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		<title>TableTopTreff Hannover e. V.: Tagebuch: Ava</title>
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		<pubDate>Thu, 14 May 2026 07:09:01 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 118</title>
			<description><![CDATA[Nach langer Zeit ging es also mal wieder in Richtung des Lurkers. Ich betrat die Kneipe als letzte, merkte allerdings sofort, dass etwas nicht stimmte. Die Kneipe war gefüllt von in Reihe sitzenden Halblingen, die nach vorne starrten, wo Lurk vor zwei weiteren Halblingen stand, die jeweils mit diversen Innereien besudelt waren und Schwerter auf dem Rücken trugen. Was auf den ersten Blick wie ein okkultes Ritual wirkte, stellte sich auf den zweiten als eine Hochzeit mit sehr… ungewöhnlichen Bräuchen heraus. Doch was durfte ich als Elfe aus Ravengrove schon groß über ungewöhnliche Sitten sagen. Lurk gewann recht schnell die Fassung zurück und tat so, als wäre der Aufsicht geplant und es würde nunmehr zur Unterhaltung der Gäste einen Kampf zwischen Garret und Krathus geben, als Reenactment von Garrets Kampf gegen Cuu. Die Waffen wurden gereicht, Garret bekam einen Besen und Krathus einen… Fisch? Ich setzte mich. Das versprach, gut zu werden. Tatsächlich enttäuschten die beiden nicht, doch war Krathus aufgrund seiner Waffe dermaßen im Nachteil, dass Garret letzten Endes erneut als strahlender Held von Zoica dastand. Ich ertappte mich grinsend bei dem Gedanken, ob der ehemalige First Protector wohl diesmal zu seinen Pflichten stehen und die Hochzeit zu einem guten Ende führen würde. Der Rest des Abends verlief dann wie geplant feucht-fröhlich, auch ich hielt mich nicht zurück. Nicht, dass ich noch auf den Gedanken käme, pflichtbewusst Lia hinterherzujagen. Krathus bekam ebenfalls noch seine eigene kleine Genugtuung an mir, als er lautstark verkündete, dass ich die Zeche für Rachwood zahlen würde. Ich tat ihm den Gefallen - wenn er dadurch wieder versöhnt wäre, war es das mehr als wert. Am nächsten Morgen hatte Ralkarion, nun wieder ein Tiefling, seine lautstarke Freude daran, unsere Brummschädel zu seinem Vergnügen zu nutzen. Sei es drum, das hatte ich nach meinen Sprüchen durchaus verdient. Wenig überzeugt begannen wir nun mit der Suche nach Lia in ihrem Zimmer. In dem Ralkarion und Razora in der Nacht vorher ihre Beziehung gefeiert hatten. Ich war von den Häusern der Heilung durchaus ekelhafte Krankheiten und Verletzungen gewohnt, doch beim Anblick des Zimmers revoltierte mein Magen dann doch. Nach einer vorsichtigen Inspektion des Zimmers fanden wir keine Hinweise, bis wir unter dem Kissen eine Goldmünze aus Ailamere fanden. Kurios. Wie mochte die dort hingekommen sein? Und warum hatte sie jemand dort positioniert? Als Zeichen? Hinweis? Aber für was? Nach diesem unerfreulichen Intermezzo stiegen wir in den Keller hinab, um uns dem nächsten zu stellen. Wie eine Wache verriet, hatte Al’Chara eine Audienz bei der Herrscherin der Stadt. Innerlich überlegte ich mir nur halb im Spaß, wie ich es schaffen könnte, Ralkarion so zu positionieren, dass nur er die Brodems der Drachinnen abbekäme, nachdem er ihnen erneut unweigerlich ans Bein pinkeln würde. Ob diese Abneigung der Obrigkeit gegenüber mit seinem Aufwachsen in Ailamere zu tun hatte? Zwar waren alle in der erwartbaren Laune, unerwartet war jedoch, dass wir beide in ihrer Drachengestalt vorfanden. Was Al’Chara angeht war uns ihr Nablick noch deutlich im Kopf, Posetines Äußeres hingegen überraschte mich enorm. Ja, ein roter Drache, doch von irgendeiner Art obskuren Magie dermaßen vernebelt und verfärbt, dass die Schuppen je nach Blickwinkel eine eher blauschwarze Färbung annahm. Es war nur schwer zu beschreiben. Ebenfalls unerwartet war Posetines (oder sollten wir sie Lady Logoth nennen?) Eröffnung, dass sich ein gewisser Loganaar bei ihr gemeldet hatte. Der Sohn des Roten, den der arme Gudden so sehr verehrt hatte, schlug eine Allianz vor. Aus irgendeinem Grund fragte Posetine uns um Rat, doch waren wir ebenso skeptisch wie sie. War sie ernst gemeint, wäre es enorm hilfreich. Jedoch bestand genausogut die Gefahr, einen Logoth durch einen anderen zu ersetzen. Wir schlugen daher ein Treffen zwischen beiden auf neutralem Boden vor, um sich ausloten zu können. Immerhin hatte sich Loganaars halborkischer Abgesandter eines unserer Probleme angenommen und Posetine Lias Prinzessinenbuch ausgehändigt. Dieses Buch würde ich wohl überall erkennen. Auch wenn es unangenehme Fragen aufwarf, wie zum Beispiel, wie Loganaar von den Vorfällen des gestrigen Abends wissen konnte, hoffte und fürchtete ich, dass sich die Suche nach Lia damit erübrigt hatte. Und tatsächlich, wenig später entsprang die junge Therion dem Buch, sichtlich verärgert und beschämt über ihre Gefangennahme durch den Abgesandten. Übrigens ein weiteres, beunruhigendes Detail: Wie hatte dieser Abgesandte einen ausgewachsenen Drachen so einfach im Alleingang einfangen können? Damit kehrte auch die Diskussion um den weiteren Umgang mit Lia und Mundi zurück. Ralkarion war der festen Überzeugung, dass man erstmal ohne Lia zu Mundi gehen könne und mit ihm Bedingungen aushandeln könne. Was ich für vollkommen abwegig hielt und darin Unterstützung von Krathus und Garret erhielt. So musste Ralkarion von seiner Position abweichen, Lia auf keinen Fall auszuliefern. Er war also in der Lage, seine Moral im Notfall beiseite zu schieben, immerhin. So konnten wir uns dann dem Thema zuwenden, wie wir Lias erneute Flucht aus Mundis knöcherner Umarmung erleichtern könnten, ohne dass es auf uns zurückfiele. Wir verfielen recht schnell auf die Optionen, einen Teleportzirkel in ihrem Buch einzurichten, sie selbst einen Notfallzauber vorbereiten zu lassen, der sie aus der Dreadspire herausteleportierte oder Chrylax um eine Teleportschriftrolle zu bitten. Um ehrlich zu sein erschien mir nur die erste Option als einigermaßen erfolgsversprechend. Dann kam der wohl drastischste Vorschlag von Lia selbst. Nachdem sie plötzlich um mein Schwert bat, hackte sie sich zu unserem Schreck einen Finger ab und übergab ihn uns. Sollten alle Versuche fehlschlagen, so ihr Plan, würde sie sich umbringen und wir müssten sie mit Hilfe des Fingers wiederbeleben. Schließlich schuldeten die Hextor Garret und Ralkarion noch einen Gefallen, sollte Harkis diesen nicht mittlerweile eingelöst haben, was mir wenig wahrscheinlich erschien. So drastisch der Plan auch war, kam ich nicht umhin, die Kreativität desselben und Lias Opferbereitschaft für ihre Freiheit zu bewundern. Ralkarion hingegen schien es sich von da an in den Kopf gesetzt zu haben, Lia vor Dummheiten zu bewahren. Immer wieder drang er darauf, die Pläne in eine vorgegebene Reihenfolge zu bringen, an die sich Lia halten solle und ihren eigenen am Besten ganz zu vergessen. Was anfangs noch halbwegs verständlich war, wurde im Laufe des Gesprächs zunehmend nervig. Was bildete sich der Kerl eigentlich ein, Lia, die WIR wegen unbedachten Äußerungen an jemanden ausliefern würden, zu dem sie unter keinen Umständen gehen wollte, Vorschriften zu machen? Und warum, weil wir eventuell unsere eigenen Pläne hinten anstellen mussten? Was Mitglieder dieser Gruppe ohnehin immer wieder taten? Dazu schien er zu glauben, dass Lia sich bei erster Gelegenheit umbringen würde und die anderen Pläne nicht in Erwägung ziehen würde. Wer um alles in der Welt würde sich denn bitte umbringen, wenn es Alternativen gab? Für wie bescheuert hielt er Lia? Ich gebe zu, ich war möglicherweise etwas grob in meiner Ausdrucksweise, doch die unterschwellige Arroganz, die Ralkarions Äußerungen zugrunde lag, brachte mich auf die Palme. Letzten Endes entschieden wir, für alle Pläne Vorsorge zu treffen und wenn möglich schon bei der Übergabe so ablenkend zu sein, dass Lia eventuell sofort entkommen könnte. Während sich also Ralkarion mit Lia ins Buch begab, um den Teleportzirkel aufzustellen, ging ich mit Krathus und Garret auf die Suche nach Chrylax. Nachdem wir an seinem Haus erfuhren, dass er nunmehr in der Akademie lebte, machten wir uns dorthin auf den Weg. Tatsächlich stand er gerade vor einer Gruppe aus Lehrlingen und schwadronierte einmal mehr über den Segen von magieerzeugtem Feuer. Als er Krathus sah, schien er sich sogar besonders zu freuen und ließ uns keine Chance, unser Anliegen schnell abzuhandeln. Stattdessen bat er Krathus zu einer für die Schüler lehrreichen Demonstration nach vorne. Böses ahnend flüchtete ich mich vom Dach der Akademie. Zurecht, denn kurz darauf fegte eine Feuerbrunst über mich hinweg. Als ich wieder nach oben stieg, wirkte Krathus recht angesengt, während Chrylax zufrieden seine Stunde damit beschloss, den Schülern demonstriert zu haben, wie man besonders hartnäckige Gegner mit Feuerbällen ausschalten konnte und sie dann zwang, die Mauer herunterzuspringen. Magier und ihre Lehrmethoden… Das darauf folgende Gespräch ließ unseren Besuch endgültig überflüssig erscheinen, denn Chrylax war nicht in der Lage, eine Teleportschriftrolle herzustellen, so dass wir unverrichteter Dinge zurückkehrten. Ralkarion und Lia waren erfolgreicher gewesen, jedoch berichtete Ralkarion von einem Wolf, der sich als Trugbild getarnt und sie beobachtet hatte und eine weitere Ailamere-Münze hinterlassen hatte. Ganz offenbar schien der Hinterlasser der Münzen auf Ralkarion aus zu sein. Kombiniert mit seinen körperlichen Veränderungen, die ihn mehr und mehr nach Seemann aussehen ließen, konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass dort jemand neues Interesse an ihm geschöpft hatte. Ein Mitglied seiner illustren Familie vielleicht? Schließlich war die Zeit zum Aufbruch gekommen. Nach Aussage von Garret und Ralkarion war es besser, wenn man Lia dort nicht sah, daher verbarg sie sich unter einem Unsichtbarkeitszauber. Unsere Sorgen waren unbegründet - leider. In Scourgefaust angekommen, stellten wir fest, dass die Festung leergefegt war  wie wir wenig später feststellten, galt dies auch für die Stadt? Was war hier nur geschehen? Doch Antworten mussten warten, als uns auffiel, dass Lia auffällig still war. Ein Blick in die ätherische Welt meinerseits bestätigte unsere Vermutung, dass sie sich von uns gelöst hatte und ich verfluchte mich dafür, nicht schon früher daran gedacht zu haben. Glücklicherweise jedoch war sie nicht weit gekommen - sie war zur Ruhestätte Mundos gelaufen und machte uns erneut sehr eindrücklich klar, welchen der beiden Brüder sie bevorzugte. Dennoch kam sie zu unserem Glück ohne weitere Klagen mit und mit einem letzten Teleport ging es nach Dreadspire. Dort erwartete uns ein einzelnes Skelett, dass jedoch unmissverständlich klar machte, dass Mundi gerade nicht verfügbar sein. Er habe einen Feldzug gegen die Yuan-Ti zu führen. Ob wir Faranar dabei helfen würden? Wir könnten hier eh nicht weg, der Bereich sei magisch versiegelt. Also wieder eingesperrt. Ich kämpfte mit meiner aufsteigenden Panik aufgrunddessen, was mir jedoch nur mäßig gelang. So willigte ich viel zu schnell ein, Mundis Lieutenant Faranar bei der Schlacht zu helfen, als uns das Skelett versicherte, dass es auch Rebellen gegen die Yuan-Ti seien. Ich hasste enge Orte… Nachdem wir zum Schlachtfeld gebracht worden waren, stellte sich Faranar auf den ersten Blick als unsichtbar heraus. Auf meinen zweiten, speziellen Blick war er ein fetter Zwerg, der gemütlich auf seinem Knochenross saß. Nackt. Ein Anblick, der mich trotz unserer Situation amüsierte. Was stimmte nur mit meinem Humor nicht? Aus der Enge des Dreadspire befreit kamen mir nun Bedenken, doch es half nichts, wir hatten zugesagt, für Mundi Soldaten zu spielen. Jetzt einen Rückzieher zu machen, würde sich mit Sicherheit negativ auf unsere Verhandlungsposition auswirken. So blieb nur zu hoffen, dass es sich tatsächlich um Rebellen handelte und wir sowohl Mundi als auch Sardak einen Gefallen täten, wenn wir gegen sie vorgehen. Davon abgesehen konnte es als ein recht guter Test für unsere Fähigkeit gelten, Zoica zu verteidigen. In dem Fall wäre Zoica vermutlich verloren. Ein Zauber Ralkarions ließ zwar eine Einheit Bogenschützen des Gegners nicht in die Schlacht eingreifen, doch war er dermaßen darauf bedacht, die Yuan-Ti nur bewusstlos zu schlagen, dass er fast sein eigenes Bataillon verlor. Nicht nur das, er hinderte auch die nachrückenden Untoten daran, in den Kampf einzugreifen und gefährdete damit den Ausgang der Schlacht und die Leben von uns und seinen Soldaten. Krathus und Garret schienen zunächst ihre Abmachung zu erfüllen, verfielen dann jedoch in einen unerklärlichen Kampfrausch, der sie auf einem Skelettriesen reitend die Glorie und Ehre, gegen einen überlegenen Gegner zu triumphieren, über den Erfolg der Schlacht stellen ließ. Was den Skelettriesen unnutzbar machte. Und ich… nun, ich stand weit hinten, praktisch unfähig, etwas am Kampfgeschehen zu ändern außer dem Katapult Anweisungen zu geben, wohin es schießen sollte. Auch wenn wir die Schlacht gewannen, erlitten wir Verluste in einem Ausmaß, die mich um die Verteidiger Zoicas bangen ließ. Doch immerhin erkaufte es uns endlich die erwünschte Audienz mit Mundi, der inmitten seiner Skelettarmee am Fuße der Dreadspire in einem Zelt wartete. Unser Aussahen versetzte uns immerhin in die glückliche Lage, festzustellen, dass seine Abneigung gegen Blut eine Tatsache war, auch wenn sein Untergebener Bashere ihn so gut wie möglich davon abschirmte. Auch der Rest der Audienz verlief erfolgsversprechend. So sicherte Mundi zu, in Verhandlungen mit seinem Bruder zu treten und auch mit den Yuan-Ti würde er Frieden halten, solange diese nicht ihn oder die Ungol angriffen. Als Zeichen seines guten Willens hatten wir die gefangenen Yuan-Ti zuvor nach Sardak geschickt, damit man dort mit ihnen umgehen würde, wie es den Gesetzen der Sardak entsprach. Und bei alledem schafften wir es irgendwie, Mundis Aufmerksamkeit zu zu fesseln, dass sich Lia währenddessen herausschleichen konnte. Erst als es zu spät war, fiel Mundi die erneute Abwesenheit seiner Frau auf. Sichtlich unamüsiert beendete er daraufhin abrupt die Audienz und ging mit Bashere hinaus. Ralkarion wollte es sich aus irgendwelchen Gründen gemütlich machen, abzuhauen würde uns als mögliche Kollaborateure in ihrem Verschwinden verdächtig machen. Wie er darauf kam, war mir unklar - Mundi hatte die Audienz beendet, weiter dort herumzusitzen würde uns bestenfalls als Verächter seiner Autorität darstellen. Noch dazu hatte Krathus eine recht unbedachte Äußerung fallen gelassen. Zum entsprechenden Zeitpunkt hatte Mundi dem keine Beachtung geschenkt und vielleicht hatte er sie nicht einmal gehört. Doch sollte Mundi auf den Gedanken kommen, dass wir etwas mit Lias Verschwinden zu tun haben könnten, wollte ich mich nicht inmitten seiner Armee aufhalten. Eine Einstellung, die auch von Krathus und Garret geteilt wurde und so landeten wir eine Verwandlung in Meeresfrüchte später wieder in Sshistana und teilten Arina mit, dass unsere Bemühungen von Erfolg gekrönt gewesen waren. Wie selten wir das doch sagen durften. Da Harkis am nächsten Tag zurückerwartet wurde, beschlossen wir, einmal mehr über Nacht hier zu bleiben. Zum ersten Mal seit Tagen ließ ich meine Anspannung fallen, doch dadurch ließ die Nähe zu Arina Gedanken aufkommen, die ich bisher verdrängt hatte. Ich war aufgebrochen, um die Welt zu sehen, dann war ich in diese Geschichte mit den roten Drachen hereingesogen worden. Bisher hatte ich gedacht, dass ich danach wieder nach Ravengrove zurückkehren würde, doch die Sache mit Arina und dem Blutfluch hatte eine Erkenntnis zutage gefördert, die ich rückblickend schon vor einem Jahrhundert hätte zulassen müssen, hätte ich mich nicht immer wieder mit neuen Ablenkungen diesbezüglich belogen: Ravengrove war schon lange nicht mehr mein Zuhause. Doch was war es dann? Was war es, wofür ich all das hier tat? Und wer wäre ich, wenn ich das hier lebend überstand? Auf all das fand ich keine Antwort. Ironisch. Zum ersten Mal in meinem Leben wusste ich relativ genau, wer ich war, doch hatte über diese Erkenntnis meine Heimat und mein Ziel verloren. Vielleicht hätten die anderen Antwort für mich… in dieser Hoffnung fragte ich sie, was sie eigentlich danach vorhätten. Krathus antwortete wie aus der Pistole geschossen, dass er weiter Reichtümer für seinen Hort anhäufen würde, die er den Rachwoodlern zugute kommen lassen würde, zu denen er eine starke Bindung verspürte. Garret hingegen hatte kleinere Pläne. Ihn plage das Heimweh, er würde zu seiner Familie zurückkehren und die Brauaerei weiterführen und mit all den gewonnenen Eindrücken neue, bessere Whsikeys erstellen. Ralkarion brauchte etwas länger, doch offenbarte schließlich, dass er darüber nachdächte, mit Razora die alte Taverne zu führen. Alles durchaus Pläne, die ich eigentlich als sinnfüllend und schön erachten müsste und es für meine Gefährten auch tat - doch mir persönlich führte es nur meine eigene Ziellosigkeit vor Augen, nichts davon erschien mir nach etwas, was ich mir vorstellen könnte. Ich wich der Gegenfrage erst aus, doch schließlich offenbarte ich meine Gedanken. Ralkarion bemühte sich, mir zu versichern, dass ich immer bei ihnen willkommen sei. Ich war ihm durchaus dankbar, doch spürte irgendwie, dass die Leben, die sie beschrieben, nicht meine Zukunft wären. Ich konnte mir plötzlich nicht mehr vorstellen, mich jemals irgendwo niederzulassen, weder an einem Ort noch mit einer Person. Doch gleichzeitig verspürte ich keine Sehnsucht danach, auf ewig umher zu ziehen. Es war verwirrend. Und so wischte ich die wohlmeinenden Äußerungen meiner Gefährten rüder als nötig beiseite. Ich war froh, dass sie so reagiert hatten, doch dies war offenbar etwas, wobei sie mir letztendlich nicht helfen konnten. Am nächsten Morgen traf Harkis wieder in Sshistana ein und nahm die Informationen zur Kenntnis, wenngleich er nicht übermäßig begeistert wirkte, gleich wieder umkehren zu dürfen. Insgeheim fragte ich mich, ob er bei Ssai Sardak in Ungande gefallen war - erst die Äußerung Sunas, die deutlich machte, dass der Imperator Harkis etwas aus Misstrauen verheimlichte, nun die ständigen Botengänge, die jemandem in seiner Position eigentlich eher unwürdig waren. Das, gemeinsam mit der Zerstörung von Sshistana und dem damit verbundenen Rückschlag der Pläne der Yuan-Ti, ergaben ein gewisses Bild. Wie um meine Gedanken zu unterstützen, ließ er uns wissen, dass die Yuan-Ti ihren Teil der Abmachung einhalten und uns bei der Übernahme des Heart of Rage Nexus helfen würden - indem er allein uns unterstützte. Ob das nun ein Zeichen von Ehrerbietung war oder der Imperator einen unliebsam gewordenen Untergebenen loswerden wollte, vermochte ich nicht zu sagen. Wir packten zusammen, alles schien erledigt. Dann jedoch bemerkte Arina etwas, was mich bis ins Mark erschütterte. Sie würde nicht mehr lange leben, da der Ort zerstört war. Ich ging bis dahin aus, dass sie mit ihrer Bindung an Sshistana das Land selbst gemeint hatte, doch tatsächlich war es die Einrichtung gewesen, die sie am Leben gehalten hatte. Wenn diese schnell genug wieder errichtet würde, gäbe es eine Chance, zu überleben, anderenfalls würde sie unweigerlich sterben. Ich kämpfte mit den Tränen - sowohl jenen aus Trauer, als auch auf Wut. Daran war dieser verdammte Blutfluch schuld, der auf Ravengrove lag. Und die verdammte Geheimniskrämerei der Elfen dort, die es Arina unmöglich gemacht hatte, sich davor zu schützen. Sollte Arina sterben, hätte dort jemand Fragen zu beantworten… Doch der Schock und die Trauer wog schwerer und so umarmte ich Arina zum Abschied sehr viel länger und fester, als ich es vielleicht sonst getan hätte. Ich hoffte sehr, dass es kein Abschied für immer war, als wir Sshistana den Rücken kehrten. Kaum waren wir außer Hörweite, verkündete Ralkarion natürlich sofort, Arina retten zu wollen. Worte, die sich wie glühende Dolche in meine Brust bohrten. Natürlich wollte ich das auch, aber es gab Wichtigeres und wenn wir wegen jeder einzelnen Person, und war sie uns noch so wichtig, ständig alles andere hintenan stellen würden, opferten wir Logothil für unsere persönlichen Interessen. Wofür er natürlich nicht empfänglich war, genauso wenig wie ich für seine fast schon übliche Argumentationsweise, dass wir dann ja nicht besser als der Rote seien. Es war sinnlos, ihm beizubringen, dass ich keinen Wert darauf legte, „besser” als der Rote zu sein, solange meine Handlungen für Logothil ein besseres Ende versprachen. So wechselte Ralkarion die Argumentationsschiene und brachte vor, dass Arina mehr von Blutmagie verstand als alle anderen, die wir kannten und wir dieses Wissen gegen den Roten brauchen würden. Außerdem würde es unsere Allianz mit den Yuan-Ti stärken, wenn wir eine der Ihren retteten. Mir fielen sofort eine Million Gegenargumente ein - damit angefangen, dass er die Mentalität der Yuan-Ti offenbar noch immer nicht verstand und der Imperator Arina ganz offensichtlich nicht als eine der Ihren sah - Sunas Auftrag hatte beinhaltet, Harkis deshalb nichts zu sagen, weil er es „der Elfe” sagen könnte. Und Arina selbst hatte schon mehrmals selbst zu Protokoll gegeben, dass sie mehr die Effekte als die tatsächliche Wirkweise der Blutmagie verstand und diese nur aufgrund des gesammelten Wissens der Yuan-Ti behandeln konnte. Und das, wie man bei ihr selbst und Ralkarion sah, auch nicht ohne gravierende Nebenwirkungen. Auch war die Frage, inwiefern Arina überhaupt mit ihrer Existenz als Yuan-Ti zufrieden war, die noch dazu an einem Ort gefangen war - bisher hatte sie bestenfalls so gewirkt, als hätte sie sich damit abgefunden. Doch ich WOLLTE ihm Recht geben. Ein Teil von mir beanspruchte das Recht für sich, egoistisch zu sein und das Schicksal einer Freundin über das eines Kontinents zu stellen. Und war nicht zumindest ein Funken Wahrheit in Ralkarions Worten? Harkis schätzte Arina und ihre Fähigkeiten offenbar hoch, warum sollte es anderen Yuan-Ti nicht ähnlich ergehen? Und war es für unsere Mission nicht ausreichend, die Effekte von Blutmagie einzugrenzen, statt sie wirklich zu verstehen? Ich dachte lieber nicht zu lange darüber nach, in welchem Maße ich mich gerade selbst belog. Die Frage nach dem wie erwies sich jedoch als schwierig. Uns fiel im Augenblick nur die Magie der Nexi ein, doch Ralkarions Nexus hatte derzeit nicht annähernd ausreichend Energie, eine Kugel zu erschaffen und die anderen Nexi waren mehr oder weniger außerhalb unserer Kontrolle. Es war zum Verzweifeln… und in dieser Verzweiflung fiel mir ein, dass uns ein Nexuswächter erst kürzlich eine Allianz angeboten hatte. Ohne den anderen auch nur die Chance zur Reaktion zu geben, holte ich einen Spiegel aus meinem Gepäck und sprach Loganaars Namen dreimal hinein. Als darin ein Antlitz erschien, dass dem von Posetine erstaunlich ähnlich sah, hoffte ich sehr, uns nicht gerade dem Tod ausgeliefert zu haben…]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ava/Sitzung-118-512.html</link>
			<pubDate>Sun, 28 May 2023 23:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 117</title>
			<description><![CDATA[Krathus indessen war sichtlich glücklich über seine Funde. Das Grinsen von seinem Gesicht verschwand über die gesamte Rückreise nicht, und warum nicht… er hatte sich in der Tat gut geschlagen. Eine gewisse Belohnung hatte er sich verdient, wenn auch nicht alles. Wir würden jedoch abwarten müssen, was die Reaktion der Yuan-Ti sein würde. Wie sich herausstellen sollte, ließ sich diesbezüglich kaum eine Antwort finden. Die Yuan-Ti hatten schnell reagiert und bis auf Arina waren bereits alle Bewohner aus Sshistana ausgezogen. Der ganze, florierende Ort war nun nicht mehr als ein Zelt und die Ruine eines gewaltigen, ehemals schlangenkopfförmigen Gebäudes. Arina war in Bezug auf die Frage nach der Mitnahme der Reichtümer aus dem Grab eher vage. Was ich daraus deutete, war, dass die Yuan-Ti möglicherweise nicht das größte Interesse daran hatten, es Zweifelsfall gegen uns verwenden würden, aber auch nicht so ganz genau wussten, was dort lagerte. Ich beschloss daher, zweigleisig zu fahren: Gegenüber Arina pochte ich darauf, dass Krathus alles dazulassen hatte, damit sie glaubwürdig versichern könnte, wir hätten nichts mitgenommen - immerhin würde sie es nicht besser wissen. Allerdings würde ich Krathus bei Gelegenheit stecken, dass er sich ruhig etwas einstecken, wenn sich die Gelegenheit böte. Um das abzukürzen, die Subtilität dieses Hinweises schien an dem Kobold vollständig vorbei zu gehen. Nun ja. Das Nachteil des Denkens in Absoluten. Bis dahin lenkte mich jedoch etwas anderes deutlich mehr ab - Ralkarion schien sich in der Zwischenzeit etwas… merkwürdige Seemannstattoos zugelegt haben. Wenngleich sich herausstellte, dass der Ursprung dieser Tattoos keineswegs auf eine durchzechte Nacht oder ähnlich harmloses zurückging, sondern deutlich rätselhafter und besorgniserregender war, konnte ich mir nicht helfen. Auf eine fast schon morbide Art und Weise amüsierte mich das Auftauchen dieser Tattoos, so dass der arme Tiefling sehr unter meiner… ähem… Ausdrucksweise leiden musste. Er fand das eher wenig amüsant, und so recht konnte ich mir ja nicht einmal selbst erklären, warum ich es so amüsant fand, aber es war, als hätte ich jede Kontrolle verloren. Im guten Sinne… Da es bereits spät geworden war, verschoben wir die Abreise auf den nächsten Tag. Erst dann stellte sich die Frage der Rückreise, denn Eile war geboten, doch war der Teleportzirkel nun in luftiger Höhe. Letzten Endes kamen wir darüber überein, dass Ralkarion mit Krathus auf seinem Yak hinaufreiten würde, während Ich und Garret in Shrimps verwandelt mitkommen würden. Warum Ralkarion eine Vorliebe für Verwandlungen in diese Tiere hatte, verstand ich nicht - vielleicht war er mehr Fischer und Seemann, als er zugeben wollte. Aber es war nunmal eine praktikable Lösung. Immerhin funktionierte sie, denn als Ralkarion die Verwandlung fallen ließ, standen wir vor dem am Teleportzirkel Wachhabenden. Kurz durchblitzte mich der Gedanke, wie es so lange gedauert haben konnte, zum Teleportzirkel hinaufzufliegen und ihn zu aktivieren, bevor ich den Gedanken als unwichtig beiseite schob. Nachdem wir außer Hör- und Sichtweite von neugierigen Augen waren, wurde es Zeit, das Zauberbuch aus dem Grab der Yuan-Ti an Ralkarion zu übergeben in der Hoffnung, dass er dort etwas Nutzbringendes finden möge. Er war natürlich nicht begeistert, Krathus allerdings flippte regelrecht aus. Er hatte den Hinweis, dass er sich auch etwas mitnehmen könne, also ganz offensichtlich nicht verstanden. Sehr bedauerlich, doch es ließ sich nicht ändern. Während Krathus grummelnd davon machte, gingen Garret, Ralkarion und ich zum Compound. Ralkarion hatte versucht, uns zu überzeugen, direkt zu Mundi zu gehen, doch ich wollte davon nichts wissen. Wir wussten so gut wie nichts über den Lich, Lia hingegen war mit ihm vermählt gewesen. So unglücklich sie auch darüber war, sie konnte Informationen haben, die uns bei weiteren Verhandlungen oder Problemen zum Vorteil gereichen könnte. Ralkarion wehrte sich zunächst mit nicht unberechtigten Einwänden der geringen Kooperationsbereitschaft der Drachen dagegen, lenkte letzten Endes jedoch ein. Im Gespräch mit der jungen Drachin und ihrer Mutter wurde ich allerdings wieder überdeutlich daran erinnert, warum unsere „Partnerschaft” so wenig erfolgreich war. Die Drache hielten sich natürlich für völlig überlegen, während Ralkarion einmal mehr keine Gelegenheit ausließ, sie zu reizen und unangebracht sarkastische Kommentare zu machen. In kurz, Al’Chara wollte Lia an Mundi ausliefern, um den Pakt ihres Ehemannes zu erfüllen, Ralkarion wollte das auf keinen Fall. Lia selbst kam kaum noch zu Wort. Noch während ich innerlich wieder die Augen verdrehte, nam das Gespräch eine weitere unerfreuliche Wendung, als Al’Chara mit dem unwiderlegbaren Beweis von Cenereth’ Ableben, mehr aber noch seinem vorherigen Überleben konfrontiert wurde. Für einen Augenblick verlor die alte Drachenlady völlig die Beherrschung und verwandelte sich in ihre eigentliche Gestalt, nahm dabei einen Teil des Compounds mit und ihrem Maul entfuhr ein unkontrollierter Eisatem, der uns wünschen ließ, wir hätten uns für den Winter angezogen und Ralkarion, den Drachenreizer, in eins umfallen ließ. Oder besser gesagt, in seine Yuan-Ti-Gestalt verwandelte. Die er nun offenbar unter Kontrolle hatte. Interessant. Und sehr erleichternd. Als sich das Chaos etwas gelegt hatte und Al’Chara sich wieder in ihre normale Form zurückverwandelt hatte, waren mehrere Dinge klar. Erstens dürfte nun so ziemlich jede Seele in Logothil wissen, dass sich mindestens ein silber Drache in Zoica aufhielt. Zweitens hatte sich Lia aus dem Staub gemacht, worüber ich insgeheim fast glücklich war, nahm es uns doch eine unangenehme Entscheidung aus der Hand. Drittens, der Hof war gefüllt von den Lehrlingen der Akademie, die offenbar für den Fall des Erscheinens eines Drachen angehalten waren, in den Innenhof zu stürmen und zu warten, was der Drache mit ihnen machen würde. So erklärt von Chrylax, der wie aus dem Nichts zusammen mit Krathus auftauchte, wie auch immer dieses Treffen zustande gekommen sein mochte. Nicht einer von der Lehrlinge hatte aber auch nur einen Zauber abgefeuert. Natürlich war ich persönlich dafür recht dankbar, hätten sie doch lediglich uns und eine… nun, eine Art von Verbündeten gegrillt. Dennoch kam ich nicht umhin, ihre Effizienz zu bemängeln. Die Rachwoodler, die die Abziehenden bei ihrem Sturm auf den Innenhof fast umrannten, waren immerhin bewaffnet und zum Kampf gerüstet, nur gab es nichts mehr zu bekämpfen. So hatte Razora als ihre Anführerin genug Zeit, sich ihren gewählten Gefährten genauer zu betrachten. Offenbar schien ihr Ralkarion mit seiner Schlangenanatomie sehr zuzusagen, denn sie zögerten kaum, um zusammen in Richtung eines Zimmers zu verschwinden. Es brauchte keine Fantasie, um zu wissen, wozu. Krathus nutzte die Gelegenheit, um etwas Gold unter die Rachwoodler zu bringen - und sich gleichzeitig als Second in Command in Position zu bringen. Etwas, dass seinem Onkel als bisheriger Inhaber dieser Position natürlich nicht gefiel, mir hingegen taten sich durchaus Möglichkeiten vor Augen auf, die ein Krathus as Zweiter Befehlshaber einer schlagkräftigen Söldnergruppe mit sich bringen könnte. Während Juntos also Krathus zu einem Zweikampf herausforderte, den dieser annahm, nutzte ich seine Abgelenktheit, um Krathus auf magische Weise etwas nachzuhelfen. Unehrenhaft, sicher, aber aus meiner Sicht waren wir längst an einem Punkt angekommen, an dem Ehre eher ein Grab als Erfolg versprach. Während Lia also entkam, gab Ralkarion seinen niederen Instinkten nach, Krathus prügelte sich mit seinem Onkel und Garret… nun, Garret. Und wenn ich ehrlich war, gefiel mir der Gedanke, dass Lia entkam. Ich sah kaum einen anderen Ausweg, als sie an Mundi auszuliefern, das hieß aber nicht, dass mir das gefallen musste. Während es zunächst so aussah, als würde Krathus unterliegen, schaffte er es nach mehreren vergeblichen Versuchen, seinen Onkel zu lähmen und das Blatt zu wenden. Ein paar Schläge später, die Razora alle Ehre gemacht hätten, war der Kampf entschieden und Krathus wies seine „Gefolgsleute” an, den Sieg gebührend zu feiern. Achselzuckend, aber durchaus fröhlich, zog ich also mit Krathus, Garret, und den lärmenden Rachwoodlern los in die nächste Kneipe. ]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ava/Sitzung-117-511.html</link>
			<pubDate>Sun, 16 Apr 2023 23:00:00 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title>Sitzung 116</title>
			<description><![CDATA[Die Geheimtür war schnell gefunden, nicht zuletzt aufgrund einer Art von Aufladung, die von ihr ausging und mir sprichwörtlich die Haare zu Berge stehen ließ. Ich bezweifelte (zurecht), dass die anderen nicht die Geduld haben würden, dieses Phänomen zu untersuchen, also stelle ich mich soweit wie möglich von der Tür entfernt auf, während Krathus sie öffnete. Die befürchtete Entladung von Energie blieb aus, allerdings erblickten wir eine recht erschrockene Mumie und vernahmen eine Stimme, die außer Suna jedoch niemand zu verstehen vermochte. Ihre Reaktion sowie die erschrockene Mumie, die uns deutlich bedeutete, wieder herauszugehen, ließ mich jedoch vermuten, dass es sich hierbei um nichts Gutes handeln konnte und so verließen wir die Kammer, um Kräfte zu sammeln, bevor wir weitergingen. Dort mussten Suna, Krathus und ich feststellen, dass sich die Rast nicht nur als unerholsam herausstellte, sondern noch dazu auch die Schmerzen von der Steinfalle nicht weniger wurden. Es brauchte nicht viel, um herauszufinden, dass hier ein Fluch am Werk war, um den sich Krathus glücklicherweise kümmern könnte. Nach einer diesmal erholsamen Unterbrechung setzten wir nun vorsichtig unseren Weg fort und standen wenig später ganz offensichtlich in der Hauptkammer des Grabes - groß wie sie war, konnte es nicht anders sein. Ein eindeutiges Zeichen war auch der prunkvoll gekleidete, jedoch untote Yuan-Ti, der auf einem Turm irgendein Ritual vollführte, während es in einem Portal weiter vorne waberte. Er beschwerte sich zwar über irgendetwas, schien uns aber sonst nicht bemerkt zu haben und hielt uns wohl für einen seiner Diener. Deutlich interessanter waren die viele Bücherregale an den Wänden. Ich spielte die Möglichkeiten durch. Den Yuan-Ti erledigen und sich die Bücher nehmen? Möglich, aber riskant, zumal wir nicht wussten, was sein Ritual bezweckte, aber das Portal gab mir das Gefühl, dass es nicht unterbrochen werden sollte. Einfach mitnehmen und hoffen, dass er nichts tat? Ähnlich riskant, aber zu bevorzugen. Verhandeln? Wünschenswert, allerdings hatte er bisher keine Sprache verwendet, derer wir mächtig waren. Dennoch war es einen Versuch wert. Auf Ansprache bewies er tatsächlich, dass er die Gemeinsprache beherrschte und beschwerte sich über die Zugluft. Leider machte er sehr schnell deutlich, dass er nicht unbedingt willens war, sich von den Büchern zu trennen und ihn das Gespräch einige Mühe kostete, die sein Ritual beeinflusste. Ich sah, wie Krathus sich in Richtung Regal davonschlich und überlegte noch, ob ich ihn aufhalten sollte, entschied mich aber dagegen - Imperator Sshik Sardak wirkte nicht übermäßig kooperativ und so könnte man bereits Plan B austesten. Leider bemerkte er Krathus, was ihn aus der Balance brachte und das Ritual beendete. Im selben Moment schoss ein Strom aus… Geistern? Seelen? auf Krathus zu und umhüllte ihn, was dem Kobold sichtlich unbehaglich war. Als er jedoch zu einem Schutzzauber anhob und dafür den Großen Roten anrief, verlor der Imperator jede Restgeduld und griff Krathus an. Also Plan C. Schade, aber nun ja. Wir würden es ihm nicht einfach machen. Ich grinste böse, trat aus mir heraus und der Tanz begann. Während seine Wachen so gut wie keine Gefahr darstellten, war der Imperator ein anderes Thema. Mal füllte er meinen Mund mit Sand um Zauber zu verhindern, mal sperrte er Garret und Krathus in eine Art Sandgrab. Zu allem Unglück entluden sich die Seelen aus dem Portal nun wahllos und zerstörten ein Regal nach dem nächsten. Suna versuchte, zu retten, was zu retten war, doch der Rest von uns war beschäftigt, da sich mittlerweile auch der Turm in ein riesenhaftes Skelett verwandelt hatte. Schlussendlich jedoch fiel der Imperator und das Skelett formte sich wieder zu einem Turm. Fast gleichzeitig hatte Suna begonnen, die Bewegungen des Imperators von dem Moment, als wir den Raum betraten, zu imitieren und hatte es damit irgendwie geschafft, die Seelen im Portal zu bändigen - inklusive der des Imperators, der dorthin gesaugt worden war, nicht ganz freiwillig. Fast sah es aus, als würde sie mit ihnen Tanzen, sie sang sogar wieder ein Lied dabei. Durchaus faszinierend, doch die volle Bedeutung dieses Schauspiels sollte mir erst später klar werden. Krathus Blicke huschten indessen eher zwischen dem Goldhaufen weiter hinten und mir hin und her. Die Gier des Kobolds war fast körperlich spürbar, doch er beherrschte sich tatsächlich, wie ich anerkennend zur Kenntnis nahm. Und nun ja, niemand hier würde das Gold noch benötigen und er hatte es sich durchaus verdient, also nickte ich ihm zu, woraufhin er wie von der Phasenspinne gestochen losrannte. Ich konnte mir ein kurzes Lächeln nicht verkneifen, dann machte ich mich daran, die Bücher für Arina einzusammeln. Dabei stieß ich noch auf weitere, wertvoll aussehende Folianten - ein Stück Geschichte der Yuan-Ti, die hier in dem Grab vergammelten. Ein Schicksal, vor dem ich sie lieber bewahren würde, also steckte ich sie nach kurzem Überlegen ein, hoffend, dass auch die heutigen Yuan-Ti es so sehen würden. Interessanterweise war eines der Bücher ein Zauberbuch, signiert von dem Imperator selbst. Das könnte Ralkarion möglicherweise interessieren, sofern er noch lebte. Der Gedanke daran gab mir einen Schub. Es wurde Zeit, zu gehen, doch als ich mich umdrehte und meinem Kindergart… Gefährten dieses zu verstehen geben wollte, sah ich, dass es Suna sich bereits auf dem Turm gemütlich gemacht hatte und mit Krathus Hilfe begonnen hatte, den Raum zu begrünen, zum sichtichen Unbehagen der Mumie, die Krathus Apu getauft hatte und sich nun ständig Blumen aus den Verbänden pflückte. Offenbar beabsichtigte Suna, hierzubleiben und die Aufgabe des Imperators als Hüter der Seelen zu übernehmen. Ich hatte gemischte Gefühle diesbezüglich - zum einen war ich dankbar, dass sie es tat, wer weiß, was sonst hätte passieren können. Zum anderen war sie mehr oder weniger zufällig in diese Situation geraten. Dummheit hin oder her, niemand verdiente es, gegen seinen Willen eingesperrt zu werden, wie ich nur zu gut wusste. Doch auf Nachfrage erklärte Suna, dass dies tatsächlich ihr Wille war und so verließ ich die Kammer. Krathus folgte etwas später, aus den Augenwinkeln sah ich noch, wie er sich eine Flasche Sand in den Mund kippte, nur um ihn danach wieder auszuspucken. Ich fragte besser nicht nach. Der Weg aus dem Grab heraus verließ ohne Zwischenfälle, auch wenn Krathus’ voll beladenes Yak etwas sperrig war. Ich hoffte sehr, dass die Yuan-Ti ihren üblichen Pragmatismus an den Tag legen würden, wenn wir dort zwar zum einen mit den gewünschten Büchern, zum anderen aber auch mit weiteren Gegenständen aus dem Grab eines nun endgültig toten Imperators ankämen…]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ava/Sitzung-116-508.html</link>
			<pubDate>Sun, 02 Apr 2023 23:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 115</title>
			<description><![CDATA[Wie sich herausstellte, nein. Garret versuchte es zwar zweimal, fiel aber ein weiteres Mal in die Schlangengrube, was uns dazu veranlasste, uns der Schlangen zu entledigen. Auf diese Weise konnten wir die anderen Fackeln austesten, ohne jedesmal von Schlangen gebissen zu werden. Eine notwendige Maßnahme, da ausnahmslos jede Fackel wieder hierhin führte. Damit blieb eigentlich nur ein Weg nach vorne - der Raum mit der Stachelgrube. Krathus und ich gingen hinein und begannen zu suchen, doch irgendwas löste der Kobold dabei aus. Es gab ein quietschen und im nächsten Moment schlug die Tür hinter uns zu und verschwand - und die Decke senkte sich ab, um uns zu zerquetschen. Was für mich mittlerweile kein Problem mehr darstellte, aber ich machte mir Sorgen um Krathus. Er suchte bereits einen Ausweg, aber fand keinen und die Zeit war knapp. Kurz entschlossen ging ich aus der Kammer heraus, nahm das Schwert und begann, die Tüt, die auf dieser Seite nach wie vor sichtbar blieb, herauszuschneiden, während Garret sie mit Tritten bearbeitete und Sune - sang. Die Tür hielt nur wenige Sekunden stand, doch als sie den Blick in die Kammer freigab, war die Decke schon sehr weit herabgesunken. Krathus war im ersten Moment nicht zu sehen, doch dann sah ich, dass er zwischen den Stacheln Zuflucht gesucht hatte. Gar nicht mal dumm, aber nichtsdestotrotz riskant - wer wusste schon, welche Überraschung der Raum bereithielt, es hätte mich nicht gewundert, wenn sich der Boden unter den Stacheln sich angehoben hätte. Also zischte Krathus in letzter Sekunde aus dem Raum heraus und wir betrachteten, wie die Decke endgültig herunter krachte. Als sie sich wieder hob, erspähe ich in der Stachelgrube eine Tür, die uns bisher verborgen geblieben war. Eigentlich war es kaum anders zu erwarten, aber statt zu warten, spazierte Krathus natürlich direkt hinein, statt erstmal nachzusehen, was uns dort erwartete. Nun ja. Immerhin im nächsten Gang konnte ich sie davon abhalten, die nächste Tür einfach zu öffnen und erstmal selbst auf Fallen zu untersuchen. Zu unserem Glück entdeckte ich keine, doch als ich mich umdrehte, um es den anderen zu sagen, sah ich Garret, der seine Leuchtefaust hochhielt, während Krathus und Suna Schattenspielchen veranstalteten. Es war der Punkt, an dem ich endgültig aufgab, irgendwie an ihren Selbsterhaltungsinstinkt zu appellieren. Sie wollten hier einfach durchstolpern - schön, sollten sie. Das Glück ist mit den Dummen, sagt man. Sie würden beweisen müssen, ob an diesem Sprichwort etwas dran war. Im nächsten Raum erwarteten uns ein paar Sarkophage mit Urnen, auf die diverse Ängste geschrieben werden, dazu eine Säule mit 4 Alkoven. Es brauchte kein Genie, um herauszufinden, was mit den Urnen geschehen musste, um weiterzukommen, doch die Ängste ließen mich Grübeln. War diese eine Art Test? Stelle dich deiner Angst? Wenn ja… nun, wenig Sinn, meine Überlegungen mit den anderen zu teilen, also schnappte ich mir die Urne mit der Angst vor dem Eingesperrtsein und hoffte, dass die anderen durch puren Zufall ebenfalls etwas passendes finden würden. Als ich meine Urne in die Säule stellte, wurde es plötzlich schwarz und dunkel um mich herum. Es brauchte einen Moment, doch dann sah ich einen Boden mit Runen auf den Fliesen. Ich drehte mich und wollte den Raum erkunden, doch lief gegen eine Wand. Eingesperrt. Natürlich. Ich rang meine aufkommende Panik nieder, doch es war wenig beruhigend, dass ich im nächsten Moment die Stimmen von Krathus, Garret und Suna hörte, die mir bisweilen einige konfuse Anweisungen gaben, wohin ich gehen sollte. Tief durchatmend begann ich, dem Weg zu folgen, doch obwohl ich immerhin vorankam, erforderte der Weg einen Blutzoll. Ich erinnerte mich noch an den Gedanken, zurückzukommen und alle drei bis an ihr Lebensende heimzusuchen, wenn ich hier starb, dann wurde es schwarz vor meinen Augen. Ich erwachte gemeinsam mit den anderen auf einem Steinboden. Offenbar hatten sie es wie durch ein Wunder den Rest des Weges durch den dunklen Raum geschafft. Ich dachte lieber nicht zu lange darüber nach, wie das passieren konnte. Stattdessen gingen wir weiter in einen Gang, der so offensichtlich „Falle!” schrie, dass sogar meine Begleiter nicht einfach weiterspazierten. Garrets Lösung war allerdings ein wenig… unorthodox. Er nutzte seine zugegeben beträchtliche Aglität, um von Wand zu Wand zur anderen Seite zu springen - und dort die Tür zu öffnen. Weil wir mit Türen bereits so gute Erfahrungen hatten? Wie fast zu erwarten, erfasste ihn ein Feuerstoß, der ihn auf die Fliesen fallen ließ und dort mit Pfeilen spickte. Ein etwas stacheliger und angekokelter Garret erhob sich daher und verschwand stattdessen in einem Nebengang. Krathus hatte immerhin etwas daraus gelernt und begab sich auf den Weg, versteckte sich dabei allerdings hinter seinem Schild, statt einfach loszuspazieren. Ich hingegen fasste Suna kurzentschlossen an der Schulter, um sie zu Garret zu teleportieren und folgte dann selbst. Ein paar Schritte die Treppe hinunter hörten wir plötzlich ein schweres Rumpeln hinter uns und sahen, wie ein schwerer Stein in unglaublicher Geschwindigkeit hinter uns die Treppe herunterrollte. Wir traten die Flucht nach vorne an, doch plötzlich steckten Garret und Krathus in einem unsichtbaren Ooze fest. Wir entledigten uns dieses neuen Hindernisses recht schnell, doch konnten nicht verhindern, dass uns der Stein noch einen mitgab. Nach diesen Erlebnissen war es fast schon erleichternd, als der nächste Raum uns mit Teppich, Sarkophagen und Verzierungen empfing, ohne die Spur einer Falle. Mehr noch, in den Sarkophagen lagen erneut Mumien wie jene, die Krathus oben erledigt hatte. Suna erinnerte sich offenbar noch an den ursprünglichen Plan, denn sie legte ihr Buch in die Arme einer Mumie. Dann versteckten wir uns im Nebengang und tatsächlich - nach kurzer Zeit erhob sich die Mumie und schlurfte mit dem Buch in der Hand los. Wir folgten ihr vorsichtig (eine nette Abwechslung) durch mehrere Gänge bis zu einem Raum mit einer Brücke über eine Grube. Die Mumie war nicht mehr zu sehen, doch eine kurze Spurensuche ergab, dass sie offenbar in die Grube gegangen und dort in einer Wand verschwunden war. Also offensichtlich eine Geheimtür. Was uns dahinter wohl für eine Falle erwarten würde?]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ava/Sitzung-115-507.html</link>
			<pubDate>Mon, 06 Mar 2023 00:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 114</title>
			<description><![CDATA[Der Kobold hatte zu Beginn die Dreistigkeit, sich aus der Lage herauswinden zu wollen. Versuchte erst, es abzustreiten und gab dann allen die Schuld, nur nicht sich selbst. Ich ließ nichts davon gelten. Er wollte verflucht nochmal ernst genommen werden? Dann wurde es Zeit, dass er für das, was er tat, Verantwortung übernahm, statt nur zu versuchen, seine eigene Haut zu retten. Ich hatte nicht einmal gemerkt, wie mein Schwert während der Unterhaltung an seine Kehle gewandert war. Ob es nun das war oder ob irgendetwas von dem, was ich sagte, in seinen Dickschädel vorgedrungen war, widerwillig begann Krathus, einzulenken und versprach letzten Endes, künftig erst uns andere einzuweihen, bevor er erneut eine unüberlegte Kurzschlusshandlung traf. Langsam verrauchte mein Zorn. Ich hatte ihm noch nicht verziehen, das würde er sich noch verdienen müssen, aber zumindest hatte er sich eine Chance erarbeitet. Zuletzt war auch Ralkarion eingestiegen, um seinen Ziehsohn den Kopf gerade zu rücken, doch seine Worte traten in den Hintergrund, als wir seinen Gesten folgten und feststellten, dass sein Körper offenbar an Substanz verlor, seine Hand griff mehrmals einige Zentimeter in seine Brust hinein. Eine Nebenwirkung der Operation? Ausgesprochen interessant - und beunruhigend. Auch nach Arinas Meinung, die der festen Überzeugung war, dass dies früher oder später zur vollständigen Auflösung Ralkarions führen würde. Keine guten Aussichten, zumal Arina der Überzeugung war, dass sie ohne ihre Bücher nicht in der Lage wäre, es aufzuhalten. Ob es nun der Wahrheit entsprach oder ihrem sichtlichen Schock ob des tragischen Verlustes des Wissens von Generationen von Yuan-Ti geschuldet war, war erstmal irrelevant, so oder so hatte Ralkarion hier keine Hilfe zu erwarten. Ich wusste allerdings von einem anderen Ort, an dem es fähige Heiler gab. Auch wenn sie Fremde eher widerwillig behandelten, vielleicht würde es Ravengrove reichen, wenn er mit mir, als einer der ihren kam. Und ich musste zugeben, dass es mich auch brennend interessierte, der Sache mit Ravengroves Blutfluch nachzugehen. Arina schien sich nicht sicher zu sein, ob Ravengrove ein Ort der Hilfe für Ralkarion sein könnte, doch bevor wir das Thema näher erläutern konnten, mischte sich Harkis ein. Der Zustand Ralkarions war ihm jedoch herzlich egal, stattdessen ließ er uns unmissverständlich wissen, dass der ausgehandelte Vertrag über gegenseitige Ausbildung hinfällig war, da sie nunmehr keine Yuan-Ti zu Magieadepten mehr machen konnten. Verständlich und etwas, was wir hinnehmen mussten. Als er sich jedoch aufmachte (indem er sich in eine recht imposante Hyäne verwandelte), um dem Imperator Bericht zu erstatten, wurde er von Suna aufgehalten, die daraufhin auch zu Arina lief und irgendetwas zeigen wollte. Erst, als sie ein Buch aus ihrem Beutel hervorzog, dämmerte es langsam, dass sie die Bücher der Yuan-Ti verbotenerweise kopiert hatte. Worüber sich in der aktuellen Lage allerdings niemand beschwerte. Arina versetzte es gar in eine Art Hochstimmung und auch ich konnte nicht umhin, etwas Hoffnung zu schöpfen. Vielleicht lag hier eine Chance verborgen, den Vertrag noch zu retten. Die Art, wie der Vogel kommunizierte, machte es etwas umständlich, eine Einigung zu erzielen, doch letzten Endes bekamen wir heraus, dass es wohl einen Ort gab, an dem sie alle Bücher kopiert und gelagert hatte. Wir würden uns dorthin aufmachen - zu meinem Unbehagen würde Ralkarion dabei zurückbleiben und Suna uns begleiten. Ich erinnerte mich noch allzugut, was letztes Mal geschehen war, als die Führung der Gruppe mehr oder weniger mir zugefallen war. Sicher, ich war jetzt eine andere - aber nicht unbedingt besser. Und während ich bei Garret und Krathus zumindest von ihrer unüberlegten und impulsiven Art wusste, war Suna ein unbeschriebenes Blatt, dass auf den ersten Blick Krathus in seinen gelegentlichen Geistesblitzen, aber allgemeinen Unbedarftheit sehr ähnlich schien. Ich seufzte innerlich. Worauf ließ ich mich da nur ein? Auch Krathus schien mit dem Arrangement nicht glücklich zu sein, allerdings hatte ich den starken Verdacht, dass das eher auf seiner Abneigung gegenüber Suna beruhte. Offenbar gab er noch immer eher dem Vogel als sich selbst die Schuld an unserer derzeitigen Lage. Fantastisch. Da Arina nicht einschätzen konnte, wie lange sie Ralkarion stabil halten können würde, brachen wir sofort auf. Die Reise zu der Oase verlief weitestgehend ereignislos, wenn man von der Begegnung mit einem mumifizierten Kamel und bebendem Sand (den Grund dafür wollte ich lieber nicht so genau wissen) absah. Der Vogel führte uns direkt zu einer Felswand, in die eine Tür eingelassen war. Flankiert wurde sie von 2 Sphinxen, an einer davon war ein Kasten für Spenden angebracht. Ich bezweifelte, dass es so einfach wäre, doch probehalber warf ich ein Gold ein. Natürlich geschah nichts, allerdings reifte in mir ein kleiner, gemeiner Plan und so äußerte ich die Vermutung, dass sie möglicherweise voll sein müsse - und das Krathus sie zu füllen habe. Der Kobold wand sich und versuchte alles, nicht auch nur ein Stück Kupfer zu verlieren, doch natürlich geschah nichts und so musste er letzten Endes eine Menge Kupfer hineinschütten. Natürlich passierte auch dann nichts, doch die Agonie des Kobolds war es wert gewesen. Suna hingegen verlor bald die Geduld und führte uns zu einer Geheimtür, die sich zu einer kleinen Kammer öffnete. darin lag ein Berg Gold rund um einen Sarkophag. Suna bedeutete uns, dass sie für gewöhnlich das Buch auf dem Sarkophag ablegte und dann später die Kopie wieder mitnahm. Mehr war aus ihr leider nicht herauszubekommen. Diesem Vogel eine Idee ins Hirn zu hämmern, schien noch aussichtsloser, als dasselbe bei Garret und Krathus zu versuchen. So untersuchten wir die Kammer selber. Einen geheimen Gang fanden wir nicht, was etwas merkwürdig anmutete, da eine gefundene Inschrift es deutlich machte, dass Gegenstände von hier ins innere des Sanktums verbracht wurden. Auch im Sarkophag selber lag nur eine Mumie. Meine Gefährten, abgesehen von Suna, hatten währenddessen das Interesse verloren und waren herausgegangen. Ich hingegen beschloss, dass es Zeit für ein Experiment war. Wir legten Sunas Buch auf den Sarkophag und verließen die Kammer, lauschten draußen aber angestrengt. Und tatsächlich hörte ich etwas, sobald wir die Kammer verlassen hatten. Ich und Suna rannten zurück und sahen, wie die Mumie sich offenbar nur inanimiert gestellt hatte - jedenfalls stand sie nun mit dem Buch im Arm dort und begab sich schleunigst zurück in den Sarkophag, als sie glaubte, entdeckt worden zu sein. Ob das jemals schon funktioniert hatte? Ich öffnete den Sarkophag und bemühte mich, der Mumie irgendeine Information zu entlocken, doch sie war mindestens so dickköpfig wie das laufende Sicherheitsrisiko. Letzten Endes griff sie mich sogar an, wenn auch nur halbherzig. Ich zog mich daher zurück. Ein Strategiewechsel war angesagt - entweder, wir legten uns auf die Lauer und würden früher oder später sehen, auf welchem Weg die Mumie ins Sanktum kam oder sie käme nicht heraus, dann wussten wir zumindest, dass es einen Weg in der Kammer geben musste. Natürlich hatte ich die Rechnung ohne meine Gefährten gemacht. Vom Angriff der Mumie angelockt, kam Krathus mit der Waffe um die Ecke geschossen und drosch sofort auf die Mumie ein, Garret mit selber Intention dicht an den Fersen. Auch wenn Suna und ich uns bemühten, sie zum Rücjzug zu bewegen, half es nicht unbedingt, dass die Mumie Krathus weiter angriff, als dieser sich tatsächlich zurückzog und daraufhin von diesem zerlegt wurde. Zwar konnte ich ihm daraus keinen Vorwurf machen, immerhin hatte er sich lediglich verteidigt, dennoch war mein eigentlicher Plan damit hinfällig. Ein wiederkehrendes Thema für den Rest des Ausflugs. Uns blieb also nichts anderes übrig, als den Haupteingang zu nehmen. Die 2 Sphinxen machten es jedoch überdeutlich, dass dort Fallen verborgen sein würden. Also beschloss ich, dass Krathus ein weiteres Mal Abbitte zu leisten hatte und vorgehen solle. Wie erwartet waren sowohl die Sphinxen als auch die Tür selbst mit Fallen versehen - Feuerstrahlen von den Sphinxen, gistiger Nebel an der Tür - doch Krathus hatte das auszuhalten und der Rest wusste zumindest nun, worauf wir uns einließen. Den Feuerstrahlen so gut wie möglich ausweichend (Suna beruhigte sie schlussendlich mit einem Lied der Yuan-Ti, traten wir in das Grab eines ehemaligen Sardak-Imperators. 6 Statuen mit Fackeln säumten die Wände und beleuchteten den Gang zur gegenüberliegenden Tür. Diese war jedoch hinter einer Magiebarriere verborgen. Während ich noch darüber nachsann, wie damit am besten umzugehen sei, hatte Garret schon einfach eine Fackel einer der Statuen angefasst und verschwand schlicht und ergreifend. Fluchend sprang ich auf, doch Krathus und Suna waren seinem Beispiel bereits gefolgt und so hatte ich kaum eine andere Möglichkeit, als zu folgen. Konnte nicht wenigstens einer mal seine Impulse halbwegs unter Kontrolle halten? Wenigstens hatte die Fackel uns nicht desintegriert, sondern teleportierte und lediglich in einen anderen Raum. Mit einer Schlangengrube. Wenngleich die Bisse recht schmerzhaft waren, konnte ich nicht umhin, anzuerkennen, wie passend das doch in einem Grab der Yuan-Ti war. Nach dieser unerfreulichen Begegnung setzten wir unseren Weg fort, Krathus vorneweg. Ich musste ehrlich zugeben, dass ich derzeit wenig Mitleid mit ihm hatte, wenn er die nächste Falle abbekam. Allerdings blieb erstmal alles ruhig, einzig ein langer Gang mit einem Podest erweckte unser Interesse. Vorsichtig gingen wir durch den Raum und besahen uns den Zauberstab, der auf dem Podest lag. Und wie schon vorher dachte ich noch darüber nach, wie man sicherstellen könne, dass uns die Sache nicht um die Ohren flog, als Suna die Geduld verlor und den Zauberstab schlicht wegfegte. Meine Güte, wir stapften hier durch ein altes Grab voller Fallen und meine Gefährten hatten nichts Besseres zu tun, als alles anzufassen und überall reinzumarschieren. Glücklicherweise war das einzige, was passierte, dass wir uns reihenweise übergaben, als wir den Gang verließen. Irgendwas hatte der Gang an sich gehabt, dass es uns die Mägen umdrehte. Hinter der nächsten Tür lag erneut ein etwas größerer, allerdings völlig leere Raum. Unser Interesse erregte vor allem ein Knoten an der südlichen Tür, an dem etwas Magie haftete. In der typischen Unbedarftheit, die ich langsam zu erwarten lernte, durchtrennte Suna das Seil einfach und öffnete die Tür. Dahinter befand sich die Eingangshalle, allerdings war die Barriere verschwunden. Immerhin. Um nicht noch weitere Fallen auszulösen, bedeutete ich den anderen, dort zu bleiben und trat teilweise in die Ethereal Plane ein, um mir einmal anzuschauen, was hinter den anderen Türen lag. Nichts davon war interessant - die nördliche Tür verbarg eine kleine Kammer mit einem Dämonenkopf, der einen Feuerball in dem Raum, in dem wir standen, auslöste, der andere (bei dem ich sicherheitshalber durch die Wand ging) beinhaltete nichts außer einer Grube mit Stacheln. Diese gab mir zwar ob ihrer Sinnhaftigkeit Rätsel auf, jedoch war nichts weiter zu erkennen. Auch die Untersuchung der übrigen Räume ergab außer einem weiteren, unbedacht ausgelösten Feuerstrahl nichts, was einen Hinweis auf den Verbleib der Bücher liefern könnte. Es behagte mir nicht, aber uns würde wohl nichts anderes übrig bleiben, als auszutesten, ob die anderen Fackeln wohl woanders hinführten…]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ava/Sitzung-114.html</link>
			<pubDate>Mon, 20 Feb 2023 00:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 113</title>
			<description><![CDATA[Die Verhandlungen wurden jedoch jäh unterbrochen, als sich Ral mit einem Mal meldete und von Übelkeit sprach. Ob das eventuell mit einem gewissen Blutfluch und dem Ei zu tun haben könnte, woraufhin Arina ihn sich ohne groß zu zögern schnappte, mit sichtlicher Besorgnis. Ich hoffte, dass es schlicht eine Magenunverträglichkeit war, fürchtete zwar Schlimmeres, doch zunächst galt es noch, einen letzten Punkt mit Harkis zu klären. Das war mein Grund, zu bleiben. Dass Krathus zunächst blieb, überraschte mich weiter nicht - hier gab es noch ein ungegessenes Ei und für gewöhnlich siegte bei dem Kobold die Aussicht auf etwas zu essen über die Sorge um - nun, alles. Aber das Garret die Gelegenheit nicht nutzte, sich Harkis Präsenz zu entziehen, erweckte mein Interesse. Sollte er doch noch irgendwelche Pläne hier haben? Wenn ja, dürfte es spannend werden, ihn beim verhandeln zu erleben. Eine Vermutung, die sich wenig später als falsch erweisen sollte, als wir von unten einen gequälten Aufschrei Rals hörten und nun doch Garrets Sorge um den Freund wuchs. Währenddessen machte ich mich daran, meinen eigenen Plan in die Tat umzusetzen, Arina von diesem Ort wegzulocken und zu ergründen, wie weit ihre Loyalität letzten Endes ging. So schlug ich Harkis vor, dass er uns eine seiner Untergebenen mitschicken sollte, die bestätigen könne, dass wir mit Mundi einen entsprechenden Nichtangriffspakt auf die Yuan-Ti ausgehandelt hätten. Jemand, dem auch wir vertrauten. Arina, zum Beispiel. Leider ließ sich Harkis nicht darauf ein, dennoch erfuhr ich etwas Interessantes - anscheinend war Arina durch ihre Wandlung an diesen Ort gebunden und konnte ihn nicht verlassen. Sehr schade. Ebenfalls schade, dass ich vergessen hatte, dass Krathus den Raum noch nicht verlassen hatte, da er eifrig vorschlug, dass Harkis uns ja einfach einen anderen Yuan-Ti mitschicken könnte für denselben Job. Ich durchbohrte ihn geradezu mit Blicken - es war sicher nicht meine Intention gewesen, Harkis eine Einladung zu geben, uns einen Spion an die Seite zu stellen. Aber der Schaden war angerichtet und ich konnte Krathus nicht wirklich einen Vorwurf machen - abgesehen von seinen gelegentlichen Geistesblitzen war er nunmal von eher schlichtem Gemüt und hatte lediglich versucht zu helfen. Und so beendeten wir das Gespräch beim nächsten, deutlich lauteren Gebrüll von Ralkarion und eilten hinunter, wo sich ein eher beunruhigender Anblick bot. Genauer, ein Ralkarion mit aufgebrochenem Brustkorb, der aus irgendwelchen Gründen dennoch bei Bewusstsein blieb. Vor langer Zeit antrainierte Reflexe wurden wach und ich nahm sofort einen Platz am Tisch ein, um Arina zu assistieren. Während Krathus losgeschickt wurde, ein Ei zu holen (nur um zu aller Beunruhigung mit zweien zurückzukommen), beschränkte sich meine Aufgabe zunächst einmal auf das Herausnehmen der Leber, an deren Stelle das Ei gesetzt wurde und später das Zusammenflicken von Ral anstelle der vor Aufregung noch zitternden Arina. Eine recht blutige und äußerst seltsame OP später war Ralkarion wieder an einem Stück, wenn auch natürlich enorm geschwächt. Nun, zumindest das war etwas, worum ich ich kümmern konnte. Ich schloss die Augen und teilte mich auf, um den, nun, unschuldigen (?) Teil meiner Selle Ral versorgen zu lassen. Ich hätte mittlerweile mit dem Gefühl vertraut sein müssen, aber noch immer überwältigte mich jedesmal erneut das unangenehme Gefühl, etwas verloren zu haben und der damit einhergehende Zorn war auch nicht leichter zu kontrollieren. Nur gut, dass es nicht lange dauerte und als ich die Augen öffnete, sah Ral schon deutlich besser aus. Ich hatte dennoch den Eindruck, dass er irgendwie fragiler aussah als sonst. Noch fragiler. Nachdem sich die Aufregung ein wenig gelegt hatte, kam die Sprache jedoch unweigerlich auf Garret und ob ihm ähnliches widerfahren wäre, hätte er das Ei gegessen. Abgesehen von der Antwort, dass dies sicher möglich gewesen wäre, erfuhren wir noch etwas deutlich beunruhigenderes: Ein ausreichend mächtiger Blutmagier konnte mit jemandem wie ihn wohl im Prinzip anstellen, was sie wollten. Ich war mir recht sicher, dass der Große Rote als ein entsprechend mächtiger Blutmagier galt. Was Garret zu einem wandelnden Sicherheitsrisiko machte. Doch zu meinem völligen Unverständnis sah Garret das gänzlich anders, wand sich, wehrte sich auch nur gegen den Gedanken, einen simplen Test ob der Beschaffenheit seines Zustands zu machen. Es brauchte schon unsere geballten Überredungskünste und ein durch und durch verständliches Ausrasten von Ral, um ihn davon zu überzeugen, mittels einer Blutprobe von Ralkarion zu bestätigen, dass es sich bei ihm tatsächlich um Blutmagie handelte. Was gleichzeitig bestätigte, dass er in keinster Weise eine Gefahr für den Roten darstellte, sondern eher eine Art unwilligen Alliierten. Schon Sekunden später fragte ich mich, wie unwillig er tatsächlich war, denn selbst mit diesem Wissen weigerte er sich standhaft, die Prozedur an sich durchführen zu lassen. Nun gut, er hatte Ralkarion aufgebrochen gesehen, vielleicht morgen, wenn er sich etwas abgeregt hatte. Bis dahin blieb uns nichts anderes übrig, als Ralkarion aufs Zimmer zu bringen, uns gründlich zu erholen und zu hoffen, dass Garret einsah, wie unglaublich egoistisch und kontraproduktiv er gerade handelte. Doch selbst unsere Ruhe währte eher kurz, denn gerade noch rechtzeitig bemerkte ich, dass sich an der Stelle, an der noch Ralkarion gelegen hatte, plötzlich ein recht beeindruckende Variante eines Yuan-Ti befand. Es brauchte nicht lange, um zwei und zwei zusammenzuzählen, doch während ich noch überlegte, wie wir Ralkarion zurückbekämen oder ob er nun endgültig verloren war, gingen die anderen beiden schon vollständig zum Angriff über. Zu unserem und Rals Glück war dies auch des Rätsels Lösung und er verwandelte sich wieder in den hagren Tiefling zurück, der er doch eigentlich war und der Rest der Nacht verlief ungestört. Auf das Erlebnis angesprochen wirkte Harkis nicht überrascht. Er habe so etwas schon erwartet, da Ralkarion jetzt gesegnet sei. Einmal pro Tag würde er sich möglicherweise verwandeln. Na großartig. Erst offenbarte sich Garret als wandelnde Gefahr und nun auch noch Ral, wobei letzterer wenigstens willens schien, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, sollten sich welche antun. Garret hingegen war nichtmal unter der Androhung, künftig nur noch gefesselt zu schlafen, dazu zu bringen die Prozedur durchzuführen. Er begründete es mit der Angst, seinen Meister zu verlieren. Eigentlich verständlich, doch angesichts der Umstände und der Tatsache, dass er seit Monaten erfolglos versuchte, selbigen zu kontaktieren, auch sehr leichtsinnig. Schließlich ging er widerwillig auf Arinas Kompromissvorschlag, einen Zustand herbeizuführen, indem er sich mit seinem Meister darüber unterhalten könne und so gingen wir ein weiteres Mal in den OP, in dem diesmal auch ein merkwürdiger Vogel wartete, der als Suna vorgestellt wurde. Etwas klingelte. War sie nicht diejenige, die Garret bei der Durchführung seiner letzten Endes fehlgeschlagenen Revolution in Zoica unterstützt hatte? Nun, fürs Erste war das nicht relevant. Ich konnte nur hoffen, dass Garrets Meister etwas mehr Verstand hatte als er selbst, doch hegte ich wenig Hoffnung angesichts der Tatsache, dass Garret gerne erklärte, er habe alles von ihm gelernt und es immerhin um dessen Leben ging. Aber zumindest war es eine Chance. Statt Garret aufzuschneiden, fixierte Arina eine Art große, metallene Kugel über Garrets Dickschädel und begann, einige Schrauben zu arretieren, bis Garret plötzlich davon sprach, Kontakt zu haben. Nun, zumindest das hatte funktioniert. Es blieb nichts anderes, als gebannt abzuwarten, was wohl herauskommen möge. Offenbar war es ausgesprochen anstrengend für Garret, denn ich sah kurz darauf, wie sich aus Garrets Nase ein Blutfaden bildete. Mit der Intention, selbigen zu untersuchen, griff ich danach - und hielt plötzlich etwas kleines in der Hand, was verdächtig nach Hirnmasse aussah, während das Blut nur so aus Garrets Nase schoss. Erstarrt übernahm meine „bessere Hälfte” erneut und verschloss die Wunde. Mich lenkten die aufkeimenden Gefühle ausreichend ab, um mich danach zu fangen, wenn auch nicht ausreichend genug, um zu bemerken, dass Krathus und Suna den Raum verlassen hatten. Schließlich kappte Garret wohl die Verbindung - und erklärte nicht unerwartet, aber dennoch zu meinem und wohl auch Rals Entsetzen, dass er der Prozedur nicht zustimmen würde, da sein Meister bleiben und kämpfen wolle und er ihm zutraue, dem Roten zu widerstehen. Diesmal brauchte ich keine Trennung, um Zorn zu verspüren. Woher nahmen die beiden nur diese grenzenlose Selbstüberschätzung? Ein alternder Drachengeborener, der von einer Horde Goblins niedergestreckt worden war, sollte stark genug sein, es mit einem fast schon gottähnlichem Drachen aufzunehmen. Na sicher, und morgen würde Al’Chara uns freundlich bei Kaffee und Kuchen empfangen, uns bereitwillig alles über Blutmagie erzählen und nebenbei anmerken, dass sie den Roten eigenhändig niedergerungen habe und er nun freiwillig in der Einhorn-Zucker-Dimension ihrer Tochter lebte, mit der er täglich neue Bonbonrezepte ausprobierte. In der Zwischenzeit hatte ich auch bemerkt, wie Krathus wieder hereingewieselt war und einen irgendwie undeutbaren Gesichtsausdruck hatte. Was hatte er in der Zwischenzeit wohl ausgefressen? Eine Frage, die sich wenige Sekunden darauf selbst beantwortete, als ich aus dem Gang, in dem nun Suna auftauchte, mit Krathus Stimme die Worte „Gepriesen sei Shadar Logoth” hörte. Ein eiskalter Schauer lief meinen Rücken herunter. Dieser dämliche Möchtegerndrache hatte doch nicht etwa…? Er hatte. Und offenbar hatte Suna fröhlich kopiert, denn wenige Sekunden später stob eine unglaublich heiße Feuerwand aus dem Spiegel über uns auf uns herab. Das Gesicht, in das wir danach starrten, war unverkennbar. Doch es blieb keine Zeit, sich damit näher zu befassen. Ich brannte, aber das taten auch alle anderen und ich wurde von Posetines Schuppe teilweise geschützt. Mich umblickend bemerkte ich jedoch Arina, die zu Boden ging. Das konnte ich nicht zulassen, hatte ich sie doch gerade erst wiedergefunden. Ich rannte herüber, löschte die Flammen - wie genau, vermochte ich nicht zu sagen - und brachte sie wieder auf die Beine, während auch Krathus links und rechts Flammen des Desasters löschen, die sein unbedachtes Verhalten angerichtet hatte. Fast hätte ich durch ihn Arina verloren, die ich gerade erst wiedergefunden hatte. Von den weiteren Implikationen ganz zu schweigen. Nur mühsam kannte ich meine Wut nieder, es gab erstmal wichtigeres zu tun. Irgendwie aus dieser steingewordenen Falle von einem Gebäude entkommen, zum Beispiel. Überall herrschte das Chaos, ich half Arina noch dabei, einige (unsagbar wenige) Forschungsergebnisse ihrer Arbeit zu bewahren, dann musste ich sie mit mehr oder minder sanfter Gewalt dazu zu bringen, das Gebäude zu verlassen, was dank einiger Zauber sicher gelang. Was schon fast einem Wunder gleichkam, bedachte man, dass um uns herum die Trümmer des gewaltigen steinernen Schlangenkopfes lagen, der der Regierungssitz von Sshistana gewesen war. Harkis hatte es wohl ebenfalls geschafft. Somit waren alle in Sicherheit. Doch es lag möglicherweise weitaus mehr in Trümmern als nur das Gebäude. Ich hatte gelernt, dass auch der Zorn ein Teil meiner selbst war. Ein Teil, dem ich mich nun vollends hingab, als ich begann, auf Krathus zuzumarschieren.]]></description>
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			<pubDate>Mon, 06 Feb 2023 00:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 112</title>
			<description><![CDATA[Wiedervereint im Compound wurde wie so oft das weitere Vorgehen besprochen. Ich musste allerdings gestehen, nicht voll bei der Sache zu sein. Immer wieder kritzelte ich in mein Notizbuch, in Gedanken halb bei dem Rätsel. So entging mir auch fast, wie Krathus in Richtung Toilette entschwand. Erst als Ralkarion plötzlich zusammenzuckte und bemerkte, dass der Zauber auf Krathus vorzeitig abgebrochen geworden war, wurde ich aufmerksamer. Das war kein gutes Zeichen, doch in Panik verfallen würde kaum jemandem helfen. So bot ich an, zunächst einmal nachzusehen, ob er zu Razora gelaufen war. Noch halb in Gedanken bemerkte ich kaum, dass ich durch die Tür ging ohne sie zu öffnen. Eigentlich hatte ich das mittlerweile recht gut unter Kontrolle… das Rätsel vereinnahmte mich zu sehr. Mit Gewalt schüttelte ich den Gedanken daran ab, steckte mein Notizbuch weg und machte mich auf den Weg zu Razoras Zelt. Angesichts der Erzählungen von Ralkarion ließ ich beim Eintritt Vorsicht walten. Nichtsdestotrotz war unser Gespräch nur mäßig ergiebig, jedoch ergiebig genug um zu erfahren, dass Krathus nicht hier gewesen war. Razora bat mich, sie im Zweifel den Aufenthaltsort von Krathus wissen zu lassen und ich kehrte etwas ratlos zu Ralkarion und Garret zurück. Das Rätsel löste sich zumindest teilweise, als es kurz darauf an der Tür klopfte. Jedoch ließ der Fakt, dass der Bote Steffge war, der mich noch vor kurzem verzaubert hatte, vertrieb jeden Gedanken an Krathus mit kaum verhohlener Feindseligkeit. Seine Botschaft brachte zwar den Gedanken an Krathus zurück, drängte jedoch die Wut nicht zurück. Seiner Aussage nach war Krathus statt auf Toilette zu gehen zu dem Rätsel gegangen und hatte damit einen magischen Zirkel geöffnet und war hindurchgegangen, nach Steffges Ansicht nach war er somit tot. Mochte sein, aber das musste überprüft werden. Verfluchter Kobold… Nach ein paar weiteren unfreundlichen und somit hochverdienten Worten machten wir uns also wieder auf den Weg zum Rätsel. Das mich natürlich sofort wieder in den Bann schlug und mit ein wenig Hilfe öffnete sich auch für uns das Portal. Wenngleich es mir gehörig missfiel, für Krathus’ Extratour alles zu verzögern, ging ich kurzerhand achselzuckend hindurch. Um direkt darauf in einem recht gut gearbeiteten Raum einer großen, weißen Schlange gegenüberzustehen. Mit Armen. Ein Yuan-Ti? Ich zog meinen Bogen, bemerkte dann jedoch, dass die Schlange nicht feindselig schien und uns dann sogar in Schstanar begrüßte, als Ralkarion und Garret ebenfalls durch das Portal traten. Garrets Reaktion bot einen Vorgeschmack auf das, was mir heute und morgen noch blühen würde - er schoss an mir vorbei und verpasste der Schlange eine gesalzene Ohrfeige. Offenbar handelte es sich um ihren ehemaligen, transformierten Gefährten Harkis. Zum Glück ließen weitere Ausbrüche Garrets (erstmal) auf sich warten, dennoch hatte sein Auftritt bereits Schaden angerichtet, da Harkis nun offen lamentierte, ob er uns das Angebot, das er machen wollte, noch machen wolle. Ganz gleich, wie unvorteilhaft dieses für uns sein mochte, in jedem Fall hatte Garrets Verhalten unsere Verhandlungsposition geschwächt. Doch zunächst bedeutete und Harkis, ihm zu folgen. Dabei bemerkte ich gerade noch rechtzeitig, wie Harkis eine Art kleinen Hüpfer hinlegte, was ich ihm gleichtat, doch Ralkarion, der offenbar abgelenkt war, hatte weniger Glück und fiel durch ein sich plötzlich auftuendes Loch in einem recht gemütlichen, aber auch sehr tiefen Raum. Ich begann, einen Zauber zu wirken, der ihn wieder heraufholte, doch Ralkarion sorgte schlicht selbst für seine Rückkehr nach oben, so dass mir nicht mehr übrig blieb, als mich nach seinem Befinden zu erkunden. Glücklicherweise hatte er den Sturz gut überstanden, was ich erleichtert zur Kenntnis nahm. Wenigstens einen Gefährten zu haben, der halbwegs bei Verstand war, würde hier sicher bitter nötig sein. Schon um die nächste Ecke bot sich ein weiteres, eher erschreckendes Bild: Krathus, der über einen Kuchen geneigt am Essen war. Und dazu eine weitere, seltsam vertraut wirkende Schlange, die ein Messer über ihn hob. Um nicht auch noch die letzte Chance auf Diplomatie zu verschwenden, wirkte ich einen Zauber, der die Schlange an einen anderen Ort im Zimmer teleportiert hätte, wenn es nicht widerstanden hätte. Das es dennoch irritiert den Kopf drehte, lag wohl eher daran, dass Garret der nächsten Schlange eine Schelle verpasste. Glücklicherweise stellte sich schnell heraus, dass es lediglich ein Missverständnis war und „Miss Caulde” Krathus lediglich den Kuchen schneiden wollte. Bei dem Namen zuckte ich zusammen. Caulde? Hatte er CAULDE gesagt? Das erklärte das vertraute Gefühl bei ihrem Anblick. Und kurz darauf erkannte auch Arina mich. Meine erste Reaktion war kaum gebändigter Zorn. Ich nahm an, dass Arina eine Agentin der Yuan-Ti gewesen war, die sich in die Personen einreihte, die mich mein Leben lang belogen oder Geheimnisse vor mir behalten hatten. Erst langsam flaute dieser Zorn ab und verwandelte sich in vorsichtiges Mitleid, als Arina erzählte, wie es zu ihrem Hiersein gekommen war. An dem Tag, als sie verschwunden war, hatte sie einen Auftrag für die Baronesse erledigen müssen, im Zuge dessen sie mit einem Blutfluch belegt worden war, der um das Anwesen der Baronesse herum wirkte. Der Fluch ließ sie rapide altern, doch niemand konnte oder wollte ihr helfen, nicht einmal meine Mutter und so war sie in die Wüste gewandert, um Hilfe zu finden. Hier hatten sie die Yuan-Ti gefunden und tatsächlich von dem Fluch geheilt, sie allerdings (ihrer Ansicht nach unabsichtlich) in eine der ihren verwandelt aufgrund. Als Begründung dafür führte sie den Blutfluch an. Ich war mir da nicht so sicher. Arinas Sicht der Dinge und nahezu blinde Loyalität den Yuan-Ti erschien mir sehr naiv (welch Ironie…) und passte nicht zu der eher kritisch denkenden Person, die ich damals kennenlernte. Aber vielleicht war dies auch nur vorgetäuscht? Immerhin war sie mittlerweile zu Harkis’ rechter Hand aufgestiegen, vielleicht verfolgte sie damit auch einen Plan? Ein Gedanke, der mir im Verlauf der Tour immer unwahrscheinlicher erschien, die sie uns dann gab. Erstaunlich, dass wir uns dermaßen frei bewegen durften. Entweder nahmen sie uns nicht als Bedrohung wahr oder aber wir waren bereits tot und sie kümmerte es nicht, was wir sahen. Wir würden es wohl oder übel herausfinden. Interessant war, dass die Yuan-To eine ganze Menge toter Eier pflegten. Wozu wurde uns später erklärt, als Arina uns in einen Nebenraum zeigte, wie ein Ei mit einer Art Flüssigkeit injiziert wurde und die Farbe wechselte. Offenbar hatte dieses Ei nun die Möglichkeit, das Potenzial einer Person zu erhöhen. Ein solches Ei sei es auch gewesen, dass sie gerettet habe. Danach führte sie uns wieder nach oben, wo Harkis bereits auf uns wartete und ohne großes Geplänkel zu Verhandlungen über eine Allianz übergehen wollte. Wenngleich ich derzeit in einem recht verwirrenden Gefühlschaos bezüglich Arina steckte, war seine Taktik sofort offensichtlich. Gut ausgeruht mit 4 müden, teilweise emotional überforderten Personen zu verhandeln, das war keine Situation, in der etwas von Wert für uns heraussprang und so bestand ich darauf, diese Verhandlungen erst am Morgen zu führen. Harkis ließ sich darauf ein, wie unwillig oder bereitwillig vermochte ich nicht zu sagen und wir wurden in ein recht luxuriöses Zimmer geführt, das allerdings hinter uns verschlossen wurde. Ein merkwürdiger Widerspruch zur bisherigen Offenheit. Ich hätte es bevorzugt, jede Minute möglichen Schlafs zu nutzen, da ich befürchtete, dass Harkis uns seiner ursprünglichen Taktik folgend bereits sehr früh wecken lassen würde, doch Ralkarion und Garret verlangten nun von Krathus, sich zu erklären und zugegeben war auch ich diesbezüglich sehr interessiert. Krathus wand sich ein wenig, doch was er erzählte, war durchaus dazu angetan, meinen Respekt vor dem Kobold zu steigern. Offenbar hatte er es nicht nur geschafft, Harkis ein erstes Angebot aus dem Kopf zu schlagen, sondern auch Informationen über Zoica vorenthalten, herausgefunden, dass das Rätsel magiebegabte Personen herlocken wollte und nicht zu letzt auch, dass die Yuan-Ti zumindest keine übermäßige Furcht vor dem Roten hatten. Besonders letzteres schien interessant, da die Yuan-Ti sowohl von meinen Gefährten als auch einigen Büchern als ein Volk mit gesteigertem Selbsterhaltungstrieb und brutaler Pragmatik beschrieben wurden. Selbstverständlich wollte Ralkarion sofort unsere Verhandlungsposition für morgen klären, doch angesichts seines zunehmend irritierendem Benehmen erschien mir das kaum sinnvoll. Selbst für seine Verhältnisse war er übermäßig sarkastisch und kritisch, was wohl an dem Ort liegen musste. Angesichts seines und Garrets erratischem Verhalten erschien es mir sinnvoller, einen vernünftigen Nachtschlaf hinzulegen. Morgen früh mochten sie bereits wieder klarer denken. Ein frommer Wunsch, der sich nicht erfüllen sollte. Nachdem ich meine Meditation abgeschlossen hatte, beschloss ich, ein kleines Experiment zu wagen und herauszufinden, wie eingeschlossen wir waren. Mich konzentrierend trat ich wieder in den Raum zwischen den Ebenen, doch als ich durch die Tür treten wollte, wurde ich von dem Zauber, mit dem sie belegt war, brutal und lautstark zurückgeschleudert. So ganz vertraute man uns wohl wirklich nicht. Was meine ungute Theorie bestärkte, dass wir in den Augen der Yuan-Ti bereits tot waren. Das Schafott, oder besser, was ich dafür hielt, nahm am nächsten Morgen die Gestalt eines Verhandlungstisches mit 4 Eiern an, zu dem wir geführt wurden. Harkis erwartete uns dort bereits und erklärte, dass diese Eier eine Belohnung des Imperators seien als Belohnung für seine Befreiung. Nichts, was meine Befürchtung besänftigte, immerhin war lediglich Garret dabei anwesend gewesen und dieser hatte breits zwei hochrangige Yuan-Ti tätlich angegriffen. Unglücklicherweise erwähnte Harkis auch die Potential verstärkende Wirkung der Eier, so dass kurz darauf im Eifer der Verhandlungen niemand verhindern konnte, dass Krathus sich ein Ei griff und herunterschlürfte. Es war erstaunlich, wie dieser Kobold zwischen genialen Momenten und schierer Idiotie hin- und hersprang. Harkis war offenbar kein Mann unnötiger Worte und kam recht schnell zur Sache. Wir sollten dafür sorgen, dass die Untoten (die sie lediglich als lästige Zeitverschwendung sahen) sie nicht angriffen und ihre Magieadepten an der Akademie in Zoica studieren lassen, dafür würden wir die Freundschaft und Dankbarkeit der Yuan-Ti erhalten. Angesichts dessen, wie die Yuan-Ti ihre Loyalitäten handhabten, ein völlig inakzeptables Angebot. Nach vielem Hin und Her und gegenseitigen Drohungen (die Yuan-Ti hofften, dass ihre Macht von Shadar erst bemerkt würde, wenn er nichts mehr dagegen tun könnte) schaffte ich es zumindest, einen Austausch von Rekruten zu erreichen: Die Yuan-Ti würden ihre Zauberschüler bekommen und sie im Gegenzug unsere Wachen und Freiwilligen zu Kriegern ausbilden. Das fühlte sich bereits fast nach dem Maximum an, da Garret nur still in der Ecke schmollte und Ralkarion mehr und mehr Kommentare abgab, die nicht nur nicht hilfreich, sondern komplett abträglich waren. Was war nur in ihn gefahren? Wenigsten Krathus entpuppte sich wieder als Unterstützung, als er in einem seiner lichten Momente anmerkte, dass es nicht ganz ausgeglichen sei, dass wir für jeden ausgebildeten Magier, den die Yuan-Ti bekamen, „nur” einen Krieger bekamen. Als Harkis einwand, dass diese allerdings mit viel Kampferfahrung zurückkommen würden, wurden wir hellhörig. Harkis offenbarte mehr oder minder unfreiwillig, dass sie im Norden gegen Insektenwesen kämpften, die der Kontrolle ihrer Königin entglitten waren. Diese würden in Raserei gegen sie anrennen und dabei im Gegensatz zu den Untoten offenbar eine echte Bedrohung darstellen. Interessant und ein möglicher Ansatzpunkt, die Yuan-Ti irgendwann als ganzes auf unsere Seite zu ziehen, denn es war klar geworden, dass diese uns niemals in Gänze unterstützen würden, solange sie stark waren. Geschwächt jedoch… Nun, für’s erste wurden lediglich diverse Entschädigungen für gefallene Zoicaner in Ausbildung ausgehandelt. Ebenfalls klar war nun aber auch, dass die Yuan-Ti fürs Erste kein Interesse daran hatten, uns tot zu sehen und da auch Krathus nach dem Genuss des Eis keinerlei Anzeichen von Schwäche zeigte, beschlossen ich und offenbar auch Ral im Interesse der Diplomatie, unser Ei zu essen. Irgendetwas stellte es tatsächlich mit mir an. Etwas Positives, was genau vermochte ich nicht zu sagen. Ral schien es ähnlich zu gehen, wie sein gieriges Schlürfen verriet. Gleichzeitig kam ich nicht umhin, mich zu fragen woher diese Gier kam. Garret hingegen hatte beschlossen, weiterhin zu schmollen und die Verhandlungen zu erschweren. Ich musste zugeben, dass ich mir im Vorfeld nicht hätte erträumen lassen, dass Krathus und ich eine solche Verhandlung lenken würden und Garret und Ralkarion sich alle Mühe geben würden, sie zu torpedieren. Verkehrte Welt. Danach schien Ralkarion dann jedoch doch etwas zur Vernunft zu kommen, denn er griff einmal mehr den Verhandlungsstrang auf, die Angriffe der Untoten aufzuhalten, was nicht übermäßig schwierig sein sollte, aber das musste Harkis nicht wissen. Im Gegenzug rang er Harkis die Aussage ab, dass sie im Gegenzug uns mit einem Gegner helfen würden. Ich hielt die Gelegenheit für einigermaßen günstig, die Yuan-Ti gegen Zatar, the Imperishable zu senden - Ocanar mochte eine Art Verbündeter sein, doch einer, der unter der Fuchtel von dem Roten stand und offensichtlich nicht in der Lage war, sich gegen ihn aufzulehnen. Eine Niederlage seinerseits würde die Kräfte des Roten mehr schwächen als uns, eine Niederlage der Yuan-Ti könnte sie weit genug schwächen, um sie uns in die Arme zu treiben. Und auch ein geschwächter Verbündeter war besser als keiner. Es war zugegeben unwahrscheinlich, dass sich Harkis darauf einlassen würde, doch es wäre einen Versuch wert gewesen. Jedoch kam ich nicht dazu, denn Ralkarion hatte ein gänzlich anderes Ziel im Kopf - den Wächter des Nexus bei Cindercrest. Gewagt, und ich war mir völlig unsicher, was ich davon halten sollte. Fest stand, dass wir dem Roten früher oder später die Nexi entreißen mussten und der Wächter dabei ein nicht zu unterschätzendes Hindernis war. Gleichzeitig schien mir der Zeitpunkt dafür deutlich verfrüht - selbst wenn es uns gelang, würde es uns unweigerlich wieder auf die Agenda des Roten setzen, der diesmal möglicherweise deutlich weniger „milde” gestimmt sein würde, als es beim letzten Zusammentreffen der anderen mit ihm der Fall gewesen war. Sicher, wir hatten uns bereits einen Nexus unter den Nagel gerissen, aber dieser stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht unter der Kontrolle des Roten. Und dann blieb da noch die Frage, wer sich mit dem Nexus verbinden sollte und damit die Kontrolle übernehmen sollte. Ralkarion disqualifizierten die Blutstropfen, die seit dem Arkanen Nexus ständig aus seinen Augen traten, Garret hatte bisher nur minimale magische Begabung an den Tag gelegt und Krathus würde sich zwar sicher sofort freiwillig melden, war aber viel zu unbeherrscht, um mit der Macht eines Nexus betraut zu werden. Ähnliches galt für die örtlichen Magier der Akademie, mit Ausnahme von Melody vielleicht, die allerdings aufgrund ihrer Unbedarftheit auch eher ausfiel. Die übrige Option gefiel mir ehrlich gesagt nicht… Es würde eine Menge zu besprechen geben, wenn wir uns erneut zu Mundi begeben würden.]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ava/Sitzung-112-496.html</link>
			<pubDate>Mon, 23 Jan 2023 00:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 110</title>
			<description><![CDATA[Krathus tauchte schon bald wieder auf. Er war bei seiner Mutter gewesen… eigentlich ein kompletter Widerspruch zu unserer andauernden Undercover-Aktion, aber da ich die Sinnhaftigkeit derselben mittlerweile ernsthaft in Frage stellte und der Wunsch immerhin verständlich war, konnte ich ihm kaum böse sein. Zumal ich eine gewisse Mitschuld trug - obwohl ich Krathus kannte, hatte ich es versäumt, meine Sicht auf Unsichtbares auszuweiten und daher nicht mitbekommen, wie er ging. So wandten wir uns recht zügig den weiteren Plänen zu, die Yuan-Ti auf unsere Seite zu ziehen. Eine gewisse Machtdemonstration dürfte notwendig werden. Auf unser Drängen testete Ralkarion seine Theorie, dass er hier keinen Zugriff auf die Macht des Nexus hatte. Wie die Blutstropfen an seinen Augen zeigten, lag er damit falsch - das eröffnete Möglichkeiten. Einige Möglichkeiten wurden dikutiert, eine wilder als die andere. Persönlich war ich diesbezüglich eher dafür, vor Ort zu entscheiden, wenn wir ein besseres Bild davon hatten, was die Yuan-Ti beeindruckte und was nicht - alles andere dürften erstmal nicht viel mehr als Hirngespinste. Aber Ralkarion hatte gerne alles durchgeplant und angesichts dessen, was auch und gerade ich ihn in letzter Zeit hatte durchleben lassen, war ich gewillt, ihm den Gefallen zu tun. Dennoch war ich nicht ganz bei der Sache, vermutlich der Grund, weshalb ich die Einzige war, die in den Nebenräumen Geräusche hörte. Da ich mich glücklicherweise frei bewegen konnte und die Geräusche sich auf uns zubewegten, nutzte ich die Gelegenheit, einmal nachzuschauen, was dort los war. Es bot sich ein höchst merkwürdiges Bild. Zunächst einmal sah ich nichts als einen gewaltigen Rucksack mit allem möglichen Krimskrams daran. Dann wurde ich des Besitzers gewahr, eine Art Vogelwesen? Es durchwühlte die Schränke offenbar nach allem, was halbwegs brauchbar war und stoppte erst damit, als ich es mehrmalig dazu aufforderte. Es machte Anstalten, davonzugehen, doch ich wollte mehr darüber erfahren, was es war oder hier tat und stellte sich es im Gang zur Rede. Nicht die Beste Idee, da zum einen außer seinem Namen - Tatum - und seiner Spezies - Imperial Nightingale - nicht viel aus ihm herauszubekommen war. Bei der Spezies klingelte etwas in meinem Kopf. Hatte Garret nicht einen solchen Begleiter gehabt, der mit zu den Yuan-Ti gegangen war? Weil sie irgendwie damit verbunden waren? Weiter kam ich mit den Überlegungen nicht, denn Tatum begrüßte jemanden hinter mir. Ich drehte mich um und sah gerade noch, wie Krathus seinen Kopf wieder ins Zimmer zog. Ich seufzte. Die Geheimhaltungsgeschichte war schon anstrengend genug, aber mit Krathus wurde es schon fast zermürbend. Ich versuchte, davon zu retten, was zu retten war und tat das erstbeste - ich verpasste ihm einen falschen Namen. „Cuu“ kam heraus. Sollte Tatum im Dienste der Yuan-Ti stehen, würde er zumindest einen falschen Namen weitergeben, möglicherweise auch Zweifel daran wecken, ob der Herrscher Zoicas wirklich tot war. Nicht ideal, aber immerhin etwas. Als Tatum abzog, kehrte ich zur Gruppe zurück. Die Überlegungen waren mittlerweile dabei angekommen, was man mit dem angebrochenen Tag machte, immerhin musste wir bis morgen warten. Ich war recht froh, dass ich mich mit meinem Vorhaben, die marodierenden Magier in ihre Schranken zu weisen, durchsetzen konnte. Ralkarion war nicht begeistert, würde es doch die Tarnung riskieren. Es entbehrte nicht einer gewissen Ironie, dass er nun auf Grund des Großen Ganzen die kleinen Dinge ignorieren wollte. Doch ich hatte mir vorgenommen, aus meinen Fehlern zu lernen - einer davon war gewesen, die direkten Probleme als unwichtig einzustufen, nur weil sie nicht unmittelbar mit dem großen Ziel verknüpft waren. Und so planten wir, wie man sich in der Stadt bewegen solle. Ralkarion hatte darauf hingewiesen, dass er sich und die anderen ja nur begrenzt oft unsichtbar machen konnte und auch meine Sichterweiterung funktionierte nicht unbegrenzt, falls Krathus wieder auf dumme Ideen kam. Ohne dies blieb eigentlich nur die Möglichkeit der Verkleidung, weshalb ich mich wieder alleine aufmachte, diesmal zum Theater, um Kostüme zu besorgen. Dort angekommen wurde zumindest bestätigt, dass Tatum tatsächlich im Dienste der Yuan-Ti stand. Er erstattete Maldrante gerade Bericht. Innerlich lachte ich auf. „Schauspielerin“, na klar. Es folgte ein durchaus erheiternder verbaler Schlagabtausch zwischen Maldrante und mir mit kaum verhohlenen Drohungen und Andeutungen auf beiden Seiten, wodurch immerhin klar wurde, dass die Yuan-Ti tatsächlich einen Angriff planten, und zwar schon bald. Wir hatten also nicht viel Zeit.  Anschließend suchte ich ein paar Kostüme zusammen und kehrte zurück, die Auswahl erwies sich jedoch als mehr als dürftig. So sehr Krathus Spaß am kostümieren hatte, so deutlicher war es, dass dies keine echte Option war. So musste Ralkarion eben doch seine Magie bemühen. Unsere Suche nach den jungen Magiern indes dauerte nicht allzulang. Schon nach kurzer Zeit trafen wir auf Marco, der uns im Zusammenhang damit darauf hinwies, doch einmal beim Freedom Fighter Squad in der Kanalisation vorbeizusehen. Das taten wir und standen kurz darauf vor einer runenverzierten Tür. Zusammen mit dem vorher ausgelösten Alarm wr es klar, dass es sich dabei um eine Art Schutzzauber handelte. Nicht untalentiert, aber ich war sicher, dass ich ihn brechen können wurde. Meine Vermutung bestätigte sich und schritt ins Innere, wo ich eine wildfremde Person antraf, die einen Stab auf mich richtete und mir gleich darauf sehr vertraut vorkam. Meinen alten Freund Steffge begrüßend ging ich freudestrahlend auf ihn zu - dann brach Ralkarion den Zauber und mir wurde klar, was hier passiert war. Ich entschied, dass dies ein guter Moment war, meinen dunkleren Impulsen nachzugeben und setzte ihm das Schwert an die Kehle. Obgleich er davon äußerlich unbeeindruckt wirkte, gaben er und seine Kumpane einige wichtige Informationen preis - sie hatten wohl vor, Garrets Revolutionsgarde wieder aufleben zu lassen und mit magischen Mitteln zu bereichern. Zu unserem Glück hatten sie jedoch auch statuiert, dass nur der Gründer des Freedom Fighter Squad es wieder auflösen konnte, was Garret prompt tat. Ich setzte noch ein paar gesalzene Worte hinzu, dass sie ihre Magie künftig nicht mehr gegen die Bewohner Zoicas verwenden sollten, doch wie effektiv sich das erweisen würde - nun ja. Marco hatte schon Recht, wenn er sagte, dass die Macht der Magie nicht immer das Beste in den Leuten zum Vorschein brachte. Als nächstes wandten wir uns dem Logikrätsel aus Kerzen und Bannlinien zu, dass die Yuan-Ti den Magiern überlassen hatten. Mit unseren neueren Informationen war es deutlich, dass hier wohl eine Art Invasionsportal geschaffen werden sollte, doch alle Versuche, es zu zerstören, schlugen fehl. Mehr als das fingen Ralkarion und Krathus plötzlich an, selbst herumzurätseln um das Puzzle zu lösen. Was um alles in der Welt…? Es kostete mich unglaubliche Anstrengungen, die beiden davon zu bewegen, davon abzulassen. Hier musste etwas gefährliches am Werk sein. Nachdem ich die beiden endlich vom Puzzle gelöst bekam, kamen wir zumindest darin überein, dass dieser Ort bewacht werden müsse. Aufgrund der Geschehnisse von vor ein paar Minuten drängte ich darauf, dass ich vorübergehend dafür hier blieb, während die anderen zu Posetine gingen und eine Bewachung organisierten. Als sie weg waren, besah ich mir das Puzzle genauer. Sicher, die anderen waren irgendwie davon besessen gewesen, aber schließlich waren sie Kurzlebige. Sie besaßen nicht die Erfahrung und Widerstandsfähigkeit von…nun, zum Beispiel von Elfen. Vielleicht gelang es mir ja sogar, das Puzzle zu lösen und es damit seiner Magie zu berauben? Ähnlich dem Schutzzauber. Ich begann, Kerzen zu löschen und anzuzünden, doch kam nicht weiter. Nach einiger Zeit musste ich frustriert aufgeben. Diese Schlangen waren durchtriebener, als ich dachte. Dann hörte ich Schritte. Vor der Tür hatte sich bereits eine Wache postiert - DIREKT vor der Tür. Das erschien mir zu gefährlich, nicht jeder würde das Puzzle so beherrschen können wie ich, andere würden wie Ralkarion und Krathus von ihm beherrscht werden. Also wies ich ihn an, in weitaus größerem Abstand ein Auge auf die Tür zu haben, was er grummelnd tat. Da die anderen in ihrer Aufgabe offenbar erfolgreich gewesen waren, machte ich mich auf den Weg in den Compound. Unterwegs wanderten meine Gedanken immer wieder zu dem Puzzle. Was wohl die Lösung sein mochte…?]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ava/Sitzung-110-476.html</link>
			<pubDate>Sun, 29 May 2022 23:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 109</title>
			<description><![CDATA[Zumindest schien Posetine mehr und mehr in ihre Herrscherinnenrolle hereinzuwachsen. Das Erbe ihres Vaters? Oder Erziehung? Jedenfalls hoffte sie, eine Allianz mit ihnen zu schmieden - auf Grundlage ihrer wankelmütigen Bündnispolitik in der Vergangenheit hielt sie das für möglich. Ihr Argument hatte durchaus Hand und Fuß - wenn sie vorher überzeugt werden konnten, die Seiten zu wechseln, wäre es nicht auszuschließen, dass sie das wieder tun würden. Der Plan trug Marcos Handschrift, der in der Zwischenzeit eine Mentorrolle für sie übernommen hatte. Es blieb die Frage, inwieweit das gut oder schlecht war. Marco hatte sich in der Vergangenheit als jemand erwiesen, der sich durchaus um die Belange der einfachen Bürger sorgte, was mir grundlegend sympathisch war. Gleichzeitig war er aber auch unglaublich gut darin, sich nicht zu tief in die Karten blicken zu lassen… es blieb stets ein ungutes Gefühl nach Gesprächen mit ihm. Darüber hinaus gab es eine, vielleicht zwei, gravierende Schwächen an dem Plan. Zum ersten dürfte es sich potentiell als schwierig erweisen, die Sardak davon zu überzeugen, dass ein Bündnis mit uns von Vorteil wäre, wenn ein aspirierender Gott ihnen eine Kostprobe seiner Macht gegeben hatte. Zweitens hielt sie nichts davon ab, uns in den Rücken zu fallen, wenn die Geschicke sich zu unseren Ungunsten entwickelten. Doch für diesen Fall hatte Posetine den Gedanken, sie gegen andere Alliierte des Roten aufzuhetzen. Tatsächlich wäre auch in diesem Fall einiges gewonnen. Wohl war mir dennoch nicht bei der Sache - zu viele Unwägbarkeiten, doch so, wie die Dinge standen, hatten wir kaum eine andere Wahl. Die Herrscherin hatte jedoch noch einen weiteren Punkt auf der Agenda - als ihre „Champions” (nebenbei etwas, was im krassen Gegensatz zur geplanten Heimlichtuerei stand) sollten wir ein entsprechend protziges Anwesen erhalten. Während Krathus natürlich Feuer und Flamme für seinen eigenen Hort war, waren ich, Garret und Ralkarion nicht eben begeistert davon. Posetine redete davon, dass die Leute inspiriert werden müssen - sicher, aber meiner Meinung nach geschah dies nicht durch goldene Paläste, die nichts als ein Symbol der Erhöhung und Entfremdung waren. Es geschah durch Taten. Posetine wollte natürlich nichts davon hören und verließ uns, um nach weiteren Bittstellern zu sehen, jedoch nicht ohne den Ratschlag, vorher vielleicht mal bei den Zwergen in Lachlun vorbeizusehen. Auf dem Weg nach draußen besprachen wir unsere Optionen, die leider recht eingeschränkt waren. Immerhin waren wir uns alle einig, dass zunächst ein Besuch in Azoicström angeraten war, ob nun um Angstrum dazu zu bewegen, den Nexus zu leeren oder um ihn an Ralkarion zu übergeben, musste Gegenstand einer späteren Diskussion bleiben, die an einem sichereren Ort weitergeführt werden würde. Uns dorthin begebend sorgte machte Ralkarion wieder alle außer mir unsichtbar. Es gefiel mir zwar nicht unbedingt, derzeit das „Gesicht” zu sein, aber es war unbestreitbar praktisch - sie konnten überallhin und da man nur mich sah und sie nicht, würde kaum jemand Verdacht schöpfen. Nun, fast niemand würde sie sehen… ich schon. Das Zusammentreffen mit dem unsichtbaren Reiter vor Mundi hatte eine weitere Inspiration zum Training meiner magischen Fähigkeiten gegeben und so wirkte ich meinen eigenen Zauber, der mich die anderen deutlich sehen ließ, was sich später noch als nützlich erwies, als ich Krathus von einem unüberlegten Ausflug zum Schmied abhalten konnte. Zunächst trafen wir draußen im Gang jedoch auf Lafayette und Marco, ersterer eher nervös und mit einem Blumenstrauß in der Hand, letzterer wirkte eher gelangweilt beim Münzspiel. Lafayette hatte offenbar noch nicht aufgegeben, Posetine zu umwerben und da er offenbar öfter hier war, mochte er damit nichtmal ohne Erfolg sein - ich bezweifelte allerdings, dass Posetine noch viel mehr als ein Spielzeug in ihm sah. Offenbar machte er sich selbst auch nur bedingt Hoffnungen, da er nun kaum verhohlen mir Avancen machte. Mein erster Impuls war, meinen früheren, kurzzeitigen Arbeitgeber abblitzen zu lassen, meine Interessen lagen anderswo. Ich besann mich dann aber eines besseren und vertröstete ihn vage auf später - es ergab wenig Sinn, ihn noch weiter herabzuwürdigen und mochte später noch von Nutzen sein. Trotz allem war er ein Mann mit vielen Ressourcen. In meinem Zimmer angekommen besprachen wir das weitere Vorgehen. Die Route war klar, auch wenn wir die Abreise zu den Sardak noch einen Tag verzögern mussten - Krathus nun zu kleine Rüstung musste angepasst werden und die Schuppen in unsere Rüstungen und Kleidungsstücke eingearbeitet werden, etwas, wofür wir die Hilfe eines Drachen brauchen würden. Wenn es nach mir ging, die von Al’Chara - eventuell konnte sie uns noch weiteres über die Natur der Schuppen verraten, wenn man Posetines ungewöhnliche Herkunft bedachte. Unterbrochen wurden wir lediglich von einer… Taube? Sie kam ins Zimmer und sprach von Preisen, die vergessen wurden. Offenbar aus dem Kubus. Das hatte unangenehme Implikationen. Wusste die Taube, wer den Kubus nutzte? Und stand sie damit in seinen Diensten? Wenn ja, war alle Heimlichtuerei unnötig. Darüber hinaus kam mir ein weiterer, beunruhigender Gedanke: Der Rote hatte uns offensichtlich beobachtet und auch, wenn er derzeit keinen Grund haben mochte, die anderen drei zu beobachten - tat er das bei mir? Und wusste darüber schon längst Bescheid? Unglücklicherweise war die Taube sofort wieder verschwunden und die Überlegungen mussten spekulativ bleiben. Ich beschloss, die Heimlichtuerei weiter mitzuspielen, bis es einen eindeutigen Beweis gab, dass der Rote von der Flucht aus dem Kubus wusste. Krathus war davon weniger überzeugt. Verständlich, hießt es doch, dass er nicht zu seiner Mutter konnte. Als Friedensangebot bot ich ihm an, seine Rüstung beim Schmied vorbeizubringen, während ich zur Akademie ging und Angstrum abholte. Leider beschlossen Ralkarion und Garret, dass die drei besser im Raum warten würden, das Reden würde also wieder mir überlassen werden müssen. Wie schon gesagt: Praktisch, aber es gefiel mir nicht… ich machte mich auf den Weg. Nach dem Abstecher zum Schmied ging ich geradewegs zur Akademie und erspähte Chrylax auf dem Dach, allerdings reagierte er nicht auf mein Rufen. Also stieg ich die Treppen hinauf, wurde aber enttäuscht - Angstrum war nicht unter den Schülern, was ich trotz deren eher unförmiger, aber feuerfester Kleidung erkennen konnte. Ich wandte mich also direkt an den Professor und fragte ihn nach dessen Aufenthaltsort. Chrylax reagierte wie gewohnt ungehalten mit dem Versuch eines Feuerballs, doch auch in diesem Fall hatte mich die Erfahrung einiges gelehrt und ich ließ den Feuerball sehr zu seinem und dem Verblüffen seiner Schüler mit einem Gegenzauber wirkungslos verpuffen. Was unter den Schülern großen Eindruck machte, worin ich eine Chance sah. Ich lächelte, als ich Chrylax ansah und erzählte, dass ich seinen Schülern den Gegenzauber beibringen würde, wenn er mir nichts erzählen würde. Seine Antwort bestand in einem kleinen Feuerzauber, der aber dermaßen schlecht gezielt war, dass es mir keine Mühe bereitete, auszuweichen. Mich an die Schüler wendend begann ich mit den Grundlagen. Das hatte nun endlich einen Effekt und Chrylax erzählte zumindest, dass Angstrum schon seit einer Woche nicht mehr hier gewesen war, er aber mehr nicht wüsste. Angesichts seiner Art glaubte ich ihm und wand mich stattdessen an die Schüler, ob sie etwas gesehen hatten. Eifrig, den Gegenzauber zu lernen, rauchten ihre Köpfe und immerhin konnten sie sich daran erinnern, dass Angstrum davon erzählt hatte, dass er ein Nest bauen würde. Nest. Hatten die anderen nicht etwas von Angstrum und Melody erzählt…? Die Schüler wussten zwar nicht wo, doch einer brachte mich durch den Zwischenruf, dass man Nester auf Türmen baute auf einen Gedanken. Immerhin war sein altes Zuhause echt hoch oben… Ich bedankte mich bei den Schülern und machte mich an den Abstieg. Ich würde demnächst wohl mal eine Unterrichtsstunde zu Gegenzaubern halten müssen - wenn wir es nicht schafften, die Akademie zu schließen, natürlich. Ich holte die anderen aus dem Compound ab, die meine Auffassung, dass Angstrum möglicherweise mit Melody nach Azoicström gezogen war, teilten. Und selbst wenn nicht - wir hatten ohnehin noch einen Tag Zeit, Krathus sollte nicht ohne Rüstung zu den Sardak mitkommen. Auch hatten wir mittlerweile beschlossen, dass es vermutlich am sinnvollsten wäre, Ralkarion den Nexus zu überlassen. Es würde das Potential einer Machtdemonstration bei den Sardak eröffnen und die Verhandlungen möglicherweise erleichtern. Auch Krathus freute sich wie ein kleines Kind auf den Nexus, da auch sein Banner aufgeladen werden sollte. Natürlich blieb die Ungewissheit, ob Angstrum den Nexus abgeben würde, aber wir waren uns relativ sicher, dass der Fakt, dass der Nexus ein riesengroßes Fadenkreuz auf ihn pinselte, ihn letzten Endes überzeugen würde und so machten wir uns auf den Weg zum Teleportzirkel. Auf dem Weg dorthin wurden wir Zeuge einer eher unschönen Szene. Garret machte uns auf eine kleine Explosion in einem Laden aufmerksam, aus dem gleich darauf zwei Männer traten. Ein kurzer Wortwechsel machte deutlich, dass es sich um Schüler der Akademie handelte, die mittels Magie den Besitzer bestohlen hatten. Widerlich, dieser Missbrauch von Macht. Ich überlegte, ob wir etwas dagegen unternehmen sollten, doch schlussendlich hatten wir gerade andere Prioritäten. Vielleicht, wenn wir zurück waren. Der Teleport verlief ereignislos, Ralkarion schien es besser und besser zu beherrschen, der Teleportzirkel in Azoicström hatte sich allerdings verändert und war kaum anders als als gewaltiges Nest zu beschreiben. Und als hätte es noch Bestätigung gebraucht, stand im nächsten Moment Angstrum nur im Lendenschurz vor uns und begrüßte uns wie gewohnt wortgewandt, bevor er von einem Arm von der Tür weggezogen würden. Ich folgte ihnen und es wurde klar, dass wir ihn und Melody wohl bei gewissen Aktivitäten unterbrochen hatten. Ich grinste. Die beiden waren schon süß zusammen. Es kostete etwas Mühe, Angstrum davon zu überzeugen, den Nexus abzugeben, doch mit Melodys Mithilfe schafften wir es letzten Endes und wurden von Angstrum direkt dorthin transportiert. Erneut war Melody eine große Hilfe, da Angstrums Versuch, sich vom Nexus zu lösen, entschieden zu halbherzig war, woraufhin sie mit einem Zauber nachhalf, natürlich nicht ohne sich im Vorfeld bei ihm dafür zu entschuldigen. Ralkarion nutzte die erzwungene Pause, um mir nun Fragen zu meinen letzten Wochen zu stellen. Ich bemühte mich nicht zuletzt Krathus zuliebe, es möglichst kurz zu halten und erklärte es. Als sie mich kennengelernt hatten, hatte ich aufgrund von naiven Vorstellungen von Heldentum meine dunklere Seite unterdrückt. Nachdem dieser Teil meiner Seele beim Übertritt aus der anderen Welt hinaus aus mir herausgerissen worden war, war ich von meinen dunklen Impulsen überwältigt. Krathus stellte ganz richtig fest, dass ich deswegen immer so wütend gewesen war - jahrhundertelange Unterdrückung dieses Teil meiner Selbst hatten enorme Wut angestaut. Erst die Hilfe von Arem und seine angeleiteten Meditationen in seinem Heimatdorf hatten dazu geführt, dass ich mit dem anderen Teil meiner Seele wiedervereint war und gelernt hatte, mich als das zu akzeptieren, was ich war. Kein Held. Kein Bösewicht, Sondern schlicht und einfach ich, im Guten wie im Schlechten. Wie Ralkarion feststellen musste, äußerte sich das auch in meinem Humor. Als Krathus sein Banner aufgeladen hatte und die Zeit gekommen war, dass Ralkarion sich mit dem Nexus verbinden würde, ließ ich hinter ihm die Illusion von Kissen entstehen, daran denkend, wie bisherige Versuche verlaufen waren. Auch Garret erinnerte sich daran und machte sich bereit, ihn aufzufangen. Das schlug jedoch grandios fehl, als er den zurückgeschleuderten Ralkarion verfehlte und dieser Saltos schlagend in die Illusion von Kissen gegen die Wand krachte. Kurz vorher sah ich ein Aufblitzen in Ralkarions Augen, das deutlich machte, dass er die Kissen als Illusion enttarnt hatte, was den Moment nur noch perfekter machte. Während Krathus und Garret unter Mühe ein Grinsen unterdrücken, bog ich mich vor Lachen. Als ich allerdings sah, dass ihn der Aufprall härter getroffen hatte, als gedacht, riss ich mich zusammen und versorgte seine Verletzungen. Dennoch - das war es wert gewesen. Nicht alle Wunden ließen sich jedoch so leicht versorgen. Aus seinen Augen tropfte Blut, wenig zwar, aber stetig. Wirklich merkwürdig war allerdings, dass es davor schweben blieb. Ein weiteres Problem? Ein paar Tests später war klar, dass es vermutlich über das Wirken entsprechender Zauber unter Kontrolle halten ließ. Eine weitere Theorie war, das Ralkarions Körper schlicht zu schwächlich war, um die Energien des Nexus ohne Nebenwirkungen zu nutzen. Ich schlug dennoch vor, Al’Chara zu konsultieren. So angewidert sie von Blutmagie war, so verstand sie doch eine ganze Menge davon. Die Rückkehr aus dem Nexus erwies sich jedoch als komplizierter als gedacht, da am Ausgang nun ein weiterer Bugbear aufgetaucht war, der nicht begeistert von unserer Anwesenheit war. Es kostete etwas Überredungskunst, ihn zu überzeugen und das Endergebnis bekam ich nicht mehr mit, da ich plötzlich Krathus Hand an meiner Hüfte spürte und wir im nächsten Moment wieder in Melodys und Angstrums Nest standen. Anerkennend fragte ich ihn, seit wann er das könne. Noch nicht all zu lange, offenbar, allerdings erzählte er mit Begeisterung die Geschichte, wie er mit diesem Zauber Ralkarion hoch in die Luft auf sein fliegendes Yak teleportiert hatte als Rache für, wie er fand, respektlose Kommentare. Ich grinste erneut. Ralkarion hatte offenbar nicht nur unter meinen Späßen zu leiden… Wenig später erschienen auch Ralkarion und Angstrum, abgeholt von Krathus, der mir einen Shrimp in die Hand drückte und mich warnte, dass ich es nicht essen sollte, das würde weh tun. Es stellte sich heraus, dass Ralkarion statt der Unsichtbarkeit diesmal zu einem Polymorphzauber gegriffen hatte um Garret in diese Form zu zwängen als Rache für eine Ohrfeige. Die Interaktion hatte Ralkarion offenbar widerstandsfähiger gegenüber Angriffen gemacht, was Garret natürlich ausprobieren musste. Wirklich reuevoll wirkte er nicht, als ich den Shrimp auf den Boden klatschte und daraufhin Garret in seiner eigentlichen Gestalt wieder erschien. Angstrum machte sich nun jedoch Sorgen um die Verteidigung von sich und Melody ohne den Nexus. Im folgenden Gespräch kamen wir auf die Kobolde des Roten - und einen gewaltigen Fehler Angstrums. Er druckste zunächst allerdings herum. Fand ich das normalerweise eher putzig, war es bei diesem Thema völlig unangemessen. Wir brauchten klare Antworten von ihm, ohne seine übliche Redseligkeit. Ich beschloss, ihm zu diesem Zweck einen Schrecken einzujagen und die Ernsthaftigkeit der Situation zu demonstrieren. Melody griff zwar beruhigend ein, als ich nach Angstrums Kehle griff, doch die Geste hatte ihren Zweck erfüllt. Angstrum berichtete für seine Verhältnisse ziemlich schnörkellos, wie er die Kobolde, die hier gewesen waren, einfach hatte umkehren lassen mit dem Versprechen, niemandem etwas davon zu erzählen. Kobolde, die wohl ein Fernrohr dabeigehabt hatten. Ich seufzte. Vermutlich hatte der Rote also so vom Nexus erfahren. Allerdings hatte niemand etwas von weiteren Schuldzuweisungen, also ließ ich Angstrum los und bat um Entschuldigung für meine Grobheit. Letzten Endes hatte sich unsere Situation dadurch auch nicht geändert - wir waren ohnehin davon ausgegangen, dass der Rote die Position des Nexus kannte. Da hier damit alles erledigt war, verabschiedeten wir uns und teleportierten zurück nach Zoica, um dort den Rest des Tages abzuwarten. Auf dem Weg zum Compound begegneten wir erneut zwei Schülern der Akademie - und auch diese hatten offenbar gerade mit magischen Mitteln einen Händler um seinen Verdienst gebracht. Schon wieder. Vielleicht wurde es Zeit, das Biest loszulassen… so postierte ich mich mit verschränkten Armen in ihrem Weg. Versuchten sie anfangs noch einfach, an mir vorbeizugehen, weiteten sich ihre Augen kurz darauf, als ich meine Augen und Goldsträhnen schwarz werden ließ und meine Adern schwarz hervortraten, während ich ihnen befahl, damit aufzuhören - oder sonst… Die Angst in ihren Augen verschaffte mir eine gewisse Genugtuung und die Hoffnung, dass zumindest diese beiden ihre magischen Fähigkeiten nicht mehr derart missbrauchen würden. Dennoch, eine Lösung musste gefunden werden - vielleicht könnten wir uns den Rest des Tages damit beschäftigen? Bis dahin begnügte ich mich, den beiden Davonhüpfenden noch eine kaum verhohlene Drohung hinterherzurufen, sollten sie das noch einmal versuchen. Wer ihnen wohl die Schnürsenkel zusammengebunden hatte - Garret oder Krathus? Netter Einfall, jedenfalls. Ralkarion war wenig überraschend wohl ein wenig entsetzt von dieser Seite von mir. Nun, ich hatte ihn gewarnt und offenbar hatte er auch kein gesteigertes Interesse daran, sich darüber zu streiten, was mich doch sehr erleichterte. Im Compound angekommen, mussten wir jedoch feststellen, dass Krathus abhanden gekommen war. Ich verfluchte mich dafür, so unaufmerksam gewesen zu sein. Da wir uns ungefähr denken konnten, wo er hin verschwunden war, dürfte sich der Schaden hoffentlich in Grenzen halten - zumal es immer deutlicher wurde, dass wir uns ohnehin nicht lange vor dem Roten verstecken können würden…]]></description>
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			<pubDate>Sun, 22 May 2022 23:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 108</title>
			<description><![CDATA[Ich war zu früh… das Treffen war für Mitternacht vereinbart, die anderen waren noch nicht eingetroffen. Allerdings hatten sich in der Zwischenzeit einige… interessante Gäste eingefunden. Eine Truppe Yuan-Ti, die ein Schauspiel aufführten. Ich war misstrauisch - von dem was die anderen über Harkis erzählt hatten, waren Yuan-Ti zwar möglicherweise begnadete Schauspieler, aber sicher nicht am Theater interessiert. Steckte mehr dahinter? Da ich gemeinsam mit Arem eingeladen war, konnte ich die Gelegenheit genauso nutzen, ein Auge auf sie zu werfen. Ein angenehmer Abend dürfte es so oder so werden. Mitten im Spiel hörte ich plötzlich Garrets Stimme an meinem Ohr - offenbar waren sie eingetroffen. Ich gab Arem ein Zeichen, er nickte verstehend und ich machte mich auf den Weg. Wie ich zugeben muss, etwas nervös. Ich war in letzter Zeit nicht die umgänglichste Person gewesen. Nicht ganz bei mir, wie ich mit einer Mischung aus Grinsen und Lächeln dachte. Wie die anderen mich empfangen würden, blieb ungewiss, aber die Nachrichten von Ralkarion waren zu beunruhigend, um weiter meditierend bei Arem und seinem Volk zu bleiben. In Gedanken daran rückte ich die neue Rüstung zurecht. Sie war hervorragend gearbeitet und dürfte deutlich mehr Schutz bieten als die unförmige Lederrüstung aus Cindercrest, aber die zusätzlichen Platten waren gewöhnungsbedürftig - es dürfte noch ein wenig dauern, bis ich meine gewohnte Agilität wieder ausspielen konnte. Dann richtete ich meine Gedanken wieder auf das vor mir liegende Zusammentreffen. Das deutlich herzlicher ausfiel, als ich mir das gedacht hätte. Natürlich war Ralkarion zurückhaltend, das konnte man ihm kaum verübeln, aber Garret freute sich, mich wiederzusehen und Krathus war schon fast euphorisch. Ich muss zugeben, die naive Art des Kobolds hatte mir besonders gefehlt. Der Fleischberg war nicht mehr bei ihnen, offenbar hatte er seinen Auftrag als erledigt gesehen und war losgezogen. Typisch Söldner halt, aber wenigstens waren alle heile zurück. Die fünfte Person im Raum hingegen umschwebte eine Aura der Arroganz. Angesichts der Herkunft wenig überraschend, handelte es sich doch um Lia Therion selbst. Ihre Blasiertheit war jedoch mit einem Schlag weggeblasen, als Al’Chara, von Garret geholt, hinter uns den Raum betrat und wir Zeuge werden durften, was es bedeutete, einen leibhaftigen Drachen als Mutter zu haben. Und das war noch nicht einmal das Ende des Vergnügens, dass mich heute erwartete - Lia schlug ein Buch auf, murmelte etwas davon, dass dort der Tesserakt zu finden sei und wir hineinmüssten. Innerlich schrillten die Alarmglocken. Hatte Ralkarion nicht im Buch von einem Kubus erzählt, in den sie gesperrt wurden? Da aber Al’Chara und Lia selbst ebenfalls ins Buch gehen wollten, war es wohl kaum vergleichbar und so ließ ich mich darauf ein. Ich wäre vermutlich traurig gewesen, hätte ich es nicht getan. Ein Regenbogenland voller Zuckerträume und Märchengestalten erwartete uns, wohl der Traum einer jeden Prinzessin, die als Kind nicht genug umarmt wurde. Lias knallrotes Gesicht war unbezahlbar. Wäre die Situation nicht so ernst gewesen, hätte ich vermutlich begonnen, laut zu lachen. Es zu unterdrücken wurde nicht einfacher, als Lia uns murmelnd vom Hai „Bitey” erzählte, den jemand kraulen müsse. Durch diese kunterbunte Wunderwelt begaben wir uns zu dem Turm in der Ferne, der Lias Zimmer darstellte und der noch immer die Aufschrift trug, dass ihre Mutter nicht hereindürfe. Dort befand sich auch der Eingang - einige winzige Tür hinter einer Kommode. Einen (natürlich pappsüßen) Trank später hatten wir die richtige Größe für die Tür und schritten hindurch, direkt in eine gewaltige, schwebende Bibliothek. Ein Alptraum für Krathus und Garret, ein Nostalgietrip für mich. Lange war es her… wir nahmen zunächst ziellos ein paar Bücher aus den Regalen, die allerdings nur eine Art Koordinaten enthielten. Es dauerte einen Moment, bis ich mich daran erinnerte, dass im Buch der Blutmagie ähnliches stand. Damit als Ausgangspunkt verlief die Recherche deutlich erfolgreicher. Versunken in die Bücher entdeckten wir Hinweis um Hinweis. Krathus schien schon nach kurzer Zeit jede Geduld verloren zu haben, selbst das Kartenspiel mit Garret konnte ihn nicht mehr aufheitern. Zum einen aus Mitleid, zum anderen, um seine permanenten Seufzer nicht hören zu müssen schickte ich ihn nach draußen. Er solle einmal sehen, wie die Zeit dort verging, was er nur zu gerne tat. Auch Garret verschwand etwas später, während Ralkarion und ich weiter lasen. Es fühlte sich an, als würden Monate, sogar Jahre vergehen, während wir hier drin waren, doch die „Mühe” lohnte: Wir entdeckten schlussendlich Hinweise darauf, wie der Rote sich selbst zu einer Gottheit erheben wollen würde. Wenngleich die Antwort neue Fragen aufwarf. In der Hoffnung, auch darauf Antwortren zu finden suchten wir weiter, doch mussten feststellen, dass das folgende unser und ganz besonders mein Verständnis der Magie überstieg. Dennoch kehrte ich mental erfrischt und mit einem neuen Verständnis mit Ralkarion zurück in Lias Kinderzimmer. In der offenbar praktisch keine Zeit vergangen war, was zum einen daran erkennbar war, dass ich sofort in Garret stieß, während Ralkarion mich von hinten fast umrempelte, zum anderen an der Beschwerde Al’Charas, dass wir ja kaum ein paar Sekunden drin gewesen wären. Wir machten uns auf den Rückweg, diesmal eine recht spaßige Abkürzung nehmend, indem wir den Turm schlicht heruntersprangen. Auf dem weiteren Weg teilten wir unseren Gefährten unsere Erkenntnisse mit. Während Al’Chara und Lia sich recht schnell auf den Weg nach draußen machten, gingen wir die Konsequenzen durch. Irgendwie mussten wir zumindest fürs Erste dafür sorgen, dass die Nexi sich nicht zu sehr aufluden, um das Ritual hinauszuzögern. Verschiedene Möglichkeiten gab es dafür - zwischen der permanenten Entladung der Nexi bis hin zur Evakuierung der Leute, die den Nexi aufluden, aus der Umgebung. Natürlich gab es noch eine dritte Möglichkeit, doch ich hielt es für klug, diese vorerst nicht auf den Tisch zu legen, immerhin war es auch nur die letzte Möglichkeit. Ralkarion überraschte mich wenig später allerdings mit ähnlich taktischen Überlegungen. Als gemeinsamer Nenner wurde letzten Endes festgelegt, dass wir den arkanen Nexus in Azoicström unter Kontrolle bringen müssten, eventuell auch die Akademie schließen, die ihn wieder auflud. Daraufhin folgten wir den beiden Silberdrachen aus dem Buch heraus. Wenngleich Lia derzeit problemlos als roter Drache hätte durchgehen können. Al’Chara war der festen Überzeugung, dass Posetine eingeweiht werden müsse, doch wir waren skeptisch. Das Zusammentreffen von Cenereth hatte offenbar einen Effekt gehabt und sie begegneten der Herrscherin mit einem ähnlichen Misstrauen wie mein eigenes. Die Entscheidung wurde uns jedoch gleich darauf abgenommen, als Posetine in der Tür erschien und danach verlangte, zu wissen, was vor sich ging - und Krathus dieser Bitte nur zu gerne Folge leistete. Nun, damit würden wir umgehen müssen, Heimlichkeit war noch nie des Kobolds Stärke gewesen. Es gefiel mir trotzdem nicht, zumal Posetines Miene praktisch keinen Aufschluss darüber gab, wie sie zu dem Ganzen stand. Etwas beruhigte mich, dass Garret versicherte, sie sei ernsthaft interessiert an der Geschichte - aber nur etwas. Das sie uns befehlsgewohnt am nächsten Tag in ihren Hort bestellte, stimmte mich kaum weniger optimistisch. Doch uns blieb kaum eine andere Wahl. So begaben wir uns am nächsten Tag zum Hort der Herrscherin, die anderen 3 unsichtbar, um die Geschichte des Verschwindens im Kubus möglichst lange aufrecht zu erhalten. Posetine erwartete uns schon und erklärte uns zu ihren Champions, was mit dem Geschenk einiger Drachenschuppen einherging. Ich behielt meine Gedanken dazu für mich, aber ich konnte nicht umhin, mich zu fragen, was sie damit bezweckte - waren ihre Intentionen tatsächlich von Hilfsbereitschaft geprägt oder spielte sie ihr eigenes Spiel mit uns?]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ava/Sitzung-107-457.html</link>
			<pubDate>Sun, 15 May 2022 23:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 101</title>
			<description><![CDATA[Zunächst galt es aber noch zu klären, was Mundi von Sycora wusste. Wie sich herausstellte jedoch nicht viel. Seine Reaktion war deutlich erhellender, fast schien er, als hätte er Angst von ihr. Nun, vielleicht eher Respekt vor ihrer Macht, die substantiell zu sein schien. Demzufolge also wohl ein guter Ort, um das falsche Signal für die Kobolde des Roten zu setzen. Mundi schien derweil erpicht darauf, uns bei unserer Suche nach Lia Hilfe zukommen zu lassen. Was er darunter verstand, wurde direkt deutlich, als ein Koloss in Platte die Plattform betrat, dessen Äußeres dem eines Drachen auf zwei Beinen nicht unähnlich war. Mein Misstrauen war sofort geweckt - Mundi stellte uns einen Aufpasser (oder sollte ich sagen Überwacher?) an die Seite, der noch dazu Assoziationen mit dem großen Roten weckte? Das stank zum Himmel. Die anderen schienen mein initiales Misstrauen zu teilen - immerhin etwas. Schien an dem Kerl jedoch abzuprallen. Loswerden würden wir ihn wohl aber auch nicht, so fügte ich ich erstmal in unser Schicksal. Vielleicht würde er sich später als hilfreich erweisen - oder aber, es ergäbe sich eine Möglichkeit, ihn loszuwerden. Arem indes umtrieb wohl noch etwas anderes und er fragte mich, telepathisch natürlich, was ich vorhätte, wenn Lia nicht mitkommen würde. Ich antwortete wahrheitsgemäß, dass es manchmal nötig war, Opfer zu bringen, ob es einem gefiel oder nicht. Ich glaubte, von ihm eine gewisse Missbilligung zu spüren, doch stattdessen beglückwünschte er mich zu meinen Verhandlungen. Da war er vermutlich der Erste. Ich hätte es bevorzugt, dass weitere Vorgehen mit der Gruppe abzusprechen, doch die veränderte Zusammensetzung erschwerte das - ich hatte kein Bedürfnis, mit diesem Calas meine Pläne zu teilen. So setzte ich mich auf dem Rückweg ein wenig mit Arem ab und unterbreitete ihm mein Vorhaben. Man konnte es drehen oder wenden, wie man wollte: Ich war in der Gruppe am entbehrlichsten. Gleichzeitig lief uns mit Lia die Zeit davon, doch die Bedrohung aus Arems Heimat erschien mir nicht als etwas, was man schlicht ignorieren konnte. Außerdem zog mich noch irgendetwas dorthin. Was jedoch… das vermochte ich selbst nicht zu sagen. Vielleicht hatte es etwas mit diesem anderen Ich zu tun? Sei es drum. Ich schob den Gedanken beiseite, darum ging es gerade nicht. Vordergründig. Arem war einverstanden, mich dorthin zu begleiten, während die anderen Lia suchten. Mir war nicht wohl bei dem Gedanken, sie damit alleine zu lassen, aber ich sah kenne andere Möglichkeit. Oder wollte ich keine andere sehen? Zumindest war ich den anderen aber schuldig, mich zu erklären. Arem erklärte sich bereit, mit Garret zu sprechen, während ich mich mit Krathus unterhalten würde. Trotz seiner unbedarften und unvorsichtigen Art hatte er bisweilen einen erstaunlich klaren Blick für das, was die Situation erforderte. Als dieser rotgefärbte Fleischberg von einem Aufpasser außer Hörweite war, erklärte ich Krathus, was ich vorhatte und dass ich auf ihn zählen würde, auf die anderen aufzupassen und vor allem, auf Kurs zu halten - insbesondere Ralkarion. Ich hoffte sehr, dass er das auch tun würde. Krathus schien widerwillig - nicht unverständlich, hatte ich doch erst kürzlich die Alleingänge des Gehörnten verurteilt. Ich wusste ja selbst nicht ganz, was mich zu dieser objektiv dummen Handlung trieb, doch irgendwie konnte ich nicht anders. Dennoch sah ich mich zu einer Entschuldigung genötigt. Krathus akzeptierte und überraschte mich mal wieder auf die für ihn übliche Art, indem er mich plötzlich fragte, ob der Zweck nicht die Mittel heiligte. Eine der in ihrer Absolutheit verqueren Ansichten des Gehörnten aus ihrem Gespräch? Jedenfalls antwortete ich, dass das ganz auf den Zweck ankäme, eine Antwort, die den Kobold offenbar zufrieden stellte. Im Anschluss sattelte ich mein Pferd und machte mich gemeinsam mit Arem auf den Weg. Über die Schultern blickend sah ich, wie die anderen sich ebenfalls in Begleitung des Söldners aufmachten und ertappte mich bei dem Gedanken, dass dies hoffentlich kein gewaltiger Fehler war…]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ava/Sitzung-101.html</link>
			<pubDate>Wed, 02 Feb 2022 00:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 99</title>
			<description><![CDATA[Ralkarion verschwand im Anschluss an unser Gespräch mit Krathus auf sein Zimmer, offenbar, um ihm ein paar Dinge beizubringen. Der Gehörnte schien seine „Vaterrolle” langsam anzunehmen, wenn auch widerwillig. Der Gedanke daran, wie dieses Gespräch verlaufen würde, entlockte mir ein Grinsen. Krathus hatte eine Art, das zu verstehen, was er verstehen wollte und wenngleich das bisweilen problematisch war, so war es in diesem Fall doch erheiternd. Ich musste zugeben: Zu gern hätte ich Ralkarions hilflosen Gehversuchen als Vater gelauscht, doch ich hatte etwas anderes mit Garret zu besprechen. Mich umtrieb nach wie vor dieses … andere Ich. Die zweite Hälfte von mir? Ich wusste noch immer nicht, wie ich sie nennen sollte. Es hatte von ihrer Seite eine Kontaktaufnahme gegeben, soviel war klar. Und obgleich ich sie dafür hassen sollte, dass sie mich ein Jahrhundert eingesperrt hatte, fühlte ich mich im Gegenteil zu ihr hingezogen. Wenngleich unsere Situationen sich nicht unbedingt glichen, so hatte Garret ebenfalls ein anderes ich in sich, dass er zu kontaktieren versuchte. Darauf angesprochen, erklärte er mir seine Art der Meditation, mit der er es versuchte. Ich gab mir Mühe, aber es wollte nicht so recht klappen. Vielleicht mit mehr Übung? So fanden uns Krathus und später Ralkarion wieder, Garret war mittlerweile eingeschlafen. Wie wir erfuhren, war Ralkarion noch einmal zu seiner Schwester gegangen und hatte ihr seine Identität offenbart und dabei einiges erfahren. Seine Schwester hatte offenbar ein gutes Verhältnis zu dieser Narchessa, nannte sie Tante. Was ihn zwar besorgte, aber auch seine Vorteile hatte, denn Foamwave hatte kurzerhand dafür gesorgt, dass sowohl er als auch sein Ziehvater sich nun frei in Ailamere bewegen konnten, schließlich gehörte er ja zur Familie, was Ralkarion allerdings nicht besonders zu gefallen schien, wo er diese Person doch so sehr hasste. Der Tiefling schien heute seinen redseligen Abend, als nächstes wollte er ein Gespräch unter vier Augen mit mir führen. Da die anderen nichts dagegen hatten, war ich gewillt, mir anzuhören, was er zu sagen hatte, doch woher diese Angewohnheit kam, immer alles zu zweit besprechen zu wollen statt mit seinen Gefährten eine gemeinsamen Ansatz zu finden, wollte mir sich nicht so recht ergründen. Teile und herrsche? Nein … egal, was ich von ihm halten mochte, das war nicht seine Art. Drüben angekommen holte der Tiefling eine Flasche Whiskey aus der Tasche. Diese Art von Gespräch also … dennoch, ich griff zu, selbst ohne Ralkarion hatte ich genug zu verarbeiten und ich konnte nicht wirklich behaupten, völlig von der Verwirrtheit des Tages befreit zu sein. Das Gespräch war lang, der Whiskey gut. Zwar bezweifelte ich, dass die Probleme ausgeräumt waren, aber zumindest konnten wir uns darauf verständigen, dass wir ein gemeinsames Ziel verfolgten, dass es wert war, zusammenzuarbeiten. Und er erwartete nicht, dass wir Freunde sein mussten, ebenfalls ein Erfolg. In Bezug auf die privaten Eskapaden hatte ich allerdings so meine Zweifel, dass wirklich etwas ankam, als er mir sagte, dass er es zu seiner Aufgabe machen würde, mir dabei zu helfen, Arina zu suchen. Innerlich stöhnte ich auf – er hatte offenbar nicht begriffen, dass das genau das war, was ich nicht wollte. Doch um des aufkommenden Friedens Willen hielt ich mich zurück und lehnte das Angebot lediglich entschieden ab. Die Nacht endete mit einer guten Menge an Whiskey, den ich allerdings erstaunlich gut vertrug. Wie man am nächsten Morgen sah, hatte der Gehörnte damit mehr Schwierigkeiten, er war völlig verkatert. Nachdem Foamwave, die mittlerweile hinzugekommen war, ihm die Idee in den Kopf gesetzt hatte, bat er Krathus, ihn davon zu befreien. Sieh an, eine Person, die Einfluss auf ihn hatte. Krathus fragte ihn angesichts des eigentlich verständlichen Wunsches sichtlich irritiert, ob Ralkarion nicht die Konsequenzen seines Besäufnisses akzeptieren wollte. Vermutlich eine Nebenwirkung ihres Gesprächs von gestern, doch Ralkarion wollte davon nichts hören und so tat ihm ein verwirrter Krathus den Gefallen. Dann erlebte ich die erste große Überraschung des Tages. Nachdem sie uns nach unseren Plänen fragte, plapperte der sonst so vorsichtige Ralkarion fröhlich aus dem Nähkästchen, ohne auf irgendwelche warnenden Blicke zu achten. Was dachte er sich dabei? Schwester hin oder her, er kannte diese Person nicht, wusste aber, dass sie eine gute Beziehung zu jemandem pflegte, den er abgrundtief hasste! Hatte sie ihn mit einem Bann belegt oder irgendwie unter ihr Kontrolle gebracht? Immerhin erfuhren wir so, dass sie bestens über die Teleportzirkel Bescheid wusste – und das ihre Mutter nur einen Teleport entfernt sei. Und das war der Moment, in dem es wieder einmal aus dem Ruder lief. Trotz meiner Ansage des vorherigen Abends, trotz des Gesprächs, trotz allem wollte Ralkarion, dass wir jetzt erstmal zu seiner Mutter gingen. Mein Gegenargument, dass noch nie ein Teleport ins Unbekannte ohne Probleme geblieben war und sich unsere Pläne selten so entwickelten, wie wir das wollten, wischte er einfach beiseite. Es war ein Schlag in die Magengrube. Das Gespräch von gestern, war es nur eine Finte gewesen, um mich milde zu stimmen und er und Foamwave hatten es bereits geplant? Möglich wäre es, Ralkarion hatte ein Faible dafür, Pläne erst zu offenbaren, wenn sie bereits Gestalt angenommen hatten. Mir entging auch nicht, dass er bei dem Vorschlag vor allem mich ansah. Ich spürte erneut Wut in mir aufsteigen, doch sie machte schnell einer tiefen Resignation Platz. Immerhin hatte er sich diesmal nicht einfach in der Nacht aus dem Staub gemacht. Also schön, Gehörnter, mach dein Ding, ich werde darauf keine Rücksicht mehr nehmen. Und so sagte ich ihm, dass wenn er dorthin gehen würde, er es ohne mich tun würde und ich auch nicht auf ihn warten würde. Nachdem er dennoch fest entschlossen war, begann ich eine Sachen zu packen, Krathus wollte mich offenbar begleiten. Irgendwie schien der Kobold einen Narren an mir gefressen zu haben, warum, wusste ich selber nicht. Garret schien deutlich unentschlossener zu sein. Gut, wenn er Ralkarion begleitete, standen die Chancen besser, dass Ralkarion lebend wiederkam, wenn etwas schiefgehen würde. Auch wenn sich Ralkarion mehr und mehr als unzuverlässig erwies, so war er noch immer unsere beste Chance, etwas gegen die Nexi zu tun. Doch zu allem Übel redete ihm Ralkarion ein, dass er uns zu Mundi begleiten müsse. Natürlich wäre Garret hilfreich, aber ich hatte diesbezüglich bereits eine andere Idee gehabt, die mir irgendwie gefiel. Noch bevor wir uns auf den Weg nach unten machen konnten, wartete Foamwave mit einer weiteren Überraschung auf. Kurzerhand rief sie Belaxarim herbei, die sich bereit erklärte, uns auf ihrem Rücken nach Ailamere zu tragen – in gerade mal einer Stunde. Ich muss sagen, die Aussicht, auf einem Drachen zu reiten, hatte etwas für sich und so stiegen wir auf. Unterwegs erläuterte ich, dass ich vorhatte, bei der Rückkehr nach Zoica sofort zu Mundi weiterzureisen. Ral versuchte noch einmal, mich davon zu überzeugen, doch zu warten, aber nun war ich es, die seine Einwände ignorierte. Ich hatte stattdessen vor, Arem um Unterstützung zu ersuchen, auch er hatte schon mit den Untoten zu tun gehabt, dass sollte zum Vorteil gereichen. Nach der etwas pompösen Landung, die Foamwave für ein Werbespektakel nutzte und Garret dazu, sich sein Essen nochmal durch den Kopf gehen zu lassen, gingen wir zu Modron und dem Teleportzirkel. Foamwave war dort ein gern gesehener Gast und auf Nennung eines Passwortes ließ man uns einfach herein. Foamwave und Ralkarion waren noch einmal losgegangen, um seinen Ziehvater abzuholen, er sollte mitkommen, auch wenn mir nicht einleuchtete, warum – hier drohte ihm offenbar keine Gefahr mehr. Aber wo wir ohnehin nach Zoica zurückkehrten, gab es auch keinen Grund, ihm das zu verwehren. Unten angekommen, stellte ich Garret ein letztes Mal vor die Wahl, ob er doch mit dem Tiefling gehen wolle, doch Ralkarion überzeugte ihn, mit uns mitzugehen. So sei es denn, Gehörnter, hoffen wir mal, dass der Trip wirklich so ereignislos läuft, wie du dir das vorstellst. Auch wenn diese Naivität nicht so recht zu dir passen will. Der Teleport nach Zoica verlief recht ereignislos, wenn man von einem Fehltritt Garrets absah und wir machten uns mit Jashier im Geleit auf den Weg zum Compound. Ein Teil von mir freute sich tatsächlich darauf, Arem wiederzusehen, den Grund dafür vermochte ich nicht so recht zu benennen. Ich hatte ihn nur kurz kennengelernt, doch wirkte er wie jemand, der die Pflicht über das Persönliche stellte, was ihn nach den letzten Tagen mit Ralkarion zu einer willkommenen Abwechslung machte. Zu unserem Glück willigte er sehr bereitwillig ein, er müsse lediglich der Herrscherin (dafür verfluche ich dich, Garret) Bescheid geben. An der jammernden Wache vorbei betraten wir das Gewölbe vom letzten Mal, dass Posetines Hort werden sollte. Ich konnte meine Abscheu kaum unterdrücken … ein Thron war gebaut worden, die ersten Goldverzierungen bereits angebracht. Von all den notwendigen Dingen, die man damit hätte tun können, war dies das mit Sicherheit am wenigsten produktive. Arem sah dies offenbar ähnlich, doch ihm waren die Hände gebunden. Krathus hingegen nahm ein Angebot von Posetine dankend an und riss sich etwas Gold der Stadt unter den Nagel. Wenigstens darüber war ich nicht überrascht. Nach diesem unerfreulichen Ereignis holten wir uns Pferde aus den Stallungen und machten uns auf dem Weg zu Mundi. Unterwegs klärte ich Arem über alles auf, was seit unserer Abreise nach Cindercrest geschehen war und stellte im Gegenzug ein paar Fragen. Mir war aufgefallen, dass ich fast nichts über diesen Mann wusste – das musste sich ändern, wenn wir öfter mit ihm zu tun hätten. So erzählte er, dass er aus einem Ort namens Szindazar unweit von Cindercrest komme, in der seine Art lebte. Und dann wurde es richtig interessant … offenbar hatten sie sich einem Wesen verschrieben, Szindaresh, und wurden von ihm mit Macht versorgt. Diese Macht nutzten sie, um in der Welt Unrecht auszumerzen und damit wiederum Szindaresh zu stärken. Interessanter oder beunruhigender war jedoch der Grund dafür: Szindaresh kämpfte offenbar auf einer anderen Ebene, dem Dreaming Dark, gegen dunkle Wesen. Auf meine Frage hin, ob diese genau wie Szindaresh auf diese Ebene Einfluss nehmen würden, sagte er nur vage, dass sie theoretisch nichts davon abhielt. Beunruhigend, es gab schon genug Gefahren. Vielleicht sollte ich mir das einmal ansehen. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass dieser Gedanke nicht ganz eigennützig war. Arem hatte darüber hinaus erwähnt, dass er wohl in der Lage wäre, über Träume oder ähnlich (ganz verstand ich es nicht) mit anderen Ebenen in Kontakt zu treten. Nachdem Garrets Meditation erfolglos verlaufen war – vielleicht konnte er mir bei meinem Problem helfen? Es war nur ein Nebengedanke, wichtiger war die Evaluation der Gefahr durch die Wesen aus dem Dreaming Dark, aber er war hartnäckig. Gerne hätte ich es schon in dieser Nacht ausprobiert, ob es helfen könnte, doch wir waren an den Ausläufern des Untotengebiets angelangt und wenngleich wir niemanden sahen, so fühlten wir doch, dass wir unter ständiger Beobachtung stünden. Unter solchen Bedingungen würde es warten müssen. Nach einer unruhigen Nacht ritten wir weiter und kamen kurz darauf auf ein Skelettpferd zu, dass auf dem Weg stand. Merkwürdig, sicher, aber immerhin waren wir im Land der Untoten, was war da schon normal. Überraschender war, als uns eine Stimme vom Rücken des Pferdes begrüßte und nach unserem Anliegen befragte. Als wir es nannten, rief der Unsichtbare einen untoten Raben zu sich und ließ aus dem Sand zwei untote Spinnen samt Reiter auftauchen, die unserem Blick entgangen waren. Ich spannte mich innerlich an, doch zu unserem Glück eskortierten sie uns lediglich direkt zur Dreadspire und Mundi – wohin wir ohnehin wollten. Ein beeindruckender Turm, keine Frage, wenn er auch früher eindeutig höher gewesen war. Wir ließen die Pferde zurück und folgten dem Reiter die Kette hinauf, wo uns tatsächlich Mundi höchstpersönlich erwartete. Wie sich im weiteren Verlauf herausstellte, hatte er einen Narren an Garret gefressen dafür, dass er ihn wiederbelebt hatte. Nach einem kurzen Vorgeplänkel um Gebiete und Territorialansprüche von unterseeischen Hexen kamen wir zur Sache und berichteten von dem Willen seines Bruders, Frieden zu schließen. Mundi wirkte allerdings eher unbeeindruckt, Mundo habe doch nur Angst, da er hohe Verluste erlitten habe. Auf die Frage, wovor, ließ er mich emporsteigen und zeigte mir seine Armee. Gut. Damit hatten wir einen ungefähren Eindruck von seiner Truppenstärke. Immerhin bestätigte er, dass Zoica nach dem Abzug der Hextor für ihn nicht mehr von Interesse sei – und offerierte seinerseits, mit seinen Untoten für die Verteidigung der Stadt zu sorgen. Garret war allerdings durch seine Erfahrung vorsichtiger geworden und lehnte das Angebot ab, ließ sich aber dennoch das Mal der Hextor entfernen – meiner Meinung nach ein kluger Schachzug. Überhaupt legte Garret bei diesem Gespräch ein erstaunliches Verhandlungsgeschick an den Tag, was mir durchaus Respekt abnötigte. Durch Garrets Vorlagen schaffte ich es, Mundi zur Einwilligung in eine vorübergehende Waffenruhe zwischen den Brüdern zu bringen, die sogar in einem gegenseitigen Frieden enden würde, wenn wir Mundi Lia zurückbrächten. Gesetzt den Fall natürlich, dass sich beide Brüder an das hielten, was sie versprachen, wovon ich nicht vollends überzeugt war. Die Verhandlungen zur Waffenruhe wurden erschwert durch Mundis Durst nach Rache an Lia und Mundo, jedoch auch dadurch erleichtert, dass Mundis Reich im Norden von einem wiederauferstandenen Sardak-Imperium bedroht wurde – Garrets Freund Harkis schien diesbezüglich ganze Arbeit geleistet zu haben. Mir sollte es Recht sein, es stellte sicher, dass die Untoten sich auch bei einer Waffenruhe nicht zu sehr ausbreiten würden und die Hextor fanden offenbar ohnehin ständig jemanden, mit dem sie Krieg führten. Lia zurückbringen dürfte allerdings keine leichte Aufgabe werden – Mundis Aussagen ließen erkennen, dass die Ehe der beiden nicht unbedingt von Liebe und gegenseitigem Respekt und Vertrauen gekennzeichnet war. Doch wenn das Wohlergehen einer einzigen Person geopfert werden musste, um das Land zu befrieden und möglicherweise sogar eine schlagfertige Allianz gegen den Roten auf den Weg zu bringen (auch wenn das eine noch weit entfernte Möglichkeit war), dann war es das wert. Der Gehörnte hätte sicher widersprochen, was mich dankbar sein ließ, dass er nicht hier war. Es machte die Dinge leichter. Problematisch war allerdings, dass Mundi erkennen ließ, dass er nicht ewig auf die Auslieferung von Lia warten würde, was meinen Vorhaben kollidierte, die Gefahr aus Arems Erzählungen zu evaluieren, doch auch diesbezüglich gab es vielleicht eine Möglichkeit …]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ava/Sitzung-99.html</link>
			<pubDate>Wed, 19 Jan 2022 00:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 96</title>
			<description><![CDATA[Nun, zumindest Garret hielt sich zurück. Ralkarion hingegen brachte hingegen genau jene Punkte vor, die ich erwartet hatte, was es allerdings nicht weniger erträglich machte. Im Gegenteil, zeigte es doch, wie wenig er aus der Vergangenheit gelernt hatte – er hielt es zum Beispiel noch immer für völlig richtig, bei Ostracitoren alleine losgezogen zu sein, ohne uns – mir – auch nur einen Hauch von Mitsprache einzuräumen. Warf mir und Krathus obendrein noch vor, sich nicht an den Plan gehalten zu haben. Der Kerl hatte Nerven! Machte ständig Pläne, ohne andere einzuweihen und war dann beleidigt, wenn man seinen Bullshit kritisierte. Was das Fass endgültig zum Überlaufen brachte (nun, besser gesagt, einmal mehr) war, als er mir Egoismus vorwarf. Mir, die jeden Scheiß mitgemacht hatte, trotz meiner Einwände. Die im Gegensatz zu ihm Kompromisse und Zugeständnisse gemacht hatte. Die dafür bislang nichts als Anfeindungen von dem Tiefling und Garret bekommen hatte und trotzdem noch hier war. Ich hatte mich vorher schon nicht eben zurückgehalten, jetzt war es endgültig vorbei mit dem letzten bisschen Selbstbeherrschung. Der Rest des Streits verschwamm irgendwo in den eskalierenden Vorwürfen beider. Ich wollte gerade zur nächsten Tirade ansetzen, als mein Blick von etwas hinter uns angezogen wurde. Dort hatte sich ein Schatten geformt, der mich auf eine bestimmte Art an Gudden erinnerte. Kurz darauf trat irgendeine leuchtende Gestalt aus dem Schatten heraus. Nein, nicht irgendeine Gestalt … ICH trat heraus? Was hatte das zu bedeuten? Ein Impuls war, dass es irgendein fauler Zauber des Gehörnten war, doch der Gedanke verschwand sofort wieder, nicht zuletzt, weil er mir vor dem Gesicht herumschnippte und gar nicht wahrnahm, was dort geschah. Ich hingegen fühlte mich davon so sehr in den Bann geschlagen, dass ich dagegen die Gruppe kaum noch bemerkte. Die leuchtende Gestalt – ein leuchtendes Ich – kam auf mich zu, lächelnd. Was mich nur noch mehr verwirrte. Ich wollte gleichzeitig zurückschrecken wie auf sie zugehen und bemerkte erst jetzt, dass ich ihr meinen Arm in einer fast flehenden Geste entgegenstreckte. Ein Teil von mir erhoffte sich Antworten, ein anderer Teil verachtete die Schwäche, die ich zeigte. Es war verwirrend. Die Gestalt ignorierte meine ausgestreckte Hand und strich mir stattdessen durchs Gesicht, bevor sie dann doch mit der Hand den Arm herabfuhr und kurz meine Hand drückte. Die daraufhin mit einem bekannten Schmerz explodierte. Goldene Fäden zogen meinen Arm herauf, glühend heiß, erreichten meinen Kopf und durchzogen von dort meine Haare. Ich schrie einmal kurz auf, doch als ich aufblickte, war die Gestalt, war ich, verschwunden. Ich hatte jeden Anschein von Fassung verloren. Was war passiert? Und warum hatte ich mich gleichzeitig so schwach und so … vollständig gespürt? Die Stimmen der anderen drangen nur wie durch einen Vorhang aus Wasser an mein Ohr. Als ich mich zumindest ein bisschen gefangen hatte und einzelne Wortfetzen auffing, planten sie bereits das weitere Vorgehen im Hort. Typisch. Wie ich es mir dachte, von ihnen würde ich kaum Unterstützung zu erwarten haben (was ausgerechnet Ralkarion später bestätigte, als er kundtat, es wäre ihm lieber, wenn die andere Ava da bliebe – doch ich greife vor). Allerdings war das auch nichts Neues. In einem Versuch, meine Gedanken zu ordnen, murmelte ich, dass es das Klügste wäre, wenn Garret zuerst mit Foamwave sprach. Wenn der Gehörnte hier tatsächlich so gesucht war, würde eine Assoziierung mit ihm Foamwave vermutlich in Gefahr bringen. Ralkarion stimmte überraschenderweise zu, wenn auch aus seinem üblichen Misstrauen – er wollte erstmal wissen, ob man seiner Schwester überhaupt vertrauen konnte. Ausgerechnet er, der niemandem vertraute. Was mich jedoch noch mehr überraschte war, dass er vorschlug, ich solle mit Garret gehen. Ein Ölzweig? Ein Ansatz von Vertrauen? Ich bezweifelte es, hoffte fast, dass seine Vorstellung eines Ölzweiges nicht war, mir eine Rolle in einem Vorhaben zuzuweisen, dem ich nichtmal viel abgewinnen konnte. Aber ich war ohnehin nicht in der Lage, einen klaren Gedanken zu fassen, also stimmte ich widerwillig zu. Mit Leuten zu reden war nicht meine Stärke. Ohnehin hielt ich es nun für deutlich wahrscheinlicher, dass der Tiefling in seinem unendlichen Misstrauen einfach nur jemanden dabei haben wollte, der ein Auge auf Garret hatte. Das hingegen konnte ich nur all zu gut nachvollziehen, Garret hatte sich wegen vielem einen Namen gemacht, doch umsichtiges und kluges Handeln gehörte eher nicht dazu. Wir setzten den Weg fort. Die anderen sprachen noch weiter, doch ich hörte nicht so recht zu und war in Gedanken wieder bei der Lichtgestalt. Nachdem sich meine Gedanken nach und nach klärten, war mir ein Verdacht gekommen. Der Schmerz war derselbe gewesen, wie ich ihn schon beim Übertritt aus der Parallelwelt gespürt hatte. War ein Teil von mir in der anderen Welt verblieben? Der jetzt versuchte, mit mir in Kontakt zu treten? Das würde das Gefühl gleichzeitiger Schwäche wie Vollständigkeit erklären. Doch wie? Und viel wichtiger: Wollte ich überhaupt, dass dieser Teil zurückkehrte? Seit dem Tag, an dem wir zurückgekehrt waren, hatte ich mich vor allem  eins gefühlt: frei. Was war, wenn dieser andere Teil zurückkam und mir diese Freiheit wieder nahm? Weitere Überlegungen mussten warten. Wir waren am Hort angekommen und ich hatte eine Rolle zu spielen. Garret und ich stiegen vom Pferd, der sich daraufhin in einen klapprigen, alten Klepper zurückverwandelte. Offenbar hatten Ralkarion und Garret das Geschäft ihres Lebens abgeschlossen. Geschah ihnen recht. Wir betraten das Gebäude und wurden dort von einem recht komischen Vogel begrüßt – wortwörtlich. Er hielt uns für ein Ehepaar, was wir einem Impuls folgend bestätigten. Erst als wir in Richtung Büro gingen, um die Details des Aufenthalts zu besprechen, kam mir in den Sinn, dass diese Tarnung suboptimal war, wenn Garret mit Foamwave in Kontakt treten sollte. Eine Lösung dafür kam mir allerdings direkt in den Sinn und so ließ ich durchblicken, dass unsere „Ehe” möglicherweise nicht die glücklichste war. Mein Interesse an der Scharade stieg hingegen, als klar wurde, dass hier ein tatsächlich lebender Drache hauste. Ein Gedanke drängte sich mir auf … Drachen lebten noch länger als Elfen und offenbar waren viele von ihnen magisch begabt. Möglicherweise konnte dieser mir dabei helfen, das Mysterium der Lichtgestalt zu ergründen – und mir ihr in Kotakt zu treten? Nur für den Fall, natürlich. Ich überzeugte Garret daher, die Luxusvariante inklusive Tour zu buchen, dann verließen wir das Büro in Richtung Restaurant. Ein kurzer Blick reichte aus, um festzustellen, dass Ralkarion’s Schwester nicht hier war. Zeit also, den Plan neu zu evaluieren – währenddessen konnte man dann ja auch gleich die Vorzüge des all–inklusive Tickets genießen. Vielleicht würde es mich endlich mal auf andere Gedanken bringen, es missfiel mir, wieviele davon auf die Lichtgestalt entfielen. Bei einem kurzen Besuch an der Bar scannte ich den Raum. Etwa 20 Leute, eher gut gelaunt, ein Junggesellinnenabschied erweckte besondere Aufmerksamkeit. Betrunkene waren meist leichte Ziele für die Extraktion von Informationen. Mittlerweile hatten auch Ralkarion und Krathus die Terrasse betreten und hätten mir ein Kopfschütteln abgenötigt, wenn der Plan nicht vorgesehen hätte, sie nicht zu kennen. Krathus kam auf seinen Stelzen herein und stritt sich erstmal mit dem anderen Kobold – Snek – um das Buffet während Ralkarion sich vermummt in eine Ecke abseits von allem setzte und damit genau so gut ein großes Schild „Seht mal her, ich hab was zu verbergen” mit sich herumtragen hätte können. Sei es drum, es war Teil für Akt 2 des Schauspiels. Um der etablierten Geschichte der kaputten Ehe etwas Aufmerksamkeit zu verschaffen, kippte ich Garret meinen Wein ins Gesicht (von dem dieser bemerkenswert viel aufsog), brüllte ihn kurz an und verließ dann mit zur Schau gestellter Wut die Terrasse. Hinter der Tür wartete ich allerdings. Ich hoffte, Garret würde etwas draus machen, allerdings wäre ich lieber in Reichweite, wenn es schief ginge. Außerdem verschaffte es mir Zeit, mich mit meinem eigenen Dilemma zu beschäftigen. Ich hatte den anderen auf dem Rückweg mehr oder weniger instinktiv erzählt, die Lichtgestalt wäre ein Teil von mir, der mich jahrelang unterdrückt hätte (was ihnen selbstverständlich egal gewesen war). Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr wusste ich, dass ich die Wahrheit gesprochen hatte. Was mich jedoch zutiefst verwirrte war, dass ich sie nicht dafür hasste. Ich versuchte es, aber es gelang mir nicht. Ich wollte um keinen Preis in jenen Käfig zurück, unfähig, mehr als kleine Gedanken hervorzubringen, aber gleichzeitig verlangte es mich nach diesem Gefühl der Vollständigkeit. Eine vertrackte Situation, zumal ich derzeit noch keine Ahnung hatte, wie sich eine Wiedervereinigung bewerkstelligen ließe – geschweige denn eine, bei der ich weiterhin frei sein konnte. Ich hoffte, dass der Drache mir dort weiterhelfen konnte. Garret ließ auf sich warten – ein gutes Zeichen? Zunächst erschien allerdings Krathus, der aufgrund von Fleischdiebstahl mit magischen Mitteln der Terrasse verwiesen worden war. Sein Mangel an Selbstdisziplin war wirklich enorm … Garret erschien einige Zeit später und hatte tatsächlich einiges in Erfahrung bringen können. Am wichtigsten: Foamwave war derzeit im Hort, es gäbe entweder die Möglichkeit, sie morgen anzutreffen, oder gegen eine weitere Goldzahlung direkt jetzt in den Hort zu gehen. Der kurz darauf hinzustoßende Ralkarion sprach sich für diese Möglichkeit aus, woraufhin ich und Garret uns von Meister Ravel eine entsprechende Erlaubnis holten und uns auf den Weg machten. Diesmal war ich deutlich williger, Garret zu begleiten – auch für mich konnte einiges auf dem Spiel stehen. Doch wenngleich die Erscheinung der Drachin Belaxarim durchaus imponierte und auch Foamwave dort angetroffen wurde, aus meiner Sicht verlief der Besuch recht enttäuschend. Nachdem sich Foamwave mit Garret etwas abseits unterhielt (es mussten ja nicht gleich alle mitbekommen, welche Fragen er stellte), stellte ich der Drachin meine Fragen, doch sie konnte mir nicht weiterhelfen. Ihrer Neugier, was ich denn vorhatte, antwortete ich eher ausweichend, dass ich die goldenen Fäden wieder loswerden wollte – dass das durch eine Wiedervereinigung mit einem Teil meiner selbst geschehen sollte, schien mir selbst ziemlich absurd. Lange Zeit zu fragen blieb ohnehin nicht, denn Garret hatte bei Foamwave offenbar ziemlich daneben gegriffen und sie gesellte sich wieder zu uns. In einem Versuch, die Situation zu retten, heuchelte ich Interesse. Ich erhoffte mir wenig davon – ich wusste, dass ich eine furchtbare Lügnerin war und hatte auch gar kein Interesse daran, es zu lernen. Doch sie schien es mir abzukaufen und wurde nahezu redselig. So behutsam, wie es mir ohne echtes Einfühlungsvermögen möglich war leitete ich zu verschiedenen Themen, die der Tiefling abgesprochen wissen wollte und erfuhr nicht nur, dass sie vor Narchessa offenbar große Angst hatte, sondern auch alles mögliche über ihre Familie. Ihre Mutter, Stonearch, lebte irgendwo in The Points, ihr Vater war der Quartiermeister von Mad Dog Maddoc gewesen. Ich war froh, als sich dann endlich eine Gelegenheit bot, das Gespräch zu beenden. Es hatte mir einmal mehr meine Unzulänglichkeit vor Augen geführt, wenn es darum ging, mit Leuten zu sprechen. Völlig darauf fokussiert, irgendwie halbwegs unauffällig Informationen zu erlangen, hatte ich den Drachen daneben völlig ignoriert, was unweigerlich zu Fragen führen musste. Gleichzeitig war ich aber auch genervt davon, dass Garret so wenig getan hatte, um mich zu unterstützen. Andererseits, das war ich ja von ihm und dem Gehörnten mittlerweile gewohnt. Entsprechend ungeduldig war ich allerdings auch, als er in seiner verschwurbelten Weise beginnen wollte, Ralkarion alles zu unterbreiten. Nach einem kurzen Intermezzo, in dem Ralkarion und Krathus übereinstimmend davon berichteten, dass Krathus sich mal wieder nicht hatte beherrschen können, legte ich dem Gehörnten die Fakten knapp dar. Das sein initialer Kommentar dazu nur „Siehst du jetzt, warum ich dich dabeihaben wollte?” war, ließ fast wieder die Wut hochkochen – erst mir Egoismus vorwerfen, jetzt noch dieses gönnerhafte, herablassende Implizieren meiner intellektuellen Unfähigkeit? Doch ich war des ganzen überdrüssig und war mit dem Kopf ohnehin noch ganz woanders. Was mich nicht daran hinderte, aufzustöhnen als Ralkarion laut überlegte, den Aufenthaltsort seiner Mutter in Erfahrung zu bringen. Bis hierhin hatte ich alles mitgemacht, aber das Maß war voll und so machte ich ihm unmissverständlich klar, dass ich nicht für eine Kreuzfahrt durch die Points zur Verfügung stand. Immerhin schien auch er nicht sonderlich erpicht darauf, wenn auch offenbar weniger aus Kompromissbereitschaft, sondern vielmehr, weil er Angst davor hatte, durch Piratengebiet zu reisen. Ich hoffte, dass es dabei bliebe und ich keinen Entschluss fällen musste, den ich trotz allem nicht fällen wollte …]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ava/Sitzung-96-393.html</link>
			<pubDate>Wed, 15 Dec 2021 00:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 92</title>
			<description><![CDATA[Im weiteren Gespräch erwies sich Marco als ausgesprochen kooperativ. Hellhörig wurden wir, als er erwähnte, dass Azoicstrum nach dem Vorbild von Westerfell erbaut worden war – und das Marco wusste, dass Arcalys dort irgendein Projekt verfolgt hatte. Mein Misstrauen verstärkte sich sofort wieder und ich ließ zum Test einige Fragen zu diesem Projekt vom Stapel, doch schien es, als würde er tatsächlich nichts vom Nexus dort wissen. Gut. Es gab also Grenzen von dem, was er tatsächlich wusste. Vielleicht war es einmal Zeit, diese Grenzen auszutesten. Zunächst fragte ich ihn, was er von Ravengrove wusste. Seine Antwort war recht vage, genaues schien er nicht zu wissen – doch allein der Fakt, DAS er etwas zu Ravengrove zu sagen wusste, war schon Beweis seiner Reichweite. Ich hatte schließlich selbst leidvoll erleben müssen, wie geheimnistuerisch mein Volk dort war. Versuchsweise fragte ich ihn auch nach Arina, doch von ihr wusste er nichts. Nun ja, es wäre zu einfach gewesen, mal davon abgesehen, dass ich der Info gerade wohl ohnehin nicht hätte folgen können. Es gab wichtigeres zu tun – Horden grölender Rachwoodler, die aus Langeweile weitere Teile Zoica’s zu Ruinen zerlegten und Untote Armeen, die einfielen zogen vor meinem Geist vorbei. Testweise fragte ich ihn auch nach Garret’s Meister – ich erwartete nicht, dass er etwas wüsste, immerhin kam Garret von einem anderen Kontinent, aber als Testballon war es einen Versuch wert. Erwartungsgemäß wusste er tatsächlich nichts weiter. Wir verließen sein Versteck und machten uns auf dem Weg zu den Spinnen. Der initialen Analyse des Plans und seiner Möglichkeiten war ein Moment des Ärgers ob des Weiteren Alleingangs von Ralkarion gefolgt. Ich hatte gehofft, dass er nach seiner Erfahrung bei der Rettung Razora’s klüger geworden sei – bei Gelegenheit mussten wir das ansprechen. Das Gespräch mit der Spinne war allerdings nur wenig produktiv, zu abgelenkt war sie vom potentiellen „Essen” Krathus in der Nähe. Nachdem sie mehrfach wiederholt hatte, dass ein Abkommen, bei dem mehr zu Fressen für sie herauskam, uninteressant sei, beschloss ich, dass Ralkarion und Garret ihre Chance mit ihrem Plan gehabt hatte und es nun Zeit für Krathus und meinen war. In einem Versuch, beide Pläne miteinander zu vereinen, bot ich der Spinne an, dass sie ein paar von den Kobolden essen dürfe und uns dann berichten solle, wo sie die Kobolde essen dürfe. Natürlich besaß Ralkarion nicht die Zurückhaltung, erstmal zu sehen wie sich die Situation entwickelte sondern widersprach sofort aufs Heftigste. Die Spinnen würden die Skelette an Mundi liefern und damit seine Armee vergrößern. Mochte ja sein, aber es war ja nicht so, als würden die Spinnen jetzt nichts liefern würden – Hügelriesen kamen mir in den Sinn. Einmal abgesehen davon, dass es vielleicht kurzfristig Mundi’s Armee stärken, langfristig aber schwächen würde, wenn die Kobolde und möglicherweise der Rote einen Krieg gegen die Spinnen begannen. Die Spinne hatte jedoch ohnehin primär verstanden, dass sie einen Kobold essen dürfe und war wieder auf Krathus fixiert. Als wir sie wieder von dieser Idee abgebracht hatten und ich das Angebot wiederholt hatte, tat sich ein weiteres Problem auf: Die wenigstens Spinnen konnten sprechen, ausschließlich Ungol und Mundi, der “Urvater”, hatten wohl die Fähigkeit dazu. Das machte die Idee von Spinneninformanten noch absurder, aber vielleicht könnte man mit Ungol sprechen? Tatsächlich bejahte Veklani dies, Ungol habe die Fähigkeit, mit jemandem mit telepathischen Fähigkeiten Kontakt aufzunehmen. Was in dieser Gruppe ausschließlich Ralkarion war. Dürfte ihm gefallen, der Einzige zu sein, der mit ihr verhandeln konnte, ohne störenden Einfluss. Was vermutlich war, wie er mich sah, sein „Alles, was mit dir zu tun hat, beunruhigt mich”, klang mir noch in den Ohren. Nun, er würde sich dran gewöhnen müssen, dass ich nicht länger ja und amen zu allen seinen Plänen sagen würde. Was er davon hielt, machte er direkt im Anschluss an das Gespräch deutlich, als er mich dafür anmachte, ich hätte mich nicht an „den” Plan gehalten, die Tatsache völlig ignorierend, dass es ein Unentschieden zwischen beiden Plänen gegeben hatte und ich ihm eine Chance gegeben hatte, zuerst seinen Plan umzusetzen. Ich biss mir auf die Zunge und schluckte den aufwallenden Ärger hinunter, auch wenn ich ihm am liebsten an den Kopf geworfen hätte, dass er sich dann halt seine Alleingänge sparen sollte und einfach mal im Vorfeld abklären müsste, was er vorhat und sich davon erwartet. Stattdessen erinnerte ich ihn nur kühl daran, dass es nicht den einen Plan gegeben hatte und ich der Situation entsprechend reagiert hatte, da die Spinne sich nicht interessiert hatte. Schien ihn wiederum nicht zu interessieren. So sei es denn. Auf dieses eher unerfreuliches Treffen folgend machten wir uns zu Chrylax auf, um endlich einmal nach Azoicstrum aufzubrechen, nachdem ich Garret und Ralkarion noch mit Mühe und Not ausgeredet hatte, zuerst Mundi aufzubrechen. Einmal abgesehen davon, dass ich nicht so recht verstand, warum wir die Nachricht unterbrechen würden – Arem hatte bereits Erfahrung damit, mit ihm zu verhandeln und könnte das genauso gut tun – war Azoicstrum nur einen Teleport entfernt und würde sich deutlich schneller erledigen lassen. Unterwegs sammelten wir noch Angstrum von der Akademie ein, wir benötigten ihn für unser Vorhaben. Wie üblich hatte niemand so recht Lust, als erster hinunterzugehen und sich den obligatorischen Feuerball einzufangen, also schickten wir Krathus vor. Der Kobold stellte sich allerdings erstaunlich geschickt an und versteckte sich rechtzeitig hinter seinem Schild, so dass ihm kein Härchen gekrümmt wurde. Ob er sich damit allerdings einen Gefallen getan hatte, durfte angezweifelt werden, denn Chrylax war davon gleichermaßen verblüfft wie begeistert und bestand darauf, dass Krathus sich morgen als Testsubjekt zum Dienst meldete. Selbst, als wir bereits im Zirkel standen und er ihn aktivierte, hatte er kaum Augen für etwas anderes als den Kobold. Die Konsequenzen davon wurden auch uns schnell klar. Denn als wir teleportierten und Krathus plötzlich in den Armen einer halbnackten Frau tanzte, war klar, dass dies nicht Azoicstrum war. Stattdessen schienen wir in eine Art … vulgäres Fest geraten zu sein, dass in dieser von Lagerfeuern erleuchteten Höhle stattfand. Wie wir von der Dame erfuhren, handelte es sich dabei um Modron’s Pleasure Domes … ein Bordell in Ailamere, wie Ralkarion erklärte. Welch Zufall … und natürlich argumentierte Ralkarion sofort dafür, dass wir dann ja auch hier nach seiner Schwester suchen könnten. Innerlich stöhnte ich auf. Es war ja nicht so, als ob es drängende Probleme gäbe. Aber ich wusste auch, wie sinnlos eine Diesbezügliche Diskussion mit ihm sein würde, so stimmte ich zu, hoffend, dass das Ganze schnell über die Bühne gehen würde. Für das Fest benötigte es einen goldenen Armreif als Beweis des Eintritts, den wir natürlich nicht hatten. Die anderen begannen sofort, sich diese mit illusionärer Magie zu erschaffen. Auch ich tat dies zunächst, doch lies es dann sein. Die Dame war bereits nach oben unterwegs und sie hatte gesehen, dass wir keine Armreife hatten. Einem Echtheitstest würden sie ebenfalls nicht standhalten, mal ganz davon abgesehen, dass der Zauber permanent neu gezaubert werden müsste. Ehrlichkeit würde uns hier weitaus besser dienen, mit ein wenig Zurückhaltung. Apropos Zurückhaltung … ich sah mit Angstrum an, der noch immer in seiner … unsittlichen neuen Gestalt herumstand und bat ihn daraufhin, sich in den Zirkel zurückzustellen. Nachdem ich ihm noch einschärfte, sich die Symbole zu merken, die Chrylax eingestellt hatte, um diesen Ort zu erreichen, schickte ich ihn per Kommando zurück. Keine Sekunde zu früh, denn im nächsten Moment kam eine recht … merkwürdige Erscheinung auf uns zu. Ein ausgesprochen lila Tiefling, dessen Kleidungsstil mit dem Wort extravagant kaum Rechnung getragen war. Er stellte sich als Modron, der Besitzer dieses Etablissements, vor und schien von unserer Anwesenheit eher amüsiert als verärgert zu sein, wir hätten jederzeit die Möglichkeit, den Eintritt zu bezahlen. Obwohl er mich noch zu Beginn auf eine Art begutachtet und angesprochen hatte, die mir gar nicht gefiel, wurden meine Fragen nach dem wie viel anschließend schlicht ignoriert, denn heute war der Tag von Krathus’ Fans. Er schien ganz vernarrt in ihn zu sein und bat uns in sein Büro. Ohne große Wahl folgten wir ihm dorthin. Dort bot er uns an, den Eintritt zu erlassen, wenn er Krathus „malen” dürfe, woraufhin wir einwilligten. Darüber hinaus brachte Ralkarion in Erfahrung, dass eine Tiefling, auf den Ralkarion’s Beschreibung passte, in Belaraxim’s Hort als Tourguide arbeitete (der Hort eines Drachen, der vor langer Zeit von den Ailamere Drei getötet worden war). Daraufhin fragte Modron, ob er jetzt Krathus „malen” dürfe. Ich erwartete, dass Ralkarion ablehnen würde, doch aus irgendeinem Grund war der in Bezug auf seine Schwester so ungeduldige Tiefling plötzlich sehr geduldig. Darauf angesprochen erntete ich nur ein lapidares „Er hat gesagt, es dauert nicht lange”. Ich hatte keine Lust mehr, ihm zu widersprechen und der Schaden, den dieser Umweg anrichten mochte, war wohl ohnehin kaum noch zu verhindern, also machte ich das Beste aus der Situation. Ich hatte lange abstinent gelebt und die Getränke gingen für uns aufs Haus. Während Krathus also seine Show mit Modron abzog, probierte ich mich einmal daran. Mein ungeübter Körper machte das natürlich nicht all zu lange mit und ein Whiskey aus Garret’s Heimatbrauerei gab mir fast den Rest. Angenehm umnebelt stiegen alte Erinnerungen hoch, alte Verhaltensweisen. Nicht klar denkend, gab ich mich ihnen hin, amüsierte mich sogar dabei. Erzählte Ral, wie traurig ich sei, wenn er traurig war. Einen kurzen Moment war ich mir unsicher, ob ich wirklich dankbar war, als Krathus mich schlagartig ausnüchterte. Dann kamen die Kopfschmerzen und ich befand, dass ich eindeutig nicht dankbar war. Mit meinem schmerzenden Kopf beschäftigt, machten mich die anderen darauf aufmerksam, dass mich ein Halbork beobachtete. Warum nicht, offenbar hatten wir ja Zeit, die anderen schienen sich gerade erst häuslich einzurichten. Ich ging auf ihn zu. Offenbar hatte meine Spezies seine Aufmerksamkeit auf sich gezogen und er fragte mich, wo ich herkam. Seine Reaktion auf meine Antwort überraschte mich: Er hätte eher auf Notherhall getippt. Ein Halbork, der mehr über die unterschiedlichen Elfen wusste. Interessant. Erst jetzt fiel mir auf, dass er die andere Hälfte elfischer Abstammung war. Er lud mich zu einem kleinen Frage–Antwort–Spielchen ein. Ralkarion zog mich vorher allerdings beiseite. Er hatte Vronwe, wie sich der Halbork vorgestellt hatte, als einen der Ailamere Drei erkannt, also jemand Gefährliches. Ich überlegte kurz. In der Tat, doch mitten in den Pleasure Domes würde vermutlich nichts passieren. Und mehr über einen Drachentöter herauszufinden, konnte von großem Nutzen sein, wenn man bedachte, was unsere eigentliche, wenn auch pausierte Mission bedachte. Ich versicherte ihm, dass ich ihm nichts von Relevanz über uns erzählen würde. Da die anderen aber nun recht gerne gehen wollten, sagte ich ihnen, dass sie das ruhig tun könnten. Sie konnten ja schon einmal alles vorbereiten, damit es schnell weitergehen würde. Da Krathus bei mir bleiben wollte, wäre es auch kein Problem sie aufzuspüren. Ich setzte mich wieder zu Vronwe. Das Gespräch war kurz, aber ausgesprochen interessant. Zunächst drehte es sich um Ravengrove und Notherhall. Ravengrove sei das Schattenreich, Notherhall das der Feen. Nicht unpassend. Interessanter war jedoch, dass er sagte, sein Vater habe in Ravengrove gelebt – ich hatte noch nie von einem Außenseiter gehört, der länger als sein Heilungsprozess es erforderte bleiben durfte, geschweige denn dort leben. Während die Tatsache an sich mich nur wenig überraschte – die Elfen meiner Heimat waren vernarrt in ihre beschissene Heimlichtuerei –, so war es dennoch ungewöhnlich. Auf irgendeine Art erschien es mir wichtig, ohne, dass ich genau zu sagen mochte, warum. Außerdem fragte Vronwe, ob die Leute in Ravengrove glücklich sein. Ich bedacht meine eigene Art, über Ravengrove zu denken, die meines Lehrers, Capra, Edria, die ganze verdammte Heimlichtuerei und antwortete mit nein. Ich konnte es mir zumindest nicht vorstellen. Meine Fragen hingegen schienen ihn abwechseln zu ärgern und traurig zu machen. So antwortete er eher genervt, dass er und seine beiden Kumpane Kroft und Grimmalk Belaraxim tatsächlich getötet hatten allerdings das nicht der Auftrag war und sie sie eigentlich nur bestehlen wollten. Also in der Tat ein mächtiger Mann. Ich beschloss, einen Vorstoß zu wagen und fragte ihn, ob er glücklich sei, für Narchessa zu arbeiten. Seine Reaktion bestand darin, dass er sehr heftig darauf hinwies, dass er nur mit seinen Freunden arbeiten würde. Interessant – eine tiefe Loyalität empfand er wohl nicht … Doch nun nahm Vronwe seinen Abschied. Er wirkte … unglücklich? Genau vermochte ich es nicht zu sagen, doch das war auch nicht weiter wichtig. Krathus wirkte seinen Zauber und wir folgten der ermittelten Position, die zu meiner Überraschung nicht der Marktplatz war, den Ralkarion genannt hatte, sondern eine kleine Hütte. Dort drin fanden wir Ralkarion und Garret in Begleitung mit einem Katzenwesen vor, der uns als sein Ziehvater Jashier vorgestellt wurde und dessen Avancen ich mich zunächst erwehren musste. Meine anfängliche Amüsiertheit ob seines Spitznamens für Ralkarion – Ralli – wich allerdings schlagartig, als ich erfuhr, was die drei besprochen hatten. Statt sich wenigstens einmal mit der Gruppe abzusprechen, war Ralkarion mal wieder vorgeprescht und hatte Jashier von dem Zirkel erzählt und dass wir möglicherweise die Waisen, die Jashier versammelt hatte, herausschmuggeln konnten. Ich bemühte mich, meinen erneut aufkeimenden Ärger herunterzuschlucken. Schon wieder ein Alleingang. Schon wieder etwas, was er nicht für nötig befand, vorher zu erzählen. Es gelang mir nicht ganz, die Aggressivität aus meiner Stimme zu verbannen, als ich auf unsere eigentlichen Probleme hinwies und darauf, dass es schwierig werden dürfte, Kinder in ein Bordell zu bekommen. Sein arrogantes Hinwegwischen meiner Einwände machte es nicht besser. Im Gegenteil begann ich mehr und mehr, die Kontrolle über meine Wut zu verlieren, bis sie zu einem schwarzen Glühen herangewachsen war. Ohne ein Wort zu sagen, verließ ich die Hütte, knallte die Tür hinter mir zu und machte mich fast rennend auf den Weg zu den Dragonlair Tours. Du magst Alleingänge, Gehörnter? Dann mach deinen Scheiß halt alleine und ich kümmere mich um den eigentlichen Plan. Es reichte. Erst Krathus, der mit dem Geheimnis um seine Mithrilrüstung nicht herausrücken wollte. Schön, alleine nicht weiter wichtig, wenn man außer Acht ließ, das er sie von dem verfluchten Großen Roten gestohlen hatte und ich ihm keine Sekunde abkaufte, dass das die ganze Geschichte war. Dann Garret, der ohne jede strategische Überlegung oder Rücksprache die Herrschaft und damit alle Ressourcen an den größenwahnsinnigen und gleichzeitig völlig unerfahrenen Abkömmling eines roten Drachens mit Götterkomplex und der senilen Frau eines Massenmörders abgab. Und dann Ralkarion. Der sich jedes Wort aus der Nase ziehen ließ. Der zu feige oder zu bequem war, Krathus die Wahrheit über ihn und seine Mutter zu erzählen. Der seine Pläne immer erst offenbarte, wenn er schon Fakten geschaffen hatte und offenbar erwartete, dass wir ihm freudig folgten. Der bei einem Gleichstand in der Abstimmung seine Version des Plans als die einzig gültige wahrnahm. Ihr schafft gerne Fakten, Ralkarion und Garret? Gut, dann mache ich das jetzt auch. Wenn ihr so arbeiten wollt, ich kann das auch. Ich würde seine verdammte Schwester zu ihm bringen, damit das zumindest abgeschlossen wäre. Und wenn er dann irgendwann in einer kleinen Hütte mit seinen Waisen und seiner Schwester saß, während um ihn herum die Welt brannte, dann würde ich da sein, um es ihm unter die Nase zu reiben. Unterwegs musste ich mehrmals anhalten und nach dem Weg fragen. Auch wenn ich dabei auf keinen Widerstand stieß, so holte mich Krathus unterwegs ein und fragte recht eingeschüchtert, was denn los sei. Ich war nicht in der Stimmung, dem kleinen Kobold alles lang und breit darzulegen, immerhin war er Teil des Problems, so verkürzte ich sinngemäß darauf, dass jeder immer egoistisch seinen eigenen Scheiß machen würde und es mich ankotzte, immer ausgeschlossen zu werden. Eine Übersteigerung? Sicherlich, aber ich hatte keinen Nerv für Nuancen mehr. Angekommen bei der Tour buchten wir eine Kutsche. 10 Gold erschienen mir sehr viel, aber ich bezahlte einfach. As Krathus in Erfahrung brachte, dass die Kutsche erst in zwei bis drei Stunden auftauchen würde, stachelte das den gerade abflauenden Zorn wieder an. Krathus beschwor sein Reittier, doch ich musste mich abreagieren. Irgendetwas in mir regte sich und als ich die gelangweilte Angestellte aufforderte, uns dann das Geld zurückzugeben, spürte ich, wie sich die Adern in meinem Gesicht hervortaten. Was die Dame sichtlich entsetzte und als würde sie um ihr Leben fürchten, schmiss sie uns das Silber zurück. Ich hatte weder Muße, nachzufragen wieviel die Strecke an sich eigentlich kostete, noch nachzuzählen, sondern stieg einfach auf und befahl Krathus, aufzubrechen. Irgendetwas rann meine Wangen herab. Tränen? Warum das? Ich führte meine Finger dorthin und besah sie sich. Tränen, sicher, aber aus Blut. Interessant. Den ersten Teil des Weges verbachten wir schweigend. Als meine Wut allmählich von einem schwarzen Glühen zu einem Lagerfeuer heruntergebrannt war, fragte ich Krathus nicht eben freundlich, ob er eigentlich wirklich so dämlich war, wie er tat, oder ob das nur eine Maskerade war. Was habe er zu verbergen? Ein recht eingeschüchterter Kobold erzählte mir daraufhin, dass er eigentlich gar kein Paladin war, sondern nur ein einfacher Bannerträger. Er und sein Freund Slip hatten eine bescheuerte Wette abgeschlossen, wer etwas vom Offizier klauen konnte. Sein Freund war seitdem verschwunden, doch er war mit der Rüstung entkommen. Na wunderbar. Er war also nicht einfach nur ein entlaufener Paladin, sondern hatte einen Offizier dieser offenbar recht mächtigen Garde verärgert. Die Tatsache, dass es bereits recht lange her war ließ zwar hoffen, dass der Offizier nicht mehr aktiv nach ihm suchte, doch manche Mächtige waren sehr hartnäckig, wenn es um ihren Besitz ging. Ich würde von nun an noch öfter über meine Schulter gucken. Ein Teil von mir wollte die Wut neu entfachen darüber, dass der Kobold das bis jetzt für sich behalten hatte, doch allmählich begann der rationale Teil wieder Oberhand zu gewinnen. Ich biss daher einmal wieder auf meine Zunge und konzentrierte mich auf die Tatsache, dass ich jetzt immerhin davon wusste. Und anders als die anderen hatte ich kein Problem damit, innerhalb der Gruppe Informationen zu teilen. Nach einiger Zeit tauchte hinter und ein Pferd auf, dass zwei Gestalten mit sich trug. Ich konnte mir denken, wer das war. Ich konnte allerdings nicht sagen, dass ich darüber erfreut war. Eine Predigt wie alles, was sie täten ja völlig richtig und moralisch sei und ich ja nur übertreiben würde und rücksichtslos sei konnte ich jetzt wirklich nicht gebrauchen.]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ava/Sitzung-92.html</link>
			<pubDate>Mon, 15 Nov 2021 00:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 90</title>
			<description><![CDATA[Doch zu dem Gespräch kam es nicht, denn die anderen hielten es für wichtiger, zunächst einmal Melody aufzusuchen und nachzusehen, ob es geklappt hatte und um Ral’s Versprechen einzulösen, ihr Angstrum vorzustellen. Also machte ich gute Miene zum idiotischen Spiel und sagte nichts. Wer weiß, vielleicht würde ja zumindest ein wenig Amüsantes herauskommen. Und immerhin hatte ich mittlerweile gelernt, dass Melody eine wohl nicht ganz untalentierte Divination Magierin war, das mochte noch wichtig werden. Gleichzeitig ärgerte ich mich, dass man mir das nicht gleich gesagt hatte und stattdessen bei dem vagen “mächtige Magierin” belassen hatten. Warum musste man hier eigentlich jedem immer alles aus der Nase ziehen? Außer Krathus vielleicht, der dagegen schon wieder zu offenherzig mit seinen Informationen war … nun, jedenfalls brachten wir Angstrum ein wenig Etikette im Umgang mit Frauen bei, wovon ich allerdings bezweifelte, dass er die wirklich verstehen würde. Ral ging zuerst hinein, um mit Melody zu sprechen. Wenig später kam er heraus, mit einer tatsächlich wiederhergestellten Melody im Schlepptau. Nun, mit der Variation, dass ihre Flügel nun strahlend weiß, schon fast engelsartig waren. Das Aufeinandertreffen zwischen Angstrum und Melody war tatsächlich recht amüsant, zumal Melody sich erst einmal überschwänglich bei „ihrem Schüler” Garret bedankte, was Angstrums Gesicht ausgesprochen lang werden ließ. Nicht zuletzt wegen einiger doch sehr dick aufgetragener Geschichten von Ralkarion zog aber letzten Endes der Bugbear mit Melody in die Nacht. Ich sah den beiden kopfschüttelnd hinterher. Für eine mächtige Magierin war sie doch reichlich naiv, auf so etwas hereinzufallen … Obgleich es schon recht spät war, wurde beschlossen, noch bei Lafayette vorbeizuschauen. Ich hatte nichts dagegen, den Tag mit etwas Produktiven zu beenden. Das hieß natürlich zunächst bei Birch vorbeizuschauen, um das Tor öffnen zu lassen. Einmal mehr war dieser sturzbetrunken und natürlich sofort wieder mit anzüglichen Kommentaren bei der Sache. Kaum zu glauben, dass ich mich vor gar nicht so langer Zeit selbst mit diesem Ekel betrunken hatte … aber er war nunmal ein notwendiges Übel. Nach ein wenig Überzeugungsarbeit, in deren Zuge wir feststellten, dass Garrets Rücktritt wohl schon die Runde gemacht hatte, ließ er uns hinein. Obwohl wir mit ihm rechneten, erwischte Bing Ralkarion dann doch unerwartet, er war einmal mehr zum spielen aufgelegt. Von seinen Launen wissend beachteten wir ihn nicht weiter, doch Krathus schien dem Tier zu misstrauen, was in Rachegelüste umschlug, als der Panther seine Duftmarke an seiner Rüstung setzte. Ralkarion bereinigte sie mit einem Zauber, den ich schon öfter bei ihm gesehen hatte, doch auch das schien Krathus nicht recht zu sein, so dass er sich sofort wieder etwas Dreck auf die Rüstung schaufelte. Einer inneren Eigebung folgend streckte ich die Hand aus und wiederholte die Bewegungen, die ich schon öfter bei Ral gesehen hatte. Sehr zu meinem Vergnügen funktionierte es auch bei mir. Das lange Gesicht des Kobolds war ein Bonus. Instinktiv steuerten wir auf den Nebeneingang zu, wo uns ein sichtlich unbegeisterter Lafayette in Empfang nahm. Ich genoss sein Missfallen, er hatte es sich redlich verdient, achtete aber darauf, dass nicht zu offen zu zeigen – ein dankbarer Lafayette war wichtiger als meine persönlichen Vorlieben. Leider hielt sich seine Dankbarkeit in Grenzen – die Nachricht, dass sein Hausarrest beendet war sorgte gerade einmal dafür, dass er uns nicht herauswarf und anhörte, was wir von ihm wollten. Der erste Teil des Gesprächs bestand mehr oder weniger darin, dass er sich über die neuen Machtverhältnisse in Zoica beschwerte. Das letzte Mal, dass Zoica unter der Herrschaft eines Drachen stand, hatte es nicht gut geendet und war schon währenddessen nicht all zu gut gewesen. Nahm man Posetine’s bisherigen Regierungsstil und Al’Charas Einstellung, so hatte er damit vermutlich Recht – auch diesmal würde die Bevölkerung wohl nicht unbedingt gut davonkommen. Nur bezweifelte ich, dass es ihm darum ging, statt um die Erweiterung seiner eigenen Machtfülle. Letzten Endes war es mir egal – keinen von beiden wollte ich auf dem Thron von Zoica sehen, aber Garret war nunmal abgetreten, Arem war wohl kaum der Typ für einen Putsch und weitere akzeptable Kandidaten waren mir nicht bekannt. Also würden wir mit den Karten spielen müssen, die uns gegeben waren. Durchaus eine Herausforderung. Ich mochte Herausforderungen. Ich wurde in meinen Gedanken unterbrochen, als Lafayette sich Krathus Rüstung zu wand und das Mithril als in Mon Mithral geschmiedet identifizierte. Interessant. Kannten wir damit einen Lieferanten und weiteren Verbündeten des Großen Roten? Aber laut Krathus Aussage war diese leichte Rüstung etwas Besonderes gewesen, also konnte sie genau so gut gestohlen sein. Also wohl ein weiterer Punkt auf unserer sich rapide erweiterten Reiseroute. Dennoch, die Aussicht, entweder einen Mithrillieferanten für die Stadt zu gewinnen oder aber einen Verbündeten Shadars zu entlarven und wenn möglich zu eliminieren war eine gute. Im Zuge dessen kam auch die Frage auf, ob die Zahlungen, die Cuu getätigt hatte, weitergeführt worden waren. Ich wusste nicht, wovon er redete, doch offenbar hatte es mannigfaltige Zahlungen von Cuu an diverse Orte gegeben. Ich seufzte innerlich. Mit einem etwas organisierterem Umsturz hätten wir davon vermutlich längst gewusst. Auf die Frage, wohin sie genau gingen, wusste Lafayette jedoch keine Antwort – alle seine Agenten, die er darauf angesetzt hatte, waren tot aufgefunden werden und er wollte daher nicht noch mehr schicken. Ich konnte mir den Kommentar nicht verkneifen, dass ich dann froh war, dass ich nie darauf angesetzt worden war. Seine Reaktion war recht aussagekräftig: Die Agenten wüssten, worauf sie sich einließen, Berufsrisiko halt. Was bedeutete, dass er sie nicht aus reiner Menschenliebe zurückhielt, sondern weil seine Ressourcen das nicht hergaben. Was ihn wiederum weniger hilfreich machte. Dieser Eindruck verstärkte sich nur, als wir uns darum bemühten, Kapital aus seiner Befreiung zu schlagen. Ral wollte, dass er seine Kontakte dazu nutzte, nach Lia Ausschau zu halten. Auf Grund der eher vagen Hinweise, die wir hatten, stimmte er zu, einen einzelnen Agenten an den wahrscheinlichsten Aufenthaltsort zu schicken, doch mehrere Agenten loszuschicken blockte er vehement ab. Also waren seine Ressourcen tatsächlich stark reduziert oder aber er hatte damit anderes vor. Vermutlich Selbstsüchtigeres. Da im Verlauf des Gesprächs herausgekommen war, dass er auch in seiner Haft wohl durchaus Kontakte nach außen gepflegt hatte, versuchte ich mit einer Drohung nachzuhelfen – die Königin wäre wohl kaum erfreut darüber, zu erfahren, dass er ihren Hausarrest unterwandert hatte. Da das aber eher nach hinten losging, „entschuldigte” ich mich – immerhin ein Agent, auch wenn ich wenig Hoffnung hatte, dass er damit irgendetwas ausrichten würde. Das Wissen, ein Druckmittel gegen ihn in der Hand zu haben, war den Besuch immerhin bereits wert gewesen. Im Zuge der Diskussion ob der Informationsbeschaffung kam das Gespräch noch auf Marco, an dem Lafayette wie üblich kein gutes Haar ließ. Er hielte sich Kindersklaven, wäre gegen Arkanisten, aber schickte sie jetzt selber auf die Akademie und so weiter und so fort. Innerlich gähnte ich. Natürlich vertraute ich Marco keinen Deut weiter als Lafayette, ich hielt ihn sogar für gefährlicher – das aber vor allem deshalb, weil er cleverer war. Im Vergleich der beiden Männer kam mir Lafayette immer wieder wie ein kleines Kind vor, dass versuchte, mit dem Spielzeug des erwachsenen Marco zu spielen und sich dabei regelmäßig die Finger klemmte. Nach unserer Visite war es Zeit, zum Compound zurückzukehren. Ein kurzer Zwischenstop bei Gereon, um wegen der Zahlungen nachzufragen, brachte nur wenig Nutzbares – auch er wusste nicht, wohin die Zahlungen gingen, er hatte immer nur den Wagen mit Gold bereitgestellt, der dann abgeholt worden war. Einmal hatte er aber immerhin eine kleine Gestalt gesehen, die um den Wagen herumgeschlichen war. Ein geringer Anhaltspunkt, aber immerhin – ich beschloss, die Wachen am nächsten Morgen zu befragen, ob sie mehr dazu wussten, dann begab ich mich zur Ruhe. Leider war die Befragung am nächsten Morgen nicht von Erfolg gekrönt, keine hatte etwas gesehen. Ich stattete dem Quartiermeister noch einen kurzen Besuch ab, um meine Rüstung abzuholen. Die Färbung war gelungen, doch beim Anpassen hatte er geschlampt, sie saß immer noch nicht richtig. Vermutlich würde ich erst wieder eine gut sitzende Rüstung haben, wenn wir nach Ravengrove kommen sollten … nun ja, zumindest schränkte sie die Bewegungsfreiheit nicht mehr so ein wie vorher. Ich setzte mich an den Frühstückstisch, wo wenig später die anderen hinzustießen. Krathus war sichtlich verstört und stank nach faulem Ei, während Ralkarion dazu erklärte, er habe Krathus gestern Nacht aufgeklärt. Krathus hatte allerdings wohl noch immer nichts verstanden, was mich nicht wunderte, aber enorm amüsierte. Ich konnte mir lebhaft vorstellen, wie Ralkarion wortreich um den heißen Brei herumgeredet hatte und Krathus jedes einzelne Wort für sich aufgenommen hatte, ohne den Sinn zu verstehen. Nachdem ich den Teller magisch auffing, den Ralkarion an die Wand donnern wollte, bemühte ich mich meinerseits um Aufklärung, wenn auch auf die knappe Tour. Letzten Endes war es unwichtig, ob Krathus das Prinzip der Fortpflanzung verstand, aber es konnte für Erheiterung sorgen, sollten wir einmal auf einen ihm zugetanen weiblichen Kobold treffen und ich würde mich nicht wieder mit Fragen zu Stelzen herumärgern müssen. Oder vielleicht doch, man würde sehen. Erst danach wurde das Gespräch wieder wirklich interessant. Ralkarion deutete etwas von einem Plan mit den Spinnen an. Er zierte sich ein wenig, doch ich hatte wenig Lust auf weitere Geheimnisse und auf sanften Druck rückte er schließlich damit heraus, dass er Kontakt mit den Spinnen aufgenommen hatte und am kommenden Tag mit ihnen darüber verhandeln wollte, uns in Bezug auf die pilgernden Kobolde zu unterstützen. Ein guter Plan, doch er wollte es bei der Informationsbeschaffung belassen – eine vertane Chance. Was nützte uns die Information, dass Kobolde den Nexus entdeckt hatten, wenn diese Kobolde die Information frei weitergeben konnten? Nein, es war sicherer die Spinnen als Attentäter einsetzen zu lassen. Verfressen, wie sie waren würde das wohl kaum Verdacht erregen. Auch der Zeitpunkt war gut gewählt, die Spinnen hatten sich vorerst aus Zoica’s Umland zurückgezogen und suchten neue Gebiete. Und selbst gesetzt den Fall, dass die Spinnen ein zu großes Ärgernis würden: Sie waren mehr ein in Schach gehaltener Feind denn ein Verbündeter. Wenn die Kobolde und Spinnen sich gegenseitig ausmerzten, wäre dies für uns ein Gewinn – beide Seiten würden geschwächt und die Gefahr der Entdeckung des Nexus in Azoicstrum wäre um ein vielfaches geringer. Doch natürlich passte das Ralkarion und Garret nicht. Garret schlug vor, man könne die Spinnen ja nur auf die Kobolde ansetzen, die in Richtung Azoicstrum zögen. Während ich es begrüßte, dass er die Möglichkeit eines gewaltsamen Einsatzes der Spinnen nicht gänzlich ausschloss, so war dies keine Option. Früher oder später würde jemand bemerken, dass immer nur Kobolde verschwänden, die in eine bestimmte Richtung unterwegs waren und eins und eins zusammenzählen. Nein, wenn das Manöver Erfolg haben wollte, musste es sich gegen alle Kobolde richten. Da Krathus meiner Sichtweise zustimmte, waren wir mal wieder in einer Pattsituation angelangt. Nun, wir würden sehen. Das Treffen war erst morgen. Ich würde beobachten, wie die Spinnen reagierten – und im Zweifelsfall war Ralkarion ja nicht der Einzige, der mit ihnen sprechen konnte. Nach dem Frühstück brachen auf, um zu Marco zu gehen, jedoch nicht ohne Krathus eingeschärft zu haben, dass er dort seine Klappe zu halten habe. Wenngleich dieser ständig seinen Sitz wechselte, war es nicht all zu schwer, einem seiner Kinder diesen zu entlocken, einmal mehr ein leerstehendes Gebäude, von denen es in Zoica noch immer recht viele gab. Angesichts seiner unzweifelhaften Fähigkeiten erhoffte ich mir von ihm deutlich mehr als von Marco und wurde nicht enttäuscht. Ich hoffe nur, dass wir im Gegenzug nicht zu viel preis gaben, ich wollte diesem Mann nicht eine Information zu viel geben, die er später möglicherweise gegen uns verwenden könnte. Doch ohne ein Mindestmaß an Kooperation war er nun einmal recht verschlossen. Unpraktisch, aber nachvollziehbar. Zunächst einmal erfuhren wir von ihm, dass es offenbar Gardis gewesen war, der Cuu’s Goldzahlungen ablieferte, recht beträchtliche Summen noch dazu. Ich musste einmal mehr an Lafayette denken und wie stümperhaft er sich im Vergleich zu Marco verhielt. Gleichzeitig ein Dilemma: Marco war zweifelsohne die wertvollere Quelle, doch Lafayette war leichter zu durchschauen und damit zu kontrollieren. Gleichzeitig standen sie in Konkurrenz zueinander und konnten sich gegenseitig nicht riechen, was Marco ebenfalls überdeutlich klar machte. Vielleicht lag hier auch eine Chance begraben. Und dann ließ er sprichwörtlich eine Bombe platzen. Er erwähnte, dass er aus der „Alten Welt” kam – Mocny, vor seiner Zerstörung vor tausenden von Jahren. Offenbar war Marco bei dieser Explosion zwischen zwei Phasen gewesen, ein Zauber mit dem die Leute dort trotz ihrer Abneigung gegen Arkanisten experimentiert hatten, und existierte seither in einer Art eingefrorenem Zustand – er alterte nicht. Mocny hingegen beschriebe er als ein Land, indem es nur noch Schatten gab, die zwar existierten, aber nicht mehr lebten. Schatten? Moment. War es möglich, dass … ich würde es hm zeigen müssen, ein reines Nachfragen würde nicht den gewünschten Effekt haben. Marco genau beobachtend, ließ ich eine Illusion eines jener Schattenwesen entstehen, die Gudden regelmäßig beschworen hatte. Die Reaktion war umwerfend. Noch nie zuvor hatte ich Marco überrascht gesehen, doch er schien ehrlich überrascht davon und fragte sogar, was wir davon wüssten und ob wir es gesehen hätten. Ich beobachtete ihn weiter sehr genau, als Ralkarion vorsichtig von einer mächtigen, magischen Quelle berichtete, die von dem Großen Roten benutzt worden war, um Mocny zu vernichten. Er schien davon tatsächlich nichts zu wissen, doch das musste nichts heißen – Leute lesen war nie meine Stärke gewesen und jetzt noch weniger. Den Verdacht, den ich hegte, wurde damit zwar nicht bestätigt, aber ganz beiseite legen konnte ich ihn dennoch nicht. Das weitere Gespräch verlief dann wieder in deutlich bekannteren Bahnen. Ironischerweise hatte er ähnliche Vorbehalte gegen die neue Regierung wie Lafayette, wenn auch gänzlich andere Gründe dafür. Und er wiederholte einige der Vorwürfe, die auch ich schon Garret gemacht hatte, auch wenn ich bezweifelte, dass das irgendetwas bei dem Halbling ändern würde – auch er war klug genug, Marco nicht zu vertrauen. Deutlich interessanter wurde es dann, als Ralkarion bei seiner Aussage packte, er wolle nur das Beste bei Zoica und ihn nach dem Aufenthaltsort von Lia befragte, schließlich sei es unbedingt im Interesse von Zoica, sie zu finden. Und tatsächlich – er wusste, dass sie sich erst vor kurzem eine zeitlang in Westerfell niedergelassen hatte. Bisher ließ sich dieses Gespräch gut an. Ich begann mich zu fragen, ob auch ich ihm noch ein paar Fragen stellen sollte – in Vorbereitung darauf begann ich durchzugehen, welche Informationen ich ihm im Gegenzug weitergeben könnte und welche nicht …]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ava/Sitzung-90-379.html</link>
			<pubDate>Mon, 01 Nov 2021 00:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 88</title>
			<description><![CDATA[Das weitere Gespräch mit Lady Al’Chara war nur wenig hilfreich. Über die Verwendung Posetines für die Erschaffung der Nexi wusste sie ebenso wenig wie wir, noch wusste sie, inwiefern sie nun mit den Nexi in Verbindung stünde. Jedoch erzählte sie, dass ihre Verbindung zum Großen Roten eine mögliche Erklärung dafür sein könne, dass sie in letzter Zeit deutlich willensstärker geworden sei. Das ließ uns aufhorchen - wie viel vom Großen Roten steckte wohl in seiner – ich weiß nicht, ob man wirklich von Tochter sprechen konnte – in seinem Abkömmling? Ob sie eine Gefahr für uns darstellte? Doch auch darauf wusste Al’Chara keine eindeutige Antwort. Beunruhigend, ganz ohne Zweifel … direkt in Zoica befand sich eine potentielle geistige Nachfolgerin des Roten und wir wussten rein gar nichts über sie. Und wenn sie wirklich gewisse Züge von ihrem “Vater” geerbt haben sollte – nun, wie wir erfuhren, hatte der Große Rote sich nicht viel aus Abmachungen gemacht, nichtmal aus denen unter Drachen, die eine besondere Bedeutung zu haben schienen. Bevor wir darüber informiert wurden, dass Posetine nicht im Traum daran dachte, sich zu uns gesellen (wirklich ärgerlich, dass Garret seine Autorität als Herrscher nicht mehr nutzte, es würde so vieles einfacher machen), kam das Gespräch noch kurz auf das Thema des Falls von Ak’Therion und Al’Charas Rolle darin. So wie sie es erzählte, war Cenereth verraten und getötet worden und sie selbst habe zwar viele der Hextor getötet und verbrannt, war aber letzten Endes unterlegen gewesen. Es war der Moment, in dem ich froh darüber war, dass Garret damals den Pakt eingegangen war, offenbar hatten die Hextor, oder zumindest Mundo Erfahrung darin, gegen Drachen zu kämpfen – das war hilfreich. Nicht, dass ich den Hextor deswegen mehr traute … Interessanterweise schien der Rote kein Interesse daran zu haben, Al’Chara und Yonci zu töten, nachdem er ihre Gatten erledigt hatte und bot ihnen Frieden an. Einmal abgesehen, dass dieser “Frieden” dazu geführt hatte, dass beide im Kerker eingesperrt wurden – warum hatte er sich Al’Chara nicht einfach entledigt? Es musste ihm klar sein, dass sie früher oder später gegen ihn arbeiten würde und potentiell ein Risiko darstellte. Allein schon ihre Fähigkeit, das Buch für uns zu übersetzen, bewies das. Nachlässigkeit schien eigentlich nicht zu den Eigenschaften des Roten zu gehören. Yonci hatte er für seine Zwecke eingesetzt. Hieß das, dass auch Al’Chara noch eine Rolle in seinen Plänen spielte? Und wenn ja, welche? Es war zum verrückt werden mit diesen verfluchten Drachen, jede Antwort führte nur weiter in den Kaninchenbau. Aber vorerst würden die weiteren Überlegungen warten müssen, vielleicht würde das Gespräch mit Posetine weiterhelfen. Al’Chara machte deutlich, dass sie es für besser hielte, wenn wir ihr die Wahrheit über ihre Herkunft erzählten. Sie würde es ohnehin herausfinden und wenn wir sie anlögen, würde uns das potentiell schaden. Eine durchaus vernünftige Argumentation, doch wir hatten leichte Vorbehalte. Was wäre, wenn sie sich daraufhin dem Großen Roten anschließen würde? Welche Option hätten wir, sie davon abzuhalten? Al’Chara würde offensichtlich keine Hilfe sein, sie hielt sich trotz allem sklavisch an den dämlichen Ehrenkodex unter Drachen. Letzten Endes kamen wir dennoch zähneknirschend zum Entschluss ihrem Rat zu folgen. Zu meiner Überraschung – und wenn ich es richtig las, auch der der anderen – befand sie sich demletzt wohl des öfteren mit Slate im Kerker und wäre auch jetzt gerade da. Ich hätte es bevorzugt, sie zu uns zu holen, um die Machtverhältnisse klarzustellen, doch die anderen kannten sie besser und waren wohl der Ansicht, dass das aussichtslos wäre und wir genauso gut dorthin gehen konnten. Nun ja. Auf dem Weg nach unten erwartete uns handfeste, unangenehme Überraschung: Die Schatzkammer von Zoica, bei unserer Abreise gut gefüllt, war leer! Mein Kopf spielte die Möglichkeiten durch. Gestohlen? Unmöglich, das wäre uns gesagt werden, so etwas wäre aufgefallen. Pleite? Nein, Gereon hatte eindeutig gesagt, dass die Steuereinnahmen sprudelten. Verlegt? Vermutlich, aber wohin und warum? Die Kammer war gut gesichert gewesen, nicht nur durch die Tür, sondern auch die Scharade im Vorraum. Die Antwort erwartete uns später, doch der Reihe nach. Zunächst einmal gingen wir an den Gefangenen vorbei nach unten. Die Wache wollte uns zunächst nicht durchlassen, selbst als wir auf Garret zeigten und sagten, wir seien auf sein Geheiß hier unten – der Befehl einer Königin wiege schwerer als der eines Herrschers. Königin? Mir schwante übles, versuchte Posetine, die Macht hier in einer zweiten, stillen Revolution zu übernehmen? Und wenn ja, war es auf Grund von Al’Charas idiotischen Lehren der grundsätzlichen Überlegenheit der Drachen in allen Dingen und Geburtsrecht, oder der machthungrige Teil ihres Vaters? Es wurde wirklich Zeit, die Verhältnisse hier zu klären, bevor Zoica an jemanden fiel, über dessen Herkunft und Persönlichkeit wir uns nicht im Klaren sein konnten und am Ende vielleicht sogar dem Großen Roten mit Zoica unsere Basis – Heimat? – in die Hände legen würden. Als wir um die Ecke bogen, verriet Rals und Garrets Reaktion, dass hier etwas passiert war. Es gab keine Zellen mehr, stattdessen war der Gang massiv erweitert worden. Weiter hinten hörten wir Arbeitsgeräusche, also gingen wir weiter. Wir betraten eine ausgesprochen gewaltige Halle, in der Posetine stand und Slate Anweisungen gab, die dieser bearbeitete. So beeindruckend die Halle war, so sehr machte sie mich wütend. Zum einen lag das daran, dass Posetine Slate zu selbstsüchtigen Zwecken missbrauchte, obwohl er wichtigeres zu tun hatte. Beispielsweise Gerüste für Verteidigungsanlagen bauen, damit die Arbeiten nach Eintreffen der Lieferung zügig beginnen konnten. Zum anderen hatten wir hier die Antwort, wo Zoicas Steuereinnahmen hingekommen waren ... hierhin. Diese verfluchte Posetine hatte alles hierher geschafft. Nein, vermutlich eher schaffen lassen und weitere Leute von wichtigeren Aufgaben für ihre persönlichen Zwecke abgezogen. Ich hatte die Schnauze voll von Drachen und ihrer selbstsüchtigen Art. Es wurde Zeit, dem jungen Schuppenvieh vor uns einmal den Kopf gerade zu rücken. Ihre Reaktion würde potentiell auch etwas über ihre Absichten verraten. Und so hielt ich mich nicht zurück – sehr befreiend nach dem eher diplomatischen Ton gegenüber Al’Chara. Allerdings teilten meine Gefährten meine Einschätzung der Lage wohl nicht, Ralkarion murmelte mir zu, ich solle sie lieber nicht verärgern, Krathus hatte nur Augen für das Gold und Garret … nun, dazu später. Posetine versicherte jedenfalls, sie habe nur das Beste für die Menschen in Zoica im Sinn und das Gold sei ja hier viel sicherer als vorher. Zum zweiten Punkt konnte ich ihre Einschätzung nicht teilen, es sei denn, sie beabsichtigte, den Rest ihres Lebens hier in der Höhle beim Gold zu hocken. In dem Fall hätte sie sogar Recht, doch ich bezweifelte es. Was das erste anging, glaubte ich kein Wort. Schöne Worte, doch alles, was sie in den vergangenen drei Wochen getan hatte, war sich zur Königin zu krönen und sich selbst eine Höhle zu bauen. Nebenbei gesagt finde ich es merkwürdig, dass Drachen, also fliegende Kreaturen, einen Hang dazu zu haben schienen, ihre Höhle unter der Erde oder Bergen zu bauen. Aber der Reihe nach. Wie gesagt, ihre Worte waren aus meiner Sicht wenig dazu geeignet, mein Misstrauen ihr gegenüber zu zähmen, eher im Gegenteil. Daher half es wenig, dass sie mit der Wahrheit über ihren Vater konfrontiert beteuerte, dass sie nicht vorhabe, sich ihm anzuschließen. Sie war schwer zu lesen. Selbst wenn sie nicht log, zeugte ihr bisheriges Verhalten aus meiner Sicht von grandioser Inkompetenz als Anführerin einer Stadt und einer Selbstsucht, die sich jemand in dieser Position nicht erlauben durfte, wenn ihre Herrschaft andauern sollte. Irgendwann käme der nächste Garret und stieße sie vom Thron, wie ich sie warnte. Apropos Garret: Dieser hingegen schien dermaßen davon besessen zu sein, seine Verantwortung als Herrscher abzugeben, dass er unmissverständlich klarmachte, dass er Posetines Regentschaft als Königin anerkannte ... War der verrückt geworden? Nicht nur, dass wir sie noch überhaupt nicht einschätzen konnten, wir verloren auch Zugang zu all den Ressourcen, die wir gehabt hätten, was unsere Mission deutlich erschweren dürfte. Einmal ganz davon zu schweigen, dass es damit auch deutlich schwieriger werden dürfte, Allianzen zu schmieden. Wir würden kaum darauf setzen können, dass andere Kräfte sich mit Zoica verbündeten, nur weil wir ihnen irgendwelche Gefallen taten, wo wir nicht einmal das Sagen dort hatten. Und offiziell verhandeln konnten wir nun gar nicht mehr, solange uns die “Königin” nicht ihren Auftrag erteilte – und ich hatte wenig Lust darauf, nach ihrer Pfeife zu tanzen, sie schien kaum die dafür nötige Weitsicht zu haben, ihr gesamtes Verhalten zeigte das. Doch nun war das Kind wohl in den Brunnen gefallen, zumindest vorerst. Eine weitere, äußerst interessante wie Besorgnis erregende Entwicklung gab es darüber hinaus. Als Krathus Posetine das Banner zeigte, schien sie auf eine gewisse Weise damit zu reagieren. Wie Ralkarion später erzählte, gab es einen Energieaustausch zwischen dem Banner und Posetine, offenbar eine versteckte Funktion des Banners. Was mich darüber hinaus beunruhigte war, dass sich bei diesem Energieaustausch über Posetines Kopf eine Krone bildete. Was hatte das nun wieder zu bedeuten? Die Energie des Divine Nexus erzeugte eine Krone über Shadars “Tochter” … sollte das ein Omen sein, dann gute Nacht, das verhieß nichts Gutes. Posetine schien davon nichts mitzubekommen und fragte mehrfach danach, das Banner wieder zu entfalten, was Krathus in seiner Naivität natürlich tat. Ich fragte mich, ob Posetine wirklich nichts bemerkte und auch in diesem Punkt schlicht inkompetent war oder ob sie log. Zum einen erschien es mir kaum möglich, mit etwas so mächtigem wie Nexusmagie zu interagieren und nichts davon zu merken, andererseits hatte sie auch nicht gemerkt, dass sie benutzt wurde, um die Nexi zu erschaffen. Oder vielleicht doch? Wen hatte Garret da nur zur Königin gemacht … Auf dem Weg zurück sprach ich Garret scharf darauf an und sagte ihm, dass ich sein Handeln für einen massiven Fehler hielt. Damit hatte ich offenbar einen Nerv getroffen. Garret explodierte und warf mir vor, immer nur destruktiv alles zunichte zu kritisieren, aber selbst keine Vorschläge zu machen. Das war zwar so nicht richtig, meine Vorschläge waren lediglich abgelehnt worden, aber was er sagte, brachte mich dennoch zum Überlegen. Ich hatte in der Tat verstärkt Schwierigkeiten, andere einzuschätzen und wirkte laut Ral recht arrogant. Damit konnte ich leben, doch wenn mein Verhalten zu Rissen in der Gruppe führte, dann war das ein Problem, um das ich mich kümmern musste. Doch nicht hier und jetzt. Fürs Erste äußerte ich nur vorsichtig, dass ich wirklich hoffte, dass Garrets Einschätzung von Posetines Regierungsfähigkeit richtig war – das tat ich tatsächlich, wenngleich ich große Zweifel daran hatte. Scheinbar schien meine neue Freiheit Kosten zu haben, die ich bisher noch nicht in Betracht gezogen hatte … Wir verließen den Compound, um bei den Rachwoodlern nach dem rechten zu sehen, doch diese waren fast vollständig ausgezogen, um die Stadt unsicher zu machen. Ein amüsanter Gedanke, der mich auf die Idee brachte, dass es vielleicht eine gute Idee wäre, als Gruppe den Abend in einer Taverne zu verbringen. Es gäbe einiges zu besprechen. Der Vorschlag wurde angenommen, allerdings wollte Krathus noch auf Vorschlag seiner Mutter … ähem … Eier besorgen und Ralkarion derselben in der Zwischenzeit einen Teil der Stadt zeigen. Daher machten zunächst nur Garret und ich uns auf den Weg. Schweigend. Er hatte vermutlich wenig Lust, mit mir zu sprechen und ich war bereit, ihm das zu lassen. Hoffentlich hätte er später dadurch wieder einen klaren Kopf. Einige Zeit später, nachdem wir im Lurker’s eingetroffen waren, dass auch von einigen Rachwoodlern besucht war, tauchte Krathus in Begleitung eines anderen Garret auf, der sich kurz darauf in Ralkarion verwandelte. Ich ahnte schon, wer da vor uns stand und als er anfing zu sprechen, bestand kein Zweifel mehr daran, dass es Angstrum war, der Krathus gründlich an der Nase herumgeführt hatte – ein Gefühl, das den Kobold gleich nochmal ereilte, als er auf den Besen in der Ecke hereinfiel. Sehr zu Angstrums Ärger klärten wir Krathus über dessen Funktion und Fähigkeiten auf und obwohl ungeladen, kam seine Anwesenheit nicht ungelegen. Nachdem Ral eingetroffen war, wir ein wenig Geplänkel hinter uns gebracht hatten und jeder reihum den wie ein Wasserfall plappernden Angstrum angewiesen hatte, die Klappe zu halten, kam das Gespräch auf den Nexus in Azoicstrum. Wir sprachen kurz darüber, Angstrum zeigte uns sein Armband, dass er sich gebaut hatte, um denselben fernzusteuern, doch bevor wir in die Tiefe gingen, zogen wir uns auf ein Zimmer nach oben zurück. Wer konnte schon wissen, wer unten zuhörte? Die erste beunruhigende Nachricht war, dass ein Trupp Koboldpaladine bei Azoicstrum eingetroffen war. Zwar waren sie von den Verteidigungsanlagen vaporisiert worden und den Involvierten die Erinnerung daran genommen worden, doch ich war trotzdem alarmiert. Sicher, der Tod der Kobolde mochte, wie Ralkarion vermutete, keinerlei Fragen nach sich ziehen, da Kobolde ständig starben. Andererseits: Was, wenn nicht? Was wenn nachgeforscht wurde? Dann wäre der Große Rote dicht davor, den vierten Nexus zu entdecken, das durfte nicht passieren. Zumal laut Krathus die Kobolde des Paladincorps auf Pilgerfahrt gingen und eine Art Eliteeinheit darstellten. Aus Ravengrove wusste ich, dass Eliteeinheiten normalerweise nicht einfach aufgegeben wurden – was wäre wohl gewesen, wenn Arina zu so einer Einheit gehört hätte? Aber egal, darum sollte es jetzt nicht gehen, also schob ich den Gedanken beiseite. Als Antwort auf dieses Problem kamen Ralkarion und ich recht schnell auf denselben Gedanken: Wir mussten eine Ablenkung schaffen und es so aussehen lassen, als wäre der Nexus ganz woanders. Angstrum konnte Kugeln mit Nexusmagie erschaffen. Könnte man diese an anderer Stelle platzieren? Ich schlug den Norden vor, da es aus meiner Sicht logisch erschien, was die Position anging, doch Ralkarion hatte eine bessere Idee. Er hatte vorkurzem Bekanntschaft mit einer unangenehmen Wasserhexe gemacht. Sorgten wir nun dafür, dass dort nach dem Nexus gesucht wurde, bot dies zum einen eine plausible Erklärung, warum der Nexus bisher nicht gefunden wurde, zum anderen würden eine Menge Kobolde im Dienste das Großen Roten dabei sterben, sich mit der Hexe auseinanderzusetzen. Eine klassische Win-Win-Situation, insbesondere als Angstrum uns darauf hinwies, dass wir nicht einmal persönlich dorthin müssten... er könnte den Nexus einfach benutzen, um dort eine entsprechende Projektion zu erzeugen. Was wiederum hieß, dass die Hexe nichtmal eine Chance hätte, eine Kugel mit Nexusenergie in die Finger zu bekommen. Der Plan gefiel mir gut. Ich schlug noch vor, dass wir die getöteten Kobolde mit gelöschter Erinnerung per Wunsch dort wiederbeleben sollten, um auch dieses potentielle lose Ende loszuwerden, doch die Magie dieses Nexus gab das nicht her. Mir blieb also nur das Hoffen und Vertrauen auf den neugeborenen Plan. Mein aufkeimender Optimismus wurde im Keim erstickt, als Ralkarion Angstrum darum bat, die ihm verbliebene Nexusenergie zu nutzen, um Melodys illusorisches Äußeres wiederherzustellen. Da Angstrum sich offenbar Hals über Kopf in sie verliebt hatte, kam er dieser Aufforderung nur zu gerne nach, sehr zu meinem Ärger. Wir wussten zu wenig über Nexusmagie, aber wussten, dass die Kobolde danach suchten. Krathus hatte Angstrum orten können, weil ihm Nexusmagie anhaftete, die er nicht nutzte. Wer sagte, dass der Einsatz von Nexusenergie – also etwas, was in den Augen des Großen Roten und seiner Untergebenen nur diejenigen tun konnte, die über den vierten Nexus verfügten – nicht wie ein Leuchtfeuer von weiter her ortbar war? Es war wohl kaum ein Zufall, dass die Kobolde nach Jahren der Suche genau dann nach Azoicstrum kamen, nachdem dort der Nexus aktiviert worden war. Für die Eitelkeit eines einzelnen gekränkten Wesens die Entdeckung des Nexus aufs Spiel zu setzen schien mir weder klug noch weise. Ich hätte es bevorzugt, sie hätte gelernt, damit zu leben. Ich konnte es mir nicht verkneifen, darauf hinzuweisen, doch hielt mich dann zurück – für solcherlei Diskussionen musste offenbar erstmal ein Rahmen abgesteckt werden, über den wir bisher nicht gesprochen hatten. Ich hatte vor, das zu ändern. Die Streitigkeiten in der Gruppe, an denen auch ich nicht unschuldig war, schwächten uns unnötig …]]></description>
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			<pubDate>Sun, 17 Oct 2021 23:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 87</title>
			<description><![CDATA[Wie sich herausstellte, erstaunlich wenig. Der Beholder besaß trotz allem genug Grips, sich außer Sicht zu halten und so luden die Hextor schlicht den Wagen ab und machten sich dann auf den Fußweg zurück. Praktisch. Kurz darauf erwies sich der Beholder erneut als hilfreicher als gedacht, als er darauf hinwies, dass es auch im wesentlich näheren Oclusar einen Teleportationszirkel gab. Oclusar … was es wohl in dieser Welt beherbergen mochte? Sicher, es war eine Ruine von einer Stadt, doch letzten Ende bedeutete das nur, dass es dort etwas gab oder gegeben hatte, dass für die Beholder unter dem Befehl des Großen Roten dort etwas gab, was eine Zerstörung notwendig machte. Nachdem der Beholder - nachdem Qwe - deutlich machte, dass es für ihn kein Problem darstellen sollte, den Turm zu stabilisieren, so dass wir gefahrlos zum Teleportationszirkel gelangen würden, stand das nächste Reiseziel fest und ich begab mich zur Ruhe. Als ich mich aus der Trance holte, sah ich, dass Garret und Krathus etwas entfernt schlummerten und ziemlich angeschlagen aussahen - was hatte die beiden jetzt schon wieder angestellt? Doch für Nachforschungen fehlte die Zeit, ich hatte wichtigeres zu tun, ich hatte meine Übungen viel zu lange vernachlässigt und da gab es noch etwas, was ich ausprobieren wollte … Nach einem unnötig ausgedehnten Frühstück, dass den anderen aber immerhin gut zu tun schien, brachen wir auf. Auf dem Weg dorthin gab es noch eine im Nachhinein sehr amüsante Episode, als Krathus in seiner Lauffaulheit versuchte, den Wagen zu lenken, dabei aber ein grandioses Unvermögen zur Schau stellte. Razora zuckte nur mit den Achseln und sagte, dass Kinder halt ihre Fehler machen mussten (wie wahr … ich hatte sehr viele Fehler gemacht), aber ich fürchtete um Wagen und Essensvorräte. Um seine Schnelligkeit wissend wies ich Garret an, hinterherzulaufen und das zu regeln, was dazu führte, dass der Halbling mitten im Sprung hart vom Wagen gebremst wurde, als Krathus die Pferde dann doch unter Kontrolle bekam. Nachdem ich feststellte, dass der Wagen wohl keinen Schaden davongetragen hatte, konnte ich mir ein Grinsen ob der Komik nicht verkneifen. Die weitere Reise verlief unspektakulär und so erreichten wir am nächsten Tag Oclusar. Die Stadt hatte in dieser Realität nichts mit der Pracht ihres Gegenstücks zu tun, es war tatsächlich nichts als eine Ruine - doch eine voller Überraschungen. Wir hatten noch ein wenig Zeit bis zum verabredeten Teleportationstermin um die Mittagszeit, so dass wir uns entschlossen, die Stadt etwas zu erforschen. Qwe hatte quasi über Nacht beschlossen, seine gestrige Nützlichkeit nicht zu wiederholen und wusste nun nichts mehr über das warum und genaue wann des Angriffs, doch so lange konnte es nicht her sein - der Beholder war erst 3 und er war beim Angriff dabei gewesen. Auf unserem Streifzug durch die Stadt erwartete uns gleich zu Beginn eine handfeste Überraschung: Ein auf den ersten Blick unspektakulärer Geröllhaufen entpuppte sich bei genauerem Hinsehen als das Gesicht von Tanaos Ayumu. Hieß das, er hatte bei dem ganzen hier seine Finger im Spiel gehabt? Die Prophezeiung bewies, dass er einiges an Weitsicht besaß … wenn er noch am Leben war, sollten wir ihm dringend einmal einen Besuch abstatten. Ral nahm das Ganze mal wieder zum Anlass, sich über sein Dasein als Spielball zu beschweren, aber wenn ihm das Gejammer dabei half, seinen Verstand zu behalten, sollte mir das recht sein. Unterdessen bestärkte mich das Ganze nur darin, mehr darüber herausfinden zu wollen, was hier passiert war und das Gesicht erinnerte mich daran, dass wir noch immer diese Ringe hatten. Ich hatte nicht vor, die ganze Stadt aufzuwecken – zu viel Zeit, zu viele Mäuler zu stopfen, wenn man sich den Zustand der Stadt ansah, würden sie wohl kaum auf eigenen Beinen stehen können. Aber irgendwo musste es so etwas wie ein Rathaus geben und dort eventuell jemand versteinert sein, der mehr wissen würde. Tatsächlich erspähte ich es und wir machten uns auf den Weg dorthin. Dort angekommen, besah ich mir die Statuen, um Hinweise darauf zu entdecken, wer von den versteinerten eventuell mehr über die Stadt wissen könnte, dann traf ich meine Wahl. Der Erweckte schien jedoch mehr verschreckt als dankbar. Sicher verständlich, doch die Zeit drängte, ich hatte keine Zeit für die Beruhigungsspielchen, die Ral und die anderen spielen wollten. Unglücklicherweise handelte es sich bei dem Erweckten nur um den Assistenten des Bürgermeisters, der noch dazu vor seiner Versteinerung offenbar mit Taubheit geschlagen worden war. Er hätte nur gehört, dass die Arkanisten hier mit irgendwas rumexperimentierten, aber was, da habe er keine Ahnung. In einer solchen Stadt sollte es keinerlei Gerüchte gegeben haben, die dem Assistenten des Bürgermeisters zu Ohren gekommen waren? Unglaubwürdig, doch die anderen schienen ihm zu glauben und mit meiner Menschenkenntnis war es zugegeben nicht all zu weit her, das hatte ich in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, weswegen ich mich dem Eindruck der anderen beugte, aber misstrauisch blieb. Immerhin konnte er uns den Weg zum Labor weisen, insofern war seine Wiedererweckung nicht vollkommen verschwendet. Wir machten uns also auf den Weg dorthin und begannen mit der Untersuchung. Zuerst entdeckten wir nicht viel, bis wir einen Brief von einem gewissen Ethelbald entdeckten, ein Name, der Ral und Garret bekannt vorkam. Er schrieb davon, dass er Studenten aus Zoica ein paar gestohlene Bücher abgenommen hätte und da sich dort niemand daran erinnere, hätte er sie hierher geschickt. Zu viert wühlten wir uns durch die Trümmer und schließlich wurden Ral und ich tatsächlich fündig. Der Inhalt war hochinteressant - er enthielt zumindest Teile der Geschichte der Entstehung und Nutzung der Nexi, unter anderem sprach es von einem Ethereal Nexus in den Haze Peaks, der von einem Untergebenen des Großen Roten gefunden wurde und die Experimente damit löschten eine ganze Nation aus. Nachdem wir nun bereits mehrere Nexi erlebt hatten, fiel es mir nicht schwer, das zu glauben. Leider gab es drüber hinaus nichts mehr zu entdecken und auch die Durchsuchung des Restes der Stadt förderte außer ein paar Goldmünzen nichts Wichtiges zu Tage. Ich wurde das Gefühl nicht los, dass wir irgendetwas übersahen, doch die Zeit, zu der wir nach Zoica zurückkehren sollten rückte näher. Qwe hatte in der Zwischenzeit mit Trümmerteilen den Turm stabilisiert und eine provisorische Treppe gebaut. Garret, Ral und Krathus gingen zuerst durch, während ich zurückblieb um sicherzugehen, dass alle Rachwoodler und vor allem Qwe durchkamen. In Zoica angekommen erwartete mich eine weitere amüsante Szene. Nein, zwei… die erste war ein angekokelter Garret. Ich konnte mir lebhaft vorstellen, was geschehen war. Die zweite, wesentlich amüsantere Szene war das Aufeinandertreffen von Chrylax und Qwe. Qwe’s telekinetische Begrüßung und der Ausdruck milder Panik in Chrylax untotem Gesicht angesichts seines Unvermögens, einen Feuerball heraufzubeschwören, war unbezahlbar. Ich und Ral amüsierten uns königlich. Als wir nach oben kamen, unterhielt sich Krathus gerade mit Melody. Schon fast niedlich, bis Qwe nachkam und sein Auge auf Melody richtete - und plötzlich stand eine Harpyie vor uns. Interessanterweise hatte Melody selbst keine Ahnung davon, was sie wirklich war und war ob der Entdeckung gar nicht glücklich - ihr Vater hatte sie ihr ganzes Leben lang belogen. Nun, damit würde sie schon klarkommen, das wusste ich aus Erfahrung und immerhin kannte sie jetzt die Wahrheit. Melody verzog sich in ihr Nest - erst jetzt fiel mir auf, dass sie tatsächlich ein Nest gebaut hatte - und wir konnten weiter, doch Ral bestand darauf, sich erst um Melodys verletzte Gefühle zu kümmern. Da Chrylax uns nicht weiter als Gäste dulden wollte, warteten wir draußen, bis Ral zurückkam und sahen uns ein wenig um. Auf dem (ehemaligen) Marktplatz entstand gerade tatsächlich die Akademie - derzeit noch aus Holz, ein Umstand, der Chrylax dazu veranlasste, seine Schüler auf dem Dach zu unterrichten, wie Melody noch verraten hatte, bevor sie ob ihres Äußeren jede Rationalität verloren hatte. Als Ral herauskam, hatte sich eine beachtliche Menge an Schaulustigen versammelt, die Rachwoodler waren nicht eben unauffällig. Als wir loszogen, ließen sie uns allerdings problemlos passieren. Wir gingen zunächst in Richtung des nun ehemaligen Compounds der Hextor – dort gab es genügend Platz für die Rachwoodler, um sie erst einmal unterzubringen. Dann wurde es Zeit, im Hauptsitz nach dem Rechten zu sehen. Bei dem Gedanken beschlich mich ein mulmiges Gefühl, wenn ich bedachte, wer dort alles im vergangenen Monat regiert hatte, doch zunächst wurde Krathus von dem Mädchen angesprochen, dass wir als Kleiner Drache kannten. Kleiner Drache und der Kobold … welch wunderbare Ironie. Nur zu gerne hätte ich mit Marco gesprochen und wies sie an, ihn zum Compound zu holen, doch leider hatte er sich die interessanten Infos bereits von den Rachwoodlern geholt – ärgerlich. Krathus war etwas verwundert ob unseres Umgangs mit dem kleinen Mädchen, daher klärten wir ihn auf, was es damit auf sich hatte. Im Compound angekommen, bemerkten wir zuerst einmal, dass Boulder ihn fast vollständig wieder hergestellt hatte. Wenn seine Kumpane aus Cindercrest ähnlich schnell arbeiteten, könnte Zoica schon bald in altem Glanz erstrahlen … doch der Reihe nach. Zunächst empfing uns Gereon und linderte meine schlimmsten Befürchtungen … es schien nicht viel passiert zu sein, Steuereinnahmen waren gut, die befürchtete Katastrophe war nicht eingetreten. Und so wanden wir uns dem nächsten Menüpunkt zu: Ein dringend notwendiges Gespräch mit Al’Chara über die Geschehnisse rund um Ark’Therion, ihren Spross Lia und praktisch alles andere. Gegen Abend würde also ein Arbeitsessen stattfinden. Das gab mir noch Zeit, meine unbequeme Rüstung von diesem Stümper aus Plateau in der Garnison abzugeben und hoffentlich in eine passende zu wandeln. Dann wurde es Zeit, sich auf das Essen vorzubereiten. Wir wollten etwas von Al’Chara wissen. Ihr bisheriges Verhalten ließ darauf schließen, dass sie gerne hofiert wurde, war sie doch das Herrschen gewohnt. Zeit also, ein wenig von den Tischmanieren an den Tag zu legen, dass mir Mutter versucht hatte beizubringen. Widerwillig wusch ich mir meine Bemalung aus dem Gesicht und suchte das Abendkleid aus meinem Gepäck heraus. Definitiv nicht meine bevorzugte Kleidung, aber ich hatte die Hoffnung, dass es die alte Drachin milde stimmen würde und sie etwas kooperativer machen würde. Nun, das klappte nicht ganz, denn was ich nicht wusste war, dass das Buch offenbar auf mich abgefärbt hatte –- ich “stank” nach Blutmagie. Eine durchaus interessante Entdeckung, der ich bei Gelegenheit nachgehen würde, doch aktuell eher ein Hindernis. Wir erzählten ihr also von dem Buch – sie schien überrascht, dass wir es an uns hatten bringen können. Nichtsdestotrotz bot sie an, das Buch zu übersetzen, damit wir es dann loswerden könnten. Auch wenn ich Rals Einschätzung teilte, dass das ein Fehler wäre, verdrehte ich innerlich die Augen, als er seine Ablehnung lautstark verkündete. Das musste Al’Chara doch nicht wissen, aber gut - ich stand auf und holte das Buch. Das Fossil hielt Wort und übersetzte das Buch für uns - und was daran stand, war in der Tat hochgradig interessant. Zunächst einmal enthielt es dieselbe Geschichte, die wir auch im Buch in Oclusar gefunden hatten, was die Frage aufwarf, wie Ethelbald daran gekommen war und wer diese Studenten waren, die das Buch gestohlen hatten. Noch interessanter war, dass es auch die Geschichten der anderen beiden Nexi enthielt und so viel mehr. Offenbar war das Blut der goldenen Drachenfamilie Dacra der Schlüssel zur Erschaffung weiterer Nexi. Nachdem der große Rote Arcalis getötet hatte, blieb ihm dafür nur dessen Frau Yonzi, die aber kurz vor dem Sterben war. Offenbar hatte der Rote sie daraufhin mittels Blutmagie am Leben gehalten und ihren Abkömmling Posetine erschaffen, die unwissenderweise dazu genutzt wurde, die weiteren Nexi zu erschaffen. Damit hatten wir zumindest einen Weg, zu verhindern, dass weitere Nexi geschaffen wurden. Zwar gab es derzeit keinen Anhaltspunkt, dass das geplant war und die vier Nexi würden wohl zur “Ascendance” genügen, aber als Backupplan durchaus brauchbar. Es drängte sich außerdem die Frage auf, was wohl mit den anderen Nexi geschehen würde, wenn Posetine starb … darüber sollten wir uns bei Gelegenheit informieren. Darüber hinaus drängten sich noch unendlich mehr Fragen auf - beispielsweise hatte Loganar offenbar die Nacht, durch verschiedene Realitäten zu wandern und Leute von einer zur anderen zu versetzen. Über welche Macht verfügte Shadar, wenn selbst ein solch mächtiges Wesen seine Befehle verfolgte? Warum waren die Nexi alle im Süden, Osten oder Südosten von Logothil lokalisiert? Und so vieles mehr, was es zu klären galt. Mit der neuen Information wollte Ral dennoch in Richtung Ethereal Nexus aufbrechen oder die andere Gruppe in die Richtung schicken, doch ich war skeptisch – unsere bisherigen Begegnungen mit den Nexi waren nicht unbedingt von der Art gewesen, die mich ermutigten, ohne mehr Wissen und/oder mehr Macht einen weiteren aufzusuchen. Selbst Garret stimmte zu und brachte ein, dass dieser Nexus als der originale vermutlich sogar besonders gut geschützt sein dürfte. Einen Moment lang dachte ich, dass Ral dann offenbar sogar seine im Weg stehende Suche nach seiner Schwester hinten angestellt hatte, doch als ich ihn darauf ansprach, wurde ich eines besseren belehrt. Innerlich seufzte ich. Wir brauchten Ral, wenn wir auch nur eine Chance haben wollten, irgendwann Kontrolle über die Nexi zu erlangen. Wir würden uns wohl darum kümmern müssen, ein abgelenkter Ralkarion war ein höheres Risiko, als ich bereit war einzugehen.]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ava/Sitzung-87.html</link>
			<pubDate>Sun, 10 Oct 2021 23:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 86</title>
			<description><![CDATA[Der Rest des Abends wurde Logistikfragen gewidmet - so viele Mäuler zu stopfen schien in dieser Einöde nur schwer möglich. Mit ein wenig Kreativität entwickelten wir einen Plan, der uns zumindest bis zum ersten Grün bringen sollte. Kurz nachdem wir uns dann also zur Ruhe begeben hatten, wurden wir wieder gestört. Ich nahm eine Bewegung wahr und als ich die Augen öffnete, war hinter Krathus ein rotgeschuppter Beholder erschienen. Instinktiv ließ ich meinen Bogen erscheinen und warnte Krathus ob der potentiellen Gefahr, doch der Beholder war offenbar wegen Garret hier. Er wollte den Herrscher von Zoica zum Duell fordern. Während Krathus Garret weckte, weckte ich Ralkarion. Der Beholder, der sich als Qwe vorstellte und wohl der Telekinist war, den Ocanar uns sandte, forderte Garret tatsächlich zum Duell über die Herrschaft Zoicas. Ein Duell, dass Garret zwangsläufig verlieren musste - alleine war er ihm nicht gewachsen, soviel war klar. Daher warf ich ein, dass ein guter Herrscher auch andere befehligen müsse und es daher sinnvoll wäre, wenn jemand an ihrer Seite kämpfen würde. Zu meiner Erleichterung stimmte Qwe zu und suchte sich Ralkarion aus - ihm traute ich am ehesten zu, die Rolle des unterstützenden Untergebenen zu spielen, ohne uns wirklich zu schaden. Garrets Wahl - zu der ich ihn zwingen musste, doch welcher Herrscher ließ schon Untergebene für sich entscheiden? - fiel auf mich. Zu unserem Glück wollte der Beholder in seiner für seine Art wohl typischen Selbstüberschätzung auch, dass Krathus an unserer Seite kämpfte. Während Ralkarion mit Qwe verschwand, gingen wir auf die andere Seite des Feldes. Wir besprachen kurz einen Schlachtplan, doch genauso gut hätte ich den Steinen von der Parallelwelt erzählen können - als das Duell startete, hatte zwar Krathus den Verstand, sich langsam anzupirschen statt vorzupreschen, dasselbe konnte man von Garret allerdings nicht behaupten. Fluchend rannte ich ihm nach - es wäre besser gewesen, Qwe zu uns kommen zu lassen und die Bedingungen zu diktieren, doch diese Möglichkeit war uns nun genommen. Unglücklicherweise war Garret der zentrale Charakter in diesem Kampf, sein Sieg und Schutz musste unsere oberste Priorität sein. Ein heftiger Kampf entbrannte, in dessen Zuge Krathus zu Boden ging und ich eine interessante neue Fähigkeit, das Heraufbeschwören schützender Dunkelheit, entdeckte. Letzten Endes waren wir jedoch siegreich. Ralkarion spielte seine Rolle zwar nicht perfekt, aber gut genug. Ich bildete es mir möglicherweise nur ein, aber ich hätte schwören können, ein leichtes Grinsen auf seinem Gesicht zu sehen, als er Garret mit einem Zauber traf. Besiegt stellte Qwe seine Kräfte in den Dienst der neuen Akademie in Zoica, was unter der Bedingung akzeptiert wurde, dass er jeden, der nicht zu unseren Feinden gehörte, in Ruhe ließ, sofern wir es nicht anders befahlen. Dann konnten wir endlich schlafen, natürlich nicht bevor der Beholder uns seine “Hilfsbereitschaft” bewies und Ral auf magische Weise einfach einschlafen lies. Am nächsten Morgen weckte er uns. Wir besprachen das weitere Vorgehen und beschlossen, dass er bei uns bleiben sollte. Dann verschwand der Beholder, doch mit einem Kommentar, der uns stutzen ließ - die „Hexe” würde ihn schon die ganze Zeit ärgern. Zunächst dachte ich, er würde mich meinen und begann zu analysieren, womit ich ihn genau verärgert hatte, doch Garret und Ral machten mich darauf aufmerksam, dass er wohl jemand anderen meinte. Nach einem Zauber von Garret erschien tatsächlich eine etwas merkwürdig aussehende Menschenfrau neben uns. Misstrauisch beäugte ich sie, doch es schien keine unmittelbare Gefahr von ihr auszugehen. Sie stellte sich als Hoshana, eine Druidin des Zirkels des Kataklysmus vor, was Ralkarion sofort einiges an Misstrauen abnötigte. Nicht, dass ich ihn nicht verstand, mehr noch, ich unterstützte diese Haltung - doch es nutzte nichts, Hilfe nur aufgrund einer diffusen Abneigung abzulehnen. Und Hilfe bot sie uns an: Es sei ihre Aufgabe, uns ins Camp der auf uns zu marschierenden Hextorarmee zu bringen, doch aus welchem Grund sie das wollte, wollte oder konnte sie uns nicht sagen. Nur ein weiterer blinder Befehlsempfänger - ich fühlte mich an Layara aus der Parallelwelt erinnert. Garret bestätigte, dass sie in ihren Absichten ehrlich zu sein schien, somit stand für mich der weitere Weg fest. Die Hextor waren Verbündete, zumindest im Moment, und eine Armee konnte unser Logistikproblem lösen - der Beholder fraß genug für 5 Leute und stellte uns damit vor Herausforderungen. Hoshana konnte diesbezüglich zwar Abhilfe schaffen, doch ließ nicht erkennen, ob sie mit uns reisen würde oder nicht, wir brauchten eine sichere Lösung. Somit stimmte ich, trotz meines Misstrauens gegenüber den Langzeitzielen der Druiden, der Hilfe Hoshanas zu. Ralkarion hingegen war gänzlich anderer Ansicht und wollte die Armee lieber umgehen, wenngleich ich ihn darauf aufmerksam machte, dass dies mit einer so großen Gruppe mitten in einem Ödland wie diesem wohl nur schwer möglich sein dürfte, doch er war nicht davon abzubringen. Er schien wütend und frustriert ob seiner Überzeugung, dass wir nur ein Spielball im Spiel größerer Mächte waren. Innerlich schüttelte ich den Kopf. Natürlich hatte er Recht, übersah aber in all seiner zweifellosen Klugheit einen entscheidenden Faktor: Ein Spielball, der Entscheidungen über seine Richtungen treffen konnte, war in der Lage, die Spieler zu bevorzugen oder zu benachteiligen und damit das Spiel auf eine Weise zu beeinflussen, die ihm passte. Natürlich gab es Grenzen für diesen Einfluss, aber ein Spielball zu sein, bedeutete nicht die Machtlosigkeit, die er damit verband. Statt dies zu sagen - es hätte nur zu einer weiteren, sinnlosen Auseinandersetzung geführt - wies ich ihn noch darauf hin, dass wir so die Chance hätten, die Hextor aufzuhalten und so den Kampf und das damit verbundene Aufladen des Nexus zu verhindern. Ein Argument, dass durchzudringen schien, doch zunächst weigerte er sich weiterhin. Garret und Krathus waren ebenfalls auf verschiedenen Seiten der Diskussion, so dass wir eine Pattsituation erlebten. Ich ging meine Optionen durch. Schlicht hierbleiben war keine Option, wir brauchten eine Entscheidung. Bei allen Überlegungen hatte ich wenig Erfahrung mit den Hextor, Garret und Ral hatten schon öfter mit ihnen zu tun gehabt. Ich vertraute Rals Urteil mehr als Garret. Also sagte ich Ral, dass ich einverstanden wäre, es auf seinem Weg zu probieren, was ihn nur noch mehr zu verwirren schien. Ironischerweise stimmte er dann wenig später zu, dem Anführer der Armee der Hextor einen Besuch abzustatten, wie ich es ursprünglich vorgeschlagen hatte. Um größere Probleme zu vermeiden, schickten wir den Beholder davon und beschlossen, voraus zu gehen. Gegen Abend erreichten wir das Camp und tatsächlich hielt die Druidin Wort - mittels eines Zaubers, der uns auf eine Ebene schickte, die der von Gudden beschriebenen sehr ähnlich sah, drangen wir unmittelbar in das Zelt des Anführers vor - tatsächlich niemand anderes als Mundo persönlich. Ich hätte ihn gern noch etwas aus der Sicherheit der anderen Ebene beobachtet, doch Hoshana trennte die Verbindung zwischen uns und wir erschienen im Zelt. Der Hohe Kreuzritter reagierte verständlicherweise verblüfft und wollte schon nach seinen Waffen greifen, doch es gelang uns, die Situation zu entschärfen. Während des folgenden Gesprächs verlangte er von uns, in eine von ihm geschaffenen Wahrheitszone zu treten. Das verkomplizierte die Sache, hatten wir doch beschlossen, ihm nichts von unserer Beziehung mit Ocanar und Iris zu erzählen, um sein Misstrauen nicht zu wecken. Glücklicherweise schien unser überraschendes Auftauchen Mundo nachhaltig verwirrt zu haben, jedenfalls stellte er keine weiteren Fragen in diese Richtung. Im Gegenzug erzählten wir ihm davon, dass wir Gefangene dort befreit hatten, was er wohlwollend zur Kenntnis nahm und versprach, uns Verpflegung zukommen zu lassen. Der Rest des Gespräches war ausgesprochen aufschlussreich. So hatte er beispielsweise gar nicht gewusst, gegen was er marschierte - bei aller Erfahrung war er wohl tatsächlich wie ein Amateur ohne Schlachtplan gegen einen unbekannten Gegner gezogen. Ein Zeichen von Arroganz, die Schwäche von vielen Mächtigen. Er schien zu glauben, dass nichts der Macht von Hextor widerstehen konnte, ungeachtet der Tatsache, dass er bereits einmal getötet worden war. Die Geschichte dahinter schien faszinierend - Garret und Ral hatten bereits von Lia und ihrer Beziehung zu Mundi und Mundo gesprochen, doch nun hörten wir sie aus erster Hand. Die Geschichte demonstrierte auf recht eindeutige Weise, dass diese Lia ihr eigenes Spiel zu spielen schien, in der Mundi und Mundo nichts weiter als ahnungslose Puppen waren. So war zum Beispiel sie es gewesen, die Mundo dazu angestachelt hatte, Ark’Therion zu vernichten. Sie hatte ihm erzählt, dass dort der “Graue Mann”, ein mächtiger Magier, etwas geschaffen hatte, das die Energien von Arcalis für den Großen Roten nutzbar machte. Etwas sagte mir, dass Mundo in seinem Bemühen, ihn zu töten, gescheitert war … seine Leiche war nicht gefunden worden war, wenngleich die Hextor die Stadt dem Erdboden gleichgemacht hatten. Ein durchaus beeindruckender Pragmatismus - sicher, eine Stadt zu vernichten war eine extreme Maßnahme, doch er hatte abgewogen, was der Preis wäre, wenn er es nicht tat und war zu der Entscheidung gekommen, dass es nun einmal notwendig war. Auch wir würden uns die Hände schmutzig machen müssen für das große Ganze, ob meine Gefährten dies akzeptieren wollten oder nicht. Überhaupt stellte sich Mundo als ein recht vernünftiger Mann heraus - wenn da nur nicht dieser Fanatismus und der Glaube an die eigene Überlegenheit gewesen wäre, die ihn zu einem bestenfalls unberechenbaren, schlimmstenfalls gefährlichen Verbündeten machten. Dennoch hatte das Gespräch einen weiteren durchaus praktischen Nebeneffekt - als er von Mundi berichtet bekam, dass dieser aufgrund der Hextor vor den Toren Zoicas stand, erwähnte er, dass er keinen Streit mit seinem Bruder wollte und räumte eine große Mitschuld an den Ereignissen von einst ein. Kurzerhand händigte er uns einen Befehl aus, der die Hextor in Zoica anwies, nach Scourgefaust abzuziehen, was unser Problem mit den Untoten zumindest für den Moment lösen sollte. Wesentlich schwerer war es, ihn davon zu überzeugen, seinen Angriff auf Iris abzublasen. Im Prinzip war es für uns nicht von großer Relevanz - ich hatte keine Zweifel an den Verteidigungsfähigkeiten von Iris und wenn die Hextor geschwächt würden, könnte uns das zum Vorteil gereichen. Wesentlich schwerer wog für mich und wohl auch die anderen, dass ein solcher Angriff den Nexus in Windeseile wieder aufladen würde. Ich wollte nur ungern dafür sorgen, dass der Große Rote oder auch Ocanar zu schnell wieder auf diese Macht zurückgreifen konnten. Und auch, wenn Mundo richtig herausstellte, dass es manchmal nötig war, Krieg zu führen um Frieden zu schaffen (wie gesagt - ein bemerkenswert pragmatische Mann), so war dieser Konflikt sinnlos. Die kleinlichen Rachegelüste der Mächtigen und Arroganten … Doch schließlich gelang es auch diesbezüglich, ihn von diesem Vorhaben abzubringen. Als unser Gespräch abgeschlossen war, wies er die beiden Wachen vor seinem Zelt an, mit uns zu kommen, quasi als Beobachter. Ungünstig, würden sie dann doch den Beholder sehen, aber mit 2 Hextor würden wir im Zweifelsfall schon fertig werden. Ein Gefühl plötzlicher Hochstimmung erfasste mich - die letzten zwei Tage erschienen ausgesprochen erfolgreich, zumindest auf den ersten Blick. Weder bildete ich mir ein, dass es so bliebe, noch gab ich mich der Illusion hin, dass wir nicht wichtige Details übersehen hatten, die die Erfolge der letzten Tage ad absurdum führen könnten, aber dennoch … es wurde Zeit, zumindest kurz einmal zu entspannen und ein wenig Spaß zu haben. Ich grinste, dann fragte ich Ral, ob er nicht Krathus über seine Beziehung zu Razora aufklären wolle. Er spießte mich mit Blicken fast auf, während er sich wand, um Erklärungen und Ausflüchte zu finden. Ich amüsierte mich eine Weile, dann offerierte ich ihm einen Weg aus der Situation heraus, den er annahm, wenn auch nicht eben dankend. Währenddessen verließen wir das Lager, auf dem Weg zurück zu den Gefangenen und dem Beholder. Ich konnte nicht anders als mich zu fragen, was wohl passieren mochte, wenn wir dort mit zwei Hextor auftauchten …]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ava/Sitzung-86.html</link>
			<pubDate>Sun, 03 Oct 2021 23:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 85</title>
			<description><![CDATA[Krathus hatte sich bereits mit Tiago ausgetauscht, wenn auch nicht unterhalten, was den Sphärenmeister enorm irritierte. Verständlich, die wenigstens Herrscher oder zumindest hochgestellten Persönlichkeiten waren normalerweise daran gewöhnt, dass man ohne ein Zeichen der Unterwürfigkeit auf eine Reaktion wartete. Ich ging daher sofort nach der harten Landung (die Trage kippte uns schlicht aus) auf das Knie und schrie innerlich weiter. Wir waren auf auf Gedeih und Verderb davon abhängig, dass Krathus nichts Dummes tat oder sagte. denn als “Sklaven” waren wir nicht in der Lage, viel oder überhaupt zu sprechen. Ral versuchte es dennoch. Mir stockte der Atem… was tat der Kerl da? Das war vielleicht mutig, aber dumm. Und Dummheit tötete. Und dann bekam ich Angst, als Krathus enthüllte, dass sein Banner noch immer von der grünen Kugel umschwirrt wurde. Tiago begann sofort einen Zauber zu wirken, den ich in einem Moment der Klarheit als dem Zweck dienend erkannte, Nexusenergie zu identifizieren (was ich Ral, der meine Blicke gedeutet hatte, mental mitteilte) und uns daraufhin prompt fragte, ob er” einen fünften gebaut habe. Krathus wand sich ein wenig unter der Frage und niemand von uns konnte helfen… Zu unserem Glück war Tiago, nach seiner Aussage der letzte König der Naga, aber wohl in Plauderlaune, jedenfalls gewährte er nach einem kurzen Austausch Krathus und seinen Sklaven einen Besuch beim Nexus und Ocanar, dem Allsehenden. Die innere Stimme schrie noch lauter. Hätte er nicht erstmal um ein Quartier für die Nacht bitten können? Das hätte uns die Gelegenheit verschafft, unser weiteres Vorgehen aufeinander abzustimmen, statt weiter blind durch die Gegend zu stolpern. Darunter mischte sich Wut. Ich hatte wirklich keine Lust, wegen der Unaufmerksamkeit des Kobolds hier zu sterben. Während Krathus mit Tiago auf der Trage recht gemütlich hinüber zum Nexus schwebte (der in dem Gebäude neben dem Tunneleingang untergebracht war), wurden wir schlicht hinüber geschleudert. Ich sah noch, dass Ral versuchte, irgendetwas zu zaubern, vermutlich um unseren Aufprall zu lindern, doch es gelang ihm nicht und wir landeten recht unsanft. Insbesondere Ral wirkte ausgesprochen mitgenommen, woraufhin Krathus ihn magisch wieder aufpäppelte - und damit offenbar den Nexus wieder auflud. Nebenbei erfuhren wir, dass der Nexus gerade wohl nahezu erschöpft war aufgrund der geführten Schlachten. Interessant. Die Diener des Großen Roten würden dann wesentlich schwächer sein. In meinem Kopf begannen sich sofort Pläne zu bilden für Ablenkungsmanöver, die die Nexusenergie aufzehrten und dann mit den Hauptstreitkräften (sobald wir dann mal welche hätten) zuzuschlagen… so sehr ich die ganze Situation hier hasste, so sehr liebte ich doch diese neue Klarheit der Gedanken. In Gedanken versunken bemerkte ich fast zu spät, dass sich vor mir im Boden ein großes Auge aufgetan hatte und mich anstarrte. Ich umging es, doch es folgte mir sowohl mit Blicken als auch physisch. Als ich es daraufhin näher untersuchte, merkte ich nur kurz eine Art Stoß im Rücken - und ich trat auf das Auge, dass melodramatisch aufschrie. Ungünstig, denn das machte einen der Beholderkin auf mich aufmerksam, der nun rasend schnell auf mich zukam. Ich wusste, wie die “Spiele” dieser Wesen aussahen und hatte wenig Lust, dieses Schicksal zu erleiden, aber mir blieb wohl kaum etwas anderes übrig - wir hatten beklagenswert wenige Optionen. Ich überlegte. Wie würde ein Sklave wohl reagieren? Ich beschloss, meine Schritte zu beschleunigen, dabei aber auf keinen Fall an Krathus vorbei zu gehen. Vielleicht würde der Beholderkin ja vom “Augenfolterer” ablassen, doch ein Blick über die Schulter machte mir deutlich, das das nicht funktionieren würde. Warum auch, ich war Sklave, ich war Freiwild und so bereitete ich mich auf das Spiel der Beholderkin vor. Allerdings kam mir Krathus zuvor, der darum bat, dass die Strafe auf ihn umgelenkt werden möge. Verflucht, was tat der Kerl da? Ich hatte ja auch wenig Lust, zum Spielzeug zu werden, aber wir hätten noch größere Probleme, wenn unsere Tarnung aufflog. Erneut zur Untätigkeit verdammt, tröstete ich mich mit dem Gedanken, dass Krathus es sich durch seine Aktionen durchaus verdient hatte. Nach diesem Zwischenfall betraten wir den Nexus. Das Gebilde sah von innen dem Herz der Wut verblüffend ähnlich, auch wenn es deutlich heller gehalten war - logisch, bei der weißen Kugel, die in der Mitte schwebte und tatsächlich fast leer war. Davor schwebte ein halb vergammelter Beholder, Ocanar der Allsehende, wie ich richtig vermutete. Die Steinfiguren draußen in Erinnerung habend wandte ich sicherheitshalber meinen Blick von ihm ab, dann begrüßte uns eine Stimme in unserem Kopf, deren Klang allein bereits so mächtig war, dass ich erstarrte, unfähig, auch nur einen Muskel zu rühren. Er begrüßte die Pilger und schickte nach kurzer Zeit Tiago heraus. Unglücklicherweise sah Juntos das als Einladung, Ocanar angreifen zu wollen. Ein völlig idiotischer Zug, der unsere Zeit hier enorm verkomplizieren würde, um es harmlos auszudrücken. Selbst wenn es ihm gelingen sollte, diesen Beholder mit einer Nexuskugel als Auge zu töten, wären wir daraufhin mitten in Feindesland, von hunderten umringt, dessen Chef wir gerade getötet hätten. Das durfte ich auf keinen Fall zulassen. Einem plötzlichen Instinkt folgend riss ich meinen Arm nach oben, woraufhin rötliche Energiefäden auf Juntos zuschossen und ihn mitten in der Bewegung einfroren. Dem magischen Angriff von Ocanar widerstand er, doch Ocanar machte deutlich, dass es nur ein Warnschuss gewesen sei. Ab hier wurde es interessant, denn das nun folgende Gespräch entwickelte sich völlig anders, als ich es erwartet hätte. Zunächst einmal ließ er durchblicken, dass er wusste, dass Krathus nicht wirklich ein Pilger war. Was mich zuerst erschreckte - er hatte unsere Tarnung durchschaut und wir aren ihm hilflos ausgeliefert -, wandelte sich bereits in der nächsten Sekunde in Zuversicht, als er erkennen ließ, dass er noch weitere Details aus unserem Leben kannte und den Beinamen “der Allsehende” wohl zurecht trug. Das hieß für mich zwei Dinge: entweder, unsere Taten waren bisher zu chaotisch gewesen, um eine klare Präferenz für oder gegen den großen Roten zu erkennen, was wir ausnutzen könnten. Oder aber - ich wagte es kaum zu denken - er war ebenfalls kein Freund des großen Roten und damit ein potentieller Alliierter. Der Feind deines Feindes… dann durchfuhr ein scharfer Schmerz meinen Arm - der Zauber hatte aufgehört zu wirken, aber offenbar einen Preis in Blut gefordert. Die Verletzung war aber nicht schlimm, das spürte ich, und so konzentrierte ich mich erstmal auf das vor uns liegende. Wir musste um jeden Preis unsere Karten richtig ausspielen. Glücklicherweise hatte Ral Juntos mittlerweile ebenfalls magisch unter Kontrolle gebracht - im entscheidenden Moment hatte er also das Richtig getan, wir konnten es nicht riskieren, dass dieser Wilde mit seinen unbedachten Handlungen unser Leben in Gefahr brachte. Immerhin hieß das auch, dass wir die Farce des Sklavendaseins nicht länger aufrecht erhalten mussten und nicht mehr Krathus ausgeliefert waren, ein befreiendes Gefühl. Und meine kühnsten Erwartungen wurden wahr: Ocanar bot uns an - nun, ehrlich gesagt müsste man sagen, dass er es uns in seiner aufgeblasenen Arroganz (eine Schwäche, die man ausnutzen konnte) befahl. Selten war es jedoch so einfach, einem Befehl zu folgen, da er als Gegenleistung für Razora, die Schonung der Hextor, die hierhin unterwegs waren und durch ihre Magie den Nexus füllen würden und dem zur Verfügung stellen eines Telekinese-Lehrers für die Akademie in Zoica nur verlangte, dass wir den Großen Roten töteten. Nicht, dass ich das nicht sowieso vorgehabt hätte - solange er lebte, wäre auch unser Leben in Gefahr. Und ich hatte vor, zu überleben. Während die Details ausgehandelt wurden, schoss mir ein Gedanke durch den Kopf. Dieses Wesen hatte bewiesen, dass es praktisch alles, was geschah, sah. Möglicherweise konnten wir uns das zunutze machen? Ral hatte offenbar denselben Gedanken, denn er fragte nach Informationen zu seiner Familie. Im Austausch gegen einen Drachenknochen bekam er dazu tatsächlich einiges genannt, unter anderem Name und Ort seiner kürzlich entdeckten Schwester: Foamwave, auf dem Schiff eines Mad Dog Maddoc. Darüber hinaus lernte er auf schmerzhafte Weise, dass es nicht klug war, einen derart mächtigen Beholder in seiner Macht anzuzweifeln… Ich hatte leider kaum etwas anzubieten - das Buch war für die Information, die ich haben wollte, nicht wichtig genug, schließlich wusste ich noch gar nicht, ob die Suche etwas Nutzbares zu Tage fördern würde. Doch ich hatte schon vorher den Gedanken gehabt, dass Ocanar vielleicht allsehend, aber nicht allwissend war. Möglicherweise konnte ich ihn bei seiner Neugier packen? Ich bot ihm daher den Brief meines Mentors Kaldore an. Ich hatte keine Verwendung mehr für dieses Stück Papier eines Reiseberichts, dass ich damals aus einer hoffnungslos naiven Geste aus mitgenommen hatte, aber vielleicht konnte ich dadurch an relevante Informationen kommen. Er war zwar wenig begeistert davon, dass ich ihm nicht sagen wollte, was in dem Brief stand, doch er ließ sich auf den Tausch ein. Zwar bekam ich nur wenig zurück, die genauen Worte waren “Frag doch mal die Baroness, was sie mit ihren Opfern tut.”, doch für ein wertloses Stück Papier war das ein durchaus fairer Tausch - aus meiner Sicht zumindest. Es schien also, als hätte die Baroness die Finger im Spiel. Gut. Das hieß, an meiner Theorie um Arinas Verschwinden und das damit verbundene Schweigen könnte etwas dran sein. Außerdem hatte ich jetzt zumindest einen kleinen Anhaltspunkt. Schließlich wurden wir nach draußen eskortiert, wo wir die mittlerweile freigelassene Razora sahen, die den Berg aus Versteinerten hinaufkletterte. Von Ral darauf angesprochen, sagte sie, dass ihr gesagt wurde, dass wenn sie es schaffen würde, alle frei wären. Anders gesagt, selbst wenn Razora versteinerte, wenn sie es schaffen würde, den Berg innerhalb der Zeit zu erklimmen, hätten wir so einige starke Kämpfer zur Verfügung, die uns etwas schuldeten. Ein Leben gegen deutlich mehr. Ein kleiner Preis. Ich hoffte sehr, dass auch Ral es so sehen würde und nicht aus irgendeiner dummen, romantischen Regung heraus alles verdarb, doch auf Ral war verlass und er ließ sie weiter klettern. Tatsächlich schaffte Razora es, den Gipfel zu erreichen. Wie vermutlich zu erwarten versteinerte sie dort, doch die Beholderkin hielten Wort und ließen die anderen Gefangenen frei. So viele Alliierte an einem Tag - es war ein erstaunlich guter Tag geworden. Schon im nächsten Moment musste ich Ral und Garret davon abhalten, den Haufen hinaufzuklettern und Razora herunterzuholen. Nicht nur, dass beide nicht kräftig genug waren, sie zu stemmen, es war auch zu gefährlich. Garret war noch immer Zoicas Herrscher, Ralkarion hatte sich mehr als einmal als unverzichtbar erwiesen. Es wäre besser, wenn einer der Ex-Gefangenen sie holte - sie waren stärker und sollten sie ebenfalls versteinern, wäre der Verlust deutlich geringer. Letzten Endes ließ es sich noch besser lösen - Krathus lenkte die offenbar eher minderbemittelten Beholderkin ab, so dass Ralkarion die Statue von Razora mit magischen Mitteln herunterholen konnte. Gut. Ral würde mental stabil bleiben und wir hatten niemanden sinnlos geopfert. Mit dem Ring wurde Razora entsteinert, wobei aber Ral seine Kontrolle von Juntos heben musste, der davon nicht begeistert war und seine Schwester anwies, Ral eine Ohrfeige zu verpassen. Razora tat dies - dann verpasste sie zu Krathus Erstaunen Ral eine dicken Kuss auf die Stirn. Krathus verlangte zu wissen, was das bedeuten würde und nun musste ich grinsen - ich freute mich schon darauf, zu sehen, wie sich Ral und Razora vor Krathus wanden, um ihm alles zu erklären. Fürs Erste musste ich aber darauf warten, denn der Sphärenmeister holte Krathus ab, um dessen Banner aufzuladen, offenbar eine notwendige Maßnahme, um den Tunnel unbeschadet zu durchqueren. Ral sprach mich in der Zwischenzeit auf meine noch blutende Hand an. Richtig, ich hatte es schon fast vergessen. Ich konzentrierte ich auf die Heilung - es gelang schon etwas besser als noch letzte Nacht, aber ich würde noch etwas üben müssen. Ich konnte mich des Gedankens nicht erwehren, dass ich dazu möglicherweise bald Gelegenheit bekäme, wo wir doch mit einem Haufen tumber Krieger durch die Gegend reisten, wenn Razora und Juntos repräsentativ waren. Ral hingegen war erneut irritiert und fragte, was ich da gemacht habe. Ich antwortete wahrheitsgemäß, dass ich mich geheilt habe, aber nicht genau wisse, wie genau ich das getan hatte. Es war Ral deutlich anzusehen, dass er noch viele Fragen hatte, doch die mussten warten, denn Krathus kam zurück und signalisierte damit, dass der Zeitpunkt zum Aufbruch gekommen war. Mit einem Rest Misstrauen betrat ich gemeinsam mit den anderen die Höhle, aber tatsächlich nahmen  die Würmer vor dem Banner reißaus und wir erreichten ohne Verluste das andere Ende der sehr langen Höhle. Dort schlugen wir ein Nachtlager auf und diskutierten mit Razora und Juntos das weitere Vorgehen und die Unterbringung ihres Volkes. Glücklicherweise sahen auch sie ein, dass sie in unserer Schuld standen, was es sehr einfach machte, sie davon zu überzeugen, ihre Kampfkraft in den Dienst Zoicas zu stellen. Weniger einfach war die Frage, wo sie untergebracht werden sollten. Rachwood war im Falle eines Angriffs zu weit entfernt, doch in Zoica wollten sie nicht leben. Auch Garrets Vorschlag einer Zeltstadt wurde abgelehnt, da Bären dort nicht Winterschlaf halten könnte. Ich war leicht genervt - seit wann waren Bären solch zarte Geschöpfe. Dann kam Shrum auf das Tapet, aus meiner Sicht eigentlich die ideale Lösung - es war von Goblins überrannt, aber darüber freuten sich die Krieger eher und in der Nähe gab es ein Waldstück, in dem es bestimmt auch Bären gab. Ungünstigerweise waren diese wohl mit den Orcs in der Nähe verbündet, zu denen Zoica bereits Diplomaten geschickt hatte. So sehr ich auch Juntos anschließende Einschätzung teilte, dass man manchmal nunmal Opfer bringen musste für das große Ganze, so war ich noch nicht überzeugt, dass es in diesem Fall nötig war. Und sinnloses Opfern schwächte uns nur unnötig. Nicht akzeptabel, da wir ohnehin schon keine besonders starke Position hatten. So fiel die Wahl letzten Endes darauf, sie in Absprache mit den Bugbears in Azoicstrum unterzubringen. Zumindest interessant, möglicherweise würden sie auch die Kampfkraft der Bugbears steigern können. Nachdem dies entschieden war, besprachen Ral, Garret, Krathus und ich die allgemeine Lage und was es brauchen würde, Zoica intakt zu halten und zu stärken. Im selben Zug diskutierten wir das nächste Ziel. Ral wollte unbedingt auf die Suche nach seiner Schwester gehen und Garret unterstützte ihn dabei. Ich machte mein Missfallen gegenüber diesem Plan deutlich - zum aktuellen Zeitpunkt wäre das eine große zeitliche Ablenkung, die möglicherweise fatale Folgen für unseren Kampf gegen den Großen Roten haben könnte. Ich wies Ral daraufhin, was die Konsequenzen dafür sein konnten - mit erstaunlich geringem Effekt, ich hätte nicht gedacht, dass er das überhaupt in Betracht ziehen würde, doch offenbar war auch er zu Opfern bereit bereit. Gut. Daraufhin erzählte ich ihm von meiner Suche nach Arina. Wie sie als hoffnungslos romantische Suche begann, doch von der ich mir nun vielmehr erhoffte, einen Hebel zu bekommen, Ravengrove auf unserer Seite in diesen Kampf reinzuziehen. Ich erzählte auch, dass ich noch nicht vorhatte, dafür große Ablenkungen in Kauf zu nehmen, da ich im Gegensatz zu ihm meine Emotionen diesbezüglich im Griff hatte. Das führte allerdings nur dazu, dass er mich auf mein verändertes Verhalten und seine Verwirrung diesbezüglich ansprach. Dann stellte er die Frage, wer jetzt vor ihm stünde. Eine gute Frage, genau wusste ich das selber noch nicht. Ich wusste nur, dass ich endlich das Kind Ava zurückgelassen hatte und erwachsen geworden war. Meine Gedanken waren seit der Rückkehr von einer fantastischen Klarheit, und ich fühlte mich freier als je zuvor. So antwortete ich ihm, dass ich vermutlich einfach klüger und erfahrener geworden war. Natürlich befriedigte ihn diese Antwort nicht, doch mehr konnte ich ihm ja nicht einmal selber sagen, er würde also damit leben müssen. Immerhin kamen wir überein, dass wir erstmal über Ostracitoren nach Zoica gehen würden und dann die Verhandlungen mit den Bugbears führen würden, alles weitere würde die Zukunft zeigen müssen …]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ava/Sitzung-85.html</link>
			<pubDate>Sun, 26 Sep 2021 23:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 84</title>
			<description><![CDATA[Teil 1 - Parallelwelt Auf dem Weg nach oben, endlich dem aufdringlichen Wirt entkommen, hielt ich nach Krathus Ausschau - der Kobold hatte den Tisch bereits früher verlassen. Ich sah ihn nicht, doch die Antwort dafür bekam ich später. Zuerst warteten einige wie erwartet schlaflose Stunden auf mich. Krathus Kommentar beschäftigte mich noch immer, denn er hatte Recht. Was Gudden betraf, war ich immer noch der Meinung, es wäre das Beste, ihn hier zurückzulassen - wobei ich das Wort “Beste” in dem Kontext kaum verwenden mochte, denn es war eine furchtbare Option. Vermutlich war es das, was mich endgültig zu der Entscheidung brachte, Ral zu holen, sobald wir wieder zurück waren. Das es ein Fehler war, ihn gehen zu lassen, war mir schon länger klar, ich würde nicht auch noch ohne ihn nach Iris gehen, wenn niemand von uns Ahnung hatte, wie man mit einem Nexus umging. Was hatten wir uns überhaupt dabei gedacht? Den Rest der Zeit kreisten meine Gedanken dann wieder vor allem um Schuldgefühle Gudden und Monta gegenüber. Mitten in der Nacht klopfte es plötzlich. Ich erschrak, doch im nächsten Moment wurde mir klar, dass das dumm war. Die Wachen Itius würden sicher nicht höflich anklopfen, um uns mitzunehmen und in der Tat stellte sich der nächtliche Besucher als Krathus heraus. Er teilte mir mit, er sei unterwegs gewesen und habe herausgefunden, dass Gudden tatsächlich lebend bei Itiu gefangen gehalten wurde. Wenig überraschend, aber doch gut zu wissen, dass er noch lebte. Weitaus verblüffender war, dass Krathus in Erfahrung gebracht hatte, dass sich morgen gegen Mittag eine Menschenmenge vor Itius Anwesen versammeln würde. Ich konnte mir zwar keinen Reim darauf machen, warum das geschah, aber Krathus schlug vor, das zu unserem Vorteil zu nutzen, Garret hätte schon zugestimmt. Nicht begeistert von dem Plan, weil es unser Hauptproblem von Guddens Rückkehr nicht löste, aber hin- und hergerissen zwischen dem was ich für richtig und was ich für nötig hielt und dann auch noch um Garrets volltrunkenen Zustand wissend, stimmte ich zumindest zu, das morgen früh noch zu besprechen. Da mir die Ruhe ohnehin enteilte, ging ich beim ersten Licht des Morgens hinunter in die Schankstube, um dort auf Garret und Krathus zu warten. Die Schankstube war für die Uhrzeit ungewöhnlich beschäftigt. Neugierig, was dazu führte, lauschte ich den Gesprächen an den Nebentischen - um im nächsten Moment war dieselbe kalte Wut da, die mich schon am Steinzirkel gepackt hatte. Krathus hatte mitnichten nur „aufgeschnappt”, dass es eine Versammlung geben sollte - er hatte sie als der Abgesandte initiiert! Reichte es nicht, dass schon Garret mich belogen hatte? Jetzt auch noch er? Von ihm und seiner naiven Art, in der er leider auch das eine oder andere Geheimnis sorglos ausplapperte, hätte ich am wenigsten erwartet, mein Vertrauen derart zu missbrauchen. Als Garret wenig später nach unten kam, merkte er diesmal immerhin sofort, dass etwas nicht stimmte. Darauf angesprochen, wies ich ihn auf die Gespräche an den Tischen hin, woraufhin er es mit einem Scherz zu seiner eigenen Revolution versuchte. Vermutlich meinte er es nur gut, aber in meiner Wut wollte ich davon nun wirklich nichts hören, jedoch gab es mir eine Idee, wie man Krathus vielleicht zu Verstand bringen konnte. Als dieser wenig später herunterkam, fauchte ich ihn nur an, sich hinzusetzen, dann wendete ich mich an Garret und sagte ihm, er solle Krathus einmal von den Folgen seiner eigenen Revolution berichten. Krathus hatte die ganze Zeit schon eher an Garret gehangen, es wäre sicher effektiver, wenn es von ihm kam. Dass das eine dumme Idee war, hätte mir vorher klar sein müssen, denn natürlich fing Garret erstmal davon an, dass es ja gut sei, dass der alte Herrscher weg sei. All der Mist, der danach passiert war, allen voran die Hextor, die allein durch ihre Anwesenheit Zoica in Gefahr brachten, kam ihm gar nicht in den Sinn. Ich musste ihn also auf alles hinweisen. Nicht unbedingt ein Vergnügen, erinnerte es doch auch mich noch einmal daran, was dort alles los war - armer Arem, während der eigentliche Herrscher Zoicas sich in der Welt herumtrieb, hatte er dort kein leichtes Los. Fast schon erwartungsgemäß war der Effekt gering, Krathus verteidigte sein Vorgehen weiterhin und hielt es für die beste Chance, Gudden herauszuholen. Hatte er mir denn so gar nicht zugehört? Als auch Garret milde Begeisterung für den Plan ausdrückte, knallte ich meinen Kopf nun doch auf den Tisch. Was musste ich noch tun, um hier ernst genommen zu werden? Nun gut, es brachte ganz offensichtlich nichts, den beiden die Beschissenheit unserer Lage klarzumachen, also galt es, das Ganze so unblutig wie möglich über die Bühne zu bringen. Was wir danach mit dem Bugbear tun würden, müssten wir dann sehen, Krathus hatte uns keine Wahl gelassen und sein vorschnelles Handeln noch dazu nur wenige Optionen. Doch einfach im Aufruhr unbemerkt verschwinden? Was würde Itiu der Menge wohl erzählen, wenn ihr geliebter, aber von ihm gehasster Abgesandter nicht auftauchte, hmm? Geheimgang? Keine Option, da auch dies mit einem Nichtauftauchen des Abgesandten einherging. Krathus versteigerte sich gar zu der Aussage, Gudden können ja eventuell bemerken, was draußen los sei und dann vielleicht irgendwie sein Echo… oh man. So recht zu einem Ergebnis kamen wir nicht, doch ich wurde des Diskutierens mit zwei Steinblöcken langsam überdrüssig und so schlug ich vor, erstmal nach Monta Kren zu sehen. Wir erreichten die Hütte unbehelligt und obwohl es noch früh war, öffnete er uns. Sein Anblick ließ mich zeitweise alles vergessen, was vorgefallen war und ich empfand nur noch Mitleid. Ein gebrochener Mann, keine Frage. Ich wollte ihm erneut mein Mitleid aussprechen, ihn trösten, doch Garret kam mir zuvor und fragte erstmal, wann er denn fertig sei. Verständlicherweise etwas angefressen eröffnete er uns, dass die Vorbereitungen bis zum Nachmittag abgeschlossen sein müssten, es jedoch die Komplikation gab, dass er uns am selben Ort zurückbringen müsste, an dem wir hergekommen waren, der Höhle der Spinnen. Endlich zu Wort kommend, legte ich ihm die Hand auf die Schulter und fragte ihn, ob er seine Tochter beerdigen wolle. Kurz überlegte er, dann nickte er, es sei Zeit, loszulassen. Er erzählte von einem kleinen Hain ein paar Stunden außerhalb von Oclusar, der glücklicherweise sogar einigermaßen auf dem Weg lag. Unseren Zeitplan vergessend, sagte ich ihm zu, dass wir da sein würden, dieses Mal mit Reittieren. Daraufhin gingen wir wieder und es wurde Zeit, die „Planung”, wenn man es denn so nennen durfte, fortzusetzen. Nach langem Hin und Her beschlossen wir, dass Krathus seinen Auftritt als Abgesandter hinlegen sollte und wir uns die Ablenkung nutzend in der Zwischenzeit davonstehlen würden, um Gudden zu befreien. Wie gut mir das in meinem ausgelaugten Zustand gelingen würde, würden wir wohl dann feststellen… Jedenfalls verbrachten wir den Rest der Zeit damit, Krathus dabei zuzusehen, wie er murmelnd seinen Auftritt plante und für uns selbst Verkleidungen zu organisieren, damit wir nicht sofort erkannt würden, dann war es Zeit. Mit einem mulmigen Gefühl ging ich mit den beiden und wie es schien nahezu allen Bewohnern Oclusars den Berg hinauf zu Itius Anwesen. Es hatte sich bereits eine erkleckliche Masse dort versammelt, allerdings hatte Itiu auch deutlich mehr Wachen als sonst abgestellt. Krathus hatte sich fürs Erste verkleidet, damit wir die Lage sondieren konnten, doch als Itiu selbst vor das Tor trat, im Hintergrund bewacht von Shruc, war Krathus Auftritt gekommen. Itiu begann zu sprechen, doch er kam nicht allzuweit - als sich Krathus in seiner Rolle als der Abgesandte zu erkennen gab, hingen die Leute an seinen Lippen, einer nahm ihn gar auf seine Schultern und sah dabei aus, als wäre ihm dadurch eine unheimliche Ehre zuteil gekommen, nicht etwa so, als ob einfach nur ein kleiner Kobold auf seinen Schultern säße. Ich musste zugeben, die Lichtshow, die Krathus abbrannte war ziemlich beeindruckend - besonders das Banner leistete ihm gute Dienste, indem er mit ihm den Vorhof begrünte. Kurz fürchtete ich, dass die Ablenkung für Garret und mich nicht funktionieren würde, denn Olerian raste plötzlich aus irgendeinem Grund wie wild davon und in die Burg hinein, doch ich konnte mich jetzt nicht darum kümmern, wir hatten eine andere Aufgabe. Während Krathus von Frieden und Leben sprach und Itiu ganz offensichtlich vor Wut schäumte, aber völlig machtlos war, die Situation zu ändern, begannen Garret und ich, uns an den Rand der Versammlung zu begeben. Dort erwartete uns dann die nächste Überraschung - Gudden schien es irgendwie geschafft zu haben, sich selbst zu befreien und stand neben uns. Er befahl uns, sich bereit zumachen und ging dann mit uns im Schlepptau geradewegs zu Krathus. Die Leute machten dem „Leibwächter des Abgesandten” bereitwillig Platz und auf Itius Gesicht war nun auch Fassungslosigkeit zu lesen, dass Gudden frei war. Dann ging plötzlich alles sehr schnell. Gudden nahm Krathus auf die Schulter, dann offenbarte er eine Nexuskugel unter seinem Umhang und wünschte sich ein Portal zurück in unsere Welt. Krathus war praktisch sofort in dem Portal verschwunden, reflexartig seiner Anweisung folgend nutzten ich und Garret Gudden als Sprungbrett, um ebenfalls durchs Portal zu springen. Erst mitten im Sprung schoß mir plötzlich durch den Kopf, was wir dieser Welt und zumindest einigen Bewohnern gerade alles antaten, doch da war es bereits zu spät. Dunkelheit umfing mich, dann plötzlich ein rasender Schmerz. Dann verlor ich das Bewusstsein… Teil 2 - Zurück in Logothil Ich wachte auf. Gras unter meinem Körper. Nicht überall. Eine Decke unter meinem Kopf. Garret? Krathus? Es war nicht kalt. Sie hatten sie wohl selber nicht gebraucht. Gute alte Sentimentalität.  Wie lange ich wohl bewusstlos gewesen war? Moment. Stimmen. Drei. Nein. Vier. Garret und Krathus, klar. Ral! Gut. Das ersparte uns einen Umweg. War ich überrascht? Nicht wirklich, er hatte bereits bewiesen, dass er auf sich aufpassen konnte. Die fünfte Stimme war unbekannt. Männlich. Leicht aggressiver Unterton. Das alles schoss mir im Bruchteil einer Sekunde durch den Kopf. Trotz meiner körperlichen Erschöpfung war mein Kopf so klar wie schon lange nicht mehr und ich genoss das Gefühl. Mit derselben Klarheit beschloss ich, noch einen Moment liegen zu bleiben und schlafend zu stellen. Ich wollte erstmal ein Gefühl für diesen “Juntos” bekommen, während er sich von mir unbeobachtet fühlte. So bemerkte ich, dass der aggressive Unterton wohl eher angeboren oder antrainiert war. Erinnerte mich an Razora. Meine Gefährten waren wohl gerade in den letzten Zügen unseres Berichts über unseren Ausflug in die Parallelwelt, jedenfalls tadelte Ral gerade Garret und Krathus für ihr unüberlegtes Handeln. Ich beschloss, dass ich genug gespielt hatte, von Juntos schien keine Gefahr auszugehen und so öffnete ich die Augen und erwähnte, dass Nachdenken nicht unbedingt die Stärke dieser Gruppe sei. Sie schienen erfreut, mich wieder auf den Beinen zu sehen, auch wenn Ralkarion sich offenbar einen etwas herzlicheren Empfang gewünscht hätte. Nun, man konnte nicht jeden glücklich machen. Er würde akzeptieren müssen, dass ich froh war, dass er zurück war, ohne dass ich ihm um den Hals fiel und wir hatten größere Probleme als uns über eine Wiedervereinigung zu freuen. Iris lag direkt vor uns und mit Ral zurück hatten wir unseren „Experten” für die Nexi zurück. Er erwähnte nebenbei, dass er auch Taya und Snurba getroffen hatte. Problem oder Chance? Ich verstaute diesen Gedanken für später. Fürs Erste ging es darum, nach Iris zu gelangen. Auch Juntos, tatsächlich der Bruder von Razora und irgendwie dadurch Krathus Onkel, hatte genau wie Ral ein gesteigertes Interesse daran, dorthin zu gelangen, denn Razora lebte noch und war zusammen mit vielen anderen des Dorfes dorthin verschleppt worden. Ich lächelte in mich hinein. Die Legionen aus Iris mochten Juntos’ Volk und Rachwood problemlos besiegt haben mochten, doch indem sie sie gefangen nahmen und in ihrer Stadt einsperrten, hatten sie uns unbewusst eine große Menge an Alliierten in ihrer eigenen Stadt verschafft. Sofern sie diesbezüglich keinen absolut sicheren Plan hatten und sollte es uns gelingen, sie zu befreien, stiegen unsere Chancen, für unser Vorhaben und auch für Zoica viele Unterstützer zu gewinnen. Und die würden wir brauchen. Doch wir hatten nichtsdestotrotz noch immer viel zu wenige Informationen, was uns im und jenseits des Tunnels erwartete. Juntos fragte, was das Problem genau sei und einem plötzlichen Instinkt folgend öffnete ich meine Handfläche in einer etwas umständlichen Drehung - und über meiner Hand erschien plötzlich ein magisch erzeugtes, nahezu perfektes Abbild eines Wurms. Ich war ähnlich überrascht wie die anderen, freute mich jedoch über diese durchaus nützliche Fähigkeit. Es gab einige mehr oder weniger taugliche Ideen, ich schlug vor, einen der Würmer ans Tageslicht zu ziehen und dort zu erledigen, wo wir vermutlich im Vorteil wären. Ich hatte die Hoffnung, dass eine anschließende Untersuchung des Wurms möglicherweise Aufschluss über Zahl, Fähigkeiten und vor allem Schwachpunkte der Biester bringen und die Durchquerung erleichtern würde. Diese Idee wurde jedoch mit dem durchaus berechtigten Einwand überstimmt, dass ein Kampf so nahe an Iris ungewollte Aufmerksamkeit auf sich ziehen könnte, Krathus hatte die Stadt in fünf Kilometern Entfernung ausgemacht, genauer gesagt den Nexus. Schließlich schlug Ral vor, uns nach und nach als Gaswolke durch den Tunnel zu schicken. Diese Idee hatte Potential - wenn die Würmer sich nach Erschütterungen richteten, würden sie uns dadurch nicht bemerken. Ich wand jedoch ein, dass damit das Problem nicht gelöst sei, dass wir nicht wussten, was am anderen Ende auf uns wartete. Dennoch, wenn man eine Verbindung herstellen nach drüben könnte… ich dachte nach. Garret zuerst hinüberschicken? Nein, trotz allem war er noch der Herrscher von Zoica, die Stadt brauchte nicht noch mehr Instabilität. Ral? Wer sollte uns dann herüberbringen, nein. Krathus? Er war unser Link zu dem großen Roten, das mochte noch nützlich werden, er schied auch aus. Juntos? Möglich, aber er sah nach einem kräftigen Kämpfer aus, den wir noch brauchen würden, statt ihn sinnlos zu opfern. Mich selbst? Ebenfalls möglich, aber ich musste gestehen, dass auch ich wenig Lust hatte, sinnlos zu sterben. Jammerschade, dass Snurba nicht mehr hier war, er wäre der ideale Kandidat zum Ausspähen gewesen. Den letzten Gedanken sprach ich laut aus. Wie zu erwarten missfiel er Ral und Garret, aber wir hatten lange genug gangbare Möglichkeiten ausgeschlossen. Nun, es war vermutlich ohnehin nicht realistisch, umzukehren und den Kobold und Taya einzuholen. Mittlerweile war es spät geworden und wir waren noch nicht viel weiter gekommen - wir hatten schlicht zu wenige Informationen. Da mein Körper sich mehr und mehr über die Strapazen der letzten Nacht und den heutigen Tag, schlug ich vor, sich auszuruhen. Es war mir nicht wohl dabei, in diesem Zustand mitten im Feindesland zu sein. Die anderen stimmten zu, doch da sie offenbar noch Gesprächsbedarf hatten, setzte ich mich etwas abseits, um meine Meditation zu beginnen. Leider kam ich nicht weit, denn Garret unterbrach mich nach kurzer Zeit. Meine Frage, ob er sich unbedingt jetzt unterhalten müsse oder ob das warten könne, bis ich mich erholt hatte ignorierend, fragte er mich, ob alles in Ordnung war. Mir war klar, dass diese Frage nur ein Vorwand für ein beginnendes Gespräch war, doch ich war bereit, ihm entgegenzukommen und so antwortete ich wahrheitsgemäß, dass es mir hervorragend ginge, abgesehen von der Erschöpfung. Damit kam Garret dann auch zum Punkt: Er begann einmal mehr mit der Moral, dass man sie nicht verraten dürfe, nicht werden dürfe, was man jagt. Amüsierend von einem wie ihm, doch ich konnte ihm kaum böse sein, schließlich hatte ich bis vor kurzem noch selbst so gedacht. Und so bemühte ich mich zu erklären, dass es egoistisch wäre, die eigene Moral über das große Ganze zu stellen. Das ich meine Moralvorstellungen jederzeit hinten anstellen würde, wenn es bedeuten würde, dass ich dadurch echte Veränderung bewirken könnte. Ich gebe zu, ein Teil von mir wunderte sich selbst über die Worte, die ich sprach. Ich schien erwachsen geworden zu sein. Garret hingegen schienen die Worte eher noch mehr zu verunsichern und er begann sich sogar, für seine Rolle in meiner Gefühlswelt der vergangenen Tage zu entschuldigen. Noch vor ein paar Tagen hätte ich mich darüber sehr gefreut, doch jetzt unterbrach ich ihn. Er sollte sich nicht für etwas entschuldigen, was er offenbar aus Selbstschutz getan hatte. Lieber sollte er darüber nachdenken, warum er diesen Selbstschutz einer fremden gegenüber so bereitwillig aufgegeben hätte. Um ihn wenigstens ein bisschen zu stabilisieren, sagte ich ihm, dass ich ihm deswegen nicht länger böse war, vielmehr war ich dankbar für die Erfahrung, ich hatte offenbar viel aus ihr lernen können. Dann gab ich ihm unmissverständlich zu verstehen, dass ich jetzt Ruhe benötigte und er ging. Auf mich wirkte er noch immer leicht geknickt. Nun, er würde schon klar kommen, er hatte ein ziemlich dickes Fell diesbezüglich. Am Ende meiner Wache, gegen Beginn des neuen Morgens, hörte ich plötzlich weitere Stimmen. In meiner Erinnerung kramend bestätigte sich der Verdacht, dass es möglicherweise Beholderkin wären, als sie von Barry sprachen. Ich begann, die anderen zu wecken, als sie uns bemerkten. Ral benötigte etwas mehr „Zuspruch” als die anderen, zu sehr lenkte ihn mein kleines Makeover aus der Nacht ab, doch auch er bemerkte schließlich die Beholderkin über uns. Ich fragte, was wir nun tun sollten und ließ vorsichtshalber meinen Bogen aus dem Nichts erscheinen, sollte es zu einem Kampf kommen - was ich nicht hoffte, damit könnten wir die Operation Iris vermutlich sofort abblasen. Die Beholderkin schienen jedoch kein gesteigertes Interesse an uns zu haben und machten Anstalten, weiterzuziehen - bis Ral etwas davon erzählte, dass wir Pilger seien. Dies schien Eindruck zu machen, wenn auch nicht unbedingt den besten - die Beholderkin wirkten etwas genervt und flogen zurück über den Berg, doch ihre Worte ließen erwarten, dass sie möglicherweise mit einem Transportmittel zurück kämen. Eile war also geboten statt einem wohldurchdachten Plan - wie originell. Natürlich war mir gar nicht wohl dabei, doch wir hatten keine andere Wahl. Zuerst musste ich die anderen einmal mehr von unbedeutenden Dingen wie meinem veränderten Äußeren und meinem nun verschwindenden und wiedererscheinenden Bogen abbringen. Dann beschlossen wir, dass Krathus erneut das Sprachrohr der Gruppe sein sollte, wir hingegen seine Wachen, ein Plan, der Juntos zwar nicht schmeckte, den er aber akzeptierte, nachdem wir ihm eingeschärft hatten, dass er drüben auf keinen Fall einfach drauflos schlagen durfte. Ich warf noch ein, dass wir Ral zu Krathus Herold machen sollten, damit er sprechen durfte - nicht, dass ich Krathus böse Absichten unterstellte, der Kleine war zu naiv dafür, doch er tendierte dazu, unüberlegte Dinge zu sagen. Darüber hinaus schärfte ich ihm noch ein, in seiner Rolle auf Rals Ratschläge statt auf Garrets zu hören - aus demselben Grund. Wir hatten keine Zeit, Garrets Gefühle zu schonen, er würde damit klarkommen müssen. Doch wie kaum anders zu erwarten, hielt der Plan etwa 15 Minuten lang. Zu diesem Zeitpunkt nämlich erschien ein ausgewachsener Beholder mit einer Art Trage, die er vor uns fallen ließ und Krathus bedeutete, aufzusteigen. Direkt darauf begann er, Krathus ohne uns in die Lüfte zu befördern, in letzter Sekunde dachte Krathus daran, auch für uns Transport zu bestellen. Doch auf die Frage nach dem warum und ob wir Sklaven seien, antwortete er mit ja. Innerlich schrie ich auf. Das war es dann mit dem Plan. Niemand außer Krathus würde reden dürfen und man würde uns sicherlich nicht gestatten, mit Waffen herumzulaufen, möglicherweise würde die Geschichte sogar an unserer Bewaffnung scheitern. Bewaffnete Sklaven, wer hätte schon davon gehört? Wir würden innerhalb der Improvisation improvisieren müssen… Während wir warteten, verstaute ich daher meine Kurzschwerter in meinem Rucksack. Vielleicht gelang es mir so, wenigstens den Anschein zu wahren. Wenig später erschien der Beholder erneut mit der Trage, aber ohne Krathus. Aus der Nähe betrachtet sahen wir, dass sie in der Mitte ein Auge hatte, dass sich aber offenbar schmerzfrei schloss, wenn man darauf trat. Eine Sicherheitseinrichtung? Hofften wir mal, dass es keine Absichten erkennen konnte. Auf dem Flug nach Oclusar wurde ich noch darüber aufgeklärt, dass die Idee mit dem Pilger daher kam, dass Krathus erklärte, dass die Paladine aus seinem Corps eine Pilgerreise zu den Nexi machen mussten und daher Gegenstände besaßen, die Nexusmagie erkennen konnten, allerdings funktionierten sie nur für Kobolde. Sofort dachte ich an den Nexus in Azoicstrum, der unseres Wissens nach bisher noch unerkannt war. Doch wenn Angstrum dessen Magie weiter so entfesselte und eine Legion von Kobolden nach ihm Ausschau hielten, konnte es nicht lange dauern, bis er entdeckt wurde. Das war nicht gut und definitiv ein Problem, um das sich gekümmert werden müsste. Wenn wir die vor uns liegende Aufgabe heile überstünden, war ein ernstes Gespräch mit Krathus fällig, er durfte uns nicht noch mehr dieser Informationen verheimlichen. Doch auch das musste erstmal verstaut werden für später. Kurz darauf ließen wir das Gebirge hinter uns, der Tunnel wäre in der Tat ausgesprochen lang gewesen. Vor dem Tunnel sahen wir nicht nur eine große, steinerne Kuppel in Form eines Auges, sondern auch einen Haufen offenbar versteinerter Humanoide. Hier schien es also Verteidigungsmechanismen zu geben, die das auslösten - wir mussten dringend klüger sein als die Steinsäulen dort unten. Zu meinem Erschrecken jedoch landeten wir nicht dort, sondern flogen über den See direkt hinein in das auf eine Klippe gebaute Iris. Fantastisch. Eine Landung mitten im Feindgebiet ohne konkreten Plan. Ich sah unsere Chancen, die nach der Rückkehr von Ral und Juntos und seinem gefangenen Volk hier schon gewachsen waren, deutlich schrumpfen, zumal auf der Landeplattform nicht nur Krathus auf uns wartete, sondern auch eine Art Schlangenvieh mit drei Augen…]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ava/Sitzung-84.html</link>
			<pubDate>Sun, 19 Sep 2021 23:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 83</title>
			<description><![CDATA[Unterwegs verebbte die Wut zwar, doch nicht gänzlich. Offenbar schien da noch mehr an die Oberfläche zu wollen … nun, früher oder später würde ich das wohl erfahren, da machte ich mir keine Illusionen. Wir suchten uns einen Platz zum ruhen aus, doch unsere Ruhe währte nicht lang … ich hörte ein schleifendes Geräusch und ein Stöhnen. Darauf aufmerksam gemacht, schickte Gudden wieder eines seiner Ichs los. Zurück brachte er die Nachricht, dass dort ein übel zugerichteter Billy the Butcher auf uns zu kroch. Ich gebe zu, bei der Erinnerung an diesen Kerl kam mir gleich wieder die Galle hoch, doch da gab es immer noch diesen Teil meiner Heilerausbildung – er war verletzt, ich war verpflichtet zu helfen. Also machten wir uns auf den Weg zu ihm und ich begann mehr oder weniger widerwillig, ihn zu verarzten. Er war in der Tat nicht in guter Verfassung. Verschiedenste Schnitt- und Stichwunden, doch am schwersten wog die abgeschlagene Hand. Wer auch immer das getan hatte, hatte offenbar ein sadistisches Bedürfnis danach, seine Opfer leiden zu lassen. Während ich ihn verband, erzählte er, dass er, Leeroy und Carson angegriffen worden seien, eine weibliche Gestalt, die er in seiner anzüglichen Art als nicht schlecht aussehend bezeichnete, worauf ich den Verband reflexartig etwas fester anzog als nötig. Sekunden später erfuhren dann auch wir, wer verantwortlich war, denn aus dem Wald trat eine dunkel gekleidete Gestalt, die wir als Layara identifizierten. Mein ohnehin schon gewachsenes Misstrauen wurde nicht gerade dadurch beruhigt, dass sie völlig ungerührt zugab, die anderen umgebracht zu haben und auch Billy so zugerichtet zu haben. Mehr als das erwartete sie sogar noch Dankbarkeit, den auf uns geplanten Hinterhalt verhindert zu haben. Na klasse, noch jemand, der meinte, sich einmischen zu müssen. Außerdem mochte das ja sogar sein, immerhin hatte ich selbst schon damit gerechnet, doch die schulterzuckende Art, mit der sie über die Tode der drei sprach und die … „individuell abgestimmten” Tode von ihrer Hand waren genug. Jemand, dem es nur um Schutz ging, ließ eine Kreatur nicht ewig blutend durch die Gegend kriechen und sprach dermaßen unberührt über Menschen, die man umbrachte. Noch unterdrückte ich meine Wut und Abscheu dieser Layara gegenüber noch mühsam, doch als sie auf unsere Nachfragen, was sie über Buch und Auftrag eigentlich wüsste, nur antwortete, dass es ihr nicht zustehe, Al’chara zu hinterfragen, reichte es. Und diese armselige Kreatur wagte es, mir Vorhaltungen zu machen! Das war schon fast komisch, wenn es nicht so traurig wäre. Ich merkte, dass ich begonnen hatte, leise zu lachen. Es reichte. Ich hatte keine Lust mehr, so zu tun, als würde ich sie noch irgendwie respektieren. Ich erinnere mich nicht mehr genau, was ich ihr alles sagte … auf jeden Fall war dabei, dass sie doch eine gute Soldatin sei, die einfach nur blind die Befehle ihrer angebeteten Al’chara befolgte, ohne jemals zu hinterfragen, ob sie vielleicht nur ein Böses gegen ein anderes eintauschte. Möglicherweise gab ich ihr auch den sarkastischen Hinweis, sie solle mehr Leute als Elfenschlampe bezeichnen, das würde es sicher einfacher machen, Leute zu finden, die für sie die Drecksarbeit erledigen. Einem Teil von mir tat sie sogar Leid – auf eine gewisse Art war sie noch ahnungsloser als wir, was schon was heißen mochte. Aber wirklich nur ein kleiner Teil. Sie schien ohnehin nichts davon wirklich zu berühren. Natürlich nicht, für sie zählte nur, dass wir den Auftrag ihrer geheiligten Al’chara erfüllten. Ich hatte nur wenig Lust dazu und sagte ihr das auch. Daraufhin sagte sie nur, dass sie sich mit Eidbrechern nicht näher abgeben müsste, doch statt einfach zu gehen, hielt sie es für das Beste, Billy endgültig das Licht auszupusten. Es kostete mich alle Beherrschung, die ich noch hatte, sie mit meinem gezogenen Schwert nur zu bedrohen und nicht direkt anzugreifen. Gudden versuchte noch die Situation zu retten, indem er Layara hinterher rief, wir hätten nicht gesagt, dass wir den Auftrag nicht mehr erledigen würden, aber wie sie reagierte, wusste ich nicht und es interessierte mich auch nicht mehr sonderlich. Auf dem Weg zurück versuchte Gudden mich zu überzeugen, den Auftrag für Al’chara noch nicht endgültig abzulehnen. Sein Gerede davon, dass ich in unterschiedlichen Realitäten ohnehin schon alles getan hätte, hinterließ zwar wenig Eindruck, dennoch sagte er etwas, was Eindruck hinterließ: Wir müssten in unsere Realität zurück, das sei wichtig und dafür müsse man alles tun. Gegen meinen Willen gab ihm ein Teil meines selbst Recht – es war ja nicht unbedingt so, als hätten wir nichts moralisch fragwürdiges getan. Begonnen damit, was wir nun vorhatten die Wiederbelebung Ellis mithilfe eines gefangenen Leerenwesens und dieses furchtbaren Buchs, weil wir nicht von Itiu stehlen wollten, der wiederum aus irgendwelchen Gründen Ellis Wiederbelebung nicht gestatten wollte … mir schwirrte der Kopf und nicht zum ersten Mal wünschte ich mir Garrets oder Krathus einfaches Gemüt, selbst wenn letzteres dazu führte, dass unsere Trumpfkarte gegenüber Al’chara – zu wissen, dass der Große Rote tot war – verpufft war. Unbehelligt erreichten wir Oclusar. Es erschien uns wenig zielführend, in der Schlange zu warten, wir würden ohnehin erkannt werden. Stattdessen begaben wir uns geradewegs auf den Weg zu Monta Kren und übergaben ihm den Teekessel. Wenngleich er sein übliches, verwirrtes Selbst war, meinte er nach kurzer Inspektion, dass es reichen dürfte und er bis morgen Nachmittag mit der Vorbereitung des Rituals fertig sein müsse. Als uns Monta klarmachte, dass wir hier nicht bleiben sollten, gingen wir dann doch. Verständlich, er war kurz davor, seine Tochter wiederzusehen, dass er nicht wollte, dass ihn Fremde bei der Vorbereitung störten, hielt ich für nachvollziehbar. Doch ein Rest Misstrauen blieb – wir hatten uns möglicherweise für diese Art der Wiederbelebung entschieden, doch ganz geheuer war es mir deswegen nicht. Daher hatte ich keine Einwände, als Gudden vorschlug, in der Kanalisation neben seinem Geheimeingang zu campieren, um von dort Montas Aktivitäten zu überwachen. Dort angekommen (natürlich waren wir wieder eingebrochen, da die Luke beim Burnt Eyes verschlossen war …) hörten wir zwar, dass er wieder mit irgendeiner dritten Person sprach, aber sonst nichts weiter Verdächtiges, daher verbrachten wir eine verhältnismäßig erholsame Nacht. Dass Garret mithilfe von Gudden und Butter leise die Tür aufbrach, registrierte ich schon kaum noch. Am nächsten Tag gingen wir zurück zu Monta – nicht eben unauffällig, da wir diesmal den Ausgang auf dem Marktplatz nahmen, aber wir hatten ja bereits beschlossen, dass die Zeit für Heimlichkeit ohnehin vorbei war. Bei Monta angekommen, hörten wir lautes Schnarchen, doch beschlossen, ihn ausschlafen zu lassen – das kommende Ritual würde möglicherweise kräftezehrend für ihn werden. Ich forschte derweil mit Krathus in seinen Büchern, ob ich etwas zu den Therions oder Sylvanar finden würde. Tatsächlich erfuhr ich einiges Interessantes, doch das Interessanteste schien mir doch, dass Monta sich dermaßen gut auskannte, dass er Geschichtsbücher korrigierte. Schließlich erwachte Monta und es wurde Zeit. Wir gingen nach unten, um das Ritual zu beginnen. Dort angekommen, meldeten sich sofort wieder all die Zweifel an unserem gewählten Weg – Montas blutverschmierte Hände rührten offenbar daher, dass hier alles mit aus Blut geschriebenen Runen bestand. Unwillkürlich trat ich einen Schritt zurück, doch Guddens Worte kamen mir wieder in den Sinn … wir mussten alles tun, um zurückzukehren. Und auch wenn das hier ganz offensichtlich keine freundlich gesinnte Art der Magie war, so würde sie doch benutzt werden, um etwas Gutes zu schaffen – die Wiederbelebung eines kleinen Mädchens. Monta begann mit dem Ritual, doch knapp eine Viertelstunde geschah erstmal nichts. Dann gab es plötzlich eine Entladung der violetten und roten Energie, die hier schon die ganze Zeit pulsierte, danach konzentrierte sie sich auf Ellis Sarg, welche in der Folge die Augen aufschlug. Es hatte tatsächlich funktioniert! Die Freude währte jedoch nur kurz, denn es war offensichtlich, dass irgendetwas mit Elli nicht stimmte. Sie sprach mit monotoner Stimme und schirmte Monta vor uns ab, der davon sprach, dass “er” gegangen sein sollte, aber es nicht wäre. Einem schlimmen Verdacht folgend, besah ich mir die Sache mit dem magischen Blick und tatsächlich: Ellis Hand auf Montas Rücken strahlte eine Art von nekrotischer Magie aus. Was genau sie tat, konnte ich nicht ermitteln, aber ich bezweifelte, dass es etwas gutes war. Ich befahl ihr, von Monta zurückzutreten. Selbstverständlich weigerte sie sich und als Krathus auf sie zutrat, um Monta zu schützen, griff sie uns tatsächlich an. Der entbrennende Kampf war kurz, aber vor allem für Monta Kren unheimlich schmerzhaft, denn Elli überlebte nicht. Hatten wir zunächst versucht, sie zumindest am Leben zu halten und das Problem anders zu lösen, so teilte Gudden diese Einschätzung nicht. Nachdem Monta offenbar eine nicht unerhebliche Menge seines eigenen Lebens auf Elli übertrug, tötete Gudden Elli daraufhin, wodurch auch zu Hilfe gerufene untote Hextor Skelette zu Staub zerfielen. Doch der arme Monta, gerade erst wiedervereint mit seiner Tochter, musste mit ansehen, wie sie von einem riesigen Muskelpaket nahezu gespalten wurde. Vorsichtig trat ich auf Monta zu und legte ihm meine Hand auf seine Schulter, der daraufhin zusammenbrach, allerdings nicht, bevor er davon sprach, jetzt frei zu sein. Bedeutete das, all das wäre doch zu etwas gut gewesen? Wir brachten ihn nach oben und legten ihn auf seine Pritsche. Ich setzte mich neben ihn, um zu warten, bis er wieder aufwachte. Ich fühlte mich einfach nur leer. Mein Ziel war es gewesen, einen Vater mit seiner Tochter zu vereinen und dadurch seinen von Trauer zerfressenen Verstand zu heilen. Stattdessen war ich nun selbst verantwortlich für den endgültigen Tod seiner Tochter, mochte es auch zu seinem Schutz geschehen sein. Mehr noch – leider hatten wir Itiu gesagt, was unser Vorhaben mit der Hand gewesen war und er war wenig begeistert gewesen – wie mochte er wohl reagieren, wenn er merkte, dass die Energie verschwunden und wir es offenbar durchgeführt hatten? Die Antwort würde schon noch kommen. Zuerst war wichtig, dass Monta wieder aufwachte und uns mit einem ungewohnt aufgeräumten, wenn auch zerbrochenen Blick anstarrte. Er erzählte uns, wie er sich nach Ellis Tod an Itiu gewendet hatte, der ihm die Wiederbelebung verweigerte. Wie er ein Angebot eines schattenhaften Wesens bekam, das ihm die Macht versprach, seine Tochter wiederzubeleben und er in seiner Verzewiflung einen Pakt mit ihm annahm. Der endgültige Tod von Elli hatte ihn vom Einfluss des Wesens befreit, doch auch alle Hoffnung in ihm vernichtet. Trotz allem versprach er uns, uns am nächsten Tag nach Hause zu bringen. Ich hätte ihn gerne noch mehr gefragt, doch ich hatte nicht das Gefühl, dass es uns noch zustand. Auf dem Weg zurück zum Gasthaus, in dem wir auf morgen warten wollten, war ich sehr still. Wir hatten endlich mal wieder etwas Gutes geschafft, indem wir Monta vom Einfluss dieses Wesens befreit hatten, doch der Preis dafür war unheimlich hoch gewesen. Doch vielleicht ging es nicht anders? Meine naive Entschlossenheit, niemals gegen meine Ideale zu handeln, hatte nicht unbedingt zu Besserem geführt. Dann waren da noch Guddens Worte, dass es in unserer Verantwortung läge, alles zu tun, zurückzukommen. Möglicherweise würde ein Hierbleiben im Bemühen nichts schlimmer zu machen, genau dieses Schlimmere auslösen? Mein Kopf drehte und drehte sich, doch ich kam zu keinem Ergebnis. Und dann war da noch die Sache mit Itiu, der mit Sicherheit eins und eins zusammenzählen würde, wenn wir ihm die Hand zurückgaben. Nicht zu vergessen Gudden, der, wenn wir wieder zurückkamen, auf Seiten unseres Gegners war und früher oder später unweigerlich zu unserem Feind werden müsste. In meine Gedanken verloren setzte ich mich mit den anderen in das Gasthaus und bestellte einen Krug Ale, doch mehr, um nicht aufzufallen, als um tatsächlich zu trinken. Dann sprach Gudden den Punkt an, den ich befürchtet hatte … er würde aufbrechen, um Itiu die Hand zurückbringen, wir müssten nicht mitkommen. In diesem Moment traf ich eine Entscheidung. Keine, die mir gefiel, aber eine notwendige: Ich würde Gudden alleine dorthin gehen lassen. Garret und Krathus machten keinerlei Anstalten, mitzugehen, ich musste mir also wenigstens keine Lüge einfallen lassen, warum wir hierbleiben müssten. Es war mir nicht wohl dabei, den Bugbear möglicherweise in sein Verderben gehen zu lassen, doch ich sah keine andere Möglichkeit, und er selbst hatte gesagt, dass jemand nicht zurückkommen würde und auch, dass wir alles tun müssten, wieder zurückzukommen. Es überraschte mich kaum noch, dass ich dazu bereit war, auch wenn es mir nicht gefiel. Und so kreisten meine Gedanken fortan um Gudden – einen treuen  und loyalen Gefährten, dem ich mein Leben verdankte und den ich gerade vermutlich sehenden Auges in sein Verderben hatte laufen lassen. Das Falsche tun, um das Richtige zu erreichen … ein Konzept, dass ich so gar nicht mögen wollte und das doch unbestreitbar effektiv war. Meine Vermutungen verstärkten sich, als er nach Stunden noch immer nicht zurück war. Meine Hoffnung, dass Garret und Krathus wenigstens zum gleichen Schluss gekommen waren und ich mit meiner Schuld nicht alleine wäre, verpuffte, als Krathus zu hinterfragen begann, wo denn Gudden geblieben war und das wir nachsehen sollten. So war ich dann gezwungen, ihm all meine Gedanken dazu darzulegen, nicht eben eine angenehme Erfahrung, während der mir nun endlich die Tränen kamen. Doch während Garret mir immerhin zustimmte, wollte Krathus die Logik dahinter nicht akzeptieren – vielmehr streute er sogar noch Salz in die Wunde, als er fragte ob wir unsere Verbündeten ständig zurücklassen würden, da wir erst Ral und jetzt Gudden zurückgelassen hätten. Ich wollte wütend werden, wollte ihm erklären, dass die Situationen gänzlich unterschiedlich waren, dass es ein aus Naivität geborener Fehler gewesen war, Ral ziehen zu lassen, während das hier eine bewusste Entscheidung war, all das. Doch ich konnte es nicht. Mochte Krathus wenigstens noch ein wenig die Unschuld behalten, die ich offenbar verloren hatte. Ich griff nun doch nach dem Bierkrug, stürzte ihn herunter und begab mich auf mein Zimmer – mehr, um allein zu sein denn als mich auszuruhen, denn irgendwie ahnte ich, dass ich der Ruhe diese Nacht wohl mal wieder vergeblich hinterherjagen würde …]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ava/Sitzung-83.html</link>
			<pubDate>Sun, 12 Sep 2021 22:00:00 +0000</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<title>Sitzung 82</title>
			<description><![CDATA[Zunächst passierte nicht viel. Krathus ging erst vorsichtig, dann, als nicht geschah, immer schneller auf den Menhir zu, begleitet von einem von Guddens alternativen Ichs. Merkwürdig - er haut ständig Löcher in die Luft, weil er behauptet, ein alternatives Ich von sich beschützen zu müssen, aber hatte offenbar kein Problem damit, dieses in Gefahr zu schicken. Denn das er Angst hatte, war offensichtlich, so wie wir alle. Die merkwürdigen Stimmen taten dazu ihr übriges. Zunächst hatte auch Krathus’ Ankunft keine Auswirkung, nicht mal, als er den Teekessel auf den Menhir richtete. Dann allerdings trat er dagegen und endlich kam eine Reaktion. An der Spitze erschien ein Schattenhaftes Wesen von undefinierbarer Form. Wie erwartet war eine friedliche Lösung unmöglich - wir waren immerhin hier, um seine Essenz einzusaugen, wenn auch für einen guten Zweck. Und so griff es auch nach kurzen … Erkundungen von Krathus und “Gudden” tatsächlich an. Zu unserem großen Unglück stellte es sich jedoch unseren Waffen gegenüber als völlig unempfindlich dar und schien noch dazu um die Funktionsweise des Teekessels zu wissen und zog sich ständig aus der doch begrenzten Reichweite von Krathus zurück. Noch dazu transformierte es das Gelände im inneren des Rings zu einem schaurigen Gemenge aus Lavaflüssen, Lavaseen und Bergen. Krathus schien es jedoch zu erkennen und es schien etwas in ihm auszulösen - jedenfalls rief er plötzlich, er hätte die Rüstung und das Banner nur aus Versehen geklaut. Von ihm hätte ich ein solches Verhalten kaum erwartet - wurde es besser dadurch, dass wir wussten, dass er vom großen Roten geklaut hatte? Mir blieb jedoch nicht viel Zeit, nachzudenken, denn das Schattenvieh griff weiter an, nachdem es Guddens zweites Ich außer Gefecht gesetzt hatte. Probehalber steckte ich einen meiner Pfeile an einem der entstandene Lavaströme in Brand und schoss damit auf das Wesen. Während das Feuer ihm durchaus etwas anzuhaben schien, floss ein Teil von ihm wieder in den Menhir zurück. Um das zu überprüfen, tat ich es ein zweites Mal und es bot sich dasselbe Schauspiel. Daraufhin gab ich den Plan auf - nicht, dass der Menhir die abgesogene Energie nutzte, um ein zweites solches Wesen zu erschaffen. Stattdessen setzte ich mich in Bewegung, um zu Krathus, Garret und “Gudden” aufzuschließen. Ich konnte hier ohnehin nichts ausrichten, möglicherweise könnte Krathus mit seiner Magie etwas tun, während ich den Teekessel übernahm. Welch seltsamer Gedanke … doch bevor es soweit kam, hatte das Wesen irgendetwas mit Krathus angestellt, dass er den Teekessel plötzlich auf uns richtete. Völlig überrascht von diesem Ereignis, erwischte uns der Sog mit voller Wucht, eine höchst unangenehme Erfahrung. Glücklicherweise hatte Krathus sich schnell wieder unter Kontrolle, doch der Schaden war angerichtet. Ich begann, mit dem Gedanken an einen Rückzug zu spielen - wir waren noch keinen Millimeter näher an unser Ziel herangekommen. In einem letzten Versuch und einem Seitenblick übernahm ich den Teekessel von Krathus und richtete ihn auf das Wesen. Schon im nächsten Moment wurden meine Gedanken erneut abgelenkt. Die Umgebung änderte sich erneut, während mein Leben vor meinen Augen ablief. So viele angenehme Erinnerungen und als ich die Augen öffnete, fand ich mich in Ravengrove wieder. Eine Welle der Nostalgie überkam mich und ich sah zu Olerian hinüber, der winselnd am Rand des Rings stand. Ich hoffte sehr, seinen Namensvetter eines Tages wiederzusehen. Dann kam die Erinnerung an die letzten Monate und der Kontakt mit der realen Welt hier draußen. Ernüchternd. Dann erinnerte ich mich daran, dass Ravengrove in dieser Welt nicht existierte. Schlimm. Und dann begriff ich, dass das Ding die Umgebung aus meinen Erinnerungen gestohlen haben musste und versucht hatte, sie als Waffe gegen mich zu verwenden. Und nun überkam mich kalte Wut. Es reichte, ich hatte genug. Wenn das Ding es persönlich machen wollte, dann sollte es es bekommen. Mit neuem Fokus richtete ich den Teekessel auf das Wesen. Irgendwie hatte Garret es geschafft, das Ding zu betäuben und Gudden, es festzuhalten - es schien irgendwo einen soliden Kern zu geben. Zwar hatte es dadurch einiges an Substanz verloren, die in den Menhir entwichen war (wir hatten gehofft, dass es in die Lampe entschwinden würde, doch hatten natürlich wieder kein Glück), doch war dem Sog nun hilflos ausgeliefert. Seine Gegenwehr wurde schwächer und schwächer, während es Stück für Stück eingesogen wurde. In einem letzten Versuch schaffte dieser Schatten, Gudden gegen uns aufzubringen, der Garret bewusstlos schlug und auch nach mir schlug, doch von den Ereignissen gewarnt, schaffte ich es auszuweichen. Dummerweise war das Wesen dadurch entkommen, doch ich setzte ihm nach, während Krathus den um den Verstand gebrachten Gudden kümmerte, und schaffte es, auch den letzten Rest des Wesens einzusaugen. Ich verspürte eine gewisse Erleichterung, doch die Wut blieb. Als Gudden, nun wieder er selbst, mir die Hand von Wuldan, die er als Waffe genutzt hatte, vor die Füße warf und sagte, ich solle sie doch wieder an mich nehmen, bekam er das zu spüren. Ich brüllte ihn an, er solle endlich aufhören mit seinem beschissenen „Arkanistenscheiß” und die blöde Hand gefälligst selber tragen. Wie konnte ein solcher Hüne ein solcher Feigling sein? Kurz half ich noch Garret mit meiner begrenzten Heilmagie auf die Beine, dann stapfte ich entschlossen aus dem Ring heraus. Ich hatte wirklich keine Lust, mir jetzt noch mehr anzuhören. Glücklicherweise schienen die anderen das zu merken und wir traten schweigend die Rückreise an …]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ava/Sitzung-82.html</link>
			<pubDate>Sun, 05 Sep 2021 22:00:00 +0000</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<title>Sitzung 81</title>
			<description><![CDATA[Unsere Aufmerksamkeit wurde von der Leiche abgelenkt zu einer Wache, die ein recht merkwürdiges Verhalten an den Tag legte - er rannte wie vom Raben gejagt zu einem Gestell, dass sich als große Fackel erwies. Nach der Entzündung wurden in Windeseile weitere Fackeln entzündet, die offenbar eine Linie bis hinauf zu Itiu’Kitnas Palast führten. Viel weiter kamen wir jedoch mit unseren Beobachtungen nicht - die Leiche regte sich plötzlich. Nahezu unglaublich! Ich hatte von Wiederbelebungen gehört, aber selbst in Ravengrove hatte ich so etwas nicht erlebt. Zu unserem Unglück war Krathus bereits als der Abgesandte erkannt worden und damit in Verbindung gebracht worden - die Menge begann sich in Bewegung zu setzen, unbedingt willens, sich vom Abgesandten segnen zu lassen. Auch eine friedliche Masse konnte einen kleinen Kobold erdrücken, daher stellte ich mich schützend vor ihn, neugierig, was passieren würde. Gudden hingegen war da weniger subtil - er nahm den Kobold auf die Schultern, brüllte, dass der Abgesandte erschöpft sei und durch müsse, was auch funktionierte. Die Nachhut bildend erkannten Garret und ich zu unserem Erstaunen, dass hinter Krathus ständig in großem Tempo Pflanzen in die Höhe zu sprießen. Es begann zu rattern - sein Banner leuchtete grün, der Nexus hatte eine grüne Färbung. Überall sprossen und gediehen die Pflanzen. War es möglich, dass der Nexus nicht einfach Pflanzen, sondern gar Leben erschuf? Gudden bestätigte zumindest, dass dies bei einem Nexus möglich sei. Unsere Theorien wurden kurz darauf so gut wie bestätigt, als wir vor uns lautes Hufgetrappel hörten und Lorilla angeschossen kam. Sie ignorierte uns weitestgehend, doch das Ziel schien angesichts der nun wieder erloschenen Fackeln klar - sie wollte zum Marktplatz. Probehalber rief ich ihr daher zu, er lebe schon wieder und sie könne sich den Weg sparen. Wenig überraschend ließ sie das abrupt anhalten, überraschend war jedoch, mit welcher Abneigung sie diese Information aufnahm und Krathus sogar nahezu hasserfüllt ansah. Sie fragte uns, was wir angestellt hätten, aber wir antworteten, dass wir es nicht wussten. Nicht direkt eine Lüge, wir hatten lediglich Theorien, und man muss ja nicht immer jedem Fremden alles sagen. Lorilla wusste offenbar nicht so recht, was sie mit der Info anfangen sollte, entschied sich jedoch, weiter zum Marktplatz zu bewegen, wir hätten es möglicherweise „falsch gemacht”, was immer das heißen wollte. Wir rätselten noch ein wenig, was es damit auf sich hatte. Garret erwähnte, sie hätte eine Nexuskugel bei sich gehabt, was unsere Theorien zu bestätigen schien. Mich beschäftigte primär jedoch, dass Itiu und Lorilla den Nexus offenbar dazu einsetzten, die Menschen hier wiederzubeleben, wenn sie einen Unfall erlitten. Und auch wenn dies möglicherweise zum Machterhalt diente - sie nutzten dafür offenbar Magie des Lebens, während wir für eine alte Drachin arbeiteten, die für die Wiederbelebung ihrer Tochter mit Blut geschriebene Bücher aus Haut verwenden wollte, möglicherweise nichtmal aus altruistischen Motiven… noch mehr Unklarheiten. Als hätte ich das noch gebraucht. Fürs Erste begrub ich die Gedanken, denn wir kamen am Palast an und wurden zu Itiu geführt. Wir wurden in sein Büro geführt und bejahten seine Frage, ob wir die Schriftrolle hätten. Doch zuerst wollten wir ein paar Informationen zu Krathus Banner. Offenbar die falsche Frage, Itiu wich komplett aus und schien von dem Thema recht unangenehm berührt. Immerhin bemerkte ich im Hinterzimmer ein grünes Leuchten unter eine Decke auf dem Tisch, was ich für später archivierte. Jetzt ging es erstmal um Avra. Nachdem wir uns Itius Intentionen die Schriftrolle vergewisserten, übergaben wir die Schriftrolle, nicht ohne Misstrauen, wie ich gestehen muss. Es wurde nicht eben erleichtert dadurch, dass Itiu zur Zerstörung zwar eine Idee hatte, die ihn offenbar begeisterte, aber die er nicht mit uns teilen wollte. Nichts Gutes ahnend, folgten wir dem von diesem Berg von Orc Shruc flankierten Kobold in den Keller. Unterwegs versuchten Gudden und Krathus, ihm weitere Informationen zum Banner zu entlocken, mit dem einzigen Erfolg, dass sich mehr und mehr mühsam zurückgehaltene Wut auf dem Gesicht von Itiu abzeichnete. Warum nur? Im Keller trafen wir Avra, glücklich, Olerian zu sehen, doch auch glücklich, hier zu sein. Auf dem Weg weiter flüstert Gudden uns zu, er habe an der Wand einen Luftzug gespürt - möglicherweise der Eingang des Geheimgangs. Doch das nutzt uns wenig, da wir noch nicht wissen, wie wir dort hinkommen. Aktuell war da immer noch die Sache mit der Schriftrolle … Itiu führte uns in die Gallerie und griff nach einem Dolch mit einem Pantherkopf. Abwesend folgte ich seinen Ausführungen, mein Blick wurde immer wieder vom Gemälde angezogen, von dem Garret erzählt habe, es habe in unserem Logothil Lia und Mundi wieder zum Leben erweckt. Ich erinnerte mich daran, dass ich überlegt hatte, es zusammenzusetzen - doch nun bestärkte der Anblick nur mehr meine Zweifel, ob wir überhaupt für die richtige Seite arbeiteten. Mit diesen Gedanken bekam ich mit, wie der Kobold den Dolch zur Schriftrolle führte. Schlimmes ahnend trat ich einige Schritte zurück, Gudden war bereits fast in den nächsten Raum zurückgegangen, doch alles was passierte war, dass der Dolch der Schriftrolle die Magie entzog und sie dann mühelos zerteilte. Der Effekt wurde uns sofort lautstark bestätigt, als Avra sich über seine Freiheit freute und Olerian in der Luft herumwirelte. Ich nahm den kleinen Hund behutsam auf den Arm, dann wendeten wir uns Itiu zu. Tatsächlich hielt dieser sein Versprechen und überreicht uns die Hand von Wuldan… immerhin. Ich nahm sie an mich und bemerkte mit einer Art grimmigem Humor, dass sich Gudden im Folgenden ferner von mir hielt als sonst. Itiu lud uns noch zu einer weiteren Tour hier ein, doch eine Frage nach dem Banner später nahm er diese zurück und warf uns mehr oder weniger heraus. Was war bloß mit diesem Banner, dass es solchen Hass bei ihm auslöste? Lag es daran, dass es den toten Vater seines „Gottes” verehrte? Wie auch immer. Es wurde langsam spät, doch wir hatten die unangenehmen Begegnungen für heute noch immer nicht überstanden: Auf halbem Weg nach unten kamen uns 4 Gestalten entgegen … Leeroy, Carson und Konsorten, die uns sichtlich unamüsiert wegen dem Diebstahl der Schriftrolle zur Rede stellten. Die Situation drohte zu eskalieren, bis die Wachen hinzukamen. Erst dann ließ ich die Hand vom Bogen sinken - und stellte erst jetzt erschreckt fest, dass sie überhaupt dort gewesen war. Fast schon ein vertrautes Gefühl. Carson verschwendete keine Zeit und beschuldigte uns des Diebstahls, doch seine Strategie ging nach hinten los, als ich den Wachen erklärte, dass der Diebstahl geschah, um einen Sklaven zu befreien. Daraufhin nahmen die Wachen die 4 in die Mitte, aber auch wir wurden „gebeten”, mitzukommen und wurden zu Itiu geführt, der uns sichtlich irritiert begrüßte. Nach Schilderung der Situation war er doch sehr aufgebracht, ließ uns aber vom Haken, da es aus einem höheren Grund geschah und tat dasselbe für Carson im Interesse der guten Geschäftsbeziehungen. Ein Deal, der besonders den plötzlich sehr nervösen Carson sehr erleichterte. Itiu entließ uns mit der deutlichen Warnung, dass wer auch immer von uns das nächste Mal Ärger innerhalb der Stadt mache, nicht mit Gnade rechnen könne. Da vor allem Leeroy aber noch immer Gift und Galle spuckte, beschlossen wir, aus Sicherheitsgründen in einem anderen Gasthaus unterzukommen und fanden nach kurzer Suche das Dead Eyes. Eigentlich hatten wir vor, unter dem Suchzauber zu bleiben, doch mit einem unverkleideten Krathus war das unmöglich, wie wir wieder feststellen mussten. Nach viel zu viel Aufwand, in dessen Zuge ein Gast das Zimmer wechseln musste, bekamen wir gemeinsam die Suite zugewiesen. Einer inneren Eingebung folgend insinuierte ich eine romantische Beziehung zwischen Garret und Krathus und muss zugeben, dass das tollpatschige Herumdrucksen und Winden von Garret mich durchaus amüsierte. Doch zunächst gab es wichtigeres zu tun… ich erwartete nicht viel, doch besah mir Wuldans Hand durch den magischen Blick. Erwartungsgemäß kam nicht viel dabei heraus, fand aber immerhin heraus, dass die Basis nicht auf Leerenmagie beruht. Während die anderen um mich herum einschliefen, kreisten meine Gedanken um Al’Chara und Itiu’Kitna und seinen Lichtbringer, doch kam einfach nicht zu einer befriedigenden Lösung. Und so traf ich nach langem hin und her einen Entschluss: Meine Priorität ist es nur noch, Monta Kren zu helfen, seine Tochter zurückzubekommen… anders als alle anderen scheint er mir am meisten wie jemand, der einfach nur aus Kummer handelt. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, was ich dann tun werde - wenn es so weitergeht, wäre es vielleicht das Beste, zurückzukehren und die Dinge hier ihrem natürlichen Verlauf ohne Einmischung zu überlassen? Wir machen es ja doch nur schlimmer, wenn wir blind herumstolpern. Am nächsten Morgen bekamen wir ein ziemlich gutes Frühstück, dann gingen wir zu Monta Kren. Unterwegs liefen uns Carson und seine Crew mehrfach über den Weg und insbesondere Carson machte sich gar nicht die Mühe, zu verheimlichen, dass sie uns folgen. Ich war nicht beunruhigt - wenn sie in der Stadt etwas unternahmen, hätten sie ein Problem mit den Wachen, wenn sie außerhalb der Stadt etwas versuchten, nun, sie hätten ihr Schicksal gewählt. …nicht, dass ich nicht versuchen würde, es zu verhindern. Ausnahmsweise klopften wir mal bei Monta Kren an und wurden tatsächlich hereingebeten. Das er uns immer noch willkommen heißt nach 2 Einbrüchen ist mir ein Rätsel. Doch schon im nächsten Moment verflog das Mitleid allmählich - nachdem wir ihm die Hand von Wuldan überreichten und von Krathus Banner erzählten, war er zwar nahezu außer sich vor Begeisterung, doch blieb in seinen Antworten mal wieder kryptisch, ignorierte Nachfrage um Nachfrage und strapazierte meinen Geduldsfaden damit enorm. Doch dann fragten wir nach dem Tod seiner Tochter, da ihm offenbar die Wiederbelebung durch Lorilla konstant verweigert wird und wurde. Meinen Kopf gerade gerückt, lausche ich Montas Vorschlag, Elli mittels der Magie des Nexus wiederzubeleben, was Gudden jedoch als nahezu unmöglich erachtete, da Lorilla höchstwahrscheinlich auf den Nexus eingestimmt und seine Magie damit für uns verschlossen sei. Kein Problem, dachte ich - Carson und Co sind ohnehin versessen darauf, gegen uns zu kämpfen. Wenn einer von ihnen stirbt, besteht eine Chance, dass Lorilla kommt, um sie wiederzubeleben und wir sie dann zu Elli ringen können. Im nächsten Moment war ich entsetzt von diesem monströsen Gedanken. Wie um mir mein monströses Verhalten vor Augen zu führen, sprach Gudden in diesem Moment davon, dass es unehrenvoll sei, von jemandem zu stehlen, der immer sein Wort gehalten habe. Da das Stehlen der Nexusenergie wohl die sichere Methode sei, Elli wiederzubeleben, war die Option zwar dennoch nicht vom Tisch, doch nach dem Austausch weiterer Argumente entschieden wir ultimativ, den ursprünglichen Plan mit der Leerenmagie zu verfolgen. Monta Kren schien damit einverstanden und begann mit der Konstruktion eines Gerätes, dass uns dabei helfen könne - eine merkwürdige Konstruktion aus Teekessel und Hand von Wuldan… und außerdem erklärte er Krathus mittels Schriftrolle, was es mit seinem Banner und Fernrohr auf sich hat. Darüber aufgeklärt, fiel uns die Kinnlade herunter - mächtige Gegenstände, in der Tat. Das könnte sich noch als hilfreich erweisen, doch unsere Freude wurde sofort dadurch getrübt, dass sich des Banners Wirkung nur auf jene erschreckt, die an dem täglichen Ritual von Krathus, in dem er zu dem großen Roten betet, teilzunehmen. Sowohl Garret als auch ich entscheiden, dass wir noch nicht bereit sind, unsere Ideale derart für einen taktischen Vorteil zu verraten. Nachdem Monta Kren fertig war konnte Krathus endlich sein Banner „ausschalten”. Auf nachträgliches hartnäckiges Nachfragen erfuhren wir die furchtbare Geschichte von Elli … scheinbar erkundeten sie gemeinsam die Leerenruinen, zu denen auch wir für ihn wollen, als etwas von ihr Besitz ergriff und er hilflos mit ansehen musste, wie die Mächte mit ihr spielten und sie dann sich selbst umbringen ließen, indem sie ihren Kopf wieder und wieder gegen einen Stein schlagen ließ. Danach entschwand er trauernd im Gewölbe. Sofort tut mir mein scharfes Verhalten gegenüber ihm Leid. Dennoch machten wir uns nunmehr auf zu den mehrere Tagesreisen entfernten Ruinen auf. Da Garret und Gudden feststellten, dass Carson und Crew nicht mit ihrer Observation aufgehört hatten, entschwanden wir durch die Falltür durch den Untergrund, vorbei an Ellis Leiche und dem verfluchten Buch … doch immerhin funktionierte der Plan endlich einmal und wir verließen unbehelligt die Stadt. Es tat gut, einmal aus diesen erdrückenden Mauern herauszukommen, selbst wenn der Ort, zu dem wir unterwegs waren, wohl kaum freundlicher war. Nach zwei Tagen kamen wir an den Ruinen an - ein großer Steinkreis mit einem Menhir in der Mitte. Was darüber hinaus hin äußerst unangenehm auffiel, sind die Stimmen, die wir in unserem Kopf hörten - eine Art Geflüster. Nein, nicht einfach Stimmen. Unsere Stimmen! Ich bekam eine Gänsehaut, doch ging unbeirrt mit den anderen weiter. Ich habe beschlossen, Monta Kren zu helfen, und das werde ich tun. Doch nicht blind, was die anderen glücklicherweise ebenfalls nicht taten. Wir erkannten Schriftzeichen an den Steinen und auch wenn ich sie nicht vollständig entziffern konnte, so fand ich doch heraus, dass der Steinkreis etwas am verlassen hindern soll. Etwas, was wohl im Menhir steckt. Möglicherweise erklärte auch das die beiden etwa 4 Tage alten Spuren, die zum Menhir führten, aber nur eine Spur, die zurückführte … Doch ich entdeckte noch weitere, sehr viel ältere Spuren, die um den Steinkreis herumführten. Entscheidend, dass jeder noch so kleine Hinweis wichtig sein könnte, folgten wir diesen Spuren, bis wir auf der anderen Seite des Steinkreises einen kleinen Alkoven mit mehreren Skeletten verschiedener Größe entdecken. Eines der Skelette zieht Garrets Blick sofort auf sich - es ist im Besitz von Gegenständen, die er eigentlich schon vor langer Zeit zurückließ! Was ging hier vor sich… erst die Geige, nun das? Gab es noch weitere Geheimnisse, die Garret mir nicht erzählt hatte? Durchaus wahrscheinlich … Doch die Antwort darauf musste warten - wir waren hier, um Leerenmagie zu fangen. Wohl wissend, dass dies möglicherweise sehr gefährlich werden würde, betrat Krathus den Steinring …]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ava/Sitzung-81.html</link>
			<pubDate>Sun, 29 Aug 2021 22:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 79</title>
			<description><![CDATA[Nun, das tat es tatsächlich, doch anders als ich erwartet hätte… doch der Reihe nach, meine Gedanken müssen sich noch ordnen, denn von Beginn an lief einiges schief. So konnten wir in unserem Staunen nicht verhindern, dass Gudden ausplauderte, dass wir über die Nexi Bescheid wussten. Unsere spontanen und löchrigen Erklärungsversuche beruhigten den bis eben so kooperativen Itiu’Kitna nicht und er rief seine Wachen, inklusive einem Berg von einem Ork, Shruc. Ohne unsere Waffen blieb uns keine andere Wahl, als seinen Fragen zu stellen. Nicht, dass wir sonst etwas anderes getan hätten… denke ich. Doch zu allem Überfluss fand der Orc große Gefallen daran, sich an Krathus Stelzen zu vergreifen und schlug ihm schlichtweg weg. Zwar schaffte es Krathus irgendwie, sich auf einer Stelze zu halten - wofür er mir einiges an Bewunderung abrang - jedoch wurde er nun endgültig als Kobold enttarnt. Möglicherweise war das aber auch ganz gut so, denn Itiu’Kitna ließ uns zwar weiter bewachen, nahm Krathus jedoch zu einem ausgiebigen Gespräch in seine Studierstube mit. Leider konnten wir nicht verstehen, was dort gesagt wurde, doch wenig später kam Krathus (mit einer leuchtenden Kugel, die um sein Banner kreiste - was auch immer es damit auf sich hatte) gemeinsam mit Itiu’Kitna heraus. Die beiden hatten eine Einigung getroffen: Wir würden dafür sorgen, dass Avra, der ohnehin hierbleiben wollte, zu Itiu’Kitna kommen würde, dafür blieben wir am Leben, erhielten die Hand von Wuldan und dürften sogar die Tour fortführen. Der Haken: Dieser Carson hatte augenscheinlich irgendeine Macht über Avra, die vorher gebrochen werden musste. Krathus erzählte uns außerdem, dass er Itiu’Kitna über unsere Situation aufgeklärt hatte, wir mussten also nicht länger so tun, als wären wir von hier. Sehr zu meiner Erleichterung, ich tauge (noch?) nicht als Lügnerin. Ich war froh, dass sich die Situation so gelöst hatte und wir sogar die Tour fortsetzen könnte, schließlich bot dies die Chance, wertvolle Informationen zu finden, die uns bei unserem eigentlichen Auftrag für Al’Chara und Layara helfen konnten und nebenbei vielleicht auch etwas Licht in meine eigenen Recherchen zu meinem Volk zu bringen. Mit letzterem hatte ich nur wenig Glück - nichts, was Itiu’kitna besaß, stammte aus der Zeit nach dem Verrat. Eine Flöte war zwar erst danach gefunden worden, doch sie war so alt, dass sie auch von vorher stammen konnte. Gleichzeitig befeuerte dies den gleichzeitig beruhigenden wie schrecklichen Verdacht, dass Sylvanar vernichtet worden war und deswegen nicht zu Hilfe geeilt ist. Dann könnte ich hier nichts mehr ausrichten - aber es verstärkte auch den Verdacht, das Al’Chara möglicherweise mehr darüber wusste, als sie preisgegeben hatte. Aber dann würde das auch bedeuten… stop. Zuviel Spekulation. Ich musste ihr diese Fragen stellen. Wesentlich aufschlussreicher war der Besuch im Keller, wo sich drei Sarkophage befanden - nach den Erzählungen Garetts war zu vermuten, dass Lia in einem davon war. Doch war sie auch noch am Leben? Es gab einen Weg das herauszufinden, aber ob ich das hinbekam? Nun, mit der Ratte hatte es auch funktioniert, und da hatte ich nichts als Geschichten zur Orientierung. Diesmal hatte ich sowohl Krathus als auch Ral schon dabei beobachtet… ich achtete darauf, dass Itiu’Kitna mich nicht beachtete, schloss die Augen und konzentrierte mich. Ich brauchte 3 Versuche, aber als ich schließlich die Augen aufschlug, erstrahlten die Sarkophage in einem eigenartigen Licht. Das also sahen Krathus und Ral, wenn sie nach Magie Ausschau hielten. Beunruhigenderweise waren die Sarkophage nicht nur durch Gitter, sondern auch durch eine Art Wand sehr starker Magie geschützt, die Itiu’Kitna sehr stolz als stärkste Schutzmagie Logothils beschrieb. Immerhin fand ich heraus, dass sie nur nach vorne hin abschloss, nach hinten oder oben sei der Stein ohnehin zu solide. Möglicherweise ein Eingang? Oder was, wenn sie aufwachten? Ein Magier von Mundis Fähigkeiten sollte mit einer Steinwand wenig Probleme haben. Augenblick. Dachte ich wirklich darüber nach, sie aufzuwecken??? Andererseits: Was wussten wir schon über ihn, außer, dass er mit Untoten experimentierte? Natürlich, Garett hatte davon erzählt, wie böse er sei, doch Garett hatte bisweilen eine beneidenswert simple Sicht auf die Dinge. Oder er hatte mir auch da nicht alles erzählt? Jedenfalls konnte es nach allem, was wir wussten, kaum schlimmer kommen, oder? Gefährliche Gedanken… ich versuchte, sie zu verbannen, doch es gelang mir nicht ganz. Nicht zuletzt deswegen, weil das Gespräch gerade um das fehlende Puzzleteil ging, das hier herumlag. Krathus schien ganz versessen darauf, es zu finden, obgleich dies die Zeit für unseren Auftrag mit Avra enorm verkürzen würde. Eigentlich hätte ich protestiert, aber ich wurde die Gedanken wie gesagt nicht los. Und so zeigte mir Krathus ein paar Kisten, während ich mich darauf konzentrierte, dass entsprechende Puzzleteil zu finden - was tatsächlich sehr einfach war. Magie war schon etwas sehr Nützliches - ich hätte mich früher damit beschäftigen sollen. Anschließend beendeten wir die Tour, wobei wir nebenbei auch die Bestätigung erhielten, dass die gesuchte Hand von Wuldan sich in Itiu’Kitnas Besitz befand - dummerweise wusste dieser jetzt auch von uns, dass Monta Kren danach suchte. Ich hoffte sehr, dass sich unsere Informationsfreude nicht noch rächte… Auf dem Rückweg zur Taverne klärte uns Krathus (dessen Banner noch imer von dieser grünlich leuchtenden Kugel umschwirrt wurde) noch darüber auf, dass es sich beim aktuellen Lichtbringer nicht etwa um den Großen Roten handelte, sondern um seinen Sohn Loganar, der ihn insgeheim umgebracht und ersetzt hatte. Hoffentlich änderte das nichts an Guddens Loyalitäten… An der Taverne begrüßte uns wie immer Avra, der sich dafür entschuldigte, dass Olerian ihm ausgerissen war. Wir befragten ihn zu seinem Verhältnis zu Carson, doch fanden nicht viel darüber heraus. Erst später erzählte uns Leeroy, dass Avra dem Dienst freiwillig zugestimmt hatte, nun aber magisch an Carson gebunden war. Offenbar wurde er irgendwie magisch an ihn gebunden, würde aber tatsächlich gerne bei Itiu’Kitna arbeiten. Nichtsdestotrotz proklamierte Krathus plötzlich, dass er jetzt frei sei. Avra wollte es erst nicht glauben, doch als Krathus ihn überzeugte, doch einmal aus dem Garten des Burned Eyes Inn zu gehen, stellte er fest, dass dies offenbar der Wahrheit entsprach und er zog glücklich in Richtung Itiu’Kitna davon, nachdem er uns von einer Schriftrolle erzählt hatte, die Carson genutzt hatte, um ihn an sich zu binden. Nachdem Krathus erzählt hatte, dass er den Bann auf Avra gebrochen hatte (ein beeindruckender Erfolg!), besprachen wir das weitere Vorgehen. Es war klar, dass Carson den Bann mit hoher Wahrscheinlichkeit erneuern konnte, wenn wir diese nicht zerstörten. Nichtsdestotrotz wollte ich zuerst einmal sicher gehen, dass der sanftmütige Kerl sicher bei Itiu’Kitna ankam. Letzten Endes taten wir jedoch nichts davon, sondern beschlossen, erst einmal bei Monta Kren vorbeizusehen. Der Austausch mit Itiu’Kitna hatte uns misstrauisch gemacht, ob dem alten Mann zu trauen war. Wie letztes Mal machte niemand auf, so dass wir einfach eintraten. Einbruch war ja nichts Neues mehr für uns… während Gudden sich sofort an der Geheimtür im Boden zu schaffen machte, las Krathus sich das Buch vom letzten Mal durch, dass sich als Monta Krens Tagebuch herausstellte und einige beunruhigende Einträge wie „neue Opfer gefunden” beinhaltete, die sich offenbar auf uns bezogen, aber auch Hinweise auf eine gewisse Elli, die er zurückbringen wollte. Merkwürdig, doch ich kam nicht dazu, weiter darüber nachzudenken. Gudden war wieder aufgetaucht und als Krathus ihn über den Inhalt des Tagebuches unterrichtet hatte, hob er den zappelnden Monta Kren einfach hoch. Der schaffte es zwar mit einer bemerkenswerten Beweglichkeit, sich aus dem Griff zu befreien, doch der Bugbear hob ihn einfach wieder hoch. Er behauptete, nichts von „Opfern” zu wissen - allerdings reagierte er darauf, als ich ihn nach Elli fragte, allerdings brüllte ihn Gudden wieder an, bevor er eine Antwort geben konnte und hielt seine Nase direkt in das Tagebuch. Allerdings las Monta etwas gänzlich anderes vor als das, was wir dort lasen. Irgendwas ging hier vor und ich war mir nicht sicher, dass der alte Mann dafür verantwortlich war, doch Gudden ließ nicht mit sich verhandeln. Also stiegen wir alle gemeinsam durch die Luke, wo wir einen Gang vorfanden, der, wie sich herausstellte, direkt mit der Kanalisation verbunden war. Viel interessanter war jedoch der Sanktum-ähnliche Raum, in deren Mitte eine Art Sarg stand - noch einer. In diesem lag jedoch ein totes Mädchen. Elli, die Monta Kren wiederbeleben wollte. Dazu benötigte er das Buch, dass daneben lag - was sich bei näherer Betrachtung von Krathus als das Buch herausstellte, das Al’Chara von uns wollte! Das Buch, das Al’Chara von uns wollte… es war mit Blut geschrieben. Auf Haut. Widerwärtig - und besorgniserregend. Was wollte Al’Chara damit? Lia wiederbeleben, sicherlich, aber hätte dafür nicht das Puzzle genügt? Warum wollte sie dieses widerwärtige Buch? Nichtsdestotrotz: Wir benötigten es. Weshalb es mich etwas entsetzte, als Krathus es an Monta zurückgab. Wir hatten es bereits, warum gab er es jetzt einfach weg? Andererseits, es war das moralisch richtige… aber es half uns nunmal nicht weiter, sondern verkomplizierte unsere Situation nur weiter. „Immerhin” versprach uns Monta Kren, das Buch zu überlassen, sobald Elli wieder lebte, wofür er die Hand von Wuldan benötigte. Das also auch noch… Aber vorerst galt es, den Auftrag mit Itiu’Kitna abzuschließen. Wir überzeugten uns erst einmal davon, dass Avra sicher dort angekommen war, leider sah Itiu’Kitna den Auftrag erst dann als abgeschlossen an, wenn auch die Schriftrolle zerstört wurde. In mein Schicksal ergeben - ich hatte wenig Lust, Billy in einem Badehaus zu begegnen - folgte ich meinen Gefährten zum Badehaus. Von der Rezeptionistin erfuhren wir, dass die beiden immer noch hier waren und zahlten ebenfalls unseren Eintritt, vorgeblich um zu baden, tatsächlich aber natürlich, um die Schriftrolle zu finden. War bis hierhin noch alles normal, verfolgte ich nun mit wachsendem Unglauben, wie Krathus die… „Deluxe”-Variante buchte. Von den anderen beiden hätte ich das vielleicht erwartet, aber von Krathus? Er musste doch verstehen, was das bedeutete, doch tatsächlich trennte er sich von uns, um in den entsprechenden Bereich geführt zu werden. Etwas angewidert ging ich mit Gudden und Garret in die andere Richtung und fand mit meiner neuentdeckten Fähigkeit sehr schnell die entsprechende Umkleide. Glücklicherweise waren wir gerade alleine auf dem Gang und so wiesen wir Gudden an, draußen aufzupassen, während Garret die Tür knackte und wir hereingingen, wo er dasselbe mit der Schranktür tat und wir tatsächlich die Schriftrolle fanden. Das erschien mir zwar etwas zu einfach, aber gerade aktuell sollte ich vielleicht nicht zu sehr hinterfragen, wenn uns das Glück einmal hold war. Tatsächlich hielt dies nicht lange an, denn die Schriftrolle stellte sich als völlig immun gegenüber Schwertstreichen heraus. Daher beschlossen wir, sie erst einmal einzupacken, den Köcher, in der sie gesteckt hatte, dalassend. Vielleicht wusste Itiu’Kitna, wie man se zerstörte. Und tat das auch, statt Avra an sich zu binden, aber immerhin musste Avra dazu zustimmen und er wusste nun, was es damit auf sich hatte. Es wäre aber auch nicht das erste Mal, dass wir aus guter Absicht alles schlimmer machten. Aber war ich nicht auch diejenige, die darüber nachdachte, dass Puzzle zu vervollständigen, nur um unseren immer fragwürdiger erscheinenden Auftrag für Al’Chara zu erfüllen? Erstaunlicherweise war die Antwort: ja, das war ich tatsächlich. Mal davon abgesehen, dass ich ohnehin keine bessere Idee hatte. Wir sammelten noch Krathus ein, der sofort aufgeregt mit Garett zu tuscheln begann, doch ich verspürte wenig Lust, von seinen „Abenteuern” zu erfahren. Viel interessierter - und das nicht im positiven Sinne - war ich daran, was bei Itiu’Kitna geschehen würde. Auf dem Weg dorthin wurden wir noch Zeuge, wie eine Leiche aus dem Kanal getragen wurde, die dort wohl Reparaturen versucht hatte. Ein weiteres Opfer unserer Unbedachtheit. Ich hoffte, es war das letzte, doch hatte in dieser Hinsicht meine Zuversicht fast verloren…]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ava/Sitzung-79.html</link>
			<pubDate>Tue, 29 Sep 2020 22:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 77</title>
			<description><![CDATA[Wir diskutieren unser weiteres Vorgehen, während die Spinnen im Hintergrund irgendetwas tun, allerdings kann ich nicht verstehen, was sie besprechen. Die Entscheidung wird mehr oder weniger für uns getroffen, als Krathus und Gudden es sich hinter einem Berg toter Spinnen gemütlich machen und kurz darauf eine erstaunlich kleine Spinne kommt und in einiger Entfernung stehen bleibt. Einer der Botschafter, von denen Ral und Garret gesprochen haben? Immerhin hat Ralkarion ja bereits erfolgreich mit den Spinnen verhandelt… ich spreche die Spinne also versuchsweise an und tatsächlich ist sie deutlich redseliger als die anderen, wenn auch nicht unbedingt freundlicher. Sie erwähnt etwas von einer Vibration den Berg hinauf (welch ein Zufall, dass wir den Berg hinauf zum Palast müssen… haben unsere gesuchten Gegenstände etwas damit zu tun?) und Essen, das nicht mit ihnen redet. Damit sind nicht wir gemeint - wir sind offenbar das „Essen, das sie tötet”. Ich weiß nicht recht, wie ich darauf reagieren soll - auf der einen Seite haben wir zuerst angegriffen, auf der anderen sind wir ihr „Essen”. Nichtsdestotrotz stimmt sie zu, uns zu führen. Die anderen haben Bedenken, aber ihr Widerspruch ist eher halbherzig - vielleicht wissen sie auch nicht, was sie sonst tun sollen, die Sache mit der Vibration klingt interessant. Und davon abgesehen: Welchen Grund hätte die Spinne, uns anzulügen, wenn sie sieht, was mit ihren Freunden, Familie? - passiert ist. Also folgen wir ihnen, aber halten die Augen offen. So bemerke ich, dass sich irgendwas in der Wand passiert. Darauf angesprochen, versucht Krathus irgendwas mit dem Schild und „Buh”-Rufen… er ist manchmal halt etwas seltsam. Das nächste was passierte, war, dass plötzlich etwas sehr großes, schweres von der Decke fiel und fast auf uns landete, allerdings  sprangen die meisten von uns rechtzeitig beiseite, nur Gudden wurde zu Boden geschleudert. Das Etwas entpuppte sich als eine gewaltige Spinne. Ich bemühte mich noch um eine friedliche Lösung, aber mir fehlt ganz einfach Rals Verhandlungsgeschick und so entbrannte schon wieder eine Kampf. Diesmal einer, an dem ganz eindeutig ich schuld war… nachdem die große Spinne gefallen war, teile Gudden auch die kleine in 2 Teile. Ich kann nicht sagen, dass ich ihm Vorwürfe deswegen machen konnte. Ich half ihm wortlos, die große Spinne zurückzuschleppen und den Eingang zum Spinnengang zu blockieren. So einiges ging mir durch den Kopf, aber vor allem, dass erneut durch meine Unbedarftheit meine Gefährten in Gefahr geraten waren. Der von den Spinnen gegrabene Gang war nach Ansicht derselben nicht der richtig Weg, den wir verfolgen sollten und ich war in keiner Position, zu widersprechen, auch wenn mir die Vibration nicht aus dem Kopf ging. Überhaupt wurde entschieden, dass wir erst einmal zurückgehen sollten. Wieder am von Tozzle mittlerweile verriegelten Eingang (erstaunlich, wie schnell der Goblin arbeiten konnte) trafen wir erneut den betrunkenen Mann, der sich seitdem offenbar nicht vom Fleck bewegt hatte. Gudden, der ihn angewiesen hatte, seine Schulden zu bezahlen, gefiel das gar nicht und er ging ihn hart an. Zu hart, hätte ich gesagt, doch was, wenn ich auch diesmal falsch lag? Wenn dieser so harmlos aussehende Säufer nur so harmlos tat? Es war schon sehr seltsam, sich zum saufen in die Kanalisation zurückzuziehen… unschlüssig kaute ich auf meiner Oberlippe. Erst als Gudden Anstalten, ihm die Hand abzuhacken, ging ich dazwischen. Stattdessen packte der Bugbear den zappelnden Trunkenbold beim Kragen und schleppte ihn einfach mit nach oben. Ein fast schon komisches Bild. Oben stellte sich heraus, dass der Trunkbold der Schwager des Wirtes war und als solcher eine gewisse Narrenfreiheit besaß. Immerhin ein Problem weniger (?). Ganz nebenbei bekamen wir in dem Gespräch mit dem Wirt noch heraus, dass Itiu’Kitna seine Sammlung, also unter anderem die Artefakte, die wir suchten, offenbar sehr frei jedem zeigte, der Interesse dafür zeigte. Hätten wir das von Beginn an gewusst, man hätte sich soviel Ärger schenken können. Wir beschlossen, die neue Information sacken zu lassen, ohnehin waren wir ein wenig angeschlagen, so dass ein wenig Pause nicht schaden konnte. Krathus und Gudden setzten sich an einen Tisch und lassen es sich gut gehen, doch ich fühlte mich gerade nicht danach, zu viel ging mir durch den Kopf, das Wenigste davon schmeichelhaft. Ich bestellte mir ein Bier, um nicht weiter aufzufallen, aber rührte es nicht an. Garret schien zu merken, dass es mir nicht gut ging und blieb bei mir. Manchmal konnte er ziemlich feinfühlig sein. Als er das Schweigen brach und mich fragte, was los sei, brach alles heraus. Die stetigen Fehlschläge, die meine Gefährten in Gefahr brachten. Die in bester Absicht geschehenen Aktionen, die die Situation immer nur verschlimmerten. Ral, den ich einfach hatte ziehen lassen aus einem naiven „Es ist seine Entscheidung” heraus und der nun wer weiß wo war. Razora, die sich für uns geopfert hatte. Der verschwundene Junge im Dorf bei Ostracitoren, den ich möglicherweise auf dem Gewissen hatte. Und so vieles mehr. Garret tat sein Bestes, mich zu beruhigen, doch bewirkte eher das Gegenteil. Als ich ihn fragte, wie er mit all den Toten seiner Revolution und all dem, was bisher geschehen war, leben konnte, zuckte er nur mit den Schultern und erzählte etwas von „einfach weitermachen” und „Helden sind die, die es trotz aller Fehlschläge weiter versuchen”. Auf der einen Seite wünschte ich, ich könnte es derart einfach sehen, andererseits machte es mich auch wütend, dass er all die Toten einfach in Kauf zu nehmen schien. Wie viele mussten denn noch sterben, bis wir endlich lernen würden? Um mich selbst zu beruhigen, griff ich nun doch zum Bier und ging zu Krathus und Gudden, doch mein aufgewühlter Gemütszustand blieb. Ich hatte gehofft, es würde mir besser gehen, wenn ich alles einmal herausschrie, doch das Gegenteil war der Fall. Wenigstens schien Garret mir meinen Ausfall nicht übel zu nehmen. Krathus und Gudden hatten sich derweil mit drei düsteren Gestalten in ein Gespräch vertieft. Den einen erkannte ich als den unangenehmen Tavernenbesucher, den ich vorhin versuchte, anzusprechen, die anderen waren uns vor kurzem von Avra als Billy the Butcher (ein Berg aus Fleisch mit einem Haken statt seiner rechten Hand) und dem Chef, Carson, vorgestellt (ein eher stummer Geselle, wie es schien, doch mit einer Aura, die klar werden ließ, dass man sich mit ihm besser nicht anlegte). Der Typ von vorhin besserte meine Laune nicht, indem er mich sofort als „Dirne” bezeichnete, was Billy offenbar als Anlass nahm, permanent zotige Anspielungen zu machen. Langsam verwandelte sich meine Niedergeschlagenheit in Wut. Was bildeten die sich eigentlich ein? Ohne, dass ich mir dessen bewusst war wanderte meine Hand zum linken Schwert und ich rammte es voller Wut neben Billys gesunder Hand in den Tisch. Erst dann wurde mir bewusst, was ich da tat und erschrak gewaltig. Mit zitternder Hand zog ich das Schwert aus dem Tisch. Billy hatte das Vorgehen offenbar wenig beeindruckt, doch ich hörte kaum noch zu. Was machte diese Welt nur mit mir? Auch vom Rest des Gespräches bekam ich kaum etwas mit - ein fehlgeschlagener Bestechungsversuch, ein fehlgeschlagener Versuch, sie auf unsere Seite zu ziehen (welche war das eigentlich?) und steigendes Misstrauen auf der anderen Seite des Tisches. Das übliche Versagen nunmal. Nach diesem unerfreulichen Zwischenfall, besprachen wir das weitere Vorgehen. Dabei beschlossen wir, die Erkundung der Kanalisation heute noch fortzuführen, um im Notfall einen Notausgang zu haben, morgen aber einfach auf eine dieser Touren mit Itiu’Kitna zu gehen. Ich bekam erneut nur die Hälfte mit… als wir aber in die Tunnel aufbrachen, bemühte ich mich nach Kräften, die Gedanken erst einmal wegzuschieben. Abgelenkte Ranger sind tote Ranger, wie Rana es ausgedrückt hatte. Es tat gut, einmal wieder den Kopf freizumachen, auch wenn ich wusste, dass das nur aufgeschoben war. Und so stiegen wir ein zweites Mal in die Kanalisation hinab. Diesmal verlief unsere Erkundung deutlich friedlicher - der Wegbeschreibung folgend begegneten wir keinerlei Spinnen. Gudden schickte seinen Schatten einmal in einen Nebenraum und berichtete uns kurz darauf, dass von dort ein Schleim auf uns zukam, dem wir aber ohne Probleme aus dem Weg gingen. Kurz darauf standen wir vor einer massiven Eisentür. Eigentlich führte uns unser Weg daran vorbei, doch ein Geräusch dahinter ließ uns zögern. Nachdem jedoch Garret mit einem Versuch, die Tür zu öffnen, scheiterte, ließen wir von ihr ab und folgten dem Weg. Wie vermutet, aber nicht wie erhofft, führte uns die Wegbeschreibung nicht in den Palast, sondern in einen Raum mit ein paar Säulen, oberhalb verlaufenden Rohren und weiteren Wegen links und rechts. Ein wenig ratlos blickten wir uns um. Als ich eine Ratte sah, kam mir eine Idee. Eine sehr wilde Idee, die lediglich auf meinen Beobachtungen von Rals Zaubern sowie ein paar Geschichten meines Volkes beruhte. Doch ein Versuch konnte nicht schaden… oder? Ich kämpfte die erneut aufkeimenden Zweifel nieder und schnappte mir die Ratte möglichst vorsichtig. Dann schließe ich die Augen und konzentriere mich ganz auf das Tier in meiner Hand. Ich brauchte ein paar Versuche, doch unter großer Anstrengung gelingt es mir tatsächlich, meine Sinne in das Tier zu transferieren. So auf Erkundungstour geschickt, rannte es geradewegs zu seinem zu Hause… hatte ich es dorthin geschickt? Ich war mir nicht sicher. Jedenfalls rannte es geradewegs in einen Haufen voller Ratten, der hinter einem Wanddurchbruch lag. Dort kappte ich die Verbindung, nicht ohne vorher einen seltsamen Steinhaufen links zu sehen - eine weitere Spinne? Folgten sie uns noch immer? Als die Sinne in meinen Körper zurückkehrten, spürte ich als erstes Krathus, der mich schüttelt und mich anbrüllte, was los sei. Ich beruhigte ihn und sah mich um - der Bugbear schien irgendwas angestellt zu haben, jedenfalls war er über und über mit Kloake beschmutzt und roch entsprechend. Ich berichtete den anderen von „meinem Ausflug” und offenbar war es interessant genug, zumindest einen kleinen Abstecher zu wagen, der allerdings lediglich mit einem toten Ooze (der Steinhaufen) und noch viel mehr toten Ratten endete. Ein Fehlschlag, aber wenigstens nicht auf ganzer Linie - die neugewonnene Fähigkeit könnte noch nützlich werden. Auf Grund der fortgeschrittenen Stunde und der morgigen Pläne beschlossen wir, weitere Erkundungen auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Wir fanden einen Ausgang, der zum Marktplatz führte und nach einigen Kraftanstrengungen von Gudden und Krathus (ein wirklich gut gesetzter Gullydeckel, wie es schien) konnten wir überirdisch zurück, da der Marktplatz um diese Zeit praktisch leer gefegt war. Der Rückweg verläuft ohne Zwischenfälle, lediglich einige Wachen wiesen uns auf die Sperrstunden hin, behelligen uns aber sonst nicht weiter. Zurück im Burned Eyes Inn begaben wir uns direkt aufs Zimmer. Olerian (so habe ich den Hund getauft - ein lieb gewonnener Name, der mir Kraft geben soll) rollte sich sofort auf dem Teppich zusammen und schlief ein. Ich wusste, dass auch ich mich in den nächtlichen Trance begeben sollte, doch ich schaffte es einfach nicht. All die aufgeschobenen Gedanken fluteten zurück. Die Gegebenheiten dieser Welt - sie sind nichts, was ich einfach zurücklassen kann, so wie die anderen. Gleichzeitig habe ich auch in meiner Welt Verpflichtungen - meine Gefährten kämen sicher auch ohne mich zurecht, bisher habe ich mich schließlich eher als Sicherheitsrisiko erwiesen. Aber was ist mit Arina? Kann ich die Suche nach ihr einfach aufgeben? Sicher, sie ist schon lange verschwunden und ich habe keine Ahnung, wo ich beginnen kann, nachdem die Spur von Lafayette im Sande verlief, aber sie ist oder war meine beste Freundin. Gleichzeitig geht es in dieser Welt um wesentlich mehr als nur eine Elfe, noch dazu habe ich einen konkreten Anhaltspunkt für den Beginn der Recherche. Ist es da nicht egoistisch, die ungewisse Suche nach einer Elfe darüber zu stellen? Und dann war dann noch die Sache mit Gudden. Der Bugbear war hilfreich, keine Frage. Er hatte sich schon mehrfach als wertvoller Verbündeter erwiesen. Doch er war auch ein Späher für den Sohn des Großen Roten - aus Azoicstrum, dem Ort, an dem sich der vierte Nexus befand, nach dem der Große Rote suchte. Kehrte Gudden zurück, müsste er nur einmal seine Heimat besuchen und das Geheimnis wäre aufgeflogen. Doch was sollte man dagegen tun? Ihn dazu bewegen, in dieser Welt zu bleiben? Unwahrscheinlich. Ihn überzeugen, die Seiten zu wechseln? Er schien nicht der illoyale Typ zu sein. Blieb nur… ihn zu töten? Ich erschrak. Nein, dass konnte nicht die Antwort sein. Aber was? Meine Gedanken kreisten und kreisten und ich kam zu keinem Ergebnis. Fast schon erleichtert bemerkte ich, wie sich Olerian regte und draußen die Sonne aufging. Nach einer schlaflosen Nacht ging ich also nach unten und traf dort meine Gefährten bereits beim Frühstück. Erneut war es Garret, dem mein übernächtigter Zustand auffällt und sich nach meinem Wohlergehen erkundete, doch ich fühlte mich gerade nicht in der Lage, darüber zu sprechen und bestellte mir stattdessen gleich mehrere Tassen Kaffee. Der Tag würde lang werden und ich hatte das Gefühl, ich würde all meine Kräfte brauchen, um ihn heile zu überstehen - in mehrerer Hinsicht. Nach dem Frühstück machten wir uns auf. Unterwegs liefen wir Avra über den Weg, den die anderen noch nach dem fehlenden Puzzlestück des Bilds befragten. Offenbar hatten meine Begleiter gestern die Idee bekommen, dass Avra es haben könnte, weil er hier bleiben wollte? Jedenfalls versicherte er uns, dass er es nicht habe. Da er einmal mehr während der gesamten Zeit Olerian kraulte, kam mir der Gedanke, den kleinen Hund bei ihm zu lassen, um ih nicht den Gefahren auszusetzen, denen wir entgegenliefen, was Avra freudestrahlend annahm. Diesmal steuerten wir überirdisch geradewegs auf die Schreinerwerkstatt von Keril zu. Garret wollte einen neuen Stab, aber vor allem hatten sie den Plan gefasst, Krathus Stelzen zu verpassen, so dass er bei Itiu’Kitna nicht sofort als Kobold erkannt werden würde. Das würde zu viele detaillierte Fragen nach sich ziehen, die ihn vermutlich sehr schnell als Hochstapler enttarnen würden. Schon im Gespräch mit Carson und Co gestern war es wohl schon knapp geworden. Dort angekommen, öffnete uns nicht Keril, sondern ein Mann, der sich als Muj vorstellte. Tatsächlich stellte er sich als Keril’s Schwager in Spe heraus und wollte wissen, woher wir ihn kannten. Zu langen Erklärungen kam es allerdings nicht, da in dem Moment Keril auftauchte und uns freudestrahlend hereinbat. Auch stellte er Krathus als einen Abgesandten vor, woraufhin sich das Gebaren seines Bruders schlagartig änderte und die Liebenswürdigkeit in Person wurde. Nicht nur, dass sie unsere Bitten um Stelzen, einen neuen Stab und ein paar Pfeile mit Freuden erfüllten, sie wollten nicht einmal Geld dafür. Und was noch schlimmer war, sie tischten uns ein Frühstück auf, dass der Baronin würdig gewesen wäre. Alles aufgrund einer Lüge. Doch es blieb uns nichts anderes übrig als das Spiel mitzuspielen. Krathus sprach davon sie dafür zu entlohnen - damit meinte er jedoch lediglich eine einzelne Goldmünze, die er „segnete”. Wie schamlos er die Gutgläubigkeit dieser Leute ausnutzte! Gudden brach die Münze immerhin entzwei, damit beide eine Hälfte hatten (er sprach davon, dass sonst bald der eine den anderen dafür umgebracht hätte) und ich zückte meine eigene Börse, um einen etwas angemesseneren Preis zu zahlen. Mit unseren neuen Ausrüstungsgegenständen verließen wir dann seine Werkstatt in Richtung des Sitzes von Itiu’KiTna. Krathus hatte ein wenig Probleme, den steilen Berg auf Stelzen hinaufzukommen, doch die Übung (und Guddens ganz… besondere Hilfe) tat ihm offenbar gut, jedenfalls wurden seine Bewegungsabläufe mit der Zeit immer natürlicher und vielleicht würden wir die Täuschung tatsächlich aufrechterhalten könne. Mittlerweile war auch Olerian wieder mit von der Partie, offenbar war er Avra davongelaufen und mir gefolgt. Ich machte mir zwar ein wenig Sorgen, den Kleinen dabei zu haben, aber freute mich ehrlich gesagt auch über seine Anwesenheit. Olerian - würde ich ihn wohl wiedersehen? Im nächsten Moment fing Garret an zu humpeln. Im ersten Moment dachte ich, ihm sei etwas passiert, aber er wollte lediglich eine Tarnung schaffen, damit er seinen Stab mit hinein nehmen könnte. Natürlich! Dass ich daran nicht gedacht hatte - sie würden uns wohl kaum mit Waffen eintreten lassen. Und richtig: Die Wachen am Tor des Wohnsitzes verlangten von uns, unsere Waffen abzugeben. Ich folgte widerwillig, aber ohne meinen Widerwillen zu zeigen. Es wäre schließlich sehr verdächtig, würden simple Kunstliebhaber, die die Ausstellung sehen wollten, sich nicht von ihren Waffen trennen wollen würden. Leider durchschauten die Wachen Garrets Maskerade sofort. Um ihm davon abzulenken, tat Gudden so, als würde er sich seine Waffe zurückholen wollen und ich stieg in das Schauspiel mit ein. Leider - mal wieder - ohne Erfolg. Die Wachen waren nun noch misstrauischer uns gegenüber und begannen, Krathus abzutasten. Mir stockte der Atem, würden sie doch jetzt die Stelzen ertasten. Doch zu unserem Glück missinterpretierten sie diese als eine Kriegsverletzung und ließen uns durch, nachdem wir noch erfragt hatten, wo sie unsere Waffen lagern würden - selbstverständlich unter dem Vorwand, uns Sorgen um die wertvollen Gegenstände zu machen, aber eigentlich eher, um zu wissen, wo wir sie finden könnte, wenn die Dinge hier aus dem Ruder liefen. Einmal mehr fiel mir auf, wie leicht mir derartige Täuschungen mittlerweile fielen. Was mich noch mehr irritierte war, dass es mich mit jedem Mal weniger störte. Wir wurden zum Schreiber weitergeleitet, der sehr überrascht war, dass jemand die Sammlung sehen wollte, offenbar kam das nicht oft vor. Ein kurzer Blick in den Kalender und er verkündete uns, dass Itiu’Kitna tatsächlich Zeit für uns hätte - welch glückliche Fügung. Er geleitete uns zu einer Kammer im hinteren Teil des Anwesens und ließ uns dort auf den Verwalter warten. Der stand kurz darauf vor uns - ein Kobold, ganz wie Krathus, doch mit Flügeln. Das hatte ich noch nie gesehen, doch neugierige Fragen in diese Richtung würden uns verraten können und so schwieg ich. Auch der abgedeckte Gegenstand im Raum nebenan, der Garrets Interesse erweckt hatte, musste fürs Erste warten, denn Itiu’Kitna konnte es kaum erwarten mit der Tour zu beginnen. Schnell wurde klar, dass er seine Sammlung wirklich sehr liebte und noch dazu in der Geschichte dieser Welt sehr bewandert war - zu jedem Stück konnte er mindestens 15 Minuten erzählen, selbst zu einer schlichten Vase, hergestellt von einem Halbling namens Ozmain Krillto. So erfuhren wir zum Beispiel nebenbei, dass Caer Aeslyn vor einigen Jahren von seltsamen Schlangenmenschen eingenommen worden war, was mich sofort an Garrets Schilderungen seines ehemaligen Weggefährten und Verräter Harkis denken ließ. Auch den Keller, in dem unser Ziel lag, würde er uns zeigen, versprach er uns, allerdings als krönenden Abschluss. Ich beschloss, diese Wissensquelle anzuzapfen um mich vielleicht bei meinen eigenen Problemen weiterzuhelfen und fragte ihn, ob er auch etwas elfisches da habe. In der Tat führte er uns zu einem Gemälde, dass den Kampf um Ark’Therion und den „Großen Verrat” zeigte. Er bestätigte damit, was schon Layara gesagt hatte: Die Elfen von Sylvanar (in dem meine Familie in dieser Welt offenbar lebte) hatten den Verteidigungspakt gebrochen und damit den Untergang Ark’Therions besiegelt. Auch wenn ich es erwartet hatte, traf mich diese Nachricht hart. Zwei Dinge jedoch machten mich auch ein wenig stutzig. Zum einen sagte Itiu’Kitna „Hätte es bloß damals schon den Lightbringer gegeben”, was vermutlich lediglich auf eine gewisse Gehirnwäsche Itiu’Kitnas zurückzuführen war, aber potentiell ganz andere Möglichkeiten offen ließ. Und zum Zweiten wäre Sylvanar seitdem völlig still. Hatten meine Familie und die Sylvanar-Elfen vielleicht nicht eingreifen können, weil sie selbst Probleme hatten Waren sie vllt gar selbst ausgelöscht worden? Doch warum sprach Al’chara dann von den Trostbearers in der Gegenwart? Warum gab es kein Ravengrove, aber Elfen allgemein waren lediglich selten, nicht nicht existent? Fragen über Fragen… Während des weiteren Rundgangs fiel uns auf, dass Itiu’Kitna uns überall hin führte, aber eine Ecke des Anwesens hinter einer großen Tür verborgen blieb. Darauf angesprochen sprach er davon, dass dieser Raum von niemandem betreten werden dürfe. Während ich das fast einfach akzeptiert hätte - hatte ich denn immer noch nichts gelernt? - beschritten die anderen den weitaus besseren Weg, ihn bei seiner Sammlerleidenschaft zu packen. Doch erst ein Anhänger Garrets und das Fernglas von Krathus, dass er schon öfter benutzt hatte, versetzte ihn in Verzückung, als er hindurchsah. Was auch immer er dort gesehen hatte, es schien ihn so zu faszinieren, dass er schlussendlich einwilligte, uns auch diesen Raum zu zeigen. Ich war gespannt, doch hätte nicht mit dem gerechnet, was sich uns dort offenbarte: Der Raum war über und über bewuchert mit Pflanzen.  Inmitten dieser Pracht fand sich dort auch eine Dryade, die Lorilla zum verwechseln ähnlich sah. Doch all das war nichts gegen die gewaltige, schimmernde Kugel in der Mitte des Raums, die dort von lianenartigen Gebilden festgehalten wurde. Kein Zweifel: Ein Nexus! Offenbar einer, der die natürlichen Kräfte der Natur speicherte und nutzbar machte. Plötzlich ergab das Wetter und der Wildwuchs in dieser Region einen Sinn. Und wer weiß: vielleicht würden sich hier noch manch andere Frage klären…]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ava/Sitzung-77.html</link>
			<pubDate>Tue, 15 Sep 2020 22:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 76</title>
			<description><![CDATA[Nach gefühlt Monaten stehen wir immer noch vor der Höhle. Meine Wunde hat sich dank Krathus bereits geschlossen, aber ich fühle sie noch immer. Glücklicherweise überzeugt das auch die anderen, dass ein Kampf nicht in Frage kommt und es werden weniger gewaltsame Methoden gesucht. Krathus erwähnt schließlich, dass er ausreichend Essen für den Wurm herstellen kann, um ihn abzulenken, aber dafür braucht er Vorbereitung. Daher schlagen wir etwas entfernt unser Lager für die Nacht auf. Es kommt dabei die Frage auf, was Snurba macht. Er möchte nicht mitkommen, wie ich finde, aus gutem Grund. Taya erwähnt jedoch, dass wir ihm versprochen haben, ihn sicher zurück zu bringen und sie fühlt sich an ihr Wort gebunden. In einer Unterredung unter 4 Augen beschließen wir, dass sie uns verlassen und Snurba zurückbringen wird. Sie bietet mir an, mit ihr zu kommen… ein verlockendes Angebot, sicher, aber auch ich fühle mich an mein Wort gebunden. Ich kann meine Gefährten nicht alleine lassen, nicht in einer solch gefährlichen Situation. Am nächsten Tag folgt die Verabschiedung von Taya, die aber noch mit Snurba und Barry am Eingang warten wird, bis alles gut gegangen ist, damit sie im Zweifelsfall eingreifen kann. Snurba wäre vermutlich gerne noch früher gegangen, aber Taya überzeugt ihn, noch zu warten. Dann ist es soweit. Erstaunlicherweise funktioniert der Plan einwandfrei und der Wurm verschwindet. Dafür stürmt plötzlich ein schwer gepanzerter Bugbear auf uns zu. Ich mache mich widerwillig kampfbereit, doch statt uns anzugreifen, teleportiert er sich plötzlich an uns vorbei und rennt weiter. Offenbar will er einfach raus, doch er könnte eine wichtige Quelle für das sein, was auf der anderen Seite liegt, also folgen wir ihm. Glücklicherweise wartet er vor der Höhle. Der Bugbear stellt sich als Gudden vor. Wir behalten unsere Tarnung als Abgesandte des Großen Roten bei, der von Gudden Großmeister genannt wird. Er hingegen dient dem „Meister”, den wir als Loganaar identifizieren. Wir erfahren sowohl seinen Aufenthaltsort als auch dass Iris, die Stadt zu der wir unterwegs sind, gerade nur so von Beholdern und Beholderkin wimmelt, was die Aufgabe nicht minder gefährlich macht. Doch welche Wahl haben wir schon? Währenddessen macht der Neuankömmling immer wieder Angriffe scheinbar in die Luft. Darauf angesprochen spricht er von anderen Realitäten und er ist deswegen auf der Suche nach der Void. Ich bin kurz davor, ihm zu sagen, wo sie ist, verbeiße es mir dann aber. Wie ich kürzlich lernen musste, ist es möglicherweise nicht die beste Idee, Neulingen sofort alles anzuvertrauen. Krathus hingegen erzählt frei von unserem Kampf mit dem Voidtitan und zeigt ihm sogar den Zahn, den er mitgenommen hat. Als der Bugbear ihn berührt, passiert es - eine massive Energieentladung, Garret reißt es von den Füßen, der Rest wird bewusstlos. Als wir wieder zu uns kommen, ist irgendetwas anders. Und damit meine ich nicht nur, dass es regnet, als gäbe es kein morgen mehr, nein, die ganze Landschaft sieht anders aus. Wir sind eindeutig am selben Ort, doch wo vorher Ödland war, ist jetzt alles grün. Das würde mich normalerweise freuen, aber unter den gegebenen Umständen ist es eher besorgniserregend, denn wir sind entweder durch die Zeit oder Raum gereist. Guddens Gerede von anderen Realitäten kommt mir erst später in den Sinn. Da wir nichts Besseres zu tun wissen, gehen wir erstmal in den Tunnel, doch schon am Eingang treffen wir auf eine der Riesenspinnen, die Ral aus Zoica geschafft hat. Verhandlungen schlagen leider fehl und da von weiter hinten sehr viele Spinnen zu hören sind, nehmen wir die Beine in die Hand. Glücklicherweise folgen uns die Spinnen nicht in den Regen. Stattdessen stapfen wir nun durch den Regen und den Schlamm. Seltsam, dass die Vegetation bei derart viel Regen überlebt… aber hier ist vieles seltsam. Nach einer Weile ungemütlichen Marschs treffen wir auf einen Mann, der versucht, seinen Wagen aus dem Schlamm zu ziehen. Er ist dankbar, als wir ihm unsere Hilfe anbieten, regelrecht aus dem Häuschen gerät er jedoch bei Krathus’ Anblick, den er einen „Abgesandten” des „Lichtbringers” nennt. Uns schwant Übles und wenngleich wir keinen Namen bekommen, lässt die Beschreibung doch auf den Großen Roten schließen, den dieser Mann schon nahezu vergöttert. Er redet von Oclusar als die Hauptstadt als ein Paradies… nun, man wird sehen, denn unser Weg führt uns nun dorthin und unsere neue Bekanntschaft hat sich bereit erklärt, uns dorthin mitzunehmen. Wir beschließen derweil, Krathus offenbar gehobene Stellung hier für uns zu nutzen. Ich hoffe nur, dieses Tarnen und Täuschen hat bald ein Ende. Gegen Abend kommen wir an ein Gasthaus mit dem merkwürdigen Namen „Lambordini”. Von weiter hinten hört man Lamas… und auch der Ort kommt uns bekannt vor. Uns beschleicht das Gefühl, dass wir den Wirt kennen - doch in dem Moment erweckt etwas anderes meine Aufmerksamkeit: Ein kleiner Hund, den man einfach draußen angebunden hat, und das bei dem Wetter! Nun, wenigstens ihm kann ich helfen und ich befreie ihn, um ihn ins Trockene zu bringen und drinnen ein paar Takte mit dem Besitzer zu sprechen. Als wir die Gaststube betreten, kann sich jedoch niemand daran erinnern, einen Hund zu besitzen. Höchst eigenartig, und so scheint der Kleine erstmal bei mir zu bleiben, er weicht mir ohnehin gerade nicht mehr von der Seite. Gudden versucht, einen Mann nahe des Eingangs auf sehr unfreundliche Weise von seinem Tisch zu verscheuchen - warum ist mir nicht ganz klar, ist de Schankstube doch groß genug? Als Wiedergutmachung bezahlen wir seine Rechnung und setzen uns an einen Tisch weiter hinten, an dem ein ausgestopftes Lama steht. Wenig später stellt uns der Wirt - natürlich ist es Bordandinol, jedoch zum Glück weit weniger frauenverachtend - das Lama als Barry vor. In einem poetischen Moment bemerkt Garret, dass Barry also auch hier in gewisser Weise unsterblich ist. Wir setzen uns und lassen uns Eintopf und das Getränk des Hauses - 49er mit Lamamilch - servieren. Der Eintopf ist wirklich gut, doch das Getränk stellt sich als sehr stark heraus und steigt mir schnell zu Kopf. Nach meiner Erfahrung vom letzten Mal lege ich keinen gesteigerten Wert darauf, betrunken zu sein und halte mich fortan an das Wasser. Während wir unsere Lage und das weiter Vorgehen besprechen, geht plötzlich die Tür auf und zwei pitschnasse, dunkel gekleidete Personen betreten den Raum. Der Mann von vorhin macht ohne viel Federlesen Platz, während die andere zur Theke geht und bestellt. Auf unsere Zurufe reagiert sie nur mit einem flüchtigen Blick, doch ich glaube, etwas zu erkennen, daher stehe ich auf und gehe zu ihrem Tisch. Auch diesmal wirken die Neuankömmlinge nicht besonders gesprächig, doch die Frau von der Theke schaut mich direkt an und auch ohne den Messingschimmer bin ich mir sicher. „Layara?”, frage ich noch - und im nächsten Moment werde ich an die Wand gedrückt, Messer am Hals und Layara fragt, woher ich ihren Namen weiß. Sie scheint große Angst davor zu haben, erkannt zu werden, doch bevor ich etwas sagen kann, um die Situation zu entschärfen, ist dieser Hitzkopf Garret schon mit seinen Fäusten da. Glücklicherweise wird sein Angriff von Layara geblockt - erstaunlich, was sie hier für Fähigkeiten hat, ich habe kaum gespürt, wie der Dolch die Kehle verließ, bevor er wieder da war. Im weiteren Verlauf gelingt es uns, die Situation zu entschärfen und gehen mit Layara und ihrer Begleiterin, für die sie offenbar eine Art Bodyguard ist, ins Zimmer, um uns weiter zu besprechen. Dort enthüllt sich ihre Begleiterin und vor uns steht Al’chara. Auch sie wirkt von vergangenen Erlebnissen schwer gezeichnet und fordert uns auf, unsere Geschichte zu erzählen. Trotz der enthüllten Identitäten und der eindrucksvollen Machtdemonstration Layaras von eben halten es meine Gefährten aus irgendeinem Grund noch immer für eine gute Idee, eine eher passiv aggressive Haltung an den Tag zu legen, Gudden lässt nichtmal sein in-die-Luft-schlagen sein. Ich beschließe daher, sie zu ignorieren und beginne, unsere Situation zu erläutern. Zu meiner Erleichterung glaubt mir Al’chara, doch Layara bleibt offen feindselig uns gegenüber und bedenkt insbesondere mich mit wiederholt verletzenden Äußerungen. Was kann nur geschehen sein, dass sie in dieser Welt zu einer solch harten Person hat werden lassen? Es tut weh, sie so zu sehen. Im Austausch dafür beginnt Al’chara, uns die Situation in dieser Welt zu erläutern. Ob seiner Loyalitäten unsicher versuche ich, Gudden unter einem Vorwand rauszuschicken, doch scheitere. Es macht mir ehrlich gesagt ein wenig Sorgen, wie einfach mir diese kleinen Lügen und Täuschungen mittlerweile über die Lippen gehen. Sicher, Rana hat in ihren wenigen redseligen Momenten manchmal von Undercover-Missionen und was damit einhergeht zu sprechen, aber ich hatte immer gehofft, dass mir das erspart bliebe. Was wir erfahren, klingt hoffnungslos: Im Prinzip ist die Welt zwischen dem Großen Roten und den Hextor aufgeteilt. Und ja, Oclusar sei sicher ein Paradies, aber nur für diejenigen, die sich dem Großen Roten unterwerfen (wir erhalten übrigens die Bestätigung, dass es sich bei ihm tatsächlich um den Lichtbringer handelt). Was dem Rest passiert, darüber schweigen sie sich vielsagend aus. Und dann erfahre ich etwas, was mich bis ins tiefste Mark trifft. Nicht nur hat mein Volk offenbar auch hier die Tendenz, unter sich zu bleiben. Nein, viel schlimmer. Offenbar haben sie einen Pakt beschlossen - und diesen in Zeiten der Not gebrochen. Mein Volk trägt anscheinend eine Mitschuld an all dem. Es scheint, als wäre das der Grund für Layaras Feindseligkeiten, und ich muss gestehen, dass sie damit Recht hätte. Weiterhin erfahre ich, dass es mich hier nicht gibt - oder die Trostbearers hier zumindest keine Tochter mit Namen Ava haben. Die Art, wie Al’chara „Trostbearer” ausspricht, lässt mich erschauern. Was hat mein Volk und vielleicht sogar meine Familie hier nur angestellt? Wäre ich nicht schon vorher entschlossen gewesen, ihnen zu helfen - spätestens jetzt bin ich es. Ich mag hier einem Volk von Verrätern angehören, doch vielleicht bietet mir das auch die Chance, gerade Layara zu beweisen, dass nicht alle Elfen treulose Schwurbrecher sind. Mal ganz davon abgesehen, dass ich mich dadurch direkt verantwortlich für ihre Situation als Gejagte fühle… Es gelingt uns, zumindest Al’chara von unseren Absichten und aufrichtiger Absicht zu helfen zu überzeugen. Sogar Gudden scheint es so zu meinen - später darauf angesprochen, erzählt er, dass er keinerlei Verbundenheit zu dem Großen Roten dieser Realität spürt. Und so erfahren wir, dass Al’chara und Layara auf dem Weg nach Oclusar sind, um die kürzlich gefundene Thronerbin sowie ein mysteriöses Buch zu „entführen”. Dafür haben sie einen Kontakt in der größten Taverne von Oclusar namens „Zottel”. Daran hängen offenbar für sie große Hoffnungen für diese Welt und ich willige sofort ein, meine Gefährten ebenfalls. Ich bleibe noch kurz alleine zurück und vereinbare ein modifiziertes Signal am vereinbarten Treffpunkt, für den Fall, dass sich Gudden als nicht vertrauenswürdig erweist und sie so nicht in einen Hinterhalt locken kann. Wir verabschieden uns, nicht eben herzlich… aber wer kann es den beiden schon verübeln. Dann gehe ich direkt aufs Zimmer… die anderen sitzen noch in der Schankstube, doch mir schwirrt der Kopf und ich brauche etwas Zeit alleine. Doch die nächtliche Meditation bringt wenig Erholung und ich verlasse das Zimmer später leise, um den schnarchenden Bugbear nicht zu wecken und setze mich in eine Ecke der Schankstube. Dann bricht die ganze Situation über mich herein. Erst die Situation mit Garret vor ein paar Tagen und jetzt Angehörige eines Volkes von Verrätern, die aus der sanften Layara, die ich kenne, eine hartherzige Kämpferin gemacht haben. Und damit einhergehend die Frage: Hätte es mich hier gegeben, hätte ich vielleicht sogar am Verrat teil gehabt? Oder hätte ich versucht, den Verlauf zu ändern? Kann ich vielleicht jetzt noch etwas tun, um Layara wieder ein Stück Vertrauen zurück zu geben? Ich merke kaum, wie Tränen meine Wange herunterlaufen und so finden mich meine Gefährten zum Frühstück. Trotz ihrer Fragen bin ich aber noch nicht bereit, sie an meiner Gefühlswelt teilhaben zu lassen. Ich bezweifle ehrlich gesagt auch, dass sie es verstehen würden - mir scheint, sie nehmen die Ereignisse hier nicht ganz so schwer, weil es nicht „unsere” Realität ist. Eine Einstellung, die mir zu teilen nun unmöglich ist. Nach ein paar unerfreulichen Ereignissen, die einen halbierten Musikbox-Barry und einen zerbrochenen Krug zur Folge haben, brechen wir auf, sehr zur Erleichterung von Bordandinol, wie ich glaube. Da Gudden sich aus dem Staub gemacht hat, bleibt es an mir, Bordandinol für den Schaden zu bezahlen - Verantwortungsgefühl scheint auch er nicht zu kennen. Wie sich später herausstellt aber zumindest so etwas wie Ehre, da er mir das Gold zurück erstattet mit den Worten, dass er niemandem etwas schuldig sein will. Vielleicht gibt es ja Hoffnung für ihn. Was für ein seltsamer Satz aus meinem Mund… „vielleicht”… diese Reise verändert mich. Ich bin mir nicht sicher, ob zum Guten. Diverse andere Unterhaltungen bestätigen mich außerdem in meiner Vermutung, dass die anderen diese Realität quasi nur als Realität zweiter Klasse betrachten, weil es nicht „unsere” ist. Aber wenn es ihnen hilft, mit der Situation klarzukommen, freue ich mich für sie. Ich wünschte, es wäre auch für mich so einfach. Nach einer längeren Fahrt auf dem Wagen kommen wir schließlich in Sichtweite von Oclusar. Die Leute hier wirken gut gekleidet, fröhlich sogar, doch es gibt auch eine erhöhte Wachenpräsenz. Aus der Ferne wirkt auch Oclusar prächtig - wenn es auch in der anderen Realität so ausgesehen hat, beweine ich seine Zerstörung. Eigentlich war der Plan, heimlich in die Stadt einzureisen, doch als Keril uns erzählt, dass es lange dauern kann und 15 Gold kostet, entscheidet sich Krathus plötzlich dazu, den Abgesandten zu spielen. Nun, immerhin spart er sich 15 Gold, aber der Rest nicht und wirklich schneller geht es auch nicht, da jetzt alle seinen „Segen” wollen. Ganz zu schweigen davon, dass von einer heimlichen Ankunft keine Rede mehr sein kann. Nun, man muss mit dem arbeiten, was man hat und zumindest fürs Erste scheint die kleine Schmierenkomödie keine schwerwiegenden Folgen zu haben. In Oclusar verabschieden wir uns von Keril, der uns noch die Wegbeschreibung zum Haus seiner Schwester gibt und uns einlädt, einmal vorbeizukommen. Oclusar ist voller Leben. Wäre nicht die erhöhte Wachenpräsenz und besonders die Berichte von Al’chara und Layara, man könnte es wirklich für das Paradies halten, das Keril beschrieben hat. Wir fragen uns zur Taverne durch, dem Burned Eyes Inn, die wirklich groß ist. Am Eingang interessiert sich ein eine Kreatur, die aussieht, als wäre sie aus Stein sehr für Koru, wie ich den kleinen Hund genannt habe, doch das beruht auf Gegenseitigkeit. Mir fällt sofort ein eher mies gelaunter Geselle in der Ecke in der eher ausgelassenen Stimmung auf und steuere ihn an, während die anderen zur Theke gehen. Allerdings scheint er nicht in Gesprächslaune zu seine. Ich hoffe sehr, dass dies nicht unser Kontakt ist, anderenfalls könnte das interessant werden. Nach einem kurzen „Gespräch” stehe ich auf und geselle mich zu den anderen, die sehr zu meiner Erleichterung unseren Kontakt gefunden haben und die Erlaubnis, zu ihm zu gehen. Im Keller sehen wir nur eine kleine Person, die sich über etwas lebloses beugt. Wir sind einen Moment angespannt, bis sich das leblose Etwas als eine dieser Spinnen herausstellt und die Person als ein Goblin mit Namen Tozzle, der sich darüber beschwert, immer „Zottel” genannt zu werden. Offenbar haben wir hier unseren Kontakt gefunden, wenn auch nicht ganz aus freiem Willen - offenbar hat Al’chara ihn bei etwas erwischt und nun steht er in ihren Diensten. Jedenfalls erfahren wir von ihm eine ganze Menge über unser Ziel, so zum Beispiel, dass der Sarg mit Lia vor kurzem von einer Söldnertruppe zum Tempel gebracht wurde, der gleichzeitig die Heimstatt eines Itiu’kitna ist, offenbar so etwas wie ein Hohepriester vom Großen Roten. Gleichzeitig erfahren wir auch, dass es in der Kanalisation irgendwo einen geheimen Zugang zum Tempel gibt - sehr nützlich, wenn man nicht unbedingt durch die Eingangstür herein und heraus spazieren kann wie wir. Bezüglich des Buches ist sich Tozzle unsicher, aber wir meint, dass wir möglicherweise bei einem gewissen Monta Kren gute Chancen haben werden - allerdings soll er auch ein wenig verrückt sein. Da die Söldner, die den Sarg herbrachten, noch oben sind - der schlecht gelaunte Typ sowie der Hüne am Eingang gehören offenbar dazu - versuchen wir uns im subtilen Befragen. Da der große Kerl so von Koru begeistert war, vermuten wir, dass er womöglich unsere beste Chance ist und gehen zurück nach oben. Auf dem Weg in den Keller folgt ein amüsanter Zwischenfall, in dem Gudden eine Karotte halbiert und Krathus sich als Abgesandter gibt und die Karotte „heilt”, was in der Küche für helle Aufregung sorgt. Das Gespräch mit dem Großen, der nicht, wie wir erst hörten Ava heißt, sondern Avra, verläuft recht produktiv und wir erfahren mehr darüber, was alles hergeschafft wurde - beispielsweise ein zerstückeltes Gemälde, dass aus irgendeinem Grund wichtig, aber noch nicht vollständig ist. Die Söldner jedoch glauben, es sei vollständig, was wohl zu einem Disput über ihre Bezahlung führte. Darüber hinaus erfahren wir eine Menge Namen, die aber mir, Krathus, Gudden und auch Garret nicht bekannt vorkommen. Jedoch betreten kurz darauf zwei weitere Mitglieder seiner Truppe, was uns dazu veranlasst, das Gespräch zu beenden. Auf Grund der Tageszeit beschließen wir, erst einmal zu Monta Kren zu gehen. Die Leute sind seltsam ausweichend, wenn sie auf ihn angesprochen werden - offenbar liegt sein Haus auf dem Grundstück eines alten Hextortempels und es sei verflucht. Einige glauben gar, wir werden nicht von dort zurückkommen. Unerschrocken gehen wir dennoch dorthin - seit wann hält uns Aberglaube auf? Es ist jemand zu Hause, doch auf unser Klopfen antwortet niemand, also treten wir einfach ein. Ein alter Mann, der auf die Beschreibung von Monta Kren passt, sitzt dort am Schreibtisch, doch ignoriert uns komplett. Auf den zweiten Blick wirkt er auch gar nicht so alt, doch das weiß man bei kurzlebigen Völkern ja nie so genau… wir sehen uns jedenfalls erstmal etwas um. Ich finde unter anderem endlich mal ein paar Bücher. Besonders anziehen tun mich die Bände, die mit „Über die Zukunft” betitelt sind, doch die Seiten sind leer. Nun, was hatte ich auch erwartet… außerdem befindet sich in der Hütte noch eine Falltür und in meinem Rücken höre ich plötzlich, wie Garret anfängt, auf einer Violine zu spielen. Erstaunlich, ich wusste gar nicht, dass er musikalisch begabt ist. Allerdings scheine ich vieles über ihn nicht zu wissen… Erst als Krathus tatsächlich ein Buch findet, dass eventuell das Gesuchte sein könnte und herausziehen will, wird Monta munter und hält ihn davon ab. Die folgende Unterhaltung gestaltet sich etwas schwierig. Monta macht seinem Ruf Ehre und behauptet zum Beispiel permanent, Garret könnte unmöglich hier sein, also sei er es nicht. Erst als wir ihm erzählen, dass wir aus einer anderen Realität kommen, ändert sich das langsam. Er bestätigt den Besitz unseres gesuchten Buches auf Grund meiner Zeichnung und erzählt etwas davon, dass eine „Eve” dann wohl recht hatte und man zwischen Realitäten reisen kann, auch wenn er es weit komplizierter ausdrückt - mir scheint, wir haben hier einen Gelehrten vor uns, auch wenn er meilenweit von dem entfernt ist, was ich von Kaldore gewohnt bin. Es stellt sich heraus, dass er möglicherweise weiß, wie er uns in unsere Realität zurückbringen könnte. Eine Nachricht, die mich eigentlich freudig stimmen sollte. Er braucht dafür jedoch diverse Zutaten, genau genommen: Die Hand eines Titanen aus dem Tempel sowie etwas von der Leere im Norden. Als Gegenleistung würden wir das Buch von ihm bekommen. Da uns unser Weg ohnehin in den Tempel führt, willigen wir ein. Für die anderen, insbesondere Gudden, scheint diese Mission plötzlich eine höhere Priorität zu besitzen als Lia, aber nun gut. Ich kann sie ja verstehen. Auf dem Rückweg zur Taverne erörtern wir noch unseren Plan für die Entwendung von Lias Sarg. Die Idee, mit Krathus Abgesandten-Nummer durch die Vordertür zu gehen, wird schnell niedergestimmt - im Tempel eines echten Abgesandten würde das vermutlich zu früh auffliegen. Stattdessen wählen wir den Weg durch die Kanalisation, die wir auf meinen sanften Druck hin noch heute zu erkunden beschließen. Im Burned Eyes begrüßt uns ein völlig aufgelöster Wirt. Seine Küchenmannschaft hat ihre Pflichten völlig vernachlässigt, um auf seine Kosten eine gewisse Karotte per Vakuum zu konservieren. Doch als sich Krathus zu erkennen gibt, wird auch er plötzlich ein Anhänger des Karottenkultes. Diese völlig devote, nichts hinterfragende Haltung dieser Leute hier wird mir immer unheimlicher - war auch ich vor kurzem noch so naiv? Ich hoffe nicht. Wir gehen also durch den Keller in die Kanalisation. Unten angekommen fällt mir eine Gestalt auf, die sich bei näherer Betrachtung als ein schlafender Mann herausstellt. Ich wecke ihn - als jemand, der hier unten lebt, hat er möglicherweise wertvolle Informationen für uns, doch außer das es „da lang” geht, er sturzbetrunken ist und er dem Wirt einiges schuldet, ist nicht viel aus ihm herauszubekommen. Ich habe genug. Es ist Zeit, endlich einmal zumindest zu versuchen, jemandes Leben hier zum Besseren zu wenden und so kuriere ich ihn kurzerhand von seinem Rausch, werfe seine Flasche mit Alkohol davon und gebe ihm das Geld, um seine Schulden zu begleichen. Er wirkt nicht besonders dankbar, aber ich kann nur hoffen, dass er die Chance ergreift, denn wir machen uns nun auf in Richtung des Durchgangs, Tozzles Wegbeschreibung folgend. Wir sind noch nicht all zu weit gekommen, da fällt uns eine Steinformation auf, die nicht Recht zur anderen passt. Die Beschreibung „geheimer Gang” noch in den Ohren klingend, halten wir es für möglich, diesen hier gefunden zu haben und machen uns daran, dort hindurch zu gehen. Gudden tut irgendetwas anderes und informiert uns kurz darauf, dass auf der anderen Seite Spinnen sind, die versuchen zu uns durchzukommen. Eine habe er getötet, aber die andere sei entkommen und wird bestimmt bald zurückkommen. Statt die direkte Konfrontation mit diesen doch intelligenten Wesen zu suchen, möchte ich schon sagen, dass wir dann dem beschriebenen Weg folgen sollen und nach einem anderen Weg suchen, doch Krathus wendet ein, dass das den Mann von eben und möglicherweise auch die Taverne gefährden würde und so willige ich schweren Herzens in den unausweichlichen Kampf ein. Beim Versuch, durch die Wand zu brechen zerbricht Garret seinen Stab und auch Krathus Schwert scheint der Belastung nur gerade so standzuhalten. Kopfschüttelnd betrachte ich das treiben der beiden, dann reiche ich Gudden mein Adamantiumschwert und lasse ihn machen. Das tut er zwar deutlich brutaler als ich es vermutet hätte, doch immerhin ist jetzt ein Spalt offen, durch den ich mich zwängen kann. Sofort bemerke ich, dass ich nicht alleine bin - eine als Steinhaufen getarnte Spinne liegt vor mir und aus dem Gang sehe ich weitere herankommen, doch bevor ich meine Gefährten vor der getarnten Spinne warnen kann, sind sie schon an mir vorbei und stürzen sich in den Kampf. Der Kampf, der entbrennt, ist brutal. Die Zahl der Spinnen scheint nahezu endlos und auch wenn der Bugbear offenbar ein ordentliches Kampftraining absolviert hat, muss er auch ordentlich einstecken und Garret wird ebenfalls schwer verwundet. Doch schließlich ziehen sich die Spinnen zurück. Ich päppele meine verletzten Gefährten ein wenig auf und wir gehen weiter in die Dunkelheit, unwissend, was uns dort erwarten wird...]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ava/Sitzung-76.html</link>
			<pubDate>Fri, 10 Jul 2020 22:00:00 +0000</pubDate>
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			<title>Sitzung 41</title>
			<description><![CDATA[Seit einigen Tagen bin ich nun schon in Zoica. Diese Stadt ist faszinierend: So viele unterschiedliche Leute, soviel Leben! Noch dazu hatte dieser Lafayette sich gestern tatsächlich bereit erklärt, mir bei meiner Suche zu helfen, wenn ich ihm im Gegenzug helfe, "die Stadt wieder in Ordnung zu bringen". Auf meine Anmerkung, dass die Stadt doch ganz ordentlich wirke, erwiderte er nur, dass sich dies möglicherweise schon morgen ändern würde. Ich sollte sicherstellen, dass einige Leute, die er mir nannte, nicht nach der Macht greifen würden. Eine große Herausforderung. Ich war mir nicht ganz sicher, ob ich die Richtige dafür bin, freute mich aber über so viel Vertrauen, dass mir entgegengebracht wurde. Ich las mir die Dossiers kurz durch. In der Tat: zwei oder drei davon wirkten zwar eigentlich ganz in Ordnung, aber die meisten erweckten doch eher Ekel. Besonders ein gewisser Marco, der offenbar Kinder als Sklaven einsetzte. Es war mir völlig unverständlich, wie jemand so etwas tun könnte… widerwärtig! Am Morgen rief mich Lafayette zu sich. Der erwartete Umsturzversuch hätte stattgefunden, ich sollte zu Cuus Compound und die Lage auskundschaften sowie, wenn möglich, den Ausgang in Erfahrung bringen. Insbesondere sollte ich nach Personen namens Garret, Harkis, Suna, Joni und Derrin Ausschau halten. Insbesondere auf Garret war ich bereits sehr gespannt, meine Urgroßmutter hatte so verträumt geschaut, als sie einmal von ihm berichtete… das würde ein schöner Tag werden! Ich machte mich auf. Schon von weitem sah ich Flammen hochschlagen und ich beschleunigte besorgt meinen Schritt. Dort angekommen bot sich mir ein furchtbares Bild: Ein Haus an der Seite der Feste war abgebrannt, sogar der Stein war geschmolzen. Und überall lagen Leichen! Sofort rannte ich los, um nachzusehen, ob es Überlebende gab, die der Hilfe bedurften. Doch ich kam zu spät, ich fand niemanden mehr, der noch am Leben war. Ein grausames Massaker… Als ich gerade wieder einen erfolglosen Heilungsversuch unternahm, wurde ich durch ein Räuspern auf eine Gestalt hinter mir aufmerksam gemacht. Hinter mir stand ein hochgewachsener Mann. Ich bat ihn um Hilfe, doch er sagte, dass er bereits dasselbe versucht hätte und leider niemand mehr am Leben war. Der einzige Lichtblick: Ich erfuhr von ihm, dass zumindest Garret noch am Leben war. Ich ging mit ihm in die Burg, in der Garret von einem Oger bewacht schlief. Unterwegs unterhielten wir uns ein wenig und ich erfuhr, dass der mysteriöse Mann auf den Namen Arem hörte. Ich stellte mich ihm vor und erzählte von meinem Heimatort, Ravengrove. In der Burg angekommen, war zunächst keine Spur von Garret zu sehen, doch wir fanden ihn schließlich in einem recht behaglich eingerichteten Raum auf einem Bett schlafend. Ich untersuchte ihn kurz, doch Arem erklärte mir, dass er ihn bereits geheilt hatte. Er hatte ganze Arbeit geleistet, ich gratulierte ihm dazu. Wir ließen Garret alleine, um sich auszuschlafen. Ich setzte mich ins Nebenzimmer und begann eine erholsame Meditation. Als ich irgendwann Geräusche aus dem Nebenzimmer hörte, schlich ich mich ins Zimmer, um dort nachzusehen, ob Garret wach wäre. Ich stellte mich ihm in seiner eigenen Sprache vor und überbrachte ihm mit einem leichten Grinsen auf den Lippen Grüße meiner Urgroßmutter. Garret hatte offenbar etwas Mühe sich zu erinnern, aber das war nicht verwunderlich… er war noch nicht lange wieder auf den Beinen. So erbot ich mich erstmal, Frühstück zu machen und überließ Garret Arems Obhut. Außerdem gab mir dies die Gelegenheit, mal die Halblingsküche auszuprobieren, Fisch im Brotmantel klang sehr verlockend. Da ich nicht sicher war, ob ich das Rezept richtig im Kopf hatte, machte ich sicherheitshalber auch noch etwas Speck und Eier, damit konnte nichts schief gehen. Einen Teil davon trat ich an die Oger ab, die für unsere Sicherheit sorgten, dann ging ich zurück auf das Zimmer. Dort unterhielten sich Arem und Garret bereits angeregt. Ich hörte zu, wie Garret von seinen bisherigen Abenteuern erzählte und stellte fleißig Fragen. Offenbar hatte er in seinem kurzen Leben bereits einiges erlebt. Nebenbei freute ich mich, dass den beiden das Frühstück offenbar schmeckte. Als die Sprache auf den Umsturz kam, schien Garrets Laune sich etwas zu verdunkeln. Nach einer kurzen Zusammenfassung, während der ich Landerson als potentiellen Tyrann von der Liste streichen konnte, erfuhren wir auch den Grund: Garrets Gefährte Harkis hatte wohl einen der Anführer seines Volkes befreit und ihn dann sofort verlassen, Suna hatte sich den beiden angeschlossen. Auch, wenn es für mich so klang, als würde Harkis einfach nur seinem Volk helfen wollen, tat mir Garret plötzlich sehr Leid. Um kein Misstrauen entstehen zu lassen, gab ich mich ihm sofort als Agentin (es klingt immer noch seltsam, mich so zu bezeichnen) Lafayettes zu erkennen. Anschließend sprachen wir darüber, wie es weitergehen könnte. Garret hatte eine ausgesprochen interessante Idee, wie die Stadt künftig regiert werden sollte: Ein Rat aus mehreren Mitgliedern, die alle Entscheidungen gemeinsam trafen. Ein sehr spannendes Konzept, auch Arem stimmte dem zu. Auch wenn ich etwas skeptisch war, ob sie sich nicht zerstreiten würden - einen Versuch war es doch allemal wert, in Garrets Heimat schien es zu funktionieren! Ich war mir sicher, dass auch ein guter Mensch wie Lafayette das sehr interessant finden würde. Im weiteren Verlauf konnte ich ihn überzeugen, die Geschichte Lafayette persönlich zu erzählen. Auf dem Weg dorthin sah ich ein Kind, dass ich aufgrund von Lafayettes Schilderungen als Sklave Marcos erkannte. Aus einem Anflug von Mitleid heraus gab ich ihr eine Silbermünze und sagte, sie solle etwas essen, doch das Kind lehnte ab: Es habe bereits gegessen. Immerhin, dennoch sollte es das Silber behalten. Vielleicht würde es zumindest ein paar Tage nicht so abhängig von diesem Monster Marco sein. Im Anwesen angekommen war Lafayette gerade im Gespräch mit einem Fremden, doch die Neuigkeiten über den Umsturz waren zu interessant, um sie zu verschieben und so kam er zu uns, um sich die Geschichte anzuhören. Zunächst stellte sich der Fremde jedoch als Arbeitssuchender namens Gregennan von Lod vor. Im Schnellverfahren wurde er in Lafayettes Dienste aufgenommen und unserer Gruppe zugeteilt - Lafayette schien wirklich sehr erpicht auf die Neuigkeiten aus Cuus Compound zu sein. So erzählte Garret die Geschichte noch einmal von vorne. Lafayette schien sehr erfreut über den Tod von Landerson, weniger erfreut jedoch, dass es keinen Beweis für den Tod von Cuu oder den Verbleib des Mannes namens Gereon gab. So erteilte er uns den Auftrag, entweder die weiteren Leute aus dem Dossier abzuklappern oder nach Gereon zu suchen. Wir entschieden uns für Zweiteres und gingen zurück zum Compound, um dort nach ihm zu suchen. In der Zwischenzeit hatte sich dort eine große Masse an Menschen gebildet, die beunruhigt wissen wollten, was eigentlich passiert war. Ich verstand sie sehr gut: Ein Haus stand in Flammen, eine gewaltige Explosion in der Nacht, fremde Soldaten, die kämpfend durch die Stadt ziehen, überall Tote… auch ich wäre sehr beunruhigt gewesen. Die Oger - Tüntün und Cinnamon, wie ich mir in Erinnerung rief - waren mit der Situation offensichtlich überfordert und so lief Garret zu ihnen, stellte sich auf die Schulter von… Tüntün? Ja, ich glaube er war es. Jedenfalls versuchte er, die Leute zu beruhigen. Mir blieb allerdings der Mund offen stehen: Was Garret dort erzählte, entsprach nicht einmal ansatzweise der Wahrheit. Ein Aufstand der Wachen? Ich verstand ja, dass man nicht alles sofort erzählen sollte, aber das Andenken der Toten, die nur ihren Job gemacht hatten, so zu beschmutzen? Das erschien mir einfach nicht richtig! Kurz darauf griff sich der Oger Garret und warf ihn in die Menge. Besorgt wollte ich nach ihm schauen, doch er war bereits wieder bei den Ogern, denen er die Aktion nicht übel zu nehmen schien. Wir gesellten uns zu ihm. Auf dem Weg dorthin tat ich mein Bestes, die Leute um uns herum zu beruhigen, doch ohne Erfolg. Einer der Menschen sagte sogar, er glaube mir nicht, weil Elfen böse seien. Das traf mich hart. Sicher, viele von uns leben zurückgezogener, als es für meinen Geschmack gut war, aber ganz sicher waren wir nicht böse! Die Abgeschiedenheit der Elfen in meiner Heimat hatte einen guten Grund… deswegen als böse wahrgenommen zu werden, erschütterte mich. Von den Ogern erfuhren wir, dass Gereon wohl tatsächlich hier war, und so begannen wir zuerst in seinem Blockhaus. Dort fiel mir sofort ein Feuer auf, in dem Papier brannte. Es gelang mir, einige Fetzen herauszufischen. Schuldscheine, Orte von Menschen. Ich teilte meinen Fund und die Einschätzung, dass Gereon offenbar versuchte, sich aus dem Staub zu machen, mit den anderen und Arem stimmte mir zu. Gregennan hatte indes einen geheimen Zugang zu einem kleinen Keller entdeckt. Unten angekommen entdeckten wir einen kleinen, durchaus behaglich eingerichteten Raum, der aber jetzt so aussah, als hätte jemand in aller Eile alles zusammengerafft und ihn dann schleunigst verlassen. Kurz darauf machte uns Gregennan auf einen offenbar magischen Gegenstand unter der Treppe aufmerksam. Arem schwenkte seinen leuchtenden Speer dorthin und wir entdeckten zwei Würfel. Ich hob sie auf, doch war unschlüssig: Ich wusste aus meinen Studien, dass man magische Gegenstände nicht leichtfertig nutzen sollte. So gab ich sie an Gregennan weiter, der offenbar der Magie mächtig war. Doch auch er konnte nur sagen, dass es sich um Transmutationsmagie handelte, mehr aber nicht. Er hatte allerdings weniger Bedenken als ich und warf sie. Gleich darauf erschien ein seltsamer Ausdruck auf seinem Gesicht und er sagte etwas von seinem Bein. Ich besah es mir und stellte fest, dass es plötzlich gänzlich mit Schuppen bewachsen war! Ungewöhnlich, von so etwas hatte ich noch nie gehört. Leider konnte ich ihm auch nicht damit helfen. Kurz überlegten wir, ob wir die Würfel lieber hier zurücklassen sollten, doch meine Neugier war stärker: Ich steckte sie mir ein in der Hoffnung, später mehr darüber herauszufinden. Ansonsten ließ sich hier keine Spur mehr finden. Wieder draußen erfuhren wir, dass Gereon den Compound bereits längst wieder verlassen hatte, was der Oger in seinem Stress vorher verständlicherweise nicht erwähnt hatte. Eine kurze Befragung der Masse ergab auch kein Ergebnis. Doch ich entdeckte auf der anderen Straßenseite eines von Marcos Kindern, dass uns neugierig ansah. Ich wollte zu ihm gehen, doch Arem hielt mich zurück und wies mich darauf hin, dass wir gerade bei Lafayette gewesen waren, der Marco offenbar nicht mochte und das Kind möglicherweise davonlaufen würde, wenn ich mich ihm offen näherte. Ein kluger Mann, dieser Arem. So ging ich etwas in die Hocke, um in der Menge nicht aufzufallen und mich dem Mädchen unbemerkt zu nähern. Ich hatte gehofft, es nicht zu erschrecken, doch das ging leider fehl. Ich rief ihr noch zu, dass ich ihr nichts Böses wolle, doch sie war bereits unterwegs. Ich holte sie jedoch mühelos ein und versuchte erstmal, sie zu beruhigen. Dies schien zu gelingen: Zwar sagte das Mädchen noch, dass sie nicht mit uns reden dürfe, aber es schien nicht länger verängstigt. Leider schloss gleich darauf Garret zu mir auf, was das Kind sofort wieder nervös machte. Das arme Ding flehte mich an, es gehen zu lassen. Zu allem Überfluss hielt es Garret offenbar für nötig, ihm eine Drohung für Marco mitzugeben. Was dachte er sich bloß dabei? Wenn das Kind diese Mitteilung überbrachte, würde dieser Marco sicher nicht erfreut sein! Ich erkannte, dass es spätestens jetzt keinen Zweck mehr hatte und ließ das erleichterte Mädchen davonlaufen. Dann wandte ich mich an Garret und bat ihn, das nächste Mal etwas taktvoller vorzugehen, doch der Halbling war bereits wieder in Richtung Marktplatz abgezogen. Dort angekommen, gesellten sich auch Arem und Gregennan dazu und wir gingen hinüber zu Garret, der mit einem Mann sprach. Er entpuppte sich kurz darauf als dieser Widerling Marco! Sofort stellte ich ihn wegen der Kinder zur Rede, doch der unverfrorene Kerl sagte nur, es verletze ihn, dies zu hören und es ginge "seinen" Kindern immer gut. Er bat uns, doch woanders weiterzusprechen. Meine Gefährten schienen dazu bereit. Ich war es eigentlich nicht, aber die Argumente meiner Begleiter waren schwer zu widerlegen und so schloss ich mich widerwillig an. Ein paar Straßen weiter hielt Marco an. Erneut sagte er mir, dass es ihn verletze, wie ich von seinen Kindern spräche, schließlich hätte Lafayette nie etwas für die Kinder getan. Meine Sicherheit bezüglich dieser Person bekam erste Risse: Er wirkte ehrlich, was seine Einstellung gegenüber den Kindern anging. Im weiteren Gespräch stellte sich heraus, dass er wusste, wo sich Gereon versteckt hielt, doch er wollte uns seinen Aufenthaltsort nicht verraten. Als ich ihn damit konfrontierte, sagte er, dass Gereon derzeit der einzige sei, der die Wache zusammenhalten und damit für etwas Ordnung in Zoica sorgen könnte. Alles, was Schlimmes passieren würde, wenn er von Lafayette gefangen genommen oder verhört würde, wäre dann meine Schuld - Marco fragte, ob ich das auf mich nehmen könnte. Ich schwieg betroffen, dann verneinte ich selbstverständlich. Nach kurzem Überlegen bot ich ihm an, ihm mein Wort zu geben, dass zumindest ich kein Wort über Gereons Aufenthaltsort an Lafayette weitergeben würde. Dies war zwar gegen meinen Auftrag, doch es gab keine andere Möglichkeit und erschien mir irgendwie… richtig. Arem schloss sich meinem Vorschlag an, doch verständlicherweise misstraute mir Marco und wollte auch Garrets Zusage. Dieser gab sie ihm und daraufhin führte uns Marco zu einer Ruine und in deren Keller. Ich schwieg derweil und dachte nach. Irgendetwas stimmte hier nicht. Konnte dieser Mann, der sich offensichtlich durchaus um "seine" Kinder sorgte und auch sehr auf das Wohlergehen eines ihm anvertrauten Verfolgten achtete, wirklich dasselbe Monster sein, dass Lafayette in seinem Dossier erwähnte? Jetzt, während ich darüber nachdachte: Keines der beiden Kinder, mit denen ich sprach, hatte tatsächlich ängstlich gewirkt, eines hatte Marco sogar gegen meine Anschuldigungen verteidigt! Ich hatte dies auf kindliche Unbedarftheit geschoben, aber vielleicht lag ich falsch damit…? Andererseits: Warum hätte mich Lafayette belügen sollen? Und mir hatte er ja auch einfach so geholfen! Na ja, im Austausch gegen meine Hilfe, zumindest… Wir traten in den Keller ein, in dem Gereon am Tisch saß. Als er uns sah, sprang er auf und hob die Hände, doch wir konnten ihn davon überzeugen, dass ihm von uns keine Gefahr drohte. Auch ein kleines Mädchen war im Raum. Es verhielt sich sehr nervös, doch wurde sofort ruhig, als Marco eintraf. Nein, dieser Mann war sicher niemand, der Kinder rücksichtslos ausbeutete. Der nächste Schlag traf mich im Gespräch mit Gereon, der uns eröffnete, dass offenbar auch Lafayette freiwillig und häufig Geschäfte mit Cuu gemacht hatte. Er wies uns daraufhin, dass es kaum erfolgreiche Händler in Zoica gab, außer Lafayette - woran das wohl liegen möge? Auch bei der Erwähnung der Hextor war sein erster Gedanke, dass dies Probleme für die Bevölkerung machen konnte. Überhaupt hatte er mit Cuu wohl nur wenig zu tun gehabt und wirkte so gar nicht wie jemand, der mit Freude Menschen unterdrückte. Dann erklärte er sich auch noch bereit, die Wache zu organisieren, obwohl das sichtlich nicht seine Lieblingsbeschäftigung war - gegen die alleinige Bitte, seine Hütte wieder benutzen zu dürfen. Es tat mir an diesem Punkt schon ehrlich Leid, dass wir ihn dafür auf später vertrösten mussten, solange er ein gesuchter Mann war. So trug er uns auf, die Dokumente, die er zur Aufstellung der Wache benötigte, zu ihm zu schaffen. So gingen wir wieder zu Cuus Compound. Auf dem Weg dorthin unterhielten wir uns über die mögliche künftige Regierung. Meine Begleiter trauten weder Marco noch Lafayette über den Weg. Noch heute morgen hätte ich bei ersterem völlig zugestimmt und bei letzterem vehement widersprochen, aber jetzt - ich wusste nicht mehr so recht, was ich denken sollte. Verwirrt ging ich schweigsam hinter meinen Gefährten her. Hatte Lafayette mich etwa bewusst belogen? Oder wusste er es nicht besser? Ich hoffte sehr auf Letzteres, doch mir kamen immer mehr Zweifel. Warum war er so ausweichend, wenn das Gespräch auf Garrets Idee des Rates kam? Und warum hatte er mir nichts von seinen Geschäften mit Cuu erzählt? Wenn diese harmlos gewesen wären, wäre das doch kein Problem gewesen! Am Compound angekommen erfassten wir mit einem Blick, dass hier etwas passiert sein musste: Zwar waren nur noch wenige Leute da, aber an der Wand klebte Blut. Mit einiger Erleichterung erfuhren wir, dass der Oger zwar tatsächlich jemanden gegen die Wand geschubst hatte, woher das Blut stammte, aber niemand zu Tode gekommen war. Gott sei Dank, Tote gab es bereits mehr als genug. Die Oger verstanden uns offenbar als ihre Ablöse und verließen ihre Posten, nachdem wir bei ihnen angekommen waren. Nach dem Geschilderten hielt ich es nicht für ratsam, sie über ihren Irrtum aufzuklären und stattdessen etwas wohlverdiente Ruhe zu gönnen. Ich versuchte erneut, die aufgeregte Menge zu beruhigen. Einige Leute gingen zwar tatsächlich nach Hause, die meisten aber blieben weiterhin dort und verlangten aufgebracht nach Aufklärung. Ich konnte ihnen keinen Vorwurf daraus machen, noch immer tappten sie völlig im Dunkeln. Garret indes schien das deutlich weniger gelassen zu ertragen. Zu meinem Erschrecken schlug er eiskalt vor, man solle die nächsten, die sich beschweren, doch festnehmen lassen, notfalls würde er selbst das auch tun. Es beruhigte mich, dass nicht nur ich davon schockiert war, sondern auch Arem und Gregennan bestürzt auf den Halbling einredeten. Mit vereinten Kräften konnten wir ihn davon überzeugen, dass dies genau die Methoden einer Tyrannei waren und damit eine denkbar schlechte Grundlage für Zoicas Zukunft gelegt wäre. Ich musste zugeben, dass ich mir Garret nach Edrias Erzählungen… anders vorgestellt hätte. Als wir das weitere Vorgehen besprachen, meldete ich mich daher freiwillig, mit Garret das Haupttor zu bewachen, um ein Auge auf ihn zu haben und von undurchdachten Handlungen abhalten zu können. Arem machte sich auf, um den Nebeneingang zu bewachen und Gregennan fiel die Aufgabe zu, in der Baracke nach den Dokumenten zu suchen. Auf dem Weg zum Nebeneingang teilte mir Arem telepathisch mit, dass die Spinnen sich wohl aus dem Loch zur Burg vorwagten. Noch ein Grund mehr, die Leute von diesem Ort fernzuhalten, teilte ich ihm zurück mit, woraufhin Arem aus der Entfernung nickte. Nach einiger Zeit kam Gregennan wieder aus der Baracke. Zu meiner großen Freude hatte er dort einen überlebenden der Wache gefunden und ihn behutsam dazu überredet, zumindest diese zu bewachen. Vielleicht würde das auch die Leute etwas beruhigen. Außerdem hatte er die Dokumente für Gereon gefunden. Ich erbot mich, die Dokumente zu Gereon zu bringen und teilte ihnen mit, dass ich anschließend gedachte, zu Lafayette zu gehen und diesem einige unangenehme Fragen zu stellen. Ich versprach ihnen außerdem, natürlich Gereons Aufenthaltsort nicht zu nennen - ich hatte schließlich mein Wort gegeben. Meine Begleiter blieben zurück, um weitere Nachforschungen anzustellen und so verabschiedete ich mich von ihnen in der Hoffnung, sie bald wiederzusehen. Dann machte ich mich auf zu Gereon, brachte ihm die Dokumente und ging dann weiter zu Lafayette. Der heutige Tag hatte mir eine Menge zu denken gegeben und viel Realität bedeutet. Ich hatte einige unbequeme Fragen an Lafayette und hoffte sehr, er würde sie beantworten können - andererseits könnte meine Anstellung bei ihm von sehr kurzer Dauer gewesen sein, denn ich war nicht bereit, für die Informationen, die ich suchte, einen Täuscher und Lügner zu unterstützen…]]></description>
			<link>https://tabletoptreff-hannover.de/index.php/Dungeons-and-dragons/Logothil/Tagebucher/Tagebuch-ava/Sitzung-41-127.html</link>
			<pubDate>Fri, 19 Jul 2019 00:00:00 +0000</pubDate>
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