nicht sicher war, ob es sinnvoll war das Zeug einem Pferd einzuflößen. Noch dazu DIESEM Pferd. Es bekam zuvor ja schon fast einen Herzinfarkt beim Vertreiben der Fliegen mit seinem Schweif. Als wir gleichauf waren machte Ava keine Anstalten das Tempo zu drosseln. Auf meine Frage was sie hier vorhabe und ob ihr klar sei welches Chaos sie hinterlassen hatte blieb sie stur wie ein Ochse. Das kannte ich ja bereits. Nun fing sie gar an mir Vorwürfe zu machen. Die Situation eskalierte schneller, als ich das wollte. Und irgendwann war der Punkt erreicht an dem sie auch tatsächlich anhielt. Mitte auf dem Weg zum Hort Belaxarim’s standen wir voreinander und brüllten uns an. Keine Ahnung wie lange. Vorhaltungen und Vorwürfe waren der Kern. Wobei sie mich immer wütender machte mit ihrer Auslegung von Begebenheiten. Sogar solchen, wo sie nicht einmal anwesend war. Die Tatsache, dass sie mir auch kaum Raum ließ einen Satz sauber beenden, um Dinge richtigzustellen, kotzte mich einfach nur noch an. Alles was man seit ihrer Rückkehr bekam war missmutiges auftreten, Überreaktionen und Wut, mit einem eingeschmissenem Anflug von sadistischem Sarkasmus – welchen ich wenigstens noch tolerieren konnte. Auch wenn ich mir nie sicher war, wodurch dieser Wesenszug ausgelöst wurde. Natürlich traute ich ihr nicht. Wie auch. Sie war wie ausgetauscht seit dieser Parallelwelt-Geschichte. Es gab auch keine Erklärungen. Ein konstantes „Weiß ich nicht“ war jedenfalls keinesfalls beruhigender. So oder so … für jemanden, der behauptete das große Ganze im Blick zu haben schien es ihr ziemlich egal zu sein, was sie mit der Aktion in Ailamere im schlimmsten Fall ausgelöst hatte. Mehr noch klangen die Vorwürfe meines angeblichen Egoismus aus ihren Mund verdammt hohl, nachdem sie in ihrer wirren Argumentation den Ihren überdeutlich machte. Und das, nachdem ich seit jeher hinter dem Scheiß der anderen hatte hinterher räumen müssen, um geradezubiegen was sonst zu verhängnisvollen Situationen geführt hätte. Wollte sie nicht gerade erst die Ungolspinnen zu ihren Zwecken auf Todeskurs schicken und damit Mundi potentiell missmutig stimmen? Brillanter Einfall. Oder einfach ohne mich zu meiner Schwester losziehen zu wollen … extrem hilfreich. Alles, was ich getan hatte war immer mit dem Blick nach vorne. Sicherzustellen, dass es allen gut ging. Dafür angefeindet zu werden … ich kochte vor Wut. Es half auch nicht, dass ich den Eindruck gewann nur ein Werkzeug für sie zu sein. Das hatte ich ich bereits hinter mich gebracht mit einer anderen Person und es brauchte keine Fortsetzung. Und als die Stimmung ihren Siedepunkt weit überschritten hatte verstummte sie plötzlich einfach. Gerade als ich dabei war ihr ungefiltert meine Gedanken an den Kopf zu werfen. Da stand sie und starrte ins Leere. Jegliche Ansprache war vergebens. Ich schnippte direkt vor ihrem Gesicht, doch sie blieb regungslos. Auf meine Frage, ob alles ok sei folgte lediglich Stille. Dann erkannte ich ein Leuchten von der Seite. Es war … eine weitere Ava!? Gänzlich in Licht gehüllt erschien ein Abbild ihrer Selbst und ging auf sie zu. Avals Blick war starr auf die Erscheinung gerichtet. Schließlich ergriff die Gestalt ihre Hand, gab eine sanfte Berührung über ihre Wange. Was bei den neun Höllen ging hier vor sich? Die Erscheinung löste sich auf während gleichermaßen eine Art von goldenen Linien sich über Ava’s Arm ausbreiteten und scheinbar bis in den Nacken hochliefen. Sie schien für einen Moment Schmerzen zu haben. Zuletzt zog ich eine goldene Strähne durch ihr Haar. Wir waren alle sprachlos. Meine Wut war keines Wegs gemildert, aber ich verdrängte sie zunächst so gut es ging. Sie hingegen wirkte völlig ruhig. Und total verwirrt. Wie immer konnte sie natürlich nicht sagen was geschehen war … welch Überraschung. Zugleich war sie aber auch nicht mehr fähig oder willens die Situation weiter zu „diskutieren“. So berieten wir stattdessen abseits des Weges was nun geschehen sollte. Weiter zum Hort, oder doch zurück nach Ailamere? Ich hatte Jashier gesagt er solle sich bedeckt halten und auf meine Rückkehr warten, auch wenn diese sich hinziehen mochte. Er würde nichts dummes tun, denn er wusste was auf dem Spiel stand. Also konnten wir genauso gut dem vorgezogenen Plan Foamwave zu finden folgen. Auch wenn mich das mit gemischten Gefühlen zurückließ. Wir hatten keinen Plan für danach. Hier konjugierten so viele Aspekte meines Lebens. Alles zu meiner Vergangenheit und was dies für meine Zukunft bedeuten würde. Zum Greifen nahe, aber so verworren und zerbrechlich. Alles nur wegen eines Winks des Schicksals. Es wurde zunehmend schwerer einen klaren Kopf zu bewahren. Ich sehnte mich nach der Freundin, die ich einst in Ava sah. Jene, die sie vor ihrem extra-planaren Erlebnisses war. Jene, die verstanden hätte … Es half alles nichts. Wir sattelten auf. Garret übernahm die Zügel, da ich einfach zu erledigt war. Auf dem Weg nutzte ich die Gelegenheit mal wieder einen Blick in unser Nachrichtenbuch zu werfen. Man sagt ja ein Unglück kommt selten allein. Wer immer das sagte untertrieb in der Wahl seiner Worte immens – zumindest wenn es um diese Gruppe von Reisenden ging. Der Zinnsoldat hatte eine Nachricht erhalten, die scheinbar an uns gerichtet war. Sie kam, so behauptete er, mit einem fliegenden Huhn … ? Ein Brief von dem Barden Pesh, in dem er klarmachte entführt worden zu sein. Jemand verlangte Lösegeld. Um was mussten wir uns noch alles kümmern? Scheinbar konnte ein Kontakt über Amastacia hergestellt werden. Das Wiederrum machte mir Hoffnung auf eine schnelle Lösung. Doch es würde uns einige Zeit kosten den Weg dorthin auf uns zu nehmen. Wären wir erst einmal zurück, dann mussten wir noch ein paar Dinge klären. Hätten wir genug Zeit bis die Frist verstrich? Vielleicht sollten wir einen Boten zu ihr entsenden, um schonmal alles in die Wege zu leiten? Ich wischte die Gedanken beiseite. In diesem Moment konnten wir es nicht ändern. Morgen wäre noch früh genug. Bis dahin hätten sich andere Ereignisse abgespielt, die vielleicht für mehr Geistesklarheit sorgten. Am Rande bemerkte Krathus noch an, dass er sein Equipment wohl gestohlen hatte. Ich konnte meinen Sarkasmus kaum zügeln. So wie der rumgedruckst hatte war das so sicher wie der Feueratem eines roten Drachen. Doch scheinbar hatte er es nicht von irgendwem entwendet, sondern einem Offizier. Na großartig. Das hieß da draussen rannte irgendwo ein Kobold mit einer Mordswut umher, der seinen Scheiß wiederhaben wollte. Logothil war weitläufig, daher hoffte ich einfach, dass derjenige uns nie begegnen würde. Doch bei unserem Glück … Pesh’s Brief wanderte mir wieder durch den Kopf. Wir ziehen Unheil einfach an. Egal wie gut die Intention. Es war, als gäbe es da eine weitere Macht im Universum, die irgendwie unser Schicksal mit einer gehässigen Freude durch jeden noch so kleinen Scheißhaufen ziehen wollen würde … Wir hatten indes beschlossen nicht gemeinsam am Hort anzukommen. Auch gerade im Bezug dazu, dass Krathus und Ava potentiell gesucht werden könnten. Es war unklar wie Foamwave war, ob sie mehr nach unserem Vater kam, oder wie sie reagieren würde. Den ersten Kontakt sollte sie daher nicht unbedingt mit mir haben. Garret war eine gute Wahl dafür. Er könnte Informationen einholen. Sich ein wenig mit ihr unterhalten. Und damit er ein wenig Reputation hatte schlug ich Ava als Begleitung vor. Es käme besser an, wenn er in weiblicher Begleitung auftauchte. Sie war nicht davon überzeugt. Ehrlicherweise war ich es auch nicht gänzlich, aber ich wusste was bei Garret manchmal so passieren konnte. Und obgleich noch viele Fragen offen waren und mein Blutdruck weiterhin ein allzeit Hoch verbuchte, hatte ich seit der Begegnung mit der Lichtgestalt Ava’s ein verändertes Bauchgefühl ihr gegenüber. Sie würde ihn im Zweifel schon unterstützen. Krathus und ich würden eher als scheue Reisende ankommen. Als Krathus dann seiner Verkleidung mehr Ausdruck durch Stelzen gab war ich verwirrt. Stelzen? Hatten wir nich gerade erst ein Thema … Moment. Er poliert seine Stelzen und er hat zwei. War er wirklich so ein Hornochse? Es verschlug mir die Sprache, als mir klar wurde wie abwegig die Kommunikation mit dem Kobold gewesen war. Gleichermaßen ergab es ein wenig mehr Sinn. Auch wenn noch ein Puzzleteil fehlte, um die Stelzensituation gänzlich ins Licht zu rücken. Die halbe Portion und ich kamen ein ganzes Stück nach Ava und Garret an. Wir buchten lediglich ein reguläres Zimmer. Krathus machte viel Wind um die Kosten, ich zahlte es einfach. Hoffentlich hatte Garret’s Verhalten nicht zu sehr auf ihn abgefärbt. Laut der Erzählung hatten beide schon Revolutionen hinter sich. Wenn er jetzt noch so knausrig wäre könnte das zum Problem werden. Ich machte es mir im Gartenbereich der Schänke gemütlich. Mehr als abwarten konnte ich jetzt eh nicht mehr tun. Es gab mir Zeit meine Gedanken zu ordnen. Aus der Ferne beobachtete ich eine Junggesellinnenparty. Es verwunderte mich wie in Rachwood so etwas ablaufen würde. Doch ich vermutete es gäbe zum Alkohol auch eine Menge gebrochener Knochen. Derweil hatte Krathus probiert sich unrechtmäßig über das Essen herzumachen. Es gab ein kurzes Wortgefecht in der Ferne. Erst verschwand er in den Innenbereich. Ich folgte ihm kurz. Er wurde nicht nur beim Stehlen von Essen, sondern auch beim Wirken von Zaubern ertappt und verwarnt. Das konnte doch wirklich nicht wahr sein. Wir sollten uns bedeckt halten. Krathus ging zunächst nach oben ins Zimmer. Ich ließ mich wieder auf der Terrasse nieder. Derweil hatte sich Garret scheinbar erfolgreich an die Damen der Runde gemacht. Was wohl auf Ava’s überzeugende Show zurückzuführen war, in der sie ihn wild beschimpfte. Obgleich mir der volle Zusammenhang entgangen war, hatte es den Anschein, als ob Garret dadurch in die Lage versetzt wurde Informationen bei den Gästen einzuholen. Ava war derweil nach drinnen verschwunden und bald auch folgte Garret. Einige Zeit später tauchte Krathus erneut auf und versuchte es wiederum. Selten hatte ich ein plumperes Verhalten erlebt. Als ob das Wegdrehen des Kopfes ausreichend gewesen wäre, dass sie seine Statur nicht mehr wahrnahmen. Er wurde offen zurückgewiesen. Dann kam er erbost zu meinem Tisch. Beklagend über die Preise für’s Essen und mit einer Nachricht, dass die anderen oben warten würden. Derweil fingen weiter vorne am Buffet Augenpaare zu uns zu wandern. Es gab einen murmelnden Austausch durch den bedienenden Kobold und dieses eigenartige Vogelwesen. Ein leiser Abgang kam nicht in Frage. Noch in Krathus’ Satz schoss ich hoch und fauchte ihn an, dass ich nicht immer für ihn zahlen würde. Dann ging ich mit wutentbrannten Schritten ins Innere des Anwesens. Die Reaktion darauf war amüsant. Zum Einen war Gelächter zu vernehmen und zum Anderen hatten die feiernden Mädels heute schon ähnliches gesehen. Ich grinste wissend in mich hinein. Garret hatte ja wohl einen ähnlichen Fettnapf erwischt – auch wenn dieser Absicht und durchaus hilfreich war. Krathus folgte still. Ein kurzer Informationsaustausch folgte. Garret und Ava hatten nicht nur das volle Tourpaket als … Paar gebucht – wäre ich nicht so in Gedanken bezüglich meiner Schwester gewesen, dann hätte ich wohl meine helle Freude gehabt mich darüber auszulassen –, sondern auch die Option ein privates Treffen mit dem Drachen zu organisieren. Offenbar war Foamwave bei ihm, so dass dies eine gute Gelegenheit war dann mit ihr in Kontakt zu treten. So hieß es weiter warten für Krathus und mich. Ich wunderte mich noch, dass er die ganze Zeit am Fenster gestanden hatte. Aber als Ava dann den Raum verlassen hatte war klar wieso. Noch bevor ich intervenieren konnte verschwand der dumpfe Kobold auf magische Weise und tauchte kurz nach mit einem ganzen Batzen Essen wieder auf. Sie hatten ihn schon die ganze Zeit unter Beobachtung. Wie konnte er nur glauben damit durchzukommen? Wieder jaulte er mir wegen der aus seiner Sicht horrenden Preise was vor, bevor er begann gierig alles in sich hineinzuschlingen. Zu viel, zu schnell. So kam es wie es kommen musste, nämlich oben wieder heraus. Wenn sie ihn sich zur Brust nehmen würden, wollte ich nicht dabei sein. Was sagte Razora … Kinder müssten ihre eigenen Fehler machen. So ließ ich ihn in seiner Schande allein. Dachte ich. Im Rausgehen bemerkte ich wie er das erbrochene wieder zu sich nahm. Mein Würgreflex war hart am Limit. Die Tür zuziehend wartete ich im Gang auf die anderen. Es dauerte einige Zeit. Erstaunlicherweise war bisher noch kein Mitarbeiter erschienen sich mit Krathus auseinanderzusetzen. Dann tauchten die anderen beiden auf. Wir versammelten uns in ihrem Zimmer, damit wir ungestört blieben. Es gab einiges zu Verdauen nicht nur für den Kobold. Zunächst erzählten sie, dass offenbar die Gruppe um diese Halbelfe Layara dem Drachen Belaxarim geholfen hatte. Pluspunkt für uns. In Ailamere gab es einige Artefakte aus Mocny im Auktionshaus. Das war nicht völlig ungewöhnlich, aber definitiv interessant. Und Narchessa hatte scheinbar Bücher aus Oclusar erworben. Etwa im Anschluss an die Zerstörung? Was hatte sie vor? Ein wenig in mich rein fluchend war aber auch klar, dass ich keinen Wert darauf legte dies wirklich herauszufinden. Schlussendlich kamen wir ans Eingemachte. Foamwave war wirklich hier. Sie arbeitete hier wohl schon eine ganze Weile und machte den Tourguide. Hatte es sie nach meiner Abreise aus Ailamere hierher verschlagen? Ich kannte Tivoney vom Sehen, doch einen Tiefling hatte ich noch nie am Hafen gesehen. Sie war mindestens so angewidert von Narchessa wie ich es war. Das gefiel mir gut, es war ein positives Zeichen. Angeblich sei unser Vater tot. Auch das empfand ich ansatzweise als positiv. Doch zu gern hätte ich ihn Rede und Antwort stehen lassen für seien Taten. Laut Ava hätte sie auch nicht viel von ihm gehalten, doch Garret erwähnte, dass sie in dem Bezug etwas verheimlichen, oder vielleicht sogar lügen würde. Wäre sie ihm zugetan könnte dies Probleme bedeuten. Offenbar war er auch der Quartiermeister von Mad Dog Maddoc. Ein verfluchter Pirat … wirklich? Aber es machte klar, warum das Schiff Wavecrest hieß. Mir kam Ocanar’s Wortwahl in den Kopf. Er sagte sie sei auf dem Schiff. Hat sie also noch Kontakt dahin? Und schließlich kam die nächste Information einem Vulkanausbruch gleich. Meine Mutter lebte noch. Stonearch war ihr Name. Sie hatte sich auf einer der Inseln in der Gegend niedergelassen. Ich hatte davon gehört … „the Points“. Eine Region in der Maddoc operieren sollte. Aber ohne genaue Kenntnisse der Gewässer oder Koordinaten würde man dort ewig suchen müssen, wenn man jemanden ausfindig machen wollte. Foamwave musste den Ort kennen, da sie laut der Aussage der beiden für sie sorgte. Ich war fassungslos über diese Offenbarungen. Was sollte nun geschehen? Es gab noch immer Lücken zu füllen. Gab ich mich zu erkennen könnte sie das gefährden. Sofern wir überhaupt ähnliche Ansichten hatten. Sie von hier wegzubringen stand aufgrund der Existenz meiner Mutter ausser Frage. Oder waren sie hier eh sicher genug? Ich wusste nicht mehr was ich denken oder fühlen sollte. Gleichzeitig machte ich mir Sorgen um meinen Ziehvater. Es war alles zu viel auf einmal für den Moment …]]></description>
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			<pubDate>Tue, 14 Dec 2021 23:00:00 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title>Sitzung 92</title>
			<description><![CDATA[Erstaunlicherweise wurde Marco doch noch gesprächiger. Zwar kannte er auf Ava’s Frage nach ihrer Freundin Arina keine Antwort, doch besaß er Wissen um Ravengrove. Zumindest oberflächlich. Scheinbar seien die Heiler dort nicht ausschließlich zum Heilen vor Ort. Doch welchem anderen Zweck sie folgten hatte er nicht in Erfahrung bringen können. Mindestens so oberflächlich erschienen, auf erneute Nachfrage, die Gründe was die Differenzen zwischen Lafayette und ihm angingen. Diese beiden erneut an einen Tisch zu bekommen würde schwer werden, besonders wenn dabei produktive Ergebnisse erwartet würden. Mir schwirrte da eine Idee im Kopf, aber dazu müssten sie in der Lage sein in Zukunft zusammenzuarbeiten. So wenig ich Marco aus persönlichen Gründen leiden konnte, so sehr wusste ich, dass es wohl ohne ihn nicht gehen würde. Ich streckte meine Fühler aus. Wollte mal hören, was er zu Ailamere wusste. Nachesse führe die Stadt und Xanthioppe hatte es bis heute nicht realisiert. Joah, das traf es recht gut … Peinlich und typisch. Ailamere eben. Ava interessierte sich noch für Westerfell. Lia hatte den Ort kaum unabsichtlich ausgewählt als Rückzugsort. Scheinbar war Westerfell das Azoicstrum Ark’Therion’s. Und die grundsätzliche Idee für Azoicstrum war aus diesem Ort geboren. Auch hatte es scheinbar viele Überlebende nach Westerfell gezogen. Es lag abseits und bot, so machte es den Anschein, Ruhe vor der Aussenwelt. Das ergab zumindest Sinn. Lia könnte immer noch dort sein. Weitab von den streitenden Brüdern. Ob sie wohl eine Führungsposition für sich vorsah? Wer weiß, ob sie Ark’Therion nicht erneut aufbauen wollte. Mich interessierte jedoch etwas anderes viel mehr: Wie kam man völlig ungesehen nach Ailamere hinein und hinaus. Darauf wusste Marco nicht sofort eine Antwort. Bot aber an eine zu finden. Zähneknirschend erbat ich diese Information – wohl wissend, was es mich kosten würde in Zukunft. Es stand aber zu viel auf dem Spiel blind in diese Stadt zurückzukehren. Vorerst war ja auch noch etwas Zeit. Allzu eilig hatte ich es nicht, auch wenn es langsam nötig würde zu handeln. Es durfte aber nichts übers Knie gebrochen werden. Nicht zuletzt galt es auch erst noch die anderen Themen anzugehen. Schließlich hatten wir noch ein paar Untote nahe der Stadt, die Rachwood’ler noch nicht untergebracht und das Gespräch mit Veklani stand auch noch aus. Ich hoffte danach endlich mich meinen Problemen widmen zu können. Weiter ergab das Gespräch mit Marco auch nichts. So brachen wir denn auf. Wir nutzten den Zugang unterhalb des Compounds um zu Veklani zu gelangen – nachdem ich das Huhn von Lorilla abholte. Sie schien es etwas zu lieb gewonnen zu haben. Es tat mir beinahe leid. Aber diese Achtbeiner waren selten zufrieden ohne etwas zu essen gewesen. Sorgen bereitete mir auch, dass Ava so erpicht darauf war die Spinnen gegen Shadar’s Kobolde aufzuhetzen. So viel Aufmerksamkeit brauchte es nicht. Unser vieläugiger „Freund“ war in der Tat anwesend. Sein kleines Geschenk verzehrte er dann auch innerhalb weniger Augenblicke. Es widerte mich stets an es mit ansehen zu müssen, versuchte aber mir nichts anmerken zu lassen. So gut es mir möglich war versuchte ich klarzumachen, dass wir Freunde sein wollten. Weswegen wir sie über die drohende Gefahr informierten. Von Drachen hatte Veklani aber noch nie gehört. War dafür aber höchst interessiert an Krathus. Geifernd stand das Spinnentier vor uns und richtete all seine Augen auf unseren Kobold. Nicht ganz was wir im Sinn hatten. Und leider verstanden er auch keinen humanoiden Humor, als Garret als Alternative vorgeschlagen wurde. Mein Ansatz die Spinnen als Informanten einzusetzen schien nicht so viele Früchte zu tragen. Primär, weil Veklani keinen Sinn darin sah oder es nicht verstehen konnte. Und so dauerte es nicht lange bis Ava irgendwann hervor preschte. Sie war so versessen darauf, dass sich diese beiden Parteien miteinander auseinandersetzen sollten … wir wussten ja nicht einmal, ob sie sich überhaupt weit genug ausgebreitet hatten um effektiv zu sein. So ging ich harsch dazwischen. Deutlich zu ihrem Missfallen. Zu allem Überfluss wurde dann auch klar was mit den Überresten vom Essen der Spinnen geschah. Es wurde Mundi gegeben. Für seine Armee. Und er wäre es auch, der die Ungol schützte. Da es ziemlich sicher war, dass Mundi sich kaum allein gegen Shadar stellen könnte, besann ich mich eines anderen Ansatzes. Schließlich würde Mundi es kaum positiv empfinden, wenn wir seine krabbelnden Untertanen als Kampfmittel missbrauchen würden. So erklärten wir, dass wir mit Mundi in gewisser Hinsicht befreundet seien und daher gerne einmal mit Ungol selbst reden wollten. Die Kommunikation erwies sich als etwas schwierig. Veklani alles nahezubringen beziehungsweise nachzuvollziehen was die Spinne wollte war von einigen Missverständnissen geprägt. Doch am Ende stellte sich heraus, dass Ungol wohl telepathisch mit mir Kontakt aufnehmen würde. Es würde nur knapp vier Tage dauern. Genug Zeit Mundi aufzusuchen. Würde er enger mit uns kooperieren, könnten wir die Spinnen eventuell nutzbringender einsetzen. Für den Moment war alles geklärt. Das Abwasser roch noch genauso angenehm wie beim ersten Besuch hier unten, was unsere Abreise deutlich erleichterte. Auf dem Weg nach draußen wurde jedoch darüber diskutiert, ob wir wirklich erst Mundi aufsuchen sollten. Azoicstrum war ja nur einen Teleport entfernt. Ich mochte das herauszögern dieses Gespräches nicht. Die Rachwood’ler würden ein paar Tage ohne Probleme hier verbringen können. Die Tavernen hätten den Umsatz des Jahres. Aber in der Hoffnung wirklich nur einen kurzen Aufenthalt bei den Bugbears zu benötigen willigte ich ein. Ava hatte eh schon wieder diesen Gesichtsausdruck … Diese Frau hatte eine solch eklatante Veränderung hinter sich gebracht – keine Ahnung wie ich damit weiter umgehen sollte. Irgendwie war sie an all dem was wir taten zu einem Maß involviert, dass nahelegen würde, dass es ihr was bedeutete. Gleichermaßen wies sie keinerlei Empathie auf. Was trieb sie also an? Irgendein Kodex, den sie sich von jetzt auf gleich zwischen zwei Welten zusammen gesponnen hatte? Oder war es kalte Logik? Doch Logik musste auch etwas folgen. Sonst könnte sie genauso gut logisch dem Fakt folgen, dass Shadar bald ein Gott sei und sie sich besser auf seine Seite stellte. Welche Aussicht auf Erfolg hatten wir denn wirklich? Ich zweifelte selbst massiv. Doch sollten wir wie durch ein Wunder Erfolg haben, dann wusste ich auch nicht, ob jeder von uns diesen erleben würde. Daher war eines ganz klar: Ich hatte meine Schuld vorher zu begleichen. Während all dieser Überlegungen hatten wir derweil Angstrum gesucht. Für die Verhandlungen mit Toeffels war er schlussendlich notwendig. Melody hatte ihn nicht gesehen, vermutete ihn aber in der Akademie. Scheinbar war ihr Date ganz gut verlaufen. Ein Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen. Nachdem wir Angstrum aus seinen Studien gezerrt und Chrylax klargemacht hatten, dass wir Azoicstrum aufsuchen müssten hätte eigentlich alles gut laufen müssen. Doch sorgte Krathus sogar mit besten Absichten für ein kleines Chaos. Chrylax’ Freude uns Feuerbälle an den Kopf zu werfen war legendär. Im Zuge dessen, dass wir dies nicht abbekamen ging unser Kobold vor. Es flammte auf, doch er schob seinen Kopf völlig unverletzt hinter seinem Schild hervor. Die Mumie war so erfreut über das Ergebnis eines unverwüstlichen Testsubjektes, dass er daraufhin völlig abgelenkt seinen Teleportzirkel aktivierte. Das Ergebnis war … überraschend. Wir landeten ganz klar nicht in Azoicstrum. Denn kaum re-materialisiert standen wir zwischen Bäumen in einer Art Park und eine halbnackte Frau schoss aus dem Nichts in die Arme von Krathus. Die Verwirrung war groß. Als wir sie fragten was dies für ein Ort sei sprach sie vom Dome Nummer Zwei. Mir schwante etwas. Die Frau bemerkte bald, dass wir offenbar keine Armreifen trugen – scheinbar notwendig um hier sein zu dürfen. Sie beantwortete noch kur die Frage, die uns allen auf der Seele brannte: Wo wir exakt waren. Mit Dome Nummer Zwei war einer der Pleasure Domes von Modron gemeint. Wir waren nach Ailamere teleportiert … Und alsbald verschwand sie. Vermeintlich irgendwelche Wachen rufend. Mein Kopf drehte sich. Das war keinesfalls beabsichtigt gewesen, aber eine unglaubliche Chance. Keine weite Reise antreten zu müssen. Direkt ein Problem aus der Welt schaffen. Aber wie? Verdammt ich hatte noch keinen Plan dafür. Keiner der anderen wusste, was mich noch an diesen von den Göttern verlassenen Ort zurückbrachte – außer meiner Schwester. Die Zeit war zu knapp. Aber es gab einen Teleportzirkel. Vielleicht könnte es klappen damit alles in einem Streich aufzulösen. Ich argumentierte heftig für die Chance hier zu sein und bekam schlussendlich Zustimmung. Intern atmete ich auf. Wir sendeten Angstrum vorerst zurück, er sollte sich die Konfiguration des Zirkels einprägen gehen. Es war schließlich nicht gesagt, dass Chrylax uns ein weiteres Mal hierher senden konnte. Schon bald kam uns eine Gestalt entgegen. Die Silhouette erahnend fiel es mir wie Eierschalen von den Schuppen ... Modron höchst selbst. Noch nie war ich weiter hineingekommen als einmal an die Bar. Und das auch nur weil sie es befahl. Jetzt in den Domes zu sein war etwas gänzlich anderes. Als der Tiefling dann nun endlich vor uns Halt machte sprach er sich als überaus überrascht aus wie wir hier wohl reingekommen waren. Er plapperte so viel vor sich hin, bis er sich selbst davon überzeugt hatte, dass wir uns hier bewerben wollten. Und zugleich fuhr er ziemlich auf Krathus ab. Unser Glück. In diesem Moment war die Echse wirklich ein Geschenk. Obgleich ich meine Befürchtungen hatte was geschehen würde, wenn er Razora von diesem Erlebnis erzählen würde. Doch meine Gedanken sprangen so schnell von einer zur nächsten Frage, dass dies erst einmal in den Hintergrund rutschte. Wir folgten Modron in seine Räumlichkeiten. Solange wir ihn begeistert halten konnten würde uns das zum Wohle gereichen. Er hatte sein Faible dafür Kund getan Krathus malen zu wollen. Ich hätte wohl auf seinen Unterton reagieren sollen, tat es aber nicht. Was war schon dabei ihn zu malen. So sei es. Ava dachte zu diesem Zeitpunkt klarer als ich. Sie nutzte die Gelegenheit Modron nach einer Tieflingsfrau zu fragen. Er kannte so ziemlich jeden, das stand fest. Vor lauter intern kreisender Gedanken war dies ein blinder Fleck für mich gewesen. Doch erst einmal darauf angesprungen wollte er natürlich eine Gegenleistung für so eine Information. Auf seine sexuelle Begierde mir gegenüber konnte er aber nur eine Abfuhr erleiden. Dann fiel mir aber der Nerzmantel ein, den uns Chef Ramsey gab. Viel zu klein, da für einen Halbling entworfen, aber ich verkaufte es als Büstenhalter aus einem exotischen Land. Man sagt das Glück sei mit den Dummen … kann es nicht leugnen. Er kaufte die Geschichte ab und war hin und weg von dem Stück Stoff. Tatsächlich wusste er von einer Tieflingsfrau, die bei den Dragon Lair Tours arbeitete. Zudem bestätigte er ihren Namen. Meine Schwester, von der ich nie wusste, hatte die ganze Zeit einen Steinwurf entfernt gelebt? Ich war nie zum ehemaligen Hort gegangen. Es gab dort nichts – außer immensen Kosten für Übernachtung und Essen. Nichts, was ich mir hätte leisten können. Es war so surreal dies nun zu erfahren. Modron wollte nun nicht länger warten und Krathus malen gehen. Im Hauptraum bei der Bar wollte er das tun. Wir folgten. Krathus wurde auf ein Podest gestellt. Während uns freie Getränke und Eintritt erteilt wurden. Ava war nicht glücklich über diese Verzögerung. Kann nicht sagen, dass ich es war. Aber ich musste mir über einiges klar werden und brauchte Zeit. Als wir das Bier in der Hand hatten wurde jedoch klar was Modron unter „malen“ verstand. Er benutzte eimerweise Farbe und seinen eigenen Körper in Zusammenspiel mit einer Leinwand und Krathus. Es war milde ausgedrückt absurd. Garret hatte derweil entdeckt, dass es hier seinen Familienwhiskey gab. Um der Ehrlichkeit den Vortritt zu lassen war dieser auch bitter nötig, um zu ertragen was wir da zu sehen bekamen. Krathus tat mir leid, doch dem Treiben würde jetzt kein Einhalt mehr geboten werden können. Wer hätte das auch ahnen können … Zum Glück dauerte das Spektakel nicht allzu lange. Die Menge war begeistert. Wir eher schockiert. Krathus nahm es besser auf, als ich es getan hätte. Und Ava hatte schon von einem Bier und einem Whiskey einen vollen Kopf. Erstaunlicherweise gab sie dabei Dinge von sich, die ich nicht mehr erwartet hätte von ihr zu hören. Es würde sie traurig machen, wenn ich traurig sei. Konnte meinen Ohren kaum trauen. Leider hielt es auch nicht lange an, da Krathus sie magisch von ihrem Suffkopf befreite. Eine Schande. Vielleicht hätte man endlich mal etwas aus ihr rausbekommen, dass mehr Empathie an den Tag legte als ein Automaton. Mich weiter meinen Gedanken hingebend bemerket ich dennoch durch Zufall einen Halbork, der sich offenbar aus der Ferne für Ava interessierte. Darauf angesprochen stapfte sie sogleich los. Bei Modron tauchten alle möglichen Leute auf. Auch weniger freundliche Gesellen. Doch noch bevor ich etwas sagen konnte stand sie schon an seinem Tisch. Irgendwie kam mir das Gesicht so bekannt vor. Zwischen der Tatsache hier zu sein und was nun zu geschehen hatte dauerte es etwas bis ich drauf kam. Es war Vronwe! Ich fluchte in mich hinein. Hatte ich nicht häufig genug erwähnt wie gefährlich Ailamere war? Vorsicht hätte ich erwartet, aber diese neue Ava hatte dies kaum noch im Repertoire. Ich stellte eine telepathische Verbindung zu ihr her und warnte sie davor, dass dieser Typ zu dem Ailamere Drei gehörte. Definitiv gefährlich. Und dazu auch gern beauftragt von der halbelfen Schlampe. Auch diese Information hinderte sie nicht das Gespräch zu suchen. Scheinbar hatte sie einen Narren an ihm gefressen. Wir teilten uns daher auf. Krathus blieb bei ihr, während Garret und ich schon einmal vorgingen. Später würden wir uns an einem Marktplatz im Süden der Stadt treffen. Das gab mir Gelegenheit noch ein anderes Thema anzugehen. Wenig Erklärung bietend meinte ich nur zu Garret, dass wir noch bei wem vorbeischauen müssten. Er folgte anstandslos. Dafür war ich dankbar, auch wenn ich es nicht zeigte. Schließlich kamen wir an der Unterkunft an, die ich nach all den Jahren noch so gut in Erinnerung hatte. Ich klopfte und die Stimme von der anderen Seite weigerte sich zunächst aufzumachen. Doch auf die Meine hin änderte sich dieser Zustand sofort. Jashier öffnete die Tür. Und etwas zu überschwänglich begrüßte mich mein Ziehvater. Dem galt es schnell Einhalt zu gebieten. Wenn mich irgendwer in der Stadt erkannte könnte das massive Probleme aufwerfen. Und nicht nur mein Leben in Gefahr bringen. Ich versuchte so schnell und mit so wenig Informationen wie möglich Jashier zu erklären wie ich mein Versprechen ihn aus Narschessa’s Würgegriff zu befreien wahrmachen könnte. Es war nicht mal ein Plan, nur eine rudimentäre Idee. Irgendwie mussten wir ihn zu Modron bringen. Doch erinnerte er mich gleich daran, dass er ja nicht alleine war. Verdammt, der Plan wäre so einfach gewesen. Aber die anderen Waisen konnte er einfach nicht zurücklassen. Wer hätte das besser verstanden als ich … Als wir mitten in der Diskussion um die Situation waren klopfte es erneut. Aus irgendeinem Grund standen Krathus und Ava in der Tür. Das hatte mir noch gefehlt. So wie sie drauf war wollte ich das Thema am Marktplatz erläutern. Definitiv war jetzt und hier der falsche Moment. Und wie sich zeigte waren wir eines der seltenen Male einer Meinung. Denn als sie erfuhr was hier gerade im Gespräch war eskalierte sie endgültig. Sie warf mir vor Geheimnisse für mich zu erhalten, wie es Garret tat. Und gar, dass ich laufend Alleingänge machen würde und mich nicht um das „große Ganze“ scheren würde. Sie konnte es nicht verstehen. Sie war hier nicht aufgewachsen. Ganz zu schweigen davon, dass dieser Teil meines Lebens bisher auch keine Rolle für die Gruppe gespielt hatte. Verdammt noch eins, wir waren doch bloß durch einen Zufall hier gelandet. Ich musste improvisieren. Wäre alles nach Plan verlaufen, dann hätten wir uns mit der Reise hierher erst in einigen Tagen auseinandergesetzt. Genug Zeit alles zu erläutern. Aber nein … verfluchte Mumie. Schnell beendete ich das Gespräch mit meinem Ziehvater. Ich würde gleich wieder vorbeischauen. Dann wollte ich Ava hinterher. Sie war schon ausser Sicht. Ich ahnte, dass sie wohl die Tour buchen gehen würde. So schnell es uns möglich war zogen Garret und ich durch die Straßen. Ich kannte hier jeden Winkel. Am Pier angekommen stellte sich heraus, dass Ava den Tourguide Tivoney wohl etwas übel mitgespielt hatte. Diese hatte die Wachen gerufen. Plapperte gar davon ausgeraubt und bedroht worden zu sein. Die Sache stank. Es ist Ailamere, jeder ist sich selbst der Nächste. Dicht vermummt trat ich anbei und suggerierte der guten Dame mit verstellter Stimme doch die Wahrheit zu sagen. Die Geschichte änderte sich abrupt, leider blieb die Bedrohung. Und auch wenn die Wachen nicht sonderlich erpicht auf Arbeit aussahen, so konnte dies dennoch gravierende Folgen haben. Da sie keine Tour gebucht hatte aber Richtung Süden unterwegs war, war klar wohin sie wollte. Doch was sollte das? Wollte sie Foamwave an den Hörner hierher zerren oder was? Entführung zur Bedrohung hinzufügen? Wir kämen hier nie mehr weg. Und Krathus machte stumpf mit. Wir mussten sie aufhalten. So entsandte ich Garret ein Pferd zu besorgen und ich würde schnell mit Jashier sprechen gehen. Wir träfen uns dann nahe des Südtores. Gesagt getan. Ich klärte einige Details mit Jashier. Sagte ihm er solle den Kopf unten lassen und nichts sagen. Er solle einfach auf meine Rückkehr warten und im Zweifel bereit sein. Dann traf ich mich mit Garret. Das Pferd – wenn man es denn so nennen wollte – war ein altes trostlos dreinblickendes Getier mit magerer Lebenserwartung. Innerlich kollabierte ich. Was hatte sich der Halbling da aufschwatzen lassen!? Es blieb keine Zeit mehr zu jammern. Keine Zeit mehr lange zu zögern. Keine Zeit mehr zu planen. So viel Chaos auf einem Haufen. Innerlich schloss ich bereits meinen Frieden mit den immer näher rückenden neun Höllen. Ich hoffte nur, dass ich die anderen vor dem bewahren konnte was mir blühen würde, würde ich auffliegen. Zum Glück hatten meine magischen Fähigkeiten ein paar interessante Sachen zutage gefördert. So konnte ich das Pferd in eine deutlich robustere und jüngere Form verwandeln, wenngleich nur temporär. Aber es würde schon reichen. Garret schien ihm noch etwas einzuflößen. Der Gaul zeigte sich davon deutlich beeindruckt und zog davon wie ein Blitz. So ritten wir wie der Wind, um Krathus und Ava einzuholen. War nicht schwer der rauchenden Wolke zu folgen. Würde schwerer die Wogen zu glätten. Und wie wir langsam in der Ferne ihre schemenhaften Gestalten ausmachen konnten wunderte ich mich wie Ava’s geistiger Zustand wirklich war. Ihre Unzufriedenheit hatte ich nachvollziehen können, ihr unbedachtes Verhalten passte aber nicht ins Bild. Aber sie war bei weitem nicht die einzig irrational handelnde Person hier musste ich mir eingestehen.]]></description>
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			<pubDate>Sun, 14 Nov 2021 23:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 90</title>
			<description><![CDATA[So schleppte ich Angstrum mit uns. Während des Weges durch die Stadt verfolgten uns eine Wache und natürlich eines von Marco’s Kindern. Doch ich kannte Städte. Ihre Winkel, Gassen, Abkürzungen. Wir ließen die beiden schnell hinter uns. Wobei es sich nicht vermeiden lassen würde, dass die kleinen Vöglein trotzdem unseren Weg preisgaben. Ich wusste wie so etwas lief. Nich erst durch die Erlebnisse in Zoica. Man konnte jede Stadt nennen und überall war es das Gleiche. Zoica, Ailamere – es spielte keine Rolle. Für einen Moment verlor ich mich in den Gedanken meiner Vergangenheit. Als ich kurz zu Angstrum blickte, den ich hier durch die Straßen zurrte, unterdrückte ich sie jedoch wieder. Typischer weise war die Tür von Chrylax’ Haus nicht verschlossen. Nach den Ereignissen damals auf dem Marktplatz würde hier sowieso kaum jemand freiwillig einkehren wollen. Bevor wir überschwänglich dazu Melody trotten würde, wollte ich aber Sicherheit, dass der Wunsch auch funktioniert hatte. Die anderen blieben mit dem Bugbear im Hauptraum. Mein Weg führte in den Garten. Melody war kaum willens sich groß mit irgendwas oder irgendwem auseinander zu setzen. Der Schock saß tief. Ich verstand das. Es brauchte ein wenig Überzeugungsarbeit, bis sie mich in ihr „Nest“ ließ. Ich traute meinen Augen kaum … sie war tatsächlich zurückverwandelt worden. Aber darüber hinaus optisch noch ansprechender. In Angstrums Kopf war ein abweichendes Bild gewesen, als er den Wunsch aussprach. Ein Ideal seiner Vorstellung. Silbern bis golden gefärbte Flügel, weiße lange Haare und Augen, die den Eindruck vermittelten sie würden gar ganz fein leuchten. Nebst Angstrums persönlicher Vorliebe für andere Körperteile … Konnte es ihm nicht verdenken. Es dauerte, bis sie bereit war sich im Spiegel zu betrachten. Länger noch, bis sie nachvollzog, dass dies keine Illusion war. Ich stellte den nervigen Angstrum als eine selbstlose aufopfernde Person dar. Melody konnte kaum glauben was sie sah und hörte. Bei letzterem ging es mir ähnlich. Doch es war nicht zu seinem, sondern ihrem Wohl. Heute konnte eine Seele auf den Weg der Heilung gebracht werden. Wenn schon nicht meine, dann doch ihre. Das daraufhin folgende Zusammentreffen war wider erwartend positiv. Obgleich einer kleinen Verwechslung, da sie zunächst Garret für ihren Helfer hielt. Scheinbar hatte sie kein Problem mit Angstrums Optik. Und übereifrig, nachdem er von ihr akzeptiert worden zu schien, machten sich die beiden sogleich auf in die Nacht. Seine Art zu feiern würde Melody wohl erst lernen müssen. Vielleicht stutzte sie ihn aber auch ein wenig zurecht. Es blieb abzuwarten wie sich ihre Geschichte entwickeln würde. Obgleich der Abend fortgeschritten war, so lag das Anwesen von Lafayette direkt nebenan. Wir hatten noch mit ihm zu reden. Wieso sollten wir also warten. Wissend um den benötigten Schlüssel besuchten wir Birch. Zu unserem Leidwesen war er wie immer um diese Zeit angetrunken und wartete auf Damenbesuch. Ava’s Abendkleid weckte da zunächst falsche Erwartungen. Für einen Moment überlegte ich mir daraus einen größeren Spaß zu erlauben, beließ es aber beim Geschäftlichen. Einen suggestiven Zauber wirkend überzeugte ihn davon uns Zugang zu Lafayette’s Anwesen zu verschaffen. Als Birch sich wieder seinen nächtlichen Tätigkeiten hingeben wollte sprach Krathus noch eine kurze Phrase. Ich hatte so etwas schon einmal gehört. Dann war der Gute stocknüchtern, in seinem Pyjama auf den Straßen von Zoica bei Nacht. Seiner Reaktion nach zu urteilen traf der Begriff Verwirrung es nicht annähernd. Er hatte seine Schuldigkeit getan und stolperte zurück nach Hause. Kurz darauf warf sich eine schattenhafte Gestalt auf mich. Bing hatte sich schon auf die Lauer gelegt. Der Panther war erstaunlich freudig drauf, fast wie eine Hauskatze. Ein bisschen hinter den Ohren kraulen half dem Gewicht zu entkommen. Hätte es besser wissen müssen was einen hier erwartete, dennoch saß ein kleiner Schreck fest. Krathus misstraute dem, im Vergleich zu ihm selbst, riesigen Tier etwas. Bing schien ihn hingegen recht interessant zu finden. Und markierte ihn direkt mal zur Freude der restlichen Anwesenden mit einer Duftmarke. Hätte es so gelassen, wenn wir nicht mit Lafayette sprechen wollten. Aber wir konnten da kaum mit dem unwiderstehlichen Geruch von Pantherurin auftauchen. Bing verzog sich enttäuscht wieder in die Dunkelheit, nachdem niemand mit ihr spielen wollte. Krathus schwor indes Rache. Ich wunderte mich, ob dies eine rückwirkende Duftmarke zur Folge haben würde, während ich meine magischen Fähigkeiten nutze ihn zu säubern. Lafayette öffnete uns, war aber kaum glücklich uns zu sehen. Das erste war ein abfälliger Kommentar. Doch die Aussicht von seinem Hausarrest befreit zu werden machte ihn willens zuzuhören. Die Nachricht, dass wir uns für ihn eingesetzt hatten nahm er dann positiv auf. Er war sichtlich unzufrieden mit der neuen Königin. Angeblich hatte er im besten Interesse der Stadt gehandelt, als er sie unter seine „Fittiche“ nehmen wollte. Der Einfluss der Dame Therion hingegen weckte wohl nicht das Verhaltensmuster, was er sich vorstellte. Es hatte ja schon einmal einen Drachen gegeben, der hier herrschte und sich für das Größte zwischen Himmel und Erde hielt. Diese Sorge verstand ich. Doch insgesamt mussten wir abwarten wie sich die Dinge entwickeln würden. Garret hatte seine Beteiligung an der Regierung aufgegeben – jedoch war sie bereits verflogen, noch bevor er dies aktiv tat. Vertane Chancen. Etwas an das man sich in dieser Gruppe gewöhnen musste. Auf die von Cuu herausgesagten Zahlungen angesprochen wusste er ein wenig was zu erzählen. Zumindest das sie stattfanden, regelmäßig. Aber nicht wohin. Scheinbar hatte er dies auch versucht herauszufinden, aber seine Agenten kamen stets als tote Körper zurück zu ihm. Weitere wollte er nicht opfern. Dies war also auch für ihn ein Geheimnis. Gereon machte die Zahlungen stets fertig. So gab er uns dies als Hinweis. Lafayette’s Blick wanderte mitunter zu unserem neuen Gruppenmitglied. Speziell seine Rüstung interessierte ihn. Wenn er einen Blick auf das eingravierte Siegel werfen dürfte wollte er uns mehr dazu sagen. Krathus davon zu überzeugen ihm Teile der Rüstung kurz auszuhändigen blieb aber schwer. Zuletzt fügte er sich. Es stellte sich heraus, dass diese Rüstung vom Zwergenschmiedemeister Thorin Mingus hergestellt worden war, welcher in Mon Mithral sein Werk verrichtete. Angeblich gab es dort wo Krathus seine Rüstung hatte mitgehen lassen größtenteils nur sehr gewichtige. Diese eine leichte war etwas Besonderes. Doch blieb die Frage offen, wie sie in den Besitz Shadar’s gelang. Kam es ein Abkommen zwischen den Zwergen und dem Drachen? War es eine Beute? Über drei Ecken eine Auftragsarbeit? Es stellten sich immer neue Fragen. Wären sie gar alliierte, was würde das für die Zukunft bedeuten … Unser Gastgeber hatte aber noch mehr zu bemängeln. Auf das Thema Marco angesprochen warf er ein wie scheinheilig dieser war. Gegen die Einführung von Wissen und Magie stellend nutzte er nicht nur selber welche, sondern vielmehr sandte er seine Vöglein auch auf die Akademie. In der Tat hatte er sich energisch uns gegenüber geäußert was die erneute Errichtung einer Akademie der magischen Künste anging. Ich erinnerte mich gut daran. Jetzt schlug er trotzdem daraus seinen Nutzen. Aber Lafayette war kein Deut besser als Marco. Er hatte auch jeden Vorteil für sich ausgespielt. Ich nahm alles mit einer gewissen Gleichgültigkeit entgegen. Im Zuge dessen, dass wir ihm die Freiheit wiedergaben schlossen wir noch einen Deal. Er würde sich nach Lia Therion umhören. Es machte direkt den Eindruck, als ob er gar nicht so abgeschnitten von der Aussenwelt gewesen war, wie er zunächst behauptete. Agenten würden sich auf den Weg nach Ark’Therion machen. Er würde uns wissen lassen, sobald diese Informationen eingeholt hätten. Und wir stellten sicher, dass wir dann auch keine Terminplanung brauchen würden. Sein alles Verhaltensmuster kam schon etwas arg schnell zum Vorschein, dem musste gleich einmal Einhalt geboten werden. Mit dieser Vereinbarung machten wir uns wieder auf den Weg. Obgleich nicht ganz freiwillig. Eigentlich hatte ich vor noch mehr zu erfahren, aber meine Gefährten waren nicht unbedingt sehr diplomatisch gewesen. Was ihn verstimmt hatte. Beim nächsten Besuch auf dem Markt würde ich Knebel erwerben. Die Nacht kam immer näher. Gereon konnten wir aber noch befragen, schließlich war der Compound auch das Nachtlager für die Meisten von uns. Ich hatte später noch andere Pläne, aber das war persönlicher Natur. So weckten wir Gereon und befragten ihn zu den Geldlieferungen, die er im Auftrag Cuu’s abfertigte. Viel gab es aber nicht herauszufinden. Er wusste kaum mehr als die Menge die er in regelmäßigen Abständen fertigzumachen hatte. Sie wurde von ihm in der Nacht dann in einem der Karren vom Compound verstaut. Am nächsten Tag war dieser dann weg. Einmal hatte er eine ziemlich kleine Gestalt dabei beobachtet. Aber erkennen konnte er sie nicht. Auch wollte er sich nicht den Ärger Cuu’s auf sich ziehen zu viele Fragen zu stellen. Ich dachte unwillkürlich an Gardis. Doch dieser war ein Agent Landerson’s. Orks? Ich war mir unschlüssig. Zumal die Karren wohl nicht immer dasselbe Ziel hatten. Hier erfuhren wir aber nicht mehr. Vor der Nachtruhe, und vor allem weil sie weniger Schlaf benötigte, wollte Ava sich bei den Wochen umhören. Vielleicht hatten die etwas mitbekommen. Ein Versuch konnte nicht schaden. Die anderen gingen Richtung ihrer Unterkünfte. Ich hingegen machte mich auf den Weg den Compound zu verlassen. Meine nächtlichen Pläne sahen anderes vor. Dafür erntete ich merkwürdige Blicke. Endlich war ich allein. Mir spukte schon die ganze Zeit eine Idee im Hinterkopf. Sie war nicht ohne Risiko und konnte die Dinge auch verschlimmern. Die jüngsten Ereignisse betrachtend konnten wir uns aber nicht erlauben mögliche dienliche Quellen auszuschlagen. Die Uhrzeit bedenkend war mir klar, dass mein Vorhaben etwas kostspieliger werden würde. Einen Händler für Geflügel aufsuchend holte ich diesen aus dem Bett. Einen Tiefling zur Nachtzeit vor der Tür stehen zu sehen führte zu dem mir wohl bekannten typischen Verhaltensmuster, dass ich Zeit eines Lebens gewohnt war. Man kam sich stets vor, als sei ein Teufel aus den neun Höllen persönlich an die Tür getreten und forderte eine Seele ein. Der wahre Fluch war kaum unsere Blutlinie, sondern eher die daraus resultierende Reaktion. Dennoch vermochte ich dem Händler für einige Silber ein Huhn abzukaufen. Ich legte nich etwas drauf, was ihn noch irritierter zurückließ, als es meine Anwesenheit bereits getan hatte. Schließlich brabbelte er noch was von Blutopfern und Ritualen, die er nicht unterstützen würde. Vielleicht hätte ich ihn mitschleifen sollen in die Kanalisation … Dort angekommen suchte ich den Ort auf, wo ich Veklani zuletzt traf. Eigentlich war das Federvieh als Geschenk für ihn gedacht, um Verhandlungen zu ermöglichen. Aber alles was ich vorfand war diese hungernde Spinne. Deutlich kleiner. Sie verstand mich wohl, dachte ich. Jedoch war sie mehr auf das gackernde Ding in dem kleinen Käfig fixiert, als auf mich. Würde ich es ihr geben und sie Veklani rufen, dann bräuchte ich noch ein weiteres Huhn. Ich sorgte also vor. Sagt ihr ich käme gleich wieder und besuchte den rassistischen Händler erneut. Dieser war so erschrocken, wie beim ersten Besuch. Was stimmte nur nicht mit diesen Leuten? Er handelte gar ein Gold für ein zweites Huhn heraus. Ich hatte wahrlich keine Lust mich lange mit ihm zu beschäftigen und gab es ihm. Das zweite Huhn verpackte ich gut verschnürt aber human an meinem Rücken. In der Hoffnung mein Ziel damit zu erreichen überließ ich der Spinne nun eines der beiden. Sie machte sich sofort über das arme glucksende Tier her. Aber es half alles nichts. Dann tappte das achtbeinige Etwas auf etwas, das einem Schild ähnelte. Es waren Zeiten. Offenbar für die Ankunft von Veklani. Ich hatte mir also eine Audienz für den morgigen Tag gesichert. Ein Fortschritt. Hoffentlich würde ich das aushandeln können, was mir im Geiste vorschwebte. Damit verließ ich den Untergrund und machte mich auf den Weg zu Razora. Vielleicht wäre ihr nach etwas Gesellschaft heute Abend. Ich konnte sie allemal gebrauchen. Abseits von den anderen. Am ehemaligen Hextor Compound angekommen überkam mich ein merkwürdiger schwefliger Geruch. Es knirschte unter meinen Füßen. Hier lagen Eierschalen von dutzenden, vielleicht hunderten von Eiern. Plattgetreten, oder gegen Objekte geworfen. Aus Razora’s Zelt hörte ich ihre aufgebrachte Stimme. Scheinbar regte sie sich über Krathus auf. War er hierfür verantwortlich? Wieso würde er sowas machen? Mir fiel das Huhn auf meinem Rücken ein. Nur der Vorsicht halber verwandelte ich es in eine Katze. Razora sollte nicht denken, dass ich mit diesem Unfug etwas zu tun hatte. Ich wollte abschalten, nicht mehr Stress haben. So betrat ich ihr Zelt und bereute es schon kurz danach. Krathus hatte ihr die ganzen Eier hingelegt, weil er missverstanden hatte was sie ihm zu vermitteln versuchte. Scheinbar sollte er sich jemanden suchen und, wie Kobolde das anscheinend tun, Nachwuchs in Form von Eiern machen. Doch unser Gehirnakrobat von einem Kobold hatte keinen blassen Dunst, was die Aussage bedeutete. Stattdessen hinterließ er ihr das ganze Zelt voller Eiern. Was sie ein wenig arg aufregte. Die Situation wurde kaum besser, als sie die Katze auf meinem Rücken bemerkte. Bevor sie auf komische Gedanken kam, spielte ch mit offenen Karten und sagte ihr, dass es ein Huhn war – für einen anderen Zweck. Und dass ich bloß nicht ins Kreuzfeuer geraten wollte mit dem Vieh direkt aufzutauchen. Wie man es macht, macht man es aber falsch. Sie war so in Rage, dass ich in die Sache mit reingezogen wurde. Nicht nur, dass ich mich nützlich machen sollte die Schweinerei – die eigentlich sie veranstaltet hatte – zu säubern. Nein. Zu allem Überfluss sollte ich Krathus gefälligst erklären wie das mit der Fortpflanzung läuft. Was hatte ich denn mit dem Schuppenvieh zu tun? In ihrem Zustand war kaum ein vernünftiges Wort zu reden. Auf einen flapsigen Kommentar beim Rausgehen hin bekam ich noch ein Ei an den Hinterkopf geworfen. Draussen überlegte ich kurz und steckte nochmal den Kopf hinein. Es brauchte nur einen gesäuselten magisch angehauchten Satz, um heute Nacht doch noch etwas Frieden zu bekommen. Aber es misslang. Auf meinem Weg zurück zum Compound reinigte ich sodann magisch was mir möglich war … und schwor Krathus Rache … Ich besorgte mir eine Handvoll Eier aus der Küche, ging direkt zu Krathus’ Zimmer und hämmerte ihn aus dem Schlaf. Nachdem ich ihm die Dinger für jede seiner Schandtaten und meiner Leiden um die nicht vorhanden Ohren gehauen hatte setzten wir uns zusammen. Versuchend das Missverständnis zwischen ihm und seiner Adoptivmutter aufzuklären und ihn über den Sachverhalt der Fortpflanzung ins Bild zu setzen verging dann noch etwas Zeit. Das Thema wurde arg abwegig, da es den Anschein machte, dass Kobolde ihre Geschlechtsorgane „Stelzen“ nannten und sie gar zwei besaßen? Meine Verwirrung war groß. Davon hatte ich noch ie gehört. Es kostete einige Mühen dieses wirre Gespräch zu führen und meinen Punkt rüberzubringen. Und ehrlicherweise bezweifelte ich, dass viel bei ihm hängen blieb. Mit Ausnahme des Eidotters auf seinen Schuppen. Und so zog ich mich schließlich in meinen eigenen Raum zurück. Der nächste Morgen brach an. Das Huhn war versorgt und zu Lorilla gegeben. Nett wie sie war, würde sie auf es aufpassen, bis ich es abholen würde. Dann schloss ich mich den anderen beim Frühstück an. Es gab Speck und … Eier. Mir verging direkt der Hunger. Es stellte sich auch heraus, dass bereits eine Diskussion zu der nächtlichen Aktion in Krathus’ Zimmer stattgefunden hatte. Ava war sichtlich amüsiert. Stellte ihrerseits einiges klar. Ob es der Kobold nun verstanden hatte blieb weiterhin ein Mysterium. Irgendwie nickte er immer, als ob er verstand und machte dann doch das Gegenteil. Wäre er doch nur weiblich gewesen, dann wären er und Garret das perfekte Gespann. Das Gespräch am Tisch ging dann noch in weiteres unliebsames Territorium. Meine Aktion mit den Ungolspinnen wollte ich zunächst für mich behalten, musste dann aber auf Druck mit der Sprache rausrücken. Ava war ganz begeistert von der Idee. Die könnten dann ja die Kobolde einfach fressen gehen. Ich widersprach heftig. Das war nicht die Idee. Zumindest jene, von der ich mich zuvor gelöst hatte. Denn den bösartigen Gedanken hatte ich bereits gehabt. Nein, sie sollten lediglich Informationen über die Bewegungen der Kobolde sammeln und uns mitteilen. Schließlich verbreiteten sich diese Spinnen schneller als jedes Gerücht im Untergrund von Ailamere. Wer weiß wo sie schon überall saßen. Garret war zu meinem Erstaunen der gleichen Ansicht. Krathus hatte scheinbar für seine eigene Art so wenig Mitgefühl, dass es ihm egal war. Sie wären ja aktuell unsere Feinde. Waren sie das? Oder selbst nur Handlanger unter der Peitsche eines Unterdrückers? Wir hatten doch zwei Experten von Revolutionen am Tisch sitzen, dachte ich in mich hämisch hinein, da sollte uns doch ein besserer Weg einfallen. Schließlich verblieb es bei der Informationssammlungsidee. Ava schien damit nicht zufrieden. Erstaunt war ich nicht mehr. Aber mein Misstrauen wuchs. Nachdem dies alles geklärt war, wollten wir dann den unliebsamen Besuch bei Marco angehen. Es dauerte nicht lange bis wir eines seiner eingespannten Kinder fanden und ein Treffen vereinbaren konnten. Es war wieder einmal eine der wechselnden leeren Gebäude. Ich mochte ihn nicht. Ich mochte nicht wofür er stand, ich mochte nicht wie er seine Ziele erreichte, ich mochte nicht wen er dafür manipulierte. Aber wenn ich meine persönlichen Gefühle beiseite schob, dann war er eine nutzbringende Quelle. Und ich versuchte wirklich, dass dies funktionierte. Einfach weil es musste. Marco redete viel, aber sagte wenig. Dennoch kamen ein paar brauchbare Informationen dabei herum. So zum Beispiel, dass in der Tat Gardis für die Goldtransfers verantwortlich war. Das heißt Bargle war definitiv ein Aspekt in dieser Rechnung. Der gleiche Bargle, zu dem wir Gardis entsandten bezüglich Verhandlungen. Diesmal aber ohne Goldlieferung. Das konnte ja nur gut enden … Auch erfuhren wir, dass Marco aus Mocny stammte. Aus dem alten Mocny. Es war verrückt, doch scheinbar war er während des Blightening vor hunderten Jahren anwesend. Er selber war, obgleich seien Landsleute bekanntlich keine Arkanisten mochten, eben ein solcher. Und zu jener Zeit experimentierte er mit einem Zauber, mit dem man die Realität oder Phase verschob. Aufgrund dessen, so vermutete er, zog ihn das Blightening zurück. Aber nicht gänzlich. Er scheint seither in einer Zwischenform zu existieren. Halb ätherisch und vom Alterungsprozess entbunden. Eine Illusion von etwas, dass dieser Gudden machte, während die anderen in der Parallelen Welt waren überraschte ihn sogar. Erinnerte ihn an das, was in Mocny geschehen war. Ich wunderte mich derweil was er alles gesehen haben mochte über all diese Zeit … was er alles an Fäden gesponnen hatte in all dieser Zeit! Sicherlich hatte er mein Mitglied für den Verlust seiner Heimat, aber keinesfalls mein Vertrauen. Jetzt weniger denn zuvor. Nichtsdestotrotz gab ich ihm Hinweise auf das, was geschehen war. Erwähnte gar eine Vorrichtung arkaner Natur, die für die Zerstörung Mocny’s verwendet wurde. Gleichermaßen versuchte ich damit herauszufinden, ob er der „graue Mann“ war, über den wir gehört hatten. Es wäre durchaus eine logische Überlegung. Doch es machte den Anschein, als wusste er nichts von der Quelle der Katastrophe – und auch nicht, dass Shadar mit der Zerstörung seiner Heimat zu tun hatte. Er schien auch nicht viel übrig zu haben für Drachen im Allgemeinen. Ebenso war die neue Königin ihm ein Dorn im Auge. Seine Meinung dazu ließ er Garret auch deutlich wissen. Ihm nicht zu viel berichtend, aber klarmachend, dass die Zukunft Zoica’s mit ihr zu tun habe, befragten wir ihn nach Lia. Tatsächlich wusste er wo sie sich aufgehalten hatte. Sie war in Ark’Therion gewesen, dann aber nach Westerfell gereist. Dort hatte sie sogar eine Weile gelebt. Das verwunderte mich. Und Westerfell … das hörte sich bekannt an. Harrington kam daher. Wir hatten eine grobe Ahnung wo dieser Ort liegen musste. Wieviele Informationen würden wir ihm noch preisgeben müssen, um einigermaßen weiterführende Anhaltspunkte zu erhalten … ?]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ralkarion/Sitzung-90.html</link>
			<pubDate>Sun, 31 Oct 2021 23:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 88</title>
			<description><![CDATA[Etwas in Gedanken verloren ging unsere Unterhaltung mit Al’chara weiter. Mich trieben noch einige Fragen umher. Und zu meinem Erstaunen beantwortete sie diese gar nicht so widerwillig … für ihre Verhältnisse. Wir erfuhren, dass Cenereth eines Tages einfach aufbrach und nie wieder kam. Scheinbar hatte er zu jenem Zeitpunkt den Zusammenstoß mit Shadar. Das erklärte auch wieso sie ihm nicht zur Seite stand. Etwas, dass mich seit längerer Zeit wunderte. Gemeinsam hätten sie dem Treiben Shadar’s doch direkt Einhalt bieten können. Zu dritt sogar noch eher. Wäre Arcalis nicht so sorglos mit der Situation umgegangen. Ja, er bemerkte den Wandel der Machtverhältnisse, vermied es jedoch vor einer größeren Stärkung des Roten einzuschreiten. So wurde der Kreis seiner Alliierten und damit Möglichkeiten immer kleiner über Zeit. Tatsächlich aber kämpfte Al’chara in Ark’Therion gegen die Hextorlegionen. Und verlor. Es wollte nur schwer in meinen Kopf, dass ein mächtiger Drache nicht einfach durch eine Ansammlung von Truppen mähte. Mithilfe ihres göttlichen Bundes hatten die Hector aber wohl einen nicht unerheblichen Vorteil, nicht zuletzt aber auch durch ihre schiere Masse. So berichtete sie zumindest. Vielleicht waren sie doch nicht die schlechtesten Alliierten. Ihre Art von „Gerechtigkeit“ war und blieb dennoch fragwürdig. Spannend war auch die Erzählung, wie die beiden Damen der hohen Häuser in die Gefangenschaft geraten waren. Nachdem nun sowohl Cenereth, als auch Arcalis umgekommen waren bot Shadar eine Art Friedensangebot an. Er lud beide zu einem Treffen. Mir war schleierhaft wieso sie sich dazu bereiterklärt hatten. Al’chara sprach von einem Verhaltenskodex von Drachen. Doch hatte Shadar nicht unlängst gezeigt zu was er fähig war? Vertrauen wäre das letzte gewesen, was ich ihm entgegengebracht hätte. Sie jedoch taten es. Und liefen blindlings in einen Hinterhalt, welcher mit ihrer Einkerkerung endete. Bis heute ist mir nicht ganz klar wie eine Zelle einen Drachen aufhalten sollte. Vielleicht brauchte es ein Minimum an Platz für eine Verwandlung. Oder es war Magie involviert. Wie dem auch gewesen sein mag, sie riet uns Posetine über die Dinge, die wir in Erfahrung gebracht hatten zu informieren. Es sei ihr Recht zu wissen was es mit ihrer Existenz auf sich hatte. Mit einigen umschweifenden Worten ließ sie uns wissen, dass wir es sicher bereuen würden, wenn sie es später herausfände. Auf die Anfrage hin uns zu begleiten bekamen wir eine Verneinung, während sich die Thronlose arrogant wie immer davonstahl. So berieten wir das weitere Vorgehen. Zu riskieren Posetine gegen uns aufzubringen könnte sie in die Arme ihres „Vaters“ treiben. Aber vielleicht würde sie dies auch tun, nachdem sie erfuhr, dass sie noch Familie hatte. Als sich Garret dafür aussprach reagierte Ava etwas allergisch mit einem Seitenhieb. Stellte sich heraus, dass sie endlich von dem Seelenproblem Garret’s erfahren hatte. Das Problem war aber gewesen, dass es dabei zur Sprache kam, als er einer wildfremden Person davon erzählte und Ava lediglich zufällig daneben saß. Ich traute meinen Ohren nicht. Wochen hate ich auf ihn eingeredet es ihr zu erzählen und er verneinte es. Begründete es mit der Vertrauensfrage. Aber diesem jungen Ding namens Taya gegenüber, nach nur einem Tag, brabbelte er es aus. Hornochse. Hätte er sich nicht denken können wie Ava’s Reaktion ausfallen würde!? Sie hatte sich ihm blind nach seiner ach so umwerfenden Revolution angeschlossen. Ließ sich davon überzeugen hier etwas zu tun, was sie für richtig hielt. Begleitete ihn mit einem immensen Vertrauensvorschuss. Und dann das. Unfassbar. Das Mosaik um Ava’s Wandlung fügte sich Stück für Stück zusammen. Obgleich ich noch deutlich mehr dahinter vermutete. Zumindest kamen wir überein Posetine aufzusuchen. Scheinbar war sie bei Slate … im Kerker. Schnell sollten wir herausfinden, dass dort unten so einige Veränderungen vorgingen. Angefangen davon, dass die Wachen uns zunächst nicht direkt zur „Königin von Zoica“ durchlassen wollten, bis hin zu den Baumaßnahmen, die Slate im Auftrag ihrer „Majestät“ dort durchführte. Ganz offenbar ließ sie sich einen Hort bauen. In welchem wir dann auch die Stadtgelder fanden. Denn der eigentliche Tresor war offen und leer gewesen. Garret und Ava stellten diese Handlung offen infrage … ich stellte auch so manches Dieb Eiden betreffend infrage. Krathus hingegen war erstaunlich still. Das güldene Glänzen schien ihn doch eher abzulenken. Ich hoffte er tat nichts dummes vor ihren Augen. Im Stillen erläuterten wir Posetine zunächst was wir alles in Erfahrung gebracht hatten. Es war ein ziemliches Auf und Ab. Zwischendrin hatte ich große Sorge, dass einige Offenbarungen oder gar die Wortwahl Ava’s uns die Gunst Posetine’s verlieren ließen. Ich setzte alles daran ihr Vertrauen in uns zu bestärken. Es macht ihr wirklich zu schaffen zu wissen, dass Shadar ihr Vater war. Schon die zweite Person an diesem Tag, die mit einer familiären Offenbarung nur schwer zurande kam. Auch wenn sich in ihr immer mehr eine drastische Arroganz verfestigte, hatten die Worte meine eigene Familie betreffend scheinbar genug Empathie geweckt. Es milderte ihren mentalen Sturz ein wenig – zumindest hatte es den Anschein. Im Großen und Ganzen verlief das Gespräch gut. Und es kam auch heraus, dass sie keinerlei Interesse hatte ihrem Vater nachzueifern. Sie sah sich verpflichtet, in Form einer Übermutter, für das niedere Volk der Humanoiden zu sorgen. Es gab schlimmere Endergebnisse in der Vergangenheit. Als wir aber Details zu und mit Krathus gaben stellte dieser fest, dass das Banner auf sie reagierte. Energien würden zwischen beiden hin und her fließen. Ihre Augen wären je eines golden und eines rot gewesen. Und eine Form von ätherischer Krone sei über ihrem Kopf zu sehen. Nicht jeder von uns nahm das alles auf Anhieb war. Es gab jedoch zu denken. Ein starkes Gefühl das Banner betreffend überkam mich. Wer sagte, dass jedes Banner gleich agieren würde? Und was wäre wenn mehrere gleichzeitig aktiv waren? Die Reichweite schien bei einem Test kaum eine Rolle zu spielen. Die Pilger beziehungsweise vielmehr ihr Sammeln von Energie für die Banner konnte zu einem weitaus größeren Problem führen. Nicht nur, dass Krathus davon sprach, dass die Banner ihre Legionen verstärkten. Offenbar hatten sie einen besonderen Effekt auf das Drachenblut. Ein großer Roter in Begleitung seiner voll geladenen Armeen könnte ein noch schwerwiegenderes Problem werden. Sie selbst bekam anscheinend nichts davon mit. Bis Krathus ihr einen Spiegel vorhielt. Es folgte sichtliche Irritation. Als wir das Thema dann abgeschlossen hatten ließ sie uns noch wissen, dass sie Lafayette unter Hausarrest gestellt hatte. Seine Manipulationsversuche hatten ihr im Nachgang gar nicht gefallen. Es amüsierte mich zu wissen, dass er dafür auf die Finger bekam. Gleichzeitig beunruhigtem ich dieTatsache, dass sie sich so gegebenenfalls einen Feind in den eigenen Mauern erschaffen könnte. Er war ein Mann mit vielen Kontakten, vielen Ambitionen. Sich von einem halben Kind, dass einfach mal so eben den Thron Zoica’s bestiegen hatte vor den Latz knallen zu lassen könnte Missmut wecken. Ich drückte es natürlich ein wenig diplomatischer aus. Sie stimmte zu. Ihr Gegenvorschlag kam prompt und war recht gerissen. Ich sollte ihn unter dem Vorwand mich für ihn eingesetzt zu haben aus seinem Arrest erlösen. Mir so seine Loyalität sichern und eine potentielle Gefahrenquelle unter Kontrolle kriegen. Nicht nur Ava hatte sich verändert, so viel war klar. Al’chara hatte ganze Arbeit geleistet Posetine die Naivität auszutreiben. Vielleicht etwas zu gut. Das würde die Zukunft zeigen. Denn trotz allem wollte sie diese Informationen mit irgendjemandem teilen. Scheinbar hatte sie sich mit Ragel angefreundet und vertraute ihr. Es konnte gefährlich sein all das zu teilen, besonders mit Personen über die wir kaum etwas wussten. Doch sie war überzeugt das Richtige zu tun. Oder anders ausgedrückt: Sie war die Königin, ein Drachen och dazu, und tat wonach immer ihr der Sinn stand. Das konnte noch heiter werden. Auf dem Weg hinaus war unser Weg vorerst klar. Lafayette befrieden, Mundi befrieden, die Rachwood’ler umsiedeln, Melody helfen … und dann mein Versprechen einlösen, sowie meine Schwester finden. Scheiß drauf, so viel Zeit mussten ich mir doch nehmen dürfen, nach allem was ich getan hatte! Da Krathus unbedingt zu Razora wollte, schloss ich mich ihm an. Ava und Garret wollten noch anderweitig durch die Stadt ziehen. Ich wunderte mich, ob ich Garret danach unbeschadet wiedersehen würde. Im Compound der Hextor angekommen waren aber nicht unbedingt viele Rachwood’ler vertreten. Sie hatten Geld aus Oclusar und ein Trauma zu verarbeiten. Was also war der beste Weg dafür? Genau, sie kauften ein und betranken sich in den Tavernen der Stadt. Razora war jedoch vor Ort. Ein dann geführtes Mutter-Sohn-Gespräch über Bienchen und Blümchen lief etwas krude. Mir war nicht ganz klar, ob Krathus verstanden hatte, was Razora ihm mitzuteilen versuchte. Jedenfalls war er plötzlich ganz schnell unterwegs. Allein in Zoica. Ich zuckte in Gedanken die Schultern, es würde kaum schlimmere Auswirkungen haben können, als der noch frei herumlaufende Angstrum erzeugte. Die Situation zwischen ihr und mir hingegen war etwas delikater. Sie war kaum der nach außen emotionale Typ, was ein bisschen problematisch beim Thema unseres Beziehungsstatus war. Als ich anmerkte ihr die Stadt erst in einigen Tagen, aufgrund der Geschichte mit Mundi, zeigen zu können war aber überdeutlich was sie davon hielt. In mich hinein grinsend über diese Bestätigung verlegten wir den Plan einfach vor. Ein Trip durch diese für sie faszinierende Stadt folgte. Hier leben kam für sie nicht in frage, aber es beeindruckte sie schon sehr was es hier zu sehen gab. Durch mein Vorwissen um die Stadt in Kombination mit meinen Fähigkeiten die besten Wege im urbanen Getümmel im Gespür zu haben wurde es wohl der beste Nachmittag seit Monaten. Es fühlte sich frei an. Und diese Zeit mit ihr zu teilen war einer der glücklichsten Momente bisher. Emotional wortkarg wie sie war, zeigte sie ihr innerstes auf andere Weise. Ich bildete mir ein es langsam zu verstehen. Als sich der Abend näherte galt es dennoch vorläufig Abschied zu nehmen. Die anderen würden im Lurkers warten und wir hatten die Planung für morgen zu machen. Auch wenn es mir widerstrebte. Langfristig konnten wir aber nur so die Sicherheit der Region gewährleisten. Auf meinem Weg zurück in die Taverne wanderten die Gedanken von einem Hochgefühl zur bitteren Realität zurück. Unter all dem, was dort wieder zutage gefördert wurde kam auch ein interessanter Gedanke. Wenn die Kobolde und andere Anhänger Shadar’s ein Problem waren und wir sie nicht umstimmen könnten ihm abzuschwören – wovon nicht auszugehen war –, was wäre eine bereits bestehende Allianz zu erweitern. Der Gedanke war radikal. Nah an der Bösartigkeit. Doch wir würden auch kein Erbarmen gezeigt bekommen … Ich musste darüber nachdenken. Mich schauderte welche Ideen mir zuletzt durch den Kopf gingen. Sicherlich tat ich früher immer schon was gut für mich war, aber es gab stets Grenzen. Jashier zog mich in diesem Bewusstsein auf. selbst unter den widrigen Bedingungen Ailamere’s. Dieser veränderten Ava würde die Idee hingegen sicher zusagen. Da wäre sicherlich kein Zögern. Was mich die Frau vermissen ließ, die sie einst war. Denn so würde vermutlich genau das ausgeführt werden, was mir durch den Kopf ging, gänzlich ohne Widerworte. Und eben dies ließ mich furchtsam zurück. Als ich das Lurkers erreichte war es zum überlaufen voll. Auch hier waren viele der ehemaligen Anwohner Rachwood’s eingekehrt. Als ich nach Garret und Ava Ausschau hielt sah ich auch Krathus und mich selbst … Ein tiefes Seufzen folgte. So stellte ich mich neben mein eigenes Abbild und begrüßte Angstrum genervt. Dieser war völlig durch den Wind. Keine Neuerung zu sonst. Scheinbar hatte Krathus noch die Stadt erkundet, um dem Nexussignal zu folgen, dass er durch das Fernrohr gesehen hatte. Dabei stieß er auf „Garret“ in der Akademie. Dass er bis eben nicht realisiert hatte, das etwas nicht stimmen konnte ließ mich innerlich den Kopf gegen die Wand schlagen. Gleich doppelt, als er auf den „Mann in der Ecke“ aka Lurk’s Besenmännchen hereinfiel. Angstrum wandte sich derweil mit Ausreden wie ein Wurm am Haken. Die Aufmerksamkeit, die er allerdings auf sich gezogen hatte war ein Problem. Um die uns anstarrende Taverne zu befrieden, tat ich so, als sei dies eine Aufführung gewesen. Das schien zu wirken. Gelächter und der normale Tavernenalltag lief wieder an. Auch wenn die Bardin auf der Bühne nicht wirklich glücklich zu sein schein. Verübeln konnte ich es ihr nicht. Schließlich hatte Angstrum’s Auftreten ihr die Performance vermasselt. Um etwas Ruhe zu haben beschlossen wir nach oben zu gehen. Erst beim Aufstehen bemerkte ich, dass der ganze Tisch nur zu Ehren von Garret eingerichtet worden war. Der große Protektor Garret, der große Investor Garret … Ich verdreht nur die Augen. Im Konferenzraum des Lurker’s packte Angstrum dann komplett aus. So erfuhren wir, dass Besuch in Azoicstrum gegeben hatte. Kobolde waren vor der Stadt aufgetaucht. Dank der Dominion Line waren diese aber wohl pulverisiert worden. Angstrum meinte er habe noch den Nexus genutzt die Erinnerung aller Beteiligten zu löschen. Gegebenenfalls, wenn es denn Überlebende gab, eben auch deren. Mir behagte das nicht. Die Gefahr war größer geworden. Wenn sie ein Nexussignal aufgefangen und dies bereits kommuniziert hatten … war Azoicstrum dann noch sicher für Razora und die ihren? Wir mussten dafür sorgen, dass sie an einer anderen Stelle suchten. Dieser Plan fand anklang. Und mir kam eine weitere boshafte Idee. Würden wir ein falsches Nexussignal über Loch Meriander erzeugen, dann würden die Kobolde erst einmal mit der überaus freundlichen Natur der dort lebenden Sycora Bekanntschaft machen, dann würde sie das eine ganze Weile aufhalten. Ausgehend von der Macht, die sie nutzte, war es auch nicht soweit hergeholt, dass dort vielleicht wirklich ein Nexus unter Wasser lag. Einen, über den sie die Kontrolle hätte – aus Perspektive von Shadar’s Anhängern. Dies schein allgemeine Zustimmung zu erhalten. Wie unerwartet … Also musste Angstrum nur in die Heimat und einmal einen Wunsch äußern, der auf Dauer die Ferngläser der Kobolde so manipulierte dort einen Hinweis zu entdecken. Nebst der Tatsache, dass wir gemeinsam mit ihm zu Toefels mussten, um zu verhandeln unsere Freunde aus Rachwood dort unterbringen zu können. Doch zuvor hatte er noch eine weitere Aufgabe zu erfüllen. Eher zwei. Doch die ließen sich kombinieren. Denn das Signal seines Armbandes war für die Kobolde ebenso ersichtlich wie der Nexus selbst. Und jetzt da ich Angstrum’s habhaft war galt es Melody zu helfen. Er hatte sich ganz offenbar in sie verguckt. Unsere Worte bezüglich ihrer aktuellen Situation trafen eher auf taube Ohren. Er glaubte kein Wort, oder verstand nicht worauf wir hinaus wollten. Vermutlich nicht zuletzt, da wir es auch versuchten zu umschreiben. Für einen Moment ließ ich mich gehen, drohte gar durch einen Finte mit einem Zaubertrick. Mir fiel jedoch rechtzeitig ein, welche Wirkung das auf ihn haben könnte. Ein wenig beruhigender im zweiten Anlauf lief es aber auch nicht besser. Aus seiner Sicht war Melody mit Abstand das hübscheste Wesen, dass er jemals gesehen hatte. Und dann tat er absonderlicher weise von sich aus genau das, was ich erfragen wollte. Er wünschte sich ihr Antlitz zurück. Absurder konnte es kaum laufen, aber das Ergebnis zählte. Grinsend bot ich ihm an sie ihm vorzustellen. Es war eines der wenigen Male wo Angstrum nicht sofort was zu sagen wusste. Ehrlicherweise wollte ich damit aber auch sicherstellen, dass der Wunsch wirklich erfolgreich gewesen war. Etwas schüchtern stimmte er zu. Ich wunderte mich, wie die beiden wohl aufeinander reagieren würden. Aber erführe sie erst einmal von ihrem „Helden“ Angstrum, dem mächtigen Illusionisten … wer weiß. Heute war wirklich ein verhältnismäßig guter Tag gewesen. Morgen mochte das alles schon wieder entgegengesetzt laufen. Also sollten wir das Beste draus machen …]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ralkarion/Sitzung-88.html</link>
			<pubDate>Sun, 17 Oct 2021 22:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 87</title>
			<description><![CDATA[Nachdem das Essen abgeliefert war, verschwanden die beiden Hextorkrieger wieder in der Nacht. Ausgehend davon, dass wir Qwe irgendwo herumschieben hatten war dies mehr als wünschenswert. Unsere Begleiter waren sichtlich erfreut über das reichliche Nahrungsangebot. Qwe war neugierig was passiert war. Er dachte glatt wir hätten die Vorräte aus dem Lager gestohlen. Gratulierte uns zu dieser Tat. Es war befremdlich für ihn zu hören, dass wir schlicht um Hilfe gebeten hatten. Kulturell konnten wir kaum weiter voneinander entfernt sein. Indes erfuhren wir auch, dass Oclusar erst kürzlich überrannt wurde. Die „Pyramide“ voller Versteinerter waren alles Oclusarbewohner. Wer nicht in der Stadt dem Angriff zum Opfer fiel, oder verspeist wurde, der hatte noch die Option an dem widerwärtigen Unterhaltungsspielchen teilzunehmen. Ich war nur froh, dass wir Razora hatten davor bewahren können. Auch war Qwe gerade einmal drei Jahre alt. Offenbar war er aus eine oder Albträume Ocanar’s entstanden. Hatte wohl was mit Shadar zu tun, daher Qwe’s Schuppen. Allerdings erwies sich der Test, ob sie auch brauchbar gegen Feuer schützten als negativ. Obgleich es etwas amüsantes hatte, wie er sich vor Schmerzen wand und so tat, als ob alles ok sei. Auf unsere Planungsvorschläge für den kommenden Tag mischte er sich aber auch ein. Oclusar sei ja viel näher und es gäbe dort ja einen Teleportationszirkel. Richtig. Aber dieser war extrem unsicher, wie Garret vor einiger Zeit in Erfahrung bringen konnte. Mein Verlangen durch eine Geisterstadt mit lauter versteinerter Bewohner zu laufen hielt sich auch in Grenzen. Wir hatten die Ringe von Tanaos, doch konnten wir der Bevölkerung in Gänze nicht helfen. Die Stadt war nunmehr bloß eine einzige Grabstätte. Die allgemeine Meinung plus Qwe’s Beteuerungen er könnte den Turm, auf welchem der Zirkel sei, stabilisieren ließ mich dann aber doch einknicken. Immerhin ersparten wir uns ein paar Reisetage. Ehrlicherweise wollte ich so viel Abstand zwischen mich und diese verfluchte Gegend bringen. So willigte ich ein. Ich entschied es dabei zu belassen. Es war spät. Alle waren wir erschöpft. Krathus plapperte noch etwas von einer Kampfkombination, als ich bereits am Weggehen war. Innerlich schüttelte ich nur den Kopf. Wer würde denn allen ernstes jetzt noch mit Übungen beginnen wollen. Der nächste Morgen brach an. Alle bereiteten sich auf die Abreise vor. Als der Aufbruch nahte, sich unser Zug in Bewegung setzte, da fing Krathus wieder an Unfug zu bauen. Er übernahm einfach einen der Karren mit Nahrung, was nahezu direkt dazu führte, dass die Pferde durchgingen. So raste er unkontrolliert davon. Ich überlegte etwas zu tun, verwarf den Gedanken aber wieder. Weiß gar nicht wieso. Ava hingegen schickte Garret hinterher. Der sei ja so schnell und müsste den Karren einholen und Krathus dann zur Seite stehen können. Mein Blick ging zu Razora. Etwas sarkastisch meinte ich wie stolz sie auf ihn sein musste. Sie nahm es locker. Kinder müssten ihre eigenen Erfahrungen machen. Was irgendwie komplette Zustimmung bei Ava fand, die dann nachsetzte und die Beziehung zwischen Razora und mir definiert haben wollte. Seit sie zurück war hatte sie dieses morbide Bedürfnis mich stetig in unangenehme Situationen zu bringen. Glückwunsch, es war ihr wieder gelungen. Auch wenn ich mir meiner Gefühle im Klaren war, so konnte ich kaum erwarten, dass sie erwidert würden. Doch es gab keine Ablehnung von Razora. Sie reagierte genauso ahnungslos wie ich. Es war überraschend. Garret war gerade im vollen Sprint und setzte zu einem durchaus beeindruckenden Sprung an. Doch Krathus bekam den Wagen plötzlich unter Kontrolle, was den Halbling hart gegen diesen donnern ließ. Sicherlich war dies erheiternd, aber gleichzeitig auch bedenklich. Wollten sie Shadar mit einem Lachkrampf zu Fall bringen? Unsere arg mitgenommenen Verbündeten musternd dachte ich an all jene, die uns bisher zur Seite stehen würden. Es war schwer zu glauben, dass wir auch nur den Hauch einer Chance hatten. Besonders da dieser Drache über eine Fülle von Nexuskugeln verfügte. Ein Wunsch reichte, um den Großteil - wenn nicht sogar alle - von uns aus dem Spiel zu nehmen. Es gab nur Hoffnung, wenn wir es schaffen würden einen Ausgleich zu erzielen. Ab wann wurde es eigentlich zu meinem Kampf … ? Meine Irritation ignorierend setzte ich noch eine Nachricht über unser Kommen in das Kommunikationsbuch ab, wobei der Mittag des nächsten Tages angepeilt wurde. So reisten wir den Tag unbehelligt weiter bis nach Oclusar inklusive einer unbedeutenden Nacht. Da lag es nun vor uns: Oclusar, in seiner ganzen steinernen Pracht. Ein riesiger Schutthaufen, gefüllt mit Statuen jedweder humanoiden Sorte begrüßte uns. Ocanar hatte keine halben Sachen gemacht, so viel stand mal fest. Bis zum Mittag würden wir noch einige Stunden Zeit haben, was dazu einlud sich einmal genauer umzuschauen. Auch wenn es sich anfühlte auf einem Friedhof zu wandeln. Kurz nach unserem Eintreten stießen wir schon auf die erste Anomalie. Eigentlich war es bloß ein Haufen Steine. Doch ihre Anordnung ließ den Eindruck entstehen, als wäre es ein Gesicht. Zu allem Überfluss ein uns bekanntes noch dazu. Ausgehend von dem Gemälde in seinem Turm war dies das Antlitz von Tanaos Ayumu … wer hatte dies getan und wieso? War es das Zeichen dafür, dass wir weiterhin seiner vermaledeiten Prophezeiung unserer Zukunft folge leisteten? Oder spielte hier jemand Spielchen mit uns? Ocanar vermutlich? Er hätte durch seine ihm vom Nexus verliehene Macht von Tanaos wissen und seine Beholder dazu anleiten lassen können diese „Skulptur“ für uns zu hinterlassen. Spekulationen. Manchmal fragte ich mich, ob ich anfing paranoid zu werden. Ava wollte unbedingt einen der Bewohner zu den Ereignissen hier befragen. Qwe war diesbezüglich keine Hilfe gewesen, das schien sie zu … frustrieren? Die Idee Antworten zu erhalten war gut, keine Frage. Doch wer würde hier schon etwas dazu wissen können? Sie bestand darauf. Nachdem sie das Rathaus ausfindig machte suchte sie sich eine arme versteinerte Seele, die offiziell gekleidet aussah und entsteinerte sie. Erst jetzt fiel uns auf, dass sich die Ladungen der Ringe nicht wieder aufgefrischt hatten. Verdammt noch eins. Vier von zehn waren bereits weg. Ich verstand nicht wieso dem so war. Meine magische Identifikation der Ringe war einwandfrei gewesen, ihre Natur lag mir offen. Aber sie verweigerten sich in dieser Hinsicht. Und zu allem Überfluss standen wir vor einer als Informationsquelle vollkommen nutzlosen Person. Obgleich er der Assistent des Bürgermeisters war, so hatte er dennoch so ziemlich gar nichts mitbekommen. Von irgendwas in dieser Stadt. Man stelle sich das vor. Dennoch musste es ein Schock gewesen sein erst den Angriff, dann den Verlust der Körperkontrolle durch die Versteinerung und im nächsten Moment diese unfreundliche Elfe vor sich stehen zu haben. Ava hatte wirklich kein Gespür mit einer traumatisierten Person umzugehen. Ich versuchte sodann das Zusammentreffen etwas zu mildern. Was wir erfuhren war, dass es hier auch Magier gegen hatte. Offenbar widmeten sie sich dem Studium der Sterne. Hier gab es also auch so eine Sternwarte, wie jene weit im Südwesten. Deren Teleportzirkel nutzten wir damals, um Melody nach Zoica zu bringen. Scheinbar hatte aber auch keiner der besagten Magier irgendetwas nutzbringendes gegen den Angriff getan. Wo sie geblieben waren schein unklar. Tot oder geflohen? Mein Kopf kramte die Bilder aus Bolgmor’s Höhle hervor. Dieses Magiertrio, welches wir dort in einem Versteck vorfanden und sich sofort nach ihrer Entdeckung wegteleportierten. Standen diese irgendwie im Zusammenhang hiermit, oder irgendeiner der vielen anderen obskuren Dinge in dieser Region? Fraglich war, ob wir sie jemals wiedersehen würden um sie dahingehend zu befragen. Der Befreite jedenfalls brachte uns nun erst einmal zu den Überresten des Observatorium. Wir hofften auf Hinweise oder Überreste, die uns brauchbare Informationen liefern konnten. Qwe war dabei erstaunlich hilfreich. Er räumte für uns  mit Bedacht die Trümmer beiseite und nutzte diese gleich dazu den Turm zu stabilisieren, auf welchem der Zirkel sich befand. Es war schon eigentümlich, dass alles dem Erdboden gleichgemacht wurde, doch der Turm selbst noch … na ja, vor sich hin wankte. Was unter den Trümmern zum Vorschein kam erinnerte zudem sehr an das Fundament in Zoica. Dort wo einst die Akademie gestanden hatte. Nachdem wir einige Zeit damit verbrachten Qwe zuzuschauen, um im Anschluss in den Schuttmassen auf die Suche zu gehen, fanden wir dann auch tatsächlich etwas. Ein Brief von Ethelbald, dem einstigen Bewohners des alten Observatoriums, wo auch Melody lebte. Scheinbar nahm er einigen Studenten Bücher ab, die den Eindruck erweckten aus der Bibliothek von Zoica zu stammen. Doch dort wusste man nicht von fehlenden Büchern. Stattdessen sandte er sie dann nach Oclusar. Tatsächlich dauerte es nach diesem Fund auch nicht lange die besagten Stücke unter dem Schutt hervorzukramen. Der Inhalt war erstaunlich. Sie berichteten von dem Fund des Ethereal Nexus. Dem ersten Nexus wie es schien, auf dem alle anderen basierten. Die Expedition, die ihn fand, verkaufte die Information über seinen Standort an den Meistbietenden – einen jungen Drachenlord namens Shadar Logoth. Zu meinem Erstaunen stand dieser Nexus in Mocny. Ich kannte nur vage Geschichten über dieses Reich. Hier wurde nun berichtet, dass er durch die von dem Drachen gemachten Experimente ausgelöscht wurde. Diese Zerstörung war … unfassbar. Das ganze Gebiet ist seither nur selten betreten worden, zumindest soweit mir bekannt war. Gefährlich sollte es dort sein. Nun wurde mir klar in welchem Ausmaß. Doch ein weiterer Eintrag brachte noch mehr Informationen ans Tageslicht. Arcalis Dacra erfuhr von dem Nexus und fürchtete eine fundamentale Veränderung der Machtverhältnisse. Darum begann er seinen eigenen nExus zu entwickeln. An jeden alliierten trat er dabei eine Teilaufgabe ab, nur er kannte das große Ganze. Und Azoicstrum’s Errichtung war bloß ein Tarnmaneuver, um hier diesen Nexus schlussendlich zu verbergen. Eine ganze Bevölkerungsgruppe auszumerzen als „Tarnung“ … Mir schwante, dass Ava sicher wieder das größere Wohl als Argument auf den Lippen hätte. Logothil war groß, jeder andere Ort hätte es auch getan. Oder eine Verständigung mit den Bugbears wäre möglich gewesen. Beide Drachen hatten ihrerseits parallel eine Gesellschaft vernichtet im Bestreben den jeweils anderen zu übertrumpfen, oder gleichzuziehen. Mit dem Unterschied, dass Arcalis trotz allem schließlich von Shadar vernichtet wurde. Ein Übel merzte das Andere aus. Besser wäre gewesen sie wären beide verreckt … Vielmehr konnten wir nun nicht mehr aus den Trümmern bergen. Qwe war weiter damit beschäftigt den Turm hinzubiegen. So ließen wir nochmal alle durch die Stadt ziehen und nach brauchbarem Material suchen. Einige Kleinigkeiten und Gold kamen dabei zusammen. Zumindest würden unsere Rachwood’ler nicht verarmt nach Zoica gehen. Und hier hatte sowieso keiner mehr Verwendung für irgendwelche Besitztümer. Vorerst. Es wurde Mittag. Der Weg nach Zoica stand an. Garret machte den Anfang, um Chrylax schonmal vorzubereiten. Ich gestehe, dass ich mir ein Schmunzeln nur schwer verkneifen konnte. Es war recht klar wie dieses Zusammentreffen ausgehen würde. Er würde es schon wegstecken. Nachdem der Erstkontakt mit Chrylax wie erwartet verlief sandten wir nach und nach unsere Befreiten hindurch. Besonderes Augenmerk legte ich dabei auf den Hinweis, dass gleich jemand sehr spezielles hindurch käme. Und mit diesen Worten schwebte auch schon Qwe im Raum. Chrylax war ausser sich. Nach einer kurzen Vorstellung der beiden begrüßte Qwe die alte Mumie etwas gewöhnungsbedürftig indem er sie durchschüttelte, als wäre es ein Handschlag. Chrylax Bemühungen Feuerbälle zu werfen blieben ohne Erfolg. Qwe’s Blick war schon ein echter Showstopper für den armen Chrylax. Ich lachte herzlich in mich hinein. Schade, dass Ocanar dies aufgrund des von dem Behodler ausgehenden Feldes entging. Von seiner Art her hätte ich erwartet dies höchst amüsant zu finden. Verdammt, waren wir jetzt Freunde oder sowas? Was ging mir da nur durch den Kopf … Melody begrüßte uns wie immer herzlich. Als Qwe jedoch sich ihr näherte wurde die Sache kompliziert. Wir wussten, dass sie eine magische Energie um sich hatte. Doch ihre Wirkung war uns unbekannt. Nun wurde sie ersichtlich. Statt ihrer besonderen Optik als halber Adler/Mensch, stand nun schlicht eine Harpyie vor uns. Eine Form von dauerhafter Illusionsmagie hatte auf ihr gelegen. Auf unsere Reaktion hin war sie komplett irritiert. Erst als sie an sich herunterblickte begriff sie. Panisch und ängstlich verlangte sie, dass wir umkehren was wir ihr angetan hätten. Es dauerte eine Weile, bis sie nachvollziehen konnte, dass sie von ihrem „Vater“ – so bezeichnete sie Varion jedenfalls – über ihre Herkunft belogen wurde. Sie kam nur schwer damit klar eine lediglich wilde Harpyie zu sein, hässlich aus ihrer Sicht obendrein. Hier zerbrach ein ganzes Weltbild. Kann nicht sagen, dass ich das nicht verstehen konnte. Ava blieb so einfühlsam wie zuletzt gewohnt. Es war der Moment in dem ich hoffte sie würde niemals Kinder haben. Ich folgte der heraus rennenden Melody zu ihrem kleinen Hort im Garten. Es gab nicht viel was ich für sie tun konnte. Den Schock musste sie selbst verarbeiten. Aber eventuell konnte es helfen, wenn sie erfuhr mit derlei Situation nicht allein zu sein. So erzählte ich ihr von dem, was meine Familie mit mir getan hatte. Ein wenig Wirkung hatte es wohl, da sie sich zu beruhigen schien. Dennoch wollte sie nicht diese Gestalt behalten. Ich versprach ihr also einen Illusionisten zu finden, der ihren Wunsch erfüllen würde. Ein bestimmter kam mir auch gleich in den Sinn, sofern wir ihn im Treiben Zoica’s wiederfinden würden. Verdammter Angstrum … wenigstens konnte er für etwas gut sein am Ende. Sowieso mussten wir sichergehen, dass er keinen Unfug mit dem Nexus trieb. So überließ ich Melody ihrer momentanen Trauer. Mehr konnte ich nicht für sie tun. Mit Ausnahme sicherzustellen, dass Chrylax keinen Unsinn machte, wenn er sie sah. Ich denke ich vermittelte es ihm ziemlich deutlich, durch die Sicherheit einer langen Treppe. Und dem Bewusstsein daran, dass Qwe von nun an ein Auge auf sie haben würde – mit etwaigen Konsequenzen für das alte Wickeltuch. Was für einen Haufen Irrer hatten wir hier nur zusammengetragen … Draußen sammelten sich derweil die Rachwood’ler. Es dauerte auch nicht lange, bis Marco seine Fühler in Form von „Kleiner Drache“ ausstreckte. Ich konnte Krathus gerade noch davor bewahren zu viel preiszugeben. Einige Infos jedoch schienen sie bereits durch die Befreiten erfahren zu haben. Wir hätten wohl eine allgemeine Vorwarnung geben sollen. Nun war es zu spät. Ihre Begrüßung „Willkommen zu Hause“ in meine Richtung ließ mich jedoch irritiert zurück. Wann genau war Zoica mein Zuhause geworden? Die Statt selber hatte sich nicht allzu sehr verändert. Die Akademie bestand primär aus Holz. Weswegen Chrylax seine Studenten auf dem Dach an der frischen Luft trainieren musste. Es hatte wohl schon ein paar mal gebrannt. Die Rachwood’ler zogen sich nun in den verlassenen Compound der Hextor zurück. Mundo’s Siegel war Gold wert gewesen. Sie hatten dem Befehl folge geleistet und so mehr als genug Platz hinterlassen. Zuvor hatte ich Juntos und Razora, aber besonders ersterem, eingebläut sich hier etwas zurückzunehmen. Diese Leute würden die Art aus Rachwood nicht verstehen. Und da war dann noch Cue’s alter Compound. Slate hatte sich echt ins Zeug gelegt. Es sah aus wie neu. Unser Weg führte auch direkt ins Innere. Der „Herrscher“ wollte sich den aktuellen Status holen. „Oh, Garret ...“ rollte ich innerlich mit den Augen. Als Gerion unsere Anwesenheit bemerkte kam er auch sofort auf uns zu. Der Bericht fiel recht überschaubar aus. Die Steuern flossen gut. Mein Blick verharrte eine Weile auf Garret, bevor ich mich wieder Gerinn zuwandte. Mikimoto und Pashar sorgten für ausreichend Nahrung. Die Spinnen wurden mit ihrem Anteil abgespeist und verblieben ausserhalb der Grenzen Zoica’s. Die Lieferung aus Plateau wurde erwartet, doch wann genau konnte er nicht abschätzen. Ausgehend von der Trägheit einiger der dortigen Bewohner war das nun keine Überraschung. Horatio lieferte Unmengen an Holz. Nicht zuletzt brauchte die Akademie mehr als zunächst erwartet. Auch dies war kaum unerwartet. Schließlich baten wir um die Vorbereitung eines Mittagessens. Wobei erst einmal nur Al’Chara als Gast herbeigerufen werden sollte. Sie musste sich einigen Fragen stellen. Gerion befolgte die Anweisung. Während wir uns etwas frisch machten, wurden in der Küche alle Vorbereitungen getroffen. Einige Zeit später saßen wir bereit. Die Herrin Therion ließ sich jedoch etwas Zeit, so wie Ava. Als Ava den Raum dann jedoch betrat verschlug es mir glatt die Sprache. Ein grünes Abendkleid und keine Kampfbemalung mehr? Ein geradezu aberwitziger Anblick, wenn man ihre zuletzt zur Schau gestellte Art bedachte. Für einen Moment hoffte ich auf eine ebensolche Änderung ihres Gemüts. Dies jedoch blieb mir verwehrt, wie ich schnell feststellen musste. Es blieb schwierig. Zuletzt trat Al’chara herein. Nebst der Kleinigkeit sich über das Essen zu beschweren, war sie geradezu angewidert von Ava. Genauer ihrem Geruch. Uns war nichts aufgefallen, aber sie witterte Blutmagie an ihr. Konnte es sein, dass das Buch in ihrem Besitz so abgefärbt hatte? Da wir zuletzt etwas von einem „grauen Mann“ in Zusammenhang mit den Nexi erfahren hatten, befragte ich sie danach. Sie reagierte missmutig darauf. Laut ihrer Aussage war dieser für den Fall Ark’Therion’s verantwortlich. Wie genau wüsste sie aber nicht. Was sie wohl davon halten würde, wenn sie erfuhr, dass ihre Tochter die Verantwortung dafür trug … Diese Information sparte ich daher aus. Sie fixierte sich so sehr auf den Geruch, der von Ava auszugehen schien, dass wir schlussendlich übereinkamen ihr das Buch zu bringen. Sie könnte es lesen beziehungsweise für uns übersetzen. Und trotz großem Widerwillen tat sie es. Als sie es sah glaubte sie es zu erkennen. Doch woher war ihr unbekannt. In jedem Fall enthielt es offenbar die Aufzeichnungen des „grauen Mannes“. Was ein irrer Zufall, dass Garret und die anderen es in dieser anderen Welt gefunden hatten. Aber enthielt es auch die gleichen Informationen, die für diese Welt zutrafen? Es machte den Eindruck. Auch wenn sich ihre Erläuterungen über den Zustand dieser anderen Welt und der Weg dahin ganz anders darstellten als hier. Wie konnten das also sein? Und wenn der „graue Mann“ vom Nexus unter Azoicstrum wusste, wieso suchte Shadar dann noch nach ihm?  Wir erfuhren zumindest etwas über die Geschichte aller vier Nexi. Und dass die Erschaffung weiterer ihrer Art als Kernkomponente die Blutlinie der Dacra Familie brauchte. Scheinbar hate Loganar dies herausgefunden, als er die vielen Welten nach Hinweisen durchforstete. Das hieße er hätte eine unglaubliche Macht und konnte in einem Wimpernschlag das tun, was den dreien durch Zufall geschehen war. Unter der Maßgabe, dass in dieser Welt nur noch Yonci am Leben war hielt Shadar sie mittels Blutmagie am Leben und sorgte für einen unnatürlichen Nachkommen aus der Verbindung mit ihr. Posetine war das Ergebnis. Wir wussten sie hatte beide Blutlinien in sich, jetzt war auch klar wie. Der Bau des Göttlichen und Seelen Nexus war erst durch ihre Existenz möglich gemacht worden. Wie genau blieb ein Rätsel. Aber sie war lediglich ein Mittel zum Zweck gewesen. Noch eine Person, deren Leben heute auf den Kopf gestellt würde – sofern wir es ihr erzählen würden. Dass konnte nicht gut ausgehen. Zusätzlich fanden sich diverse mächtige Zauber in dem Buch. Alle hatten etwas mit den Nexi zu tun. So zum Beispiel Sphärenerschaffung und Befüllung, aber auch Bannmagie. Es war also möglich den Auswirkungen der Nexusmagie zu widerstehen! Wir mussten diese Form der Magie irgendwie nutzbar machen. Es war endlich eine Chance diese ganze Situation vielleicht doch zu überstehen. Wenngleich ich es weiterhin für eine sehr kleine hielt. Auf die mögliche Zuversicht folgte aber dann auch schon das kalte Wasser ins Gesicht. Das Buch endete mit dem Hinweis auf ein Aufstiegsritual im Zusammenhang mit den Nexi. Shadar wollte wahrlich Göttlich werden. Und zu unserem Verdruss waren die Informationen darüber in einem zweiten Band verborgen, den wir noch zu finden hatten. Ich wunderte mich, ob der „graue Mann“ vielleicht Loganar selbst war, oder jemand in seinen Diensten. In der Parallelwelt hatte er seinen Vater getötet. Und da die Information des Nexus von Arcalis nie bis an Shadar’s Ohren kam sprach zumindest für eine solche Theorie. Selber die Position einzunehmen wäre dann vielleicht sein Plan? Verflucht … wir hatten nun so viel in den Händen wie noch nie, aber trotzdem blieb so vieles spekulativ. Ich erinnerte mich an ein Gespräch zur weiteren Planung unserer Reisen. Als ich von Mocny hörte war ich hin und hergerissen diesen Ort zu besuchen, den Ethereal Nexus zu finden. Die anderen hielten es für zu gefährlich. So unrecht hatte sie damit nicht, wie sich zeigt. Nun mussten wir davon ausgehen, dass dort Loganar selbst sein Unwesen trieb. Aber vielleicht war auch das eine Chance. Wenn er hier genauso den Altvorderen loswerden wollte, wäre es nicht anders als mit Ocanar. Hörte ich mir eigentlich selbst beim Denken zu!? Vermutlich suchte ich nur nach einem Grund diese Richtung einzuschlagen. Vieles ging mir durch den Kopf. Es vermischte sich zu einer breiigen Masse und langsam verlor ich den Überblick, was eigentlich meine wahren Motive waren …]]></description>
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			<pubDate>Sun, 17 Oct 2021 17:29:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 86</title>
			<description><![CDATA[Wir hielten uns eine Weile vor dem Eingang der Höhle auf, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Besonders die Nahrungsmittelfrage war kritisch. Wir hatten eine große Gruppe zu versorgen. Krathus hatte diesbezüglich aber einen sehr nützlichen magischen Trick parat, mit welchem er Nahrung und Wasser erzeugen konnte. Andernfalls wäre diese Einöde wohl unser langsames Verderben geworden. Als dies geklärt war entschieden wir den noch verbleibenden halben Tag zu reisen. Es ging nach Nordwesten, immer an der Bergkette entlang. Der Abend kam und wir setzten uns zur Rast nieder. Ich konnte es gar nicht erwarten etwas zur Ruhe zu kommen. Iris hatte mich unter permanentem Stress gehalten. Eine gewisse, wenngleich schmale, Zuversicht erfüllte mich zu wissen, dass wir die Beholder vorerst hinter uns gelassen hatten. Nun … bis Ava mich jäh aus dem Schlaf riss und ein eben solcher nun direkt vor uns schwebte. Er forderte Garret zum Duell heraus. Sollte sich zeigen, dass dieser Beholder namens Qwe von Ocanar gesendet worden war. Er war der Telekinetiker für Zoica. Und laut seinen „Regeln“ konnte er sich nicht einfach Befehle von irgendjemandem geben lassen. Der Anführer der Stadt musste sein Können unter Beweis stellen und Qwe im Duell besiegen, damit dieser auch mitspielte. Es war einfach großartig vom Regen in die Traufe zu stolpern. Zunächst verwickelten wir Qwe in ein Gespräch, um das Thema zu umschiffen. Aber es gab kein Durchkommen. Zumindest aber fanden wir heraus wie die Beholder überhaupt entstanden. Ocanar kreierte sie, wenn er Albträume hatte. Der Menge an Augenviechern in Iris zu entnehmen wird das wohl ein täglicher Prozess sein. Für ein Wesen mit seiner Macht würden derlei Albträume als Irrwitzig gelten. Aber wir hatten gesehen, was Shadar im angetan hatte. Ein Beweis mehr für meine Theorie, die ich gegen Morgen noch mit Kopfschmerzen als Bezahlung bestätigt sah. Stellte sich die Frage, ob die Beholder wohl wieder dematerialiserten, wenn Ocanar das zeitliche segnen würde. An dem Duell gab es nichts zu rütteln. Ava machte es gar noch komplizierter. Sie forderte Teams. Ein Anführer müsse Untergebene haben, die seinen Anweisungen folgen, um zum Erfolg zu gelangen. Aha. Ich war so erschöpft vom Tag und sicher keine große Hilfe, also entschloss ich mich dem Beholder zur Seite zu stehen. Und dieser – sicher, dass zwei halbe Personen eine vollständige ergeben würde – gestand Garret sogar zwei Alliierte zu. Ich wunderte mich ob Garret und Krathus gemeinsam dann auch genauso gewieft wären, wie eine normale beziehungsweise normal große Person. Hätte eigentlich amüsant sein sollen, doch konnte es mir kein Lächeln abringen. Ava machte mit sehr eindrucksvoller Mimik klar, was sie erwartete. Da ich keinen Schimmer hatte, wie ich diese Ava zu deuten hatte fragte ich aber lieber nochmal heimlich nach. Die anderen planten ihren Auftritt. Derweil begleitet ich Qwe ein Stück abseits. Er war total aufgeregt und ging davon aus zu verlieren. Schließlich sie Garret ja ein Herrscher und müsse damit mächtiger sein. Heh, ja genau … Die Chance nutzend wollte ich gleich ein paar Dinge klarstellen, wie sich das Leben in Zoica darstellen würde. Keine Leute rumwerfen, essen, auf andere weise töten. Einem Beholder humanoide Etikette beibringen war stets mein Traum gewesen. Ich seufzte tief ich mich hinein. Um ihm klarzumachen wie ernst es mir damit war sagte ich ihm auch deutlich, dass Verstöße bedeuten würden, dass wir uns diesen annehmen müssten. Und wenn wir das täten, dann könnten wir den Deal mit seinem Boss nicht einhalten. Und der war ja nunmal allsehend, was wohl Konsequenzen für Qwe hätte. Keine Ahnung, ob die Nachricht ankam. Denn ihm platzte noch heraus, dass Ocanar gar nicht so allsehend wäre. Alles was die Beholder anblickten sei in ein antimagischen Feld gehüllt und läge damit nicht in Ocanar’s Blickfeld. Das war gut zu wissen. Vielmehr aber noch, dass dieser Beholder wohl auf einer ähnlichen Stufe mit Krathus und Garret stand. Tendenz zum Unsinn verzapfen. Konnte nützlich, oder katastrophal sein in seinem Fall. Wobei … eigentlich in allen drei Fällen. Man könnte meinen Ocanar hätte sich mit der Auswahl einen doppelten Spaß erlaubt. Der „Kampf“ begann dann kurze Zeit später. Qwe’s Unwillen meine verbleibende magische Energie auf sich wirken zu lassen machte mich noch unnützer in dieser Situation. Ich agierte so sinnfreien, wie es mir möglich war und ließ die anderen den Job zu Ende bringen. Als Qwe allerdings anfing Verdacht zu schöpfen musste etwas geschehen. Krathus hatte erheblich einstecken müssen, nachdem ich dem Beholder vermittelt hatte wie gefährlich der Heiler sei. Er schlug sich aber wacker, hatte er nicht zuletzt auch die größten Defensivfähigkeiten im Arsenal. Mein Augenmerk fiel daher auf Garret. Ihm eine magische Schelle zu verpassen tat ganz gut. Dachte ich wäre darüber hinweg, wir haben uns ausgesprochen gehabt und alles. Aber nachdem er offenkundig Mitschuld an dieser Ava war hatte ich einen erheblichen Drang ihn übers Knie zu legen. Wieder und wieder. Es sollte aber erstmal nur bei dem einen „Ausrutscher“ bleiben. Team Garret gewann. Yay … Wir kratzten Krathus und Qwe auf. Dieser war zwar etwas skeptisch, ob alles wirklich fair gelaufen war, doch erkannte das Ergebnis an. In mir loderte die Frage auf, ob man wohl das Licht aus seinem Primärauge scheinen sah, wenn man eine Kerze in seinen Schädel stellte. Vielleicht hätte ich mich aber lieber mit den dutzenden Rachwood’lern auseinandersetzen sollen, die inzwischen mit Waffen gezogen um uns standen. Keiner hatte etwas Dummes getan. Ihnen stand eher die Verwunderung im Gesicht denn der Wunsch sich erneut Behindern gegenüber zu sehen. Der Pulk ließ sich daher schnell auflösen. Als ich meine Müdigkeit zum Ausdruck brachte traf mich plötzlich ein Licht. Das nächste, was ich weiß ist, dass ich mit einem verspannten Nacken am nächsten Morgen dort aufwachte, wo ich scheinbar umgekippt war. Dieser verfluchte Beholder hatte mich einfach mit seiner Magie in den Schlaf geschickt. Und keiner der anderen hielt es für nötig mich zu meinem Nachlager zu tragen. Dass Ava neben mir war, wie ich meine Augen aufschlug machte es trotzdem nicht besser. Nach einem kümmerlichen Frühstück wollten wir aufbrechen. Qwe sollte sich unauffällig verhalten und in eineiigem Abstand zu uns bleiben. Wer weiß auf wen wir treffen würden. Er tat wie ihm befohlen wurde, wobei er noch meinte, dass er eh genug von der Hexe hätte. Ich schaute zu Ava. Sie war schon eigenartig geworden, aber sie als Hexe zu bezeichnen … wäre angemessen, dennoch irritierend. Auf Nachfrage verwies er darauf jemand anderes zu meinen. Garret nutzte eine erstaunlich wirkungsvolle Magie, die den Bereich um uns herum illuminierte. Das brachte dann eine junge Frau zum Vorschein, die sich zwischen den Felsen verbarg. Scheinbar menschlich und etwas dünn bekleidet für eine Region wie diese fand ich. Hoshana war ihr Name. Und um das Tüpfelchen auf das I zu setzen machte sie keinen Hehl darum eine Kataklysmus-Druidin zu sein. Ihrer Behauptung nach wollte sie uns helfen. Die Hextor seien direkt auf unserem Reiseweg. Wir würden ihnen in etwa einer Tagesreise begegnen. Den Beholder, Krathus und die Rachwood’ler im Schlepp wäre dies milde ausgedrückt ein Wagnis. All ihren Andeutungen nach war dies alles, waren wir, Teil in ihren Planungen. Es hing mir zum Hals heraus. Scheinbar hatte jeder der großen Spieler auf diesem Schachbrett etwas mit uns vor, oder Anweisungen denen wir folgen sollten. Drunten, die sich nicht um den Tod ganzer Rassen scherten. Eigentümliche Magier, die Prophezeiungen der Zukunft weitergaben … welche auch noch zutreffend waren. Fliegende großmäulige Augen mit Tentakeln, die uns ihren Willen aufdrückten. Labbrige Skelettmagier aus vergangener Zeit, die uns mit Tod durch Skelettieren drohten, wenn wir nicht Cupido für sie spielten. Halbelfische Schlampen, die einen für ihre Dienste einspannten und der Freiheit beraubten. Und nicht zuletzt Väter, die ihre Kinder misshandelten, um ihre eigenen Ziele durchzusetzen. Ich hätte explodieren können. Glaube sogar, dass ich es tat. Mir fehlten einige Minuten meiner Erinnerung, wo ich offenbar dem ganzen Luft machte – zumindest den Gesichtsausdrücken der Umstehenden nach zu urteilen. Nein. Wir würden dieser Druidin nicht gestatten uns als Spielball zu verwenden. Ums verrecken nicht. Wir hätten die Hextor auch umgehen können. Krathus enthielt sich, da er keine Erfahrungen mit ihnen hatte. Garret wollte sie treffen. Ava hatte zunächst Argumente gebracht, wie es auch nützlich sein könnte der Spielball für solche Leute zu sein. Ging es noch? Hatte sie zu viel von Katan’s Mist geraucht? Doch im gleichen Atemzug wertete sie alle Standpunkte aus und da sie Garret nicht zustimmen wollte, ging sie konform mit meinem Vorschlag. Ich war extrem verwirrt. Das war vielleicht gut so, denn es ließ mich noch einmal über alles nachdenken. Sie hatte einen wichtigen Punkt gebracht in alledem. Würden wir die Hector treffen und vom Angriff abhalten können, dann würden wir verhindern, dass der Nexus sich füllte. Das war in der Tat ein verdammt guter Grund. Und ich hasste ihn. Inbrünstig. Denn es hieß die großen Spieler hatten wieder mal für uns entschieden. So änderte ich schlussendlich meine Meinung. Ein Treffen mit Fanatikern stand auf dem Plan. Zum Wohle des großen Ganzen. Man musste sich nur wundern wem das am Ende tatsächlich zum Wohle gereichen würde. Ich hatte da ein ganz mieses Gefühl. Wir reisten weiter nach Norden. Unser Haufen aberwitziger Kämpfer blieb aber gut ein bis zwei Stunden hinter uns. Das Treffen mit den Hextor sollte am Abend stattfinden. Bestmöglich ohne den Eindruck zu vermitteln, dass sie sich verteidigen müssten. Hoshana hielt Wort und brachte uns direkt zum Zelt des Anführers. Es war eigenartig. Sie nahm uns mit in eine Form von Zwischenebene. Graue Schleier, dunkle Schwaden, alles wirkte ein wenig verschwommen in der Weite. Derweil durchdrangen wir Materie, als wäre sie Luft. Das war eine mächtige Magie. Sek konnten damit überall sein, alles mitbekommen und doch ungesehen bleiben. Wer weiß welches Wissen sie damit angehäuft hatten, oder ob sie uns seit jeher beobachteten. Der Gedanke endete abrupt, als wir plötzlich vor dem Anführer materialisierten. Hoshana war weg. Dafür stand uns nun Mundo gegenüber … Die Rüstung erkannten Garret und ich sofort. Und sie griff geradewegs zu ihrer Waffe. Es dauerte einen Augenblick ihm klarzumachen, dass wir keine Bedrohung waren. Doch er ließ sich drauf ein. Was hatte er zu verlieren. Wir waren inmitten seines Camps mit zwei Legionen Hextorkriegern. Nachdem er Garrets Siegel inspiziert hatte bat er diesen in einen magischen Zirkel. Es zeichnete sich eine lustige Runde „Befrag den Fanatiker“ ab. Passte je nach Tageslaune ja zu beiden. Es war keinesfalls enttäuschend, wenn man bedenkt was wir in Erfahrung bringen konnten. Halten wir zunächst einmal fest, dass das Bild in Mundi’s kleinem Schlafgemach gar nicht ihn, Lia und Bashere zeigte. Sondern Ihn, Lia und Mundo. Jetzt, da ich ihn tatsächlich vor mir sah, war es ganz deutlich. Lia war Mundi’s Verlobte gewesen – oder ist es sogar noch? Scheinbar hatte sie Informationen gehabt, die darauf hindeuteten, dass eine Person, welche bloß „der graue Mann“ genannt wurde, in Ark’Therion versuchte an besondere Forschungsergebnisse von Arcalis zu gelangen – offenbar im Auftrag Shadar’s. Ausgehend von unserem Wissensstand, ohne dies Mundo mitzuteilen, handelte es sich dabei vermutlich um Nexusforschung. Wobei mir direkt unklar war, wieso Arcalis – Bündnis hin oder her – Forschungsergebnisse dieser Natur so weit im Norden bei Alliierten hielt. Jedenfalls war sie davon überzeugt, dass besagter Person Einhalt geboten werden müsse. So bat sie Mundi um Hilfe. Dieser hingegen empfand die radikale Art eine ganze Stadt dem Erdboden gleichzumachen als zu verwerflich. Man höre und staune … das war der gleiche Typ, der sich aktuell vor den Toren Zoica’s bereitmachte jeden zu töten, nur weil ein paar Hextor sich eine Kirche mit Vorgarten gebaut hatten. In ihrer „Not“ suchte sie dann Mundo auf und blieb wohl etwas länger, als es für alle Beteiligten gut gewesen wäre. Klassisches Liebesdreieck. Musste ja schiefgehen. Mundo kam der Bitte nach. Ganz wie unsere neue Ava empfand er, dass es zu vertreten war diesen Schritt zu gehen, wenn es im Sinne einer größeren Sache geschah. Sie mögen das so viel wiederholen wie sie wollen, aber der Zweck heiligt nicht immer die Mittel. Ark’Therion fiel. Cenereth hatte sein Leben im Kampf mit dem Roten zuvor ausgehaucht. Wieso jedoch Al’Chara nicht eingriff war mit nicht klar. Wobei wir sie zugegebener weise später in einem Kerker vorfanden. Ein Umstand den Mundo als bedauerlich einstufte, da es bedeutete, dass die Arbeit unvollständig erledigt worden war. Mir fehlten die Worte. Ein weiterer unglückselige Part des Aufmarsches der Hextor war aber Mundi’s Paranoia. Die Brüder hatten sich in der Zwischenzeit über Lia zerstritten. Als Mundo den Weg nach Ark’Therion antrat dachte Mundi, dass sein Bruder ihn loswerden wolle. Dies führte zu einem Kampf der beiden. Wie die Geschichte gezeigt hatte, ging es nicht gut für Mundo aus. Dieser machte jetzt aber keinerlei Anstalten darüber verärgert zu sein. Vielmehr suchte er fast schon Vergebung für das Vorgefallene. Er liebte seinen Bruder, tat es noch und wünschte sich scheinbar nichts sehnlicher als eine Aussprache. Das … kam unerwartet. Wenn er keine Feindschaft wünschte, dann war dies gerade eine echte Chance. Ich erzählte dem Kreuzfahrer von den Ereignissen vor Zoica. Er zögerte nicht eine Sekunde und machte sofort einen Schrieb fertig, der die Hextor aufforderte die Stadt zu räumen. Dieses Ergebnis kam einen Wunder gleich. Ganz ohne eine Sphäre eingesetzt zu haben. Obwohl ich mich mit einer solchen im Besitz derzeit wohler gefühlt hätte. Um das Versprechen an Mundi nicht zu vergessen befragten wir ihn noch nach dem wahrscheinlichsten Aufenthaltsort von Lia. Offenkundig mied sie derzeit beide Brüder. Aber wir hatten zugesagt Informationen über sie aufzutreiben. Mundo konnte sich nur vorstellen, dass sie eventuell in den Ruinen Ark’Therion’s nach Hinweisen suchte. Es waren jedoch 40 Jahre vergangen seit damals. Mir war unklar, was sie nach jener Zeit dort zu finden hoffte. War sich Mundo darüber eigentlich vollends bewusst wieviel Zeit vergangen war? Na ja, er musste ja informiert worden sein. Gut genug zumindest, um sich unbekannten Angreifern von Alliierten stellen zu wollen. Denn das Ziel dieser Truppen war es die Verantwortlichen für das Verschwinden der Bewohner Oclusar’s zu finden. Plus herauszufinden was mit der göttlichen Magie passierte, die die Hextor einsetzten. Denn sie hatten mitbekommen das etwas nicht stimmte. Es kostete einige Mühen ihm vom Kriegspfad abzuwenden. Doch als er von hunderten von Beholdern hörte war er überrascht. Schließlich ließ er locker. Wenngleich das Thema keinesfalls beendet war. Es brannte ihn mehr zu erfahren, besonders was mit all der abgezapften Energie passierte. Für den Moment jedoch war das Überleben seiner Untertanen ihm wichtiger. Dieser Konflikt war damit vertagt, doch er würde ganz sicher kommen. Wir gaben das Versprechen mit Mundi auch über das zu sprechen, was Mundo uns mitgeteilt hatte. Hey, wenn die beiden sich zusammenraufen könnten, dann hätten wir doppelt so viel Macht im Gepäck gegen den großen Roten. Zu guter letzt erbaten wir noch Verpflegung für unsere befreiten Gefangenen. Eine Geschichte, die wir kurz und bündig hielten. Der gute Mundo war schon ein wenig skeptisch geworden. Mag gut sein, dass ihn bloß die Überraschung, dass wir in seinem Zelt aufgetaucht waren, so viel durchgehen ließ. Seine Garde vor dem Zelt wurde hinzugerufen. Diese war sehr verwundert. Und wurde zugleich zum Packeseldienst verdonnert. Mit zwei Hextorkriegern und zwei vollen Karren entschwanden wir in die Nacht zu unserem verabredeten Lagerort. Trotz dieses unglaublich positiven Ergebnisses blieben zu viel Fragen offen. Ebenso das Gefühl laufend durch eine unsichtbare Hand gesteuert zu werden. Ohne zu wissen zu welchem Zweck. Eines war aber für mich klar. Leute würden Fragen beantworten. Ganz vorneweg Mundi und Al’Chara. Und dann war da noch der Gedanke von gestern, der mich umtrieb. Sollte ich es wirklich in Erwägung ziehen?]]></description>
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			<pubDate>Sat, 09 Oct 2021 15:07:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 85</title>
			<description><![CDATA[Tatsächlich handelte es sich bei der Kreatur um Tiago. Ava reagierte prompt und kniete nieder. Erst jetzt war dieser Gedanke auch mir gekommen und so tat ich es ihr gleich. Zu sehr in Gedanken, ob unseren potentiellen Dahinscheidens. Zunächst testete er scheinbar Krathus, ob dieser wirklich der war, den er vorgab zu sein. Ein Anhänger Shadar Logoth’s. In einer was umständlichen Begrüßung, die definitiv zu häufig den Namen des Drachens beinhaltete, wurden mehrere Dinge klar. Tiago war gesprächig, offenbar der letzte König der Naga – so behauptete er – und Krathus’ kleine Schummelei hielt dem Test stand. Ausgehend von der erheblichen Anzahl der hier durch die Luft geisternden Augenviecher ersparte uns dies erst einmal das vorschnelle Ableben. Es war aber offenkundig, dass die Mitteilung der Kobold reise mit Sklaven bereits die Runde gemacht hatte. Ich wunderte mich, ob ein Herold sich auch dem Test hätte unterziehen müssen. Trotzdem behagte mir der Gedanke nicht dem kleinen Naivling ausgeliefert zu sein. Während sich der Kobold und die Schlange unterhielten kam das Thema der Nexi auf, besonders des hier vorhandenen. In einem Seitenkommentar erwähnte Tiago, dass die Hextor damit in Verbindung stünden. Ich wollte mehr wissen. Nahm all meinen Mut zusammen und biss mir zugleich ob meiner notwendigen Unterwürfigkeit auf die Zunge. Dann bat ich Krathus um Erlaubnis eine Frage stellen zu dürfen. Die Scharade musste bestehen bleiben … was half es. Aber irgendwann bekäme er das zurück. Mit der Erlaubnis und der an Tiago gestellten Nachfrage seitens Krathus stellte sich heraus, dass dieser Nexus göttliche Energie sammelt. Wann immer die Hextor ihre Magie nutzten floß ein Teil direkt hier herein. Grandios. Die Metallbüchsen, die nun auch in Zoica hockten, halfen noch dabei Shadar mit Energie zu versorgen. Ganz beiläufig. Dann kam es zu einigiger Verwirrung wegen der grünen Energie an Krathus’ Banner. Tiago zauberte offen, doch konnte ich mir keinen Reim darauf machen. Ava hingegen machte Anstalten, als ob sie etwas wahrgenommen hatte. In aller Stille setzte ich einen Kommunikationszauber ab. Sie bestätigte die Vermutung. Scheinbar hatte Tiago die Natur der Magie aufgedeckt. Ob das gut oder schlecht war brauchten wir nicht überdenken. Er schien recht begeistert. Wollte mehr wissen. Ob der Meister einen neuen Nexus erschaffen hätte. Was Krathus etwas forsch bejahte. Und sich gleich noch als eine neue Form von Pilger darstellte. Starten wir den Tag doch einfach mal mit noch mehr Lügen. War so die ganze Geschichte in dieser merkwürdigen Parallelwelt auch abgelaufen? Jedenfalls hatte es den Effekt, dass wir zum Herrscher gebracht werden sollten. Ein wenig zu erfreut über diese Aussage wollte Tiago direkt los. Hieß das … Ocanar? Für einen Moment stockte mir der Atem. Tiago stürzte sich die Klippe hinab und schwamm zum anderen Ufer. Krathus bekam das Privileg auf magische weise durch die Luft hinüber zu schweben. Wir hingegen sollten wieder in die Gondel steigen. Hatten auch nur einer von uns an einen so angenehmen Flug wie zuvor gehofft, war diese Hoffnung mit dem Betreten der letzten Person sofort dahin. Mit einem heftigen Schubs schoss die Gondel mit uns an Bord durch die Luft. Offenbar war unser ehemaliger „Flugbegleiter“ diesmal weniger interessiert daran uns heile auf die andere Seite zu bringen. Würden wir so aufschlagen, könnte das im Zweifel tödlich enden. Ich versuchte die Gondel mit einem Zauber unter Kontrolle zu kriegen. Aber irgendwie gelang es nicht. Als ich gerade dabei war etwas anderes zu probieren bemerkte ich das Augenvieh und nachblickend. Es grinste. Sehr breit. Der Aufschlag würde uns ereilen. So viel war gewiss. Und mit einem fast gelangweilten Gesichtsausdruck verharrte mein Blick bis zu jenem Moment auf diesem Sadisten. Es blieb nicht zu tun. Obgleich die anderen sich scheinbar alle einen Halt suchten. Der Aufprall war so schmerzhaft wie befürchtet. Da war sicher was gebrochen. Krathus aber nahm sich unserer, oder eher besonders meiner, geschundenen Gestalt an. Tiago fand das höchst erfreulich, würde es doch dabei helfen den Nexus zu füllen. Nun, da wir wieder Richtung Höhle gekommen waren, war auch der Haufen Statuen besser zu erkennen. Ein ganzer Berg voller humanoider, die scheinbar alle versucht hatten etwas zu erklimmen und/oder etwas ergreifen wollten. Es waren so viele. Ein bizarrer Anblick. Und nicht zuletzt wo wir die Option besaßen ihnen zu helfen. Doch es würde ewig dauern alle aus ihrem steinernen Gefängnis zu befreien. Doch ganz sicher nicht unter Aufsicht dieser vielen Augen an diesem Ort. Tiago ließ uns folgen. Die gigantische augenförmige Kuppel wäre unser Ziel und wir gingen direkt darauf zu. Mittendrin war Ava aus meinem Blickfeld verschwunden. Sie war etwas weiter zurück und schien sich für ein aus dem Boden blickendes Auge zu interessieren. Jetzt war wirklich nicht die Zeit damit rumzuspielen. Aber von Spielen konnte keine rede sein. Sie trat drauf, was sofort die Aufmerksamkeit eines dieser fliegenden Augen auf sich zog. Es kam direkt auf sie zu. Krathus informierend holte er die Info ein, dass Ava wohl etwas zu erwarten habe. Aufgrund eines Missverständnisses auf Tiago’s Seite wurde Krathus zweite Anfrage dann fehlinterpretiert. Das Auge konzentriere seinen Angriff nun auf ihn statt auf Ava. Ich hoffte inständig, dass wir nicht dauerhaft mit solchen Situationen hier zu tun haben würden. Wir waren nicht mal in einen richtigen Kampf verwickelt und hatten schon Blessuren davongetragen. Bei dem Tempo wäre bald nicht mehr viel von uns übrig. Ich versuchte meine Gedanken zu zerstreuen. Das Gebäude vor uns war wahrlich eine riesige Kuppel, aber ohne ersichtlichen Eingang. Bis sich die Schlange einem bestimmten Punkt näherte. Dann öffnete es sich wie das Lid eines Auges. Im Inneren fand sich eine große Leere. Nur zwei Dinge gab es hier. Zum einen eine große Kugel mit einem kläglichen Rest an weißer Substanz. Definitiv ein Nexus! Daneben schwebte ein ziemlich zugerichtetes Augenvieh, dass starr in jenen Nexus blickte. Ihm fehlten einige der kleinen Augententakel und auch sonst wirkte es, als habe es einen harten Kampf hinter sich gebracht. Das zentrale Auge gar fehlte. An dessen Stelle prangte jedoch eine Nexussphäre. Mochte es auch wenig sehen, so konnte es sich wohl zumindest viel wünschen. Nur seine Heilung wohl nicht? Eigenartig. Dieses verrottende Etwas war also Ocanar. Vielleicht hätten wir doch gute Chancen uns seiner zu entledigen. Doch zu welchem Preis. Hier kämen wir kaum lebend hinaus. Es sei denn … wir würden den Nexus einsetzen. Doch war Tiago nicht der Sphärenmeister? Und dann blieb da trotzdem noch das prall gefüllte Auge Ocanars. Wenn hier irgendwas schief ginge, wären wir nicht mehr als eine Randbemerkung der Geschichte. Ich hatte so viele Fragen, die sich gerade erst auftaten. Hier zu sterben war keine Option! Schöner Mut machender Gedanke, gefolgt von einiger beißenden Kälte in meinem Körper. Ich seufzte in mich hinein. Tiago verließ uns und Ocanar begann sich nun uns zu widmen. Sein Blick blieb starr auf den Nexus gerichtet, sein Mund bewegte sich nicht. Aber eine Begrüßung hallte durch meinen Kopf. Mein Blick verzerrte sich und ich konnte kaum das Gleichgewicht halten. Den anderen schien es ähnlich zu gehen. Mein Körper wollte einfach nicht mehr reagieren. Kurz zuvor war mein Blick noch bei Juntos gewesen, welcher sich scheinbar auf einen Angriff vorbereiten wollte. Doch auch er rührte sich nun nicht mehr. „Es wäre besser es bliebe so“ dachte ich. Ocanar donnerte weiter in unseren Köpfen. In wenigen Worten ließ er uns wissen, dass er sich genau im Klaren darüber sei wer wir sind und was wir wollten. Ob meines Gedankens, dass dies dann wohl das Ende der Reise markieren würde, folgte hingegen eine überraschende Wendung. Zunächst konnte ich mich zunächst wieder bewegen, der Blick klarte sich. Und zum Anderen machte er klar, dass der Nexus nicht voll genug sei, um Krathus Banner aufzuladen. Doch noch erstaunlicher war was er dann verlangte. Wir sollten für ihn Shadar Logoth töten. Das war keine kleine Überraschung. Scheinbar hatte der Drache Ocanar zwangsverpflichtet und ihm den ersichtlichen Schaden zugefügt. Ocanar war ein Gefangener, ein Spielball eines mächtigeren Wesens. Das Gefühl kannten wir. Als er plötzlich direkt vor Krathus teleportierte hatten offenbar alle inzwischen das lähmende Donnern in ihren Köpfen unter Kontrolle gebracht. Sehr zu unserem Leidwesen. Jetzt war Ocanar nah. Und Juntos voller Tatendrang seinen scheinbaren taktischen Vorteil zu nutzen. Es war wie ein Münzwurf in meinem Kopf. Eher eine spontane Reaktion, denn eine wohl durchdachte. Würde Juntos angreifen, dann wäre die Kacke am dampfen. Doch ich wollte unsere Chancen definitiv erhöht wissen. So machte ich einen Zauber bereit … Dann setzte Juntos sich in Bewegung und blieb einfach mitten in dieser stehen. Ava hatte irgendeinen Zauber angewandt, der ihn an Ort und Stelle hielt. Innerlich atmete ich erleichtert auf und ließ meine vorbereitete Energie verpuffen. Die Apokalypse dieser Gruppe war für einen weiteren Moment aufgehalten worden. So dachte ich. Ocanar jedoch ließ ein gleißendes Licht durch ein sich soeben gebildetes Loch in der Kuppeldecke kommen und richtete dessen Strahl auf Juntos. Es geschah nichts. Doch er warnte uns beim nächsten Mal würde er nicht so gnädig sein und einen wirklich mächtigen Zauber wirken. Obgleich Juntos wirkte, als habe ihn etwas durch Mark und Bein erschüttert brauchten wir Sicherheit. Ich erklärte ihm er solle ruhig bleiben, unser Ziel würden wir so nicht erreichen können. Glaubte ich wirklich er würde dem Folge leisten? Natürlich nicht, also setzte ich dem Ganzen einen Kontrollzauber oben drauf. Es wirkte. Seine Pulsschlagader am Hals war zwar kurz vor dem Bersten, aber er tat wie ihm befohlen wurde. Nun war es Zeit mehr in Erfahrung zu bringen. Es gab einen Auftrag und dafür sollte es etwas im Gegenzug geben. Ocanar war … nun sagen wir, für unsere Verhältnisse war er erstaunlich normal. Ein verrottender Betrachter, Herrscher über eine ganze Region und definitiv nicht unser Freund, war gesprächsbereiter und zugleich weniger exzentrisch, als so manch ein Humanoid, dem wir begegnet waren. In meiner Erinnerung kam das Bild eines mumifizierten Zauberers hoch. Würden wir tun, was er verlangte, so ließe er Razora frei und würde unseren stärksten Alliierten nicht verkrüppelt zurücklassen. Damit spielte er auf die Hextor Legionen an, die gerade im Begriff waren auf Iris zu marschieren. Unser mächtigster Verbündeter waren diese … Leute. Sagte der „Allsehende“. Mein Blick fuhr wohl eher aus Gewohnheit in Garrets Richtung, als mir bewusst wurde was das hieße. Wir wollten mehr und leierten ihm zudem einen Betrachter für unsere Akademie aus den Tentakeln. Wobei es wohl eher in seinem, denn unserem Interesse lag dieses Angebot zu unterbreiten. Chrylax und ein Betrachter in Zoica. Innerlich vorstellend wie ich meinen Kopf gegen die Wand schlug dachte ich nur „da braucht’s keine Untoten oder Drachen mehr vor den Toren, die Zerstörung kriegen wir ganz alleine hin“. Der Weg zu den neun Höllen ist mit guten Absichten gepflastert. Ocanar freute sich diebisch, als wir den Deal eingingen. Er hasste Shadar, er hasste die Kobolde – welche er immer hofieren musste. Letztere würde er wohl demnächst auch mal ausbluten lassen. Doch würde er? Ich testete eine Theorie und gab zu bedenken, dass ein solches Verhalten sicherlich Shadar auf Ocanar aufmerksam machen würde. Die Folgen dürften wenig erfreulich sein, denn scheinbar hatte Ocanar schon das erste Mal dem Roten nicht viel entgegenzusetzen. Das nächste woran ich mich dann erinnere waren immense Kopfschmerzen und Dreck in meinem Gesicht. Telekinetisch schlug es mich zuerst gegen die Außenwand der sehr ausgedehnten Kuppel und dann auf den darunter befindlichen Boden. Mir tat so ziemlich jeder Teil meines Körpers weh, doch ich war sicher, dass ich einen Nerv bei Ocanar getroffen hatte. Er mochte sich für so großartig halten, wie er wollte. So mächtig er auch sei, er war was das anging kaum weniger als wir. Einem mächtigeren Geschöpf untertan. Keinen Kobold würde er anrühren. Schwer zu sagen, ob es bloße Wut oder auch Angst war, die jene Reaktion bei ihm hervorrief. Dafür hatte ich gerade zu viel mit dem Zusammenkratzen von Kraft zum wieder aufstehen zu tun. Eines aber war klar: Ich hatte panische Angst. Hätte es zuvor den Deal nicht gegeben, dann wäre die Wand das kleinste meiner Probleme gewesen. Nichtsdestotrotz ergaben sich hier auch Chancen. Ocanar machte kein Geheimnis um sein umfassendes Wissen. Davon wollte ich Gebrauch machen. Und Ava scheinbar ebenso. Ich wollte wissen wo meine Schwester sei und wie sie hieße. Er verlangte dafür eine Gegenleistung. „Was würde ihn wohl interessieren!?“ ging es mir durch den Kopf, als ich meine Hand in den zimmervollen Beutel steckte. Dann erspürte ich etwas. Auf den Kommentar hin, dass er von mir schonmal einen Vorgeschmack auf unseren Deal bekäme lachte er nur lautstark. Doch als ich ihm einen Drachenknochen entgegen hielt verschwand dieses Lachen in einer Mikrosekunde. Geradezu geifernd danach willigte er ein. Die Information, die ich erhielt war aber anders als erhofft. Ich wusste nun meine Schwester hieß Foamwave. Aber sie sei derzeit auf Mad Dog Maddoc’s Schiff, der Wavecrest. Ein paar Dinge machten nun „Klick“ in meinem Kopf. Es fügten sich einige vorherige Informationen zusammen und ein mulmiges Gefühl erhob sich in mir. Üble Voraussichten. Ava hatte indes ihren Handel abgeschlossen. Eine mir bisher unbekannte Schriftrolle – nun ja, wir waren nicht unbedingt die engsten Freunde bisher gewesen – gegen Informationen über eine Arina. Ihre Freundin, die sie seit geraumer Zeit suchte. Die Antwort Ocanar’s war schmal. Da er dem unbekannten Inhalt der Schriftrolle nicht Ballzuviel Vertrauen entgegenbrachte, trotzdem neugierig genug war zu erfahren was drin stand, gab es zumindest diesen Satz: Ava solle diese Frage lieber der Baroness stellen, was diese mit ihren Opfern täte. Für uns eine super kryptische Aussage. Doch Ava schien damit vollauf zufrieden. Ich war mir nicht sicher, ob ihre kühle Reaktion darauf positiv zu werten war. Klang das doch eher nach einem unerwünschten Ergebnis für den Verbleib ihrer Freundin. Aus dieser andersartigen Ava wollte mir noch nichts zu recht klar werden. Und es beunruhigte mich. Wir hatten schon einmal einen Weggefährten, der sich eigentümlich verhielt. Doch wem machte ich etwas vor … ich reiste mit Garret und Krathus. Und hier neben mir stand noch ein mutierte Elf, der mich all meine Konzentration kostete unter Kontrolle zu halten damit er uns nicht alle sofort ins Grab zu schicken würde durch seine angestaute Wut. Dennoch … Ocanar hatte indes Lust sich die Zeit anderweitig zu vertreiben. Razora sei frei, so sagte er. Gleichzeitig vernahmen wir einen Schrei. Ganz ähnlich war es als ich damals Juntos aus dem Stein holte. Doch draussen gab es mehr Lärm. Der Betrachter kündigte ein Event an. Das konnte ja nicht Gutes bedeuten. Wir begaben uns nach draußen und tatsächlich war Razora frei – gerade im Begriff den Haufen Steinstatuen zu erklettern. Wir wussten was dies hieß. Ocanar war nicht gerade subtil gewesen. An der Spitze würde sie versteinern. So setzte ich einen Zauber, rief sie in Gedanken, sagte ihr inne zu halten. Sie reagierte prompt und erstaunt. Ich lief näher und machte klar, dass sie frei sei und da runter kommen könnte. Doch ihr hatte man gesagt, dass alle Gefangenen frei währen und gehen könnten, wenn sie es schaffte die Spitze in der Zeit zu erreichen. Fassungslos starrte ich sie an, wie sie mich fragte was sie tun solle. All diese Leute aus Rachwood gegen Razora. Ich konnte, nein vielmehr wollte ich diese Entscheidung nicht treffen … Wie könnte ich sie jetzt aufgeben, nach allem was wir für ihre Rettung getan hatten. Ocanar hatte wahrlich Sinn für bösartigen Humor. Meine Schultern wurden schlaff, die Arme baumelten an mir herunter. Der Blick verblieb auf ihr. Hinter mir machte sich allerdings Ava dafür stark, dass bei einem Erfolg mehr Verbündete zur Verfügung stünden und feuerte sie an. Innerlich schrie ich laut auf. Dann spürte ich aber den Ring weder bewusst an meinem Finger. Es würde Hoffnung geben sie zu befreien. Auf die eine oder andere Weise. Währenddessen setzte Razora ihren Weg fort, merkte aber klettern war zu ineffizient auf diesem Grund und setzte zu einem mächtigen Sprung an. Es gelang, sie stand triumphierend in nur wenigen Sekunden auf der Spitze … wo sie erneut versteinerte. Doch scheinbar hatte sie es tatsächlich geschafft diesen „Wettbewerb“ zu gewinnen. Ocanar wies an alle Gefangenen freizulassen und sie fortan nicht mehr mit ihnen zu „spielen“. Die Massen an Augenviechern da draussen war geradezu geschockt. Und obgleich er seine Gefangenen freilassen musste gab es da dieses hämische Lachen Ocanar’s in unseren Hinterköpfen. Wissend um die Tatsache, dass er zuhörte gab es da nun den Rückweg zu klären. Wie erwartet hatte dies einen neuen Deal zur Folge. Wir könnten alle die Höhle nutzen, doch das würde deutlich teurer werden, als die kleinen Deals von vorhin. Ava war schon kurz davor das Buch anzubieten. Doch ein Bauchgefühl sagte mir, dass wir dieses lieber bei uns behalten sollten. Also zog ich das einzig Nützliche aus meiner Tasche, dass wohl wertvoll genug wäre. Ich haderte allerdings auch hier mit mir. Den Kessel mit Leerenenergie, den die drei mitgebracht hatten, an Ocanar zu geben war wohl auch nur eine bedingt gute Idee. Doch das Buch schien mir fataler. Ocanar willigte ein und zog es zu sich in die Kuppel. Doch scheinbar widersetzte sich der Kessel zeitweise? Was konnte die Leerenenergie bewirken gegen Ocanar oder die Nexusenergie? Diese Fragen mussten nun aber warten. Wir mussten von hier weg und das so bald wie möglich. Der Betrachter konnte jetzt jederzeit uns den Rückweg offenbaren. Im Versuch Razora von dem Steinhaufen zu bekommen war mein erster Impuls mit ein paar anderen hochzuklettern und sie runter zu tragen. Ava intervenierte. Wir wären kaum in der Lage sie zu stemmen, oder gar nicht zu versteinern dort oben. Innerlich fluchte ich, versuchte dann aber mit telekinetischer Magie mein Glück. Der Bereich war übersät mit Augenviechern. Eines von ihnen erblickte mich bei dem Versuch, was wohl scheinbar meinen Zauber konterkarierte. Es war zum verrückt werden. Sie würde nicht hierbleiben. NIEMALS! Dann hatte Krathus mit seiner chaotischen Art eine hilfreiche Idee. Er rief aus heiterem Himmel „Schaut, das Lama ist wieder da“. Woraufhin alle Augenviecher sofort abgelenkt waren und in eine von ihm gedeutete Richtung blickten. Als ich gerade dabei war Razora mit letzten verbleibenden magischen Kräften herunterzuholen versagte die Ablenkung. Woraufhin der Kobold schließlich einfach in eine andere Richtung zeigte wo das Lama nun sei. Scheinbar waren diese Dinger nicht sonderlich helle hinter ihrem Primärauge. Sie fielen erneut herein. Er hatte damit genug Zeit erkauft, dass ich sie herunter bekam und Ava den Ring einsetzte sie zu entsteinern. Ich atmete erleichtert auf. Derweil entließ ich Juntos aus meinem Bann, nachdem ich ihm sagte er solle sich zusammenreißen und es mir nicht übel nehmen. Die Folge war, dass er seiner Schwester direkt im Anschluss auftrug mir eine zu verpassen. Was sie anstandslos tat … und mir gleich darauf einen dicken Kuss aufdrückte. Sichtlich zu Krathus Verwunderung – und ich denke auch zu Juntos’. Wir versammelten die ehemaligen Gefangenen. Dann kam Tiago mit etwas in der Hand angerauscht und begab sich ins Innere der Kuppel. Erneut hallte seine Stimme in unseren Köpfen. Wir sollten wohl auch kommen. So standen wir ein weiteres Mal vor Ocanar und dem Nexus von Iris. Was wir da aber zu sehen bekamen war verblüffend. Tiago versuchte eine geladene Sphäre zurück in den Nexus zu leiten. Ein nicht unerheblicher Teil ging dabei verloren. Scheinbar war das keine Prozedur die so gedacht war. Doch der Nexus hatte eine deutlich annehmbarere Füllung. Ocanar ließ uns nunmehr wissen, dass nun klar sei war wieso der Preis für unsere Rückreise erheblich war. Krathus sollte nun sein Banner aufladen lassen. In einer Stunde wäre es fertig. Wir seien solange hier drin aber nicht willkommen. Versammelt vor der Kuppel legten wir eine kleine Rast ein. Wir informierten die Rachwood’ler über die Ereignisse ihrer Freilassung. Sie hatten ob des verlorenen Gemetzels und der Einkerkerung hier einen eher gebrochenen Geist. Erst einmal in Freiheit würde sich das sicherlich wieder geben. Diese Leute waren nicht gerade weichlich. Ich wunderte mich nur, ob ich mich jemals von alledem erholen würde. Die Erkenntnisse der letzten Zeit waren ein Gewittersturm an Scheiße, der mich gefühlt unter sich begrub. Ocanar’s Befehl Shadar zu töten war ein schlechter Witz. Die Macht, der wir hier in Iris schon gegenüber standen war extrem. Wir hatten alliierte, die sich nicht scheuten ob ihrer Überzeugung eine Stadt mit Frauen und Kindern über die Klinge springen zu lassen – dass die Untoten angreifen würden schien ihnen egal. Hatte der Halbling nicht auch eine Stadt in den Händen einer Drachenbrut gelassen, die vermeintlich ein halber Shadar ist? Und dann war da meine eigene Familie … Nimmt man es genau, dann hätte ich kaum mehr gelitten, wenn ich in Ailamere geblieben wäre. Oder … ich schaute zu Garret, als er nicht hinguckte, ich IHM nie begegnet wäre. Ehrlicherweise waren es am Ende waren aber meine Entscheidungen, die mich hierher getragen hatten. Einst wollte ich nur meinem „Gefängnis“ entfliehen, meinen Weg durch diese Welt ohne Bürden gehen, mächtiger werden um eine letzte Schuld zu begleichen – eines Tages. Es hat sich so vieles verändert. Meine Gedanken kreisten noch eine Weile. Was mich erstaunlich glücklich machte war Razora zu beobachten, wie sie sich um die ihren kümmerte. Als mich der Gedanke ereilte, dass ich sie in Sicherheit wissen wollen würde, musste ich über mich selbst lachen. Als ob diese Frau jemals auf sicher spielen würde. „Sag dem Regen, dass er nicht nass sein solle.“ Die Stunde verging und Krathus durfte sein Banner holen gehen. Ocanar machte klar, dass damit alles getan wäre und wir nun gehen sollten. Sollte das aufgeladene Banner schon die sichere Rückkehr durch den wurmverseuchten Tunnel sein? Wir testeten uns voran. Die Würmer verkrochen sich voller Panik, als Krathus auch nur in ihre Nähe kam. So zogen wir davon. Mit wesentlich mehr, als wir erhofft hatten. Juntos gab auf dem Weg noch Hinweise zum Bärenvolk das Jenseits von Rachwood lebte. Ursula und ihr Stamm waren wohl ziemlich angesehen in den Kriegerkreisen von Rachwood. Dies ließ er uns wissen, als wir über eine Bleibe für diese Heimatlosen sprachen. Zoica und die Umgebung wurden abgelehnt. Aber die Idee mit den Bugbears sich einen Ort zu teilen fanden sie Wiederrum gar nicht so schlecht. Die seien ähnlich hoch angesehen als Krieger. Derweil ließ ich Arem und Chrylax wissen, dass ein Betrachter auf dem Weg ist die Akademie zu ergänzen. Vielmehr schrieb ich aber auch der mir bisher noch nie persönlich vorgestellten Halbelfe Layara wegen Hinweisen zu meiner Schwester. Ihre Gruppe war zuletzt in Ailamere. Wer weiß was sie dort in Erfahrung gebracht hatten. Wir rasteten vor dem Höhleneingang, als wir diesen verließen. Es gab ein paar Ideen was nun geschehen sollte. Auf jeden Fall führte der Weg über das Portal in Ostracitoren nach Zoica. Dann sollte mit Angstrum bzw. Toefel gesprochen werden, was die Unterbringung der Rachwood’ler anging. Garret müsste vielleicht auch mal wieder einen Blick in „seine“ Stadt werfen. Wer weiß was der Zinnsoldat, oder Posetine so taten. Aber für mich gab es einen starken Drang nach Ailamere zurückzukehren. In diese verfluchte Stadt. Ava versuchte ihre Suche nach Arina als Ansatz dafür zu nehmen, dass ich mich um die „unwichtigeren“ Dinge später kümmern könnte – so wie sie auch. Kann nicht sagen, dass ich ihr zustimmen konnte. Insbesondere aufgrund dessen, wie sie sich zuletzt verhielt. Und dann ergriff mich ein Gedanke, während ich in das Lagerfeuer starrte. Nach all den Erlebnissen hier … vielleicht könnte man einfach einen weiteren Pakt schließen, lediglich mit einem anderen Teufel …]]></description>
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			<pubDate>Sun, 26 Sep 2021 22:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 84</title>
			<description><![CDATA[Ihr Fall war zum Glück nicht so tief. Aber meine Überraschung so groß, dass ich nicht mal instinktiv reagieren konnte ihnen den Aufprall zu ersparen. Juntos sofortige Reaktion zu ihrem Auftauchen war geprägt von Missfallen über die, aus seiner Sicht, körperlichen Unzulänglichkeiten meiner Freude. Krathus landete stumpf auf seinem Hintern, wohingegen sich Garret sauber abzurollen wusste. Ava hingegen klatschte wie ein nasser Sack einfach auf den Boden, ohne jede Regung. Was war hier geschehen? Die Fragen türmten sich in meinem Kopf. Zwei von dreien ging es offenbar soweit gut. So versuchte ich herauszufinden was mit Ava passiert war und machte es ihr derweil etwas bequemer. Kann nicht sagen, dass die beiden eine große Hilfe bei der Aufklärung gewesen wären. Garret’s Gesichtsausdruck sprach dieselbe ahnungslose Sprache wie sonst auch. Angeblich war alles ok gewesen. Zumindest freute sich Krathus darüber Juntos zu sehen. Eine weitestgehend belanglose Erkenntnis. Da von unserer Begleiterin erst einmal keine Reaktion zu erwarten war spielte ich den Ball nun zu den beiden anderen hinüber. Ich wollte genau wissen was sich ereignet hatte. Sie erzählten eine skurrile Geschichte. Der von Taya erwähnte Bugbear spielte eine nicht unerhebliche Rolle darin. Sie seien in einer parallelen Welt gefangen gewesen. Dieser hier sehr ähnlich und doch mit bedeutenden Unterschieden. Trafen dort allerlei bekannte und unbekannte Personen. Wohl unter Anderem Zerrbilder von Al’chara und Layara, sowie auch einen Mann Namens Monta Kren – der wohl ein Dreh- und Angelpunkt ihrer Unternehmungen wurde. Sie hatten sogar einen Nexus gefunden. Krathus’ Banner sog sich gar mit dessen Energie voll. Erklärte zumindest den grünen Bommel der da kreiste. Ihr Bugbear Begleiter war wohl zurück geblieben. Hatte aber irgendwie eine Nexuskugel ergattert und sie damit zurück nach Hause geschickt. Die Erkenntnis, dass dieses Geschöpf für einen Loganar arbeitete und dies ein Abkömmling von Shadar war machte dies alles noch verwunderlicher. Das musste erstmal alles verdaut und in Relation gesetzt werden. Mein Kommentar zu den Ereignissen des alternativen Sylvanar betreffend und wie sich manche Dinge wohl überall gleichen würden ließ Juntos hingegen unerwartet allergisch reagieren. Erst brachte er nur kryptisch etwas raus, aber ich ließ nicht locker. Und siehe da. Die Passivität Sylvanar’s, während Ark’Therion vor Jahrzehnten seinen Untergang durch die Hextor erlitt, war auf einen gleichzeitig geführten Krieg mit den Echsenmenschen zurückzuführen. Als ich ihn wissen ließ, dass ein angeblicher Dämon aus deren Region gerade auf dem Weg nach Sylvanar sei bekam ich dafür einen Stein an den Kopf. Herzallerliebst. War ja nicht so, als hätte er zuletzt mit Informationen um sich geschmissen. Doch das Gespräch mit den beiden anderen war noch nicht vorbei. Offenbar hatte Krathus sich in der Abwesenheit dieser Welt recht viel an der Vorgehensweise Garret’s orientiert. Obgleich keine Revolution, dann doch eine Art Erstürmung des geltenden Herrscheranwesens war seine Lösung für ihr Problem zum Ende hin. Für einen Moment schrie eine warnende Stimme in meinem Inneren ganz laut auf. Nun ja, sie hatten es zumindest wieder zurück geschafft. Mit mehr Glück als Verstand, so schien es. Irgendwie vermutete ich, dass Ava die Dinge nicht so simpel betrachtet hatte, wie es die beiden halben Portionen taten. Doch sie war trotz der langen Erzählung noch immer bewusstlos. Was zum Einen Fragen unmöglich machte, mich aber zum Anderen extrem besorgte. Derweil erläuterte ich den beiden meine Beweggründe für die damalige überhastete Abreise. Und nicht zuletzt was auf dem Weg passiert war. Bei weitem nicht so viel dramatisches wie bei ihnen, aber ausreichend. Irgendwann gegen Abend ertönte dann Ava’s Stimme aus dem Nichts. Sie war endlich erwacht. Ich war heilfroh. Doch die Art wie sie sprach war milde gesagt irritierend. Rational, aber kalt. Natürlich erwartete ich keine freudestrahlende Umarmung oder so … eher einen Tadel. Beides blieb aus. Sie freute sich angeblich mich zu sehen, sagte sie. Doch hatte sie dabei etwa so viel Ausdruck im Gesicht, wie eine Steinwand. Mein verwirrter Blick traf auf den von Garret, welcher hingegen wieder Ahnungslosigkeit zur Schau stellte. Wir waren gerade dabei einen Plan zu entwickeln die Höhle zu durchqueren, als sie die Stimme erhob. Und dort setzte sie dann auch nach der sehr kurz gehaltenen Begrüßung direkt an. Es kam ein verbaler Wasserfall an Gedanken aus ihr, der trockener in der Art ihrer Tonlage nicht sein konnte. Mit nicht zuletzt beunruhigenden Inhalten, die darauf hindeuten, dass sie ein Opferlamm in Verkörperung von Snurba zu wünschen schien, um den Durchgang testen zu können. Es war grotesk. Das war doch nicht dieselbe Ava, die ich vor etwas länger als einer Woche mit den beiden Torfnasen hatte ziehen lassen. Wir waren zwar nicht unbedingt einer Meinung gewesen, aber ich hatte den Eindruck, dass wir langsam auf einen gemeinsamen Nenner kamen. Uns annäherten. Nachdem wir rudimentäre Ideen ausgetauscht hatten wie wir uns der Höhle annehmen sollten, rotierte es in meinem Kopf. Alles was von ihr kam war so fremd. Wer war diese Person!? Was verdammt nochmal war da drüben mit ihr geschehen!? Hatten sie ein Zerrbild von ihr mitgebracht, statt des Originals? Ich griff mir Garret und verlangte mehr zu erfahren. Dabei war ich kaum freundlich. Auf irgendeine naive, oder gar nutzlose Antwort konnte ich gerade überhaupt nicht. Hätte es besser wissen müssen … natürlich behauptete er keine Ahnung zu haben. Doch es kam raus, dass sie wohl schon länger emotional am Driften war. Krathus kannte sie nicht so gut, aber Garret hätte darauf reagieren müssen. Wieso er das nicht tat war mich völlig unverständlich. Er dachte wohl es sei alles okay, die fängt sich schon. TICKTE DER NOCH GANZ SAUBER!?  Bevor ich drohte zu zerplatzen folgte ein Schubs in Ava’s Richtung und die klare Anweisung an ihn herauszufinden was mit ihr nicht stimmte. Diesem Kerl folgte das Chaos überall hin und hinterließ nur verbrannte Erde. Sogar in den Köpfen seiner Mitreisenden. Unglaublich. Derweil wechselte ich noch einmal ein paar Worte mit Krathus. Ich musste sicherstellen zu verstehen auf wessen Seite er stehen würde. Was seine Pläne waren und ob wir Gebrauch von den Kräften des Banners machen konnten. Es war allerdings ernüchternd. Wir konnten uns dem Ritual anschließen, damit die Macht des Banners zunutze machen, aber eine Unterbrechung des täglichen Rituals würde auf Kurz oder Lang die Aufmerksamkeit Shadar’s auf denjenigen ziehen. Und was den Kobold selbst betraf hatte er nur das Ziel Razora zu befreien. Danach wollte er fliehen. Mir blieb unklar wohin er fliehen wollte. Zumal Razora kaum so denken würde, dachte ich in mich hinein. Alles bisher erzählte plus diese letzte Aussage ließ kein anderes Ergebnis zu … wir würden fortan mit zwei Garret’s reisen. Vor meinem geistigen Auge malte ich mir aus was das bedeuten würde. Hätte schwören können, dass ich für einen Moment eine einsetzende Hirnblutung spürte. Garret hatte anscheinend keinen Erfolg gehabt irgendwas herauszufinden. Laut Ava selbst ginge es ihr gut. Sie hätte wohl einfach nur „dazugelernt“. Nicht zuletzt wegen seiner Handlungen. Das ließ wohl auch ihn zweifeln, hatte ich den Eindruck. Wäre zumindest ein Fortschritt. Es war spät. Kopfschmerzen plagten mich ob der Geschehnisse. Und morgen würden wir gemeinsam weiterreisen, um nach Iris zu gelangen. So vieles war ungeklärt, fühlte sich falsch an und zeitgleich notwendig. Als ich mich schlafen legte, durchfuhr mich ein besonders kalter Schauer. Er ging durch Mark und Bein. „Grabeskälte“ im Volksmund. Ein Omen dafür, dass der Weg vor einem das Ende markierte. Im Versuch es als Aberglauben abzutun und das hier herrschende Klima dafür verantwortlich zu machen schlief ich irgendwann tatsächlich ein. Gegen Morgen weckte uns Ava. Diese Augenviecher hatten uns erspäht und führten eine Diskussion darum, was sie nun tun sollten. Doch mein Blick verharrte auf Ava. Über Nacht hatte sie sich eine neue Optik verpasst. Ein martialischeres Auftreten durch Bemalung und Frisur. Sie beschwor magisch ihren Bogen, ich sah es im Augenwinkel, worüber sie selbst kurz aber bloß marginal erstaunt war. Dann wies sie mich an nach oben zu blicken. Für wie lange mein Blick wirklich auf ihr blieb wusste ich nicht. Aber was ich dort vor mir sah war ein Warnzeichen, dass es nicht zu unterschätzen galt. Und mich in Untiefen von Verwirrung stürzte. Beiläufig rief ich hoch, dass wir Pilger seien. Erst danach löste sich mein Blick von ihr. Darauf reagierten die Mehräugigen mit Unmut. Die Viecher verschwanden. Ava machte sofort klar, dass ich mich als Herold des Pilgers ausgeben sollte. Krathus sollte in Zukunft auf mich und nicht Garret hören. Fest umwoben in meiner Irritation stand ich einfach nur da. Kurz darauf tauchte ein größeres Wesen dieser Art auf. Es hatte so etwas wie eine Gondel bei sich und ließ sie einfach vor unsere Füße knallen. Als das große Vieh Krathus dann aber fragte wer wir anderen seien und „Sklaven“ zur Auswahl stellte, hatte der Kobold schon wieder vergessen, was ihm soeben gesagt wurde. Antwortete er doch glatt mit einem „ja“. Ich unterdrückte den Impuls meine Handfläche gegen den Kopf zu schlagen. Zumindest sorgte er dafür, dass wir im Nachgang alle eine Mitfluggelegenheit bekamen. Auch wenn dies nicht im Interesse dieses fliegenden Auges war. Wir überflogen das Gebirge in kürzester Zeit und kamen schon bald an einem Ort an, der uns als Iris vorgestellt wurde. Es gab unzählige Gänge und Höhlen in der primären Gebirgswand. Auf ihr thronte ein riesiges einer Arena ähnelndes Gebäude. Beim Herflug hatten wir hingegen gesehen, wo die Höhle ihren Ausgang zu haben schien. Ein Stück weiter gab es einen übergroßen Haufen voller steinerner Statuen, die alle nach etwas zu greifen schienen. Ich bekam Erinnerungsschübe aus Rachwood. Und schließlich wurden wir direkt vor einem Wesen abgesetzt, dass ich noch nie zuvor gesehen hatte. Doch seine Beschreibung kam Snurba’s Erzählung verdächtig nahe. Eine Schlange mit vielen Augen. War dies etwa der Sphärenmeister Tiago … ? „Grabeskälte“ dachte ich nur und erstarrte.]]></description>
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			<pubDate>Sun, 19 Sep 2021 22:01:00 +0000</pubDate>
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