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		<title>TableTopTreff Hannover e. V.: Tagebuch: Calas</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jul 2026 18:25:44 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 107</title>
			<description><![CDATA[Wenn es keinerlei Effekt hatte, dass die Orcs in den Runenkreisen starben (waren zwei davon nicht eben noch Säulen gewesen?) - vielleicht waren sie für uns da? Ich beschloss, diese Theorie zu testen, die anderen schienen denselben Gedanken gehabt zu haben. Allerdings barg das die Gefahr, dass die Orcs auf die anderen losgehen würden, ohne, dass ich etwas dagegen tun könnte. Aber irgendwie mussten wir hier raus. Ich schnappte mir zumindest einen der drei Orcs und zog sie mit mir… so könnte ich die Gefahr zumindest verringern. Soweit so gut, doch der Plan geriet in Gefahr, als einer der anderen Orcs Ralkarion niederstreckte und sich dann Krathus zu umwandt, der sich des Angriffs jedoch erwehren konnte. Instinktartig ließ ich den Orc vor mir los und rannte zu Ralkarion, um ihn zumindest zu stabilisieren, gleich darauf war auch Garret zur Stelle und hob ihn wieder auf. Wir konnten nicht verhindern, dass Ralkarion ein weiteres Mal niedergestreckt wurde, doch schafften wir es mit vereinten Kräften dann doch, jeden lebend in seinen Runenkreis zu verfrachten. Als die Portale erschienen, kümmerte sich Krathus kurz um Ralkarion, dann verschwanden wir so schnell wir konnten im Portal. Der nächste Raum wartete zum Glück nicht mit weiteren Monstern, sondern lediglich mit vier Podesten und einem beschrifteten Steinaltar in der Mitte auf, auf dem in zunächst unverständlichen Buchstaben etwas geschrieben stand. Ralkarion und ich holten daraufhin erstmal unsere Zauberbücher hervor, während Garret und Krathus den Raum erkundeten. Da es dabei offenbar recht schmerzhaft zuging, widmeten sie sich daher erst einmal einem Getränk aus Garrets Brauerei - seine Familie war offenbar eine von Braumeistern. Na großartig… Als der Zauber gewirkt war, besahen wir uns den Stein, dessen Inschrift allerdings nicht wirklich ermutigend war - nur Tote oder Sterbende sollten Zutritt zum nächsten Raum erhalten. Eine Bedingung, dir wir aus meiner Sicht eigentlich fast alle erfüllten, aber nun ja, der Raum war da wohl wählerischer. Wenngleich wir inständig hofften, dass die Inschrift nicht wörtlich gemeint war, wussten wir doch nicht, welche andere Lösung sein mochte. Ich setzte mich daher letzten Endes mit dem Vorschlag durch, eine Pause zu machen. Wenn wir uns tatsächlich auf diesen Plattformen opfern mussten - nun, dann war nichts verloren. Sollte der Raum schon mit einem Teil unserer Lebenskraft zufrieden sein - dann würden wir den nächsten Raum in deutlich besserer Verfassung betreten als jetzt. Außerdem bestand eine Chance, dass wir währenddessen auf eine bessere Idee kämen. Zumindest die letzte Hoffnung bestätigte sich nicht und so stiegen wir besorgt auf die Plattformen, die sofort begannen, das Blut äußerst schmerzhaft aus uns herauszusaugen. Eine extrem unangenehme Erfahrung, die nicht dadurch besser wurde, dass wir feststellen mussten, dass sich unsere Hoffnung auf ein parti… par… teilweises Aussaugen nicht erfüllte. Mehrmals unterbrachen wir, der Raum stank und ertrank in unserem Blut - moment, unser Blut? Dafür war es zu viel… wo das andere wohl herkam? So oder so blieb uns nichts anderes übrig, uns vollständig aussaugen zu lassen. Wir wollten nicht riskieren, alle bewusstlos zu werden und so blieben Krathus und ich erstmal den Plattformen fern. Da das Blut die Säule in der Mitte jedoch nur halb hochstieg, mussten wir letzten Endes einsehen, dass uns nichts anderes übrig blieb, als dasselbe Schicksal zu erleiden. Einmal wehrte sich mein Körper noch und ich erwachte aus der Bewusstlosigkeit. Mich einmal umblickend ging mir der Gedanke „Warum dauert das denn so lange?” durch den Kopf, dann wurde mir wieder schwarz vor Augen. Als ich diesmal aufwachte, war ich in einem anderen Raum. Hatte also geklappt. Uff. Die Erleichterung währte aber nur kurz: Wir waren an vier unterschiedlichen Enden des Raums in jeweils eine Käfig gesperrt und überblickten eine eher unheimliche Szenerie. Eine große Gruppe von in Roben gehüllten Gestalten, die vor einer gewaltigen Statue standen. Hatte was kultartiges. Es wurde nicht besser dadurch, dass ich feststellen musste, dass ich nicht einen Muskel rühren konnte - und im nächsten Moment ein Gefangener aus einem anderen Käfig in das Maul der Statue geworfen wurde und verschwand. Und tatsächlich musste ich wenig später mit ansehen, wie Krathus aus seinem Käfig geholt wurde und dasselbe Schicksal erlitt und ich völlig machtlos zusehen musste. Nun, zumindest würde ich nicht lange damit hadern müssen, denn kurz darauf wurde auch ich geholt und in das Maul geworfen. Wütend auf die Welt, aber unfähig, etwas dagegen zu machen. Ich hatte noch was zu erledigen. Gwen, Craich, es tut mir Leid… Im nächsten Moment knallte ich relativ hart auf einem Steinboden auf. Verdattert blickte ich mich um. Meinen Tod hatte ich mir anders vorgestellt. Währenddessen klatschten auch Garret und Ralkarion neben mir auf, letzterer bewusstlos mit einer Dolchwunde - was auch immer er angestellt hatte, um das zu schaffen? Während Krathus sich um ihn kümmerte, stellten wir fest, dass wir wieder zurück an unserem Ausgangsort waren, allerdings unser „Gastgeber” nirgendwo zu sehen war. Garret schoss los, um oben nach dem rechten zu sehen, Ralkarion und Krathus zog es eher zurück in die Bibliothek unten. Da wir noch keine Ahnung hatten, was uns hier nun erwartete, beschloss ich, dass niemand alleine bleiben sollte und jagte Garret hinterher. Je weiter wir nach oben kamen, desto mehr stank es - und der Grund dafür war nicht zu übersehen. Ein gewaltiger, uns bekannter silberner Drache war vor der Tür aufgerichtet - oder besser aufgehängt. Sein Oberkörper war mit Ketten zwischen hastig errichtete Türme gespannt worden und offenbar bei noch lebendigem Leib ausgeweidet worden. Selbige Eingeweide waren wenig wählerisch über den Boden verteilt worden. Ich war eine Menge gewohnt, aber bei dem Anblick musste ich mit aller Macht ein Würgen unterdrücken. Was für ein Monster tat so etwas? Ach, richtig. Cenereth aka der Graue Mann war also tot. Nach dem, was wir dort sagen, vielleicht sogar schon ein paar Wochen, auch wenn sich das nicht so genau bestimmen ließ, geschweige denn das ich ein gesteigertes Interesse hatte, die Leiche genauer zu untersuchen. Wir gingen daher wieder nach unten, wo auch Ralkarion und Krathus eine Entdeckung gemacht hatten. Mehrere sogar. Zunächst einmal war da Lia. In ihrer menschlichen Form dort sitzend, hatte sie offenbar jeden Rest von Verstand eingebüßt und schien uns nicht einmal wahrzunehmen. Ralkarion hantierte gerade mit einem Buch, dass offenbar irgendwie mit ihr in Verbindung stand, aber hatte keinen Erfolg damit, ihren Verstand wiederherzustellen. Und dann war da dieser Brief, den uns der Rote dagelassen hatte. Selbst ohne die Situation vor Ort hätte mich der arrogante Schreibstil vermutlich auf die Palme gebracht, so hingegen entfachte er blanken Zorn auf diese rote Bestie. Neben einer Menge selbstverliebter Äußerungen enthüllte er unter anderem, dass er schon lange vom arkanen Nexus gewusst hatte und nur darauf gewartet hatte, dass sich dieser wieder auflädt, was durch die Neuerrichtung der Akademie geschehen war (ich hatte immer gewusst, dass nichts Gutes von diesem vermaledeiten Ort kommen konnte!) und er dadurch mittlerweile sein Ziel, zu einem Gott zu werden, erreicht haben dürfte. Ferozoica sei nun in den Händen des Imperators Ssai Sardak des Wiedergeborenen Imperiums oder aber an die Linie des Harkis vergeben, ein Name, der mir aus den Erzählungen der anderen irgendwie bekannt vorkam, auch wenn ich den Finger nicht darauf legen konnte. Einen Hoffnungsschimmer gab es jedoch: Er sprach davon, dass nie jemand weniger als 57 Jahre gebraucht hätte, um aus dem Würfel zu entkommen. Dem grauenvollen Anblick von oben nach zu urteilen, waren jedoch nicht viel mehr als zwei bis drei Wochen vergangen. Was im Umkehrschluss heißen dürfte, dass all die Vorhaben in dem Brief vielleicht noch nicht umgesetzt worden waren? Dieser Gedanke löste eine Flut an Gedanken und Plänen aus, denen ich jedoch nur teilweise folgte. Denn ich war in meinem ganz eigenen Konflikt gefangen… Wenn wir zurück in Ferozoica waren, dürfte mein Auftrag als abgeschlossen gelten, ob gescheitert oder nicht - Lia war gefunden, der weitere Zustand würde sich klären müssen. Der Gedanke kam auf, ob Qwe ihr vielleicht helfen könnte, die Illusionsmagie, die auf ihr lag, zu lüften. Nun, so oder so - ich wäre frei, meine Suche nach Gwen und Craich fortzusetzen. Vielleicht sogar hier in der Gegend, es gab noch eine Menge unerforschtes Territorium hier. Gleichzeitig erschien mir der Gedanke enorm egoistisch angesichts dessen, was Garret, Ralkarion und Krathus vor sich hatten. Sie würden jede Hilfe brauchen, die sie bekommen konnten - konnte ich sie da wirklich alleine lassen? Gleichzeitig hatte ich geschworen, nicht eher zu ruhen, bis ich Gwen und Craich gefunden hatte. Sie waren meine Familie! Wie könnte ich sie im Stich lassen, ganz gleich, was für andere Aufgaben warten mochten? So verfolgte ich die Diskussion nur am Rande. Bekam mit, dass Ralkarion etwas in dieses Kommunikationsbuch schrieb, um die genaue Zeit in Erfahrung zu bringen, was mich auf eine Idee brachte, wie ich vielleicht beides miteinander vereinen konnte. Dennoch, ich brauchte mehr Zeit, um mir über alles klar zu werden. Glücklicherweise wurde kurz darauf ohnehin beschlossen, dass wir die Nacht hier verbringen würden und erst morgen nach Ferozoica zurückkehren würden, da wir nicht wussten, in welchem Zustand wir die Stadt vorfinden würden. Eventuell würden wir all unsere Kräfte benötigen, auch wenn ich inständig hoffte, dass das nicht nötig sein würde. Aus so vielen Gründen, aber vor allem aus Sorge um meine Eltern. Sie hatten die erste Schleifung Ferozoicas überlebt, aber wer weiß, wie es diesmal enden würde. Unruhig und unsicher begab ich mich zur Ruhe. Mit einem klareren Kopf am Morgen fiel es mir leichter, eine Entscheidung zu treffen. So sehr mir die Gruppe ans Herz gewachsen war, so sehr ich sie für das bewunderte, was sie versuchten und so sehr ich um sie fürchtete angesichts der Mächte, die ihnen gegenüberstanden - meine Familie konnte ich nicht alleine lassen. Ich würde meine Suche fortsetzen. Aber wenn ich dabei helfen konnte, würde ich das tun. Ich bat daher Ralkarion um eines der Kommunikationsbücher. Er hatte zwar keines übrig, erwähnte jedoch, dass Professor Chrylax eventuell noch wenige besaß. Ich schluckte. Da würde ich wohl zu Kreuze kriechen müssen, aber mein Stolz sollte nicht zu Lasten anderer gehen. So informierte ich die Gruppe darüber, dass ich sie verlassen würde, um weiter nach meiner Familie zu suchen, dies aber hier in der Gegend tun und sie nach Möglichkeiten per Buch mit Informationen zu diesem Wiedergeborenen Imperium der Yuan-Ti zu versorgen würde. Zu meiner Erleichterung waren sie voller Verständnis, besonders Ralkarion - mit seiner Geschichte war das gleichzeitig sehr verständlich wie bewundernswert. Mit deutlich leichterem Herzen brach ich gemeinsam mit ihnen auf nach Ferozoica, die immer noch geistlose Lia auf den Schultern. Der Plan war, dass Ralkarion den Teleportzirkel aktivieren würde und uns sofort nach er Ankunft unsichtbar machen würde. Es bestand zwar trotzdem die Gefahr der Entdeckung, wir wollten diese aber so klein wie möglich halten. Selbst wenn in Ferozoica noch alles beim alten war, konnte es nur von Vorteil sein, wenn der Rote glauben würde, dass wir noch im Würfel gefangen waren. Tatsächlich war dies leichter als gedacht, da auf der anderen Seite mittlerweile eine Kammer entstanden war, in die der Teleportzirkel führte und der Wächter davor gerade ein Nickerchen einlegte. Im ersten Moment beunruhigend, legte sich diese Unruhe schnell wieder, als wir feststellten, dass sich ansonsten baulich nicht viel verändert hatte, also wohl tatsächlich nicht allzuviel Zeit vergangen war. Auch ansonsten wirkte Ferozoica auf dem Weg zu Professor Chrylax nicht wirklich anders als sonst. Unentdeckt kamen wir dort an, zumindest bemerkten wir keinerlei Verfolger. Ich lud Lia, die ich während der ganzen Aktion auf den Schultern getragen hatte, oben ab, dann stapfte ich nach unten. Wurde Zeit, den Professor mal nett um einen Gefallen zu bitten. Ich fand ihn unten, gemeinsam mit Qwe in irgendein Experiment vertieft. Auf meine Ansprache reagierte er jedoch wie üblich höchst ungehalten mit einem Flammenball. Mochte damit zu tun haben, dass ich vergessen hatte, dass ich ja noch unsichtbar war, da konnte ich ihm tatsächlich keinen Vorwurf machen. Nur gut, dass mir seit damals Feuer nicht mehr soviel ausmachte. Erstaunlicherweise wirkte er meiner Bitte gegenüber offen - vermutlich bedeuteten ihm diese Bücher aber auch einfach nicht soviel. Also nahm ich eins an mich und ging wieder nach oben. Unbemerkt gefolgt von Qwe, der kurz nach mir ankam. Als er sich im Raum oben umsah, fielen der Reihe nach die Unsichtbarkeitszauber aus - und auch der Zauber, der auf Lia gelegen hatte, löste sich auf! Sofort sprang sie wie von der Phasenspinne gebissen auf, schrie nach ihrem Buch, wo es sei, sie müsse es haben. Ralkarions Art, Fragen nur sehr umständlich und eher kryptisch zu beantworten, kam ihm dabei nicht zugute, als Lia, völlig im Wahn der Suche nach dem Buch, ihn am Bein packte, wie eine Puppe hochhob und durchschüttelte. Ein durchaus amüsantes Bild, wie ich zugeben musste. Letzten Endes kam Lia aber noch genug zu Sinnen, um Ralkarion Zeit zu geben, dass Buch hervorzukramen und an sie zu überreichen. Im ersten Moment war ich überrascht, als sie kurzerhand in das Buch sprang und verschwand, doch im nächsten Moment erinnerte ich mich daran, wie sie davon gesprochen hatte, dass Tanaos Ayumu von ganzen Bibliotheken, die in einem Buch versteckt waren, gesprochen hatte. Vermutlich war dies eines davon. Kurz darauf erschien Lia wieder bei uns. Sie hatte offenbar gefunden, wonach sie suchte, denn sie erzählte aufgeregt, dass es noch da sei. Der Schlüssel zu allem sei noch da. Was das wohl sein mochte? Ich hoffte sehr, dass sie Recht hatte und was immer sie gefunden hatte die Aufgabe für meine baldigen Ex-Schützlinge weniger überwältigend machen würde…]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-calas/Sitzung-107.html</link>
			<pubDate>Sun, 01 May 2022 23:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 106</title>
			<description><![CDATA[Nun, zunächst einmal in einen Raum, in dessen Mitte ein gewaltiges Fass stand. Und um das herum Säure floss. In der wir standen. Fantastisch. Während Garret in einer erstaunlichen Demonstration der Missachtung aller Naturgesetze einfach das Fass herauflief, begann ich den Aufstieg, indem ich mich mit meinen Dolchen am Fass herauf hangelte. Vermutend, dass Ralkarion damit etwas mehr Probleme haben würde, nahm ich ihn kurzerhand mit. Nachdem wir oben angekommen waren, sah ich, dass Krathus ebenfalls so seine Probleme mit dem Klettern hatte, wenngleich Garret kräftig mittels einem Seil mithalf. Irgendetwas schien ihn jedoch dabei zu behindern, zwischendurch wusch gar eine Welle von Flüssigkeit über uns hinweg, die uns aber glücklicherweise verfehlte… jedenfalls kletterte ich erst einmal zurück und half nun auch Krathus, nach oben zu kommen. Die Freude, der Säure entronnen zu sein, währte jedoch nur kurz, als der Pfropfen des Fasses nahezu explosionsartig nach oben geschossen wurde und Ralkarion mit ihm. Reflexartig vollführte ich einen Zauber, der seinen Sturz lindern würde, konnte allerdings nicht verhindern, dass er wieder in Säure landete. Einige Momente darauf bebte der Deckel selbst, offenbar lebte dort etwas unter uns, und während ich und Krathus es gerade so schafften, uns auf den Beinen zu halten, fiel nun auch Garret nach unten. Inklusive Seil, dass zischend in der Säure verging. Während der Halbling also einmal mehr einfach wieder hochlief, packte ich mein Seil zu und warf es Ralkarion zu. Der Aufstieg war auf Grund des bebenden Deckels nicht leicht, doch letzten Endes gelang es. Krathus hatte sich in der Zwischenzeit zum Loch begeben, dass durch den nun fehlenden Pfropfen entstanden war. Der Gesichtsausdruck, den er dabei aufsetzte, war mir mittlerweile schon bekannt - der Kleine war wütend und würde nun vermutlich etwas Übereiltes tun. Und tatsächlich: bevor man ihm noch ein Wort der Warnung hätte zurufen können, sprang er kurzerhand ins Fass, irgendwas davon redend, dass er „die Scheiße aus dem Vieh raus smiten” würde. Im Leben spielt man mit den Karten, die einem gegeben werden. Ich zuckte also nur mit den Schultern und sprang hinterher. Bier! Die verfluchte Flüssigkeit im Fass war nicht Wasser, sondern Bier! Hätte ich mir denken müssen. Warum war ich hier nur herein gesprungen? Was wenn… ich biss meine Kiefer noch fester zusammen, als nötig gewesen wäre, kämpfte die Erinnerungen nieder und begab mich zu Krathus, um ihm beizustehen. Das stellte sich allerdings als nicht so leicht heraus, da das Wesen, eine Art Elementar, sich um Krathus herumgeschlungen hatte und mein erster Schlag dann auch prompt auch den Kobold erwischte. Hier musste ein Strategiewechsel erfolgen. Doch bevor es dazu kam, jagte mir ein harter Schlag die Luft aus den Lungen. Ich keuchte, hustete - und schluckte Bier. Sofort schloss ich das Maul, aber es war nicht mehr rückgängig zu machen und ich spürte bereits die Auswirkungen des Alkohols. In blinder Panik fasste ich mein Schwert und begann, auf die Außenwand einzuschlagen. Ich musste hier raus. Das war alles, was zählte. Ich bemerkte kaum, wie das Wesen mich umschlang und festhielt und selbst dass Krathus sich plötzlich in einen großen Oktopus verwandelte trotze mir kaum mehr als leichtes Unbehagen ob der Verwandlung ab. Ich muss hier raus, war alles, was ich denken konnte, während ich größere und größere Löcher in die Wand schlug, aus dem das vermaledeite Teufelsgebräu abfloss. So recht zu Sinnen kam ich erst wieder, als ich plötzlich auf dem Bier stand, als wäre es eine feste Oberfläche. Das Bier war tintenschwarz, ebenfalls wie das Gesicht Garrets, der vor mir stand, aber das registrierte ich nur nebenbei. Ich atmete tief durch, um mich zu beruhigen. Ich spürte die Auswirkungen des Alkohols und das würde möglicherweise noch ein Problem werden, doch zunächst galt es, das naheliegende Problem zu lösen. Ich riss mich mühsam zusammen, kletterte aus dem Loch, dankte Ralkarion für die Rettung (es war sein Zauber gewesen, der mich wieder an die Oberfläche befördert hatte) und begann dann, an der Außenseite herabzusteigen, um das Loch von außen zu bearbeiten. Wie sich herausstellte, war das dank Garrets schlagkräftiger Mithilfe kaum mehr nötig. Das Loch war bereits recht groß und wurde zwar von dem Bierelementar abgedichtet, doch schon im nächsten Moment musste Krathus ihm wohl den Garaus gemacht haben, jedenfalls floss das Bier in Strömen heraus, neutralisierte die Säure - und die Portale schlossen sich. Diesmal hatte ich es sehr eilig, aus dem Raum zu verschwinden. Der nächste Raum wirkte zuerst deutlich friedlicher. Ein Podest in der Mitte mit einer Inschrift und mehreren Einlassungen, vier Säulen, an denen Amulette hingen. Keine Gegner zu sehen und so schlug ich vor, zunächst einmal eine Rast einzulegen. Die anderen waren allerdings (verständlicherweise) etwas paranoid und glaubten nicht daran, dass der Raum es uns gestatten würde, zu verschnaufen. So begann Krathus mit dem Wirken eines Heilzaubers, während Garret sich noch ein Bier reinstürzte. Das Gefühl, dass ich hatte, als ich ihm dabei zusah, gefiel mir gar nicht, doch ich wurde abgelenkt von plötzlich aufkeimendem Nebel und Krathus, der durch das Wirken des Zaubers irgendetwas ausgelöst haben musste… war er gewachsen? Und hatte er nicht vorher Hörner gehabt? Und wo kam dieses merkwürdige Wesen voller Tentakeln und Augenstiele her, dass sich glücklicherweise angsterfüllt in eine Ecke flüchtete, statt uns gegenüber aggressiv zu sein. Offenbar musste man mit Zaubern hier vorsichtig sein. Nachdem Krathus sch freundlicherweise auch um meinen geschundenen Körper gekümmert hatte, begann ich mir das Podest einmal näher anzusehen. Die Worte darauf ergaben für uns wenig Sinn. Klar schien jedoch, dass jedes der Amulette, in die merkwürdige Zeichen geritzt waren, in die Einlassungen am Podest gehörten. Impulsiv, wie er nunmal zu sein schien, nahm Garret eines der Amulette und setzte es ein. Da nichts passierte, tat er das Gleiche mit einem anderen Amulett nochmal - und kippte plötzlich einfach um. Nachdem Krathus ihn wieder aufgelesen hatte und er sich erneut ein Bier genehmigte (nein, das gefiel mir wirklich nicht), hatte Ralkarion offenbar einen Geistesblitz, denn er setzte das zweite Amulett ein, ohne, dass etwas gescha. Garret hatte sich offenbar bereits erholt und setzte die nächsten beiden Amulette ein. Beide fügten sich problemlos ein - warum, entzog sich meinem Verständnis, doch Hauptsache, es hatte funktioniert - der Nebel verschwand genau wie das merkwürdige Tentakelwesen und die Portale öffneten sich. Als wir es durchschritten, durchfuhr mich erschrocken der Gedanke, dass wir mit dem Einsetzen des letzten Amulets hätten warten und erstmal eine Pause hätten machen sollen, doch dafür war es nun zu spät - wir konnten nur hoffen, dass die letzten drei Räume, wenn man diesem Ayumu Glauben schenken konnte, weniger brutal werden würden. Eine Hoffnung, die beim Anblick des Raumes zerstob. In allen vier Ecken gab es Runenzirkel, zwei davon mit einer wabernden Suppe von irgendwas umgeben - und dann waren da die drei Orks, die so gar nicht nach Craich aussahen. Zwei grün und voller Pusteln, die andere eher bläulich mit einer fies aussehenden Metallkralle, schienen sie hocherfreut, uns zu sehen. Das letzte Wesen, dass sich so gefreut hatte, hatte uns direkt angegriffen und so packte ich seufzend meinen Schwertgriff. Immerhin war dies eine Herausforderung, von der ich etwas verstand. Ralkarion hingegen wählte offenbar lieber die diplomatische Route und für einen kurzen Moment schien es, als hätte er damit Erfolg, als die offensichtliche Anführerin ihm ihre Hand reichte. Einen Moment segelte Ralkarion von einem gewaltigen Schlag getroffen rückwärts und der Kampf hatte begonnen. Der zunächst erstaunlich einfach war. Nachdem ich die Anführerin mittels eines in die Klinge geleiteten Zaubers paralysiert hatte, brachte Krathus sie regelrecht zum explodieren und auch einer ihrer Kumpane brach unter Garrets Schlägen zusammen, der dummerweise in einer Gaswolke explodierte, die uns die Atemwege verätzte - Vorsicht war also geboten. Meine Gesichtszüge entgleisten mir jedoch, als die beiden wenige Sekunden später wieder in der Mitte des Raumes erschienen und sich bester Gesundheit erfreuten. Das gab es doch einfach nicht. Im weiteren Verlauf ging es so weiter - wir schlugen einen Gegner nieder und kurz darauf erschien er einfach neu. Selbst wenn wir sie im Runenzirkel oder der Suppe töteten, die offenbar Magie bannende Eigenschaften besaßen, blieben die Mistviecher einfach nicht liegen. Während ich mich der Angriffe recht gut erwehren konnte, bemerkte ich, wie die Kräfte meiner Begleiter, von den vorherigen Strapazen ohnehin schon arg beansprucht, mehr und mehr schwanden. Uns musste etwas einfallen, und zwar schnell.]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-calas/Sitzung-106.html</link>
			<pubDate>Tue, 26 Apr 2022 23:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 105</title>
			<description><![CDATA[Eine enorme Hitze schlug uns dort entgegen, zweifelsohne von den diversen Lavabecken stammend. Störte mich zwar nicht übermäßig, das Vieh dort, dass eine abnormale Kreuzung aus Mensch (?) und Spinne zu sein schien und uns recht aggressiv begrüßte, allerdings noch weniger - es stapfte ohne zu zögern durch die Lava. Instinktiv in eine Kampfhaltung fallend landete ich einen guten Treffer, der das Vieh jedoch eher zu stören schien statt wirklich weh zu tun. Kräftig aufstampfend ließ es den Raum erbeben. Tat weh. Nachdem ersten Schlagabtausch taxierte ich unseren Gegner genauer. Auf der Brust prangte eine Art Siegel. Noch bevor ich genauer darüber nachdenken konnte, landete Krathus einen Treffer mitten in das Siegel. Ob Zufall oder nicht, der Kleine hatte exakt den richtigen Riecher gehabt und die Kreatur erstarrte, während sich die Portale erneut öffneten und wir hindurchgingen. War ja gespannt, was diesmal kommen würde. Hoffentlich nichts all zu Schlimmes, wir waren recht angeschlagen. Der Würfel überraschte einmal mehr. Der nun vor uns liegende Raum enthielt lediglich 2 große, verhüllte Objekte, 2 Bänke, ein Pult und - eine Taube? Zumindest erstmal keine Gefahr, vielleicht könnten wir uns sogar einen Moment ausruhen. Doch als wir uns auf die Bank niederließen, fing die Taube plötzlich in fließendem Common an zu sprechen. Begeistert stellte sie sich als Meta vor und teilte uns in zwei Teams ein, die gegeneinander in einem Quiz antreten sollten. Ich würde mit Garret ein Team bilden, während Ralkarion und Krathus ein Familienteam bildeten, wie Ralkarion es nannte, er schien seine Vaterrolle mittlerweile komplett anzunehmen. Interessante Abwechslung, warum eigentlich nicht. Problematisch war jedoch, dass die Taube implizierte, dass die Verlierer hier bleiben müssten, weshalb ich vorschlug, dass wir möglichst auf Unentschieden spielen sollten. Muss allerdings zugeben, dass ich dieses Ziel im Spielfieber nahezu gänzlich aus den Augen verlor. Merkwürdige Fragen übrigens, verstand nichtmal die Hälfte davon, doch die Antworten flogen mit auf seltsame Weise zu, fast, als würde eine äußere Macht sie mir einflüstern. Garret und ich gewannen und durften uns jeweils eines der verhüllten Gebilde aussuchen. Während meines völlig sinnlos war (eine zugegeben sehr kunstvoll gehauene Statue meiner selbst - wer brauchte so etwas???), hatte Garret wohl die bessere Wahl getroffen und einen wunderschönen Flügel erhalten, an den er sich sofort setzte und zu spielen begann. Es war unmöglich, sich der ausbreitenden, zauberhaften Musik zu entziehen und so lauschten wir gebannt und verzückt. Als wir wieder zu uns kamen, fühlte ich mich erfrischt, als hätte ich gerade ausgeschlafen und den anderen ging es ähnlich. Doch die Freude hielt nur kurz, denn wir sahen die Portale wieder - und sie waren schon sehr klein und schlossen sich weiter. Hastig stürmten wir auf eines der Portale zu. Mich der Worte der Taube erinnernd packte ich Krathus am Kragen und schleuderte ihn hindurch, für Erklärungen blieb keine Zeit. Ich wartete, bis ich Garret und vor allem Ralkarion hindurch waren, dann sprang ich selbst hinein. Doch ich hatte möglicherweise zu lange gewartet und blieb etwa auf Hüfthohe im mittlerweile sehr kleinen Portal stecken. Ich kämpfte die aufkeimende Angst nieder und versuchte mich weiter durchzudrücken, als plötzlich jemand mein Bein berührte und es sich daraufhin in Gas zu verwandeln begann. Blinde, irrationale Panik überkam mich. Bloß keine Verwandlung! Ich widerstand dem Zauber, dann versuchte ich, mich mit meinem Schwert abzustoßen und doch noch durch das Portal zu kommen, dass mir mittlerweile schmerzhaft die Rüstung eindrückte. Es misslang und ich begann schonmal, Frieden mit meinem Leben zu machen, als ich plötzlich unsanft durch das Portal nach vorne katapultiert wurde. Ehe ich wusste, wie mir geschah, war ich durch das Portal durch. Ich nahm noch goldenen Glanz von überall her wahr, dann donnerte ich schmerzhaft und mit Wucht gegen etwas Großes. Benommen richtete ich mich auf und blickte einem goldenen Drachen ins Gesicht. Reflexartig verstärkte ich mit einem Zauber die Zähigkeit meiner Gefährten - mit Drachen war nicht zu spaßen, auch wenn dieser ein eher klägliches Exemplar war. Das allerdings ganz und gar nicht damit einverstanden schien, dass Krathus begonnen hatte, seinen Hort leer zu räumen und flüssiges Gold gegen den Kobold spie, was allerdings nur seinen Adoptivvater traf. Zu unserem Glück war dies bereits das Gefährlichste, was der Drache im Gepäck hatte und nach einem kurzen Kampf rammte ich ihm mein Schwert senkrecht durch den Schädel, woraufhin sich die Portale zu einem neuen Raum öffneten. Erneut bot sich uns ein gänzlich anderes Bild: Ein großer Kristall mit einem Gesicht, umgeben von mehreren kleineren Kristallformationen. Noch ehe wir uns umsehen konnten, begann der Kristall zu sprechen - nun weniger sprechen, eher verursachte er Schwingungen, doch wir verstanden trotzdem irgendwie, was er ausdrückte. Er stellte ein altes Rätsel von dem, was alle verschlingt, blablabla. Natürlich war des Rätsels Lösung Zeit. Problematischer war allerdings, dass der Kristall erwartete, dass wir ihm genau diese übertrugen. Ich gestehe, dass ich einen Augenblick zögerte. Meine Aufgabe war es, Schaden von der Gruppe abzuwenden, doch gleichzeitig waren sie wesentlich jünger als ich und konnten mehr geben. Dann gewann jedoch der Beschützerinstinkt und ich berührte den Kristall, um ihm ein paar meiner Jahre zu geben. Ich war jedoch erleichtert als ich sah, dass Garret dasselbe tat und sich wenig später die Portale erneut öffneten. Der nächste Raum war weitestgehend leer, abgesehen von einem Spiegel, einem Stuhl und einer nach anderen Standards als den meinigen wohl sehr gut aussehende Halblingsdame. Mir war sie ehrlich gesagt etwas zu schmächtig, zu klein und zu stark parfümiert, aber jede, wie sie will. Sie freute sich sichtlich über unsere Ankunft. „Freunde” hätten sie hierher verbannt und sie würde doch so gerne frisieren. Wir ahnten bereits, dass es wohl der Weg hier heraus wäre, sich von dieser Dame frisieren zu lassen. Nun, dass traf wohl nur auf Garret zu, der sich dazu bereit erklärte, woraufhin die Frau aber darauf bestand, ihm gründlich die Augen zu verbinden. Falsches Spiel vermutend blieb der Rest von uns jedoch wachsam und ich begann die Formeln zu sprechen, die mich Magie jeder Art entdecken lassen würden. Noch bevor ich damit fertig war, sah ich, dass die Frau ein Messer an Garrets Hals gesetzt hatte. Meine Hand wanderte zu einem Dolch, doch ich bemerkte noch rechtzeitig, dass sie wohl lediglich zur Rasur ansetzte. Ralkarion war jedoch misstrauischer und murmelte, dass er eine Ablenkung brauchte, er wollte etwas überprüfen. Krathus reagierte prompt und zauberte zur Ablenkung ein gewaltiges Festmahl. In der Theorie völlig in Ordnung, platzierte er es leider so, dass ein recht großer Braten die Frau traf, die daraufhin mit dem Messer abrutschte und ihm statt einer Rasur versehentlich eine tiefe Schnittwunde verpasste. Garret nahm daraufhin die Augenbinde ab, und rannte zu uns herüber, wo Krathus die Wunde verarztete. Ralkarion hatte die Ablenkung genutzt und zeigte uns nun das Spiegelbild der Frau in einer Münze und damit ihre wahre Gestalt. Ein Anblick, der Würgereflexe auslöste. Ein kurzer, magischer Blick bestätigte, dass die Frau unter einem Zauber lag - wenngleich sie selbst offenbar keine magischen Talente besaß. Merkwürdig, hatten ihre „Freunde” sie verflucht? Doch warum dann mit einer offensichtlich hübscheren Gestalt? Währenddessen schien die Frau ehrlich bestürzt über das Missgeschick, doch Garret ließ sich nun um nichts in der Welt dazu bewegen, auf den Stuhl zurückzukehren und auch die anderen waren sich nun sicher, dass die Frau Böses im Schilde führte. Hingegen war ich zu einem gänzlich anderen Schluss gekommen. Schließlich wusste kaum jemand so gut wie ich, dass Aussehen alleine nichts besagt und nichts im Verhalten der Frau deutete irgendwie entfernt darauf hin, dass sie uns etwas antun wollte. Ich bot daher an, dass sie stattdessen meine Hörner schleifen könnte, was sie zu denselben Bedingungen wie schon bei Garret annahm. Eine nicht unangenehme Schleifung später war sie fertig und es öffneten sich erneut vier Portale. Wo auch immer diese nun hinführen würden…]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-calas/Sitzung-105.html</link>
			<pubDate>Tue, 05 Apr 2022 23:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 104</title>
			<description><![CDATA[Eine Feststellung, die Lia in Schockstarre fallen ließ, war doch der Grund, aus dem sie ihre eigene Stadt in Schutt und Asche legen ließ, ihr eigener Vater gewesen. Was war es nur in letzter Zeit mit den dysfunktionalen Familien? Den grauen Mann - Cenereth - schien das weniger zu berühren, vielmehr schlug er ein kleines Spielchen vor - der Gewinner dürfte die erste Frage stellen, dann der Verlierer - wir müssten jedoch wahrheitsgemäß antworten. Die genauen Regeln wollte er jedoch nicht verraten, was uns misstrauisch stimmte, doch nach kurzer Beratung willigten wir ein. Irgendwie gewannen wir das erste Spiel, wenn auch knapp. Die Entwicklung hatte meine Schützlinge und zugegeben auch mich jedoch kalt erwischt, so dass die Fragen etwas holprig kamen. Die Frage, die wir stellten, war letzten Endes zu unklar formuliert, doch fanden wir immerhin heraus, dass er dem Roten zwar diente, allerdings weniger aus Überzeugung als aus Überlebenswille und Abscheu gegenüber Arcalys. Ich hatte nicht viel von ihm mitbekommen, als ich noch in Ferozoica gelebt hatte, doch auf Grund der Erzählungen konnte ich das sogar nachvollziehen. Wenngleich jede Sympathie daran verpuffte, dass er nun dem Drachen diente, der meine Heimatstadt nahezu zerstört hatte. Doch ich biss mir auf die Zunge. Brauchte ihn ja noch für einen Gefallen. Seine Frage hingegen schien von größerer Reichweite - er fragte nach dem Ort eines bestimmten Nexus. Auch wenn ich nicht alles diesbezüglich verstand, so hatte Ralkarion doch deutlich gemacht, dass die Nexi nicht erwähnt werden sollten. Ich preschte daher vor und sagte, dass ich es nicht wüsste - wahrheitsgemäß, im Gegensatz zu den anderen. Unglücklicherweise spezifizierte Krathus die Antwort und sagte es ihm. Hoffte, das würde kein Problem werden - nun erschien es mir wichtig, die Motivation des Silbernen herauszufinden. Die Frage wurde jedoch abgelehnt, stattdessen fragten die anderen nach seiner Rolle im Gefüge. Offenbar hatte er für den Roten die Nexi gebaut und diesbezüglich nachgeforscht - aufbauend auf den Studien von Blutmagie von Mundi. Ich stutzte. Ausgerechnet Mundi, der angeblich kein Blut sehen konnte, hatte zu Blutmagie geforscht? Hatte er uns und Lia hinters Licht geführt oder waren diese Studien der Auslöser, warum er kein Blut sehen könnte? Seltsam allemal. Die Antwort würde jedoch auf sich warten lassen müssen. Cenereth stellte die eher merkwürdige Frage, ob wir einschreiten würden, wenn er die derzeitige Herrscherin von Zoica töten würde. Sie sei ein Abkömmling des Roten und es Goldenen und damit unausweichlich böse. Mir gefiel, dass meine Schützlinge das ablehnten… sie konnte schlussendlich nichts für ihre Familie und verdiente eine Chance. Cenereth hingegen schien wenig glücklich darüber. Letzten Endes fragten wir nach Beratung dennoch, was er sich von alldem erhoffte, doch durch eine unglückliche Formulierung wich der der Frage größtenteils aus. In Zusammenhang mit der vorhergehenden Antwort ließ sich jedoch vermuten, dass er zumindest die Erschaffung weiterer Nexi verhindern wollte. Ob das gut oder schlecht war, vermochte ich schlicht nicht einzuschätzen. Wir versuchten, mehr aus ihm herauszulocken, was jedoch nur zum Tel gelang - gleichzeitig wurde er immer ungeduldiger, der Rote würde ihn rufen. Wie wir wenig später feststellten, schien der Rote diesbezüglich Verzögerungen nicht zu dulden. Dennoch musste ich einfach darum bitten, dass er Craich lokalisieren würde. Seine Reaktion jedoch war niederschmetternd - er bestätigte, dass er es ohne Probleme könne, aber keinen Grund sähe, es zu tun. Es war wie ein Schlag in die Magenkuhle - noch nie war ich so nah dran gewesen, die Zerschlagung des Traums fühlte ich umso härter. Ich sackte in mir zusammen, besiegt, doch hörte immerhin noch, wie Ralkarion sich für mich einsetzte. Unerwartet, doch ich war ihm in diesem Moment unendlich dankbar dafür.  Als wir uns dann doch hastig auf den Weg machten, war es bereits zu spät - rote Drachenschwingen hatten den Himmel verdeckt, wie uns Krathus nach einer Erkundung berichtete. Wir suchten hektisch nach einem Versteck, doch auf der engen Treppe gab es keine auch wenn Ralkarion die Lady Lia in eine Maus verwandelte und in seinem Rucksack verstaute. Ich konnte nur hoffen, dass es nutzen würde. So standen wir wenig später dem Roten in menschlicher Gestalt sowie einem weiteren, mir unbekannten Mann gegenüber, dessen Ausstrahlung jedoch verriet, dass man sich mit ihm besser nicht einfach so anlegte. Zu unserem Glück (oder zumindest etwas, was ich zu diesem Zeitpunkt dafür hielt) schien der Rote nicht auf einen Kampf aus. Dennoch hätten ihn die Bemühungen meiner Schützlinge bisher zwar amüsiert, nun jedoch wären sie zu einer echten Gefahr für seine Pläne geworden. Er gab uns daher die „Wahl” zu sterben, was er laut eigener Aussage noch nicht tun wollte) oder in eine schwarze Box, die er zu Tage förderte, gesogen zu werden. Jedem von uns war noch im Kopf, was er in Westerfell angerichtet hatte - wir wählten die Box. Nach und nach berührten wir sie und wurden hineingesogen - ich hoffte, dass es hier nicht enden würde. Als nächstes landeten wir in einem quadratischen Raum, interessant waren einzig allein der grüne Nebel in den Ecken - und der uralte Mann, der in der Mitte des Raums lag und kaum noch atmete, aber am Leben war. Auf Ansprache reagierte er nicht, jedoch fand Ralkarion einen Brief an seinem Körper, in dem er sich als Tanaos Ayumu identifizierte und - und hier wurde es interessant - genau vorhersagen hatte, was passiert war. Ralkarion schien davon etwas frustriert zu sein, doch der Brief hatte auch ergeben, dass sich der Magier für uns hier eingeschlossen hatte und den kürzesten Weg für uns herausgesucht hatte - 12 Räume. Wir befänden uns im ersten Raum, wir sollten Kraft im grünen Nebel tanken und den Wächter besiegen, der nicht mehr da wäre, wenn er tot sei. Mich beschlich ein ungutes Gefühl und auch meine Schützlinge dachten dasselbe: Wir würden ihn töten müssen. Alles in mir strebte sich dagegen, einen hilflosen alten Mann, der sich unseretwegen geopfert hatte, einfach zu töten. Als wir feststellten, dass der grüne Nebel verjüngte, schleppte ich ihn hinein, offenbar hatte er es jedoch wohl schon zu oft in Anspruch genommen, es gab nur einen sehr kleinen Effekt. Schlussendlich tat Ralkarion das Undenkbare und erstickte den alten Mann - erstaunlicherweise auch eine rührende Geste, da er es tat, damit Krathus nicht morden musste. Ich war tief beeindruckt von seiner Hingabe. Hatte ihn definitiv falsch eingeschätzt… Halb erleichtert stellte ich fest, dass es die richtige Entscheidung gewesen war… diverse Portale öffneten sich. Geleitet von einer gefunden Münze sprang Krathus durch eines hindurch. Ich wollte folgen, doch zunächst galt es etwas zu erledigen. Der alte Mann hatte sich unseretwegen geopfert. Wir würden ihn nicht mitnehmen können, aber er hatte ein würdevolles Ende verdient. Also drehte ich ihn auf den Rücken und vollzog die viel zu gewohnten Riten, bevor ich seinen Körper verbrannte, statt ihn hier verrotten zu lassen. Mit einem letzten Blick zurück betrat ich das Portal und fand mich im nächsten Raum wieder. Dieser unterschied sich in einigem vom ersten - der Nebel war lila, in der Mitte lag ein Podest, in der Ecke ein großer Edelstein - alles bewacht von einem gewaltigen Riesen. Die Aufgabe hier war klar, doch es wurde deutlich, dass es nicht leicht werden würde - nachdem Garret Ralkarion das Artefakt zuwarf, nutzte der Riese seine Keule, um den Edelstein zurückzuschlagen. Es musste etwas passieren, so kämen wir nicht weiter. Seine Bewegung nutzend gelang es mir, die Keule aus seiner Hand zu schlagen und in die Ecke des Raums zu treten. Während er seiner Waffe hinterher rannte und ich und Krathus ihm zwecks Ablenkung weiter zusetzten, gelang es Garret, den Edelstein auf das Podest zu stellen. Der Riese hatte vor, es zu verhindern, doch schnell reagierend unterdrückte ich seine aufgestaute Energie und der Edelstein blieb an Ort und Stelle. Im nächsten Moment hatte der Riese jedes Interesse an uns verloren, als erneut Portale entstanden. Krathus folgend betraten wir das nächste Portal. unsicher, was uns dort erwarten würde…]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-calas/Sitzung-104.html</link>
			<pubDate>Wed, 16 Mar 2022 00:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 103</title>
			<description><![CDATA[Als sie einige Sekunden später erwachte, sprühte ihr die Dankbarkeit nicht eben aus allen Poren. Na, egal. War unser Auftrag, wir hatten höflich zu sein, niemand verlangte das von ihr. Wäre auch nicht die Erste, die den Einsatz anderer nicht wertschätzte, man lernte, das recht gleichgültig zu sehen. Ralkarion und Krathus hingegen zeigten, wie jung sie noch waren und waren sichtlich beleidigt. Der Fairness halber sei gesagt, dass mich Ralkarions Art der verklausulierten „Antworten” ebenfalls nicht gerade fröhlich gestimmt hätte, weshalb ich nach ihrer dritten Nachfrage einwarf, dass wir von Mundi geschickt waren. Mochte Ral gar nicht. War amüsierend leicht, ihn aus der Fassung zu bringen. Das Herz hatte er aber am rechten Fleck, wie sich zeigte, als wir Lia nach ihrer Geschichte befragten. Offenbar war sie auf der Suche nach einem grauen Mann, eine Entität, die den anderen bekannt vorkam. Während sie praktisch nichts über ihn wusste, wusste sie jedoch, dass er in den Plänen des Großen Roten eine große Rolle spielte, eine Gottheit zu werden. Das musste ich erstmal verdauen, die anderen schienen von diesen Plänen bereits zu wissen. Steigerte meinen Respekt enorm… nicht jeder hätte den Mumm, sich so etwas entgegenzustellen. Jedenfalls war Lia der Meinung, dass alle Fäden beim Grauen Mann in Ak’therion zusammenliefen und ihre Schlussfolgerung war, dass ganz Ark’therion inklusive der Zivilbevölkerung abgeschlachtet werden musste. Was für eine… die Professionalität verbot es mir, zu sagen, was ich davon hielt, doch wie bereits erwähnt, waren die anderen weniger zurückhaltend. War schon dankbar dafür. Trotzdem erstaunlich, dass jemand mit einem solchen Überlebensinstinkt wie Ralkarion offenbar Spaß daran hatte, einen leibhaftigen Drachen zu reizen. Dennoch war dies wohl das Signal, alle Zurückhaltung aufzugeben. Es interessierte sie wenig, dass wir von Mundi geschickt waren oder die Absichten, die damit verbunden waren. Mehr noch erfuhren wir, dass Mundi offenbar panische Angst vor Blut hatte und seine zur Schau gestellte Gefährlichkeit eben nur das war - zur Schau gestellt. Fast schon amüsant. Wesentlich interessanter für sie und Kopfschmerzen auslösend für mich waren die anschließenden Erzählungen von Nexi, die dem Roten bei seinen Plänen helfen könnten. Zu hundert Prozent verstand ich es nicht, offenbar waren es magische Speicher? Lia war vor allem an der Tatsache interessiert, dass der Rote sie nicht persönlich kontrollierte, sondern Untergebene von ihm - die man töten und ihren Platz einnehmen konnte. Offenbar waren aber nicht alle unbedingt angetan von dem Roten. Es war der Moment, in dem ich aufgab, dass alles jetzt verstehen zu wollen, ich würde mir das später nochmal durch den Kopf gehen lassen. Eher ungläubig reagierte die junge Lady Therion auf den Bericht des silbernen Drachen, der uns angegriffen hatte. Wir müssten uns verguckt haben, es gäbe keine silbernen mehr, vielleicht wäre es ja ein weißer gewesen. Ich schwieg, dachte mir aber meinen Teil, schließlich hatte sie bis vor kurzem auch nicht gewusst, dass ihre Mutter noch am Leben war. Immerhin lieferte sie eine höchst interessante Erklärung dafür, warum der Drache uns so leicht aufspüren konnte: Offenbar besaßen einige die Fähigkeit, anhand von Gegenständen Leute aufzuspüren, die damit in Kontakt gewesen waren oder denen sie gehörten. Krathus erinnerte sich an seine Flugstunde, untersuchte hektisch seine Ausrüstung und tatsächlich - sein Seil fehlte. Mit einem Geistesblitz stellte der Kleine daraufhin fest, dass er nun den Drachen aufspüren könnte, denn er konnte umgekehrt sein Seil magisch finden. Praktische Fähigkeit, gerade in meinem Beruf! Irgendwie war ich über seine Cleverness nichtmal überrascht, seit unserem Aufeinandertreffen vor einer Woche hatte er mich schon oft überrascht - er hatte Potential. Erinnerte mich an meinen Sohn, was mich gerade jetzt nicht überraschte. Krathus war es auch, der jetzt bei Lady Lias arroganter Art der Kragen platzte und etwas Dankbarkeit verlangte. Mutig - und nachvollziehbar. Während Lady Therion davon gar nicht amüsiert war, stapfte sie dennoch los und holte eine Truhe aus dem Gebäude, schließlich wäre Geld ja alles, was uns Sterbliche interessieren würde. Das nun nicht gerade, aber für einen erledigten Job bezahlt zu werden war völlig normal. Ralkarion schien diese Einstellung zwar nicht zu gefallen, aber ich teilte da Krathus Einstellung, wenngleich er mehr Vergnügen daraus zu ziehen schien als ich. Im weiteren Verlauf wurden Pläne geschmiedet, konkret: In Ark’Therion sollte nach Hinweisen auf den Grauen Mann gesucht werden. Das würde mehr oder weniger sicher bedeuten, dass wir auch wieder auf den Drachen stießen. Um die Gefahr abzulindern, bestimmte Lady Therion, dass wir erst in zwei Tagen aufbrechen würden und sie den morgigen Tag für diverse Schutzzauber verwenden würde. Konnte nicht sagen, dass ich dem abgeneigt wäre, so willigten wir ein. Nachdem nun alles wichtige besprochen war, wagte ich es, meine Bitte an die Gruppe zu richten: Den anderen Drachen wenn irgend möglich am Leben zu lassen. Seine Fähigkeiten, andere anhand von Objekten aufzuspüren, war die beste Chance seit Jahren, Craich und vielleicht auch Gwen zu finden. Im Zuge dessen erzählte ich der Gruppe von den Ereignissen in den Shales. Es schmerzet immer noch, davon zu erzählen, besonders mit Craichs Feder in der Hand, doch sie verdienten eine Erklärung. Ich machte mir keine Illusionen darüber, dass wir eventuell gezwungen wären, den anderen Drachen zu töten - sofern er uns nicht zuerst tötete. Aber wenn auch nur eine Chance bestünde… Der nächste Tag verlief recht ereignislos, Lia webte ihre Zauber und stritt mit Ralkarion über den Wert von Büchern. Ich führte währenddessen mit Krathus Waffenübungen durch, in Vorbereitung auf den morgigen Tag. Nach dem, was ich bisher von ihm gesehen hatte, war es auch Zeit, jede Zurückhaltung in den Übungen zu beenden. Er hatte viel zu lernen, sicher, aber seine beachtlichen Fähigkeiten verdienten Respekt. Wenn er jetzt noch etwas Disziplin zeigen könnte, wenn gefordert - nun, das würde noch etwas dauern und bis dahin war seine mangelnde Disziplin Quell von Amusement: Wenig später, fand sich Ralkarion plötzlich hoch in der Luft, schreiend auf einem rasenden Yak reitend, dorthin teleportiert von Krathus als Rache für den Dunkelheitszauber von vor ein paar Tagen. Ich konnte nicht anders und brach in schallendes Gelächter aus. Das Bild würde ich noch lange vor Augen haben. Nach einer weiteren ungestörten Nachtruhe wurde es Zeit, den Plan in die Tat umzusetzen. Zu meiner Erleichterung konnte ich mit Krathus auf seinem fliegenden Yak reiten - die ganze Verwandlerei von Lia insbesondere weckte unangenehme Erinnerungen. Ralkarion trieb seine Provokationen Lady Therion gegenüber diesmal offenbar auf die Spitze, als er etwas vor sich hinmurmelte und kurz darauf am plötzlich rutschigen Drachenrücken den Halt verlor, ganz offenbar durch Lady Therion verursacht. Ich hätte schwören können, ich hätte die Drachin lachen hören. Abgesehen von der unglaublichen Geschwindigkeit, mit der wir durch die Lüfte jagten, verlief die Reise ereignislos. Ich begann schon zu befürchten, wir hätten den Drachen vollständig umgangen, und sowohl Ralkarion als auch ich begannen, unsere magische Sicht vorzubereiten, während Krathus sein Seil tief unter der Stadt lokalisierte. So abgelenkt bemerkten wir nicht, wie der Drache plötzlich wieder auftauchte und auf uns niederstieß, eine Gaswolke ausstoßend, die uns einen kurzen Moment lang paralysierte. Als diese gebrochen war, analysierte ich kurz die Situation. Lia war damit beschäftigt, die anderen aus der Luft zu fischen und Krathus damit, ihren Sturz abzubremsen. Währenddessen war das andere Vieh in einen Sturzflug gegangen und drohte, wieder zu verschwinden. Das konnten wir nicht riskieren, diese Überraschungsangriffe hatten uns schon letztes Mal fast umgebracht. Als ich einen Entschluss fasste, grinste ich innerlich. Das hatte ich schon lang nicht mehr getan… ich rief den anderen zu, dass ich mich an seine Fersen heften würde um zu sehen, wohin der Drache gehen wollte. Dann legte ich die Arme an, drehte mich - und stürzte dem Drachen hinterher. Dessen Flügel bremsten seinen Sturz, so dass ich sogar Boden gewann, doch der Drache wirkte einen Zauber, der ihn unsichtbar werden ließ - nicht aber, bevor ich gesehen hatte, in welche Richtung er verschwand. Meinen eigenen Zauber wirkend setzte ich sanft aus dem Boden auf und begann laut zu lachen, als die Mischung aus Adrenalin und Endorphinen meinen Körper flutete. So fanden mich die anderen, Ralkarion war natürlich eher entsetzt. Der Kerl musste sich mal locker machen, es war so selten, dass Arbeit und Vergnügen sich dermaßen miteinander vereinbaren ließen. Ich zeigte den anderen, in welche Richtung der Drache entschwunden war - dieselbe Richtung, in der laut Lady Therion auch das Labor ihres Vaters lag. Mich beschlich das Gefühl, dass wir den Drachen dort wiedersehen würden und wir machten uns auf den Weg - direkt zum Palast. Zielsicher führte uns Lady Therion in das Gemach ihres Vaters und drückte dort einige Steine, woraufhin sich ein Geheimgang öffnete. Auch wenn sie nie dort unten gewesen war, wusste sie doch, wie man dorthin gelangte. Ich konnte kaum glauben, dass sie nie versucht hatte, selbst dorthin zu gelangen - Kinder waren neugierig. Tatsächlich hatte sie es wohl einmal versucht, doch hatte einen Alarm ausgelöst. Die Tür begutachtend stellte sich heraus, dass sie tatsächlich mit einem solchen Zauber versehen war. Nun, das ließ sich beheben, wir wollten uns ja nicht zu früh ankündigen… ich konzentrierte mich, ließ meine Magie in meine Waffe fließen und beseitigte ihn mit einem gezielten Schlag. Lia zierte sich etwas, herunterzukommen. Ob es kindlicher Reflex oder Angst war, vermochte ich nicht zu sagen. Immerhin war der andere Drache deutlich größer als sie gewesen und auch dieser Ort war nicht ohne magische Verteidigung, wie sich beim Abstieg feststellen ließ - ein paar Schritte später hörte meine magische Sicht plötzlich auf zu wirken, genau wie die von Ralkarion. Beunruhigend, doch wie Garret feststellte, blockte der Schutz immerhin nicht Magie als Ganzes. Der Raum, indem wir ankamen, war in keinster Weise, wie man ihn sich vorgestellt hätte. Er sah mehr wie eine gemütliche, kleine Stube mit einer Menge Büchern aus statt nach Labor. Wohl wissend, dass es noch mehr geben musste als das untersuchten wir den Raum nach weiteren Ausgängen, doch erfolglos. Lady Therion ließ sich auf einen der Sessel fallen und machte ihrer Enttäuschung Luft. Und im selben Moment erschien im Sessel daneben ein grauer Mann, der bestätigte, dass er ebenfalls stets von Lia enttäuscht gewesen worden sei - seiner Tochter…]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-calas/Sitzung-103-424.html</link>
			<pubDate>Wed, 09 Mar 2022 00:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 102</title>
			<description><![CDATA[Ralkarion war nicht wohl bei der Sache, er wäre lieber sofort weitergezogen. Der Plan, den er vorschlug, war durchaus gut durchdacht: Eine falsche Fährte legen, eine Lagerattrappe aufstellen und sich dann auf anderem Weg, magisch getarnt, aus dem Staub machen. Doch nun aus Panik weiterzuziehen, ohne sich ein wenig Ruhe zu nehmen schien töricht. Uns stand noch ein langer Weg bevor, wir würden alle Kräfte brauchen und die Gelegenheit war günstig - bisher hatte das Biest einen offenen Angriff gescheut. Wenngleich es früher oder später diese Zurückhaltung aufgeben würde, noch schien die Gelegenheit günstig, solange wir wenigstens freie Sicht hatten.  Ralkarion schaffte es unabsichtlich, mich zu triggern, als er vorschlug, mich zu verwandeln, um uns länger durchhalten zu lassen. Nie wieder! In deutlichen Worten machte ich ihm klar, dass ich das niemals zulassen würde - lieber starb ich. Gemeinsam überzeugten ich und Krathus Ralkarion letzten Endes davon, die Rast zu beenden, beschlossen jedoch auch, nach dem Ende unserer Rast seinen Plan umzusetzen. Gesagt, getan, und tatsächlich: unser Plan gelang. Wenngleich der Wachzauber vermeldete, dass der Drache unser falsches Camp mit seinem Eisatem überzog, schien er dennoch unsere Fährte verloren zu haben, während wir unsichtbar (wenn auch nicht unbedingt leise, das Schleichen lag mir nicht im Blut) weiterzogen. Dennoch hielten wir nicht vor dem Abend des nächsten Tages an, das Risiko erschien zu groß. Und ich hatte nicht vor, in meinem Auftrag zu versagen. Glücklicherweise erwachte Garret irgendwann aus seiner Bewusstlosigkeit, so dass ich ihn nicht mehr tragen musste - die durchwachte Nacht steckte mir in den Knochen. Ich war halt nicht mehr der Jüngste, zog allerdings etwas heimlichen Trost daraus, dass es den anderen ähnlich zu ergehen schien. Gegen Abend errichteten wir unser Lager. Obgleich wir hofften, nun ausreichend Abstand zwischen uns und den Drachen gebracht zu haben, schliefen wir unruhig, doch mit der Zeit entspannten wir uns - unsere Hoffnung schien sich zu bestätigen. Erfrischt wachten wir am nächsten Morgen auf. Tat gut. Am Abend darauf hatten wir sogar das Glück, eine in den Felsen führende Höhle zu finden. Eine erstaunlich tiefe Höhle. Die in einem Gang mündete. Es erschien uns daher ratsam, die Höhle zuvor noch etwas zu erkunden, bevor wir hier unser Nachtlager aufschlugen. Ralkarion war da offenbar anders veranlagt, er fürchtete, wir würden direkt in unser Verderben rennen. Ich verstand nicht ganz, wie jemand, der nach Drachendamen suchte, das Risiko derart scheuen konnte, aber es stand mir wohl kaum zu, darüber zu urteilen. War nun beim besten Willen selbst kein Heiliger. Dennoch beschlossen wir nach einiger Erkundung, dort unser Lager aufzuschlagen, war es doch vor Drachenangriffen bestens geschützt. Ja, wir fanden Fußspuren, doch die waren derart groß, dass sich die dazugehörige Person kaum lautlos nähern konnte. Wie sich herausstellte, hatte er daran auch gar kein Interesse. Gegen Ende der Nacht wurden wir von lautem Gesang und Stampfen geweckt. Während Garret sich sofort versteckte und Ralkarion ebenfalls auf das Verstecken drängte, blieb ich recht gelassen - jemand, der uns angreifen wollte oder auch nur erwartete, dass es hier Feinde geben könnte, würde nicht laut singend durch die Gegend ziehen, ich bezweifelte daher, dass wir in Gefahr schwebten. Es schadete nicht, vorsichtig zu sein, sicher, daher legte ich meine Rüstung an, aber die Erfahrung lehrte, dass es wenig Sinn ergab, vor jedem Schatten zu flüchten. Kurz darauf kam der Sänger in Sicht - ein gewaltig großes Wesen, ein Steinriese, wenn ich es richtig deutete. Verstand leider kein Wort von dem, was er sagte, Ralkarion hingegen schien sich prächtig mit ihm zu verstehen, nachdem er seinen initialen Schrecken überwunden und einen Zauber gewirkt hatte. Ich war nicht so talentiert wie er, aber zumindest bis zu einem gewissen Grad konnte ich ihn nachahmen, so dass ich mittels Zauber zumindest verstand, was der Riese wollte. War schon früher hilfreich gewesen, war es wieder. Der Riese stellte sich als recht friedfertig heraus, war wohl nur ein Späher seines Stammes, der aber vor allem aufpassen sollte, dass keine Drachen hier entlang kamen. Nun, unsere Neugier war geweckt und Ralkarion fragte ihn, was er über Drachen in dieser Gegend wusste. Bevor er uns das beantwortete, gab es jedoch eine recht amüsante Episode - der gute Riese verspürte zunächst das dringende Bedürfnis, sich zu erleichtern und wählte dazu gerade die Felsformation aus, hinter der sich Garret versteckte. Als dieser erschrocken und triefnass aus seinem Versteck hervorsprang, trat ihm der Riese in einem verfehlten Versuch, ein Ungeziefer zu beseitigen, auf den Fuß, was dem armen Halbling sichtlich schmerzte. Ralkarion beruhigte die Lage recht schnell, doch ich musste zugeben, dass die Situation einer gewissen Komik nicht entbehrte. Hey, es war ja nicht gerade so, als wäre Garret wirklich in Gefahr gewesen. Die Informationen über den Drachen waren in der Tat sehr interessant. Offenbar waren zwei bei Westerfell, unserem Ziel gesehen worden - Westerfell hatte das wohl nicht überstanden und war niedergebrannt worden. Nicht weniger beunruhigend war, dass einer der Drachen von silberner Färbung war und damit möglicherweise die gesuchte Lia oder (und?) unser Freund der vergangenen Tage sein könnte. Beunruhigend vor allem deshalb, weil der andere Drache als weitaus größer  beschrieben wurde und von roter Färbung war. Ich kannte genau einen großen, roten Drachen - der, der Ferozoica niedergebrannt hatte. Sollte er hier gewesen sein, wäre das eine enorme Verkomplizierung des Vorhabens. Der Riese war nicht persönlich beim Angriff anwesend gewesen, daher konnte er keine Details nennen, wodurch eine weitere, unangenehme Frage aufkam - was war, wenn Lia und der Rote gemeinsame Sache gemacht hatten? Natürlich war das reine Spekulation, aber die Frage musste gestellt werden. Nach den Informationen wollte der Riese noch Bezahlung dafür haben, dass wir in „seiner” Höhle und Zugang zu den Gargant Rises lagerten. Ich war mir recht sicher, dass er lediglich etwas… Geschäftstüchtigkeit an den Tag legte, doch ich sah kein Problem darin, er hatte uns durchaus weitergeholfen. Krathus war wohl etwas geizig und gab hm nur ein Kupfer, doch der Riese schien ohnehin eher daran interessiert sein, wie unsere Münzen mit Steinen zusammen klangen. Zu gerne hätte er dazu auch Krathus Helm zum schütteln gehabt, doch der gab ihn nicht her. So gab ich dem Riesen meinen - ich würde ihn ohnehin zurückholen können. Ralkarion fragte mich später, wie ich das machen würde, doch da konnte ich ihm nicht großartig weiterhelfen - wie das meiste, was ich an Zaubern konnte, war es eher etwas Instinktives. Hatte ne Bindung aufgebaut und nutzte diese. Nachdem der Riese abgezogen war, berieten wir die neue Lage. Der Gedanke kam auf, die Suche abzubrechen und zurückzukehren, wo doch in Westerfell nichts mehr zu holen war, doch auch wenn ich nur zum Schutz abgestellt war, musste ich hier doch deutlich widersprechen - es gab die Möglichkeit, dass jemand überlebt hatte und uns weiterhelfen konnte, wenn wir jetzt abbrachen, würden wir wieder bei null starten. Einmal ganz davon abgesehen, dass ich wusste, was Aufgeben mit Individuen machen konnte… Glücklicherweise war die Idee damit auch recht schnell vom Tisch und wir würden unseren Weg fortsetzen, lediglich mit größerer Vorsicht. In diesem Kontext erfuhr ich auch, dass die Gruppe es sich zur Aufgabe gemacht hatte, den Roten aufzuhalten. Sympathisch, gab mir aber noch mehr Rätsel in Bezug auf Ralkarion auf, es passte so gar nicht zu seiner Scheu vor dem Risiko. Andererseits hatte ich auch Krathus anfangs unterschätzt, möglicherweise ging es mir mit dem Tiefling genauso? Wie wir am nächsten Tag bemerkten, war die Verwüstung wirklich enorm. Schon bevor wir Westerfell erreichten, verschwand der lauschige Wald, durch den wir bis dahin gewandert waren und machte einer verbannten Schneise Platz. Mich schauderte bei dem Gedanken an das oder die Wesen, die das angerichtet haben mochten. Hoffte sehr, dass sie sich nicht mehr hier herumtrieben, das würde meinen Auftrag sehr erschweren. Doch während wir uns vorsichtig den Ruinen des Ortes, der einmal Westerfell gewesen war, näherten, gab es keinen Hinweis darauf, dass die Drachen noch dort waren, also entspannte ich mich ein wenig. Der Anblick war jedoch schlimm genug. Kaum ein Stein stand noch auf dem anderen, an einigen Stellen brannte es sogar noch. Merkwürdig - der Angriff war zwar noch nicht lange her, aber doch offensichtlich lang genug, dass das Feuer mittlerweile hätte erlöschen müssen. Einem Instinkt folgend streckte ich meine Hand in das Feuer und fuhr zurück. Das Feuer selbst war harmlos, doch es gab offenbar eine zweite, wesentlich gefährlichere magische Komponente. Vom Feuer aufsehend bemerkte ich nun, dass ich ausschließlich Zeichen von Verbrennungen sah, jedoch keinerlei Vereisung, wie sie von einem silbernen Drachen hätte verursacht werden müssen. Möglicherweise hatte Lia doch keine gemeinsame Sache mit dem Roten gemacht, sondern war im Gegenteil von ihm gejagt worden? Das wären zum einen gute Neuigkeiten für meine Schützlinge, da sie dann wohl ein Alliierter wäre, gleichzeitig war es dann jedoch auch definitiv möglich, dass sie nicht länger am Leben war - immerhin war der Rote abgezogen. Nun, wir würden kaum mehr erfahren, wenn wir keine Überlebende oder weitere Hinweise fanden. Um das zu tun, begann Ralkarion mit einem Ritual, dass ich kannte. Ich schlug mir mit der Hand vor den Kopf, schnappte mir mein zerfledderte Zauberbuch von damals (das zugegeben recht wenig enthielt) und begann, es ihm gleich zu tun. Konnte meine Sauklaue von damals kaum lesen, daher las ich etwas stockend, wie ich später bemerkte sehr zur Verärgerung des Tieflings. Nun. Zunächst ließ sich nichts Besonderes feststellen, doch Krathus folgend betraten wir bald darauf ein großes Gebäude, die dem Herrschersitz in Zoica nicht unähnlich war. Kaum betreten, bemerkten ich und Ralkarion eine recht starke Quelle der Magie aus dem Keller. Dort angekommen, bot sich ein erschreckendes Bild: Eine junge Frau, eingehüllt in Feuer, beides scheinbar in der Zeit eingefroren. Während die anderen begannen, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wie man sie dort möglichst gefahrlos herausholen konnte, starrte ich wie gebannt auf die Szenerie. Schon die verbrannte Stadt oben und die verkohlten Leichen hatten mich mehr mitgenommen, als ich es eingestehen wollte - dasselbe Schicksal hätte meine Eltern damals ereilen können, nun war es anderen so ergangen. Nun sahen wir quasi live, wie jemand bei lebendigem Leib verbrannte. Wer weiß, welche Schmerzen sie in ihrer Zeitblase erleiden mochte? Ich hatte keine Geduld für lange Überlegungen. War Zeit für eine direkte, schnelle Lösung. Ich zog mein Schwert und stapfte nach einem eher halbherzigen Versuch, mich davon abzuhalten, auf die im Zauber gefangene Frau zu. Ich gebot den anderen, sich in Sicherheit zu bringen, während ich versuchen würde, den Zauber mit Gewalt zu brechen und die Frau aus dem Feuer zu holen. Nach allem, was ich gesehen hatte, hatte ich die besten Chancen, das zu überleben. Ralkarion hielt einen Zauber bereit um die Sache zu erleichtern, aber ich hielt mich trotzdem bereit, hineinzulaufen. Dann schlug ich zu. Der Zauber leistete enormen Widerstand, doch es gelang mir, ihn zu brechen. Sofort rollte die Feuerwelle über mich, die Frau und Ralkarion hinweg, was Ralkarion wieder aus den Latschen holte und mir zwar Schmerzen bereitete, aber nicht zu ernst schien. Die Frau hingegen brach zusammen, lebte jedoch noch. Ich schnappte sie mir und rannte zu den anderen, brüllte Krathus zu, dass er seine Heilung bereithalten solle. Garret kümmerte sich derzeit um Ralkarion. Leider musste ich feststellen, dass das Feuer sich nicht einfach so löschen ließ. Krathus gelang es, die Flammen auf Ralkarion zu löschen, woran ich jedoch scheiterte. Panik begann sich meiner zu bemächtigen, als es mir misslang, die Magie der Flammen auf der Frau zu bannen, während auch ich langsam verbrannte. In einem Akt der Verzweiflung begann ich, meinen Wasserschlauch über ihr auszuleeren, doch erst, als Krathus seine Magie auch bei ihr anwendete, gelang das auch. Meine eigene Sicherheit vernachlässigend schlug ich die Flammen aus, was meinem eigenen, geschundenen Körper den Rest gab. In dem Wissen, der Frau das Leben gerettet zu haben, ließ ich zu, dass die Dunkelheit mich umfing. Wenn wir sie retten konnten, wäre ich vielleicht auch in der Lage, meine Familie zu beschützen, wenn der Rote zurückkam. Als ich die Augen aufschlug, schienen nur ein paar Sekunden vergangen zu sein, doch das Bild hatte sich geändert. Mein Fleisch roch noch verbrannt, doch keine Flammen tanzten mehr auf mir, ein riesiger Gorilla hatte sie ausgepanscht. Ralkarion? Ich hoffte sehr, dass er wusste, wie er sich zurückverwandelte. Und dann war da die junge Frau, die nackt, verbrannt, aber lebendig vor uns lag…]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-calas/Sitzung-102.html</link>
			<pubDate>Wed, 02 Mar 2022 00:00:00 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title>Sitzung 101</title>
			<description><![CDATA[Mundi zahlte nicht schlecht, musste ich ihm lassen. Für die paar Knochen… der neue Auftrag war allerdings mehr nach meinem Gusto. Ne Gruppe von Aventuriern durch die Weltgeschichte begleiten. Gut bezahlt. Passt. Mir noch mehr, würde mich wohl auch selbst weiterbringen. Und erinnerte mich an früher… er wäre wohl stolz auf mich. Als ich die Plattform betrat und dort meine Schützlinge betrachtete, wurde mir recht schnell klar, warum der Knochenkerl mich angeheuert hatte. Kaum Fleisch auf den Knochen, der Haufen. Zwei der beiden waren von einer Größe, die mein Sohn schon mit 13 hinter sich gelassen hatte. Halbling und Kobold. Der Halbling war immerhin erwachsen aber trug weder Rüstung noch Waffen, aber der Kobold wirkte recht jung. Die anderen beiden wirkten da schon eher wie Krieger - ein Typ mit recht ansehnlicher Rüstung und eine hochgewachsene Elfe mit einer merkwürdigen Kriegsbemalung im Gesicht. Blut? Wessen? Na, nicht mein Problem, sollte sie sich anmalen, wie sie wollte. Naturgemäß wurde ich zunächst mit Misstrauen begrüßt. Nun, da waren sie nicht die ersten und würden nicht die letzten sein. Gab genug in meinem Handwerk, die uns Söldnern einen schlechten Ruf verpassten. Würde sich schon noch geben, tat es immer. Meistens. Musste auch zugeben, dass ich wohl auch misstrauisch wäre, wenn der Knochenmann mir nen Aufpasser an die Seite stellen würde. Vorstellungen waren dran, hatte mal wieder meine Manieren vergessen. Meine Schützlinge stellten sich vor als Arem, Ava, Krathus und… Garret. Wie das Schicksal so spielte, der Bezwinger meines Beinahe-Auftraggebers Cuu. Entbehrte nicht einer gewissen Komik, dass ich nun zu seinem Schutz angeheuert wurde. Grinste ein wenig, sagte ihm, er schulde mir noch einen Job. Half dem Misstrauen nicht, aber war’s wert für mich. Auf dem Weg nach unten sonderten sich die Elfe und der Gepanzerte mit den merkwürdigen Augen etwas ab. Besprachen irgendwas unter sich. Ich hörte nicht näher hin, wurde unten aber klar, als sich die beiden von den zwei Kleinen verabschiedeten. Irgendwas mit einer Bedrohung aus dem Norden - tja, davon war Logothil vollgestopft. Gab immerhin genug Arbeit dadurch. Als die Elfe sich unbeobachtet fühlte, sprach sie mit Krathus. Sagte ihm, er sei dafür verantwortlich, Garret und einen anderen namens Ralkarion zu bewachen und auf Spur zu halten. Hmm, ob in dem kleinen wohl mehr steckte? Musste ich mal testen. Machte eigentlich einen eher kindlichen Eindruck. Mochte ich, da wurden väterliche Instinkte wieder wach. Tat ich dann am Abend auch. Die Reise war eher wortkarg verlaufen, das Nötigste wurde mir mitgeteilt, mehr nicht. Ereignislos wie die Reise verlaufen war, würde ein wenig Training gut tun. Krathus schien ebenfalls ganz erpicht darauf zu sein. Der Kleine hatte Feuer, das musste man ihm lassen. Erinnerte mich an meinen Sohn. Aus einer Gefühlsduselei zog ich Korron’s Schwert statt meinem Zweihänder. War immerhin nur ein Trainingsmatch, wie ich schon tausende durchlaufen hatte. Bei Krathus Fähigkeiten gab es genau wie bei mir damals allerdings noch einiges nachzubessern. Er war zu direkt, vergaß, den Gegner als Ganzes im Auge zu behalten und ließ sich dafür offen für Gegenangriffe. Ein Hieb mit dem Schwanz, ein gezielter Schlag und er lag unbewaffnet am Boden. In einem echten Kampf ein leichtes Ziel. Schien es mir allerdings nicht übel zu nehmen, als ich ihm aufhalf. Am nächsten Tag erreichten wir Ferozoica. Oder Zoica, wie es jetzt hieß, würde ich mich wohl nicht mehr dran gewöhnen. Gingen direkt zum Compound. Wo sich mir ein Anblick bot, der mein Blut zum Kochen brachte - ein grauer Tiefling! Die antrainierten Instinkte der vergangenen Jahrzehnte ließen mich noch meine Schützlinge hinter mich schieben, bevor ich mein Schwert zog. Wieder Korrons, diesmal jedoch aus anderem Grund… bevor ich zur Tat schreiten konnte, hielten mich die anderen jedoch auf. Dies sei Ralkarion, der andere aus der Gruppe. Konnte mir nicht erklären, warum jemand mit diesen Mördern aus den Shales zusammen arbeitete, aber Job war Job. Wollte trotzdem ne Rückversicherung, also stellte ich ihm ein paar Fragen. Er stammte wohl gar nicht aus den Shales, sondern war in diesem Loch Ailamere aufgewachsen. Hätte ich ihm fast unrecht getan. Ich steckte mein Schwert weg und entschuldigte mich. Schien ihn nur mäßig zu beruhigen, als die anderen erklärten, warum ich hier war, schien er nicht weniger beruhigt. Nachvollziehbare Reaktion. Hingegen schien er fast erleichtert, dass die Elfe nicht mehr dabei war, sie hätte ihm nur „Ich hab’s dir gesagt” unter die Nase gerieben. Sein Soloabenteuer schien nicht ganz so verlaufen zu sein, wie er sich erhofft hatte, aber zuerst ging es rein in den Compound. Essen. Man merkte dem Grauen an, dass er sich bei seinen Erzählungen zurückhielt, wollte einem Fremden gegenüber nicht zuviel erzählen. Gesunde Vorsicht, sag ich mal. Legte selbst weniger Zurückhaltung an den Tag. Der Kerl berichtete von einem Ausflug zu seiner Mutter. Eine dermaßen beschissene Familie hatte ich noch nicht erlebt. Hatte selbst ne Menge Scheiße angestellt, aber sowas, was seine Eltern gemacht hatten, wow. War schon fast erleichtert, als das Essen kam und sich damit erstmal leichtere Themen angesprochen wurden. Krathus legte allerdings Tischmanieren an den Tag, die seinesgleichen suchten. Wurde wohl wieder Zeit für ne kleine Lektion. Gab ihm nen Dolch zum Essen, was er grummelnd annahm. Da er aber immerhin akzeptierte, gab ich ihm einen zweiten, als er danach fragte. Musste ja auch belohnt werden, wenn er Fortschritte machte. Der Kobold war wirklich wie ein Kind. Freute mich schon auf den Nachtisch, könnte witzig werden. Im Zuge dessen kam heraus, dass Ralkarion wohl der Adoptivvater oder Ziehvater, irgend ne Art Vater von Krathus jedenfalls war. Schien aber nicht besonders erfahren darin… erinnerte mich an mich selbst damals. Es war noch kein Vater vom Himmel gefallen. Wenn er es annahm, würde ich mal versuchen, da ein paar Tips mitzugeben. Beim Nachtisch wies ich Krathus an, den Pudding ebenfalls mit dem Dolch und nicht mit dem Pudding zu essen. Schaute genüsslich zu, wie er sich abmühte, dann zog ich den Pudding zu mir schnitt mir ebenfalls etwas ab - dann zog ich den Löffel und begann zu essen. Der Ausdruck auf dem Gesicht des Kleinen war unbezahlbar. Dann war allerdings erstmal ich mit Erzählen dran. Fair. Neben den üblichen Fragen der Loyalität zu ihnen war Thema auf mein Alter gekommen, die Jungspunde hatten daraufhin ne Menge fragen. War ja erst ganz harmlos… Thema Akademie, Garret schien ganz amüsiert davon, dass ich geflogen war. Mit Krathus am Tisch betonte ich allerdings besonders, dass ich halt ein Arsch gewesen war. War ich ja auch gewesen. Was wir alles angestellt haben, rückblickend wirklich nicht witzig. Der Kobold sollte besser nicht auf die Idee kommen, das wäre etwas Gutes gewesen. Trotzdem erlaubte ich mir ein wenig Spaß mit Ralkarion, als die Frage aufkam, wie weit meine magischen Fähigkeiten reichten. Der alte Trick mit dem illusionierten Essen. Dann unterbrach ich seinen Zauber, als er Garret verwandeln wollte. Dennoch, das hatte mein Interesse geweckt. Ich besah ihn mir mal genauer und tatsächlich - dieser schmächtige Graue war ein begnadeter Arkanist. In dieser Hinsicht weitaus stärker als ich. Dann allerdings kam das Thema auf meine Familie. Heikles Thema. Eigentlich keins, was ich mit jedem teilte. Dennoch erzählte ich bereitwillig, dass ich eine Frau und einen Sohn hatte. Habe. Mehr war ich nicht bereit zu teilen - noch nicht. Die Bande hatte was an sich, aber nun ja: gesunde Vorsicht. Glücklicherweise waren sie auch ziemlich abgelenkt davon, als ich eröffnete, dass ich nicht im Compound nächtigen würde, sondern bei meinen Eltern hier in Ferozoica. Sowas wie mich hätten sie hier noch gar nicht gesehen, was sie verwirrte. Witzig. Der Graue fragte mich, ob ich jemanden namens Kryla kennen würde, die eine andere „Drachengeborene” sei. Weder kannte ich sie, noch fand ich die Bezeichnung besonders passend, was ich vor mich hin murmelte, als ich rausging. Freute mich, meine Eltern wiederzusehen. Waren ja auch nicht mehr die Jüngsten. Am nächsten Morgen traf ich die anderen wie vereinbart am Compound. Wie am Abend abgesprochen, sollte es auf die Suche nach dieser Lia gehen. Teleport nach Ak’therion. War ich noch nicht, kam mir gut zupass. Außerdem war Professor Chrylax wohl für den Teleport zuständig, der wohl nicht mehr ganz er selbst war. War gespannt, den arroganten Fatzke wiederzusehen. Nach dem Frühstück, bei dem mal wieder eine Lektion für Krathus fällig war - der Kerl saß doch tatsächlich mit voller Rüstung bei Tisch - beschwor ich meine eigene. Ein nützlicher Taschenspielertrick, doch offenbar für die Gruppe etwas Besonderes. Ralkarion hingegen schien zu glauben, ich hätte die Rüstung die ganze Zeit angehabt und nur die Illusion von normaler Kleidung erzeugt. Cleverer Kerl, selbst wenn er auf dem Holzweg war. Auf dem Weg dorthin wurde ich vor seiner Leidenschaft für Feuerbälle gewarnt. Mein Grinsen wurde ziemlich breit. Das könnte lustig werden. War schon fast wieder der Student von damals. Jaja, war ein Arsch, aber Chrylax auch, dem schadete es nicht. Während die anderen also zögerten, hinunterzugehen, verlagerte ich etwas Energie in meine Schuppen und stieß die Tür auf. Wie erwartet empfing mich ein Feuerball, doch aktuell war das für mich nicht mehr als ein laues Lüftchen. Ein Lachen kaum unterdrückend können, begrüßte ich ihn mit einem grinsenden „Hallo, Professor.” Erstaunlicherweise erinnerte sich der Typ sogar noch an mich. Hatte wohl Eindruck hinterlassen, der hatte sich doch sonst nicht für die Studenten interessiert. Es folgte ein Austausch an Nettigkeiten, dann begannen der Professor und Ralkarion mit der Vorbereitung des Teleportzirkels. Natürlich war er sofort bereit, seine Klassen dafür abzusagen und schickte Krathus los, um das für ihn zu tun. Spielte derweil oben mit Garret Karten. Ernstzunehmender Gegner, der Kerl, nötigte mir doch Respekt ab. Nachdem Krathus zurück war, ging es los. Allerdings war nicht Chrylax derjenige, der den Teleport ausführte, sondern Ralkarion. Sieh an, sieh an, die alte Mumie wollte doch mal wen unterrichten? Wenige Sekunden später standen wir in einer Turmruine und wurden mit einem lauten Knall empfangen. Instinktiv baute ich einen Schild auf, der einen Teil der Energie absorbierte und Garret und Krathus entkamen dem Energiestoß mit einer Geschicklichkeit, die ich schlicht nicht mehr besaß. Ralkarion hingegen wirkte etwas zerzaust. Ich schlug mein altes Zauberbuch auf und begann einen der Sprüche von damals. Wollte wissen, ob es noch mehr Fallen von der Sorte hier gab, doch ich entdeckte nur den einen. So verließen wir den Turm und betraten eine Geisterstadt. Keine Spuren nirgendwo, was mich angesichts der intakten magischen Falle irritierte, zumal sie laut Aussage der anderen beim letzten Besuch nicht dagewesen war. Die Frage nach dem Verbleib der Bewohner stellte sich nicht mehr, als wir auf eine Massengrab stießen. Die Hextor erwiesen offenbar auch ihren gefallenen Gegnern die letzte Ehre. Was sie wiederum ehrte. Gegner wechselten ständig, es war wichtig, wie man mit den Besiegten umging, sonst entfachte man anhaltende Blutfehden, die keinem halfen. Wusste ich nur zu gut. Außerhalb der Stadt begegnete uns ebenfalls niemand, doch noch ein paar Stunden Fußmarsch Richtung Süden, zu unserem Ziel Westerfell, sahen wir ein gewaltiges Skelettwesen etwas abseits vom Weg lagern. Wirkte nicht aggressiv, versperrte uns auch nicht den Weg. Krathus wollte aus irgendwelchen Gründen direkt anklopfen, die anderen hatten wohl schon einen Zusammenstoß mit so etwas gehabt und wollten es vermeiden. So zogen wir weiter. Machte mr eine Notiz, mit Krathus bei Gelegenheit mal drüber zu sprechen, wann man Kämpfen aus dem Weg gehen sollte. Oder besser, Ralkarion darauf hinzuweisen. Er war der „Vater”, nicht ich. Gegen Abend schlugen wir dann unser Lager auf. An einem ungünstigen Ort, wie sich herausstellte, doch zunächst stand ein weiteres Training mit Krathus an. Er lernte schnell dazu, der Schwanztrick funktionierte diesmal nicht, doch er war noch immer zu sehr darauf bedacht, was er konnte und zu wenig auf das, was der Gegner damit anstellte, so dass das Ergebnis am Ende das gleiche war. Dennoch, der Kleine hatte durchaus Talent. Wir hatten uns kaum zur Ruhe begeben, da fuhr ein eiskalter Sturm über uns und durch alle Glieder hindurch. Doch bevor wir reagieren konnten, war unser ungesehener Gegner schon wieder geflohen. Ich verfluchte mich selbst dafür, nicht den üblichen Schutzzauber gewirkt zu haben. Wurde auf meine alten Tage wohl nachlässig. Ralkarion und Garret hatte es indes aus den Latschen gehauen. Fragte mich, wie die beiden mit der Konstitution so weit gekommen waren, aber zumindest erklärte das ihre Aversion gegen die Untersuchung des Skeletthaufens von vorher. Ralkarion konnte unseren Gegner noch als Drachen identifizieren, bevor auch seine Augen den Blickkontakt zu dem davonfliegenden Ungetüm verloren. Ein Drache! So ein Vieh hatte ich noch nie gesehen, glücklicherweise. Interessante Gegend jedenfalls. Hoffentlich war es nicht der Rote - gegen ein Vieh, dass mal eben den Herrscher von Ferozoica erlegte und dabei die halbe Stadt abbrannte sah ich schwarz. Aber auch so schien mit diesem Exemplar nicht zu spaßen zu sein. Ich schlug daher vor, unser Nachtlager zu verlegen, hier war es ganz offensichtlich nicht sicher. Aus unerfindlichen Gründen waren die anderen jedoch davon überzeugt, keine weiteren Störungen mehr zu erwarten zu haben. Mir war nicht wohl bei der Sache, aber sie waren mit anvertraut, also blieb ich natürlich bei ihnen. Das nächste, an das ich mich erinnerte, war eisige Kälte und deutlich später erwachte ich in einer mir bekannten Postion. An den Füßen gefesselt, Rücken auf einer zurechtgebastelten, kruden Trage, über den Boden schleichend. Genau wie bei dem Einsatz bei Llachlun. Reflexartig beschwor ich Rüstung und Waffen und kappte das Seil, was mich vornüber stolperten ließ und mich mit einem Fluch am Boden landen ließ. Stöhnend stand ich auf, mein Körper war ziemlich zerschunden. Ich ließ mein Schwert aufleuchten, um mir die Situation genauer zu besehen. Krathus und Garret blickten mich vom Rücken eines Yaks aus an, beide ebenfalls recht mitgenommen. Ralkarion lag noch bewusstlos auf dem Rücken desselben. Nach einer Erklärung fragend, erklärte mir Krathus, dass der Drache eben doch wiedergekommen war und sie sich nun doch zur Verlegung des Camps entschlossen hätten. Kluger Zug. Beeindruckender fand ich jedoch, dass Krathus beide Angriffe überstanden hatte und uns alle aus der Gefahrenzone befördert hatte. Verstand langsam, warum die Elfe ihn mit dem Schutz der anderen beauftragt hatte, in dem Kleinen steckte Potential. Sagte ich ihm auch so und bedankte mich bei ihm, was ihm gut zu gefallen schien und seinem Yak etwas zuflüsterte. Als Ralkarion später erwachte, wies ich ihn mit einem Ellenbogenstoß an, dasselbe zu tun. Man musste Kinder nicht nur Regeln beibringen, man musste sie auch loben, wenn sie etwas gut gemacht hatten, so wie Krathus es getan hatte. Eine Weile zogen wir durch die Dunkelheit, bevor wir einen scheinbar geeigneten Lagerplatz gefunden hatten und es wagten, uns wieder zur Ruhe zu betten. Diesmal vergaß ich nicht, den Schutzzauber zu wirken, auch wenn ich bezweifelte, dass er gegen einen Drachen etwas ausrichten würde. Mittlerweile kreisten sich meine Gedanken darum, warum er uns nicht längst umgebracht hatte, es wäre ihm spätestens nach dem zweiten Angriff problemlos möglich gewesen. Beschützte er nur etwas? Hatte er aus unerfindlichen Gründen trotzdem Angst vor uns? Oder verjagte er nur lästige Fliegen aus seinem Revier? Die anderen äußerten den Verdacht, dass es sich bei dem Drachen gar um die gesuchte Lia handeln könnte, diese sei von drachischer Abstammung. Das wurde ja immer besser. Kurz nachdem wir uns erneut zur Ruhe gelegt hatten, wurden wir von meinem Zauber geweckt. Machte mich kampfbereit, doch es war nur ein Huhn gewesen. Oder war es das? Etwas stimmte nicht mit seinem Verhalten. Ich war unschlüssig. Wenn es eine Gefahr darstellte, wäre ein kurzer Feuerstoß ein adäquates Mittel, doch wenn es nur ein Huhn wäre, würde irgendein Bauer einen Verlust zu beklagen haben. Für arme Leute war so etwas nicht leicht zu verkraften. Krathus hingegen hatte da keine Skrupel und er rannte dem Huhn hinterher, alle Rue in den Wind schlagend, nachdem er mit seinen Versuchen, das Huhn zu ergreifen gescheitert war. Es stellte sich heraus, dass der Feuerstoß die bessere Alternative gewesen wäre - das Huhn verwandelte sich in den Drachen, der uns so zusetzte, schnappte sich Krathus und hob ihn in die Lüfte. Ich machte mich bereit, seinen Sturz abzufangen, doch Ralkarion kam mir zuvor. Da das Vieh uns erneut gefunden und angegriffen hatte - wobei, hatte es das? Erneut hätte es uns problemlos auslöschen können, aber es nicht getan. War es schlicht feige? Wie dem auch sei, nach diesem neuerlichen Angriff schien die Nachtruhe nicht mehr in Reichweite, aber wenigstens eine kurze Pause war dringend nötig, wir pfiffen alle aus dem letzten Loch. Diesmal suchten wir uns allerdings ein offenes Feld, in der einsetzenden Dämmerung hatten wir einen besseren Überblick und würden frühzeitig gewarnt, wenn das Vieh wiederkam. Krathus bat darum, schlafen zu dürfen, was der kleine Kerl sich redlich verdient hatte, also sagte ich ihm, dass ich ihn wecken würde, wenn der Drache zurückkommen würde. Tatsächlich und wenig überraschend kam er wieder, drehte aber jedesmal wieder ab, wenn wir es sahen. Wirklich feige? Warum? Das Verhalten ergab nur dann einen Sinn, wenn es glaubte, dass wir noch immer genug Kondition hätten, um ihm gefährlich zu werden. Was nicht der Fall war, aber besser, wir ließen es das nicht wissen. Auf die Rufe von Ralkarion, dass wir nach Lia suchen würden und der Nennung von Mundo schien es allerdings auch nicht weiter zu reagieren und in einem unaufmerksamen Moment war es wieder da, wirkte irgendeine Art Zauber auf Garret, der uns daraufhin angriff, glücklicherweise dabei nicht besonders geschickt war. Ralkarion schlug ihn bewusstlos, während es mir immerhin gelang, ein Zeichen auf den Drachen zu legen. So sollten wir frühzeitig gewarnt werden, wenn er zurückkam - doch die Hoffnung währte nur kurz, nachdem es sich ein paar Meilen entfernt hatte, schien es das Zeichen zu entfernen. Unangenehm. In der Hoffnung, zumindest diese Rast beenden zu können und dann mit einem Gewaltmarsch aus den Fängen des Ungetüms zu entkommen, begaben wir uns zurück an die Wache…]]></description>
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			<pubDate>Wed, 02 Feb 2022 00:01:00 +0000</pubDate>
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